Archive für die Kategorie 'Nachfolge'

Mrz 06 2008

Geschenke die nichts kosten

Geschrieben von under Nachfolge

Geschenke die nichts kosten, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 4 Personen

Verkäuferin: Guten Tag! Kann ich Ihnen helfen?

Frau: Guten Tag! Ja, es wäre nett. Wir sind nämlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen worden und suchen ein passendes Geschenk.

Verkäuferin: Haben Sie da schon bestimmte Vorstellungen?

Mann: (schüttelt den Kopf) Nein, das ist es ja gerade.

Frau: Wir hatten an eine nette Kleinigkeit gedacht, nur so ein Mitbringsel. Es ist der Arbeitskollege meines Mannes, der in der nächsten Woche 60 wird.

Verkäuferin: Hat der Arbeitskollege vielleicht ein Hobby, etwas, mit dem er sich gerne beschäftigt?

Frau: (zu dem Mann) Das musst du doch wissen. Du warst doch schon mal bei ihm zu Hause.

Mann: Ich weiß nur, dass er gerne Fahrrad fährt und…

Frau: (unterbricht) Aber ein Fahrrad können wir ihm ja gar nicht schenken und außerdem…

Mann: Lass mich doch mal ausreden. Im Keller hat er eine Eisenbahn aufgebaut…

Verkäuferin: Eine Ergänzung für die Eisenbahn wäre natürlich eine gute Sache. Ein paar Schienen, eine Weiche, Bahnübergang mit Schranken – ach, da gibt es so viele Möglichkeiten. Aber dazu müsste man etwas über die Art der Anlage wissen.

Frau: Nein, das soll ja auch nicht zu viel kosten.

Verkäuferin: Dann gehen wir doch einfach mal durch unser Geschäft. Vielleicht fällt uns da etwas ins Auge.
- Hier habe ich eine geschnitzte Krähe aus Mooreiche. Handarbeit von einem einheimischen Künstler. Sie kostet … 120 DM.

Mann: Viel zu teuer.

Verkäuferin: Wie wär’s mit einem Barometer oder einer digitalen Temperaturanzeige für innen und außen?

Frau: Das ist auch nicht das Richtige, die sind nämlich teuer.

Verkäuferin: Dort drüben haben wir wunderschöne Vasen. Hier sehen Sie mal, ein ganz besonderes Stück. Und sie kostet nur 45 DM!

Frau: Die Vase ist schön, aber so viel wollten wir auch nicht ausgeben.

Verkäuferin: Wissen Sie, Geschenke die nichts kosten gibt es bei uns nicht.

Sprecher: Gibt es vielleicht doch Geschenke, die nichts kosten? Ein freundliches Lächeln, ein Blick des Mitgefühls, ein Händedruck für den, der traurig ist, oder ein gutes Wort. Sind vielleicht das Geschenke, die nichts kosten? Durch ein freundliches, liebevolles Wort kann auch der Ärger verfliegen, eine Kränkung ihre Bitterkeit verlieren, und eine Enttäuschung nicht mehr so wehtun. Wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen, so schweigen wir trotzig oder antworten in einer Art und einem Ton, der die ganze Spannung verschärft. Aber wie leicht ist es, gerade in solch einem Fall, mit einem guten Wort die aufgeladene Stimmung zu besänftigen und die hochgehenden Wogen zu glätten. Auch ein Zugeben der eigenen Schwachheit, ein ehrliches Bekennen des begangenen Unrechts – auch das sind Geschenke die nichts kosten.

-ENDE-

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Dez 29 2007

Die kleine Lehrerin

Geschrieben von under Nachfolge

Die kleine Lehrerin, ein christliches Anspiel für 3 Personen

Erzähler: Robert Moffart war ein berühmter Missionar in Afrika. Bei seinen Reisen durch die Uwälder sah er viele wilde Tiere und traf eine Mengewilder afrikanischer Volksstämme, die vorher noch nie ein Weißer gesehen hatte. Eines Tages stieß er auf eine Tafel, die an einem Baum befestigt war. Auf ihr stand, dass in einem kleinen Dorf in der Nähe eine christliche Schule ist.

Robert: Ich bin sprachlos. Bis zu diesem Augenblick glaubte ich, ich wäre der erste Missionar in diesem Teil des Landes. Und nur Missionare gründen christliche Schulen für eingeborene Jungen und Mädchen.

Erzähler: Moffart ging sofort in das kleine Dorf und traf am Eingang ein kleines Mädchen von ungefähr zwölf Jahren.

Robert: Ich habe an einem Baum ein Schild gesehen. Dort stand, dass in diesem Dorf christlicher Unterricht erteilt wird. Würdest du so lieb sein und mich zu dem Lehrer führen?

Erzähler: Das Mädchen beugte schüchtern ihren Kopf hinunter und schwieg.

Robert: Nun, wer ist hier der Lehrer?

Mädchen: (schüchtern) Ich bin der Lehrer.

Robert: Aber, wie ist es denn dazu gekommen? Woher weist du von Jesus?

Mädchen: Ich war einmal zu Besuch in einem entfernten Stamm. Dort habe einen Missionar gehört, der von der Liebe Jesu erzählt hat. So bin ich jetzt die erste Missionarin für die Kinder in unserem Volksstamm.

Erzähler: Das kleine Mädchen wusste nicht viel. Doch was sie von Jesus und seiner Liebe wusste, erzählte sie gleich ihren Freunden und Bekannten weiter.

Auch unsere Aufgabe ist es, wie dieses Mädchen, von Jesus Christus weiterzusagen. Auch sie brauchen ihn und seine Liebe, damit sie das ewige Leben erben können.

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Nov 20 2007

Um Seinetwillen

Geschrieben von under Nachfolge

Um Seinetwillen, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 8 Personen

1. Szene

Andronikus:  Schau Marcellus, ein Morgen in Rom ist doch schön! Wie lange bist du fort gewesen und hast die Welthauptstadt nicht kennen- und liebenlernen können. Dieses Treiben und Lärmen macht mich dessen immer wieder bewusst, welche Macht Rom besitzt. Überlege mal, UNS gehört die ganze Welt! – Ich muss dir unbedingt noch das Amphitheater und (stolz) – mein Pferd zeigen. (kleine Pause)

Marcellus:  Andronikus, wer ist das dort, die in der Sänfte getragen wird?

Andronikus:  Deine verwandte: Livitta, die Tochter der Pomponia und des Flawius Agrippa aus dem Geschlecht der Julier. Flawius Agrippa kehrt auch im Hause des Kaisers ein und aus. Du solltest noch wissen, dass er seine Frau närrisch liebt. Er ist zwar ein echter stolzer Römer, aber ihr gehört sein Herz, er liebt sie über alles. Man sagt sogar, dass sie sich beide glänzend verstehen, und alles füreinander tun würden. (einen Schritt weitergehend)

Marcellus:  Ist das dort drüben die Gladiatorenschule?

Andronikus:  (nickt zustimmend) Ja, das ist sie.

Marcellus:  Ich liebe diese Art von Vergnügen überhaupt nicht. Auch wenn es nur Sklaven und Verbrecher sind, die ihr Leben dort lassen, hat ihr Leben doch einen Wert. Mir liegt das Studieren und Forschen über den Sinn des Lebens besser.

Andronikus:  Aber Marcellus! Warum sich das Leben erschweren durch dumme und nichts einbringende Gedanken? Du verpasst doch den Anschluss an die moderne Welt. Wir leben nur einmal. Ich will das Leben genießen – alles, was es mir bietet!

Marcellus:  Du bist zwar mein Freund, aber darin werde ich nie deine Meinung teilen. Ich will wissen, wo das echte himmlische Wesen ist. Ich habe mir die Zukunft deuten lassen, habe den Göttern geopfert und sie angebetet. (bitter) – Nichts und niemand hat geantwortet. Jetzt glaube ich nicht mehr, dass sie sich um uns Menschen kümmern. (sinnend) – Wenn ich darüber nachdenke, WAS Wahrheit ist, wird mein Herz unruhig. Welcher Gott lebt wirklich?!

Sprecher:  Andronikus versuchte seinen Freund durch Ermunterungen aufzuheitern und beide wollten, um die quälenden Gedanken zu verscheuchen, in eine Taverne gehen, um einen Wein zu trinken. Durch enge Gassen, Menschengewühl, an feilschende Verkäufer vorbei, bahnten sie sich den Weg. Marcellus befriedigte es überhaupt nicht, sich beim Wein zu vergnügen, um so einen Ausweg zu finden. Mitten im Gewühl sehen sie plötzlich einen seltsam aussehenden Zug: Greise, Männer, Frauen und Kinder wurden gebunden von einem Römer geführt. Andronikus hielt sie an, um zu fragen was diese Menschen verbrochen hätten. Marcellus fragte noch einmal nach, als der Zug vorbei war:

Marcellus:  Sagte er Christiani? Ich meine, das hätte ich schon einmal gehört.

Andronikus:  Ja. Interessierst du dich für diese Verruchten? Der Zorn der Götter ist über uns, seit die Anschauung dieser Wahnwitzigen auch bei uns Gehör gefunden hat. Sie beten eine gekreuzigte Gottheit an. Marcellus, hüte dich vor den Anbetern des Eselskopfes und Vertilgern unschuldiger Kinder.

Marcellus:  Ich habe gehört, sie streuen dem Kaiser keinen Weihrauch und verstehen, wie sonst keiner zu sterben. Aber ist es im freien römischen Reich Sitte, unschuldige Frauen und Kinder dieser Anbetung wegen zu töten?

Andronikus:  (nachdenklich) – Sie haben einen seltsamen Zauber, (Pause) – der, ich weiß nicht wie, die Menschen anlockt. Selbst echte Römer sollen sich ihrem Glauben schon zugewandt haben. Ich verstehe nicht, wie sie ihre Einstellung so schnell verbreiten. – (energisch) – Aber jetzt reicht’s der trüben Gedanken. (fröhlich) Marcellus, das Leben ist kurz, warum es verträumen, anstatt es zu genießen? Komm!

2. Szene

Sprecher:  In den Kissen des weichgepolsterten Ruhebettes, das an einer luftigen Terrasse des inneren Gemaches einer reich ausgestatteten römischen Villa stand, saß eine kränklich aussehende Frau, mittleren Alters. Sie war schon seit Jahren leidend, hatte blasse und doch gleichmäßige Züge.

Pomponia:  (sich umschauend) – Persis? (Persis erscheint) – Liebe Persis, räume die Spielsachen von Julietta und die Laute von Livitta weg. Dann komm bitte mit der Rolle und ließ mir vor.

Persis:  (sorgend) – Der Auferstandene gebe, dass Livitta nie in den Tempel gehe, um die Götter zu ehren. Mein Herz bangt um die junge Herrin. Aber das Samenkorn Gottes hat schon angefangen zu keimen, aber was wird die Frucht sein?

Sprecher:  Persis hatte, nachdem sie den Auftrag erfüllt hatte, auf einem Schemel neben der Herrin Platz genommen und eine Schriftrolle geöffnet. Es war der 1.Johannesbrief, in den die beiden verborgenen Jüngerinnen sich bei verschlossener Tür vertieften. Wie wertvoll war beiden diese Schrift!

(beide über der Rolle, sinnend)

Pomponia:  Verbirgst du es auch sicher genug vor spähenden Blicken?

Persis:  Ja, Herrin, ich weiß wie gefährlich es ist zu den Christen zu gehören. Niemand soll es von mir erfahren, was wir für einen Glauben vertreten.

(kleine Pause)

Pomponia:  Ich halte es nicht mehr aus, Persis, ich muss bekennen, dass ich – dass ich auch, dem Herzen nach eine Christiani bin.

Persis:  O Herrin, solche stille Feier ist kostbar. Wie viel Kraft strömt davon aus, die uns weiterhilft, die unseren Schwächen aufhilft, die uns kräftigt, um Zeuge sein zu können. Solche Kraft hat auch das Wort: "Wer mich bekennt vor meinem himmlischen Vater …" (horcht) – Aber ich glaube ich höre Stimmen, ich sehe nach was es ist.

Sprecher:  Damit wurde der stillen und für beide erquickenden Andacht ein Ende gesetzt. Am Morgen danach kam Flavius Agrippa aus dem kaiserlichen Palast, sichtlich verstimmt. Pomponia fragte nach dem Grund seiner Unruhe.

Flavius:  Verbergen kann ich es dir doch nicht. Es taucht überall wie Gespenster der Glaube der Christiani auf. Schon mein Vater erzählte, dass unter Nero die Anhänger dieser aufrührerischen Sekte verfolgt wurden. Sie hatten merkwürdige Maßstäbe. Sie beten einen gekreuzigten Jesus lieber an, anstatt dem Kaiser Weihrauch zu streuen. (kleine Denkpause, langsam und gedankenverloren) – Zwei von ihnen wurden heute verhört. Sie sagten, ihr Reich sei nicht weltlich noch irdisch, es sei vom Himmel, aber am Ende der Tage würde er erscheinen. Dann würde der Gottessohn in Herrlichkeit kommen zu richten Lebendige und Tote und wird einem jeden vergelten nach seinem Tun!

Pomponia:  (voller Spannung) – Und – was sagte der Kaiser?

Flavius:  Er lachte sie aus. Er verachtete sie und schickte sie weg.

Pomponia:  (jedes Wort ausgewählt langsam, nach Worten ringend) Flavius – ich habe dich – zu sehr lieb – um dir noch weiter – um dir verbergen zu können, dass ich – ich auch meine Einstellung geändert habe – und, und jetzt auch zu den Christiani gehöre. (ganz sicher und glaubensstark) – ICH GLAUBE, DASS JESUS FÜR MICH GESTORBEN IST.

- Klavierakkord -

Flavius:  Pomponia!! – (kann im Akkord mit Hall begleiten)

Sprecher:  Flavius Agrippa fuhr zusammen. Langsam ballte er seine Fäuste. Er war eine harte, leidenschaftliche Natur. Dann sah er schnell nach, ob nicht jemand ihr Gespräch und Pomponias Geständnis mitgehört hatte. Wieder vor Pomponia fehlten ihm die Worte. Der Zorn hatte ihn unfähig gemacht, jetzt vernünftig zu sprechen. Langsam wich der Zorn einer unheilvollen Ruhe.

Flavius:  (langsam) – Pomponia, habe ich dich je in irgendeiner Weise verletzt? Habe ich dir je einen Wunsch versagt? Ja, wahrlich, der hat recht, der meint die Zerstörung des Menschengeschlechts habe mit dem Eintritt dieser Christiani in die Welt begonnen. Warum betest du nicht zu den Göttern? – Pomponia, weißt du, was du mir damit antust?! – (bittend) – Nimm das Wort zurück, das du eben gesprochen hast. Ein Römer gibt sich nicht leicht zum Bitten her, das weißt du, aber höre mir zu, Pomponia: Flavius Agrippa, der Julier, bittet Dich, komm zurück!

Pomponia:  Leiden kann ich, sterben kann ich – aber nicht den verleugnen, dessen Tod mein Leben geworden ist, Jesus Christus, der Sohn Gottes.

Flavius:  (fest, streng) – Gut! Du hast mich umsonst bitten lassen. Ich werde es nicht vergessen! Auch Du wirst bitten, und es wird umsonst sein. Heute noch werden die Kinder in unser Landhaus gebracht, und Du wirst sie nicht wiedersehen. Sie sollen nicht das Gift einsaugen, das ihre Mutter in sich trägt.

Pomponia:  Wirst Du mich anzeigen? Wirst Du…

Flavius:  Nein! Ich wünsche keinen Skandal in meiner Familie. Wehe Dir, wenn Du noch irgendwie Kontakt zu der Sekte unterhältst. Ich werde streng darüber wachen lassen!

Sprecher:  Flavius Agrippa wandte sich um und verließ dröhnenden Schrittes das Gemach. Jetzt übermahnte Pomponia mit aller Wucht die Trennung von ihren geliebten Kindern. Würde das genügen, was sie in der Kürze der Zeit übermittelt hatte? Würden Julian, Julietta und Livitta standhaft bleiben in dem, dessen sie belehrt worden waren? Alle drei hatten ein reines Herz und eine von der Mutter übertragene gesunde Einstellung, auch was das Wort Gottes betraf. Wem konnte sie es besser sagen als ihrem König. Noch während sie betete fühlte sie sich sacht berührt. Als sie aufsah, stand Livitta vor ihr.

Livitta:  Mutter, ich komme nur ganz kurz und das ohne Erlaubnis. Vater sagt wir sollen ins Landhaus, Du seist zu krank uns bei Dir zu haben. Ich glaube es ist nicht so. Ich sage es Dir ins Ohr: Ich gehöre auch dem Heiland an, ich will ihm treu bleiben, Julian und ich. Er lässt Dich grüßen – Er darf nicht mehr kommen, und wir beide werden für Julietta sorgen.

Pomponia:  Geh mit Gott, mein Kind und sage es Julian und Julietta immer wieder – jeden Tag – ich bete für Euch.

Sprecher:  Mutter und Tochter verabschiedeten sich hastig und so schnell wie Livitta gekommen war, verschwand sie auch wieder. Da wurde es Pomponia klar: Das war das Leiden für ihren Herrn. Eingesperrt in ihrem eigenen Haus, die Kinder unter fremder Obhut, keine Gemeinschaft mit Gläubigen. Freudig wollte sie jedoch trotz ihrer körperlichen Leiden für Jesus, den Gekreuzigten, leiden.

3.Szene

Sprecher:  Die Dämmerung war hereingebrochen und an den Ufern des Tibers begannen leichte übel riechende Düfte aufzusteigen. Es waren keine Menschen mehr unterwegs, außer einer Kohorte, die der Kaserne zuschritt, um endlich die Rüstungen abzulegen und den Abend zu genießen. Als alles wieder still geworden war, löste sich eine Gestalt aus dem Schatten, um zu den Katakomben zu eilen. Nach dem Abendmahl, das Marcellus dort miterleben durfte, stand er noch lange in einem öffentlichen Park und versuchte seiner Gefühle Herr zu werden. (leise einsetzende Musik)

Marcellus:  Seltsam, welche Ruhe, in mir tobt nichts mehr, fragt nichts mehr nach irgendetwas Unerreichbarem. Herr, ist das "zu – Dir – gehören"? Ist das der Friede mit Dir? Je tiefer ich mich versenke umso dunkler scheint mir die in der bisher gelebten Finsternis! O mein Gott, ich bin Dir so dankbar, dass Du mir durch Persis Zugang verschaffen hast. Wie gut, dass ich Menschen kennenlernen durfte, die mir Deinen Willen vorgelebt haben, trotz der Gefahr, erkannt zu werden. Sie haben mir von Deiner Liebe und Gnade zum Menschen erzählt. Ja, Du hast auch mir Gnade geschenkt, das zu erkennen. Wie eindeutig klar ist Deine Art, Dein Geist beschwert nicht jeden Gedanken, so wie es meine Philosophie tat. O Jesus, o Gekreuzigter, ich will Dir gehören! Nimm mich als Kind an. Ich sehe, dass mein Leben bisher eine einzige Last war. Hätte ich es nur früher gewusst! (Pause) – Ich will mich taufen lassen, wie gerne will ich die Verfolgung auf mich nehmen. Jesus bekräftige meinen Wunsch! Ich will es gleich beim nächsten Gottesdienst tun. Was getan ist, kann mir keiner nehmen. Es soll so schnell wie möglich geschehen.

Sprecher:  Indessen hatte Andronikus ganz andere, weltliche Gedanken. Er hatte Flavius Agrippa einen Besuch abgestattet, mit ihm gesprochen und anschließend um die Hand seiner Tochter Livitta gebeten. Der stolze Vater sah ihn gerne als zukünftigen Schwiegersohn. Andronikus’ Ansehen stieg, er war befördert worden und stand in hoher Gunst bei Hof. Wenn Livitta erst mit Andronikus verheiratet wäre, vergingen ihr bestimmt die dummen Gedanken über den Gott und seinen gekreuzigten Sohn, welchen die Mutter wahrscheinlich auch ihr eingeflüstert hatte. Schon kurze Zeit später sollte die Verlobung, ohne Pomponias Wissen und Einwilligung stattfinden. Denn Flavius hatte bewusst die Entscheidung und den Termin, ohne mit Pomponia darüber zu sprechen, abgemacht. In dem Landhaus herrschte friedvolle Ruhe. Die Bewohner lebten unbewusst unter dem Schutze Gottes. Nur die drei Geschwister wussten, wem sie das zu verdanken hatten. Livitta war schon seit einiger Zeit im Garten und sah, wie der Vater ohne Anmeldung auf das Tor zuritt. Die bisher verrichtete Handarbeit fallenlassend lief sie leichtfüßig dem geliebten Vater entgegen. O wie sie die Eltern vermisste! Stürmisch wurde der stolze Römer von seiner hübschen Tochter begrüßt.

Livitta:  O Vater, wie schön, dass Du gekommen bist! Wie habe ich darauf gewartet! Wir haben es hier so gut, aber Du und Mutter, ihr fehlt mir und natürlich Julian und Julietta sehr! (gespannt) – Bringst Du Nachrichten von der Mutter? (Pause) (dringend) – Vater, so sag doch ob’s Mutter schon besser geht und wir bald nach Hause dürfen!

Flavius:  Ich soll Euch alle herzlich von Mutter und Persis grüßen. Leider geht’s Mutter immer noch nicht besser. Die Ärzte sind ratlos. Aber Persis ist bei ihr und versorgt sie sehr gut. Aber liebe Livitta, lass uns in den Garten gehen. Ich habe Dir etwas zu sagen. (gedehnt nach einer Pause) – Und zwar komme ich, um Dir zu sagen, dass Andronikus der junge Tribun von der Preatorianergarde um Deine Hand geworben hat, (gütig) und ich habe ihm meine Tochter zur Frau versprochen.

Livitta:  (entsetzt) – Aber Vater Du hast mich…

Flavius:  Was soll das heißen, mein Kind, willst Du deinem Vater nicht gehorsam sein? Du weißt, dass der Vater den Schwiegersohn auswählt und Du dich zu fügen hast. Er ist auch kein fremder Mensch. Du kennst ihn seit Deiner Kindheit. So, jetzt beruhige Dich und mach Dir keine Sorgen, die Götter werden Euch mit Glück überschütten. Morgen kommt Andronikus. Wir werden morgen die Verlobung feiern. Ich hoffe, Du wirst dich benehmen, wie es sich einer römischen Braut gehört.

Sprecher:  Mit großen Schritten kehrte Flavius Agrippa unter die prachtvolle Säulenhalle des Landhauses zurück, um die beiden anderen Kinder zu begrüßen. Er wollte auch mit seinem Verwalter die Verlobungsfeier besprechen. Indessen stand Livitta immer noch im Garten, sie konnte keinen rechten Gedanken fassen. War das denn möglich, sollte Gott das zulassen? Sollte es wirklich Andronikus sein? Sie kannte ihn als einen Mann der Welt, der nur dem Vergnügen lebte. Er hatte ihr sogar im Scherz erzählt, er habe eine Schar Christiani ins Gefängnis gebracht. Der Mann sollte über sie bestimmen, dem sollte sie ein Recht an ihrem Handeln und Leben geben? Sie war doch eine Braut Christi, wie konnte sie einem Feind die Hand reichen? Ihr fiel keine Lösung, kein Ausweg ein, sie sah keine Hoffnung in ihrer Lage voller Angst und Unschlüssigkeit. Ohne Antwort auf die vielen Fragen brach der Tag ihrer Verlobung an. Sie wurde Andronikus zugeführt, ohne Hilfe in ihrer Ratlosigkeit.

4.Szene


Flavius:  (düster) – Pomponia, ganz Rom ist in Aufruhr! Die Christen werden verfolgt wie zu Neros Zeiten. Sie werden jetzt, wie damals, in die Arena zu den Tieren geschickt. Ich glaube, da erzähl ich Dir nichts Neues. Wahrscheinlich hat Persis Dir alles erzählt und Du weißt trotz Deines abgesondert seins von allen diesen Ereignissen. – Und jetzt wissen’s auch die anderen: Hier ist eine Anklage für Dich! Du weißt, dass dem Römer das Gerichtsrecht über seine Frau zusteht.

Pomponia:  Was wirst Du tun, Flavius? Lass mich mit meinen Brüdern und Schwestern sterben! Ich will so gerne für den Erlöser mein ihm gehörendes Leben lassen.

Flavius:  Nein, das werde ich nicht! Aber eine andere steht mit unter der Anklage, sie wird dem Tode nicht entgehen. Deine liebenswerte Persis!!!

5.Szene

Herold:  Unsere Götter mögen unserem Kaiser Domitian noch viele Jahre unter ihrer Obhut und Begünstigung durch Ruhm und Ehre bei aller Welt schenken. Ihm, zur Anbetung seiner Macht, über alle Völker sei dieser große und herrliche Tag geweiht. Es soll Dir in alle Zeiten Weihrauch gestreut werden, Kaiser. Mögen die Götter die Räucherwerke annehmen und Dir ewig Heil und Segen schenken. Römer, Gladiatoren und alle Besucher dieses Festes! Es soll eine nie da gewesene Pracht diese Veranstaltung einfassen. Als 1.Akt des Festes soll ein Gladiatorengefecht stattfinden, 2. sollen die Feinde des Staates, die Verächter unserer Götter und Verweigerer der Anbetung des Kaisers, die Aufrührer sterben. Sie sind in verschiedene Techniken der römischen Kampfkunst aufgeteilt und können ihren Trotz gegen die Staatsgewalt unter Beweis stellen. Die Soldaten haben ein offenes Auge, sie wollen wieder Ruhe in Rom einführen. Mit viel Einsatz und Mühe haben sie die neue Sekte der Christiani aufgespürt und gefangen genommen, wo sich nur Möglichkeiten boten. Die Götter mögen uns beschützen und helfen, gegen die Unruhe im Volk anzukämpfen. Als 3.Akt soll eine neue Art der Kämpfe geboten werden: Die ganze Arena wird mit Wasser gefüllt und eine Seeschlacht inszeniert werden. Die dem Tode geweihten sollen als Feinde unserer tapferen Helden im Wasser den Tod finden. Ganz Rom soll erfahren wie es den Gegnern unserer Macht ergeht, Mut, Gewandtheit und Sieg den Gladiatoren!!

Sprecher:  Die Trompeten eröffneten die Wettkämpfe und die Feier nahm ihren Lauf. Es floss fiel Blut, Menschen verloren ihr Leben unter qualvollen Schmerzen und Leiden, aber das Volk jauchzte, schrie, forderte Zugabe und verlangte noch mehr zu sehen. Unter den Zuschauern saßen auch Flavius Agrippa und Andronikus. Sie waren harte Kämpfer und konnten solche grausamen Szenen ohne Gemütsregung mit ansehen. Als nun die Christen in die Arena kamen, konnte man die einzelnen in der Menge kaum erkennen, so viele waren es. Erst als die Raubtiere langsam und bedächtig auf die Opfer zugingen sah Andronikus mit Entsetzen, dass Livitta mitten in der Schar war, auch Persis und andere bekannte Gesichter gehörten zu der Menge. Die Löwen und die Leoparde blieben stehen, sahen sich um, entdeckten dann die Menschen, welche auf Knien liegend nichts von der Gefahr wahrzunehmen schienen, die sie bedrohte. Das dauerte einige Sekunden, aber Flavius und Andronikus kam es wie Tage vor. Sie waren vor Angst um die geliebte Livitta erstarrt. Keiner von beiden bewegte sich. Es herrschte Todesstille in der Arena. Plötzlich wich der Bann, das Schreien und Rufen des Volkes steigerte sich zum Wahnsinn. Gellende Laute, kreischende Stimmen und das Brüllen der Tiere machten das ganze zum Geräuschmeer, zu einer undurchdringlichen Lärmkulisse. Die wilden Tiere stürzten sich jetzt mit mächtigen Sprüngen auf die ruhig betende, zum Teil singende Menge. Endlich wich die Starre des Andronikus einer spontanen Reaktion. Er war, ehe Flavius sich versah von seinem Platz aufgesprungen, hetzte mit großen Sprüngen die Stufen herunter, hinein in die Arena. Als der Kaiser das sah, ließ er die Tiere der Savanne mit Netzen wieder einfangen, um den Tribun zu retten.

Andronikus:  Alle Himmel, lasst mich bis zu Livitta gelangen. – Überall liegen schon Verwundete und Tote. – Wie groß ist die Arena eigentlich? Komme ich überhaupt noch zu Livitta? – Ihr Götter! Da vorne – da vorne liegt sie, sie blutet, gleich bin ich bei ihr – welche Ruhe hier herrscht, die Zuschauer brüllen, aber hier ist es so friedlich, wie kommt das? – (zu ihr) – Livitta, Livitta?! Mach die Augen auf, ich bin hier, Andronikus, ich will Dir helfen, hast Du Schmerzen? Gleich kommt der Arzt. Wir tragen Dich ins Krankenzimmer. (in Gedanken) – So, jetzt ist sie geschützt. Warum hat sie mir immer noch nicht geantwortet? Hört sie mich nicht? Wie kommt sie eigentlich unter die Christiani, wer hat sie verraten?

Flavius:  Andronikus hier bist Du! Ich habe Euch gesucht! Jemand von den Soldaten hatte sie angezeigt. Wie er es erfahren hat sagt man mir nicht. – Livitta, Kind. (zu Andronikus) – Lebt sie noch?

Livitta:  (flüsternd) – Jesus, ich komme, lass Andronikus nicht in Sünden leben, gib ihm das ewige Leben!

Andronikus:  Du Gott der Sünder, Du hast Livitta…

Flavius:  (unterbricht dumpf) – Sie, – sie lebt nicht mehr, ihr – Geist – ist ent… entflohen.

    – Pause, leise Musik -

Andronikus:  Hier stehen wir nun, Flavius Agrippa, das stolze Rom hat uns beherrscht, wir wähnten uns unschlagbar. Das Heldentum, dessen wir uns gerühmt haben, war nichts als Prahlerei. Der Sieg und Mut hat nie auf unserer Seite gestanden, sondern auf Seiten der Christiani. Ich will – ich will auch ein Held werden, der den Namen auch verdient. Mein Leben hat ein Ende – von Livittas Tod an gehört es dem Gekreuzigten der Christiani.

6.Szene

Sprecher:  Am Abend desselben Tages wurden die Märtyrer beigesetzt. Das Leid hatte auf die Entschlafende kein Recht mehr. Der Erlöser selber hatte alle Fragen, alle Ängste und Tränen abgewischt. Die kleine Gemeinde hatte trotz der Verfolgung auf geistlichem Gebiet Erfolge erzielt. Andronikus bekannte sich an dem Abend zum Glauben an den Herrn Jesus, Pomponia konnte sich endlich taufen lassen und Flavius Agrippa erlebte die Vergebung seiner Sünden: des Stolzes, der Überheblichkeit, er fand Gnade bei Gott und Menschen. Der Vater aller Barmherzigkeit hatte die Verlobung als Bündnis gebraucht um Andronikus, durch Livittas Sieg über den Tod, zur Entscheidung für Christus zu führen. Marcallus und Andronikus hatten nun endlich die gleiche Einstellung und denselben Glauben.
- Offenbarung 12,11; 7,16+17 -
„Sie haben überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod! Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten, es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgendeine Hitze, denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen…“

ENDE

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Okt 24 2007

Die Brennenden

Geschrieben von under Nachfolge

Selig, die für Jesus brennen,
Die erfüllt mit seiner Kraft,
Ihn als ihren Meister kennen,
Der in ihnen wirkt und schafft,
Die aus seinen Liebesströmen
Trinken sich gesund und rein,
Immer wieder Gnade nehmen,
Mutig gehn ins Werk hinein.

Die das Netz der Gnade ziehen
Durch das weite Völkermeer.
Für sein Reich sich redlich mühen,
denen nichts zu hart und schwer.
Die als seine Feuerflammen
Tragen Brände in die Welt,
Stehen fest und treu zusammen
Da, wo Er sie hingestellt.

Die aus seinen Quellen leben
Sind zu Haus in seinem Wort,
Immer neu sich Ihm ergeben
Und gehorchen fort und fort.
Diese sind’s, die fröhlich künden,
Was an ihnen Er getan,
Andere für Ihn entzünden,
Dass er Einzug halten kann.

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