Archive für die Kategorie 'Ostern - Auferstehungsfest'

Mrz 20 2009

Das leere Kreuz

Geschrieben von Christ under Ostern - Auferstehungsfest

Das leere Kreuz, eine christliche Prosa zu Ostern für 2 Lektoren

L2: Das leere Kreuz

L1: In vielen öffentlichen Gebäuden, sei es in Schulen, Krankenhäusern oder Kirchen, trifft man das Kruzifix an; ein Kreuz mit dem toten Christus. In der frühen christlichen Kunst wurde der Leib Christi am Kreuz nicht abgebildet – zum Einen lehnte die Kirche die bildliche Darstellung ab, zum Anderen symbolisierte das leere Kreuz die Auferstehung von Jesus. Im 7. Jahrhundert war man aber dazu übergegangen, Christus als ganze Figur darzustellen; zunächst als triumphierenden Christus, später wurde jedoch der leidende Christus vermehrt betont – mit einem Lendentuch und einer Dornenkrone ans Kreuz festgenagelt.

L2: Genau dort wollen ihn auch viele Menschen haben: festgenagelt ans Kreuz, hilflos, machtlos. Jesus soll nicht als der Herrscher auftreten, der den Tod mit seiner Auferstehung besiegt hat. Womöglich will er dann auch noch über mein Leben herrschen? Viele lassen Jesus einfach am Kreuz, oder auch im Grab…

L1: Wir aber rühmen uns nicht des Kreuzes mit dem toten Erlöser, sondern des leeren Kreuzes dessen, der aus dem Grab auferstanden ist.

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Mrz 10 2009

Ist es am Ende doch der Anfang?

Geschrieben von Christ under Ostern - Auferstehungsfest

Ist es am Ende doch der Anfang, ein christliches Anspiel zu Ostern für 6 Personen

Trauernder 1: Jetzt ist alles aus.

Trauernder 2: Alle Hoffnung umsonst.

Trauernder 3: Drei Jahre vergeblich geglaubt.

Verstehender: Seht, wie er da am Kreuz hängt.

Trauernder 1: Das Ende unserer Sehnsucht.

Trauernder 2: Das Ende unserer Hoffnung.

Trauernder 3: Das Ende unserer Zukunft.

Verstehender: Seht, wie er da am Kreuz hängt.

Trauernder 1: Und wir hatten gedacht: Er wird Israel erlösen.

Trauernder 2: Und wir hatten gehofft: Mit ihm beginnt die neue Zeit.

Trauernder 3: Und wir hatten geglaubt: Jetzt richtet er sein Reich auf.

Schächer: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.

Jesus: Ich sage dir, heute wirst du noch mit mir im Paradies sein!

Verstehender: (tritt aus der Gruppe der Trauernden heraus) Was hat er gesagt?

Schächer: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.

Verstehender: „Wenn du in dein Reich kommst?“ Ist sein Reich doch nicht am Ende? Ist es am Ende der Anfang?

Jesus: Heute wirst du noch mit mir im Paradies sein!

Verstehender: „Heute mit mir im Paradies…?“ Jesus geht ins Paradies! Und der Schächer ist der erste Mensch, den er mitnimmt! In sein Reich. Das jetzt beginnt! Was für ein Anfang!

Trauernder 1: Jetzt ist alles aus.

Verstehender: Nein, jetzt fängt alles an!

Trauernder 2: Aber Jesus ist am Ende.

Verstehender: Nein, er ist am Anfang!

Trauernder 3: Seht doch, wie alles zusammenbricht, was er aufrichten wollte!

Verstehender: Versteht doch, wie er alles aufrichten will, was zusammengebrochen ist!

Trauernder 1: Bald wird er sterben.

Verstehender: Bald wird er leben!

Trauernder 2: Jesus, was können wir für dich tun?

Verstehender: Jesus, was kannst du jetzt für uns tun?

Trauernder 3: Jesus, wir denken an dich, wenn es mit dir zu Ende geht.

Verstehender: Jesus, denke an mich, wenn du dein Reich anfängst!

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Mrz 10 2009

Das Bild

Geschrieben von Christ under Ostern - Auferstehungsfest

Das Bild, ein christliches Anspiel zu Ostern für 3 Personen

Sprecher: Pater Hugo, Geistlicher an der reichen Kirche zum heiligen Hieronymus in Düsseldorf, trat in die Werkstatt des jungen Malers Domenico Feti. Ein Altarbild von der Kreuzigung Jesu sollte er malen. Sie wurden über Entwurf und Preis einig, und der Maler machte sich an die Arbeit. Mittlerweile sprangen die jungen Knospen, und die ersten Blumen entfalteten sich. Da packte den Künstler die Sehnsucht, die Stadt zu verlassen und mit einem Skizzenbuch das umliegende Land zu durchstreifen. Am Waldrand begegnete er eines Tages einem Zigeunermädchen, das gerade Strohkörbe flocht. Ihre Schönheit fesselte sein Künstlerauge.

Maler: (sehnsüchtig) Wenn ich sie nur malen könnte! Diese lebhaften blitzenden Augen und das lange Haar schwarz wie Ebenholz. Was gäbe das für ein herrliches Bild!

Sprecher: Jetzt erst bemerkte ihn das Mädchen und erriet seine Absicht. Sofort sprang sie auf. Dann hob sie die Hände über den Kopf, schnippte mit den Fingern den Takt und tanzte leicht und anmutig vor ihm hin und her. Dabei zeigte sie ihre weißen Zähne und ihre Augen strahlten vor Lust. Domenico ergriff sofort die Gelegenheit und skizzierte sie in aller Eile, beschloss aber mehr daraus zu machen und sprach die junge Zigeunerin an.

Maler: (tritt an sie heran) Hör mal, was hieltest du davon, wenn ich von dir ein richtiges Bild malen würde? Du würdest dabei auch einiges verdienen.

Zigeunerin: Wollen Sie das wirklich tun?

Maler: O ja, und ich denke es würde ein wunderschönes Bild werden!

Zigeunerin: Na ja, wenn Sie meinen… Von mir aus können wir jetzt sofort anfangen.

Maler: So habe ich das nun auch wieder nicht gemeint. Damit es tatsächlich ein Prachtstück wird, muhst du mehrmals zu mir in die Werkstatt kommen. Da kann ich in Ruhe arbeiten. Ich denke, es ist das Beste, wenn du dreimal die Woche zu mir kommst. Noch weiß ich nicht, wie lange es dauern wird, bis ich ganz zufrieden damit bin.
Ich möchte dich nämlich als spanische Tänzerin malen und das Bild soll ein Meisterwerk werden. Bist du also damit einverstanden, dreimal pro Woche zu kommen.

Zigeunerin: Ja, natürlich!

Maler: Abgemacht?

Zigeunerin: Abgemacht!
(schütteln sich die Hände)

Maler: Ach übrigens, wie heißt du?

Zigeunerin: Pepita!

Maler: Pepita. Ein schöner Name. Also gut, Pepita! Dann bis Morgen um 3 Uhr!

Sprecher: Pünktlich zur festgesetzten Zeit erschien sie. Ihre großen Augen wanderten im Atelier hin und her und ruhten dann auf den altertümlichen Rüstungen, Krügen und Schnitzereien. Jetzt fing sie an, die Gemälde zu betrachten, und bald fesselte das große Altarbild, das seiner Vollendung nahe war, ihre Aufmerksamkeit. Tagelang betrachtete sie es staunend bis sie sich endlich traute Domenico danach zu fragen.

Zigeunerin: Wer ist das? Ich meine die Figur hier, die am meisten hervorsteht.

Maler: (gleichgültig) Christus.

Zigeunerin: Was geschieht mit ihm?

Maler: Er wird gekreuzigt. (ablenkend) So, und jetzt dreh dich ein wenig nach rechts – so, so geht’s.

Zigeunerin: (schweigt eine Weile, setzt dann wieder an) Wer sind die andern Leute, die mit den bösen Gesichtern?

Maler: (verärgert) Hör mal, ich kann nicht immerfort mit dir reden, du hast hier nichts weiter zu tun, als still zu stehen.

Sprecher: Das Mädchen schwieg eingeschüchtert. Aber sie betrachtete weiter das  Bild und grübelte darüber nach, was es bedeuten sollte. Jedes Mal, wenn sie das Atelier betrat, fesselte sie das Gemälde von neuem. Ab und zu wagte sie eine Frage, denn die Sehnsucht, mehr zu erfahren, verzehrte sie fast.

Zigeunerin: (schüchtern) Warum kreuzigten sie ihn denn? War er schlecht, sehr schlecht?

Maler: Im Gegenteil – der beste Mensch auf der Welt.

Zigeunerin: Wenn er gut war, warum kreuzigten sie ihn denn?

Maler: Es war, weil –

Zigeunerin: (atemlos) Weil?

Maler: Hör zu, ich will es dir erzählen, aber dann lass mich mit deinen Fragen in Ruhe.

Sprecher: Und er berichtete ihr die Geschichte des Gekreuzigten – neu für Pepita, für den Künstler so alt, dass sie ihn gar nicht mehr bewegte. Er konnte die Todesangst des Heilandes malen, und nicht ein Nerv zuckte an ihm, während schon der bloße Gedanke daran ihr fast das Herz brach. Ihre großen, schwarzen Augen standen voller Tränen, die der glühende Zigeunerstolz doch verbergen wollte.
Das Altarbild und die spanische Tänzerin wurden zu gleicher Zeit fertig. Pepitas letzter Besuch im Atelier war gekommen. Gleichgültig sah sie auf das schöne Bild, das der Künstler von ihr gemalt hatte, aber dann drehte sie sich um, stand vor dem Altarbild und konnte sich nicht davon trennen.

Maler: Komm, hier ist dein Geld, und noch ein Goldstück darüber, denn du hast mir Glück gebracht, die spanische Tänzerin ist schon verkauft.

Sprecher: Das Mädchen wandte sich langsam um. Ihre Augen, die voll tiefer Bewegung waren, schauten feierlich.

Zigeunerin: Nicht wahr, Herr, Ihr liebt ihn sehr, weil er das alles für Euch getan hat?

Sprecher: Das Gesicht, in das sie sah, wurde dunkelrot. Der Künstler schämte sich. Daran hatte er noch nie gedacht. Das Mädchen in seinem armseligen verblichenen Kleid verließ das Atelier, aber die fragenden Augen klangen in seinem Herzen nach. Er beeilte sich, das Gemälde an seinen Bestimmungsort zu schicken, doch konnte er nicht die Worte vergessen: „…das alles für dich getan!“

Maler: (an sich selbst gewandt) Ich kann diese Qual nicht mehr ertragen. Ich muss ihr entgegentreten und sie besiegen. Es ist sicher das Beste, wenn ich zur Beichte gehe. Pater Hugo wird mir bestimmt die Absolution erteilen, schließlich glaube ich ja an alle Lehren der Kirche. Und wenn ich auch noch das Altarbild viel billiger abgebe, als ich es ursprünglich wollte, dann – ja dann ist sicher alles in bester Ordnung.

Sprecher: Was er sich vorgenommen hatte, das tat Domenico auch. Wie vermutet fühlte er sich ein oder zwei Wochen erleichtert, aber dann erwachte von neuem die Frage: „Ihr liebt ihn doch sehr?“ und forderte eine Antwort.
Feti wurde ruhelos und konnte nicht mehr arbeiten. So wanderte er viel in der Stadt umher. Eines Tages sah er Menschen in ein kleines haus an der Stadtmauer gehen. Einige Tage später erfuhr er, dass ein Fremder dort wohnte, einer von der neuen Lehre. Hier war möglicherweise das zu finden, was er suchte. So ging Feti in die Versammlungen, um zu beobachten, vielleicht als Suchender, sicher nicht, um ein Anhänger dieser Lehre zu werden. Aber ein Mensch kann dem Feuer nicht nahe kommen und doch kalt bleiben. Der Suchende fand das, wonach er sich sehnte: einen lebendigen Glauben. Das Alte war das Neue. Sein neuer Freund lieh ihm eine Zeitlang eine kostbare Abschrift des neuen Testamentes. Nach einigen Wochen wurde er aus Düsseldorf vertrieben, zog von dannen und musste das Buch zurücklassen. Aber das Wesentliche daraus blieb in Fetis Herz haften.

Maler: All das tat er für mich – wie kann ich den Menschen sagen von dieser Liebe, die ihr Leben ebenso hell machen will wie das meine? (nachdenkliche Pause) Ich kann malen, mein Pinsel muss es verkünden. Ach, in jenem Altarbild drückte sein Gesicht nur Todesqual aus. Aber das war nicht die ganze Wahrheit. Unaussprechliche Liebe, unendliches Mitleid, williges Opfer müssen darin zu sehen sein.

Sprecher: Und dann malte er – und der Maler wuchs über sich selbst hinaus. Das neue Gemälde von der Kreuzigung war wie eine göttliche Eingebung.
Er konnte sich nicht entschließen, es zu verkaufen, und schenkte es seiner Geburtsstadt Düsseldorf. Das Bild wurde in der öffentlichen Galerie aufgehängt, und die Bürger strömten dahin, um es zu sehen. Jeder, der davor stand, verstummte; die Herzen wurden bewegt. Unter dem Bild stand: „Das tat ich für dich – was tatest du für mich?“
Auch Feti ging oft hin. Er stand weit hinten in einer Ecke der Galerie und bat Gott, er möge seine gemalte Predigt segnen. Als sich eines Tages die übrigen Besucher verlaufen hatten, bemerkte er ein armes Mädchen, das bitterlich weinend vor dem Bild stand. Der Künstler trat zu ihr.

Maler: Was macht dich so traurig, Kind?
(Das Mädchen schaut sich um.)

Maler: Ach, du bist es Pepita! Warum weinst du den  so?

Zigeunerin: O Herr, wenn er nur mich so geliebt hätte! Ich bin nur ein armes Zigeunermädchen; für Euch ist diese Liebe da, aber nicht für mich.

Sprecher: Tränen stürzten aus ihren Augen, aber sie gab sich keine Mühe mehr, diese zurückzuhalten.

Maler: Pepita, auch für dich ist das alles.

Sprecher: Und dann erzählte ihr der Künstler die ganze Geschichte dieser Liebe. Bis zu der späten Abendstunde, wo die Galerie geschlossen wurde, saßen die beiden beieinander und redeten. Nun wurde der Maler nicht mehr müde, ihre Fragen zu beantworten, denn sie fragte ja nach den einen, den er liebte. Er erzählte dem Mädchen von dem wunderbaren Leben des Heilandes und seinem siegreichen Tode und wie er auferstand in Herrlichkeit. Er erklärte ihr auch, wie diese erlösende Liebe uns mit Gott verbindet. Sie lauschte, nahm die Worte in ihrem Herzen auf und fand zum Glauben.
Viele Jahre waren seitdem vergangen, da fuhr auf der Reise nach Paris ein fröhlicher Grafensohn in seiner Kutsche in Düsseldorf ein, und während seine Pferde gefüttert wurden, besuchte er die berühmte Galerie. Er war reich, jung und klug, die Welt strahlend schön, und all ihre Schätze standen ihm offen. Nun trat er vor Fetis Bild und war tief ergriffen.
„Das tat ich für dich – was tatest du für mich?“
Er las wieder und wieder die Inschrift auf dem Rahmen und konnte sich nicht losreißen – sie drang in sein Herz hinein, die Liebe Christi nahm ihn für immer gefangen. Das Licht verblich, der Türschließer musste den jungen Mann am Arm fassen und ihm sagen, dass es Zeit sei, die Galerie zu verlassen. Die Nacht war gekommen – nein – für jenen jungen Mann war vielmehr die Morgenröte des ewigen Lebens angebrochen. Er war Graf von Zinzendorf. Später legte er sein Leben, Vermögen und Ruhm dem zu Füßen, der durch das Bild zu seinem Herzen geredet hatte.

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Mrz 12 2008

Das Ostergericht

Geschrieben von Christ under Ostern - Auferstehungsfest

Das Ostergericht, ein christliches Anspiel zu Ostern für 6 Personen

Richter: Ich rufe die Menschen auf, die vor 2000 Jahren die Lüge verbreitet haben, dass Jesus von dem Tode auferstanden sei.
Die erste Zeugin soll vortreten.
Sie waren eine der ersten, die das Grab leer aufgefunden haben.

Salome: Ja, Herr, es war am Sonntagmorgen, ganz früh. Als wir ankamen, waren die Soldaten schon weg und der Stein abgewälzt. Das Grab war leer.

Richter: Sie sagen, dass das Grab leer war. Haben Sie es genau untersucht?

Salome: Nein, aber weil wir die Grabtücher gleich sahen und dann ein Engel uns sagte…

Richter: Ein Engel? Sicher meinen Sie nicht, dass im 21. Jahrhundert glauben sollen, dass Sie wirklich einen Engel gesehen haben.

Salome: Ich konnte es auch nicht glauben, weil ich so etwas vorher noch nie erlebt habe, aber es war ein Engel, und er sagte uns: „Er ist nicht hier – Er ist auferstanden!“

Richter: Er ist auferstanden!“ Sind Sie sicher, dass der Engel diese Worte gebraucht hat? Oder sagte er nur: Er ist nicht hier?“ Kann es nicht so gewesen sein, dass Sie in Ihrer Aufregung zum verkehrten Grab gekommen sind? Es gab doch viele Gräber im Garten – und dass dieser Engel“ in Wirklichkeit nur ein Gärtner war, der zu Ihnen sagte: „Wenn sie Jesus suchen, dann sind Sie hier verkehrt. Er ist nicht hier begraben.“

Salome: Nein, es war bestimmt das richtige Grab!

Richter: Woher wissen Sie das so genau?

Salome: Weil es versiegelt war – und Soldaten waren dort…

Richter: Sie haben vorher gesagt, dass die Soldaten nicht da waren.

Salome: Sie waren schon weggelaufen – aber es war das Grab bestimmt!

Richter: Aber Sie haben es nicht genau untersucht, ob der Leichnam vielleicht doch drinnen war?

Salome: Nein, Er war nicht darin…

Richter: Das ist alles. Kaiphas, bitte vortreten.
Sie waren Hohepriester in Jerusalem zu jener Zeit. Was meinen Sie zu dem, was Salome ausgesagt hat?

Kaiphas: Den ersten Teil muss ich leider bestätigen. Der Leichnam, der am Freitag ins Grab gelegt worden war, war Sonntag früh nicht mehr da. Wir haben alles genau untersucht, aber wir haben es zugeben müssen: Dass Grab war leer. Er war verschwunden.

Richter: Und was meinen Sie, wie das geschehen sei?

Kaiphas: Das ist mir klar: Die Jünger haben Ihn gestohlen und irgendwo anders begraben. Wir haben gefürchtet, dass das passieren könnte und darum haben wir Soldaten als Hüter davor gesetzt und den Stein versiegelt.

Richter: Und wie sind die Jünger hineingekommen?

Kaiphas: Es gab ein Erdbeben. Und Soldaten waren erschrocken, und da sie sehr abergläubisch waren, liefen sie davon. Die Jünger aber haben diese Gelegenheit ausgenützt.

Richter: Es wurde erzählt, dass die Soldaten schliefen.

Kaiphas: In unserer Verlegenheit haben wir ihnen Geld gegeben, dass sie das behaupten sollten.

Richter: Warum haben Sie die Soldaten bestochen, dass sie lügen sollen?

Kaiphas: Man muss Feuer mit Feuer, Lüge mit Lüge bekämpfen. Wir haben unsere reine Lehre zu bewahren gehabt. Seine Auferstehung wäre vor dem Volke eine Bestätigung Gottes, dass Er wirklich der Messias war. So eine Irrlehre konnten wir nicht erlauben.

Richter: Dankeschön.
Es wird behauptet, dass dieser Christus auferstanden sei, weil Er gesehen worden ist. Darf ich Maria Magdalena vortreten lassen?
Bitte. Maria, Sie behaupten, den auferstandenen gesehen zu haben?

Maria M: Ja, Herr, die anderen Frauen sind weggelaufen. Ich blieb zurück und war sehr traurig, weil ich meinte die Juden hätten Ihn weggetragen und woanders begraben. Ich war sehr aufgeregt und habe geweint.

Richter: Sie haben geweint? Sie sind sehr sensibel. Sie weinen oft. Sind Sie nicht etwas hysterisch veranlagt?

Maria M: Nein, hysterisch bin ich nicht.

Richter: Sie waren aber damals hysterisch, und so, dass Sie sich einbildeten, Sie hätten Ihren Herrn gesehen.

Maria M: Aber ich habe Ihn gesehen. Er stand neben mir, gerade wie Sie jetzt.

Richter: Es war der Gärtner. Derselbe, der vorher zu Salome gesprochen hatte, der Gärtner, von dem sie dachte, er sei ein Engel. Ihn haben Sie in Ihrer hysterischen Aufregung als…

Maria M: Nein, es war mein Herr. Nur zuerst dachte ich, es sei der Gärtner. Übrigens haben Ihn andere auch gesehen.

Richter: Wer? Wann sollen andere Ihn gesehen haben?

Maria M: Die Jünger und seine Mutter, in Jerusalem und Galiläa, einmal sogar 500 Leute.

Richter: Maria Magdalena, möchten Sie dem Gerichtshof etwas aus Ihrem Leben berichten, bevor Sie diesen Jesus und seine Jünger kennengelernt haben?

Maria M: Als ich meinen Herrn kennengelernt habe, begriff ich dass ich eine Sünderin war, dass haben wir alle gelernt, alle die mit Jesus waren. Er hat mir meine Sünden vergeben, Er hat mich von der Knechtschaft der sieben Dämonen befreit.

Richter: Wie konnte Er das tun?

Maria M: Weil Er nicht nur Mensch, sondern Gott ist.
Genau wie Er einem Blinden das Augenlicht gegeben oder einen Lahmen heilen konnte, genau wie Er Lazarus vom Tod auferweckt hat, so hatte er die Macht, mir meine Sünden zu vergeben. Er ist der Herr der Welt und des Lebens und Er ist nicht begraben in der Erde , wie Ihr meint.

Richter: Sie dürfen gehen.
Jetzt möchte der Fischer Petrus vortreten.
Sie sind Petrus, früher Simon, der Fischer von Galiläa?

Petrus: Ja, mein Bruder Andreas und ich haben unseren Beruf aufgegeben und sind unserem Herrn nachgefolgt.

Richter: Aber soviel haben Sie dabei nicht aufgeben müssen.
Sie haben ja viel mehr bekommen. Dieser Herr von euch war ein sehr volkstümlicher Prediger und Wunderdoktor. Wo Er hinkam, waren immer Massen von Menschen, und Sie als seine Jünger sind dadurch berühmt geworden. Für den unbekannten Fischer von Galiläa war ein sehr großer Schritt vorwärts.

Petrus: Ja, das bestimmt. Und warum der Herr aus mir so großes machen wollte, weiß ich heute auch noch nicht.

Richter: Als er starb, war das Abendteuer, die Ehre und alles für Sie zu Ende.

Petrus: So habe ich auch gemeint.

Richter: Aber dann dachten Sie: Wir brauchen nicht unser Geschäft zu schließen, wenn wir den Menschen sagen, Er sei nicht gestorben. Und so haben Sie in der nacht seine Leiche aus dem Grab gestohlen und dann überall erzählt, dass Er auferstanden sei. Und es hat gewirkt.

Petrus: Wenn Sie glauben, dass wir Schwindel verbreiten, dann müssen Sie glauben, dass wir uns selbst betrügen.
Nein, das was ich gesehen habe, sogar betastet habe, das kann ich nicht mehr verleugnen. Und dass es wahr ist, ist darin bewiesen, dass andere, die unseren auferstandenen Herrn nicht gesehen haben, uns glaubten. So viel Glauben hätten wir mit unseren armseligen Predigten nicht schaffen können, sondern der Herr hat’s getan, und Er tut es heute noch überall in der Welt, bis zu dieser Zeit.

Richter: Bis zu dieser Zeit? Jawohl – und es ist Zeit, dass dieser Schwindel aufhört.
Jetzt möchte ich jemanden aus dem 21. Jahrhundert rufen. Bitte, der letzte Zeuge
Glauben Sie, dass dieser Jesus von Nazareth auferstanden sei?

Junge: Ja, das glaube ich.

Richter: Haben Sie Ihn gesehen?

Junge: Nein.

Richter: Wie kommen Sie dann auf so etwas? Woher haben Sie diesen Glauben?

Junge: (Hier eigenes Zeugnis möglich) Von meine Eltern, vom Kindergottesdienst … das lernt jedes Kind.

Richter: Aber das glaubt kein vernünftiger Mann. Oder sind Sie noch ein kleines Kind, das alle Märchen glaubt, die Ihm erzählt werden?

Junge: Ich habe auch einmal gedacht, es sei nur ein Märchen, bis ich es ausprobiert habe.

Richter: Ausprobiert? Was?

Junge: Zu glauben, dass Jesus nicht irgendwo in Palästina begraben liegt, sondern dass Er wirklich auferstanden ist und dass Er der Lebendige Gott ist, der mir helfen kann.

Richter: Helfen? Brauchen Sie Hilfe? Sind Sie nicht klug genug allein durch diese Welt zu kommen wie ein richtiger Mann?

Junge: Besonders klug bin ich nicht, aber klug genug, um zu wissen, dass ich und niemand durchkommen kann. Schauen Sie, was für Mächte am Werk sind, was in der Politik ausgerichtet wird. Hören Sie den politischen Rednern zu. Schauen Sie die Kinoreklamen an – die Zeitschriften. Hören Sie die Stimmen unserer Zeit, wie sie rufen: “Hier, folge uns! Schließe dich unseren Reihen an! Mach mit!“ Man wird so verwirrt von dem allen – so durcheinander. Aber sie reden nicht nur, sondern sie haben Macht und können uns zwingen. Man kommt sich völlig hilflos vor. Wie ein Blatt, vom Winde verweht. Man gibt nach. Man zieht eine Uniform an und marschiert mit. Man schreit, wenn die anderen schreien. Man geht dahin, wo die Freunde rufen. Man kann nicht gegen das alles stehen, wenn man allein ist. Ich wenigstens brauche jemanden, der größer ist als dies alles, jemanden, der mich stärkt und mir hilft… und der da ist. Er ist Gott. Er heißt Jesus Christus.

Richter: Sie sind sehr sicher.

Junge: Ich habe meine Zweifel und Anfechtungen, aber ich bin gewiss, dass es ohne Ihn keinen Trost noch eine Hoffnung gibt, keinen festen Grund in dieser Welt und dass ich verloren bin. Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben.

Richter: Obgleich wir manches rührendes Zeugnis gehört haben, denke ich doch, dass mit hundertprozentiger Sicherheit es niemand feststellen kann, dass Jesus von Nazareth tatsächlich auferstanden ist.

Junge: Darf ich etwas sagen?

Richter: Bitteschön!

Junge: (Zur Gemeinde) Der Herr ist auferstanden!

Gemeinde: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

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