Archive für die Kategorie 'Weihnachten'

Nov 29 2008

Gute Eisbahn

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Gute Eisbahn, ein christliches Anspiel zu Weihnachten und zum Thema Gehorsam für 6 Personen

Sprecher: Es war ein herrlicher Wintertag. Blitzblank funkelte die Eisbahn im Sonnenschein und lud Jungen und Mädchen zum Schlittschuhlaufen ein. Wie gut, dass heute Samstag war und ein schulfreier Nachmittag!
Unter den eifrigsten, die gleich nach dem Essen auf dem Eis erschienen, waren auch Otto Schmidt und sein jüngerer Freund Paul Maler. Otto hatte heute wieder mal einen besonderen Plan ausgeheckt, in den er nun seinen Freund einweihte.

Otto: Weißt du, Paul, so schön wie heut bekommen wir es nicht wieder. Das muss ausgenutzt werden. Was meinst du dazu, wenn wir einen richtigen Ausflug machen? Im Sommer bin ich mal mit meinem großen Bruder im Kahn bis nach Bublitz gerudert, fein war das! Da sind wir in einem gemütlichen Gasthof eingekehrt und haben frisches Landbrot mit Hartkäse gegessen, das hat geschmeckt, sag ich dir! Wie wär’s wenn wir heute auf unseren Schlittschuhen hinliefen? Ich hab extra ein paar Groschen mitgebracht. Und so weit ist es auch nicht. Ungefähr zwei Stunden hin, eine Stunde Pause, und zwei Stunden zurück – dann sind wir gegen sieben wieder hier! Komm, das machen wir!

Sprecher: Paul überlegte. So sehr ihn der Vorschlag auch lockte, so widerstrebte es ihm doch, ohne die Zustimmung seiner Mutter einen solchen Ausflug zu unternehmen. Seine Mutter war Witwe und er war ihr einziges Kind.

Paul: Meine Mutter will aber, dass ich rechtzeitig zu Hause bin. Sie mag es nicht, wenn ich im Dunklen draußen bin. Sowieso – ich darf auf dem Eis nur soweit laufen, dass ich das Dorf noch sehen kann!

Otto: Ach, kleiner, meinst du denn, ich dürfte soweit laufen? Wir fragen erst gar nicht, dann verbietet es uns auch keiner. Einmal ist keinmal!

Sprecher: Paul zögerte immer noch.

Paul: Meine Mutter legt aber sehr viel Wert darauf, dass ich meine Schulaufgaben am Samstag mache! Damit der Sonntag für andere Dinge zur Verfügung steht.

Sprecher: Und doch – die Versuchung war zu groß, und schon liefen sie los über die blanke Fläche.
Die erste Stunde verging wie im Flug, die zweite wurde ihnen schon länger, und sie begannen sich nach dem Ziel, und damit nach Rast, Ausruhen und einer guten Mahlzeit, zu sehnen.

Paul: Wir sehen das Dorf ja immer noch nicht!

Otto: Wie kommt das nur? Damals bei der Kahnfahrt kam es mir doch auch nicht so lange vor!

Sprecher: Und nun – wieder eine halbe und eine ganze Stunde verging.

Otto: Bublitz ist ja immer noch nicht zu sehen!

Paul: Ich werde langsam müde und die Dunkelheit bricht auch schon herein.

Sprecher: Der Aufenthalt auf dem Eis wurde von Minute zu Minute unangenehmer. Paul begann zu weinen und auch Otto, so sehr er sich auch dagegen wehrte, bekam es langsam mit der Angst zu tun.

Otto: Was sollen wir machen? Umkehren und den Weg zurück laufen?

Paul: Nein, es ist doch schon viel zu dunkel und außerdem sind wir schon viel zu müde.

Otto: Also vorwärts, Bublitz muss doch bald in Sicht kommen.

Sprecher: Aber schlimm blieb die Sache auch dann. Kein Gedanke daran, heute noch nach Hause zu kommen – sie hofften, dass sie noch eine Unterkunft im Dorf finden würden.

Otto: Wie werden sich die Eltern wohl ängstigen?

Paul: (ganz verweint und jämmerlich) Endlich, endlich…!

Sprecher: Blinkten in der Nähe des Ufers nicht Lichter auf?

Otto: Endlich!!!

Sprecher: Mühsam schnallten die beiden mit ihren vor Kälte starren Fingern die Schlittschuhe von den schmerzenden Füßen und humpelten ins Dorf.

Otto: Da ist ja eine Gaststätte! (klopfen)

Wirt: (kritische Blicke auf die Jungen) Wo kommt ihr denn her? Seid ihr von daheim fortgelaufen?

Sprecher: Auf Ottos kleinlaute Erklärung hin nickte der Wirt ein paar Mal und sagte dann:

Wirt: So geht’s, wenn man auf eigenen Füßen stehen will und eine Rücksprache mit den Eltern nicht mehr nötig zu haben glaubt. – Nach Bublitz habt ihr gewollt?
Da hättet ihr dem Fluss auf der anderen Seite folgen müssen. Dies hier ist Friedrichshagen. Das ist mehr als doppelt so weit! Ihr könnt froh sein, dass die Sache noch so abgelaufen ist. Und nun wollt ihr hier übernachten? Habt ihr denn Geld dafür?

Sprecher: Zaghaft zog Otto die vier Groschen aus der Tasche und hielt sie dem Wirt hin – ob das wohl reichte? Der Wirt schüttelte den Kopf.

Wirt: Das reicht bei Weitem nicht, denn ich wette, ihr habt bestimmt großen Hunger und Durst, und morgen werdet ihr euch auch nicht mit leerem Magen auf den Weg machen wollen – wenn ihr überhaupt im Stande dazu sein werdet.

Sprecher: Die Jungen ließen die Köpfe hängen. Auch Otto, der sonst nicht so leicht in Verlegenheit geriet, hatte alle Zuversicht allen und Mut verloren.

Wirt: Nun. (Pause) Auf einen Schlafplatz und einen Schluck Milch mit Brot soll’s mir nicht ankommen. Aber ich hoffe, ein zweites Mal macht ihr solch einen Streich nicht wieder!

Sprecher: Er setzte ihnen warme Milch, Brot und Käse vor – ach, wie anders hatten sie sich dieses „Päuschen“ ausgemalt! Als sie gegessen hatten, machte der Wirt ihnen in der Scheune neben dem Gasthof ein warmes Strohlager zurecht und gab ihnen ein paar dicke Decken.
Otto und Paul sanken vor Erschöpfung bald in tiefen Schlaf.

Sprecher: Am nächsten Morgen weckte der Wirt die beiden.

Wirt: Nun, wie ist’s? Ich habe meinen Wagen angespannt und will euch nach Hause fahren. Auf Schlittschuhen kämet ihr heute nicht mehr hin. Um eurer Eltern willen tu ich’s. Ich habe selbst Kinder und weiß, wie das ist, wenn man sich Sorgen macht um solche Taugenichtse!

Sprecher: Ach ja, die Eltern! Das Herz wurde den beiden Jungen schwer bei den Gedanken an das bevorstehende Wiedersehen. Und doch mussten sie dem freundlichen Wirt dankbar sein, dass er sie so schnell wie möglich nach Hause befördern wollte.

Wirt: Da, die ersten Häuser aus eurem Dorf!

Paul: Da, unser Haus.

Sprecher: Ein Nachbar hatte sie gesehen und sagte es den Eltern.

Otto: Sie haben uns wahrscheinlich im ganzen Dorf gesucht und die ganze Nacht vergeblich gerufen!

Sprecher: Sie schämten sich maßlos.
Auch Pauls Mutter hatte die Heimkehrenden bemerkt. Eilig stürzte sie hinaus, nahm den vom Wagen springenden Paul in die Arme und drückte ihn wieder und wieder ans Herz.

Mutter: Mein Junge, mein Kind, hab ich dich wieder! Wie konntest du mir solchen Kummer machen!

Sprecher: Der Wirt, der sich verstohlen die Augen wischte, wendete und fuhr davon, während Otto, der gleichzeitig mit Paul abgestiegen war, bedrückt und beklommen nach Hause ging. Zögernd öffnete er die Zimmertür und sah den Vater mit einem übernächtigten, bleichen Gesicht am Schreibtisch sitzen. Die trüben, traurigen Blicke straften ihn härter als die größte Strafe. Was konnte er vorbringen, sich zu entschuldigen, sie zu versöhnen?

Otto: Vater, – ich hab das nicht gewollt. Nie hätte ich euch absichtlich Angst und Sorge gemacht! Wir wollten ja nur nach Bublitz, wollten am selben Tage noch zurückkommen. Es war eine Riesendummheit von uns, dass wir nicht umgedreht haben und in die andere Richtung gelaufen sind. Wir haben soviel Angst ausgestanden! – Ach, bitte, vergebt mir!

Vater: Leichtsinn führt immer in die falsche Richtung, Otto, und diesmal hat es dich hart getroffen. Ich hoffe, dass diese Lehre dir für die Zukunft zur Warnung dient. – Deine Schlittschuhe bleiben die nächsten acht Tage auf ihrem Regal.

Sprecher: Otto schluckte an seinen Tränen. Eine ganze Woche nicht aufs Eis! Vielleicht taute es dann schon bald, und er konnte überhaupt nicht mehr Schlittschuhlaufen! Aber es geschah ihm, das fühlte er, nur Recht.
Mit nassen Augen reichte er die Schlittschuhe dem Vater hin.

Otto: Nimm sie, Vater – nur sei wieder gut!

Sprecher: Dann ging Otto in sein Zimmer. Vor seinem Bett kniete er nieder und bekannte auch Jesus seinen Ungehorsam. Es war ihm voll bewusst, dass er sich nicht nur seinen Eltern gegenüber unrecht verhalten, sondern dass er auch Gottes Wort missachtet hatte und die Vergebung durch den Herrn Jesus brauchte. Er kannte den Bibelvers:

Otto: Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem, denn dies ist wohlgefällig vor dem Herrn.

Sprecher: Gab es Menschen in der Welt, die es besser mit ihm meinten, als seine Eltern? Und lag nicht ein besonderer Segen darin, ihnen zu vertrauen und ihnen unnötigen Kummer zu ersparen? Er wusste, so wollte es auch der Heiland. Von ganzem Herzen demütigte er sich vor ihm. Als er von seinen Knien aufstand, konnte er sich wieder freuen.
Die Erinnerung an diesen Wintertag hat Otto später vor manchen unbedachten Streichen zurückgehalten.

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Nov 29 2008

Das Weihnachtsgeschäft

Geschrieben von Christ under Advent, Weihnachten

Das Weihnachtsgeschäft, ein christliches Anspiel zu Weihnachten oder Advent für 8 Personen

Sprecher 1: Die kleine Stadt war ganz in Weiß gehüllt und wirkte wie ein Märchendorf. Das brachte die Leute richtig in Stimmung. Mütter eilten noch einmal über den Weihnachtsmarkt und gingen bepackt wieder nach Hause. Einige Männer schleppten Weihnachtsbäume und sahen aus wie der Nikolaus. Die Kinder hatten ihren Spaß am Schnee, sie waren an diesem herrlichen Tag am Rodelberg anzutreffen. Nur in der Amselstraße sah man an diesem Tag am Fenster der Erdgeschosswohnung eine plattgedrückte Nasenspitze. Dani Dopsa war wohl der einzige Junge, der sich nicht im Schnee tummelte. Er saß am Fenster, schaute hinunter auf die Straße und beobachtete die Leute. Er kannte alle Einwohner der Amselstraße. Es war keine große Straße. An anderen Tagen hatte er den Vorübergehenden zugewunken oder einen Gruß aus dem Fenster gerufen. Heute hatte er keine Lust.
Dani ärgerte sich über die Leute. Wenn er in ihre frohen Gesichter sah, wenn er die Weihnachtsbäume anschaute, welche die Väter für ihre Familien nach Hause schleppten, wurde er ärgerlich und neidisch. Als dann eine Schar Kinder mit ihren Schlitten an seinem Fenster vorbeizog, da war es aus mit seiner Fassung. Eine dicke Träne des Ärgers und auch des Selbstmitleids rann über sein Gesicht.

Dani: Warum ist bei mir alles so anders? Warum kann ich nicht mit ihnen spielen?

Sprecher 1: Dieses „Warum?“ hatte ihn schon oft beschäftigt, aber Grübeleien nutzten nichts. Dani war gelähmt und er wusste, dass kein Arzt ihm helfen konnte. Er wusste, dass er niemals seine Beine würde gebrauchen können.
Früher, noch vor einem Jahr, war das nicht ganz so schlimm für ihn. Da wohnte Vati noch bei ihm. Er hatte immer lustige Späße auf Lager und spielte am Abend „Mensch ärgere dich nicht“ und „Elfer raus“ mit ihm. Dabei hatte Vati meist verloren. Und in der Adventszeit, da sägten sie miteinander Figuren aus und malten sie an.
Aber nun waren seine Eltern geschieden. Er sah den Vater nur einmal im Monat, und da war dann alles anders als früher, als sie noch eine Familie waren.

Dani: (sitzt und überlegt) (Seufzer) Ach, es ist wirklich schrecklich. Die anderen Kinder können jetzt draußen rumtoben, und ich… Und dazu auch noch die Sache mit Mama und Papa, einfach schlimm! Ich sitze hier den ganzen Tag nur herum und tue gar nichts… (Pause) Jaaa, genau! Jetzt weiß ich was mir fehlt. Ich brauche einen Freund – das ist es!

Sprecher 2: Ja, da hat Dani doch wirklich eine tolle Idee bekommen, einen Freund wollte er haben. Aber wie sollte er das anstellen? Bis jetzt hatte er doch keine Freunde. Und er konnte sich doch keinen einfach so mal zu Weihnachten wünschen! Doch auch für dieses Problem fand er eine Lösung.

Dani: Genau, so mach ich es. Ich werde aus meinem Goldpapier kleine Sterne ausschneiden, und auf die weiße Rückseite etwas draufschreiben. Und dann werfe ich die Sterne aus dem Fenster, wenn ich Kinder unter meinem Fenster bemerke.

Sprecher 2: Gedacht – getan. Schnell gab er seinem Rollstuhl einen Schubs und lenkte ihn zu seinem Schreibtisch. Nach einigem Kramen zog er ein Stück Goldpapier aus seinem Fach. Daraus schnitt er zwanzig kleine Sterne. Auf die weiße Rückseite schrieb er dann: „Ich suche einen Freund! Wer will mit mir spielen und basteln? Dani Dopsa, Amselstraße 1.“ Ob das eine gute Idee war?
Dann richtete er sich entschlossen in seinem Rollstuhl auf und steuerte zurück zu seinem Fensterplatz. Jedesmal, wenn er Kinderstimmen hörte, warf er einige Sterne aus dem Fenster. Er sah auch, wie sich Kinder bückten und seine Sterne aufhoben. Ein Junge winkte zu ihm herauf. Ein anderer aber zerknüllte den Stern und warf ihn in den Schnee. Dani war es, als würden sie ihn selbst in den Schnee werfen. Keiner wollte Freundschaft mit ihm haben. Wieder stieg Hass in seinem Herzen auf. Alle freuten sich auf Weihnachten, alle schmiedeten Pläne. Nur er saß traurig da.

Dani: (sitzt zunächst niedergeschlagen, schreckt dann plötzlich auf) War da nicht eben etwas? Ach ja, die Klingel. Ist es Mutti? Ach nein, kann nicht sein; sie kommt erst nach sechs Uhr!

Sprecher 2: Mit zittriger Hand nahm er den Hörer der Sprechanlage. Würde sich gleich sein neuer Freund anmelden? Bevor Dani sich zu erkennen geben konnte, hörte er eine fröhlich Stimme aus dem Hörer.

Stefan: Ist dort Dani Dopser? Hier spricht Stefan Köhler. Mach bitte auf, ich will mit dir basteln.

Sprecher 2: Kaum hatte Dani den Knopf gedrückt, da stand Stefan mit einem Koffer schon vor ihm.

Stefan: (begeistert) Dani, ich habe eine Idee! Wir beide starten eine Weihnachtsaktion.

Dani: (erstaunt) Eine Weihnachtsaktion?

Stefan: Ja, genau. In unserer Straße gibt es so viele Leute, die einsam und traurig sind, denen machen wir eine Weihnachtsfreude.

Sprecher 2: Der gelähmte Junge schaute erstaunt auf. Er hatte noch nie daran gedacht, dass außer ihm noch jemand traurig sein könnte.

Dani: (skeptisch) Und an wen denkst du?

Stefan: (ohne zu zögern) Genau gegenüber von dir wohnt Monika, sie hat den Fuß gebrochen. In Haus Nr. 5 wohnt Oma Lüdke, die bekommt fast nie Besuch; sie ist sehr einsam. In Nr. 7 ist eine Familie neu zugezogen, die fühlen sich bestimmt noch fremd…

Sprecher 3: Stefan sprudelte richtig über. Dann fertigten sie beide eine Liste an. Zehn Leute wollten sie überraschen. Weihnachtssterne, Tannenzweige, einen Goldengel und eine Karte mit einem Vers sollten die Leute bekommen. Als der Plan fertig war schaute Dani seinen Freund fragend an.

Dani: Stefan, wie bist du auf diese Idee gekommen?

Stefan: Weil ich selber traurig und einsam war. Ich wohne noch nicht lange hier. Meine Eltern sind auch geschieden. Weil meine Mama arbeiten geht, bin ich viel alleine. Ich tat mir immer Leid und dachte, ich wäre der ärmste Junge auf der Welt.

Dani: (reißt vor Erstaunen den Mund auf während Stefan redet, dann leise) Dem geht es ja genau wie mir! Und ich dachte, ich wäre der Einzige…

Stefan: Eines Tages las ich in meiner Bibel, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um unser Freund zu sein. Ich bat ihn, dass er mir die Sünden vergibt und mich seien Liebe spüren lässt. Es ist in meiner Familie alles beim Alten geblieben – Vati kam nicht zurück, Mutter musste weiterhin arbeiten – aber Jesus gab mir Freude, als ich traurig war. Er hat mich auch daran erinnert, dass es noch mehr einsame Menschen gibt, die er froh machen will.

Sprecher 3: Dani wurde plötzlich still. Er hätte nie gedacht, dass dieser Stefan an Jesus glaubte. Er sehnte sich danach, Jesus ebenso als Freund kennen zu lernen. Als er wieder aufschaute, hielt Stefan ihm eine kleine Bibel unter die Nase. Er hatte die Weihnachtsgeschichte aufgeschlagen. Dani las die Geschichte, die er schon so oft gehört hatte. Aber diesmal war es anders. Es war, als würde während des Lesens Jesus mit ihm reden.

Stimme: „Dani, auch für dich kam ich zur Welt, auch für dich bin ich dann gestorben und für dich bin ich auch auferstanden. Ich verstehe dich, weil ich auch einmal einsam war.“

Sprecher 3: In Danis Herz zog Freude ein und er nahm sich vor, in der Adventszeit nicht an seine Sorgen zu denken, sondern an andere, die auch einsam waren. Sein zweiter Vorsatz war, in der Bibel mehr über Jesus zu lesen, weil er allein ihn froh machen konnte.

Sprecher 4:
Aus Oma Lüdkes Küchenfenster zogen verheißungsvolle Düfte. Die alte Frau wirtschaftete mit hochroten Wangen in ihrer Küche. Ab und zu blieb sie stehen und warf einen Blick aus dem Fenster, dann ging ein verschmitztes Lächeln über ihr faltiges Gesicht. Sie musste an den Vorabend denken.
(Pause)
Es hatte plötzlich Sturm geläutet. Als sie zur Tür kam…

Oma: Wer ist da? Ist denn niemand da? Seltsam. Nanu, was glitzert denn da im Licht der Lampe? O, ein kleiner Goldengel auf einem Tannenzweig mit vielen goldenen Sternen um sich herum! Wie niedlich!

Sprecher 4: Ja, so entdeckte Oma Lüdke die Weihnachtsüberraschung der beiden Freunde. Tränen traten ihr vor lauter Freude in die Augen. Es hatte jemand an sie gedacht, an sie, die alte, einsame Oma. Als sie dann im Lehnstuhl saß und die Karte las, musste sie an ihre Kindheit denken.

Oma: Ich habe vergessen, dass Jesus der Grund meiner Weihnachtsfreude ist. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass er auch für mich, eine alte, einsame Frau, in diese Welt gekommen ist.

Sprecher 4: Plötzlich zog eine große Freude in ihr Herz. Sie faltete die Hände und dankte dem Herrn Jesus, dass er auch für sie gekommen war.
Dann hatte sie eine Idee. Mit großen, zittrigen Buchstaben schrieb sie ein Plakat und heftete es an ihren Gartenzaun. Die Vorübergehenden schauten es staunend an. Einige schüttelten den Kopf, andere sagten: „Ich glaube, Oma Lüdke wird wunderlich.“ Die Leute konnten den Satz nicht verstehen. Nur einer, ein hochgewachsener Junge, schaute drauf und wusste Bescheid. Es war Stefan Köhler. Auf dem Plakat stand nämlich: „Ich suche meinen Weihnachtswichtel.“
Stefan, der ja selbst der Weihnachtswichtel war, ließ Oma Lüdke lange warten. Er musste zuerst Dani Dopsa Bescheid sagen, und dann wollte er warten, bis es schon etwas dunkel geworden war. Die Sache musste vorsichtig angepackt werden, er durfte von niemandem in der Amselstraße als Weihnachtswichtel erkannt werden.
Oma Lüdke schaute den ganzen Tag aus dem Fenster. Sie wollte schon die Hoffnung aufgeben. Endlich, kurz vor 6 Uhr, klingelte es.

Stefan: (lächelnd) Hallo, ich bin Ihr Weihnachtswichtel, aber nicht ich alleine, Dani Dopsa gehört auch dazu. Bei dem Glatteis konnte er aber nicht mitkommen.

Oma: Macht nichts, Stefan. Aber komm nur herein. Du kannst es dir nicht vorstellen, wie froh ich über euer Geschenk bin! Wie lieb von euch, dass ihr an so eine einsame, alte Frau denkt.

Stefan: Ja, wir haben uns vorgenommen, in der Adventszeit in diesem Jahr möglichst vielen Leuten eine Freude zu machen.

Oma: Das ist aber fein!

Stefan: Mh, das riecht aber lecker! Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen.

Oma: Findest du wirklich? Hier, die sind für euch.

Sprecher 4: Mit diesen Worten stellte Oma Lüdke drei große Dosen, gefüllt mit goldgelben, köstlich duftenden Weihnachtssternen vor ihn auf den Tisch. Über das alte Gesicht ging dabei ein Strahlen, und bevor Stefan etwas fragen konnte, erklärte die Frau ihr Handeln.

Oma: Ich will in euren Wichtelclub eintreten. Nimm die Sterne mit und verschenkt sie weiter. Wenn ihr noch etwas braucht oder ich irgendwie helfen kann, dann gib mir bitte Bescheid.

Sprecher 4: Mit schnellen Schritten eilte Stefan zu Dani, jetzt gab es viel Arbeit. Sie mussten ihre Liste erweitern, neue Karten schreiben; ihr Weihnachtsgeschäft lief auf Hochtouren.

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Nov 29 2008

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft, ein christliches Anspiel zu Weihnachten für 9 Personen

Autor: Auch dieses Jahr wurde es soweit. Bald war Weihnachten. In der kleinen Gemeinde liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es musste ein Krippenspiel mit den Kindern organisiert werden. Nach der Mitarbeiterbesprechung kam Vera nach Hause und sprach mit ihrem Mann Lucas.

Vera: Lucas, wir haben mit Onkel Jan und den anderen Mitarbeitern beschlossen, dass du dieses Jahr das Krippenspiel mit den Kindern einübst.

Lucas: Aber Vera, ich habe noch nie mit den Kindern gearbeitet, ich kann das nicht und außerdem hab ich wirklich nicht so viel Zeit, das weißt du doch.

Vera: Natürlich, ich weiß dass du sehr beschäftigt bist, das hab ich den anderen auch erklärt. Doch das kommt sicher daher, weil du so viele Talente hast. Du bist eben künstlerisch begabt. Und zudem, wer, wenn nicht du, sollte es sonst machen, du bist doch vom Fach, du bist Regisseur!

Lucas: Also gut… Aber wenn ich es mache, dann habe ich meine Bedingungen. Es muss viel besser werden, als in den letzten Jahren. Wir müssen es so anpacken, dass es perfekt aussieht.

Vera: Ja, sicher, sonst hätten wir dich ja nicht gefragt.

Lucas: Ich will eine gute Beleuchtung und vor allem eine gute Toninstallation, damit man auch ganz hinten im Saal versteht, was auf der Bühne gesprochen wird. Zudem müssen die Kostüme stimmen. Ich will keine Verkleidungsstücke mit alten Leintüchern. Ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Vera: Das ist genau das, was wir auch möchten. Ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Autor: So war es geschehen, dass er, Lucas Weiß, Regisseur von einem Kinderweihnachtsspiel wurde. Bei der ersten Besprechung zählte er gleich auf, was ihm alles wichtig war. Sie mussten damit rechnen, dass er alles ganz perfekt machen wollte. Er wiederholte, dass das wichtigste die Botschaft des Spiels sei. Alle waren damit einverstanden. Lucas wurde immer begeisterter. Vor allem, als er merkte, dass er ein paar ganz brauchbare Leute dabei hatte. z.B. Arnie, er war ein richtiger Tonfanatiker. Er kannte all die Tricks und Kniffe, dass man wirklich jedes Stimmchen im Saal hören würde. Er besorgte Lautsprecher und Mikrophone. Eine Sorge weniger für Lucas. Lucas wollte auch, dass die Kleidung der Kinder möglichst naturgetreu nachgemacht wurde. Eine riesige Arbeit, doch es würde sich bestimmt lohnen. Alle waren von Lucas’ Ideen begeistert. Alle, außer Onkel Jan, einem älteren Mann. Lucas fragte ihn.

Lucas: Onkel Jan, du sagst ja gar nichts. Findest du meine Vorschläge nicht gut?

Jan: Gut finde ich die eigentlich schon. Aber wir dürfen die Kinder nicht vergessen; die müssen es schließlich vorführen.

Autor: Ja, die Kinder! Als Lucas mit ihnen anfing zu proben, verlor er beinahe den Mut. 40 Jungen und Mädchen, die solch einen Lärm veranstalteten, dass man meinte, eine Revolution wäre ausgebrochen. Glücklicherweise war Onkel Jan da. Er studierte Lieder mit den Kindern ein und begleitete sie auf dem Klavier. Auf ihn hörten die Kinder, es gelang ihm ohne Mühe, die Schar zur Ruhe zu bringen. Nach einiger Zeit, mit viel Mühe, hatte Lucas die Rollen verteilt. Alle jene, die er nirgends unterbrachte, durften im Engelchor mitsingen. Doch ein Junge, der kleine Rene, sang so falsch, dass ihn Lucas zum Hirten ernennen musste. Lucas Begeisterung steckte schon bald die Kinder an. Es lag ihm viel daran, dass sie begriffen, was er von ihnen erwartete und was die Bedeutung des Spiels war. Oft wiederholte er:

Lucas: Kinder, ich möchte, dass ihr eins begreift: ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft! Wisst ihr, was ich meine? Ich will, dass ihr so singt und spielt, dass die Zuschauer verstehen, warum Herr Jesus in diese Welt gekommen ist.

Autor: Lucas bekam immer mehr Spaß beim Proben mit den Kindern. Nur ein Kind bereitete ihm Sorgen – der kleine Rene. Nicht, dass er nicht gewollt hätte, aber im entscheidenden Moment schien er überhaupt nicht bei der Sache zu sein. So war es auch dieses Mal beim Proben: der Engelchor fing leise an zu singen und eigentlich wäre der Rene jetzt dran.

Lucas: Hirte, was träumst du? Ja, du Rene. Du bist wieder zu spät mit deinem Einsatz. Was musst du jetzt sagen? Na?

Rene: Ich sage, ich sage…

Lucas: (unterbricht) Du musst nur sagen: “Schaut, es wird hell!”

Autor: Doch es war hoffnungslos. Rene schaffte es einfach nicht. Nach der Probe sagte Lucas zu Onkel Jan.

Lucas: Ich werde Rene’s Rolle einem anderen geben müssen. Wie oft haben wir schon geübt. Er schafft es einfach nicht.

Jan: Nein, tu es nicht. Rene ist halt ein Träumer. Der Text macht ihm keine Mühe, und wenn schon. Vera ist ja da, sie kann es ihm sonst vorsagen.

Lucas: Aber ich will nicht, dass das ganze Spiel nur wegen einem Jungen verdorben wird.

Jan: Ach, komm schon, das wird schon gehen. Sonst müssen die anderen einfach weitermachen. Die Botschaft wird darunter schon nicht leiden.

Autor: Lucas musste sich geschlagen geben. Onkel Jan war wirklich jedes einzelne Kind wichtig. Eine Woche vor der Aufführung wurde Rene krank. Am Tag als die Probe stattfinden sollte, sagte ihm die Mutter.

Mutter: Rene, du bleibst heute zu Hause.

Rene: Nein, Mama, ich muss unbedingt hin. Das ist wahrscheinlich die letzte Probe und bei mir hat es noch nicht richtig geklappt. Der Lucas wird bestimmt wieder schimpfen.

Mutter: Eine einzige Probe zu verpassen ist bestimmt nicht so schlimm und du bist noch nicht ganz gesund. Ich werde dich schon entschuldigen.

Autor: Was die Mutter sagte, hielt sie auch ein. Rene musste da schon gehorchen, doch er war keineswegs beruhigt. Er wusste, dass er kein guter Schauspieler war. Eigentlich war er selbst schuld daran, und doch konnte er nichts dafür. Er wusste genau, was er beim Spiel sagen musste, doch wenn Onkel Jan auf dem Klavier spielte und die Kinder so schön sangen, vergaß er alles um sich her. Ihm war, als ob er echte Engel und Hirten sähe. Dann war er in Bethlehem und dachte an den Herrn Jesus. Und dann sollte er plötzlich etwas sagen, aber so schnell konnte er sich nicht erinnern und Lucas schimpfte jedesmal. Doch jetzt nahm er sich vor:

Rene: Bei der Aufführung wird es schon klappen. Wenn alle Leute zuschauen, dann werde ich mich ganz fest zusammenreißen und aufpassen. Ich will es richtig machen, damit alle Zuschauer verstehen, weshalb der Herr Jesus auf die Welt gekommen ist. Onkel Jan hat uns davon erzählt. Jesus ist gekommen, um in den Herzen der Menschen zu wohnen, aber die meisten wollten ihn nicht empfangen. Er fand nur Platz in einem Stall. Aber ich will den Herrn Jesus aufnehmen. Onkel Jan hat gesagt, wenn man ihn liebt, soll man ihn bitten, dass er ins Herz kommt. Dann tut Jesus das auch und bleibt für immer drin. Und Lucas sagt auch immer, dass das die Botschaft vom Weihnachtsspiel ist.

Autor: Weil der Rene nicht zur Probe kam, ersetzte ihn der Lucas durch einen anderes Jungen, der den Wirt spielte und es klappte ausgezeichnet. Dann kam der Abend des Weihnachtsspiels. Lucas war noch nie so nervös gewesen und es gab noch so viel zu tun. Die Bühnenbilder waren ein großer Erfolg. Alles sah so echt aus. Fast fühlte man sich 2000 Jahre zurückversetzt, in den Straßen von Bethlehem. Arnie hatte auch nicht zu viel versprochen, die Tonqualität war ausgezeichnet. Die Mikrophone waren so gut verteilt, dass man jedes Kind, das auf der Bühne etwas sagen musste, im ganzen Saal hörte. Kurzum, alles lief planmäßig. Dann strömten die erwartungsvollen Zuschauer in den Saal. Lucas war furchtbar aufgeregt. Er hatte alle Hände voll zu tun, die Kinder zu beruhigen. Zum Glück war Onkel Jan auch da. Und dann stand plötzlich Rene vor ihm. Lucas hatte gar nicht mehr an ihn gedacht, er war froh gewesen, ihn so einfach los zu sein. Mit großen, erwartungsvollen Augen schaute Rene Lucas an.

Rene: Hallo, Lucas, ich bin wieder gesund.

Lucas: Schön, Rene, aber ich musste deine Rolle einem anderen geben.

Rene: Aber, aber… ich kann es bestimmt…

Lucas: Das geht jetzt nicht. Setz dich zu den Zuschauern, dann kannst du alles genau sehen.

Autor: Rene’s Augen füllten sich langsam mit Tränen. In diesem Moment kam der Onkel Jan und sagte leise zu Lucas.

Jan: Das kannst du nicht machen. Schau dir doch den Jungen an. Seine ganze Welt bricht zusammen, er hat sich so auf diesen Abend gefreut.

Lucas: Und wenn es nicht klappt???

Jan: Dann geht die Welt auch nicht unter. Aber ich glaube, dass Rene es bestimmt schafft!

Lucas: Also gut. Er kann mitspielen, aber nicht als Hirte.
(zu Rene gewandt) Rene, hör gut zu. Den Hirten spielt Andreas, das kann ich jetzt nicht mehr ändern. Aber du kannst seine Rolle übernehmen, den Wirt der Herberge. Wenn Josef und Maria kommen und nach einem Nachtlager fragen, brauchst du bloß den Kopf zu schütteln. Hast du verstanden? Du hast es ja in den Proben oft genug gesehen. Du musst nur im richtigen Moment den Kopf schütteln.

Autor: Rene wurde blass, doch er konnte nichts mehr erwidern, denn Lucas war schon davon gerannt. Es gab ja noch so viel zu tun. Punkt um acht Uhr hob sich der Vorhang und das Stück begann. Alles klappte prima. Seitlich der Bühne stand Lucas und beobachtete. Die Kinder spielten ausgezeichnet und die Engel sangen wunderbar. Langsam beruhigte sich Lucas. Das mühsame, wochenlange Proben hat sich gelohnt. Alles lief wie am Schnürchen. Maria und Josef kamen in Bethlehem an. Sie sahen wirklich so müde aus, als ob sie tagelang unterwegs gewesen wären. Sie klopften bei der Herberge an und der Wirt mit seiner Frau traten heraus.

Josef: Wir kommen von weit her und sind so müde, zudem bekommt meine Frau ein Baby. Haben Sie nicht einen Platz, wo wir für die Nacht bleiben können?

Autor: Wie versteinert stand Rene da, seine Augen vor Entsetzen geweitet. Er öffnete seinen Mund, als ob er etwas sagen wollte, brachte aber keinen Ton heraus. Die Spannung im Publikum stieg. „Nein“- flüsterte ihm die Vera zu, doch Rene reagierte nicht. Tränen rannten über seine Wangen, als er Maria und Josef anschaute. Dann rettete die Wirtin die Situation.

Wirtin: (laut) Nein! Wir haben kein Platz!

Autor: Sagte sie laut, packte Rene am Arm, zog ihn in die Hütte und schlug die Tür zu. Und dann hörte man herzzerbrechendes Weinen.

Rene: Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

Lucas: Oh nein, dieser Bengel! Das ganze Spiel hat er vermiest. Ich habe es gewusst. Und diese perfekte Toninstallation, jetzt hat jeder im Saal das Weinen des Jungen gehört. Meine ganze Arbeit ist umsonst…

Autor: Wütend wandte sich Lucas zu Onkel Jan, doch er brachte kein Wort mehr heraus, als er die Tränen in den Augen des alten Mannes sah. Dieser flüsterte:

Jan: Du wolltest ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft, dein Wunsch ist in Erfüllung gegangen…

Autor: Und jetzt erst bemerkte Lucas, wie still es im Saal geworden war, denn in allen Ohren klangen noch die Worte:

Rene: (mit Echo) Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

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Sep 23 2008

Ein Weihnachtsabend

Geschrieben von Christ under Liebe, Weihnachten

Ein Weihnachtsabend; ein christliches Anspiel zu Weihnachten oder zum Thema Liebe für 14 Personen

Erzähler: Rauschend fuhr der Wind durch die kalten Bäume. Hier und dort brach ein Zweig ab und trieb die trockenen Blätter, die den Boden bedeckten, vor sich her. Die Tannen standen glitzernd mit weißem Schnee geschmückt in der Dunkelheit. Im Försterhaus saß der Förster in seinem Lieblingssessel und schaute seiner Gattin zu, die gerade dabei war, den Weihnachtstisch herzurichten.

Mit ihrem nicht mehr jungen aber doch noch blühenden Gesicht, den blauen Augen und dem weißen Häubchen auf dem dunklen Haar, vermittelte sie eine Atmosphäre des Friedens und der Geborgenheit. Aus der Stille heraus richtete er plötzlich das Wort an sie.

Förster: Hab ich dir je gesagt, Malwine, dass keiner außer dir es so gut versteht, das Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem zu machen?
Wenn ich dir so zusehe, habe ich das Gefühl ein kleiner Junge zu sein, der die Geschenke gar nicht abwarten kann. Kannst du dir vorstellen, dass ich mich mit meinen sechzig Jahren immer noch wie ein Kind auf Weihnachten freue?
Ich glaube, wenn du nicht wärest, dann wäre das nicht so. Du denkst immer Tag und Nacht darüber nach, wie du mich überraschen kannst. Jetzt bin ich schon wieder unwahrscheinlich neugierig, was du dir diesmal für mich Neues ausgedacht hast.

Frau: Ach Gerhard, erwarte nur nicht zu viel, sonst ist die Enttäuschung nachher umso größer.

Förster: Du hast mich noch nie enttäuscht, Malwine. Das wirst du auch sicher diesmal nicht. Ach, warum vergeht die Zeit nur so langsam. Wenn Bruno mit dem Sieben-Uhr-Zug kommt, müsste er jetzt gerade aussteigen. Findest du es nicht auch eigenartig, dass er so lange nicht geschrieben hat?

Frau: Du weißt doch, dass er noch nie ein eifriger Briefschreiber war. Trotzdem werde ich auch langsam ungeduldig… Wenn er doch nur schon hier wäre…

Förster: Ich kann es kaum erwarten, das wir zusammen unter dem Weihnachtsbaum stehen. Das sind dann immer ganz gesegnete Augenblicke. Ich meine dann manchmal, im Himmel und nicht auf Erden zu sein.

Frau: Aber das allerschönste ist doch immer, wenn wir zusammen zum Gottesdienst gehen, der Weihnachtsbotschaft lauschen und daran denken, was der Herr Jesus für mich getan hat, als er seinen Vater verlassen hat und als Mensch zu uns auf die Erde kam.

Förster: Sicher, du hast recht. Das ist der einzige Grund unserer Freude. Wenn Jesus das nicht getan hätte und unsere Sünden nicht vergeben hätte, wären wir auf ewig verloren. So aber können wir uns auf ein ewiges Leben bei unserem Herrn freuen.

Elsa: Entschuldigungen sie die Störung, aber der Andrej steht hier draußen. Er möchte mit dem Förster sprechen.

1 Erzähler: Mit diesen Worten ließ die Magd einen jungen Mann in zerrissenen Kleidern herein. Aus dem bleichen Gesicht, das von einem struppigen Bart umrahmt war, blickten zwei dunkle Augen. Hilflos und flehend sah er sich um, senkte dann aber seine Augen zu Boden, weil er dem durchdringenden Blick des Försters nicht standhalten konnte.

Förster: Nun, Andrej, was willst du von mir?

Andrej: Ach, Herr Förster, ich bin nun endlich entlassen, aber ich kann keine Arbeitsstelle mehr bekommen. Keiner ist bereit mich einzustellen und da … Sie waren immer so gut zu mir und da dachte ich, sie würden es vielleicht noch mal mit mir versuchen.

Förster: Aber sag mal, was denkst du dir eigentlich? Glaubst du wirklich ich würde einen entlassenen Sträfling wieder in meinen Dienst nehmen? Wenn auch nur noch ein Funken Anstand und Scham in dir wäre, so hättest du es nicht gewagt meine Schwelle zu betreten!

Andrej: Sie haben das Recht so über mich zu sprechen… aber im Gefängnis habe ich den Herrn Jesus kennengelernt. Mit seiner Hilfe habe ich mir fest vorgenommen ein neues Leben zu beginnen. Ich wäre auch sicher nicht zu ihnen gekommen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass auch sie den Heiland kennen und lieben.

Förster: So, du willst also ein neues Leben beginnen? Das freut mich natürlich, aber du kannst nicht von mir erwarten, dass ich dich wieder aufnehme. Du musst dir schon eine andere Beschäftigung suchen.

Andrej: Wollen sie mich wirklich abweisen? Was soll ich denn dann machen? Was soll aus mir werden?

Förster: Das hättest du dir vorher überlegen können.

Andrej: Dann geh ich wieder. Frohe Weihnachten!

Elsa: So, den sind wir los. Das hat er auch verdient. Meine Herrschaft ist ja sonst für alle Armen und Kranken da, aber diesen Verbrecher wieder aufnehmen? … Nein das wäre dann doch zu viel verlangt. Was sollen dann auch die Leute von uns denken?

Frau: Gerhard!? Wie konntest du nur so etwas tun?

Förster: Was hätte ich denn tun sollen, Malwine?

Frau: Du hättest anders handeln können… Du hättest ihn wieder aufnehmen sollen. Denk doch daran, was der Herr Jesus für uns getan hat. Es ist fast so, als ob er selbst vor einem steht und sagt: “Für dich gelitten, für dich gestorben, für dich tat ich das alles und was hast du für mich getan?“
Dann wünsche ich mir nichts mehr, als auch etwas für Ihn tun zu können. Gerhard, glaub mir, wir können unsere Dankbarkeit nicht besser beweisen, als wenn wir gerade denen Gutes tun, die auch den Herrn Jesus im Herzen haben, besonders in solchen Notsituationen.
Denn was wir den Ärmsten tun, ist genauso, als hätten wir es Ihm getan.

Förster: Ich bitte dich, verschone mich mit deinen Schwärmereien. Du würdest im ganzen Dorf keinen finden, der einen untreuen Gehilfen wieder in seinen Dienst nehmen würde.

Frau: Aber ein Christ sollte es trotzdem tun.

Förster: Nein, auch ein Christ nicht. Das ist doch alles Theorie. Schau mal, ich bin sicher, das wir so viel Gutes tun wie nur irgendwie in unseren Kräften steht, aber was zu viel ist, ist zu viel. Kann ich denn sicher sein, das der Andrej sich ernsthaft bessern will? Stell dir nur vor, er würde bald wieder rückfällig werden… das Risiko gehe ich nicht ein. Und außerdem ist es nicht meine Angelegenheit, mich um ihn zu kümmern.

Frau: Also, wirklich Gerhard, du…

Förster: Schweig, ich will kein Wort mehr hören, oder willst du mir noch die ganze Weihnachtsfreude nehmen?

Frau: Nein, das will ich natürlich nicht. Ich wollte doch nur, dass wir das Weihnachtsfest richtig genießen können. Aber können wir das denn, nachdem wir den Andrej so abgewiesen haben?

Förster: Hör auf, das Thema ist für mich erledigt!

2 Erzähler: Nachdem Andrej eine kurze Strecke des Weges zurückgelegt hatte schienen seine Füße ihn nicht mehr tragen zu wollen. Er lehnte an einen Baumstamm und schloss völlig erschöpft seine Augen. Es war wohl eine momentane Schwäche, die ihn überwältigte, und er machte auch keinen Versuch dagegen anzukämpfen. Wozu auch? Was half es, wenn er sich aufraffte und weiterschleppte – er wusste ja nicht einmal wohin. Wer würde ihn aufnehmen oder ihm Arbeit geben? Würde er nicht überall abgewiesen werden? War er nicht ein Verachteter, mit dem kein Mensch etwas zu tun haben wollte? Sie hatten ja auch allen Grund, ihm zu misstrauen. Das Vertrauen, das man in ihn gesetzt hatte er völlig missgebraucht.

Als er im Dienst des Försters stand, hat er es wirklich gut gehabt. Aber er geriet auf Abwege und das ging so weit, das man ihn eines Tages ins Gefängnis steckte. Zuerst war er wütend auf die Gesellschaft und meinte sich im Recht, doch nach und nach kam er dann doch zu der Einsicht, dass er eigentlich nichts anders verdient hatte. Ja, es kam sogar so weit, dass er dort in der Zelle unter Tränen erkannte, eigentlich gegen Gott gehandelt zu haben. Als er der Verzweiflung nahe war, erzählte ihm der Gefängniswächter von dem, der für die Sünden der Menschen gestorben ist. An diese Hoffnung klammerte er sich wie ein Ertrinkender und fand dann endlich bei Jesus Vergebung und inneren Frieden. Das war nun noch gar nicht so lange her. Nun hatte er seine Strafe abgebüßt und es war an der Zeit, sich eine Beschäftigung zu suchen. Zuversichtlich verließ er an jenem Morgen das Gefängnis und begann nach Arbeit zu suchen. Aber immer bekam er dieselbe Antwort. Entmutigt fasste er dann eines Nachts den Entschluss sich bittend an seinen früheren Herrn zu wenden. Nun war auch dieser Gang vergeblich gewesen.

Was sollte nun werden? Es dämmerte schon und vom Dorf tönten die Glocken herüber, die das Weihnachtsfest ankündigten.

Andrej: Ich habe kein Geld, um mir eine Unterkunft für die Nacht zu besorgen, geschweige denn für etwas zu Essen, damit ich nach den Feiertagen mit neuer Kraft versuchen kann Arbeit zu finden. Was wird nur, wenn ich wieder keine finde? Werde ich nicht wieder in mein altes Leben zurückkehren? Wozu eigentlich die quälenden Sorgen um mein weiteres Leben? … Ich könnte meinem Leben ja ein Ende machen… dann wäre endlich alles vorbei.

2 Erzähler: Als habe ihn einer einen Schlag ins Gesicht gegeben, hörte er es plötzlich wie eine Stimme, die ihm zurief

Stimme: Ist das sie Besserung, die du deinem Heiland und dir selbst versprochen hast? Jesus wird dir helfen, vertraue doch auf Ihn. Sei getrost. Er gibt dir nur so viele Lasten, wie du tragen kannst. Er hat dir deine Schuld vergeben und dir ewiges Leben geschenkt!

3 Erzähler: Und wie damals, als er zum ersten Mal die ganze Größe seiner Schuld erkannte, verbarg er auch jetzt sein Gesicht in den Händen und heiße Tränen rollten zwischen seinen bebenden Fingern hervor.

Stimme: So hat nun niemand ein Recht, jene zu verdammen, die in Christo Jesu sind.

3 Erzähler: So flüsterte es, als käme es aus den Tannen … oder riefen es ihm die Glocken zu, die aus dem Dorf an sein Ohr drangen? Es waren Weihnachtsklänge, die er hörte und in sein Herz drangen.

Stimme: Der Heiland ist geboren, gerade für dich, der du um deine Sünden weinst.

3 Erzähler: Da richtete Andrej sich auf und betete:

Andrej: Jesus, an dich will ich mich halten und wenn es noch so dunkel um mich ist. Wenn Du nur bei mir bist, dann habe ich den besten Freund, den man nur haben kann.

3 Erzähler: Nun machte er Anstalten, weiter zu gehen. Doch er kam nur einige Schritte weit. Dann sank er kraftlos vor Erschöpfung der durchstandenen Kämpfe zusammen um erneut bitterlich zu weinen.

Der Förster hatte zu dieser Zeit den Vorfall mit Andrej schon längst vergessen. Das baldige Wiedersehen mit seinem Sohn nahm all seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Bruno war der ganze Stolz seiner Eltern. Er arbeitete als Bauführer in einer entfernten Stadt, doch zum Weihnachtsfest hatte er es sich noch nie nehmen lassen nach Hause zu fahren. So war er auch diesmal auf dem Weg zu seinen Eltern.

Im Försterhaus war die Mutter dabei, den Tisch zu decken, während ihr Gatte ungeduldig im Zimmer auf und ab wanderte, immer wieder auf die Uhr sah und dann und wann durchs Fenster auf die dunkle Straße blickte. Plötzlich bellten die Hunde und gleichzeitig hörte man, wie ein Wagen vor dem Hause hielt.

Förster: Er kommt! Aber warum kommt er denn mit dem Auto? Er geht doch sonst immer zu Fuß vom Dorf hier her. Hoffentlich ihm nichts passiert.

Frau: Nun geh schon hinaus und sieh nach.
Bruno, das du endlich da bist? Aber was ist geschehen, bist du krank?

Bruno: Ja, ich freue mich auch, dass ich endlich da bin. Aber keine Sorge, Mutter, ich war zwar schwer krank, aber jetzt bin ich wieder gesund. Ich bin nur noch etwas schwach.

Förster: Erzähl doch nichts, Bruno. Warum ist denn dein Arm in der Schlinge? Und was bedeutet das Pflaster auf deiner Stirn? Du warst doch nicht nur krank, da steckt doch etwas anderes hinter.

Bruno: Ich bin gefallen, Vater. Aber erst muss ich mich mal ausruhen und dann erzähle ich euch alles.

4 Erzähler: Er setzte sich an den Tisch und während die Mutter sich um sein Wohl bemühte, versuchte der Vater aus den Zügen seines Sohnes eine Antwort auf seine Fragen zu lesen.

Bruno: So, jetzt geht es mir besser. Wenn ich nur wüsste, wo ich anfangen soll zu erzählen. Es ist so viel, was ich erlebt habe.

Frau: Warum hast du uns nichts geschrieben?

Bruno: Zuerst konnte ich nicht und später wollte ich euch nicht unnötig beunruhigen.

Frau: Aber ich wäre doch sofort zu dir gekommen und hätte dich gepflegt.

Bruno: Ach Mutter, ich bin so gut gepflegt worden, wie du es auch nicht hättest besser gekonnt.

Frau: Wieso, warst du denn im Krankenhaus?

Bruno: Nein, aber ich glaube, ich werde mal von vorne beginnen zu erzählen.
Also, vor einiger Zeit habe ich den Auftrag bekommen, eine baufällige Rückseite einer Villa vor der Stadt abzureißen und wieder aufzubauen, wenn man sie nicht anders ausbessern hätte können. Um das festzustellen, ging ich auf den Balkon, der sich auf der fraglichen Seite des Hauses befand. Kaum hatte ich ihn betrete, fiel die ganze Mauer zusammen. Ehe ich überhaupt begriff, was geschehen war, lag ich schon unten. Ich verspürte einen heftigen Schmerz am Arm und aus einer Wunde am Kopf blutete es stark. Wie aus weiter Ferne hörte ich Stimmen vom Besitzer des Hauses.

Hausbesitzer: Ach du liebe Zeit, dass das passieren musste. Ist er verletzt? Was sollen wir nun mit ihm machen? Wo lassen wir ihn? Irgendwo müssen wir ihn ja hinbringen. Aber in mein Haus kommt er nicht, so blutig und schmutzig wie er ist.

Nachbar: Ich glaube, wir sollten einen Arzt rufen.

Frau des Nachbarn: Ja, der soll ihn ins Krankenhaus bringen, das gehört er auch hin. Wir können jetzt sowieso nicht viel helfen.

Nachbar: Aber ich fürchte, er würde den Transport nicht ertragen.

Bruno: Und so lag ich da, hörte das Gespräch und konnte mich selbst aber nicht äußern. Plötzlich rief dann eine Stimme: „Bringt ihn in mein Haus“

Förster: Das war wohl ein Freund von dir?

Bruno: Nein, das war ein ganz unbekannter Mann. Was dann weiter geschehen ist, weiß ich nicht mehr. Ich verlor das Bewusstsein und als ich wieder aufwachte, lag ich in einem fremden Bett. Neben mir stand eine alte Frau mit einem genauso lieben Gesicht, wie deins, Mutter. Dann kam auch ein alter Mann herein. Er war auch sehr freundlich und sagte: „Gott sei Dank, jetzt ist das Schlimmste überstanden.“ Sein Gesicht strahlte vor Freude.

Dann fragte ich, wo ich sei und wer sie wären und warum sie mich so aufgenommen hätten, das könne ich ihnen nie wieder gut machen.

Daraufhin sagte mir der Mann ich sollte mich nicht aufregen. Er setzte sich an mein Bett und erzählte mir, dass sie Leute seien, die die Liebe Gottes an sich selbst erfahren hätten und nun auch etwas für ihren Herrn tun wollen. Jetzt hätten sie Gelegenheit dazu gehabt, indem sie mir helfen würden, wie es nur in ihren Kräften stand. So sah ich dann täglich, wie diese lieben Leute für Gott leben. Sie haben so für mich gesorgt als wäre ich ihr eigener Sohn.

Förster: Erstaunlich, wenn man bedenkt, das diese Leute dich ja gar nicht gekannt haben. Sie wussten ja nicht, ob du es verdient hast, so umsorgt zu werden.

Bruno: Danach haben sie gar nicht gefragt. Sie taten es für den Herrn, so sehr liebten sie Ihn.

4 Erzähler: Es war auf einmal ganz still im Zimmer geworden. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach. In Mutter und Sohn breitete sich ein heißes Gefühl der Dankbarkeit aus, doch der Vater spürte gleichzeitig Beschämung und Reue. Hätte er wohl einen Fremden auch so aufgenommen und gepflegt, wie dieses Ehepaar es getan hatte? Hatte er überhaupt schon jemals daran gedacht, den Herrn auch durch die Tat lieben und nicht nur mit Worten. Natürlich tat er ab und zu Gutes an Bedürftigen, aber was war das schon? Sobald er sich persönlich einschränken musste, zog er sich zurück. Er hatte den Herrn nie genauso wiedergeliebt wie er geliebt wurde.
Dann sah der Förster Andrej vor seinen Augen. Er erinnerte sich an dessen flehentlichen Blick und seine bescheidene Bitte. Wie hat er sie nur so abschlagen können und das auch noch gerade heute, wo Gott ihm die ganze Fülle seiner Liebe hat erfahren lassen. Es war so, als stünde nun Jesus selbst vor ihm und fragte: „Konntest du wirklich an einem Armen so grausam handeln, obwohl ich für ihn genauso in die Welt gekommen bin und seine Schuld vergeben habe? Was bist du Besseres als er? Musstest du dich seiner nicht schon um meinetwillen annehmen?

4 Erzähler: Dann sagte Bruno in die Stille hinein

Bruno: Wollen wir nicht jetzt den Baum schmücken?

Förster: Ihr müsst mich entschuldigen, aber ich habe erst noch etwas anderes zu erledigen.

4 Erzähler: In den Augen der Mutter leuchtete es verständnisvoll auf und dann steckte sie langsam die ersten Kerzen an. Als sie damit fertig war, kehrte der Förster zurück in Begleitung seines früheren Gehilfen Andrej. Er hatte ihn erst im Dorf vermutet und wollte ihn dort suchen, aber dann fand er ihn schon am Eingang des Waldes. Mit wenig Mühe gelang es ihm, den Schlafenden zu wecken und mit sich nach Hause zu führen.

Förster: Ich bringe noch einen Gast mit. Nun können wir Weihnachten feiern. Wir wollen nicht nur mit Worten danken, sondern auch mit der Tat.

4 Erzähler: Zwar haben Försters schon oft das Weihnachtsfest glücklich gefeiert, aber so glücklich wie diesmal sind sie noch nie gewesen.

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