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Jan 18 2008

Er lebt!

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Er lebt, ein christliches Anspiel zu Ostern für 7 Personen

(stehen, unterhalten sich)
Tom: Greg, mein Junge! Wie geht’s? Alles in Ordnung? Du wirkst etwas durcheinander.

Greg: Hallo, Tom. Sieht man mir das an, ja? Durcheinander? Ein bisschen schon. Du hast mich da auch in einen Fall hineinbugsiert, Mensch.

Tom: Sag bloß?! Das begreife ich nicht ganz. So eine geheimnisvoll eingepackte Auferstehungsgeschichte passt doch genau zu deinen Lieblingsarbeiten. Okay, ich gebe zu, es war bestimmt stressig, das Material innerhalb einer Woche zusammenzubekommen, aber…

Greg: Ach nein, es war nicht der Stress. Den bin ich in diesem Sender gewohnt. Den brauche ich schon fast wie das tägliche Brot.

Tom: Oder gab es Ärger mit einigen Leuten? Greg, wenn es da etwas gibt, was ich für dich tun kann, sag es mir. Ich werde doch meinen besten Mann nicht hängen lassen.

Greg: Danke Tom, das weiß ich. Darum geht es auch gar nicht. Es ist der Fall selbst, weißt du? Ich war eine ganze Woche lang auf der Suche nach einer Spur. Ich kam stärker in die Sache rein, als ursprünglich vorgesehen. Und ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die ganz eng mit dem Erm… mit dem Hingerichteten verbunden waren. Und das was sie sagten… ich meine… ich…

Tom: Ganz ruhig jetzt. Ich wusste gar nicht, dass dir etwas so an die Nieren geht. Du findest ihn sympathisch, diesen Jesus von Nazareth, stimmt’s?

Greg: Das ist keine Frage, Tom. Der Nazarener war kein Verbrecher. Es ist ein Verbrechen, dass sie ihn getötet haben. Das hätte nie geschehen dürfen. Aber das ist nicht alles. Tom, als du mich vor einer Woche um vier in der Nacht aus dem Bett geklingelt hast, sagtest du: “Greg, hör zu! Ich hab da einen interessanten Fall für dich. In Jerusalem geht das Gerücht um, der Jesus sei von den Toten auferstanden. Geh hin, hör dich mal um und mach eine interessante Geschichte daraus.” Aber du hast niemals wirklich daran geglaubt, dass es wahr sein könnte. Dass Jesus tatsächlich Gott war und den Tod besiegt hat? Was, wenn es wahr ist?

Tom: Hör mir gut zu, Junge. Du machst jetzt diese Sendung. Und dann nimmst du dir eine Woche frei. Was meinst du?

Greg: Das wird nicht helfen. Ich…

Tom: Wir reden später darüber. Du musst auf deinen Posten.

(Greg setzt sich an den Tisch)

Ansager: Guten Abend, liebe Zuschauer. Sicher gehören auch sie zu den Menschen, die begierig darauf sind zu erfahren, was an dem seit Tagen in Jerusalem kreisenden Gerücht dran ist, der Jesus von Nazareth sei wieder lebend gesehen worden. (Pilatus setzt sich an den Tisch) Unser Korrespondent in Jerusalem sprach noch am Abend des angeblichen Auferstehungstages mit dem Stadthalter und Obersten Gerichtshof, Ihrer Exzellenz Pilatus. Schauen wir uns das einmal an.

Greg: Ihre Exzellenz, was können sie uns zu der Krise sagen, in der ihre Regierung sich zurzeit befindet?

Pilatus: Ich will zunächst einmal klarstellen, dass es sich hierbei keineswegs um eine Krise handelt.

Greg: Keine Krise? Aber was ist mit den vielen Gerüchten?

Pilatus: Das ist nun einmal Jerusalem. Für diese Menschen sind Gerüchte wie Fleisch und Brot. Und wenn man hier so lange gelebt hat wie ich, zerbricht man sich darüber nicht weiter den Kopf.

Greg: Und wie beurteilen sie den Zwischenfall, der sich heute Morgen am Grab ereignete?

Pilatus: Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz.

Greg: Ich meine das Erdbeben. Es heißt, es soll sich um ein schweres Beben gehandelt haben. Sogar das Grab soll dadurch aufgesprengt worden sein.

Pilatus: Tatsächlich? Das ist unangenehm.

Greg: Möchten sie vielleicht zum Verhalten der Grabwache Stellung nehmen?

Pilatus: Es war… misslich. Natürlich waren es nicht unsere Männer. Sie waren sehr unerfahren… gerieten in Panik und so.

Greg: Eure Exzellenz, war es denn überhaupt nötig, eine Wache aufzustellen – für einen toten Mann?

Pilatus: Das zu beantworten wird schwierig. Es handelt sich um eine religiöse Angelegenheit.

Greg: Inwiefern kommt hier Religion ins Spiel? Ich denke, Jesus sei ein politischer Gefangener gewesen und wegen Hochverrats hingerichtet worden?

Pilatus: So war es auch. Er gab sich für den König der Juden aus. Dadurch wurde er zur unmittelbaren Bedrohung für die Staatssicherheit. Ich gab ihm jede Art von Hilfe, um ihm die Möglichkeit zur Rechtfertigung zu geben. Ich tat mehr, als zulässig war. Aber es hatte alles keinen Zweck. Er beharrte darauf, ein König zu sein und verbaute sich damit jeden Ausweg. Mir blieb schließlich gar keine andere Wahl, als den Hinrichtungsbefehl zu unterzeichnen.

Greg: Und wo bleibt da die religiöse Angelegenheit?

Pilatus: Nun, er behauptete nicht nur König zu sein, sondern… sondern auch Gott. Und aus diesem Grund wurde auch die Grabwache aufgestellt.

Greg: Entschuldigen sie, aber das verstehe ich nicht ganz.

Pilatus: Der Hohepriester bestand darauf. Sehen sie, wenn man einen Menschen tötet, na schön. Aber wenn man Gott tötet, sieht die Sache etwas anders aus. Man muss gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wer garantiert einem, dass er auch tot bleibt? Am besten man lässt sein Grab bewachen.

Greg: Und erstickt so jedes Gerücht über eine Auferstehung im Keim?

Pilatus: Genau.

Greg: Euer Exzellenz, welchen Eindruck hat Jesus auf sie persönlich gemacht?

Pilatus: Er tat mir leid. Etwas an ihm befremdete mich. Er schien so von allem losgelöst zu sein.

Greg: Nun, sicherlich hatte er Angst.

Pilatus: Nein.- Nein, im Gegenteil. Wenn er mich so ansah, bekam ich das Gefühl, dass er bedauerte.

Greg: Was denn, seine Straftaten?

Pilatus: Nein, mich. Es war völlig absurd. Er schien überhaupt nicht zu begreifen, dass er sich in meiner Hand befand. Mir blieb keine andere Wahl. Überhaupt keine andere Wahl. Ich habe alles für ihn getan, was in meiner Macht stand. Es ist nicht leicht, einen Menschen zum Tod zu verurteilen.

Greg: Aber manchmal lässt sich das eben nicht umgehen?

Pilatus: Das Wohl des Staates steht obenan! Koste es was es wolle.

Greg: Die Ordnung ist also wieder hergestellt?

Pilatus: Oh ja. Das lässt sich wohl mit einiger Bestimmtheit behaupten. Und diese Gerüchte zählen nicht. Nur Tatsachen. Und der Tod Jesu von Nazareth ist eine Tatsache.

Greg: Sie meinen, der Fall ist damit abgeschlossen?

Pilatus: Ja, das meine ich.

Greg: Herzlichen Dank für das Gespräch, Euer Exzellenz. Herzlichen Dank für ihr Entgegenkommen.
(Pilatus geht, während Ansager spricht, setzt sich Simon Levi)

Ansager: Um Licht in das Dunkel dieser eigenartigen Vorgänge zu bringen, haben wir heute Abend einen besonderen Gast in unserem Studio in Jerusalem.

Greg: Rabbi Simon Levi, glauben sie wirklich, dass Jesus von Nazareth eine gerechte Verhandlung bekam?

Simon: Nach bestem Wissen und Gewissen, zweifellos. Die Beweise wurden geprüft. Und es gab viele Zeugen, die gegen ihn aussagten.

Greg: Und ihre Aussagen stimmten überein?

Simon: Im Wesentlichen. Ja.

Greg: Und unter all den Zeugen gab es nicht einen einzigen, der für ihn aussagte?

Simon: Das stimmt. Es…

Greg: Ein bisschen ungewöhnlich, Rabbi, finden sie nicht?

Simon: Es bedurfte keiner Zeugen. Er überführte sich selbst.

Greg: Sie meinen, er legte ein Geständnis ab?

Simon: Es war mehr als ein Geständnis. Es war ein Bekenntnis. Er sagte sehr wenig. Aber was er sagte, war verdammenswert.

Greg: Und sie stimmten dem Urteilsspruch also zu?

Simon: Der Urteilsspruch wurde von allen Mitgliedern gefällt.

Greg: Gab es jemanden, der sich der Stimme enthielt?

Simon: Sie haben kein Recht zu dieser Frage.

Greg: Waren sie es vielleicht, Rabbi? Haben sie sich geweigert, seinen Tod zu fordern?

Simon: Ja, ich habe mich geweigert.

Greg: Er war doch der Gotteslästerung angeklagt, nicht wahr?

Simon: Er behauptete Gottes Sohn zu sein. Deswegen stand es auch nicht in unserer Macht, ihn zu retten.

Greg: Wollten sie ihn denn retten?

Simon: Ja.

Greg: Besitzt Gott denn einen Sohn?

Simon: Ja, das glauben wir. Wir nennen ihn “Er, der da kommen wird”.

Greg: Der Messias?

Simon: Das ist sein Name.

Greg: Und worin liegt der Zweck seines Kommens?

Simon: Uns das Leben zu bringen.

Greg: Das Leben? Aber wir haben das Leben doch schon längst.

Simon: Nein, wir haben nur die Illusion des Lebens. Eine Handvoll Jahre zwischen Geburt und Tod. Der Prophet Jesaja hat vom Sohn Gottes geweissagt. Er beschrieb ihn so: “Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn, und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, auf dass er Licht bringe unter die Völker, dass er die Augen öffne den Blinden, dass er aus dem Gefängnis führe die Gefangenen und die da sitzen in der Finsternis aus dem Kerker!

Greg: Natürlich bin ich in keiner Weise kompetent, zu ihrem Glauben Stellung zu nehmen. Aber die Beschreibung, die sie gerade vom Messias abgegeben haben, ist doch durchaus auf den Jesus von Nazareth anzuwenden. Sie sagten, er würde den Blinden die Augen öffnen. Soweit ich weiß, hat Jesus das einige Male getan.

Simon: Es hat vor ihm Menschen gegeben, die die Gabe hatten andere von ihren Gebrechen zu heilen. Und doch war keiner von ihnen der eine auf den wir warten.

Greg: Auch er nicht?

Simon: Nein. Er war wohl in mancher Hinsicht eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Und eine Zeitlang wagten einige von uns zu hoffen, dass sich vielleicht in ihm die Hoffnung unseres Volkes erfüllen werde. Aber wir irrten uns.

Greg: Rabbi, wie kommen sie zu dieser so überaus festen Überzeugung?

Simon: Weil er tot ist.

Greg: Tot ist oder tot war?

Simon: Der Messias kann nicht sterben. Der Messias ist Sieger über den Tod und Schöpfer des Lebens.

Greg: Ich verstehe. Vielen herzlichen Dank, Rabbi.

(Simon Levi geht, Zachäus setzt sich, während Ansager spricht)

Ansager: Nachdem wir nun zwei Stellungnahmen von offizieller Seite gehört haben, wollen wir nun einen Mann aus dem Volk hören, der den Nazarener hautnah miterlebt hat. Unser Korrespondent sprach mit einem Steuereintreiber in Jericho. Er traf ihn mitten beim Umzug in seiner großen Villa an.

Greg: Herr Zachäus, stimmt es, dass sie Jesus von Nazareth begegnet sind?

Zachäus: Ja, das stimmt.

Greg: Sie gehören zu seinen Anhängern, nicht war?

Zachäus: In gewisser Weise kann man das wohl sagen.

Greg: Heißt das, dass sie an ihn glauben?

Zachäus: Das heißt es.

Greg: Als Sohn Gottes?

Zachäus: Gewiss.

Greg: Warum? Warum glauben sie an ihn?

Zachäus: Er hat mich frei gemacht.

Greg: Frei!? Wovon?

Zachäus: Von mir selbst. Er vergab mir. Sah mich auf der Straße und blickte nicht weg wie die anderen. Er verzieh mir einfach das, was ich war. Ich war auf einen Baum geklettert. Aus Neugier. Hatte viel von ihm gehört. Wollte sehen, wie er aussah. Es ließ mich aber keiner durch. War auch nicht zu erwarten. Bin nicht besonders beliebt hier. Habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Leute jahrelang betrogen habe. War sogar stolz darauf. Wie gesagt, ich kletterte also auf diesen Baum. Und gerade noch rechtzeitig, denn schon ging er unter mir vorbei. War ein ganz schön lautes Getöse. Ihm jubelten sie zu. Mich pfiffen sie aus. Und er guckte hoch, um zu sehen, wen sie da in der Mache hatten. Und er sagte: “Nun Zachäus, willst du mich nicht zum Abendessen einladen?” Und wissen sie was? Das war das erste mal seit über vierzig Jahren, dass einer ein nettes Wort an mich richtete. Und dann saß er zusammen mit mir am Tisch. Er aß mein Brot und gab mir Liebe. Wenn man einen Menschen richtig kennen lernen möchte, dann nur so. Sich hinsetzen und mit ihm essen. Und genau das tat er. Das war nicht mehr Gott im Tempel, der sich hinter einem Vorhang befindet. Als er kam, war Gott in meinem Haus, er wurde zu einem von uns, wie es nur ein Freund kann.

Greg: Herr Zachäus, was werden sie denn jetzt mit dieser neuen Freiheit anfangen?

Zachäus: Ich werde leben!

Greg: Soweit ich sehe, geben sie gerade ihr Haus hier in Jericho auf?

Zachäus: Stimmt.

Greg: Sie geben es buchstäblich weg?

Zachäus: Ja.

Greg: Auch die Möbel?

Zachäus: Möbel, Bankkonto, alles. Das brauche ich nicht mehr. Das war ich einmal, verstehen sie? Das hatte ich mir alles aufgebaut, um mir ein gewisses Ansehen zu verschaffen. Aber jetzt brauche ich weder Haus noch Geld, um irgendwer zu sein. Ich bin auch so wer. Und ich bin frei. Völlig frei. Und das ist mehr als ich brauche.

Greg: Und wohin wollen sie?

Zachäus: Nach Galiläa, um ihn wieder zu sehen.

Greg: Jesus von Nazareth?

Zachäus: Ganz recht.

Greg: Und danach?

Zachäus: Weiß ich nicht. Aber er weiß es am besten.

Greg: Diese Geschichte, dass Jesus wieder am Leben sein soll. Glauben sie das wirklich?

Zachäus: Natürlich ist er am Leben. Da gibt es keinen Zweifel, nicht den geringsten.

Greg: Haben sie ihn inzwischen zu Gesicht bekommen?

Zachäus: Noch nicht.

Greg: Es ist also nichts weiter als ein Gerücht.

Zachäus: Glauben sie etwa, ich würde all das hier aufgeben wegen eines bloßen Gerüchtes?
(Zachäus geht, Maria setzt sich an den Tisch)

Ansager: Für sie, liebe Zuschauer, haben wir nicht nur Gerüchte. Im nächsten Interview berichtet eine Augenzeugin, die in ganz Jerusalem bekannte Frau Maria Magdalena, von dem, was sie gesehen und gehört hat. Die Aufnahmen wurden einen Tag nach dem so genannten Auferstehungstag gemacht.

Greg: Uns liegt daran, der Wahrheit über Jesus von Nazareth nahe zu kommen. Sie haben ihn gut gekannt?

Maria: Ja. Wundert sie das?

Greg: Ein wenig schon. Ich meine, sie sind… ihre Vergangenheit…

Maria: Ich weiß. Ich bin jemand, der sein Leben ruiniert hat. Und er ist Gott.

Greg: Ist er das denn? Darum geht es doch erst einmal.

Maria: Natürlich. Er ist Gott. Der Auserwählte. Das Leben der Welt.

Greg: Leben? Wir sprechen hier von einem Toten, denke ich.

Maria: Ich nicht. Er war tot, dass ist richtig. Aber jetzt lebt er.

Greg: Wie kommen sie dazu, so sicher zu sein?

Maria: Ich habe ihn gesehen.

Greg: Ich fürchte, das ist zu hoch für mich. Wie wäre es, wenn sie uns etwas berichten von Jesus? Wie er war. War er glücklich?

Maria: Glücklich? Nein. Jedenfalls nicht so, wie wir das Wort verstehen. Wir sind gefangen in einer Welt, die viel zu groß ist, als das wir damit klarkommen könnten. Wir sind Dingen ausgeliefert, die wir nicht beherrschen können. Deshalb versuchen wir uns an das festzuklammern, was wir Glück nennen. Aber wir schaffen es nicht. Ein Wort kann es zerstören, ein Brief. Ein Anruf oder ein Unfall, in den ein Freund verwickelt ist. Glück kommt nicht oft zu uns. Und wenn doch, können wir trotzdem nicht richtig froh werden. Wir haben ständig Angst, es gleich wieder zu verlieren. Bei Jesus war das anders. Er war nicht in dieser Welt gefangen. Er war frei. Das flüchtige Glück, das wir kennen, kann man auf ihn nicht anwenden. Er war nicht Opfer der Umstände, er war der Herr.

Greg: Er hatte alles unter Kontrolle, meinen sie? Auch bevor er starb?

Maria: Auch bevor er starb. Kennen sie die Bedeutung seines Namens? Jesus – Eroberer, Sieger!

Greg: Aber am Ende war er doch der Besiegte.

Maria: Das dachten wir auch zuerst. Aber jetzt ist alles völlig verändert.

Greg: Seit gestern früh?

Maria: Ja.

Greg: Möchten sie uns nicht erzählen, was vorgefallen ist? Am Grab meine ich.

Maria: Er brach aus. Nichts konnte ihn halten. Sie hatten das Grab versiegelt und eine Wache davor gestellt. Es war lächerlich, sie konnten einem Leid tun. Genauso gut hätten sie einen schlafenden Löwen mit einem Zwirnfaden fesseln können. Als er erwachte, zerriss er den Faden und verließ die Gruft!

Greg: Aber Frau Magdalena! Das ist doch gegen jede menschliche Logik!

Maria: Wie die meisten sehen sie ihn als einen Menschen, der außergewöhnliches leistete. Aber er war Gott. Gott selbst, der tat, was seinem Wesen entsprach. Alle staunten darüber, dass ein unbekannter Dörfler Wunder wirken konnte. In Wahrheit hätte es sie bestürzen müssen, dass Gott als Mensch unter uns weilte. Das ist das eigentliche Wunder. Und wenn man das begriffen hat, ergibt sich das übrige von selbst.

Greg: Auch die Auferstehung?

Maria: Gerade die Auferstehung. Denn Gott überwindet den Tod.

Greg: Sie haben ihn also dort gesehen, im Garten vor dem Grab?

Maria: Ich habe ihn gesehen und mit ihm gesprochen. Wir brachen früh auf, hatten Spezereien bei uns, um ihn zu salben. Es war der einzige Gedanke, den wir hatten. Wir machten uns noch Gedanken darüber, wie wir wohl ins Innere des Grabes kommen könnten. Doch es war weit offen und keiner der Soldaten war dort. Das Grab selbst war leer. Wir rannten nach Hause und verständigten die Männer. Johannes und Petrus brachen sofort auf, um sich selbst zu überzeugen.

Greg: Die Männer waren also überrascht, als sie von dem leeren Grab hörten?

Maria: Überrascht und wütend. Besonders Petrus. Ich habe ihn noch nie so außer sich gesehen.

Greg: Demnach haben nicht einmal seine engsten Freunde erwartet, dass er wieder ins Leben zurückkehren würde?

Maria: Keiner von uns hatte es erwartet. Keiner.

Greg: Bitte fahren sie fort. Was geschah, als sie das zweite Mal zum Grab kamen?

Maria: Ich sah, wie Petrus heraustrat. Alt und niedergeschlagen sah er aus. Johannes nahm ihn beim Arm und mit langsamen Schritten gingen beide davon. Sie bemerkten mich nicht einmal.

Greg: Und sie? Folgten sie ihnen?

Maria: Nein. Ich blieb zurück. Weiß nicht warum. Ich war so schrecklich durcheinander. Ich weinte und…

Greg: Verstehe. Schließlich war das alles eine ungeheure Belastung für sie.

Maria: Die Vorstellung, wie sie mit ihm umgegangen waren! Ihn aus seinem Grab zu schleppen mitten in der Nacht. Ihn irgendwo in ein Loch zu schmeißen und die Erde über ihm festzustampfen. Als ich so dastand, ganz allein im Garten, dachte ich wirklich einen Augenblick, ich würde den Verstand verlieren. Doch dann kam er und sprach zu mir.

Greg: Jesus von Nazareth? Sind sie sicher?

Maria: Ja. Plötzlich war er da und fragte mich, warum ich weinte. Seine Stimme klang so – so normal, so unbeschwert, dass ich zuerst glaubte, es müsse jemand anderer sein. Merkwürdig, nicht? Eine vertraute Stimme und doch so fremd, weil ich einfach nicht darauf gefasst war. Aber dann nannte er mich beim Vornamen. “Maria”, sagte er. Und ich wusste, dass er es war, drehte mich um und sah ihn dort stehen.

Greg: Und was sagte er noch?

Maria: Er sagte: “Gehe hin zu deinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Sage ihnen aber, dass ich zuerst nach Galiläa gehe und dass sie kommen sollen, mich dort zu treffen.”

Greg: Diese Botschaft haben sie ihnen überbracht? Verstanden sie es denn?

Maria: Ja. Wir alle verstanden endlich.

Greg: Frau Magdalena, als sie Jesus von Nazareth das erste Mal begegneten, was tat er da?

Maria: Er heilte mich.

Greg: Sie meinen, er vergab ihnen?

Maria: Natürlich. Er vergab mir, er machte mich frei, er heilte mich. Das kommt alles aufs selbe raus. Es bedeutet Leben!

Greg: Das ist schwer für mich zu verstehen.

Maria: Es ist auch ganz anders als sie es sich vorstellen können. Oder auch nicht. Er sah mich an und nannte mich beim Namen. Er berührte mich nicht einmal. Aber plötzlich fühlte ich mich leer und leicht und hatte Angst, ohnmächtig zu werden. Danach weinte ich, und alle Verkrampfung war wie fortgespült. Ich fühlte, dass alles wieder ins Lot kam. Ich lebte wieder. Es war wie eine Auferstehung im kleinen Maße. Jetzt begreife ich das. Ja, es war wie eine Wiedergeburt.

Greg: Und das alles wurde möglich, weil sie ihm vertrauten?

Maria: Ja. Weil ich ihm vertraute.

Greg: Frau Magdalena, der Mensch, zu dem sie geworden sind, das Glücksgefühl, das sie erfüllt, ihr Seelenfrieden, ja, überhaupt die Kraft zum Weiterleben, all dies hängt von einer einzigen, entscheidenden Tatsache ab? Das nämlich Jesus von Nazareth das war, was er zu sein behauptete?

Maria: Ja. Und weil er das ist, bin ich die, die ich bin.

Greg: Es wird also kein Leben für sie geben, falls er nicht am Leben ist?

Maria: Weder für mich, noch für irgendjemand sonst.

Greg: Frau Magdalena, die Behörden nehmen die Sache doch sehr ernst. Haben sie keine Angst dass etwas passieren könnte, nachdem sie uns heute Abend diesen Bericht gegeben haben?

Maria: Ein bisschen schon. Aber eigentlich – was kann schon passieren? Nicht einmal der Tod zählt mehr. Das hat er uns klar gemacht. Der Tod ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Das Leben, das wir bis gestern geführt haben, war eigentlich nur ein halbes Leben. Aber jetzt ist das anders. Jesus lebt wieder. Und weil er lebt, lebe auch ich. Lebe wirklich, zum allerersten Mal. Es ist, als ob man neugeboren wäre. Ja, das ist es: neu geboren.

(Maria geht)

Ansager: Nach und nach vervollständigt sich das Bild der Ereignisse. Ist Jesus von Nazareth von den Toten zurückgekehrt? War er nur ein Glaubensfanatiker oder tatsächlich Gott? Ihre Exzellenz Pilatus versichert, es handle sich nur um ein Gerücht, das von einer Schar enttäuschter Anhänger in die Welt gesetzt wurde. Doch einfache Männer und Frauen geben heute Abend ihrer Freude Ausdruck, weil sie Jesus gesehen und mit ihm gesprochen haben. Für diese Menschen ist es kein Gerücht. Es ist im wörtlichen Sinne die Wahrheit Gottes.

(jemand reicht Greg den Zettel mit der Meldung)

Greg: Soeben wird mir eine Blitzmeldung gereicht. Sie lautet: Vor ungefähr einer halben Stunde wurden in einer Kneipe zwei Soldaten verhaftet. Sie sollen wegen Trunkenheit und Ruhestörung vor Gericht gestellt werden. Ihren eigenen Worten zufolge gehörten sie zu der Wacheinheit am Grab des Nazareners. Beide hatten beträchtliche Summen bei sich. Nach ihren Aussagen handelt es sich hierbei um Bestechungsgelder, die ihnen der Hohepriester zusteckte. Sie sollten das Gerücht verbreiten, das Grab sei ausgeraubt worden, während sie im Dienst schliefen. Das sei jedoch, behaupten sie, keineswegs der Fall gewesen. Vielmehr ereignete sich ein heftiges Erdbeben, das Grab sprang auf, und entsetzt vor Furcht erblickten sie eine von strahlendem Weiß umhüllte Gestalt, die an der aufgesprengten Graböffnung saß. In wörtlicher Übereinstimmung stellten beide fest, dass das Gesicht der Gestalt einem Blitzstrahl glich. Eine eingehende Untersuchung soll nun klären, wie es diesen Männern gelingen konnte, sich aus der Kaserne zu entfernen, wo sie unter strengem Arrest standen. Als die Militärpolizei sie aus der Kneipe abführte, sagte einer der beiden Soldaten wörtlich: “Es ist mir egal, was ihr mit mir macht. Ich bin sowieso erledigt. Ich habe Gottes Engel Auge in Auge gegenüber gestanden. Ich bin dem Tode verfallen.”

Und damit, liebe Zuhörer, sind wir am Ende unseres Sonderberichtes aus Jerusalem. Schönen Abend.

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Jan 18 2008

Der Sieger über Leben und Tod

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Der Sieger über Leben und Tod, ein christliches Anspiel zu Ostern für 15 Personen

- Szene 1 -

Tobias: (klopft) Harim! Harim! Mach auf! Wir haben ihn! Mach auf!

Harim: (verschlafen) Was ist denn los hier? Was ist denn?

Tobias: Wir haben ihn!

Harim: Wen habt ihr?

Tobias: Na du weißt doch, Jesus von Nazareth.

Harim: Jesus, von Nazareth? Ach, und was ist mit seinen Jüngern?

Tobias: Die sind geflohen! Sie haben ihn alle im Stich gelassen! Es war unten in einem Garten, am Hang zum Ölberg. Und sogar einer seiner engsten Freunde hat uns zu ihm geführt.

Harim: Ach!

Tobias: Und übrigens, er hat ihn geküsst, das war unser Zeichen.

Tirza: Was ist denn geschehen?

Harim: Wir haben ihn, Jesus von Nazareth. Seine Freunde sind alle weggelaufen.

Tobias: Und einer seiner besten Freunde, ich glaube Judas hieß er, hat ihn verraten. Aber jetzt kommt mit, Kaiphas braucht uns!

Harim: Kaiphas braucht uns? Wozu?

Tobias: Verstehst du denn nicht? Wir dürfen ihn nicht verurteilen, das können doch nur die Römer. Kaiphas erwartet uns alle beim römischen Prokonsul Pilatus.

Harim: Und da soll er verurteilt werden?

Tobias: Genau, so und jetzt mach dich fertig. Ich muss auch noch den anderen Bescheid sagen. Und bring deine Frau mit.

Harim: Ja.

- Szene 2 -

Tirza: Du willst doch wohl nicht dort hingehen?

Harim: Aber natürlich gehe ich dort hin! Ich wäre auch ohne Kaiphas’ Befehl hingegangen, und jetzt hat er uns gerufen. Und du gehst auch hin.

Tirza: Und was soll ich da?

Harim: Dafür sorgen, dass er verurteilt wird natürlich.

Tirza: Und ihr meint, dass er die Todesstrafe verdient?

Harim: Ganz recht.

Tirza: Was hat er denn getan?

Harim: Er hat Gott gelästert. Er hat gesagt er sei von Gott!

Tirza: Ich sage dir, er ist von Gott. Er ist ein Heiliger. Aus ihm redet Gott.

Harim: Sag mal, willst du uns belehren? Wir Priester wissen, wer von Gott ist, und der ist nicht von Gott. Er kann nicht von Gott sein!

Tirza: Und warum nicht?

Harim: Ständig diese Fragerei! Kaiphas und die Hohenpriester wissen was sie tun.

Tirza: Entschuldige, ich fühle, dass dieser Mann gut ist. Er ist von Gott. Er ist ein Prophet.

Harim: Prophet! Das ist nicht wahr. Du musst mitgehen, Kaiphas rechnet mit uns. Die Sache ist ernster als du denkst. Wir kommen ins Unglück wenn wir ihn nicht verurteilen.

Tirza: Ich kann nicht gegen ihn sein. Du weißt doch, dass ich ihn einmal gesehen habe!

Harim: Gesehen, was soll denn das? Viele haben ihn gesehen!

Tirza: Ich habe gesehen wie er einen Blinden geheilt hat. Er hat nur Gutes getan.

Harim: Jetzt ist es aber genug! Was sagst du dazu, dass er den Sabbat bricht?! Ist das auch gut? Ja?! Als wenn seine Verbrechen nicht längst schon bewiesen wären.

Tirza: (zu sich) Was soll ich nur tun?

Harim: Mitkommen Frau, mitkommen!

Tirza: Und Pilatus bitten, dass er ihn tötet?

Harim: Jawohl.

Tirza: Ich weiß, mit weniger gebt ihr euch nicht zufrieden!

Harim: Warum stellst du dich eigentlich so an, Tirza. Ich kenne dich eigentlich gar nicht so.

Tirza: Weil er unschuldig ist, darum.

(Musikstück)

- Szene 3 -

Sprecher: Der Hohepriester Kaiphas und die übrigen Priester führen Jesus zu dem Gerichtshaus und übergeben ihn dem römischen Prokurator Pilatus. Es ist frühmorgens. Sie gehen nicht in das Gerichtshaus damit sie sich nicht verunreinigen und vom Passahfest ausgeschlossen werden.

Soldat: Prokurator! Der Hohepriester Kaiphas und seine Anhänger warten draußen. Der Angeklagte, Jesus von Nazareth, ist im Vorraum.

Pilatus: Was liegt gegen ihn vor?

Soldat: Nichts Bestimmtes, irgendeine Angelegenheit über ihre Religion, er will ihr König sein. Aber ich habe das Gefühl, dass sie den Mann loswerden wollen, weil er ihnen nicht passt.

Pilatus: Mmh, und ich soll ihnen dabei helfen. Aber nicht mit mir. Komm wir gehen nach draußen. – Guten Morgen, ehrwürdige Herren.

Kaiphas: Die Mitglieder des Hohen Rates besagen dem Prokurator ihre ganze Ergebenheit.

Pilatus: Kommen wir zur Sache. Um wen handelt es sich bei diesem Jesus von Nazareth?

Kaiphas: Wir würden nicht zu dir kommen wenn er nicht ein Verbrecher wäre.

Pilatus: Dann verurteilt ihn nach eurem Gesetz.

Kaiphas: Wie du weißt, dürfen wir keinen Menschen zum Tode verurteilen.

Pilatus: Sicher nicht. Weshalb verlangt ihr gleich die Todesstrafe?

Kaiphas: Er hat das einfache Volk aufgehetzt. Er sagt man soll dem Kaiser keine Steuern zahlen.

Pilatus: Um die ihr als Hohepriester und treue Untertanen des römischen Reiches so besorgt seid? Das ist mir zwar neu, lieber Kaiphas, aber das reicht noch nicht aus für die Todesstrafe.

Kaiphas: Er behauptet obendrein ein König zu sein. Das geht dich an, Pilatus und den Kaiser. Er behauptet der König der Juden zu sein.

Pilatus: Ein König will er sein. Den König will ich mir mal ansehen.

Sprecher: Pilatus geht ins Gerichtshaus, ruft Jesus, und fragt ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortet: “Du sagst es, dass ich ein König bin. Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen um für die Wahrheit einzustehen. Jeder der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.” Pilatus spricht zu ihm: “Was ist Wahrheit?”

Pilatus: (nachdenklich) Was ist Wahrheit?

Kaiphas: Und nun Prokurator?

Pilatus: Ich habe ihn verhört. Ich finde keine Schuld an ihm. Er ist vollkommen harmlos und will nur die Welt verbessern. Dafür gibt es keine Todesstrafe.

Kaiphas: Dieser Mann ist eine Gefahr für die politische Ordnung. Vor wenigen Tagen ist er in Jerusalem eingezogen. Einige Tausend haben ihm zugejubelt.

Pilatus: Stimmt, ich hörte davon. Ritt er nicht auf einem Esel?

Kaiphas: Ja, auf einem Esel.

Pilatus: Da seht ihr’s. Er ist nur so’n Frommer mit einigen Anhängern. Nicht der Rede wert, geschweige denn ein Todesurteil.

Kaiphas: Prokurator, er hetzt das ganze Volk auf. Angefangen von Galiläa bis nach Jerusalem sammelt er Aufrührer.

Pilatus: Galiläa sagst du, natürlich, er stammt aus Galiläa.

Kaiphas: Ja, von Galiläa bis… Judäa hetzt er das Volk gegen den Kaiser auf.

Pilatus: Danke, danke Kaiphas. Die ganze Angelegenheit um diesen Mann aus Galiläa geht mich überhaupt nichts an, dafür ist Fürst Herodes Antipas zuständig. Ihr kennt seinen Palast, und soviel ich weiß, ist er da. Wartet, ich gebe euch noch einen Brief mit.

(Musikstück)

- Szene 4 -

Sprecher: Der Hohepriester Kaiphas und die ganze Schar der Schriftgelehrten und Priester führen Jesus zum Palast des Herodes, dem Fürsten von Galiläa, der Johannes den Täufer enthaupten ließ.

Herodes: Guten Morgen, meine Herren. Was bewegt den Hohen Rat so früh am Morgen zu mir zu kommen?

Kaiphas: Erhabener Fürst, der römische Statthalter Pilatus hat uns gebeten euch einen Brief zu überreichen. Es betrifft den Aufrührer, Jesus von Nazareth.

Herodes: Zuerst den Brief.

Kaiphas: Bitte sehr, erhabener Fürst.

Herodes: Mmh, an den verehrten Fürsten Herodes Antipas: Der Gefangene, den ich euch heute übergebe ist aus Galiläa. Der Hohe Rat verlangt für ihn die Todesstrafe. Da dieser Jesus von Nazareth unter eurer Hoheitsgewalt steht, möchte ich nichts ohne eure Zustimmung veranlassen. Jesus ist der Sohn eines Zimmermanns, und wird des Hochverrats beschuldigt. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr die Sache prüfen und mir euer Urteil über diesen Mann mitteilen würdet. – Jesus von Nazareth, den wollte ich schon immer mal sehen. Was habt ihr im Einzelnen gegen ihn?

Kaiphas: Er wiegelt das Volk auf. Er behauptet Gott sei sein Vater, das ist Gotteslästerung!

Herodes: Solch ein Unsinn! Wie kann jemand behaupten Gottes Sohn zu sein. Und außerdem ist das eine religiöse Angelegenheit. Mit solchen Dingen befasst sich das römische Gesetz nicht.

Kaiphas: Aber er hat gesagt, dass er den Tempel, den euer Vater, der große König Herodes gebaut hat, abreißen und dann in drei Tagen wieder aufbauen würde.

Herodes: Das ist ja etwas ganz Besonderes. Den seh ich mir einmal an.

Sprecher: Nun wird Jesus ausführlich verhört. Herodes fordert ein Zeichen von ihm. Auf alle Fragen die Jesus gestellt werden antwortet er nichts. Dann ziehen sie ihm einen Purpurmantel an, verspotten und verhöhnen ihn, und schicken ihn wieder zurück zu Pilatus.

- Szene 5 -

Soldat: Pilatus, sie sind wieder da.

Pilatus: Ja, ich weiß. Hast du gesehen, was sie ihm übergehängt haben?

Soldat: Ja, auch Herodes hält ihn eher für lächerlich als gefährlich.

Pilatus: Sie sind nur eifersüchtig auf einen Mann, der unter den einfachen Leuten Erfolg hat.

Soldat: Die Sache hat sich herumgesprochen. Die Leute strömen nur so auf den Vorplatz. Noch etwas. Ich habe eine wichtige Nachricht von ihrer Frau. Sie lässt Euch sagen: Ihr sollt nichts zu schaffen haben mit diesem Gerechten. Sie hat seinetwegen einen furchtbaren Traum gehabt.

Pilatus: Mmh, es ist schon sonderbar. Mir wird unheimlich. Aber ich habe da eine Idee. Zum Passahfest verlangen die Juden immer die Freiheit für einen Gefangenen. Ich nehme den Mörder…

Soldat: Barabbas?

Pilatus: Genau den.

Sprecher: Noch einmal versucht Pilatus Jesus freizulassen. Doch als er hört, wie hysterisch das Volk seine Kreuzigung verlangt, gibt er nach, und wäscht seine Hände in Unschuld. Er gibt Jesus zur Kreuzigung frei!

(Musikstück)

Hauptmann: Diesen Tag werde ich nie vergessen. Ein furchtbarer Tag! Drei hatten wir zur Hinrichtung zu führen. Ich als Hauptmann hatte diesen Einsatz zu leiten. Einen von ihnen hatten wir ganz schön zugerichtet, den König der Juden, so stand es auf einem Holzbrett, das an seinem Kreuz hing. Eine Dornenkrone auf seinem Kopf, Dornen von dem Feuerholz in unserer Kaserne. Blut tropfte von der Stirn und von seinem Rücken. Er konnte nicht mehr. Ich weiß nicht, irgendwie war alles anders als sonst. Dieser König der Juden schrie nicht. Nein, er betete. Wirklich, er betete für meine Kameraden. Ich hab’s genau gehört. “Vater”, sagte er, “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.” Welchen Vater meinte er? Das ging mir auf als die Hohenpriester es schrieen: “Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz, und wir werden an dich glauben. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn, wenn es ihm gefällt, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.” Das riefen sie, und dann sagten die beiden anderen Gekreuzigten etwas. Es war schwer zu verstehen, aber ich stand nahe genug dabei. Der eine keuchte: “Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst, und uns!” Und dann kam von unten der Spott der Priester: “Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht retten.”
Aber der zweite Verbrecher der neben dem Judenkönig hing, der sprach ganz anders: “Was fällt dir ein?”, sagte er. “Hast du keine Furcht vor Gott? Wir haben verdient, dass wir sterben, aber er, er hat nichts Böses getan.” Und dann bat er: “Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.” Ich habe genau hingehört, was der Judenkönig antwortete: “Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.” Es war wirklich merkwürdig. Jetzt wurde es dunkel, obwohl die Sonne am Himmel stand. Gegen drei Uhr waren nur noch einige Wenige an der Hinrichtungsstätte, meine Kameraden, einige Rabbis, ein weiterer Mann und einige wenige Frauen, die weinten. Eine der Frauen muss seine Mutter gewesen sein. Der Mann am Kreuz sagte: “Frau, siehe das ist dein Sohn.”, er meinte den Mann an ihrer Seite. Und dann sagte er zu diesem Mann: “Siehe das ist deine Mutter”. Offensichtlich hat er noch am Kreuz für seine Mutter gesorgt. Die Dunkelheit, die Stille, es war beängstigend. Ich kam einfach nicht von dem Gedanken los, dass dieser Mann wirklich anders ist, vielleicht wirklich Gottes Sohn, mindestens unschuldig war er. Plötzlich schrie er: “Eli, Eli lama asabtani!”, das heißt: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen? Einer von unseren Kameraden steckte einen Schwamm auf einen Stab, tauchte ihn in den sauren Wein und führte ihn dann an seine Lippen. Da regte sich der Judenkönig noch einmal und rief laut: “Es ist vollbracht!”. Und danach kam leise das alte Gebet der Israeliten: “Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.” In diesem Augenblick erzitterte der Erdboden. Panische Angst breitete sich aus. Von überall her hörte man Schreie, und dann wurde mir schlagartig klar: Das war nicht ein einfacher Schwärmer, ein frommer Jude oder irgendein König. Das war der Sohn Gottes! Unschuldig, am Kreuz gestorben.

(Musikstück)

- Szene 6 -

Andreas: Hoffentlich sucht niemand nach uns. Wenn sie uns jetzt finden, dann ist alles aus.

Johannes: Wie konnte es nur so weit kommen? Er war doch der Messias, der Sohn Gottes. Alle unsere Hoffnung haben wir auf ihn gesetzt. Und jetzt diese Enttäuschung!

Andreas: Er hat doch große Wunder vollbracht, und so oft seine Allmacht dadurch bewiesen. Aber dann, in dieser ernsten Stunde, unternahm er nichts. Er rief auch niemanden auf, ihm zu helfen, sondern ließ alles über sich ergehen. Er, der unschuldig war, musste so schreckliche Qualen erdulden. So viel Spott und Hohn. Aber trotz der Leiden blieb er still. Nicht ein einziges Schimpfwort kam aus seinem Munde. Er ging wie ein Schaf zur Schlachtbank, um dort zu sterben.

Petrus: (traurig) Ja, und jetzt ist Jesus tot; und ich kann nie wieder gutmachen, was ich ihm angetan habe. “Der Hahn wird nicht krähen, bevor du mich dreimal verleugnen wirst.” sagte er. Und ich, der ich sogar mit ihm in den Tod gehen wollte, tat es wirklich, ich verleugnete meinen lieben Herrn. Ach, wie weh muss es ihm getan haben. – Könnte ich ihm doch noch einmal sagen, wie lieb ich ihn doch habe.

(Musikstück)

Archus: Kannst du das verstehen? Wir sollen hier einen Toten bewachen?

Gajus: Ich habe schon oft Wache geschoben, vorne in der ersten Linie, vor Palästen und an Waffenlagern, aber bei einem Gekreuzigten?

Archus: Naja, hier kann nicht viel passieren. Außer, dass vielleicht seine Anhänger hier auftauchen.

Gajus: Wo die wohl sind?

Archus: Sie haben ihn alle im Stich gelassen!

Gajus: Manche sagen ja, er soll Gottes Sohn gewesen sein. Sogar der Hauptmann war davon überzeugt.

Archus: Irgendwas muss da dran sein, sonst ständen wir doch nicht hier am Grab.

(Musikstück)

- Szene 7 -

Sprecher: Am frühen Morgen des ersten Wochentages bebt plötzlich die Erde. Ein Engel tritt an das Grab, rollt den Stein weg und setzt sich darauf. Die Wächter erschrecken derart, dass sie zuerst zitternd am Boden liegen und danach flüchten.

Gajus: Aufmachen! Bitte aufmachen!

Kaiphas: Was ist denn jetzt schon wieder los? Es ist doch noch nicht einmal die erste Tagewache. Wer ist da?

Archus: Die Wachmannschaft vom Grab!

Kaiphas: Und was wollt ihr?

Gajus: Er ist weg!

Kaiphas: Weg? Was heißt weg? Was passiert ist will ich wissen! Kommt her, aber leise.

Archus: Der Stein! Der Stein wurde auf die Seite gerollt!

Kaiphas: Ihr habt nicht aufgepasst! Seine Jünger sind gekommen…!

Gajus: Nein! Wir haben nicht geschlafen! Wir konnten nur nicht genau sehen, was passiert ist.

Kaiphas: Was konntet ihr nicht genau sehen?

Archus: Ein Blitz blendete uns! Wir fielen zu Boden! Die Erde bebte!

Kaiphas: Ja, und weiter? Was dann?

Gajus: Als wir aufschauten war das Grab leer!

Archus: Der Stein lag neben dem Eingang auf dem Boden, und auf diesem Stein saß ein Mann mit einem schneeweißen Gewand!

Gajus: Ich hab ja schon viel gesehen, und einige Schlachten miterlebt, aber das ist zu viel!

Kaiphas: Und die Leiche?! Was ist mit der Leiche passiert?!

Archus: Es gibt keine Leiche, lieber Hohepriester Kaiphas! Der Gekreuzigte, Jesus von Nazareth, muss auferstanden sein.

Gajus: Er hat doch gesagt, er sei Gottes Sohn, und jetzt hat dieser Gott es bewiesen. Das müsste euch doch klar sein.

Kaiphas: Nichts, nichts, nichts ist klar – bewiesen!

Archus: Was sollen wir tun?

Gajus: Komm wir gehen zum Prokurator!

Kaiphas: Nein, nein, nein – wartet, wartet einen Augenblick!

Sprecher: Der Hohepriester Kaiphas ruft die Ratsältesten und überlegt mit ihnen, was sie tun sollen. Dann ruft er die Soldaten:

Kaiphas: Also, meine Herren, ihr seid doch vernünftige Leute. Ihr könnt doch immer ein bisschen Geld gebrauchen. Na, wie wär’s denn wenn ich euch da ein wenig nachhelfen würde? Wir zahlen jedem von euch eine beträchtliche Summe, als Dank für eure Dienste, versteht sich.

Archus: Und um welche Dienste handelt es sich?

Kaiphas: Nur um eine Kleinigkeit. Also, wenn euch jemand fragt, was heute Morgen nach eurer Ansicht passiert ist.

Gajus: Es ist wirklich passiert!

Kaiphas: Wenn euch jemand fragt, was nach eurer Ansicht passiert ist, dann sagt ihr einfach: Die Jünger des Zimmermanns aus Nazareth sind in der Nacht gekommen, und haben den Leichnam gestohlen, während wir schliefen.

Archus: Aber wir haben doch gar nicht geschlafen!

Gajus: Sie entschuldigen meine dumme Ausrede, wenn wir geschlafen haben, wie sollten wir dann wissen, dass es die Jünger waren, die ihn gestohlen haben?

Archus: Außerdem steht Todesstrafe auf Schlafen! Ich mach da nicht mit…

Kaiphas: Das lass nur meine Sorge sein. Wenn der Prokurator Pontius Pilatus euch bestrafen sollte, dann lasst es mich doch einfach wissen. Ich werde diese Sache schon regeln.

Gajus: Aber das alles stimmt doch gar nicht.

Kaiphas: Ob es stimmt oder nicht, geht euch überhaupt nichts an! Die Jünger haben den Leichnam gestohlen, verstanden?! Der Gekreuzigte ist nicht auferstanden! So was gibt’s doch gar nicht!

Archus: Aber, das, das…

Kaiphas: Hier habt ihr das Geld. So, für jeden 300 Denare. – Na, was sagt ihr jetzt? Noch etwas, die Sache des Römischen Reiches steht auf dem Spiel, wenn ihr anderen etwas davon sagt. Habt ihr verstanden?

Gajus: Schon gut, wenn ihr beim Pontius Pilatus für uns eintretet, dann wäre es doch dumm, wenn wir das Geld nicht nehmen würden.

Kaiphas: Na, eben.

Sprecher: Sie nehmen das Geld, und tun das, was ihnen gesagt wurde. Diese Geschichte wird bei den Juden bis heute weitererzählt.

(Musikstück)

- Szene 8 -

Maria Magdalena: Petrus, Johannes! Das Grab ist leer! Sie haben ihn weggenommen, und wir wissen nicht wo sie ihn hingelegt haben!

Petrus: Komm Johannes! Das müssen wir sehen! Was da wohl passiert ist?

Johannes: (zum Publikum) Noch nie sind wir so schnell gerannt! Petrus blieb etwas zurück. Ich kam zuerst ans Grab und sah hinein. Da lagen die Leinentücher. Jetzt war auch Petrus schon da. Er ging sofort hinein. Ich folgte ihm. Seltsam, das Schweißtuch lag nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, ordentlich zusammengewickelt.

Johannes: Der Leib Jesu konnte nicht geraubt worden sein, sonst wären Binden und Schweißtuch mit fortgenommen oder unordentlich von dem Leichnam abgeglitten. Da erkannte ich: Sind diese Zeichen des Todes so bewusst abgetan und fortgelegt, dann heißt das ja: Sie sind nicht mehr nötig! Jesus braucht sie nicht mehr! Jesus ist auferstanden!

(Gruppenlied)

Maria Magdalena: Petrus und Johannes waren gegangen. Ich stand vor dem Grab und weinte! Die Hoffnung und der Sinn meines Lebens, den Jesus mir gab, als er noch lebte, waren zusammengebrochen. Erst töteten sie den Menschen, den ich am meisten liebte, den Mann der mich von der Macht der Finsternis löste, und dann holen sie sogar seinen Leichnam aus dem Grab! Ich ließ meinen Tränen einfach freien Lauf! Das Leben ohne ihn, meinen Meister, war unvorstellbar! Ich wäre damals am liebsten gestorben, um nicht ohne ihn leben zu müssen. Plötzlich stand ein Mann vor mir. Er fragte mich: “Warum weinst du? Wen suchst du?” Ich dachte es wäre der Gärtner, und in meiner Verzweiflung fragte ich ihn: “Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Da hörte ich plötzlich diese bekannte Stimme: “Maria!” Ich schrak zusammen, fiel ihm zu Füßen, und sagte: “Rabbuni, lieber Herr, bist du es wirklich?!” Freudentränen liefen über mein Gesicht. Ich konnte dieses Glück gar nicht fassen. Er ist wirklich auferstanden! Jesus, der Sieger über Leben und Tod! Weil Jesus lebt, werde ich mit ihm leben!

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Jan 18 2008

Sollte er mich immer noch lieben?

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Sollte er mich immer noch lieben, ein christliches Anspiel zu Ostern für 10 Personen

-Szene 1-

Petrus: (wütend) Ooooh, die hätte ich alle umbringen können! Diese widerlichen Kerle! Da kommen die mit zig Mann, mitten in der Nacht um unseren schuldlosen Meister gefangen zu nehmen. Diese Feiglinge, als ob sie keine andere Möglichkeit dazu gehabt hätten! Er war doch jeden Tag im Tempel.

Triopas: Die hatten doch Angst vor dem Volk! Stell dir vor sie hätten den König, der erst vor einigen Tagen in Jerusalem eingezogen ist vor aller Augen gefangen genommen. Das Volk hätte sie an Ort und Stelle gesteinigt.

Petrus: Das wäre auch recht so!!! Ich hätte den ersten Stein geworfen!

Triopas: Petrus! Wir konnten doch auch nichts machen! Es waren einfach zu viele!

Petrus: Wir konnten nichts machen? Ich hätte den einen fast umgebracht!! Und wenn ihr alle mitgemacht hättet, dann hätten wir sie alle erledigt! – Ich verstehe unseren Meister nicht! Wir hätten ihm doch alle helfen können!

Triopas: Er hatte unsere Hilfe gar nicht nötig! Er hätte einige Legionen Engel rufen können. Aber er hat es nicht getan.

Petrus: Aber warum denn nicht? Ich, ich würde…

Triopas: Pssst! Sei ruhig! Wir sind da. Warte hier. Ich bin gleich wieder da.

- Szene 2 -

Petrus: Und, darf ich auch rein?

Triopas: Ich glaube schon. Am Tor war niemand zu sehen. Komm, aber leise.

Magd: Halt! Wer bist du?

Petrus: Ich, ich bin Pe…

Triopas: Ach, das ist ein guter Freund von mir!

Magd: Ich darf hier keinen Fremden reinlassen. Du darfst rein, aber der nicht!

Triopas: Aber er muss unbedingt dabei sein!

Magd: Nimm ihn rein, aber auf deine Verantwortung!

Triopas: Komm Petrus, lass uns gehen. (gehen an der Magd vorbei)

Magd: Halt! Gehörst du nicht auch zu den Jüngern des…ähmm…des Nazareners?

Petrus: Nein, ich gehöre nicht zu ihnen!
(einige Akkorde, Pause)

- Szene 3 -

Knecht: He, ist dir nicht kalt? Komm setz dich zu uns!

Petrus: Danke! Wirklich kalt heute.

Knecht: Bist wohl fremd hier, was?

Petrus: (Bejahend) Mmh.

Wächter: Endlich haben sie ihn gepackt, diesen Nazarener. Schon seit Wochen ist er das einzige Gesprächsthema unserer Obersten.

Knecht: Das es so schwierig war, einen so harmlosen Schwätzer gefangen zu nehmen.

Wächter: Unglaublich, einer seiner nahesten Nachfolger, ich glaube Judas heißt er, hat ihn verraten.

Knecht: Ja, für nur 30 Silberlinge! Viel Wert hat der Nazarener in seinen Augen wohl nicht gehabt. Also für 30 Silberlinge würde wohl kaum einer seinen Gefährten verraten.

Wächter: Eh, du bist ja die ganze Zeit so ruhig.

Petrus: Ähh i…i…ich? Was denn?

Knecht: Na, hier…der Nazarener, ganz Jerusalem spricht von ihm.

Wächter: Haben wir dich aus deinen Träumen geweckt? Scheinst ja ganz schön in Gedanken versunken zu sein.

Petrus: Mir ist schon ganz warm, außerdem ist es schon spät. Ich muss wohl gehen!

Wächter: Sag mal, was machst du eigentlich hier? Bist du nicht auch ein Galiläer, ein Anhänger von diesem Jesus da drin?

Petrus: (kleine Pause, entschlossen) Nein! Ich kenne ihn nicht!

Knecht: Natürlich! Jetzt erkenne ich dich! Ich habe dich im Garten gesehen! Du hast dem Malchus das Ohr abgehauen!

Petrus: Nein! Das kann nicht sein! Ich habe diesen Menschen noch nie gesehen! Du musst mich mit jemandem verwechseln! Ich wollte mir hier nur die Hände wärmen, sonst nichts! (läuft davon)

Musikstück

- Szene 4 -

Andreas: Jetzt ist alles aus! Unsere ganze Hoffnung ist dahin.

Jakobus: Wieso hat er das nur zugelassen?

Nathanael: Und wir dachten, er würde uns von der römischen Macht befreien! Alles wie ein Traum!

Thomas: Wären wir doch nie mit ihm gegangen! Er hat uns soviel versprochen! Doch jetzt ist er tot! Und seine Versprechen bleiben unerfüllt. Er hat uns alle enttäuscht!

Andreas: Judas ist an allem schuld! Er hat ihn verraten. Diese gemeinen Pharisäer und Schriftgelehrten! Die sind schuld daran, dass die Römer ihn so zugerichtet haben.

Nathanael: Und wir? Wir waren alle zu feige ihm zu helfen!

Thomas: Aber, wir konnten ihm gar nicht helfen.

Nathanael: Ich kann es immer noch nicht fassen! Sie haben ihn wie einen Verbrecher hingerichtet. Jeder andere hätte hingerichtet werden können, aber nicht er, der Sohn Gottes.


- Szene 5 -

(Petrus klopft)

Jakobus: Wer mag das sein, mitten in der Nacht?

Andreas: Jetzt wollen sie wohl uns holen. Wer ist da?

Petrus: Ich bin’s Petrus. Macht auf!

Nathanael: Da bist du ja! Wir haben dich schon vermisst. Aber Petrus, du weinst ja! Was ist mit dir?

Petrus: Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben! Ich elender Verräter! Ich habe unseren Meister im Stich gelassen!

Jakobus: Aber wir haben ihn doch alle verlassen!

Petrus: (nachdenklich) Von wegen mit ihm in den Tod gehen. Verleugnet habe ich ihn!!! – Ach…es kam alles so unerwartet. Zuerst belog ich die Magd am Tor! Danach, verleugnete ich ihn noch zwei Mal. Es war wie im Traum, und dann – plötzlich krähte der Hahn! Jetzt fielen mir die Worte Jesu wieder ein: ”Bevor der Hahn heute Nacht kräht, wirst du dreimal behaupten, dass du mich nicht kennst.” Wie ein Blitz durchzuckte es mich! Ich stand da, wie gelähmt! Doch ehe ich einen klaren Gedanken fassen konnte, traf mich der liebevolle Blick Jesu, der gerade aus dem Hause geführt wurde. Ich werde diesen Blick nie vergessen! Er traf das Innerste meines Herzens. Wie konnte er so einen Verräter wie mich, noch so liebevoll ansehen? Ich hielt es einfach nicht aus. Ich fing an zu weinen.

Maria: Jakobus, Andreas! Jesus lebt! Er ist auferstanden!

Thomas: Maria, beruhige dich, du bist müde, du hast in letzter Zeit etwas wenig geschlafen, und weißt nicht was du redest.

Maria: Doch, ich habe ihn selber gesehen. Er ist auferstanden und hat mit mir gesprochen, und sagte zu mir: Sage es meinen Brüdern und Petrus.

Petrus: (nachdenklich) Und Petrus…- Sollte er mich immer noch lieben?

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Jan 18 2008

Die Emmausjünger

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Die Emmausjünger, ein christliches Anspiel zu Ostern für 6 Personen

Kleopas: Jakobus, Johannes. Wir haben den Herrn gesehen. Die Frauen hatten recht. Er lebt wirklich.

Johannes: Ja, Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Er ist Simon erschienen.

Jakobus: Und wir wollten den Frauen nicht glauben. Jesus lebt wirklich.

Petrus: Was hat er euch denn gesagt?

Urbanus: Wir hatten eine richtig lange Unterhaltung mit ihm. Also, er gesellte sich auf dem Wege zu uns. Wir erkannten ihn überhaupt nicht. Bis er dann in unserem Hause das Brot brach. Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Es war ja der Herr.

Kleopas: Wir sprachen gerade über die letzten Ereignisse, als er zu uns stieß. Er schien nicht auf dem neusten Stand der Ding zu sein. Nachdem wir ihn aufgeklärt hatten, sagte er: Warum glaubt ihr denn nicht was die Propheten gesagt haben. Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen. Und dann fing er an uns die Prophezeiungen auf den Messias von Mose und allen Propheten auszulegen. Wir mussten staunen, was da alles in der Schrift über ihn steht.

Urbanus: Was dieser Mann alles wusste. Man könnte stundenlang zuhören. Habt ihr gewusst, dass Jesaja über ihn redet. Er sagt, dass er, der Messias, unsere Krankheit und unsere Schmerzen auf sich lädt. Er trägt unsere Sünden. Unsere Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben und geheilt werden. Jesus starb um die Schuld der Menschen vor Gott zu tilgen.

Kleopas: Sogar seine Auferstehung wurde vorausgesagt. Jesus zitiert den Propheten Hosea: Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns auch am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. Das alles habe die Propheten im Voraus gewusst, und niedergeschrieben. Und genauso hat es sich erfüllt.

Andreas: Das hat er uns doch gesagt bevor er starb. Wir waren gerade unterwegs nach Jerusalem um rechtzeitig zum Passahfest hier zu sein. Und da sagte er doch: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten. Die werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten, und nach 3 Tagen wird er auferstehen. Jetzt verstehe ich erst was er damit meinte.

Johannes: Jesus hat das alles vorher schon gewusst. Er ist diesen Weg ganz bewusst gegangen um die Menschheit zu retten. Jetzt hat er sogar den Tod besiegt. Er ist wirklich der Sohn Gottes.

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