Mrz 12 2008
Er ist wahrhaftig auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden, ein christliches Anspiel zu Ostern für 9 Personen
Autor: Es ist nun schon der dritte Tag, der dritte Morgen, nachdem Jesus gekreuzigt wurde. Er, Jesus der nur gutes für die Menschen getan hat, ist wie ein Verbrecher, wie ein Mörder oder ein Dieb hingerichtet. Ach wie haben sie Ihn so schändlich verspottet, geschlagen und verpeitscht. Und warum? Warum? Nur weil Pilatus nicht stark genug war, der brüllenden Menge zu wiederstehen? Nur weil er Angst hatte, nicht mehr des Kaisers Freund zu sein?
Und dann, dann geht’s hinaus nach Golgatha!
Jesus in der Mitte, umdrängt und umringt von einer lachenden, spottenden und höhnenden Menge.
Nur ein ganz kleiner Teil geht Ihm weinend nach. Sie weinen, weil sie den allerliebsten, den allerbesten Freund verlieren. Jesus aber ist ruhig, Er trägt sein Kreuz. Er ist still wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer.
Jetzt kommen sie zur Anhöhe, zur Stätte Golgatha! Der Herr, der Meister, der Sohn Gottes wird auf das Fluchtholz gelegt. Er, der nie ein böses Wort geredet hat, Er dessen Händen nie etwas Schlechtes getan haben, wird gekreuzigt. Die Hände, die einst auf den Kindern segnend ruhten, die Hände, die manch einem Kranken Gesundheit und manch einem Blinden das Augenlicht gebracht haben, die Hände, die noch vor kurzer Zeit den Jüngern das Brot gebrochen haben, die Hände, die den niedrigsten Dienst getan haben, werden von Nägeln durchbohrt. Die Füße, die immer geeilt haben, um andern zu helfen, sind nun gefesselt. Ein Nagel hat sie zum Stillstand gebracht.
Nun wird die Ursache seines Todes über Ihm befestigt: „Jesus von Nazareth, der Juden König.“ Welch eine Beschuldigung! Er, der es auch wirklich sein sollte, Er, der der Herr über das Haus Israel sein sollte, Er wird von seinem eigenen Volk nicht angenommen. Er wird als Verbrecher und Gotteslästerer gebrandmarkt.
Das Kreuz wird aufgerichtet! Er, der Erlöser der Welt, hängt am Kreuze, beladen mit meiner und deiner Sünde. Es war nicht nur die Schwäche des Pilatus daran schuld. Wir, du und ich, sind genauso schuldig wie er. Über seinem Haupt die Beschuldigung. Sie steht in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Alle, die es lesen wollen, können es lesen.
Doch als die Überschrift von den Juden gelesen wird, werden sie unwillig. Sie als „Volk Gottes“, wollen doch nicht einen König, der am Kreuze hängt, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, doch die verblendeten Menschen verstanden Ihn nicht. Die Hohepriester eilen zu Pilatus.
Pilatus: Was führt euch denn jetzt zu mir? Wer soll als nächster ans Kreuz?
1 Hohepriester: Nein, nein, niemand. Es ist da nur eine Sache eingelaufen, die nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht.
2 Hohepriester: Es ist die Beschriftung dieses Meisters. Es steht dort… ja… „der König der Juden.“ Aber Er ist es ja gar nicht!
1 Hohepriester: Ja, genau. Er hat es ja nur behauptet, dieser…
Pilatus: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!
Autor: Wie stolz kann dieser Römer sein! In solchen Kleinigkeiten ist er unnachgiebig, nachdem er die Hauptsache kläglich und feig bewilligt hat.
So wird der Meister hingerichtet. Er hängt dort am Kreuz, die Sonne steigt immer höher und brennt unbarmherzig auf die gemarterten Leiber der Gekreuzigten herab. Von unten kommt nur Spott und Hohn. Die Menschen, die vorübergehen, schütteln ihre Häupter über Ihn: „Der Du den Tempel in drei Tagen aufbauen willst, hilf dir doch selbst!“ Solche und andere Lästerungen werden Ihm zugerufen. Doch Jesus zürnt ihnen nicht. Er betet. Er betet für die, die Ihn gekreuzigt haben, Er betet für die, die Ihn verspotten. „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ Da, gerade als die Sonne am höchsten steht, wird es plötzlich ganz dunkel. Die Dunkelheit hält drei Stunden an. Doch noch viel dunkler wird es in den Herzen des Pilatus, der Hohepriester und derer, die Ihn gekreuzigt haben. Sie, die das Licht der Welt nicht annehmen wollen, müssen jetzt doch sehen, dass hinter diesem Jesus von Nazareth mehr ist, als sie gedacht haben.
Auf einmal dringt durch die Dunkelheit ein Schrei: „Eli, Eli lama asapthani!“ d. h. „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?“ Jesus, der immer in der Nähe Gottes war, er oft Nächte durch im Gebet zu Gott verbracht hat, muss jetzt in dieser Not und Finsternis erfahren, was die Sünde mit sich bringt, was es heißt von Gott getrennt zu sein.
Da, wieder ein herzzerreißender Schrei! Aber nicht ein Schrei der Hoffnungslosigkeit, sondern ein Schrei des Sieges, des Triumphes: „Es ist vollbracht!“ Auch für dich hat der Herr sein Blut und Leben hingegeben. Willst du es endlich glauben, es verstehen?
Und Jesus neigte sein Haupt und verschied.
Viele, die das sahen, wie Jesus verschied, schlugen sich an die Brust und gingen Heim. Es merkte jetzt wohl mancher, dass Gott hier am Werke ist, doch die meisten wagen es trotzdem nicht, sich auf Jesu Seite zu stellen.
Doch da findet sich ein Mann, ein ehrbarer Ratsherr, der nicht in den Beschluss der Pharisäer gewilligt hat. Dieser war auch Jünger Jesu, doch aus Furcht von den Juden hielt er es heimlich. Er nimmt sich ein Herz und wagt es, zu Pilatus zu gehen.
Pilatus: Was wünschest du? Was ist der Grund, dass du jetzt noch am Abend zu mir kommst?
Joseph: Sehr verehrter Landpfleger! Es ist meine Bitte, dass Sie mir den Leib Jesu geben, dass ich Ihn in mein Grab lege.
Pilatus: Ist Er denn schon überhaupt tot? Es waren gerade einige der Juden bei mir und baten mich, ich sollte den gekreuzigten die Beine brechen lassen. Und dieser Jesus soll jetzt schon tot sein? Da muss ich mich erst mal versichern.
Autor: Er ruft den Hauptmann zu sich und fragt ihn, ob Jesus schon tot sei. Als dieser es ihm bestätigt, wendet Pilatus sich an Joseph.
Pilatus: Ja wenn es so ist, dann kannst du den Leib Jesu haben. Es ist alles so seltsam mit diesem Jesus.
Autor: Nun wird Jesus begraben. Nikodemus, der einmal nachts bei Jesus war, ist nun auch dabei, Jesus die letzte Ehre zu erweisen. Doch obwohl Jesus jetzt tot ist, haben die Hohepriester und Pharisäer auch jetzt noch keine Ruhe.
1 Hohepriester: Wie war das doch mit diesem Jesus, große Reden hat Er gehalten, und jetzt? Endlich haben wir Ruhe von Ihm. Er hat dem ganzen Volk den Kopf verdreht.
2 Hohepriester: Ja, ja. So viele sind Ihm nachgelaufen und als es erst anfing heiß zu werden, da blieb Er plötzlich allein.
1 Hohepriester: Genau! Der Judas hat uns ja einen guten Dienst getan. Und der Petrus, der soll ja auch ganz feig gelogen haben. Und erst der Johannes, als man ihn festhielt, da hat er seinen Mantel losgelassen und ist ohne dem davongelaufen.
2 Hohepriester: Also, eins ist sicher: Mit diesem Jesus werden wir keine Schwierigkeiten mehr haben.
1 Hohepriester: Das stimmt schon. Mit Ihm nicht, aber mit seinen Nachläufern vielleicht?
2 Hohepriester: Wie meinst du das? Ich verstehe das nicht so ganz. Seine Nachfolger? Ha, die haben sich ja in den Löchern verkrochen.
1 Hohepriester: Jetzt ja, aber vielleicht nicht für lange. Ich denke da an die Worte dieses Verführers: „Nach drei Tagen werde ich auferstehen!“
2 Hohepriester: Ach, dieser Jesus hat sowieso oft solche Dinge geredet, die man nicht so ganz ernst nehmen durfte. Meinst du, Er wird noch einmal auferstehen? Nein, nein. Das glaube ich nicht.
1 Hohepriester: Ich eigentlich auch nicht, aber da könnten seine Jünger vielleicht Hilfe leisten.
2 Hohepriester: Wie?
1 Hohepriester: Ja ganz einfach, und zwar so: Sie, d. h. seine Jünger, gehen am dritten Tage in aller Frühe hin, machen das Grab auf und nehmen den Leib Jesu heraus. Und dann …
2 Hohepriester: Das stimmt, daran habe ich noch gar nicht gedacht.
1 Hohepriester: Ich glaube, das Beste was wir tun können ist, wir gehen gleich zu Pilatus und bitten ihn um Wache.
2 Hohepriester: Zusätzlich versiegeln wir noch das Grab. Ich glaube, dann sind wir von seiner „Auferstehung“ gesichert.
Autor: So kam es so, dass sogar am Sabbat die Hohenpriester und Pharisäer zu Pilatus kamen.
1 Hohepriester: Gnädiger Herr, verehrter Landpfleger! Es ist doch gestern dieser Jesus gekreuzigt worden und wir müssen an seine Worte denken, die Er sagte, dass Er nach drei Tagen auferstehen würde.
2 Hohepriester: Darum befehle das Grab zu bewachen, dass nicht auf einmal seine Jünger kommen, seinen Leib stehlen und nachher sagen, Er sei auferstanden. Dann wäre nämlich der letzte Betrug ärger denn der erste.
Pilatus: Da habt ihr die Hüter, geht hin und verwahrt das Grab wie ihr wisset!
… Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden Kämpfen… Ich bin ein König, Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass Ich für die Wahrheit zeuge… Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben…
Er war ja auch unschuldig, aber das Volk, das Volk! Es hat mich gezwungen. Ist Er etwa doch etwas Besonderes? Wird Er vielleicht auferstehen?
Autor: So ist auch der Sabbat vergangen. Die letzten Strahlen der Abendsonne versinken hinter den Bergen. Der abendliche Himmel färbt sich immer dunkler, bis die Nacht alle Häuser in ein tiefes Dunkel gehüllt hat. Doch für manch einen wird es nicht eine Nacht der Ruhe, sondern eine voll Trauer und Unruhe gewesen sein. Das ist auch der Grund, warum einige Frauen schon vor Anbruch des Morgens zur Stadt hinauseilen. Sie halten es nicht mehr länger in ihren Häusern aus. Es zieht sie mit Macht zum Garten Josephs, denn dort liegt ihr Heiland, Dem sie die letzte Ehre erweisen wollen. Unterwegs sprechen sie nicht viel miteinander doch eine Sorge bewegt sie: „Wer wälzt uns den Stein weg, der vor des Grabes Tür liegt?“ Doch diese Sorge ist umsonst, denn als sie dem Grabe nähern, sehen sie dass der Stein schon abgewälzt ist. Sie laufen zum Grabe, um zu sehen was dort vorgeht, doch sie finden nur ein leeres Grab vor. Ganz entsetzt und mit Furcht in den Augen kommt Maria zu den Jüngern gelaufen.
Maria: Er ist weg, sie haben ihn gestohlen!
1 Jünger: Wer ist weg? Wen haben sie gestohlen?
Maria: Jesus! Das Grab ist leer!
2 Jünger: Wieso? Das Grab war doch versiegelt, und Wache stand auch noch da.
Maria: Trotzdem ist Er weg!
3 Jünger: Vielleicht hast du dich getäuscht?
Maria: Nein, nein. Ich habe es ja mit meinen Augen gesehen.
1 Jünger: Ja wie kam es überhaupt, dass du schon so früh beim Grabe warst?
Maria: Ich wollte den Meister salben, doch als ich zum Grab kam, war der Stein weg und das Grab leer! Sie haben Ihn weggetragen!
Autor: Zwei von den Jüngern laufen zum Grab und finden alles so vor, wie Maria es ihnen gesagt hat. So gehen sie wieder heim. Maria aber bleibt beim Grab stehen und weint.
Maria: Warum haben sie Jesus gekreuzigt? Er hat ja nur gutes getan. Er hat mir meine Sünden vergeben und mich glücklich gemacht. Und jetzt haben sie Ihn noch weggetragen. Er muss doch irgendwo zu finden sein!
Autor: Da sieht man Maria wieder in die Stadt zurücklaufen. Ihrem Gang nach zu urteilen hat sie es sehr eilig. Aus ihrem Gesicht strahlt eine große Freude und ihre Gedanken sind noch immer bei dem eben erlebten. Mit einem Freudenruf kommt sie zu den Jüngern rein.
Maria: Jesu ist auferstanden! Er lebt, Er lebt!
1 Jünger: Was? Das ist doch nicht möglich?
Maria: Doch, Er lebt! Ich habe Ihn selbst gesehen! Er ist mir am Grab erscheinen!
2 Jünger: Wann?…
Maria: Jetzt, gerade! Als ich am Grabe stand und weinte, kam ein Mann. Ich dachte es wäre der Gärtner und fragte ihn: „Wo hast du Ihn hingelegt? Ich will Ihn holen gehen.“ Da sah Er mich an und sprach: „Maria.“ Ich rief: „Rabbuni!“ Erst als Er meinen Namen rief, erkannte ich Ihn und Er sandte mich zu euch mit den Worten. „Ich fahre auf zu Meinem Vater und zu eurem Vater, zu Meinem Gott und zu eurem Gott.“ Und jetzt gehe ich und erzähl es auch den anderen allen.
3 Jünger: Irgendwie kann ich der Sache nicht so recht glauben.
Autor: Die Jünger konnten die Freude mit Maria nicht teilen, weil sie ihr nicht glauben. Doch würden sie es bald erfahren, dass Maria doch recht hatte.
Zwei von den Jüngern gehen in den Flecken, der da Emmaus heißt. Sie können da Geschehene nicht verstehen.
1 Jünger: Von diesem Jesus habe ich eigentlich etwas anderes erwartet. Ich dachte, Er wird Israel erlösen und jetzt sind schon drei Tage dass Er tot ist.
2 Jünger: Ja, Er hat zwar viele Wunder getan und ich dachte, Er wäre der Verheißene aber sein Ende…
1 Jünger: Er ist wie einer der größten Verbrecher hingerichtet worden.
2 Jünger: Was hältst du eigentlich von der Aussage Marias? Es ist mir alles so seltsam.
1 Jünger: Ich verstehe das auch nicht. Entweder, da ist wirklich etwas Wahres dran, oder Maria ist durchgedreht.
2 Jünger: Nein, das glaube ich doch nicht. Sie schien ja ganz glücklich zu sein. Hast du nicht gesehen, wie sie gestrahlt hat? Und dann erst ihr überzeugendes Reden…
1 Jünger: Na ja, wir werden doch noch merken, ob etwas dahinter ist oder nicht.
Autor: Die neun Jünger und einige andere sind zusammen und unterhalten sich ganz lebhaft über die Auferstehung Jesu, als plötzlich die Türen aufgehen und wer steht vor ihnen? Die zwei Jünger, die vor einigen Stunden nach Emmaus gingen.
Maria: Jesus ist wirklich auferstanden! Er ist dem Petrus erschienen!
3 Jünger: Ja, ich habe Ihn selbst gesehen. Er ist wirklich auferstanden!
1 Jünger: Und uns ist Er auch erschienen, als wir auf dem Wege nach Hause waren, und alles Erlebte nachdachten und redeten…
2 Jünger: Ja, da kam plötzlich Jesus zu uns und fragte uns nach dem Thema unserer Unterhaltung. Wir erzählten es Ihm und da fing Er an, uns die Schrift auszulegen.
1 Jünger: Er fing bei Mose an und alle Propheten legte Er uns aus. Als wir dann zu Hause ankamen, luden wir Ihn ein zu uns zu kommen, und Er kam auch. Als Er uns das Brot brach, erkannten wir Ihn, doch da verschwand Er vor unseren Augen.
2 Jünger: Jesus ist auferstanden!
Alle: Er ist wahrhaftig auferstanden!!!
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