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Jan 03 2010

Zurück zur ersten Liebe

Geschrieben von Aquila under Nachfolge

Zurück zur ersten Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 7 Personen

Julius: Hallo, Rufus! Komm jetzt, lass deine Arbeit liegen. Die Ältesten haben eine außerordentliche Gemeindestunde einberufen. Es geht um einen wichtigen Brief, der an uns als Gemeinde adressiert ist.

Rufus: So, so. Das muss ja ein ganz wichtiger Brief sein! Wie kann man denn so kurzfristig eine Versammlung einberufen, wo wir doch alle Hände voll zu tun haben?

Julius: Ja, mir geht es ganz ähnlich. Aber zeige mir einen in unserer Gemeinde, dem es nicht so geht. Wir sind alle voll ausgelastet, die einen in der Gemeindearbeit, die anderen in der Missionsunterstützung, und wieder andere in der Stadtmission. Unseren Ältesten geht es da auch nicht anders und darum glaube ich erst recht, dass das ein ganz besonders wichtiger Brief sein muss, um den es heute geht.

Autor: Rufus erhebt sich von seiner Arbeit und begibt sich mit seinem Freund Julius auf den Weg zu Versammlungsstätte. Unterwegs setzen sie das Gespräch fort.

Rufus: Von wem kommt denn der Brief?

Julius: Von unserem Herrn Jesus selbst.

Rufus: Ach wirklich? Ob das nicht etwas Irreführendes ist? Hat nicht der Herr Jesus selbst davor gewarnt, dass sich nach seiner Himmelfahrt viele für Christus ausgeben werden? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand versuchen würde uns zu verführen.

Julius: Nein, ich glaube du hast mich nicht verstanden. Johannes, der Apostel, hatte auf der Insel Patmos eine Offenbarung. Der Herr selbst ist ihm erschienen, und hat ihm vieles im Blick auf die Zukunft offenbart. Und von ihm kommt dieser Brief.

Rufus: Ach so ist das, na dann bin ich aber mal gespannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Herr Jesus für uns nur Lob übrig hat.

Julius: Würde ich jetzt auch denken. Aber unser Gemeindeleiter sah etwas bedrückt aus. Ob das wohl am Inhalt des Briefes liegt?

Rufus: Naja, vielleicht enthält der Brief ja eine Warnung, oder einen neuen Auftrag.

Julius: Ich bin auch schon gespannt.

(alle männlichen Darsteller auf die Bühne)

Autor: Endlich sind die beiden Freunde an der Versammlungsstätte angekommen. Als alle beisammen sind, eröffnet der Älteste die Versammlung.

Ältester: Brüder, wir haben einen sehr ernsten Brief von unserem Herrn Jesus erhalten, der von dem Apostel Johannes verfasst wurde. Es ist erfreuliches darin enthalten, aber der Tadel, den der Herr an uns richtet, lässt alles Erfreuliche verblassen. Stehen wir auf um die Worte unseres Herrn zu hören.

Autor: Die ganze Versammlung steht auf und alle hören auf die Stimme des Ältesten, der den Brief vorliest.

Ältester: „Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben golden Leuchtern: Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht, und hast sie als Lügner befunden, und hast Geduld, und hast um meines Namens Willen die Last getragen und bist nicht müde geworden…“

Autor: Zustimmendes Nicken begleitet die verlesenen Worte. Wie angenehm und warm ist es doch zu hören, dass der Herr Jesus ihre Mühe, ihre Arbeit, ihre Ausdauer und ihre Treue schätzt. Doch was dann folgt, lässt so manch einen erblassen:

Ältester: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust. Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, die ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben, der im Paradies Gottes ist. “

Autor: Die Anwesenden setzen sich wieder und es folgt eine fast unheimliche Stille, die von einem der Anwesenden vorsichtig unterbrochen wird:

Julius: Ich habe den Brief nicht ganz verstanden. Welchen „Leuchter“ wird der Herr von seiner Stätte wegstoßen, wenn wir nicht Buße tun?

Ältester: Der Leuchter ist ein Bild für die Gemeinde, der die einzelnen Christen als Lichter in der Welt zusammen hält.

Rufus: Bedeutet das also, dass Jesus das Licht unserer Ortsgemeinde auslöschen wird,

wenn wir nicht Buße tun und zur „ersten Liebe“ umkehren?

Ältester: Ja, liebe Brüder, von unserer Reaktion auf diesen Brief hängt es ab, wie lange unsere Gemeinde noch weiter in ihrer Leuchtkraft bestehen wird. Ich hoffe, dass spätestens jetzt alle den Ernst der Lage begriffen haben.

Autor: Besorgt schauen sich die Gläubigen an. Doch so richtig verstanden was los ist, haben sie immer noch nicht. Eine gewisse Unruhe füllt den Raum und schließlich steht ein Bruder auf und stellt eine Frage, die wohl so ziemlich alle zu bewegen scheint.

Gajus: Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht so ganz, um was es hier geht. Wird die Liebe nicht erst in der Tat und in der Wahrheit sichtbar? Haben wir nicht mehr getan als alle Anderen? Sind wir nicht für die Wahrheit eingetreten? Wir haben für unseren Herrn gelitten, wir haben vieles um seinetwillen ertragen, wir haben Lügner entlarvt. Und nun heißt es, wir hätten die Liebe verlassen?

Ältester: „Die erste Liebe verlassen“, so heißt es hier ausdrücklich. Nicht einfach nur Liebe, sondern die „erste Liebe“ ist es, die der Herr bei uns vermisst.

Autor: Es werden noch einige Bemerkungen von den Anwesenden gemacht und so manch einer ist verwundert und erstaunt über den Inhalt dieses Briefes. Doch eines steht fest: Der Herr Jesus selbst hatte ein wichtiges Wort an die Christen zu Ephesus gerichtet und er würde ganz sicher dazu stehen. Um der Unruhe ein Ende zu bereiten meldet sich der Gemeindeleiter wieder zu Wort:

Ältester: Mir scheint, wir verstehen noch nicht so recht, was wir falsch machen, deshalb sollten wir den Befehl unseres Herrn Schritt für Schritt befolgen. Der Herr Jesus befiehlt uns hier, drei Schritte zu tun. Der erste Schritt ist, daran zu denken wovon wir abgefallen sind. Ich schlage nun vor, wir schließen für heute die Versammlung, gehen nach Hause und tun den ersten Schritt: Lasst uns versuchen uns zu erinnern, wovon wir abgefallen sind. Und lasst uns daran denken, wie es am Anfang unseres Lebens mit dem Herrn Jesus war. Wenn wir dann das nächste Mal zusammenkommen, wird einiges vielleicht einfacher zu verstehen sein. Hoffentlich werden wir dann begriffen haben, was unser Heiland meint.

Autor: Auf dem Weg nach Hause muss der Gemeindeleiter noch über so manches nachdenken. Als er zu Hause ankommt, wird er von seiner Frau empfangen.

Claudia: Ach, da bist du ja endlich. Ich habe schon die ganze Zeit auf dich gewartet.

Ältester: (nachdenklich) Ja…, es ist heute ziemlich spät geworden. Es ist auch eine ganz außergewöhnliche Versammlung gewesen. Wir hatten…

Autor: …Doch seine Frau scheint irgendwie kein großes Interesse zu zeigen.

Claudia: Lass uns mal bei Gelegenheit darüber sprechen. Ich bin von dem heutigen Tag schon ziemlich müde. Ich werd noch gerade nach den Kindern schauen und leg mich dann hin. … Ach ja, in der Küche steht noch dein Abendessen und das Geschirr kannst du stehen lassen. Ich spüle es gleich morgen früh.

Autor: Verwirrt und auch etwas enttäuscht über die Reaktion seiner Frau begibt sich der müde Mann in die Küche. Langsam und nachdenklich nimmt er sein Abendessen zu sich, doch eigentlich hätte er jetzt viel lieber mit seiner Frau gesprochen. Aber er hat Verständnis für ihre Müdigkeit und so dauert es nicht lange, bis seine Gedanken wieder ganz beim Brief des Apostel Johannes sind.

Ältester: „Ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.“ – was meint der Herr bloß damit? Wir tun doch so viel für ihn und um seines Namens willen… Liebe zeigt sich doch durch die Tat, ich hätte nie erwartet, dass der Herr uns ausgerechnet das vorwerfen würde… Doch jetzt muss ich das tun, was der Herr von uns allen erwartet: „denke nun daran, wovon du abgefallen bist“ … Wovon sind wir denn abgefallen, wovon bin ich abgefallen? Wie hat sich meine Liebe zum Herrn damals gleich nach meiner Bekehrung gezeigt?

Autor: Krampfhaft versucht er die Erinnerungen an die Zeit nach seiner Bekehrung hervorzukramen. Von der Müdigkeit überwältigt schläft er schließlich am Küchentisch ein.

Lied/Musik

Autor: Noch vor dem Morgengrauen wacht der ungewollt eingeschlafene Mann auf. Es ist nur noch ein Gedanke, der immer wieder durch seinen Kopf geht. Er muss ständig an die Worte des Herrn Jesus denken:

Ältester: (nachdenklich) „ … Denke nun daran, wovon du abgefallen bist …“ – Wovon bin ich abgefallen?

Autor: Er verbringt den Rest der Nacht damit, über sein ganzes bisheriges Leben nachzudenken, um zu begreifen, was an ihm früher besser gewesen ist als jetzt. Doch zu einer klaren Antwort kommt er nicht. Als dann schließlich seine Frau wach wird und sie zur Morgenandacht zusammenkommen weiht er sie in das Vorhaben der Gemeinde ein.

Ältester: Du weißt, dass unsere Gemeinde einen Brief von unserem Herrn Jesus empfangen hat. Er tadelt uns darin, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Gestern haben wir mit den Brüdern lange darüber nachgedacht was das bedeuten könnte und wie wir weiter vorgehen sollten. Naja …, es war halt die Aufforderung, zunächst daran zu denken, wovon wir abgefallen sind, darüber Buße tun, und dann wieder mit den ersten Werken beginnen. Schließlich haben wir uns entschlossen den Befehl Jesu einfach Schritt für Schritt auszuführen. Also wollen wir in nächster Zeit vorrangig versuchen uns zu erinnern wie es kurz nach unserer Bekehrung war und wovon wir abgefallen sind. Ich denke es wäre nicht schlecht wenn du ebenfalls darüber nachdenkst. Ich glaube, dass du mir dabei eine große Hilfe sein kannst. Die Fehler des Nächsten stechen ja gewöhnlich immer viel deutlicher und eher ins Auge als die Eigenen.

Autor: Sie wechseln noch einige Worte miteinander und jeder begibt sich an seine Arbeit. Der Älteste muss in der Stadt noch einiges erledigen und macht sich auf den Weg. Währenddessen kümmert sich seine Frau um den Garten und stattet anschließend der Nachbarin einen Besuch ab. Der Brief an die Gemeinde ist auch hier Thema Nummer Eins.

Nachbarin: Und überhaupt! Das ist doch alles viel zu viel verlangt. Schau doch mal wie es in unseren Ehen läuft. Jede Liebe erkaltet mit der Zeit. Und wenn schon die Liebe zu dem Ehemann, den man doch sieht, mit der Zeit nachlässt, wie soll denn da die Liebe zum Herrn nicht nachlassen, den wir nicht sehen?

Claudia: Aber ist das denn nicht gerade das besondere an der Beziehung zu Gott? Erinnerst du dich vielleicht an den Brief, den der Apostel Paulus uns damals schrieb? Dort sagte er: „Die Männer sollen ihre Frauen wie sich selbst lieben.“ Aber der Herr Jesus erwartet, dass unsere Liebe zu Ihm noch größer und inniger sein soll, als die Liebe zu uns selbst oder zu dem Nächsten.

Nachbarin: Das mag wohl sein. Aber dass der Herr von uns erwartet, das wir die „erste Liebe“ nicht verlassen sollen, scheint mir doch zu viel verlangt. Oder erwartest du von deinem Mann, dass er genauso in dich verliebt ist wie am Anfang?

Claudia: Weißt du, in letzter Zeit merke ich so eine Kälte ihm gegenüber. Ich koche, wasche, putze, alles läuft wie es sein soll aber es ist alles nur Routine. Ich tue das alles auch nicht unbedingt aus dem Grund, weil ich ihm etwas Gutes tun will, oder ihm einen Gefallen tun möchte. Es gehört einfach dazu und ist mir zur Gewohnheit geworden.

Nachbarin: Na siehst du! Da bist du nicht die Einzige. Das ist völlig normal, damit muss man halt leben.

Claudia: Ich glaube nicht, dass wir damit leben müssen! Man kann es, man muss aber nicht. Aber schwer ist es schon zur ersten Liebe zurück zukommen. Das kostet viel Überwindung, und irgendwie kann ich sie noch nicht aufbringen.

Nachbarin: Wie denn soll es möglich sein, zur ersten Liebe zurückzufinden?

Claudia: Ich denke, dass das ähnlich gehen muss, wie es in dem Brief an unsere Gemeinde heißt. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat mein Mann die Worte zitiert: „ …denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“ Ich muss mich erinnern, wie es am Anfang war und dann Buße tun…

Nachbarin: (fragend, leise) „Buße tun“ … das hört sich ja nach ganz schlimmer Sünde an.

Claudia: Weißt du nicht, dass „Buße“ eigentlich „Sinnesänderung“ bedeutet? Buße tun bedeutet „den Sinn ändern“. Es bedeutet umkehren oder auch umdenken. Und wenn man dann den Sinn neu ausgerichtet hat, dann soll man von vorn beginnen.

Nachbarin: Womit von vorn beginnen? Du wirst doch nur wieder dasselbe tun: kochen, waschen, putzen…

Claudia: Das mag sein, aber die ersten Werke habe ich damals aus Liebe zu meinen Mann getan. Ich wollte es für ihn tun. Und in diesem Sinn sollten wir wieder alle die ersten Werke tun. Ich glaube, dass der Herr Jesus etwas Ähnliches von uns erwartet. So wie es meinen Mann kränkt, wenn ich für ihn sorge, aber mich nicht wirklich um ihn kümmere. Genauso muss es auch Christus verletzen, wenn wir zwar alles Mögliche für ihn tun, aber uns nicht wirklich um Ihn kümmern.

Nachbarin: Ach schau mal an, Claudia! Dann sind wir für unsere Männer doch ein Beispiel! Sie sollen uns ansehen, und dann wissen sie wie es Jesus geht, wenn seine Gemeinde die erste Liebe verlässt!

Autor: Da die Nachbarin sich mit diesem Gedanken, sich zu ändern, offensichtlich nicht anfreunden kann, erklärt sie weiter:

Nachbarin: Überleg doch mal, unsere Männer zerbrechen sich die Köpfe über die erste Liebe. Sie sollen uns anschauen, vielleicht werden sie es dann besser verstehen was es heißt, wenn die erste Liebe fehlt! Ich glaube darum, wir sollten uns lieber nicht ändern, damit sie immer wieder daran erinnert werden!

Claudia: Aber … wäre es nicht viel besser, wenn wir unseren Männern zeigen würden, wie es möglich ist, sich selbst nach jahrelanger Ehe genau so – oder noch mehr- zu lieben, wie am Anfang? … Könnten wir ihnen dadurch nicht Mut machen, ihre Liebe zum Herrn immer wieder zu erneuern? So wie wir jetzt leben, entmutigen wir sie nur, weil sie an unserem Leben nur ihren eigenen Zustand sehen. Ich glaube, wir könnten sie motivieren, unseren Herrn mit der ,,ersten Liebe” zu lieben, in dem wir ihnen an unserem Leben zeigen, wie diese ,,erste Liebe” auch nach zwanzig Jahren gemeinsamen Lebens aussehen kann. Oder glaubst du nicht, dass das anstecken würde?

Lied/Musik

Rufus: Na Julius, wie weit bist du?

Julius: Was meinst du?

Rufus: Ist dir schon was eingefallen?

Julius: Du meinst, im Bezug auf den Brief?

Rufus: Ja, ich meine im Bezug auf die erste Liebe. Ist dir schon etwas eingefallen, wovon du abgefallen bist?

Julius: (kurze Pause) Naja…Wie soll ich das sagen… Ich habe mich einfach daran erinnert, was ich nach meiner Bekehrung damals alles getan habe. Und es ist heute wirklich etwas anders geworden…

Rufus: Und was?

Julius: Damals war ich wie verliebt in den Herrn Jesus. Ich habe seine Worte auswendig gelernt. Heute meine ich alle seine Worte zu kennen, und irgendwie sagen sie mir trotzdem weniger als damals.

Rufus: Mir geht es da ähnlich. Früher wollte ich jedes Schriftstück seiner Worte am liebsten selber lesen und auswendig lernen, und heute genügt es mir, sie nur in der Predigt zu hören, und selbst da höre ich nicht richtig hin. Als ob der Herr mir nichts Neues mehr sagen könnte.

Julius: Was mir fast noch schlimmer scheint, ist meine Einstellung zu seinen Worten. Damals wollte ich sie lesen und hören, um sie zu tun. Ich wollte ganz bewusst gehorchen. Heute sind viele Verhaltensweisen schon zur Gewohnheit geworden und mir scheint es so als hätte ich Angst jetzt noch etwas zu erkennen worauf ich dann mein Leben ändern müsste.

Rufus: (Denkpause) Und wie sieht dein Gebetsleben aus?

Julius: Auch das ist nicht mehr so wie früher. Damals habe ich jeden Tag mit Gebet angefangen, weil ich ohne den Herrn Jesus nicht leben konnte. Heute fange ich zwar auch jeden Tag mit Gebet an, aber manchmal frage ich mich, ob ich dabei wirklich noch mit dem Herrn rede, oder ob ich einfach nur wie gewohnt Etwas dahin sage.

Rufus: Bei mir muss ich feststellen, dass mein Gebet sich nur noch um mich selber dreht. Dabei hat uns der Herr Jesus gelehrt, dass die Dinge Gottes an erster Stelle stehen sollen – es heißt ja ,,dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe”.

Julius: Auch der Inhalt meiner Gebete hat sich enorm geändert. Früher habe ich um die verlorenen Seelen gefleht als ginge es um meine eigene Seele. Heute sind mir die Kleinigkeiten meines Lebens offensichtlich wichtiger, als das ewige Schicksal meiner Verwandten, Kollegen und Mitbürger.

Rufus: Wo du gerade von den Verlorenen sprichst… Wie habe ich damals geeifert, jemanden für Christus zu gewinnen. Wie frei konnte ich darüber reden, was der Herr für mich und für alle Menschen getan hat. Es war mir eine Freude von Ihm zu sprechen und sogar für Ihn verspottet zu werden.

(nachdenklich) Ja …. wenn man darüber so nachdenkt hat sich schon Einiges geändert.

Julius: Es stimmt also doch, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Auch wenn wir noch so sehr aktiv sind, der Herr Jesus hat nicht mehr den gebührenden Platz in unserem Leben.

Rufus: Aber ich wüsste nicht wie man aus diesem Zustand herauskommen kann.

Julius: Buße tun!

Rufus: Das sagst du so leicht. Und wenn es einem nicht einmal so richtig leid tut?

Julius: „Buße tun“ ist mehr als nur „leid tun“! Buße ist eine Sinnesänderung, eine Umkehr vom alten Denken. Eine Umkehr von der Gleichgültigkeit hin zum bewussten „Gehorchen wollen“, „Lieben wollen“.

Rufus: Aber wie dringe ich zu dieser Sinnesänderung durch? Wie kann ich wieder Lieben so wie am Anfang?

Julius: Indem dir jeden Tag neu bewusst wird, was unser Herr Jesus für dich getan hat und du immer wieder über Ihn nachdenkst.

Rufus: Ja aber ich mache doch schon jeden Morgen und jeden Abend meine stille Zeit.

Julius: Meinst du, dass es ausreicht? Stell dir vor, deine Frau würde jeden Tag das beste Essen kochen, Wäsche waschen, das Haus würde immer aufgeräumt sein, aber sie würde nur das Notwendigste mit dir reden, oder mit dir besprechen.

Rufus: (Nachdenklich) Na ja, … aber ich kann doch nicht den ganzen Tag über an Jesus denken.

Julius: Doch ich denke schon, dass es geht. Ich habe vor kurzem von einer alten, frommen Frau gehört. Die Menschen in ihrer Nähe bemerkten sofort wie sie von der Liebe zum Herrn Jesus sprudelte. Eines Tages fragte man sie, worin ihr Geheimnis bestand. Sie antwortete ganz verwundert: „Ich habe gar kein Geheimnis! Ich weiß gar nicht, was ihr wollt! Wenn ich mich am Morgen wasche dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich mich jetzt mit Wasser wasche, so wasche mich mit deinem Blute, dass ich gereinigt und bewahrt durch dein Blut in diesen Tag gehen kann! Und wenn ich mich anziehe, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Kleider anziehe, so ziehe mich an mit dem Rock deiner Gerechtigkeit! Und wenn ich die Stube ausfege, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Stube ausfege, so fege du den Sauerteig des alten Wesens aus meinem Herzen aus! Und wenn ich das Feuer anmache, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt das Feuer anzünde, so zünde auch das Feuer deines Heiligen Geistes in mir an! So mache ich es mit allem. Ich habe gar kein Geheimnis.

Siehst du, wenn man auch im Alltag stets an Jesus denkt wächst unsere Liebe zu ihm. Es entsteht eine richtige Liebesbeziehung. So wie es am Anfang war.

Musik/Lied

Ältester: Du Claudia, … langsam fange ich an das alles zu verstehen, ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht, … über den Brief, … und allgemein über diese ganze Situation in unserer Gemeinde. Ich denke ich habe verstanden was unser Herr Jesus mit dem Brief sagen will.

Claudia: Ich habe auch viel darüber nachdenken müssen, und habe mich auch mit unserer Nachbarin darüber unterhalten. In so einigen Dingen musste ich wirklich feststellen, dass ich die erste Liebe verlassen habe. Aber der ganze Zusammenhang mit der Gemeinde ist mir noch nicht so deutlich geworden.

Ältester: Ja schau mal Claudia es ist ja auch gar nicht so einfach das alles zu verstehen. Wenn man sich mal das Bild unserer Gemeinde vor Augen führt, dass doch wirklich

ordentlich und gut aussieht, dann kann einem so eine Nachricht ganz schön überraschen. Doch muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Ermahnung im Brief tatsächlich zutrifft.

Claudia: Wie bist du zu diesem Entschluss gekommen?

Ältester: Weißt du, ich habe in der letzten Nacht einen Traum gehabt. Ich versuche, ihn dir mal zu erzählen. Ich sah einen dunklen Raum in dem sich sehr viele kleine Kerzen befanden. Doch nur ein kleiner Teil der Kerzen brannte und gab ein angenehmes Licht von sich. Diese wenigen Kerzen die brannten, befanden sich an einer Stelle auf einem Leuchter. Unzertrennlich nah befand sich auch ein großes schönes Bild. Ja es war wirklich wunderschön und herrlich, und es strahlte so eine sanfte Liebe und tiefen Frieden aus. Durch diese wenigen, leuchtenden Kerzen die aber zusammen ein helles Licht auf das Bild warfen, war dieses mit seinen Eigenschaften deutlich zu erkennen. Durch die Klarheit des Bildes näherten sich immer wieder nicht brennende Kerzen dem Bild, bis sie so nahe waren, dass sie auch anfingen zu leuchten und einen Platz auf dem Leuchter bekamen. Somit wurde das Licht und der Leuchter immer größer und stärker, und das Bild immer deutlicher und klarer. Doch dann geschah etwas Seltsames. Das Bild verlor langsam an Klarheit. Ich fragte mich warum. Bis ich auf die brennenden Kerzen schaute. Diese gaben zwar kein schwächeres Licht von sich, aber sie beleuchteten vielmehr ihren eigenen Leuchter als das Bild.

Als ich aufwachte wurde mir so einiges klar, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht habe und ich musste einfach feststellen wie der Brief so zutreffend den Stand unserer Gemeinde beschreibt. Ist es nicht auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten wie die brennenden Kerzen?! Tun wir nicht viele Dingen die uns selbst, und unsere Ortsgemeinde, in ein gutes Licht darstellen, anstatt nur Jesus und sein Werk groß zu machen?!

Autor: Nun denkt auch Claudia an die Worte aus dem Sendschreiben: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.“

Ältester: Wenn wir uns nicht korrigieren lassen und nicht Buße tun, wird es uns genauso ergehen, wie dem Leuchter in dem Brief. Wenn unser Licht nicht auf den Herrn Jesus fällt, wird er selbst es ganz auslöschen und den Leuchter umstoßen. Was soll er mit einem Leuchter, der nur sich selbst beleuchtet? Was nützt ihm eine Gemeinde, die nur sich selbst darstellt?

Lied/Musik

(Alle Darsteller auf die Bühne)

Autor: Dann kommt der Sonntag. Die ganze Gemeinde versammelt sich. Alle sind gespannt, wie die heutige Versammlung ablaufen wird. Werden viele den Mut haben, zu bekennen wovon die abgefallen sind? Zur Einleitung liest der Älteste erneut die Worte des Sendschreibens. Die ganze Gemeinde erhebt sich ehrfürchtig, um auf das Wort zu hören. Nachdem sich alle wieder hingesetzt haben, fängt der Älteste an zu sprechen:

Ältester: Liebe Geschwister, die Worte unseres Herrn sind wahr. Ich habe in dieser Woche viel über mein eigenes Leben nachgedacht und musste feststellen, dass ich tatsächlich die erste Liebe verlassen habe. Die Beziehung zu ihm ist für mich in letzter Zeit nicht so wichtig gewesen wie der Dienst für ihn. Dadurch ist mir die Arbeit zum Selbstzweck geworden zu einer Art Karriere aber in der Gemeinde und nicht in der Welt. Nun möchte ich meinen Dienst aus Liebe zum Herrn tun. Und ich will die Beziehung zu ihm an die erste Stelle setzen.

Autor: Das aufrichtige und offene Bekenntnis des Ältesten hilft auch anderen, auf diese Weise ihre Nachlässigkeiten in der Liebe zum Herrn zu bekennen. Einer nach dem anderen steht auf und bekennt vor der Gemeinde, wo er in seinem eigenen Leben entdeckt hat, die erste Liebe verlassen zu haben.

Julius: Ich habe früher sehr darum geeifert, die Verlorenen zu retten und ihnen das Evangelium zu sagen. Ich habe darin den Auftrag Gottes für mich gesehen und auch seine Gabe, die er mir gegeben hat. Heute sind mir die Ungläubigen so gleichgültig geworden, dass ich nicht einmal mehr für sie bete. Im Grunde genommen lebe ich damit im Ungehorsam und kann nicht behaupten, dass ich den Herrn liebe, denn wer ihn liebt, der hält seine Gebote. Ich werde mich jetzt wieder ganz besonders um die ungläubigen Menschen kümmern. Das ist der Platz, an dem Christus mich haben will und aus Liebe zu ihm will ich ihn einnehmen.

Rufus: Früher habe ich das Wort Gottes geliebt, weil es sein Wort an mich war. Heute liebe ich sein Wort nur noch als Stoff zur Diskussion. Dadurch habe ich den Blick für die Autorität seiner Worte verloren. Ich muss zurück zum Anfang und sein Wort mit neuen Augen sehen. Gottes Wort soll mein Leben regieren. Ich will es nicht nur kennen, sondern ihm auch gehorchen. Ich will es täglich forschen um meinem Herrn besser zu gehorchen, nicht um besser diskutieren zu können.

Nachbarin: Mein Hausfraudasein ist für mich zu einer lästigen Pflicht geworden. Früher hatte ich so klar vor Augen, welchen wunderbaren Plan Gott mit Müttern und Ehefrauen hat, dass ich mir keine schönere Berufung vorstellen konnte, als Kinder für Gott aufzuziehen und den Mann für den Dienst freizustellen. Heute hätte ich lieber eine andere Karriere eingeschlagen. Ich bin so unzufrieden geworden, und im Gehorsam lebe ich auch nicht mehr. Ich habe die erste Liebe verlassen, sowohl zum Herrn als auch zu meinem Mann. Ich werde nun mit Freude für meinen Mann sorgen, den Haushalt führen, für die Kinder sorgen und darüber hinaus in der Gemeinde mithelfen, soviel ich kann. Ich will an dem Platz stehen, an dem Gott mich haben will, und will es mit Freude für Ihn tun.

Autor: Noch viele andere Brüder und Schwestern stehen auf und bezeugen den Ungehorsam ihres Lebens. Keiner bleibt unberührt, denn jeder erkennt sich selbst im Leben anderer. Die sonst so perfekt scheinende Gemeinde erkennt ihre tiefe Not und wird zutiefst traurig über ihren eigenen Zustand.

Ältester: Nun liegt es an uns, unsere Buße als echt zu erweisen. Buße heißt nämlich nicht nur „um Vergebung bitten“, sonder auch „den Sinn ändern“. Wenn unser Sinn sich geändert hat, werden wir wieder die ersten Werke mit der ersten Liebe tun.

Autor: Viele der Anwesenden bringen ihre Schuld selbst vor Gott und bitten Ihn um Vergebung und um einen neuen Anfang. Die meisten wollen eigentlich gar nichts anderes tun, wie bisher, aber alle mit einem ganz neuen Motiv. Doch wie steht es heute mit uns, die wir soviel später leben? Wovon sind wir abgefallen? Ist es auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten? Tun wir nicht viele Dinge die uns selbst und unserer Gemeinde hier in ein gutes Licht darstellen? Sind wir bereit Buße zu tun, sind wir zum Umdenken bereit? Wenn ja, was werden unsere – deine und meine – ersten Werke sein? Wozu treibt uns die erst Liebe?

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Dez 11 2009

Als Jesus in mein Haus kam…

Geschrieben von Aquila under Ehrlichkeit, Nachfolge

Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! 2. Kor. 13,5

Ich erinnere mich daran, was Grant einmal sagte: ,,Es gibt keinen besseren Test für irgendetwas, als den, wie es in Gottes Gegenwart aussieht.“

Ich begann mir vorzustellen, dass ich den Herrn Jesus in mein Haus nahm, es war der Meister selbst. Heute war Er nicht nur mein Hirte und mein Erretter, sondern auch der, der mich durchforscht. In seiner Gegenwart würde ich die Dinge sehen, wie ich sie vorher nie gesehen hatte.

Das Arbeitszimmer

Die Haustür war offen und wir traten in das geräumige Arbeitszimmer. Direkt vor uns stand mein geliebter Schreibtisch. Auf ihm lagen meine Sparbücher, Aktien, Wertpapiere und Versicherungsunterlagen. Heute Morgen hatte ich sie aus dem Wandsafe herausgenommen, um sie durchzusehen. In dieser Welt der Unsicherheit und Unbeständigkeit gab es mir ein Gefühl der Sicherheit, sie durch meine Hände gleiten zu lassen, wie jeder verstehen wird. Als ich plötzlich das Haus verlassen musste, hatte ich sie offen auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Nun lagen sie zu meinem großen Ärger, immer noch da, als Jesus langsam auf den  Schreibtisch zuging. Noch etwas stand auf dem Schreibtisch – ein Weltglobus. Und daneben stand Lieblings Spruchkalender. Es war ein seltsamer Zufall, dass die Verse an diesem Tag gerade Matthäus 6. 19 – 21 waren: “Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost zerstört, und wo Diebe durchgraben und stehlen, sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost zerstört und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Irgendwie war mir die unbeabsichtigte Zurschaustellung meines Reichtums sehr peinlich. Deshalb raffte ich  schnell meine Schätze zusammen und legte mein Herz in den Safe zurück. Als ich zurück zum Schreibtisch kam, stand der Herr Jesus immer noch da und schaute auf den Globus, wobei Er gedankenvoll die verschiedenen Kontinente und Länder betrachtete. Er blickte auf und sagte: „Lebst du im Glauben?”

Über dem Schreibtisch hingen meine Zeugnisse. Ich hatte hart für sie und die Diplome, die daneben hingen, gearbeitet. Wie stolz war ich, auf so vielen Gebieten Hervorragendes geleistet zu haben. Das heißt, ich war so lange stolz, bis Er leise zu mir sagte: ,,Warum hast du nach all diesen Ehren gestrebt?” Das war alles, was Er sagte.

In diesem Augenblick erinnerte ich mich daran, was Kipling einmal zu seiner Abschlussklasse an der Universität gesagt hatte: ,,Wenn ihr durchs Leben geht, strebt nicht nach Ruhm oder Geld oder Macht; denn eines Tages werdet ihr einem Mann gegenüberstehen, für den alle diese Dinge nichts wert sind, und dann werdet ihr plötzlich erkennen wie arm ihr seid. In diesem Augenblick merkte ich, dass ich diesen Mann getroffen hatte und ich erkannte wie bettelarm ich war.

Das Esszimmer

Wir gingen ins Esszimmer und glücklicherweise gab es nichts besonders Peinliches dort – nichts außer dem Silberservice auf der Anrichte. Auf dem Tisch war natürlich kein Essen, nichts als das Zierdeckchen. Und doch konnte ich nicht umhin, an viele Festmähler zu denken, als wir an diesem Tisch saßen und uns mit Essen füllten – und aßen, bis uns unwohl wurde. Dann schleppten wir uns zum nächsten Sessel, um uns von der gewaltigen Anstrengung zu erholen – und auf das Abendessen zu warten.

Plötzlich dachte ich an die 7.000 Menschen, die täglich vor Hunger sterben, in Ländern, wo kalorienbewusstes Essen unbekannt ist und Abmagerungsdiäten absurd sind.

Als der Herr Jesus so dastand, erinnerte ich mich, dass Er oft vom Fasten gesprochen hatte, aber ich hatte diese Verse immer in ein heilsgeschichtliches Schubfach abgelegt; sie waren nicht auf uns heute anzuwenden. Aber jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht meinte Er tatsächlich, was Er sagte.

Das Badezimmer

Als wir den Flur entlang gingen, warf ich einen Blick ins Badezimmer und sah all die Toilettenartikel, die Fläschchen und Döschen und Gläschen. All die kleinen Apparate und sonstige Dinge. Meine elektrische Zahnbürste liegt neben dem Medizinschrank. Sie war für mich immer selbstverständlich gewesen. Aber jetzt wunderte ich mich über mich selbst. Eine normale  handbetriebene Zahnbürste würde ihren Zweck genauso erfüllen. Und mit dem Preisunterschied könnte jemand im fernen Malaysia das Evangelium hören. Das  wäre mir nie zuvor in den Sinn gekommen. Ich war wie erschlagen von der Erkenntnis meiner Nichtswürdigkeit. Ich wünschte, gleich Johannes, wie tot zu Seinen Füßen fallen zu können. Dieses ganze Erleben war einfach niederschmetternd.

Das Schlafzimmer

Es war unvorsichtig von mir gewesen, die Tür des Kleiderschrankes offen zu lassen. Es schaute wie ein Kleidergeschäft im Kleinen aus. Von Wand zu Wand Anzüge und Mäntel und Hemden. Ich brauchte sie wirklich nicht alle, aber irgendwie schmeichelten sie meinem Ego. Und es war immer ein angenehmes Gefühl, wenn Leute positive Bemerkungen über sie machten. Der Herr Jesus sagte nichts zu mir. Es war nicht nötig. Seine Gegenwart allein genügte.

Oben im Schrank lagen zahlreiche Schmuckstücke und verschiedene Nippsachen; habe ich doch im Laufe meiner Erziehung und Ausbildung Qualität schätzen gelernt. Jetzt fragte ich mich wer diese Dinge bekommen würde, wenn ich diese Nacht abscheiden sollte? Niemals war mir der Gedanke gekommen sie für das Werk des Herrn einzusetzen.

Während mich diese Gedanken beschäftigten bemerkte ich einen Bibelspruch an der Wand den ich bei einem Wettbewerb im Auswendiglernen in der Sonntagsschule gewonnen hatte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Ich dachte an all die Kleider, all den Schmuck, all die selbstsüchtige Geldverschwendung. Und dann – ,,Du sollst deinen Nächsten  lieben wie dich selbst.”

Musik

Das Wohnzimmer

Als nächstes gingen wir ins Wohnzimmer. In der Ecke stand meine Golfausrüstung. Der Herr bemerkte: ,,Du spielst gern Golf?” Diese Frage genügte mir, um einen begeisterten Vortrag über die feineren Details des Spiels zu beginnen. Ich war selbst überrascht, wie genau und umfassend ich über Golf Bescheid wusste. Aber als ich ausgeredet hatte und Jesus gar nichts sagte, begann ich anders darüber zu denken. Ich fragte mich, warum ich nicht ebenso begeistert und eifrig war, anderen das Evangelium mitzuteilen. Und ich fragte mich, ob ich überhaupt das Recht hatte, soviel Zeit und Geld zu verbrauchen nur um einen kleinen, weißen Ball durch die Landschaft zu jagen.

Auf dem Tisch lag ein Tagebuch – das Tagebuch meines Athenaufenthaltes. Es war eine herrliche Urlaubsreise gewesen und natürlich konnte ich sie rechtfertigen – wegen der Bezüge auf Athen in der Bibel. Die Besuche der Akropolis, des Areopags und des Parthenon waren unvergessliche Erlebnisse.

Etwas Seltsames war mir passiert, als ich nach Hause kam. Ein Freund fragte mich: ,,Hattest du in Griechenland irgendwelche Frucht? Ich erzählte ihm alles über die Orangen, die Grapefruits und die köstlichen Trauben. Aber das war es gar nicht, was er gemeint hatte. Er meinte Frucht im Evangelium. Hatte ich irgendwelche Seelen für Christus gewonnen?

Jetzt machte ich mir Vorwürfe, dass ich als Urlauber und nicht als Seelengewinner gereist war. Ich empfand Abscheu vor mir selbst. Ich dachte daran, dass Paulus auch Athen besucht hatte. Als er die Menschen betrachtete, die tief in Götzendienst versunken waren, wurde sein Geist erregt. Er war auf Seelen aus. Wie ganz anders war ich dort gewesen!

Im Wohnzimmer war auch eine alte Standuhr. Als Jesus so dastand, schien mir das Tick – Tack lauter als je zuvor. Ich wurde mir des Ablaufs der Zeit seltsam intensiv bewusst. Und ich dachte auch an einige der Zusammenkünfte, die in diesem Wohnzimmer stattgefunden hatten – an den Klatsch, das leere Geschwätz, die vergeudete Abende – so viel Gerede, aber nichts von ewigem Wert.

Mein Herz schlug, als Jesus zum Fernseher ging. Ich hatte Angst vor dem, was er sagen würde. Die Stunden, die für Unsinn in bewegliche Farben vergeudet waren. Die zweideutigen Witze, die so peinlich waren. Kein Zweifel, das Fernsehen hatte die Welt in mein Haus gebracht. Jesus sagte nichts. Er sagte nicht, dass es falsch war. Er sagte nicht, dass es Sünde war. Er sagte überhaupt nichts und das machte mich elender als zuvor.

Während ich dort mit dem Herrn stand, sah ich Dinge, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Die Gardinen – wie könnte ich je das kleine Vermögen vergessen, das in ihnen steckt! Ich hatte alle Einkaufszentren in der Umgebung abgesucht, um welche zu bekommen, die genau zu den Möbeln und Teppichen passten. Das Klavier – und die schönen Liederabende, die wir mit ihm hatten. Eines Abends sangen die jungen Geschwister und fragten, ob jemand einen Liederwunsch hätte. Ich wünschte mir die schöne alte Hymne “Bin nur ein Pilger hier, der wohnt in einem Zelt.” Und glatt hörte ich einen ziemlich frisch bekehrten jungen Bruder hinter vorgehaltener Hand sagen: “Und was für ein Zelt!”

Meine Gedanken wurden unterbrochen, als mein lästiger Pommerscher Dachshund in das Zimmer gesprungen kam. Er wäre besser nicht gekommen. Ich ärgerte mich immer noch über die Rechnung, die ich dem Tierarzt für die Impfung bezahlen musste. Ich hatte immer gedacht, es wäre nicht teuer, einen Hund zu halten aber dieser hier war problematisch – er fraß nur Hackfleisch und eine der teuren Hundefuttermarken. Ich war sicher, dass in manchen Teilen der Erde Menschen von dem leben könnten, was es mich kostete dieses Vieh zu halten. Mein Gast, der Durchforscher, registrierte alles – und sagte nichts.

Drüben in der Ecke konnte ich meine Briefmarkensammlung sehen – sämtliche Briefmarken, die Israel je herausgebracht hatte. Ich dachte: ,,Jesus wird sich darüber freuen, dass ich an Israel und seiner prophetischen Bedeutung interessiert bin.”

Aber plötzlich dachte ich, was für Ihn erreicht werden könnte, wenn die Briefmarken verkauft und die Einnahmen in evangelistische Literatur investiert würden. Bis jetzt hatte ich diese Briefmarkensammlung wirklich wie einen Schatz gehütet; nun aber hörte ich plötzlich auf, ihn zu lieben.

Wie zu erwarten war ging der Herr hinüber, um sich meine Büchersammlung anzusehen. Ich war sehr stolz auf Darbys gesammelte Schriften. 34 Bände in Leder gebunden. Um ehrlich zu sein, ich hatte kaum darin gelesen, aber sie verlieh mir den Anschein von Gelehrsamkeit und Geistlichkeit. Da standen andere Bücher, die ich nie gelesen hatte und wahrscheinlich nie lesen würde. Und andere, die ich gelesen hatte, aber nicht wieder lesen würde. Als der Herr diese Bücher betrachtete, dachte ich dass ich wirklich einige davon verkaufen sollte, um das Geld zur Unterstützung des Werkes des Herrn zu verwenden.

Die Garage

Ich wollte wir hätten nicht in die Garage gehen müssen. Aber der Herr war schon an der Tür. Und er hätte meinen inneren Widerstand sicher bemerkt, wenn ich Ihn aufgehalten hätte. Ich glaube ich brauche nicht erst zu erzählen was Er alles sah – den neuen Wagen, das Segelboot, die Sportausrüstung – mir wurde übel bei dem Gedanken an all das teure Sportgerät das dort lagerte.

Das Ende des Rundgangs

Als wir in den Innenhof hinaustraten, sagte der Herr – ziemlich sanft, wie mir schien: ,,Bist du glücklich, William?”

„Nein, ich bin nicht glücklich, Herr. Ich weiß, dass materielle Dinge nicht glücklich machen können. Sie können nie mein Herz befriedigen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich nicht glücklich bin. Meinem Leben fehlt die Kraft. Etwas scheint den Fluß Deiner Kraft durch mich zu bremsen. Dann sagte ich – ziemlich heldenhaft, wie es mir vorkam: ,,Herr, Du kannst Dir nehmen, was immer Du willst. Du sollst von mir haben, was immer Du Dir wünschst.“

Stimme

William, ich nehme nicht Dinge weg. Du musst die Initiative ergreifen. Du bist derjenige, der sie auf den Opferaltar legen muss.”

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Sep 23 2008

Eine Rebe auf der Reise

Geschrieben von Christ under Erntedankfest, Nachfolge

Eine Rebe auf der Reise, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge oder zum Erntedankfest für 6 Personen

Sprecher: Habt ihr etwas Phantasie? Gut! Dann stellt euch vor, ihr läget am Fuß eines Weinberges im Gras und belauschtet ein Gespräch. Es ist ein ungewöhnliches Gespräch, denn eine Weinrebe, ein Grashalm, eine Blume und ein Vogel sind daran beteiligt.
(Gras und Blume stehen vorn. Die Rebe kommt angestürmt. Der Vogel wartet bis zu seinem ersten Auftritt im Hintergrund. Zur Verdeutlichung können die Akteure Namensschilder tragen.)

Gras: Hallo! Was kommt denn da angestürmt? Pass auf! Fast hättest du mich umgeknickt!

Rebe: Entschuldigung, Grashalm! Der Wind hat mich hier einfach fallengelassen. Übrigens: Ich bin eine Rebe vom größten Weinstock dort oben.

Gras: Schon gut. Du kannst dich ruhig hier niederlassen.

Rebe: Danke. Aber lange möchte ich mich nicht hier aufhalten. Eigentlich wollte ich höher hinaus, aber der Wind kümmert sich scheinbar nicht um meine Wünsche. Hoffentlich nimmt er mich mit, wenn er wiederkommt, denn ich möchte etwas von der Welt sehen.

1. Blume: Darf ich dich einmal etwas fragen?

Rebe: Klar!

1. Blume: Tut es dir nicht leid, dass der Wind dich vom Weinstock abgerissen hat?

Rebe: Kein bisschen!

1. Blume: Das verstehe ich nicht! Du gehörst doch an den Weinstock. Da ist dein richtiger Platz.

Rebe: Wieso? Muss man denn immer am gleichen Ort hocken?

2. Blume: Aber vom Weinstock bekommst du doch deine Nahrung. Er gibt dir den Saft, damit du wachsen kannst.

Rebe: Ach, immer der gleiche Saft! Auf die Dauer ist das doch langweilig. Sieh mich an: Bin ich nicht frisch und grün? Ich fühle mich stark und gesund. Bald werden Trauben an mir wachsen. Ich habe alles, was ich brauche. Ich will meinen Platz im Leben selbst aussuchen und unabhängig sein.

Gras: Das klingt ja fast, als hättest du es bei deinem Weinstock sehr schlecht gehabt.

Rebe: Keineswegs! Mir fehlte nur die Unabhängigkeit, wie ich sie jetzt genieße. Herrlich, diese neu gewonnene Freiheit!

2. Blume: Irgend etwas stimmt aber an der Sache nicht. Für einen Vogel und Schmetterling ist es ja gut und richtig, umherzufliegen, aber für eine Weinrebe…

Rebe: Ihr versteht mich eben nicht, fest gewurzelt wie ihr seid.

Gras: Nein, viel verstehe ich davon nicht. Aber ich weiß, dass ein Grashalm verwelkt, wenn er abgeknickt wird.

Rebe: Na und? Bin ich etwa aus Gras? – Langsam geht ihr mir mit eurem ‚Wenn’ und ,Aber’ auf die Nerven! Ich werde schon etwas aus mir machen, und zwar ganz allein. Aus eigener Kraft. Die Welt werde ich mir ansehen.
(Vogel tritt hinzu)

Vogel: Hallo! Über was redet ihr denn so eifrig? – He, Rebe, dich kenne ich doch! Was machst du denn hier unten? Vorhin hingst du doch noch an dem Weinstock dort oben.

Rebe: Ja, vorhin! Aber jetzt bin ich nicht mehr von ihm abhängig! Endlich bin ich mein eigener Herr!

Vogel: Da hast du aber einen schlechten Tausch gemacht, Weinstock gegen Erde! Hier unten gibt’s für dich doch nichts zu holen. Oder interessierst du dich etwa auch für Regenwürmer, so wie ich?

Rebe: Ich will hier ja auch nicht bleiben, sondern möglichst viel herumkommen. Darum gefiel es mir nicht mehr am Weinstock.

Vogel: Aha. Ein Stückchen könnte ich dich vielleicht mitnehmen.

Rebe: Das wäre schön. Dafür darfst du dir dann von mir Weintrauben pflücken, wenn ich erst welche habe.

Vogel: Das ist ein Angebot! Wo soll’s denn hingehen?

Rebe: Auf die Spitze des Berges, bitte.

Vogel: Also los!

Rebe: Auf Wiedersehen, ihr Seßhaften! Lasst es euch nicht sauer werden, dass ihr in der Erde eingewurzelt seid. Bekommt ihr auch nicht Lust zum Verreisen, wenn ihr mich hier fliegen seht?
(durcheinander)

1. Blume: Nein, danke!

2. Blume: Nein, danke!

Gras: Nein, danke!
(Vogel und Rebe treten in den Hintergrund)

Sprecher: Wochen seit diesem denkwürdigen Gespräch vergangen. Es ist Herbst geworden. Im Laub der Weinstöcke glänzt eine Fülle reifer, blauer Trauben. Gras und Blume haben längst ihre Samen mit dem Wind verstreut. Sie haben jetzt viel Zeit zum Nachdenken. Da erhalten sie unerwartet Besuch.
(Vogel tritt vor)

Gras: Ach, du bist’s Vogel! Dich hat man ja hier lange nicht mehr gesehen.

1. Blume: Du holst dir wohl deinen Nachtisch vom Weinberg?

Vogel: Ich versuche es jedenfalls. Das ist gar nicht so einfach. Die Menschen versuchen mit allen Mitteln, uns von den reifen Trauben fernzuhalten.

2. Blume: Warum holst du dir nicht die Weinbeeren, die dir die Rebe am Sommeranfang versprochen hat?

Vogel: Meinst du die Rebe, die ich zur Bergspitze getragen habe?

2. Blume: Genau die! – Wie hat es eigentlich damals mit dem Flug geklappt?

Gras: Ist sie dort zufrieden? Wie geht es ihr?
(Vogel unterbricht)

Vogel: Eins nach dem andern! Ich kann nicht zig Fragen gleichzeitig beantworten, wenn ich auch sonst nicht auf den Schnabel gefallen bin. Der Flug hat geklappt und die Rebe war begeistert von dem Platz, den sie sich ausgesucht hatte. Ich legte sie ab und verabschiedete mich…
(Gras fällt ihm ins Wort)

Gras: Bist du nicht noch mal dagewesen?

Vogel: Doch, einmal noch, kurz darauf.

1. Blume: Und?

Vogel: Da gibt’s nicht mehr viel zu erzählen. Sie sah kränklich aus.

Gras: War sie etwa abgeknickt?

Vogel: Nein, das nicht. Aber sie ließ alle Blätter hängen, sah gelb und welk aus und sagte: ,,Ich probiere es schon die ganze Zeit, und ich werde mich auch weiter bemühen, aber ich sehe kein Ergebnis. Außerdem fühle ich mich müde. Ob das am Wetter liegt?” – Ich fragte: „Was probierst du?“ – „Dass ich wachse und endlich Trauben bekomme“, antwortete sie. „Ich konzentriere mich, strenge mich an, denke nur noch an Weintrauben, aber es wächst keine einzige.“

Gras: Ja, wenn sie schon so verwelkt war, dann…

2. Blume: …dann ist sie bestimmt jetzt ganz vertrocknet. Wäre sie doch nur am Weinstock geblieben! Dort hätte es ihr niemals an Saft gefehlt.

Gras: Und auch nicht an Früchten.

Sprecher: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Johannes 15, 5

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Mai 07 2008

Titus und seine Familie

Geschrieben von sanfterose under Nachfolge, Treue

Titus und seine Familie, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge und Treue für 8 Personen.

Teil I

Oberst: Ach, was ist doch für ein strenger Befehl vom König gekommen ist. Warum muss das gerade mir passieren? Aber hier steht es klar und deutlich. Ich will es euch vorlesen: (ließt zu den Gästen gewandt)

Hier ist mein Befehl den du sofort auszuführen hast. Die Christen sollen für ihre grässliche Schwärmerei auf Erden ausgerottet werden. Es gilt kein Ansehen der Person. Diese Menschen sollen von der Erde vertilgt werden. Sie sollen sich selbst entscheiden ob sie die Qual oder den Frieden auf Erden haben wollen. Du aber befolge diesen Befehl sofort.“

(Betrübt) Das ist leichter gesagt als getan. Diese Sache muss ich mir erst gut und gründlich überlegen. So einfach ist es nicht Menschen umzubringen. Wenn man die Christen doch auf eine andere Art und Weise dazu bringen könnte sich von diesem Glauben abzusagen. Vielleicht fällt mir noch etwas ein?

Da, – mir kommt ein Gedanke wie man diese Christen zum wanken bringen könnte. Man müsste einen Mann, der einen starken Glauben hat, davon überzeugen das es besser ist sich vor dem König zu beugen. Wenn er dann auf den Vorschlag eingeht sind die anderen leichter zu überzeugen. Welcher Mann hat den bei diesen Christen etwas zu sagen? Titus!!! Er steht wirklich fest und entschieden im Glauben, den werde ich dazu bringen ihn zu lassen. Nun ich werde ihn holen lassen.

(zum Hauptmann) Hauptmann? Hör einmal her, es ist ein sehr strenger Befehl vom König gekommen.

Hauptmann: Was ist geschehen?

Oberst: (Befehlend) Geh zu Titus und sage ihm dass er sofort zu mir kommen soll. Ich habe ihm etwas Wichtiges zu sagen.

Hauptmann: Zu Befehl! Ich hole ihn!

Oberst: (zu sich) Ob das alles so wird wie ich es mir vorstelle?

Titus: Darf ich einzutreten?

Oberst: Jawohl! Ich habe dich ja gerufen.

Titus: Und was kann ich tun?

Oberst: Ich denke, das ist nichts schweres, du wirst mir bestimmt gehorchen. Sage dich vom Christentum los und dann wirst du Ruhm und Ehre in dieser Welt haben.

Titus: Herr Oberst, meine Antwort ist klar und bestimmt. Nein, auch wenn man mir das Leben nehmen würde, ich werde meinen Heiland nicht verleugnen. Ich will ihm nur noch treuer dienen.

Oberst: (spöttisch) Du armer Mann, überlege es dir gut. Nimm diese Warnung an. Wenn du dich nicht von deinem Gott lossagst musst du den Martertod sterben.

Titus: Absagen? Von Gott und Jesus Christ? Er ist doch mein Erlöser und mein Retter. Oh nein! Davor möge mich der Herr bewahren. Lieber sterbe ich.

Oberst: (drohend) Wenn du diesen guten Rat nicht annimmst wirst du auf grausame Art dein Leben beenden.

Titus: Vor einem grausamen Tod fürchte ich mich nicht. Nein, ich will mit Freuden für Jesus Christus sterben, denn auch er hat sein Leben für mich dahin gegeben.

Oberst: So, so! Vor dem Tod fürchtest du dich nicht? Dann werden wir andere Mittel suchen um dich zum Absagen zu zwingen. Aber jetzt kannst du erstmal nach Hause gehen.

Titus: Lebt wohl Herr Oberst. Möge der Herr Euch Euer böses Tun nicht vergelten.

Oberst: Lieber Mann, du wolltest nicht auf mich hören, jetzt aber wirst du sehen was wir alles tun können. Du hast doch drei liebe Kinder nun wollen wir sehen ob du bestehen wirst wenn wir eins nach dem anderen von wegholen werden.

Lied / Musik

Teil II

Titus: Kinder, ich habe vom Oberst eine ernste Nachricht bekommen. Der König verlangt dass wir uns vom Glauben absagen, sonst müssen wir Verfolgung erleiden. Wir aber wollen Gott auch für diese Zeit danken. Er wird uns den Himmel zubereiten. Wir finden im Psalm 31; 1-7 passende Worte die uns trösten

Herr auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netzte ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den Herrn.

Gott will seine Kinder aus allem Bösen durch seine Mächtige Hand befreien. Er wird uns nach seiner Gnade Hilfe senden. Lasst uns, bevor wir in die Prüfung gehen, gemeinsam zum Heiland beten.

Marcus: Ja Vater, der Herr wird uns dann zur Seite stehen und durchtragen.

Erzähler: So beteten sie ganz ernst zu Gott: „Vater, höre unser flehen. Hilf uns auch in Trübsal und Gefahr auf deine Hilfe zu vertrauen. Lass uns im Glauben fest bestehen. Herr, auch wenn wir durch den Tod gehen werden, mögest du uns beschützen und bewahren. Doch dein Wille geschehe.“

Lied / Musik

Hauptmann: Titus, hier ist ein strenger Befehl! Wenn eure jüngste Tochter den Glauben nicht aufgibt, soll sie in dieser Nacht verbrannt werden.

Titus: Mein liebes Kind, eine harte Prüfung ist für dich bestimmt. Willst du unserm Herrn und Meister auch so treu sein Wie einst Polikarpus? Als er Christus lästern sollte, sagte er: „Ich diene meinem Gott schon 86 Jahre und er hat mich in allen Gefahren bewahrt. Deshalb will ich ihn mit Freuden bekennen und mich für ihn verbrennen lassen.“
Mein Kind, willst auch du so treu sein?

Mutter: Es bricht mir fast das Herz Maria, wenn ich daran denke was für dich bestimmt ist, und doch kann ich nur sagen: bleib unserm Herrn Jesus Christus treu.

Maria: O, Papa und Mama, ich weiß das Jesus mich liebt. Ihm will ihm gerne mein Leben geben. Er ist ja auch für mich gestorben. Darum liebe Eltern, betet das ich treu bleibe, damit wir uns dann im Himmel wieder sehen.

Marcus: Komm, wir wollen dich alle noch nach draußen begleiten.

Hauptmann: (Böse) Nein! Es darf niemand mitkommen! Wie könnt ihr nur zulassen dass wir sie töten? Tut doch einfach was der König befohlen hat!

Mutter: Herr Hauptmann, es fällt uns wirklich nicht leicht sie gehen zu lassen. Ich fühle mich, als würde man mir das Herz aus dem Leibe reißen, aber deshalb Christum absagen? Drum gehe mit Gott Maria, er sei mit dir.

Erzähler: So ging Maria im festen Glauben mit dem Hauptmanns. Ihr liefen die Tränen über das Gesicht und doch vertraute sie auf Gott.

Lied / Musik

Teil III

Mutter: Ach Titus, dieser Morgen erinnert mich an unsere Tochter.
Was haben sie wohl alles mit ihr gemacht? Ist sie Standhaft geblieben? Hat sie lange gelitten? Titus, mir bricht das Herz. Mein Kind – mein Kind!!!

Titus: Vertraue auf Gott Esther, denn ich habe für die weiteren schweren Stunden wieder ein schönes Trostwort gefunden. Es wird uns die Kraft geben alles tragen. Sie stehen im gleichen Psalm. Psalm 31; 8 – 15 geschrieben: Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, das du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weitem Raum. Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch deine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse fliehen vor mir. Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen. Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Genauso wie ich eben gelesen habe wollen auch wir uns im Herrn freuen und ihm auch in dieser Trübsal fröhlich nachfolgen.

Akkord

Hauptmann: Ich muss euch sagen dass von eurem kleinem Kind nur noch ein Häufchen Asche geblieben ist. Nun schickt mich der Oberst die ältere Tochter zu holen. Hoffentlich wirst du klüger als deine Schwester sein. Man wird dich mit Gold überschütten, alle deine Bitten erfüllen und dir das größte Glück auf Erden geben wenn du dich von deinem Glauben absagen.

Julia: Ehrwürdiger Herr, Gold und Perlen brauche ich nicht, die teuerste, wertvollste und köstlichste Gabe ist Jesus. Was nützen mir Glück und Schätze in Fülle wenn ich an meiner Seele Schaden nehme?

Hauptmann: Es ist doch schade wenn ein Blümchen wie du vernichtet werden solltest. Du bist doch noch so jung…

Julia: O Hauptmann, das Fleisch des Menschen ist Gras, auch solche Blumen, – glauben Sie mir. Das Gras wird verwelken und die Blume fällt ab, nur der, der Jesus hat, wird bestehen.

Hauptmann: (wegwerfend / verächtlich) Ach…, du könntest auf Erden sehr glücklich leben und jetzt wirst du den wilden Tieren vorgeworfen. Hast du nicht Angst? Willst du es dir nicht anders überlegen?

Julia: Ignatius starb als Märtyrer für Jesus und erwarb sich eine Krone. Ich will genauso sprechen wie er es damals tat: „Ich bin ein kleines Getreidekörnlein und durch des Raubtieres Zähne werde ich gemahlen.

Titus: O Julia, ich freue mich das du Jesu Lehre ins Herz genommen hast. Gott schenke dir Kraft für ihn zu sterben.

Mutter: (Verzweifelt) Julia, dich gehen zu lassen fällt mir schwer, und doch möchte ich mit dem Herrn sagen: bleibe ihm treu.

Julia: Mir ist als wenn der Himmel offen steht. Dort bei Jesus werden wir uns wieder sehen.

Hauptmann: (streng / drängend) Komm jetzt, wenn du deine Meinung nicht änderst, sollst du sterben.

Lied / Musik

Teil IV

Mutter: Wieder ein neuer Tag, was wird heute wohl passieren?

Titus: Ja, auch mir ist das Herz schwer. Doch lass uns den Psalm noch weiter lesen. Psalm 31; 16 – 21 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! Herr, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch. Wie groß ist deine Güte Herr, die du bewahrt hast, denen die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten, denen die auf dich trauen. Du birgt sie in deinem Schutz von den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. Unsere Zeit steht in Gottes Händen und er wird all unsere Geschicke zu unserem Besten lenken. Lass uns geduldig sein, denn alles soll nach seinem Willen geschehen.

Lied / Musik

Hauptmann: Ich muss wieder zu Euch kommen und werde euren Sohn mitnehmen. Eure Tochter hat das große Glück verschmäht. Sie hat alles was der Oberst ihr bot zurück gewiesen. Jetzt ist der Sohn an der Reihe, aber ich gebe Euch noch etwas Zeit, überlegt es euch gut. Seht ihn Euch einmal an, er ist jung und kräftig, er könnte Euch helfend zur Seite stehen. Ihr habt ja sonst niemanden mehr. Bedenkt alles denn noch habt Ihr Zeit. Bleibt ihr bei Eurem Glauben? Nun dann wartet ein schrecklicher Tod auf ihn.

Marcus: (bestimmt) Nein, ich werde Gott nicht verleugnen, Ich leide gerne für ihn denn sein lieber Sohn starb für mich, deshalb fürchte ich keinen Tod. Er wird mir auch in dieser Not helfen.

Hauptmann: (spöttisch) So…Weißt du was der Oberst mit dir vorhat? Der Oberst will dich kreuzigen lassen! Denke doch mal nach! Diese große Qual! Wirst du es ertragen?

Marcus: Es ist für mich eine große Freude. Ich werde genauso sterben wie unser Heiland.

Titus: Mein lieber Sohn, Gott steh dir bei, bleibe ihm bis in den Tod getreu.

Mutter: Behalte deinen Glauben! Bei Jesus erwartet dich die Ehrenkrone.

Erzähler: Nun sind die Eltern alleine geblieben, alle Kinder sind von ihnen gegangen. Und doch bleiben sie fest im Glauben an Gott. Der Oberst hatte ihn nicht rauben können, er blieb unbeweglich auf Gott gegründet. Doch lasst uns weiter auf die Eltern schauen. Der folgende Tag brachte wieder eine große Prüfung mit sich.

Lied / Musik

Teil V

Mutter: Ich habe eben die Schritte des Hauptmanns gehört. Gott möge uns beistehen, damit auch wir getreu bleiben können wie unsere Kinder.

Titus: Ja, er möge uns helfen, nur durch seine Gnade, können wir ein Licht in dieser Nacht sehen.

Hauptmann: Jetzt seid ihr gemeint, edle Frau. Ihr müsst vor dem Oberst erscheinen. Bis jetzt habt Ihr mit Eurem Mann zusammen gehalten, habt Eure Kinder den Tieren und Flammen gegeben. Jetzt aber steht Euer eigens Leben auf dem Spiel. Wollt Ihr es retten? Sagt Euch nur von eurem Glauben an Gott ab, sonst geht Ihr geradewegs in den Tod, und werdet ohne Rücksicht enthauptet.

Mutter: Denn Glauben an Gott kann ich nicht lassen und so werde ich aus diesem Leben scheiden. Ich will jetzt nur noch an Jesus denken. Bei ihm wird es viel schöner sein. Titus, ich werde von dir keinen Abschied nehmen, denn wir treffen uns bei Jesus wieder.

Titus: Der Herr sei dir jetzt Stecken und Stab Esther, er möge dich bis ins finstere Grab führen und dich dann droben in Gnaden annehmen. Das ist alles was ich dir noch sagen kann.

Titus: (zu sich) Und mich gebe ich nun in Jesu Hände, denn auch mein Ende ist nahe. Der Herr, mache mich völlig bereit um ihn in die Ewigkeit zu folgen. Mit David will ich früh und spät loben. Es steht hier so schön in dem Psalm 31; 22 – 25: Gelobt sei der Herr; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der Herr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herren harret!
Den Gläubigen schützt der Herr und mehr brauche ich nicht. Ich glaube fest dass der Herr mein ist und etwas Schöneres, als den Herrn zu lieben und bei ihm in Ewigkeit zu sein, kann es für mich nicht geben.

Lied / Musik

Hauptmann: Jetzt seid Ihr dran Titus, und nun sollt Ihr sofort zum Oberst kommen. Er erwartet Euch. Seid Ihr bereit?

Titus: Ja.

Erzähler: Die Hoffnung dass auch er bald bei dem Herrn sein würde tröstete ihn und hielt die Verzagtheit fern. So kam Titus froh und ruhig zum Oberst.

Teil VI

Oberst: Schau dir mal diese schöne Sachen an, das alles wollte ich deinen Kindern geben, aber sie haben diese Schätze verachtet, ja, sie haben sie noch nicht mal angeschaut. Dir möchte ich noch größere Schätze zeigen… Doch ich sehe es schon auch das wird umsonst sein. Gibt es auf dieser Erde nichts was deinem Herzen gefällt?

Titus: Ach Oberst, Euer Bemühen ist ganz umsonst, ich brauche nichts als meinen Jesus.

Oberst: Titus! Wenn das so ist, dann komm jetzt sofort mit!!!

Teil VI

Erzähler: Titus folgt dem Oberst langsam in einen anderen Raum? Was würde ihn erwarten? Trotz seines Gottvertrauens war große Angst in seinem Herzen.

Titus: Ist das wahr? Was ist bloß mit mir geschehen? Meine Lieben, ihr lebt ja. Ich dachte, ihr seid grausam hingerichtet und jetzt steht ihr auf einmal vor mir. Wie groß und schön ist doch dieses Wiedersehen. Lasst uns Gott von Herzen loben und preisen. Er hat uns so wunderbar geführt und geholfen.

Oberst: Euer Glaube hat großes gewagt. Ich sehe eure große Liebe zum Herrn. Diese Liebe hat mich, der ich so fern von Gott war, besiegt.

Titus: Aber warum habe Sie uns so schwer geprüft? Wenn wir Gott auch loben, es waren sehr harte Prüfungen für uns.

Oberst: Ich weiß, aber es war meine Pflicht. Der König gab diesen Befehl. Komm mit Titus, ich werde dir alles erzählen.

Kurze Pause

Teil VIII

Oberst: Von den Christen wird in diesem Land viel gehalten und ich habe sie gern, dann aber kam vom König ein strenger Befehl dass alle Christen sofort ausgerottet werden sollten. Der König ist ein großer Feind dieser Religion und deshalb erlaubte er allen sie zu verspotten und zu verhöhnen. Würden die Christen dann immer noch nicht vom Glauben lassen, wollte er es mit harten Mitteln wagen. Ich aber kannte den lebendigen Glauben nicht und glaubte dass er leicht zu rauben sei. Mit dir fing ich das traurige Werk an. Du bist ja ein bekannter Mann. Deshalb dachte ich: Wenn er sich lossagt werden es die anderen auch tun. Ich bot euch alle Schätze in Hülle und Fülle an und dachte ich würde es schaffen. Aber ihr wolltet euren Glauben nicht aufgeben sondern wurdet nur noch fester. Da gab ich dem Hauptmann den strengen Befehl einen nach dem anderen von euch abzuholen. Als sie dann hier waren stellte ich sie auf eine starke Probe, aber auch da lobten sie nur den Herrn.

Hauptmann: Auch ich habe bei dir einen Glauben gesehen den ich nie vergessen werde. Diese ganzen Geschehnisse haben mich dazu gebracht zu Gott zu beten. Ich möchte mein Leben dem Herrn hingeben.

Oberst: Wie du weist, mein lieber Titus, ließ ich erst eure kleine Tochter zu mir in den Saal führen. Als sie dann zu mir gebracht wurde, habe ich mir alles Mögliche ausgedacht was so ein Kind erfreuen könnte. Aber es schien mir dass ihr Glaube dadurch nur noch fester wurde. Als sie dann nichts aus meiner Hand nahm habe ich ihr ganz ernst mit dem Feuertod gedroht. Ich ließ sie sogar das Feuer sehen, doch sie stand ganz ruhig und wartete auf den Befehl ins Feuergrab zu treten. Da konnte ich nicht anders und habe sie befreit. Dem Hauptmann befahl ich dann die zweite Tochter zu holen, ihr drohte ich, dass sie unter wilden, reißenden Tieren ihr junges Leben verlieren sollte. Sie kam mit einem einem ernsten Gesicht und zeigte keine Angst vor dem Tod. Da versuchte ich ihr den Glauben zu nehmen, ich wollte ihr kostbare Sachen und Geld schenken aber sie sagte: „Das brauche ich nicht.“ Da ließ ich sie in den Raum führen wo die reißenden Tiere rein gelassen werden sollten. Man ließ sie allein und ich schaute zum Fenster um sehen was sie nun tun würde. Sie stand ganz still, mit dem entschlossenen Mut ihr junges Leben dahinzugeben. Der Anblick drang mir sehr tief ins Herz und so ließ ich deine Tochter zu der kleineren Schwester führen.

Hauptmann: Und ich bekam erneut einen Befehl, diesmal sollte ich den Sohn holen. Was hat er für einen Glauben gehabt. Dieser Glaube war’s, der mich zu dem festen Entschluss brachte mein Leben zu ändern.

Oberst: Ja, das was wir bei deinen Töchtern gesehen hatten fanden wir auch bei deinem Sohn. Er ist ja noch sehr jung, doch als er seinen Glauben bekannte, da hat er dort gestanden wie ein Mann. Er sah weder die Drohung und den Schrecken. Wir ließen ihn dann sein Kreuz, den Hammer und die Nägel sehen, doch er sagte zu den Dienern: „Tut was man euch befohlen hat. Ich sterbe gerne wie Jesus Christus.“ Ich sah hier eine große verborgene Kraft, eine Kraft die deinen Kindern den Mut gab so zu handeln. Diese Kraft besiegte nun mein Herz und ich will von nun an mit euch himmelwärts ziehen. Als dann auch die Mutter hierhin gebracht wurde habe ich sie gleich zu den Kindern gegeben. Das Glück war nicht zubeschreiben. Dir sind sie nun alle zurückgegeben, führe dein Familienleben weiter. Doch, eine Bitte habe ich noch, nehmt mich in eurem Kreise auf, ich möchte mich euch auf der Reise zum Himmel anschließen.

Hauptmann: Auch ich möchte mich euch anschließen. Lasst uns als Freunde den Weg mit Jesus gehen

Oberst: Und wenn ich hier auf der Erde auch alles verlieren sollte, wenn die Leiden auch groß werden sollte, ich will Jesus nachfolgen!

Titus: Lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren und preisen. Es war eine schwere Prüfung, aber Gott hat seinen reichen Segen dazu geschenkt, möge er es auch weiter tun.

 

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