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	<title>Christliche Schatzkammer &#187; Muttertag</title>
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	<description>Eine Sammlung christlicher Werke</description>
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		<title>Eine Mutter</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 21:21:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aquila</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Warm scheint die Sonne in den kleinen Garten, und leise bewegt der Wind die bl&#252;hende Reseda auf dem Blumenbett, ihren Duft durch das ge&#246;ffnete Fenster in das kleine Zimmer tragend, in dem kalt und still die Frau liegt, die den Samen der Blumen im Fr&#252;hjahr ausgestreut hatte und nun f&#252;r immer die Augen geschlossen hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warm scheint die Sonne in den kleinen Garten, und leise bewegt der Wind die bl&#252;hende Reseda auf dem Blumenbett, ihren Duft durch das ge&#246;ffnete Fenster in das kleine Zimmer tragend, in dem kalt und still die Frau liegt, die den Samen der Blumen im Fr&#252;hjahr ausgestreut hatte und nun f&#252;r immer die Augen geschlossen hat.</p>
<p>Vor dem Haus flattern unruhig die Tauben, die gewohnt waren, hier ihr Futter zu finden. Aber kein Fenster &#246;ffnet sich mehr. Tiefe Stille liegt &#252;ber dem Haus. Ein Mann tritt jetzt an das Lager der Toten mit feuchtem Schimmer in den Augen. »Sie war mir eine treue Gehilfin«, sagt er leise, »und hat viel gearbeitet. Wie m&#252;de sieht sie aus!«</p>
<p>Es ist, als machten diese Worte den andern Mut. Auch die Tochter kniet nun schluchzend neben dem Bett nieder und klagt: »Mutter, du hast viel f&#252;r uns alle gearbeitet! Ich h&#228;tte dir mehr beistehen sollen! Wie geduldig warst du, stets bereit zu helfen, wie selbstlos gegen&#252;ber uns, deinen Kindern!«</p>
<p>In der hintersten Ecke des Zimmers, fern von den &#252;brigen, sitzt ein junger Mann. Seine Z&#252;ge tragen die Spuren einer w&#252;sten Vergangenheit. Jetzt ist er allein mit der Toten, die andern haben das Zimmer verlassen.</p>
<p>Leise n&#228;hert er sich dem Lager und sinkt auf die Knie. Seinen Kopf legt er an die treue Brust, an die er als Kind so oft sich gelehnt hatte. Zum ersten Mal seit langer Zeit treten ihm die Tr&#228;nen in die Augen: »Mutter«, fl&#252;stert er. »Du bist immer so gut zu mir gewesen, du hattest mich so lieb!«</p>
<p>Er nimmt die arbeitsreichen H&#228;nde der Frau in seine H&#228;nde, k&#252;&#223;t sie mit Ehrfurcht und sagt mit fester Stimme: »In deine kalten H&#228;nde gelobe ich es dir! Es soll anders mit mir werden!«</p>
<p>Die Sonnenstrahlen fallen durch das Fenster und spielen auf dem bleichen Gesicht der Toten. Sie h&#246;rt die liebevollen Worte des Gatten und der Tochter nicht mehr. Sie vernimmt das Gel&#252;bde des verlorenen und geretteten Sohnes nicht mehr. Wie gl&#252;cklich w&#252;rde noch gestern beides sie gemacht haben!</p>
<p>»Warum habt ihr das alles nicht der lebenden Mutter gesagt?«</p>
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		<title>Ganz wie Mutter</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 19:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz wie Mutter, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 17 Personen Auguste: .. und dabei bleibt’s, am ersten Juni geh ich. Erz&#228;hler: Auguste, die Haush&#228;lterin, stand mit energischem Gesichtsausdruck vor ihrem Herrn, Professor Brenner, der an seinem Schreibtisch sa&#223; und in den Seiten eines m&#228;chtigen, wissenschaftlichen Werkes bl&#228;tterte. Diese St&#246;rung passte ihm gar nicht. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ganz wie Mutter, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 17 Personen</strong></em></p>
<p><strong>Auguste:</strong> .. und dabei bleibt’s, am ersten Juni geh ich.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Auguste, die Haush&#228;lterin, stand mit energischem Gesichtsausdruck vor ihrem Herrn, Professor Brenner, der an seinem Schreibtisch sa&#223; und in den Seiten eines m&#228;chtigen, wissenschaftlichen Werkes bl&#228;tterte. Diese St&#246;rung passte ihm gar nicht. Sie hatte einigemal an die T&#252;r des Studierzimmers geklopft, aber keine Antwort erhalten. Pl&#246;tzlich stand sie vor ihm, und ihm war es nicht m&#246;glich, auch nur ein Drittel ihrer Rede zu begreifen. Der Professor sa&#223; da mit einem Gesicht, als bereite ihm allein das Zuh&#246;ren k&#246;rperlichen Schmerz. Auguste machte eine kleine Pause. Die benutzte er schleunigst, auch einmal zu Wort zu kommen.</p>
<p><strong>Professor:</strong> Es ist gut, beste Amanda, wir sprechen in einigen Tagen wieder dar&#252;ber.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Erstens hei&#223;e ich Auguste, sie verwechseln mich wieder mit einer Ihrer vorigen Haush&#228;lterinnen, und zweitens,&#8230; du meine G&#252;te, der Herr Professor hat scheinbar wieder einmal kein Wort von dem, was ich gesagt habe, begriffen. In ein paar Tagen dar&#252;ber sprechen? In vierzehn Tagen ist doch schon der 1. Juni. Ich habe ordnungsgem&#228;&#223; am Ersten gek&#252;ndigt. Nun macht der Herr Professor keine Anstalten, Ersatz f&#252;r mich zu suchen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Jetzt aber schien er doch begriffen zu haben, um was es sich handelte.</p>
<p><strong>Professor:</strong> Also Sie wollen fort von uns? Ja, aber beste Auguste, warum denn nur? Gef&#228;llt es Ihnen denn so schlecht bei uns?</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Ach, jetzt fragt er auch noch warum! Soll ich denn das ganze Gerede noch einmal hersagen? Ich m&#246;chte wirklich einmal wissen, wer hier l&#228;nger als drei Monate aush&#228;lt? Alle meine Vorg&#228;ngerinnen sind in den ersten 8-10 Wochen ausger&#252;ckt, und ich hab’s wahrhaftig auf ein halbes Jahr gebracht, und wenn der Peterle nicht da w&#228;re… nur wegen dem unschuldigen Lamm, das ohne Mutter aufwachsen tut, hab ich ausgehalten. Aber nun ist’s aus, nun ist’s ganz und gar aus. Ich mach einfach nicht mehr mit.</p>
<p><strong>Professor:</strong> (reibt sich verlegen die H&#228;nde): Aber beste Auguste, das tut mir ja alles unendlich leid, was kann ich denn tun, um Ihnen zu helfen?</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Auguste sch&#252;ttelte den Kopf, es war unm&#246;glich. Mit dem Mann war nichts anzufangen. (Ein 15-j&#228;riges M&#228;dchen st&#252;rmt herein).</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Papa, ich muss auf der Stelle 5,6 Mark haben. Morgen macht unsere Klasse einen Schulausflug. Ich will daf&#252;r Eink&#228;ufe besorgen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Professor greift wortlos in die Tasche und gibt ihr Geld.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Fr&#228;nzi, was brauchst du 5 oder 6 Mark? Es Ist alles in der Speisekammer, was du n&#246;tig hast. Ich packe dir deinen Rucksack voll. N&#252;tze die Gutm&#252;tigkeit deines Vaters nicht aus.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (mit hochm&#252;tigem Blick): Ich w&#252;sste nicht, dass ich mit Ihnen gesprochen h&#228;tte. Mischen Sie sich gef&#228;lligst nicht in Angelegenheiten ein, die Sie nichts angehen.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> (zornig) Das ist gewisse, am Ersten geh ich.</p>
<p><strong>Professor:</strong> Fr&#228;nzi, so solltest du nicht zu der Auguste reden. Sie hat mir soeben gesagt, dass sie fortgehen will, wir m&#252;ssen die M&#228;dchen auch vern&#252;nftig behandeln, sonst bleibt niemand bei uns.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (wirft schnippisch den Kopf in den Nacken): Lass sie doch gehen, dann kommt eben wieder eine andere.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Und schon war sie drau&#223;en. Auguste hatte wirklich nicht &#252;bertrieben. Es sah schlimm aus im Hause des Professors Brenner. Vor f&#252;nf Jahren, an dem Tage, als Peter, der herzige, von allen verw&#246;hnte Liebling geboren wurde, war die Mutter, die seelengute, stille und doch stets heitere Mutter gestorben. Mit ihr, so schien es, hatte man alles Licht, alle W&#228;rme, alle Freude, aber auch jegliche Ordnung aus dem Hause getragen. Frau Maria war des Hauses Seele gewesen. Sie hatte die Familie zusammengehalten, den Haushalt musterg&#252;ltig gef&#252;hrt und den stets zerstreuten, oft recht eigent&#252;mlichen Gatten zu nehmen gewusst. Alle hingen mit unbeschreiblicher Liebe an ihr. Der Professor nannte sie seinen Engel, ohne den er, trotz seines reichen Wissens, ein unbeholfener Mensch war. Es konnte sich niemand das Dasein ohne die Mutter vorstellen. Und dann kam jener schreckliche Morgen. Paula, das Dienstm&#228;dchen, weckte die drei Kinder mit der Nachricht, dass in der Nacht ein Br&#252;derlein angekommen sei und sie leise zur Mutter kommen d&#252;rften. Daraufhin waren sie nat&#252;rlich mit Hallo davon gest&#252;rzt und hatten alle drei hinein geschrien: „Mama, Mama, wo ist das Br&#252;derlein, das neue Br&#252;derlein?“ Aber eine fremde Frau in wei&#223;er Sch&#252;rze und Haube hatte entsetzt die H&#228;nde erhoben und dann einen Finger auf den Mund gelegt, w&#228;hrend sie auf die Mutter deutete, die totenblass, aber freundlich l&#228;chelnd im Bett lag. Da waren alle ganz still geworden, und Ruth, deren Tr&#228;nen von jeher locker sa&#223;en, hatte angefangen zu weinen, worauf die fremde wei&#223;e Frau sie alle drei hinausschob. Das Br&#252;derlein hatten sie nicht zu sehen bekommen. Um die Mittagszeit war die Mama gestorben.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Die drei hatten es zuerst gar nicht fassen k&#246;nnen. Erst an dem blumengeschm&#252;ckten Sarg hatten sie das Geschehene begriffen. Am Abend hatten sie sich gef&#252;rchtet. Alle drei waren in ein Bett gekrochen und hatten fl&#252;sternd und schluchzend von ihrer Mama gesprochen. Dann war pl&#246;tzlich die T&#252;r aufgegangen, und der Vater war hereingekommen. In seinen Armen hielt er ein wei&#223;es B&#252;ndel, auf das er hilflos nieder sah. Das war ihr Br&#252;derlein, Peterle. Er sah nicht, dass die drei alle in einem Bett waren. Er setzte sich auf den Bettrand, sah das kleine Kind an und sagte nichts als das eine: „Nun ist sie tot &#8211; nun ist sie tot!“ Tr&#228;nen rollten &#252;ber sein Gesicht. Die Kinder hatten ihren Vater noch nie weinen sehen. Jetzt begannen alle herzzerbrechend zu schluchzen, selbst das kleine Br&#252;derlein bewies seine Zugeh&#246;rigkeit zu dieser Trauergemeinde, indem es kl&#228;glich zu schreien begann. Der Professor war derartig verwirrt, dass er das Kleinste zu den anderen ins Bett legte. Die liebe, gute Mutter, die immer Rat wusste, fehlte -<br />
Paula, das Dienstm&#228;dchen, war herbeigeeilt, nahm behutsam den Kleinen hoch und fl&#252;sterte mitleidig: „Ihr armen Kinder, wie wird&#8217;s euch gehen ohne Mutter?“ Und es ging nicht gut. Pl&#246;tzlich bekam Paula eine Nachricht von ihren alten Eltern, nach Hause zu kommen, um die schwerkranke Mutter zu pflegen. Und nun begann der Zerfall der Familie. Wie viele Dienstm&#228;dchen und Haush&#228;lterinnen waren in diesen f&#252;nf Jahren schon dagewesen &#8230; Sie blieben nie lange. Einige untreue Dienstboten stahlen W&#228;sche und Geld; die Kinder wurden vernachl&#228;ssigt. So geschah es, dass sie wild und z&#252;gellos aufwuchsen.<br />
Jetzt war Herbert ein fast siebzehnj&#228;hriger junger Mann, der die Oberschule besuchte. Franziska war ein intelligentes M&#228;dchen, in der T&#246;chterschule eine gelehrige Sch&#252;lerin, jedoch bekannt als hochm&#252;tig und schnippisch. Ruth, jetzt elfj&#228;hrig, war von jeher kr&#228;nklich, daher sehr empfindlich. Peterle, das Nesth&#228;kchen, wurde als letztes Verm&#228;chtnis der verstorbenen Mutter betrachtet und von allen verw&#246;hnt. Auguste, die jetzige Haush&#228;lterin, hatte versucht, in diesem verwahrlosten Haushalt Ordnung zu schaffen. Aber ihre Erfahrungen im Hause des Professors waren so entmutigend, dass sie es nicht l&#228;nger aushalten konnte. Ihre Pflichttreue aber verbot ihr, das Haus zu verlassen, bis ein anderes Dienstm&#228;dchen gefunden war. Das Haus des Professors war aber im ganzen Ort bekannt, und niemand wollte Augustes Nachfolgerin werden.</p>
<p><em>Musik</em></p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> In einer ganz anderen Familie war Henriette, Professor Brenners Schwester, aufgewachsen. Fr&#252;h hatte sie ihre Eltern verloren. Der Bruder, Paul Brenner, studierte an der Hochschule. Sp&#228;ter hatte er geheiratet und wohnte in einer Stadt. Henriette jedoch wuchs im Pfarrhaus bei ihren Verwandten auf. Viele sch&#246;ne Jahre hatte sie in diesem Hause verlebt. Jetzt sa&#223; die Pfarrersfrau gerade allein in ihrem Zimmer, als Henriette pl&#246;tzlich eintrat.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Sieh, hier habe ich etwas f&#252;r dich.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> (greift nach dem Brief, &#246;ffnet ihn): G&#252;ntherstal bei Freiburg.<br />
Wertes Fr&#228;ulein Brenner!<br />
Jetzt wei&#223; ich mir wirklich keinen Rat mehr. Die Kinder k&#246;nnen auf keinen Fall allein bleiben. Besonders nicht das kleine unschuldige Lamm. Ich bleibe solange, bis Sie kommen. Es muss jemand den Haushalt &#252;bernehmen, der was davon versteht. Und nach vielem Fragen habe ich herausgekriegt, dass der Professor eine Schwester hat, das m&#252;ssen Sie wohl sein. Bitte packen sie gleich Ihre Koffer. Sie werden n&#246;tig gebraucht.<br />
Mit bestem Gru&#223;    Auguste Schmalzbach.</p>
<p>(blickt fragend auf Onkel und Tante): Das muss die Haush&#228;lterin meines Bruders geschrieben haben.</p>
<p><strong>Onkel:</strong> Und was gedenkst du zu tun?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Das m&#246;chte ich euch fragen.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Was sagt dir dein Herz, mein Kind?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> (blickt auf den Brief) Sie werden n&#246;tig gebraucht&#8230; Ich meine, das ist ausschlaggebend.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> So wurde beschlossen, Henriette zu ihrem Bruder fahren zu lassen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Im Hause des Professors Brenner wurde die Frage der kommenden Tante Henriette sehr lebhaft er&#246;rtert.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Was sagt ihr dazu?</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Was soll man dazu sagen? Jemand muss ja schlie&#223;lich den Haushalt f&#252;hren, und wenn die Dienstboten nicht aushalten, dann ist das beste, wenn eine Verwandte ins Haus kommt.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Die soll sich nur nicht einbilden, dass sie hier zu bestimmen hat, ich bin kein kleines Kind mehr und lasse mir nichts von ihr gefallen.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Ich aber auch nicht.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Wie alt ist sie denn?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Wer soll das wissen? Papa scheint sie ja kaum zu kennen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Unterdessen sa&#223; Henriette im Schnellzug, der sie von der Schweizer Grenze nach Freiburg bringen sollte. Sie war erf&#252;llt von den Gedanken und Aufgaben, die auf sie warteten. Ganz leicht war ihr Abschied von den Pflegeeltern nicht gewesen. Freiburg! Tats&#228;chlich, sie war schon da. Sie raffte das Gep&#228;ck zusammen &#8211; und stieg aus. Eigent&#252;mlich aber war es ihr doch, dass niemand sie empfing. Im Hause des Professors war Auguste inzwischen eifrig bem&#252;ht, der K&#252;che einen festt&#228;glichen Glanz zu geben. In den letzten Tagen hatte sie noch einmal gr&#252;ndlich Hausputz gehalten. Nun war sie fertig, den Gast aufzunehmen. Aber was ist das, da l&#228;uft der Herr Professor noch immer in seinem Zimmer herum.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Herr Professor, der Zug l&#228;uft doch ein.</p>
<p><strong>Professor:</strong> Ach ja, du liebe Zeit, der Zug, meine Schwester &#8211; wo ist mein Hut, meine Schuhe? &#8211; Oder, warten Sie, k&#246;nnte nicht Herbert oder Fr&#228;nzi &#8230;? (Ruft ins Treppenhaus): Hallo, Herbert, Fr&#228;nzi, einer von euch muss schnell zur Bahn, meine Schwester kommt.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Bedauere, Papa, ich habe eine Verabredung, da musst du schon Fr&#228;nzi schicken.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Glaubst du, ich werde deine Faulheit st&#228;rken? Hole du nur selbst -die &#8211; die &#8211; das Fr&#228;ulein ab.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> H&#228;tte der Professor ein wenig mehr F&#252;hlung mit seinen Kindern gehabt, so w&#228;re ihm die abweisende, unfreundliche Art Fr&#228;nzis, so &#252;ber die Tante zu sprechen, nicht entgangen.</p>
<p><strong>Professor:</strong> (blickt hilflos auf Auguste): Ja, wer soll dann gehen?</p>
<p><strong>Auguste:</strong> (zu Fr&#228;nzi): W&#228;rst du meine Tochter, dich w&#252;rde ich lehren. (Zum Professor) Ich w&#252;rde schon gehen, aber ich kenne das Fr&#228;ulein nicht. Wie sieht sie denn aus?</p>
<p><strong>Professor:</strong> Ja, wie sieht sie aus? Ich habe sie selbst das letzte Mal an meinem Hochzeitstag gesehen. Wie sieht sie denn aus?</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Na ja, dann wollen wir&#8217;s mal lassen, inzwischen wird das Fr&#228;ulein l&#228;ngst angekommen oder auch schon wieder abgefahren sein.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> (kommt herein gelaufen) Eine feine Dame ist mit einem Koffer gekommen. Das ist gewiss die Neue.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Inzwischen hatte Auguste Fr&#228;ulein Brenner in das Studierzimmer des Professors gef&#252;hrt. Henriette war mit ausgestreckter Hand auf ihn zugegangen.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Ja, so ist es, wenn Geschwister sich jahrelang nicht sehen, dann laufen sie beinahe aneinander vorbei, ohne sich zu kennen. Guten Tag, Paul.</p>
<p><strong>Professor:</strong> Willkommen, Henni, kleine Schwester. Ich finde keine Worte f&#252;r diese &#196;hnlichkeit. Du bist die Mutter, ganz die Mutter. So sah sie aus, bevor sie starb. Henni, es ist eine Schande, dass man so wenig voneinander geh&#246;rt hat in all den Jahren.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Nun fragte sie ihn, ob er von Augustes Brief wisse, wie er sich nun die Zukunft denke und anderes mehr. Bald hatte sie herausgefunden, dass ihr Bruder keine Ahnung von dem Stand der Dinge seines Hauswesens hatte. Sie wollte eben nach den kleinen Kindern fragen, als Auguste zum Mittagessen bat. Henriette folgte ihrem Bruder in das Esszimmer. Der kleine Peter sa&#223; bereits am Tisch und holte sich ungeniert aus den Sch&#252;sseln verschiedene Kostproben mit den nicht gerade sauberen H&#228;nden. Ruth st&#252;rmte mit zerzaustem Haar und tintenbespritzter, zerrissener Sch&#252;rze ins Zimmer. Herbert folgte ihr.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> (verbeugt sich vor der Tante) Herbert Brenner. Ich nehme an, dass &#8211; Sie &#8211; die Schwester meines Vaters sind.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Jawohl, ich bin die Schwester deines Vaters, deine Tante. Aber ganz k&#246;stlich am&#252;siert es mich, hier einen so gro&#223;en Neffen, einen jungen Herrn vorzufinden, wo ich nur mit kleinen Kindern gerechnet habe.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Der Professor hatte sich sofort in die neue Zeitung vertieft, die neben seinem Teller lag. Man begann die Mahlzeit, ungeordnet und nach Belieben. Henriette wartete umsonst auf das Tischgebet. So senkte sie still das Haupt, um nach alter, sch&#246;ner Gewohnheit Gott f&#252;r die Mahlzeit zu danken. Ein Platz am Tisch war noch unbesetzt.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Wo ist Fr&#228;nzi?</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Sie war wieder nicht fertig.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Gleich darauf kam die aufgeputzte Fr&#228;nzi herein. Sie hatte sich das beste Kleid angezogen.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Du hast wohl einen Vogel?</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Fr&#228;nzi geht an der Tante vorbei.</p>
<p><strong>Professor:</strong> (vorwurfsvoll): M&#246;chtest du nicht deine Tante begr&#252;&#223;en, Fr&#228;nzi?</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Fr&#228;nzi bleibt steif stehen.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> (verbeugt sich vor der Tante) Darf ich vorstellen? Gr&#228;fin Franziska Veronika Brenner &#8211; Fr&#228;ulein Henriette Brenner, die Tochter unserer von uns leider nicht gekannten, aber nichtsdestoweniger verehrten und gesch&#228;tzten Gro&#223;eltern, die Schwester unseres w&#252;rdigen Vaters und somit unsere Tante.</p>
<p><strong>Professor:</strong> (Sch&#252;ttelt den Kopf) Ist das &#246;fters so bei dir, Herbert?</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Henriette war merkw&#252;rdig ber&#252;hrt durch diese Szene. Sie f&#252;hlte die feindliche Einstellung Franziskas ihr gegen&#252;ber und fragte sich nach der Ursache derselben. Aber sie wollte sich dadurch nicht beeinflussen lassen. Gewiss war das Ganze eine Backfischlaune. So stand sie auf und trat zu Franziska, um sie zu begr&#252;&#223;en.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Das ist allerdings eine gro&#223;e &#220;berraschung f&#252;r mich, anstelle der kleinen hilfsbed&#252;rftigen Neffen und Nichten schon angehende Herren und Damen zu finden (sie legt ihren Arm um Franziskas Schultern; diese bleibt in ablehnender Haltung stehen).</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Allerdings, so hilfsbed&#252;rftig sind wir nicht mehr.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Die Mahlzeit wurde fortgesetzt, aber es war Henriette, als s&#228;&#223;e ihr etwas im Hals, was ihr das Schlucken erschwerte. Wie seltsam und ungeregelt war das alles. Ihr Bruder hatte sich wieder in der Zeitung vertieft. Nach dem Essen f&#252;hrte Auguste Fr&#228;ulein Brenner in das Gastst&#252;bchen wo sie ihre Sachen auspackte. Sp&#228;ter zeigte sie ihr auch die anderen R&#228;umlichkeiten des Hauses. Am Abend brachte Henriette die kleinen Kinder zu Bett.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Kinder, aber jetzt wollen wir noch beten.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Wir beten niemals; ganz fr&#252;her, als wir noch klein waren und unser Mutti noch lebte, da haben wir auch gebetet, aber jetzt sind wir schon zu gro&#223; dazu.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Voll Mitleid sah Henriette auf beide Kinder. Ein tiefer Schmerz kam &#252;ber sie, wenn sie daran dachte, was ihr Bruder an seinen Kindern vers&#228;umt hatte.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Man ist nie zu gro&#223; zum Beten. Eure Mama, die im Himmel ist, freut sich gewiss, wenn ihre Kinder beten, vor allem aber wartet der liebe Heiland darauf.<br />
(Zu Peterle gewandt; betet) “Breit aus die Fl&#252;gel beide, O Jesu, meine Freude, und nimm dein Kindlein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. Amen.&#8221;</p>
<p><strong>Peterle:</strong> Sch&#246;n! Noch mal.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Morgen beten wir wieder.</p>
<p><strong>Peterle:</strong> O, warum erst morgen?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> So, nun schl&#228;ft unser B&#252;bchen gut.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Ruth lag schweigend in ihrem Bett und blickte zur Decke empor, als m&#252;sse sie dort die L&#246;sung auf eine Frage finden, die sie scheinbar bewegte.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Na, Ruth, wor&#252;ber denkst du so angestrengt nach?<br />
<strong><br />
Ruth:</strong> (verlegen) Ich &#8211; ich &#8211; nein, ich kann&#8217;s nicht sagen.<br />
<strong><br />
Autor:</strong> In diesem Augenblick steckte Herbert seinen Kopf ins Zimmer.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Gute Nacht, ihr Trabanten.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Etwas sp&#228;ter ging Herbert noch einmal an Ruths Schlafzimmer vorbei.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Herbert! Herbert!<br />
<strong><br />
Herbert:</strong> Was ist los?</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Du, Herbert, glaubst du, dass Fr&#228;nzi recht hat, dass sie eine alte Jungfer ist?</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Was meinst du denn?</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Na ja, ob es wohl wahr ist, dass sie so verschroben und gar nicht nett ist?</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Ach, du meinst die Tante? Das kann ich jetzt noch nicht beurteilen.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Es ist nur &#8230; sie hat n&#228;mlich mit uns gebetet. Gerade so, wie Mutti es fr&#252;her getan hat.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> So, sie betet? Gerade so.. wie Mutti?&#8230; So wie Mutter. Es ist doch merkw&#252;rdig mit dieser Tante, es liegt etwas in ihren Augen. Man hat den Eindruck, dass sie tiefer blicken als die Augen anderer Menschen, dass sie Geheimnisse ergr&#252;nden und in verborgene Winkel eindringen k&#246;nnen. Es ist seltsam, man kann vor ihr err&#246;ten wie ein albernes Kind. &#8211; Andererseits ist sie auch ein angenehmer Mensch, mit dem man sich &#252;ber allerlei Dinge und Zeitfragen unterhalten kann. Und sie hat Zeit, trotz der vielen Arbeit, sie nimmt sich einfach die Zeit zuzuh&#246;ren. Seit Jahren, seit Muttis Tod, ist man nicht mehr gewohnt, sich f&#252;r andere Zeit zu nehmen. Jeder hat immer gerade genug, mit sich selbst zu tun. Der Vater, mit dem war immer dasselbe: Auch er hatte nie Zeit f&#252;r uns Kinder.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Nicht alle im Hause des Professors waren dieser Meinung. Franziska war ein h&#228;ufiger Gast bei ihrer Freundin Eleonore, der einzigen Tochter des Bankdirektors Klinghammer. Frau Klinghammer best&#228;rkte Franziska in ihrer verkehrten Art und stimmte sie gegen ihre Tante ein.</p>
<p><strong>Frau Klinghammer:</strong> Euer gegenseitiges Verh&#228;ltnis scheint sich noch nicht gebessert zu haben.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Gebessert? Das wird nie im Leben anders. Sie machen sich kein Bild, wie unausstehlich sie ist. Allein ihre Ansicht ist ma&#223;gebend und niemand anders kommt dagegen auf. Glauben Sie vielleicht, ich d&#252;rfte es wagen, einmal ihrem Willen zu widersprechen?</p>
<p><strong>Eleonore:</strong> (erstaunt) Ja, l&#228;sst du dir denn alles von ihr verbieten?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Verbieten? Nein, sie verbietet mir nichts direkt, aber sie hat eine ganz eigent&#252;mliche Art. Sie bleibt immer ruhig, und gerade diese unheimliche Ruhe macht mich rasend. (Ahmt sp&#246;ttisch ihrer Tante nach): Fr&#228;nzi, wie schade, dass in deinem Zimmer best&#228;ndig Unordnung herrscht. Das wird zu einer h&#228;sslichen Angewohnheit und ziemt sich nicht f&#252;r ein M&#228;dchen oder eine k&#252;nftige Frau.</p>
<p><strong>Eleonore:</strong> H&#246;r blo&#223; auf (h&#228;lt sich die Ohren zu). Man meint die reinste Waisenhausvorsteherin vor sich zu sehen.</p>
<p><strong>Frau Klinghammer:</strong> Ich finde, du bist aus den Kinderschuhen heraus. Du liebe Zeit, das sind eben Ansichten. Deine Tante darf schlie&#223;lich nicht denken, dass ihre Meinung die einzig richtige sei. Au&#223;erdem darf sie nicht vergessen, dass du in den Jahren, da fremde Menschen euren Haushalt f&#252;hrten, zu einer Selbst&#228;ndigkeit gekommen bist, die andern jungen M&#228;dchen deines Alters fremd ist.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Das war Musik f&#252;r Franziskas Ohr. Hier fand sie Verst&#228;ndnis.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Das ist es ja gerade, Frau Klinghammer, sie behandelt mich wie ein kleines Kind. Ich erz&#228;hlte Ihnen bereits, dass sie von mir verlangte, ich solle meine Schuhe selber putzen, meine W&#228;sche selber in Ordnung halten und die Schubladen aufr&#228;umen. Es fehlt nur noch, dass sie mich morgens um vier Uhr bis zum Schulbeginn in die Waschk&#252;che schickt, diese unversch&#228;mte Person. Aber das ist sicher &#8211; eher falle ich tot um, als dass ich mich von ihrer Art beeinflussen lasse. Und wenn es mir zu bunt wird &#8230; o diese, diese Person &#8211; ich hasse sie. Warum hat Papa sie ins Haus genommen? Mit den Fremden war es viel besser. Und dann diese fromme Art, es vergeht kein Sonntag, wo sie nicht fragt: „Fr&#228;nzi, m&#246;chtest du heute nicht mit zur Kirche gehen?“ Sogar das Tischgebet hat sie eingef&#252;hrt. Ich sehe noch heute Papas verlegenes Gesicht, als sie in ihrer mir verhassten liebensw&#252;rdigen Weise fragte: „Paul, du gestattest doch, dass ich mit den Kindern vor dem Essen bete, wie wir es in unserem Elternhaus gewohnt waren?“ Und er war nicht imstande, sich durchzusetzen. Aber ich habe wohl gesehen, wie verlegen er wurde.</p>
<p><strong>Frau Klinghammer:</strong> Sie kann euch doch nicht ihre Meinung aufdr&#228;ngen. Sie wird genau das Gegenteil erreichen.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Jawohl, das wird sie.</p>
<p><strong>Eleonore:</strong> Wie stellt sich denn Herbert dazu?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Herbert? Ach der wei&#223; nicht, was er will. Manchmal hat er direkt l&#228;cherliche Anwandlungen. Dann sitzt er des Abends mit ihr im Wohnzimmer &#8211; sprechen &#252;ber B&#252;cher, oder spielen vierh&#228;ndig Klavier, ich w&#252;rde mich zu Tode langweilen. Wir sollten ganz anders gegen sie zusammenhalten, dann w&#252;rde sie nicht so auftreten in unserem Hause.</p>
<p><strong>Autor:</strong> So und &#228;hnlich ging die Unterhaltung noch eine ganze Weile fort. Henriette ahnte kaum, dass sie im Hause Klinghammer in diesem Augenblick der Mittelpunkt des Gespr&#228;chs war.<br />
Sie konnte sich nicht vorwerfen, ungerecht und lieblos gehandelt zu haben, aber sie sp&#252;rte in diesem Augenblick deutlich, dass sie es am Wichtigsten hatte fehlen lassen. Woran das ganze Haus krankte, das war das Fehlen der liebenden, sorgenden Mutterhand, das Fehlen des Mutterherzens, das nicht mutlos wird, selbst wenn es Jahr um Jahr warten, bangen und hoffen muss, die Mutter, die f&#252;r jeden da ist, ohne Anerkennung und Dank zu erwarten. Ja, das war es Henriette erkannte in dieser Stunde ihre Aufgabe: Liebe und Geduld einer Mutter sich von Gott schenken zu lassen.<br />
Eines Tages kam Franziska aus der Schule und k&#252;ndigte der Tante an, dass sie f&#252;r den kommenden Nachmittag verschiedene M&#228;dchen ihrer Klasse zu sich eingeladen habe.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Wie nett, da lerne ich auch einmal deine Freundinnen kennen.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Ich hatte eigentlich vor, mit den M&#228;dels in meinem Zimmer zu bleiben.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Henriette sp&#252;rte die Abweisung. Sie wusste, ihre Gegenwart war morgen nicht erw&#252;nscht. Angenehm war dieser Gedanke nicht, aber sie blieb freundlich und ruhig.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Ich werde euch alles im Esszimmer zurecht machen. Da ist es gem&#252;tlich und ihr habt Platz genug. Du kannst dann die Wirtin spielen. Eigentlich ist es schade, dass du deine Freundinnen nicht &#252;bermorgen eingeladen hast. Da k&#246;nnte ich eine Rahmtorte f&#252;r euch backen.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Nein, das ist nicht mehr r&#252;ckg&#228;ngig zu machen, und &#252;brigens brauchst du nicht f&#252;r uns zu backen, ich bestelle noch heute Windbeutel mit Schlagsahne beim Konditor.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Gut, Fr&#228;nzi, dann lass deine Freundinnen nur morgen kommen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Die jungen M&#228;dchen kamen. Wie die Fr&#252;hlingsblumen waren sie anzusehen, und Henriette freute sich an der Jugend. Helles Lachen schallte durch Haus und Garten. Franziska stand aufgeregt am Fenster des Esszimmers.</p>
<p><strong>Eleonore:</strong> Was ist dir denn? Du bist so erregt.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Da soll man nicht aus der Haut fahren. Dieser Idiot von Konditor hatte mir bestimmt versprochen, die bestellten Windbeutel zur rechten Zeit zu schicken. Jetzt sind sie immer noch nicht da. Ich bin direkt blamiert vor den M&#228;dels.</p>
<p><strong>Eleonore: </strong> Allerdings, das ist h&#246;chst fatal. Aber sieh, da kommt deine Tante.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Fr&#228;nzi, du bist in Sorge um deine Windbeutel?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (nickt &#228;rgerlich) Dieser pflichtvergessene Kerl, dem werde ich aber meine Meinung sagen.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Wenn du willst, gebe ich dir die Rahmtorte, die ich heute morgen gebacken habe. Es war so gutes Feuer, das wollte ich ausnutzen, anstatt morgen zu backen. Wenn du sie haben willst?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> O  ja &#8211; ich w&#228;re dir sehr &#8230; (verschluckt das dankbar&#8221;). Gut denn, Auguste soll sie reinbringen. Hoffentlich kommen inzwischen auch die Windbeutel.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Nun w&#252;nsche ich euch einen vergn&#252;gten Nachmittag. Ich habe einige Besorgungen in der Stadt zu machen, aber Fr&#228;nzi wird gut f&#252;r euch sorgen (nickt allen freundlich zu).</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (&#228;rgerlich zu Eleonore) Sie tut gerade, als wenn sie uns eingeladen h&#228;tte.</p>
<p><strong>Eleonore:</strong> Ich finde es aber doch sehr nett, dass sie dir gleich die Torte angeboten hat.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Pah &#8211; das wird sich wohl so geh&#246;ren!<br />
<strong><br />
1. M&#228;dchen:</strong> Fr&#228;ulein Brenner ist aber ein sympathischer Mensch.</p>
<p><strong>2. M&#228;dchen:</strong> O ja, ich finde sie sehr liebensw&#252;rdig.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (mit wegwerfender Handbewegung) Geschmacksache!</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Aber der Nachmittag war f&#252;r Franziska verdorben, und schuld war nur diese Person &#8211; die Tante -, die sich die Rechte aneignete, die ihr nicht zukamen. O sie verw&#252;nschte sie.<br />
Henriette hatte in der Stadt ihre Besorgungen erledigt und h&#228;tte zur&#252;ckfahren k&#246;nnen, aber um dem Kaffeekr&#228;nzchen der Nichte nicht zu st&#246;ren, beschloss sie noch einige Zeit in der Stadt zu verweilen. Sie schritt in Gedanken versunken durch die Stadt. So manche Alltagsepisode im Hause ihres Bruders lie&#223; auf alles andere als Erfolg und Fortschritt schlie&#223;en. Aber heute &#8230; all ihr Bem&#252;hen wollte vergeblich und aussichtslos erscheinen, und das Benehmen der Nichte war ihr wieder ein klarer Beweis daf&#252;r. Wie ein schweres Gewicht legte es sich wieder einmal auf sie. Aber Henriette sah es ganz klar vor sich: Sie war in diesen Wirkungskreis von h&#246;herer Hand gestellt worden. Als sie nach Hause kam, blickte Auguste bereits nach ihr aus.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Ich bin in Sorge um Ruth. Sie ist mit Fieber aus der Schule gekommen. Ich habe sie zu Bett geschickt.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (brummt) Es wird Zeit, dass jemand nach dem kranken Kind sieht, schlimm genug, dass Ruth so lange allein gelassen wird.<br />
<strong><br />
Autor:</strong> Nun hatte der herbstliche Sturm seine Pflicht getan. Die B&#228;ume streckten die kahlen &#196;ste zum Himmel. Leise begann es zu schneien. Langsam wurde die Erde wei&#223;.</p>
<p><strong>Peterle: </strong> (am Fenster): Es schneit! Es schneit! Dann kommt bald das Chiristkindlein.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Tante Henni hatte ihm davon erz&#228;hlt, und nun konnte er es kaum erwarten. Es war wohl das erste mal in seinem Leben, dass er die ganzen Wonnen der Vorweihnachtszeit mit all ihren geheimnisvollen Vorbereitungen und Erwartungen in dieser Weise erlebte. Der Vater hatte keinen Sinn f&#252;r famili&#228;re Gestaltung eines Festes, und den Geschwistern hatte eben auch die anleitende Hand gefehlt. Aber Tante Henni war auch auf diesem Gebiet zu Hause, &#252;ber dem Esstisch hing ein pr&#228;chtiger Adventskranz. Und jeden Abend bei Dunkelwerden wurden die Kerzen angez&#252;ndet. Tante Henni setzte sich ans Klavier, spielte und sang Weihnachtslieder. Peterlein hatte solche wundersch&#246;ne Lieder noch nie in seinem Leben geh&#246;rt. Herbert liebte auch an diesen Abenden zu Hause zu sein. Ruth, die seit Wochen nicht zur Schule gehen konnte, lag auf dem Sofa. Nur Franziska nahm ganz selten an den Adventsfeierstunden teil. Sie war beinahe t&#228;glich bei ihrer Freundin Eleonore Klinghammer. Aber Henriette setzte gro&#223;e Hoffnungen auf das Weihnachtsfest.<br />
Wenige Tage vor dem Heiligen Abend sa&#223; Henriette im Wohnzimmer mit den Kindern und erz&#228;hlte ihnen von Weihnachten im erzgebirgischen Pfarrhause. Franziska war heute rechtzeitig nach Hause gekommen und nahm ausnahmsweise am Gespr&#228;ch teil. Henriette freute sich, als Peter an den Fingern abz&#228;hlte, wie oft man noch schlafen m&#252;sse, bis das Christkind k&#228;me.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Kinder, es geht mir beinahe so wie dem Kleinen, ich kann den Heiligen Abend kaum erwarten. Wir wollen ein richtiges Fest erleben, und jeder von uns soll dazu beitragen, dass es wirklich ein wundersch&#246;ner Abend wird.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Wann gedenkst du deine Feier zu veranstalten?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> (erstaunt) Meine Feier? Wie soll ich das verstehen? Es ist doch nicht meine Feier? Gibt es &#252;berhaupt ein Fest, das die Familie so wundersam verbindet wie das Weihnachtsfest.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (l&#228;chelt verlegen) Tante, ich finde deine Art k&#246;stlich; h&#228;tte ich nicht solchen Respekt vor dir, ich w&#252;rde sagen &#8211; naiv. Wir sind schlie&#223;lich keine kleinen Kinder mehr. Wenn du f&#252;r die beiden Kleinen eine Bescherung veranstalten willst, gut denn, ich will dir gewiss die Freude nicht verderben, im Gegenteil, ich spende sogar mein Teil dazu &#8211; aber um unseretwillen kannst du dir wirklich jede M&#252;he ersparen. Vater hat uns in dieser Hinsicht nicht verw&#246;hnt, er hat uns zu Weihnachten ein ordentliches St&#252;ck Geld in die Hand gedr&#252;ckt, und wir kauften unser Geschenk dann selber. Ich denke, wir bleiben bei der Sitte, zumal wir ja aus den Kinderjahren heraus sind. &#220;brigens, bin ich am Heiligen Abend von neun Uhr an bei Klinghammers eingeladen und habe bereits dort zugesagt.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> (springt zornig auf; zu Fr&#228;nzi) Jetzt h&#246;rst du auf, du bist ein ganz eingebildetes, aber desto mehr ungebildetes Ding. Es ist eine bodenlose Unversch&#228;mtheit, wie du dich der Tante gegen&#252;ber benimmst. Seit Wochen plant und &#252;berlegt sie, wie sie uns ein sch&#246;nes Weihnachtsfest bereiten kann und so dankst du ihr all ihre M&#252;he? Pfui, Fr&#228;nzi, ich finde so etwas direkt niedertr&#228;chtig. Du ziehst es also vor, ein St&#252;ck Geld in die Hand gedr&#252;ckt zu bekommen? Glaubst du, diese alle Vorbereitungen seien mit Geld zu bezahlen? Meinst du, Weihnachtsstimmungen und Festfreude seien zu kaufen? Du scheinst dich nicht mehr zu erinnern, wie r&#252;hrend unsere Mutter uns den Heiligen Abend gestaltete? Ich sch&#228;me mich nicht, es zu sagen, dass ich mich in all diesen Jahren, wer wei&#223; wie sehr nach solchen Weihnachtsfesten gesehnt habe. Nenne mich meinetwegen sentimental, aber ich habe es von Herzen begr&#252;&#223;t, dass Tante Henni uns wieder zu einem wirklich echten Weihnachtsfest verhilft, und du nennst sie naiv? Du sch&#228;mst dich nicht? Du zeigst ihr keinen besseren Dank, als dass du am Heiligen Abend zu fremden Leuten l&#228;ufst? Ich sage dir du wirst bei Klinghammers absagen, du wirst den Weihnachtsabend bei uns verbringen, ich verbiete dir fortzugehen und wenn du glaubst, deinen Kopf durchsetzen zu k&#246;nnen, dann werde ich mit Vater sprechen und einmal ihn &#252;ber seine Tochter aufkl&#228;ren.<br />
<strong><br />
Fr&#228;nzi:</strong> (&#228;rgerlich) Du &#8211; willst mich beim Vater schlecht machen? Wage es nur du Scheinheiliger!</p>
<p><strong>Autor:</strong> Das war ein trauriger Adventsabend. Die beiden Kleinen weinten. Henriette aber suchte in den kommenden Tagen fieberhaft nach einem Weg, Franziskas Herz zu erreichen. Als dann der Heilige Abend kam, da gestaltete es sich doch besser, als Henriette es erwartet hatte. Peter jauchzte &#252;ber seinen Pferdestall. Tante Henni hatte jedem ein Geschenk gemacht, und jeder staunte, wieso gerade sein sehnlichster Wunsch erraten worden war.</p>
<p><strong>Herbert:</strong> So war es bei Mutter auch immer!</p>
<p><strong>Autor:</strong> Und dies Wort war Henriettes gr&#246;&#223;ter Dank und sch&#246;nstes Weihnachtsgeschenk. Der Professor selbst schien ergriffen. Henriette las aus der Bibel die Weihnachtsgeschichte vor. Der Abend w&#228;re ihr wertlos erschienen ohne die Ausf&#252;hrung dieses sch&#246;nen alten Brauches. Ob es Herberts Worte bewirkt hatten, dass Franziska tats&#228;chlich zu Hause geblieben war und an der Familienfeier teilgenommen hatte? Der Abend war bestimmt auch bei ihr nicht gleichg&#252;ltig vorbeigegangen. Franziska wusste nicht, dass die Tante ihr noch eine &#220;berraschung zugedacht hatte. Als sie nach der Bescherung in ihr Zimmer kam, fand sie an der Wand eine vergr&#246;&#223;erte Photographie ihrer Mutter. Nun kam doch ein Gef&#252;hl der Besch&#228;mung &#252;ber das M&#228;dchen. Tr&#228;nen traten in ihre Augen. Und zum ersten mal empfand sie, wie wenig sie die G&#252;te der Tante erwiderte.<br />
Fr&#228;ulein Brenner und Auguste sa&#223;en im Wohnzimmer. Pl&#246;tzlich lachte Henriette hell auf. Die alte Haush&#228;lterin blickte erstaunt &#252;ber ihre Brille.<br />
<strong><br />
Henriette:</strong> O Auguste, sie wollten uns doch l&#228;ngst verlassen, und nun arbeiten wir schon &#252;ber ein Jahr zusammen, und sie sind noch immer hier.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> (l&#228;chelnd) Ja, Fr&#228;ulein, das habe ich mir auch nicht tr&#228;umen lassen, aber so ist es halt manchmal im Leben. Damit wir uns aber beide dar&#252;ber klar sind: solange das Fr&#228;ulein bei Professors ist, bleibt die alte Auguste auch.</p>
<p><strong> Henriette:</strong> Gute Auguste, wenn sie w&#252;ssten, wie ich sie sch&#228;tze. Ich bin ihnen sehr dankbar.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Die alte Haush&#228;lterin &#252;berlegte, was sie tun k&#246;nnte, um ihr eine Freude zu machen. Pl&#246;tzlich kam ihr ein Gedanke.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Die Ruth ist eigentlich noch immer recht elend.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Das Kind macht mir Sorge. Trotz aller M&#252;he, die man sich mit ihrer Pflege gibt, will sie nicht kr&#228;ftiger werden.</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Ich meine immer, Luftver&#228;nderung w&#252;rde ihr sicher gut tun.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Ja, das sagte der Arzt auch. Wenn ich nur w&#252;sste, wen wir mit ihr fortschicken k&#246;nnten. Wenn Franziska zuverl&#228;ssiger w&#228;re!</p>
<p><strong>Auguste:</strong> (mit wegwerfendem Ton) Franziska. Aber ich w&#252;sste jemand, Fr&#228;ulein Brenner.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Wen denn?</p>
<p><strong>Auguste:</strong> Sie, Sie, Fr&#228;ulein Brenner, fahren mit Ruth zu Ihrer Tante ins Erzgebirge nach Stollberg. Vier Wochen werde ich schon fertig werden. Die drei M&#228;nner sind ertr&#228;glich &#8211; und Fr&#228;nzi &#8211; na, ich wei&#223; ja, dass sie wiederkommen.</p>
<p><strong>Autor: </strong> Wie ein Kind hat Fr&#228;ulein Brenner sich gefreut, f&#252;r ein paar Tage nach Hause zu d&#252;rfen. Sie w&#252;rde Kr&#228;fte sammeln, mit Onkel ein paar Wanderungen mitmachen, mit Pflegemutter Gedanken austauschen. &#220;brigens k&#246;nnte sie Peter auch mitnehmen. Die Freude auf Ferienwochen erf&#252;llte Henriette so, dass sie das Bed&#252;rfnis hatte, andern davon mitzuteilen. Einen Augenblick sp&#228;ter steckte Franziska den Kopf ins Zimmer.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Ist Herbert hier?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Nein! Aber komm doch ein Weilchen zu mir, ich m&#246;chte dir etwas sagen. Wir wollen mit den Kindern nach Stollberg fahren. Eben kommt mir der Gedanke, du k&#246;nntest, da die Ferien diese Tage beginnen, uns dorthin begleiten. Ich f&#228;nde es so sch&#246;n, wenn du Onkel und Tante Winter und auch mein Kindheitsparadies kennenlerntest.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> (mit abwehrenden H&#228;nden) Ich bitte dich, verschone mich, ich habe keineswegs so paradiesische Gel&#252;ste. Und deinen Leuten bin ich bestimmt nicht fromm genug. Nein, Tante Henni, ein Pfarrhaus ist nichts f&#252;r mich. Au&#223;erdem gedenke ich mit Klinghammers nach Wiesbaden zu fahren. Ich habe bereits zugesagt!</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Aber Fr&#228;nzi, davon wei&#223; ich ja gar nichts.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Ich habe es dir ja eben gesagt.<br />
<strong><br />
Henriette:</strong> Hast du denn mit Vater dar&#252;ber gesprochen?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Pah, das ist fr&#252;h genug, wenn er mir das n&#246;tige Kleingeld geben muss.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Aber Kind, ich verstehe dich wirklich nicht.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Das ist mir nichts Neues, wir beide werden uns wohl nie verstehen.</p>
<p><strong>Autor:</strong> Franziska schloss sich wirklich den Klinghammers an. Henriette fuhr mit Ruth und Peter nach Stollberg zu ihren Pflegeeltern.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> In Stollberg wartete die ganze Familie auf Henriette und die Kinder. Als die G&#228;ste kamen, war die Begr&#252;&#223;ung st&#252;rmisch. Alle freuten sich zu diesem Wiedersehen.</p>
<p><strong>Ruth:</strong> Bei euch meint man, es sei alle Tage Sonntag.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> Henriette h&#246;rte dies und wurde etwas traurig. Nun versuchte sie es bereits ein Jahr in dem Hause ihres Bruders, eine derartige Atmosph&#228;re zu schaffen, und jetzt musste dieses Kind schon in den ersten Tagen einen Unterschied feststellen. Tante Winter sp&#252;rte sofort, was im Herzen ihrer Pflegetochter vorging.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Bist du schon mutlos? Vergiss nicht, dass du erst ein Jahr in deinem neuen Pflichtenkreis stehst.  Eine Mutter muss warten und beten k&#246;nnen, Henni. Ja, als du klein warst, hast du oft gew&#252;nscht, eine Mutter zu sein mit vielen Kindern. Nun ist es so ganz anders gekommen, als wir es uns alle dachten, und dennoch bist du Mutter geworden, stellvertretende Mutter, und dieses Amt ist oft viel schwerer. &#220;brigens wird jede echte Frau auch eine echte Mutter sein. Selbst wenn sie nie ein eigenes Kind hat. M&#252;tter erleben aber nicht nur Freuden, sondern tragen ihr Leben lang auch Lasten, und unter ihren Kindern wird immer ein Sorgenkind sein. Deswegen d&#252;rfen sie aber nicht mutlos werden, da hei&#223;t es Jahr um Jahr warten k&#246;nnen. Wenn Gott dir nun ein solches Amt anvertraut hat, wenn er dir die Verantwortung einer Mutter &#252;bergibt und das ist gewisslich ein Ehrenamt, dann traue ihm zu, dass er dich auch mit den n&#246;tigen F&#228;higkeiten ausr&#252;sten wird.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Es ist nicht leicht, erfolglos zu arbeiten.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Ob du wohl ein Recht hast, so zu sprechen? Was die Kinder brauchen, das ist eine Mutter.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> Alle f&#252;hlten sich heimisch im alten Pfarrhaus. Am gl&#252;cklichsten war wohl Henriette. Nur zu schnell vergingen die Wochen. Noch wenige Tage, und die Heimreise musste wieder angetreten werden. Henriettes Geburtstag fiel auf die letzten Ferientage. Als der Geburtstag da war, sa&#223;en alle am Tisch beim Kaffee zusammen.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Ich w&#252;nsche dir, dass du nie m&#252;de werden m&#246;chtest, Mutterlasten zu tragen (Pause).</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Es kommt jemand.</p>
<p><strong>Onkel: </strong> O weh, ich hatte so gew&#252;nscht, dass wir heute einmal ganz unter uns sein k&#246;nnten.</p>
<p><strong>Heidi:</strong> (bei der T&#252;r) Wen darf ich melden?</p>
<p><strong>Herbert:</strong> Herbert Brenner.</p>
<p><strong>Peter:</strong> Mein Bruder, mein gro&#223;er Bruder.</p>
<p><strong>Onkel: </strong> Das ist die beste Geburtstags&#252;berraschung. (Sch&#252;ttelt Herbert die Hand)</p>
<p><strong>Herbert:</strong> (zu Henni) Dein Gro&#223;er kommt pers&#246;nlich, um dir zu gratulieren, Pflegemutter.</p>
<p><strong>Tante:</strong> Sei uns herzlich willkommen, Herbert, es ist uns eine gro&#223;e Freude, dich pers&#246;nlich kennenzulernen.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> Herbert begleitete in den n&#228;chsten Tagen den Pfarrer &#246;fters auf den Wegen des Gemeindebesuchs. Dann besprachen sie auch Themen der Religion, wof&#252;r Herbert bisher kein Interesse gehabt hatte. Der Pfarrer wies den jungen Studenten auch auf den einzigen Erretter und Heiland, Jesus Christus, hin. Er riet Herbert den richtigen Lebensweg in der Bibel zu suchen. Das wollte Herbert auch tun, zumal in ihrem Hause noch die Bibel der Mutter erhalten geblieben war.<br />
Nach Ferienende war Henriette mit den kleinen Kindern wieder nach Hause zur&#252;ckgekehrt. Auch Franziska, die mit Klinghammers gemeinsam die Ferien verbracht hatte, war nach Hause gekommen. Jetzt war sie noch trotziger und feindlicher gegen Henriette geworden. Sie hatte sich mit einem jungen Verwandten der Klinghammers befreundet und erhielt von ihm heimlich Briefe. Als man einen Briefumschlag, den sie im Hausflur verloren hatte, entdeckte, stellte Henriette sie zur Rede.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Hat dein langes Ausbleiben heute einen Zusammenhang mit diesem Brief?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Wo hast du das her?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Du hast den Umschlag im Hausflur verloren.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi: </strong> Bin ich dir dar&#252;ber Rechenschaft schuldig?</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Fr&#228;nzi, m&#246;chtest du dich einmal daran erinnern, dass dein Vater mich gebeten hat, Mutterstelle an euch zu vertreten?</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Der Vater vielleicht, aber nicht ich &#8211; und ich lasse mir einfach nicht in meine Angelegenheiten hineinreden. Du hast schon immer versucht, meinen Willen zu unterdr&#252;cken. Aber dagegen werde ich mich wehren, solange ich kann. Ich bin kein Kind mehr. Ich bin schon siebzehn Jahre alt.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Deine Mutter w&#252;rde gewiss in Sorge um dich sein, wenn sie sehen w&#252;rde, dass ihre Tochter postlagernd Briefe empf&#228;ngt.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Wenn meine Mutter noch lebte, w&#228;re manches anders.</p>
<p><strong>Henriette:</strong> Ja, du hast Recht. Wie sch&#246;n w&#228;re es, wenn du nun mit mir, die ich an Stelle deiner Mutter stehen soll, vertrauensvoll &#252;ber alles sprechen w&#252;rdest. Wie gerne w&#252;rde ich dir raten und helfen. Ich mache mir gro&#223;e Sorgen um dich.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Du brauchst dich nicht um mich zu sorgen, das ist ganz unn&#246;tig. Eins aber ist sicher: mein letztes Schuljahr wird auch vor&#252;bergehen, und dann hat diese Sklaverei ein Ende. Lieber in einer Pension eingesperrt sein, als hier, wo man zu Hause sein soll und doch keine Freiheit genie&#223;t, sich unterdr&#252;cken zu lassen.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Henriette beschloss, mit Frau Klinghammer &#252;ber Franziska zu sprechen; sie ist doch auch eine Mutter. Diese best&#228;rkte jedoch Franziskas Verhalten. Henriette verstand, nicht jede Mutter ist wirklich eine Mutter.<br />
Herr Brenner war nur zutiefst mit seiner Wissenschaft besch&#228;ftigt gewesen, und hatte sich nicht um die Erziehung seiner Kinder gek&#252;mmert. So gelang es Franziska, den Vater zu &#252;berreden, dass er ihr wieder erlaubte, mit den Klinghammers die n&#228;chsten Ferien an der Ostsee zu verbringen.<br />
Jedoch hier wurde Franziska von ihrem “Ideal” einem Verwandten der Klinghammers, dem 22j&#228;hrigen Studenten, grausam get&#228;uscht und w&#228;re beinahe entehrt worden. Nach einer schlaflosen Nacht war sie an den Meeresstrand gegangen, um sich hier von ihrem &#252;berspannten Seelenzustand zu erholen. Pl&#246;tzlich hatte sie das Verlangen, weit aufs Meer hinaus zu schwimmen, ein erquickendes Bad zu nehmen. Als sie schon weit vom Ufer entfernt war und umkehren wollte, begannen ihre Kr&#228;fte zu schwinden. W&#228;hrend sie so im Kampf mit den Wogen lag, war es ihr, als rolle ein Film von ihrem ganzen Leben in wenigen Augenblicken an ihr vor&#252;ber. Jetzt fiel es ihr pl&#246;tzlich wie Schuppen von ihren Augen und sie erkannte ihre unbeschreibliche Selbstsucht. Und nun sollte sie sterben? &#8230; Sollte sie so vor dem himmlischen Richter erscheinen, wenn es doch einen Gott gibt? &#8230; Ist es wirklich zu sp&#228;t, alles gutzumachen? &#8230; O w&#228;re sie jetzt zu Hause &#8230; Hilfe! Hilfe!&#8230; Ihre Kr&#228;fte schwanden mehr und mehr. Der K&#246;rper sank immer tiefer. Hil-fe Hil-fe! &#8211; Vater!- Herbert!- Ruth! Peter! &#8211; Hilfe, Tante Henni &#8211; O k&#246;nnte ich beten wie du! &#8211; Vergib mir! &#8211; Hil-fe! &#8211; Gott &#8211; erbarme dich&#8211;!</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Ein Fischer und seine Frau hatten gesehen, da&#223; Franziska so weit ins Meer hinausgeschwommen war und kamen jetzt im letzten Augenblick zu Hilfe.</p>
<p><strong>Fischersfrau:</strong> Halt sie fest! Vater, halt sie fest! Sie ist ohnm&#228;chtig oder gar schon tot. Ja, gewiss, O Gott, sie ist tot. Es ist &#8211; -</p>
<p><strong>Fischer:</strong> Halt deinen Mund und hilf mir, sie ins Boot zu legen. Wie kannst du behaupten, dass sie tot ist?</p>
<p><strong>Fischersfrau:</strong> Sie ist tot.</p>
<p><strong>Fischer:</strong> Sie ist nicht tot.</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Nach einer Stunde Wiederbelebungsversuchen schlug Franziska die Augen auf.</p>
<p><strong>Fr&#228;nzi:</strong> Wo bin ich? Was ist mit mir? Bin ich nicht tot? O Gott, bin ich nicht tot? &#8230; Leben &#8211; leben! O Gott im Himmel, hab Dank, hab Dank. Oh, ich will gut werden, ich will anders werden!</p>
<p><strong>Erz&#228;hler:</strong> Nur wer auch einmal im Vorraum der Ewigkeit gestanden hat, wer es erlebt hat, dass ihn nur ein Atemzug vom Jenseits trennte, der wird verstehen, was im Herzen Franziskas vor sich ging.<br />
Als Franziska sich bei den Fischern etwas erholt hatte, war es ihr innigster Wunsch, schnellstens nach Hause zu fahren. Hier angekommen, erfuhr sie, dass ihre, fr&#252;her so gehasste Tante Henni, an schwerer Lungenentz&#252;ndung im Sterben lag. Sie durfte nur ganz kurz am Bett der Tante verweilen. Alle anderen waren drau&#223;en geblieben. Hier sank sie vor dem Bett auf die Knie &#8230; Gott allein war Zeuge dieses wunderbaren Augenblickes, wo sich Herz zum Herzen fand. Zur weiteren Erholung wurde Franziska nach Stollberg ins Pfarrhaus gebracht.</p>
<p><strong>1. Erz&#228;hler:</strong> Wie seltsam sind oft die Wege Gottes! Wie hatte sie sich gestr&#228;ubt, hierherzukommen! Wie hatte sie sich gegen alles Religi&#246;se gewehrt! Nun sa&#223; sie hier an der Seite der stillen, g&#252;tigen Pfarrersfrau und empfand es so wohltuend, dass diese mit ihr von der M&#246;glichkeit eines neuen Lebens mit Gott sprach und mit ihr betete. Es ging nicht von heute auf morgen. Auch in ihr musste die Erkenntnis erst zur Reife kommen, dass auch sie ein neuer Mensch werden konnte, nicht durch eigene Kraft und Bem&#252;hungen, sondern allein durch die Gnade Gottes und das Erbarmen Christi. Sie erlebte Zeiten schwerster Selbstanklage, und sie meinte, nie im Leben wieder froh werden zu k&#246;nnen. Aber solche Not lehrte sie beten. In den ersten Tagen hatte sie angstvoll auf die Todesnachricht der Tante gewartet. Aber eines Tages kam ein Brief mit der Freudenbotschaft, dass Tante Henni auf dem Wege der Genesung sei. Und endlich kam auch der erste Brief, den Tante Henni nach der Krankheit geschrieben hatte. Sie schrieb: „Meine liebe gro&#223;e Tochter! Das bist du jetzt, ich f&#252;hle es. Ich finde nicht Worte des Dankes f&#252;r die wunderbare Hilfe Gottes.“ Der Brief schloss mit den Worten: „Gr&#252;&#223;e mir meine lieben Pflegeeltern. Du aber lass nicht zu lange auf Dich warten. In herzlicher Liebe Deine Tante Henni!”<br />
Noch am selben Abend ging ein Telegramm von Stollberg ab: „Mutter, ich komme morgen nach Hause.    Franziska.“</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
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      <b>Name:</b> <a href="http://www.christenload.com/?file_id=213">Ganz wie Mutter</a> <small>(94.5KB)</small><br />
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          </td>
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		<item>
		<title>Die Mutterliebe wanket nicht</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 18:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Mutterliebe wanket nicht, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 4 Personen Mutter: Ist denn Gott dein Wort nicht wahr, auf das solange ich schon baute? Ist&#8217;s denn umsonst das Jahr f&#252;r Jahr ich glaubte und vertraute? Erh&#246;rst du denn nicht mehr Gebet, wenn f&#252;r ihr Kind die Mutter fleht? Sprecher: Es st&#246;hnt in tiefstem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die Mutterliebe wanket nicht, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 4 Personen</strong></em></p>
<p><strong>Mutter:</strong> Ist denn Gott dein Wort nicht wahr,<br />
auf das solange ich schon baute?<br />
Ist&#8217;s denn umsonst das Jahr f&#252;r Jahr<br />
ich glaubte und vertraute?<br />
Erh&#246;rst du denn nicht mehr Gebet,<br />
wenn f&#252;r ihr Kind die Mutter fleht?</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Es st&#246;hnt in tiefstem Seelenschmerze<br />
die Witwe matt und m&#252;de.<br />
Ach, alles schwand, es brach ihr Herz,<br />
doch blieb die Mutterliebe.<br />
F&#252;r ihren weit verirrten Sohn<br />
fleht sie so viele Jahre schon.</p>
<p><strong>Mutter:</strong> Einst ruhte er an meiner Brust,<br />
in Freude und in tr&#252;ben Stunden.<br />
Mir Lieb erweisen, war ihm Lust;<br />
die St&#252;tze ist geschwunden.<br />
Mein h&#246;chstes Gl&#252;ck ist l&#228;ngst dahin.<br />
Die arge Welt verlockte ihn,<br />
bald triebs ihn von der Mutter fort,<br />
ihn traf mein teures Beten nicht,<br />
umsonst mein mahnend Mutterwort;<br />
mit F&#252;&#223;en ward&#8217;s getreten.<br />
So zog er trotzig aus dem Haus<br />
und abw&#228;rts ging’s in Saus und Braus.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Die Mutter weint ihm hebend nach,<br />
sie gibt ihn nicht verloren.<br />
F&#252;r ihn zu beten Tag und Nacht<br />
hat sie sich auserkoren.<br />
So ringt f&#252;r den verlorenen Sohn<br />
sie, ach, so viele Jahre schon,<br />
und immer neu setzt sie sich ihre Frist.<br />
Bald muss er doch nach Hause kommen.<br />
Dass sie so oft get&#228;uscht schon ist,<br />
das kann sie nicht bet&#246;ren;<br />
so treu in Lieb&#8217;, in Leid und Schmerz,<br />
so harret nur ein Mutterherz. –<br />
Der harte Sohn, ach, wie ein Stein<br />
ist l&#228;ngst zur See gegangen.<br />
Noch einmal Kamms ihm in den Sinn,<br />
nach Hause ein Verlangen.<br />
Doch fluchend, schwelgend unterdr&#252;ckt<br />
die Mahnung er, die Gott geschickt.<br />
Und wenn er abends ruhen will,<br />
da nagt ihn das Gewissen:<br />
Die Mutter betet treu und still,<br />
das macht ihm hei&#223; das Kissen.<br />
Und in der Welt, die da entflammt,<br />
er sein Gewissen gar verdammt. –<br />
Da, eines Tages, nach langer Zeit,<br />
nach vielen Jahren und Stunden<br />
hat Gott in seiner Freundlichkeit<br />
den irrenden Sohn gefunden.<br />
Ein Sturm, dass selbst der Seemann bebt,<br />
erreicht das, was er nie erlebt.<br />
Anf&#228;nglich flucht und spottet man,<br />
nach eitler Seemannsweise.<br />
Doch nach drei Tagen wird es dann<br />
allm&#228;hlich still und leise.<br />
Solch Gest&#252;rm und solche Not,<br />
es trieb bald viele hin zu Gott.<br />
Der  Kapit&#228;n ruft laut im Schreckenston:</p>
<p><strong>Kapit&#228;n:</strong> Matrosen! Jungs! Das Schiff sinkt schon!<br />
Drum betet, wer da beten kann,<br />
wir sind verloren, Mann f&#252;r Mann.<br />
Die Flut geht hoch, das Schiff zerschellt,<br />
kein Lichtstrahl diese Nacht erhellt.<br />
Es braust der Sturm und w&#252;tet das Meer.<br />
Euch sind die Herzen von Sorgen so schwer.<br />
F&#252;rchtet euch nicht! Betet! Gebt acht,<br />
Gott schickt uns Hilfe in dieser Nacht.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Ich kann nicht beten, Herr Kapit&#228;n.<br />
Ich bin zu s&#252;ndig und viel zu schlecht.<br />
Wie kann ich so vor Gott hintreten?<br />
Hab ich dazu wohl noch ein Recht?</p>
<p><strong>Kapit&#228;n:</strong> Ja, Gott ist gn&#228;dig und barmherzig,<br />
er will den Tod des S&#252;nders nicht.<br />
Wenn wir von Herzen werden rufen,<br />
verschm&#228;ht er unser Flehen nicht.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> H&#246;rt, meine Mutter ich verlie&#223;,<br />
verschm&#228;hte all&#8217; ihr Beten.<br />
Die Mutterliebe ich verstie&#223;,<br />
wie viel hat sie gelitten.<br />
Ihr treues Beten war mir Qual.<br />
O, h&#246;rt ich&#8217;s jetzt ein einziges Mal.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Da f&#228;llt ihm ein, im Koffer lag<br />
einstmal das Buch der Mutter.<br />
Schnell sucht er &#252;berall danach<br />
trotz Sturm und Ungewitter.<br />
Und als die Bibel er nun fand,<br />
da h&#228;lt er fest sie in der Hand,<br />
er schl&#228;gt sie auf, sucht hin und her,<br />
da kann er nichts verstehen.<br />
Dem Tode schaut ins Antlitz er,<br />
vor Furcht will er vergehen.<br />
Da sieht er nur ein St&#252;ck Papier,<br />
verschlingt es vor Verlangen schier.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Seht, was ich hier gefunden hab,<br />
es lag im Buch der Mutter.<br />
Darauf steht: „Mein Sohn, mein lieber Sohn”<br />
Ich will stets f&#252;r dich Beten.<br />
Und ob du auch so weit entflohn’,<br />
Gott wird dich dennoch retten.<br />
Komm heim, wenn alles dir zerbricht.<br />
Die Mutterliebe wanket nicht!“</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Nun liest er aus dem Bibelbuch,<br />
dass Gott die S&#252;nder liebt,<br />
wie er die irrenden Schafe sucht,<br />
dass er ihr Hirte bleibe,<br />
vergisst die Mutter auch ihr Kind,<br />
ihm alle unvergesslich sind.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Hilf, Herr, im wilden Sturmgebraus,<br />
das Schiff ist schon am Sinken.<br />
O Herr, bringe mich nach Haus<br />
und lass mich nicht ertrinken.<br />
Lass mich die Mutter noch mal sehn,<br />
bei ihr Vergebung mir erflehn.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Und in der Heimat, in der Ferne<br />
die Mutter liegt im Bett.<br />
Sie hofft noch immer: „Gott erbarme<br />
dich und h&#246;re mein Gebet.“<br />
Sie wei&#223; ihr letztes St&#252;ndlein naht,<br />
doch den Glauben sie bewahret hat.</p>
<p><strong>Mutter:</strong> Er kommt gewiss, geht schaut nur aus.<br />
Gott hat es stets versprochen.<br />
Der Herr bringt endlich ihn nach Haus.<br />
Sein Wort hat er noch nie gebrochen.<br />
Und sein Wort es sagt so klar:<br />
Wer bittet, der nimmt immerdar.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Vergebens harrt sie lange schon.<br />
Soll sie umsonst denn trauern,<br />
wird sie den l&#228;ngst vermissten Sohn<br />
hier wirklich nicht mehr schauen?<br />
So wei&#223; sie, dort am sel&#8217;gen Strand<br />
sieht sie ihn dann im Himmelsland.<br />
Schon wird ihr Auge tr&#252;b und matt,<br />
sie ahnt des Todes N&#228;he.<br />
Es schwand ihr alles,<br />
eins nur bat sie noch in Leid und Weh,<br />
sie betet innig, betet hei&#223;:<br />
,,Herr, rette ihn um jeden Preis!&#8221; –<br />
Da st&#252;rmt ein fremder Mann daher,<br />
im Dort ihn niemand kennt.<br />
Er l&#228;uft und schaut nicht hin noch her,<br />
und unaufhaltsam rennt er hin<br />
zu dem wohlbekannten Ort<br />
und st&#252;rmt herein, und hat kein Wort.<br />
Verwundert schaun die anderen zu.<br />
Was will denn nur der Fremde?<br />
Lass doch die Sterbende in Ruh&#8217;,<br />
es geht mit ihr zu Ende.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Lebt meine Mutter denn nicht mehr? –<br />
Bist du von mir geschieden?<br />
O Gott, jetzt hilft kein Jammern mehr,<br />
nie seh ich sie hienieden.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Doch sie schl&#228;gt matt die Augen auf:<br />
„Willkommen hier, nach langem Lauf.“ –<br />
Er wirft am Bett sich nieder,<br />
ihm zittern alle Glieder.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Ach Mutter, sieh hier kniet dein Sohn.<br />
Vergib dem Kind, dem schn&#246;den.<br />
Ach, lange zog&#8217;s mich heimw&#228;rts schon,<br />
es war dein treues Beten.<br />
Doch ich verstockte stets mein Herz<br />
und brachte dir viel Gram und Schmerz.<br />
Doch Gott, er wusste endlich Rat,<br />
mein Schiff lie&#223; er zerschellen.<br />
Mich riss in seiner Lieb&#8217; und Gnad’<br />
er hebend aus den Wellen.<br />
Und ein Gel&#252;bde gab ich ihm,<br />
ich wollte zu der Mutter ziehn.<br />
Hier knie ich, o nimm mich an.<br />
Ich habe es nicht verdienet,<br />
als ein Verlorener will ich nahn,<br />
denn Christi Tod vers&#252;hnet.<br />
Gedenke es mir ferner nicht,<br />
vergib mir, ehe dein Auge bricht!</p>
<p><strong>Mutter:</strong> Komm, lieber Sohn, komm an mein Herz,<br />
komm, mir von Gott geschenkter,<br />
du meines Herzens Trost und Lust,<br />
die Mutterliebe wanket nicht.<br />
In Frieden fahr ich nun dahin,<br />
weil ich von Gott erh&#246;ret bin.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Ihr M&#252;tter, Gott erh&#246;rt Gebet,<br />
und ob&#8217;s auch lange w&#228;hret.<br />
Und scheint&#8217;s, als ob ihr vergebens fleht,<br />
dass Gott den Sohn bekehre.<br />
O, ringet mutig weiter fort und st&#252;tzt<br />
euch aufs verhei&#223;ene Wort.<br />
Einst kommt die Zeit, sie kommt gewiss,<br />
da wird der Herr erh&#246;ren.<br />
Und irrt er noch so weit umher,<br />
es sucht und findet ihn der Herr.<br />
O, danket Gott, wer Eltern hat,<br />
die f&#252;r die Kinder beten.<br />
Und Vater, der&#8217;s bis jetzt nicht tat,<br />
lass es fernerhin geschehen.<br />
Und Mutter halt geduldig aus,<br />
Gott f&#252;hrt den irrenden Sohn nach Haus!</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
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		<item>
		<title>Die Mutter wartet</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 18:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Mutter wartet, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 3 Personen Mutter: Mein Sohn, ich seh du gehst heut Abend wieder aus Ich bitte dich von Herzen, blieb nicht zu lange aus: Ich werde auf dich warten wie ich’s ja immer zu Denn ehe du zuhause hab ich doch keine Ruh. Auch f&#252;hl ich mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die Mutter wartet, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 3 Personen</strong></em></p>
<p><strong>Mutter:</strong> Mein Sohn, ich seh du gehst heut Abend wieder aus<br />
Ich bitte dich von Herzen, blieb nicht zu lange aus:<br />
Ich werde auf dich warten wie ich’s ja immer zu<br />
Denn ehe du zuhause hab ich doch keine Ruh.<br />
Auch f&#252;hl ich mich heut Abend so elend wie noch nie<br />
M&#246;chte dich gern bei mir haben, drum komm nach Hause fr&#252;h.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Der Sohn hat diese Bitte schon oftmals angeh&#246;rt<br />
Und hat sich auch dar&#252;ber schon manches gest&#246;rt.<br />
Er sagt nur zu der Mutter:</p>
<p><strong>Sohn:</strong> Wenn heute dir nicht wohl<br />
Dann lege dich doch nieder und ruhe bis ich komm.<br />
Warum soll mein Vergn&#252;gen ich k&#252;rzen weil ich jung,<br />
mach die nur keine Sorgen, ich w&#252;nsch dir Besserung.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Doch als er ging da h&#246;rt er noch einmal wie sie sprach:</p>
<p><strong>Mutter:</strong> Ich werde auf dich warten, ich bleib so lange wach.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Der Sohn verbringt den Abend ganz fr&#246;hlich wie schon oft.<br />
Die Mutter hat gewartet, gebetet und gehofft.<br />
Und als schon lang nach Mitternacht, er endlich kam nach Haus<br />
Schien ihm als sehe alles, so wie gew&#246;hnlich aus<br />
Es war noch Licht im Zimmer wo seine Mutter war<br />
Doch alles war so stille das schien ihm Wunderbar.<br />
Er schlich sich nun ganz leise hin auf ins Schlafgemach<br />
Ringsum war alles stille – ob Mutter wohl noch wach?<br />
Er horcht gespannt und wartet, doch ist und bleibt es still<br />
Da wird ihm so unheimlich, er steht nun auf und will<br />
Doch nach der Mutter sehen, sie f&#252;hlte sich ja schlecht.<br />
Uns sein Betragen schien ihm, nun doch nicht gut und recht<br />
Da sitzt die treue Mutter, hat sich zur&#252;ck gesehnt.<br />
Den Sohn bei sich zu haben in ihrer Sterbestund<br />
Er ruft sie an:</p>
<p><strong>Sohn:</strong> O Mutter!</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Doch stumm bleibt nun ihr Mund.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> O Mutter</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> ruft er wieder</p>
<p><strong>Sohn:</strong> O Mutter h&#246;re mich<br />
Vergib wo ich gefehlet, du wei&#223;t, ich liebe dich.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Umsonst sind deine Worte du armer junger Mann<br />
Du kannst nun nicht mehr &#228;ndern was du ihr angetan.<br />
Sie ist nun Heimgegangen, ins ew’ge Vaterhaus.<br />
Doch schaut sie auch von droben, noch sehnend nach dir aus.<br />
Sie hielt etwas die Mutter, in ihrer kalten Hand<br />
Es war ein kleiner Zettel, darauf geschrieben stand:<br />
„Mein Sohn, ich hab gewartet auf dich, doch kamst du nicht<br />
Nun werd ich droben warten, im ew’gen Himmelslicht.“</p>
<p>Das waren schwere Stunden die nun der Sohn gelebt<br />
Er hat fast in Verzweiflung, so manchen Tag geschwebt<br />
Man brachte sie zur Ruhe, die ihn so hei&#223; geliebt<br />
Die er durch sein betragen, so oftmals hat betr&#252;bt.<br />
Die guten Kameraden die blieben jetzt zur&#252;ck,<br />
sie lassen ihn alleine, das schien ihm wie ein Gl&#252;ck.<br />
Er wollte anders werden, wollt andre Wege gehen<br />
Damit er einst im Himmel, die Mutter d&#252;rfte sehn.<br />
Doch lockten Welt und S&#252;nde ihn auf die breite Bahn<br />
Und nach und nach da fing er sein altes Leben an.<br />
Er ding die alte Wege und desselbe Spiel<br />
Die Lockung war so m&#228;chtig und Freude waren viel.</p>
<p>Doch steht, an einem Abend, mitten im Freundeskreis<br />
Steht er entschlossen auf und geht hinaus – er wei&#223;<br />
Das dieser breite Weg, auf welchen er jetzt geht,<br />
der f&#252;hrt ihn ins Verderben und ernstlich er jetzt fleht.</p>
<p><strong>Sohn:</strong> O Herr, hilf mir doch k&#228;mpfen, Du siehst ich bin so schwach<br />
Doch bin ich jetzt entschlossen dir Herr zu folgen nach.</p>
<p><strong>Sprecher:</strong> Es kamen schwere K&#228;mpfe, doch standhaft hielt er aus,<br />
denn seine Mutter wartet auf ihn im Vaterhaus.</p>
<p>Hast du noch eine Mutter, du lieber junger Mann?<br />
Sag, hast du ihr wie jener, auch oft schon weh getan?<br />
Gott m&#246;g dir Gnade geben, dass du eh es zu sp&#228;t<br />
Der Mutter Bitte h&#246;rest, die t&#228;glich f&#252;r dich fleht.<br />
So lange sie noch am Leben o h&#246;re auf ihr Wort<br />
Und ist sie nicht mehr bei dir, triff sie im Himmel dort.</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
    <td width="35">
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      <b>Name:</b> <a href="http://www.christenload.com/?file_id=203">Die Mutter wartet</a> <small>(31.5KB)</small><br />
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          </td>
  </tr>
</table></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Himmelsschl&#252;ssel</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 12:04:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Himmelsschl&#252;ssel, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 8 Personen Erz&#228;hler: „Gl&#252;ck muss der Mensch haben” &#8211; so dachte wohl manch einer wenn er an dem neuen, schmucken Haus der Familie Winkler vorbeikam. Manch einer blieb wohl einen Augenblick stehen, um einen Blick auf dieses sch&#246;ne Haus zu werfen. Doch keiner der Vorbeigehenden dachte daran, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Der Himmelsschl&#252;ssel, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 8 Personen</span><br style="font-weight: bold; font-style: italic;" /><br />
<span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> „Gl&#252;ck muss der Mensch haben” &#8211; so dachte wohl manch einer wenn er an dem neuen, schmucken Haus der Familie Winkler vorbeikam. Manch einer blieb wohl einen Augenblick stehen, um einen Blick auf dieses sch&#246;ne Haus zu werfen. Doch keiner der Vorbeigehenden dachte daran, dass in einem sch&#246;nen Geb&#228;ude nicht immer auch das Gl&#252;ck wohnt. Manch einer w&#252;rde erstaunt sein, wenn er von den Problemen der Familie Winkler w&#252;sste.<br />
An einem Samstag sa&#223;en Vater und Mutter Winkler mit ihrem zw&#246;lfj&#228;hrigen Sohn am Mittagstisch. Mit einem Blick auf den Vater fragte Erwin:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erwin:</span> Vater, hast du heute noch lange was im B&#252;ro zu tun?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> Ich glaube nicht, es ist ja Samstag, warum?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erwin:</span> Du wei&#223;t doch, Vater, morgen ist Muttertag. Du hast gesagt, dass wir in den Wald gehen und Schl&#252;sselblumen f&#252;r Gro&#223;mutter suchen werden. Diese wollten wir ihr doch &#252;berreichen, wenn wir ihr den Schl&#252;ssel f&#252;r ihr Zimmer bringen werden.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Peng! War es der Fr&#252;hlingswind, der hinter Frau Anne die T&#252;r so heftig ins Schloss warf? Traurig folgten die Augen Herr Winklers seiner Frau. W&#252;rde sie denn nie verstehen, dass der Platz seiner Mutter, jetzt da sie schwach und alt geworden, in diesem Hause war?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> (sich zu Erwin wendend) Ich glaube, es w&#228;re besser, wenn du diesmal alleine gingest, Erwin. Am besten, du gehst gleich und ich gehe in die K&#252;che, einiges mit Mutter besprechen. Also, dann bis heute Nachmittag!</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik-</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> Ach Anni, nimm es doch nicht so zu Herzen! Nicht wahr, du findest dich jetzt darein? Es wird alles gut werden mit Mutter, besser als du denkst. Denk nur, wie lange ich ihr versprochen habe, einmal ein Haus f&#252;r sie zu bauen. Ich war so alt wie Erwin, als ich damit anfing. Und nun, wo es soweit ist, es w&#228;re doch mehr als herzlos, wenn man sie noch l&#228;nger in der Dachwohnung sitzen lie&#223;e, wo wir es hier&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">A.Winkler:</span> (Unterbricht ihn) Kein Wort mehr davon! Wir haben schon genug &#252;ber die Sache geredet. Ich habe es dir gesagt und das gilt ein f&#252;r allemal: es geht nicht! Wir k&#246;nnen nun einmal nicht auskommen, deine Mutter und ich. Ein paar Wochen zu Besuch, das l&#228;sst sich aushalten. Aber f&#252;r immer? Nein, es gibt ein Ungl&#252;ck!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Mit diesen Worten ging Frau Winkler aus der K&#252;che. Tief betr&#252;bt sah ihr Mann ihr nach. Wie sollte er sich verhalten? Traurigen Herzens ging er aus dem Haus, um seine letzten Pflichten im B&#252;ro zu erledigen.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Frau Winklers Ruhe war auch dahin. Freudlos und achtlos ordnete sie die K&#252;che. Dann ging sie z&#246;gernd ins Obergeschoss und drehte den Sch&#252;ssel an einer der drei T&#252;ren, die auf den ger&#228;umigen Vorplatz m&#252;ndeten. Es war der Schl&#252;ssel, den Erwin morgen feierlich mit den Himmelsschl&#252;sseln der Gro&#223;mutter &#252;berreichen wollte. Dieser Schl&#252;ssel &#246;ffnete die T&#252;r des Zimmers, welches der Sohn seiner Mutter gebaut hatte. Ja, nat&#252;rlich, hier wurde es ihr gefallen, der alten Frau, hier w&#252;rde sie residieren und regieren. Aber nein; so weit sollte es nicht kommen! Daf&#252;r w&#252;rde sie schon sorgen.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> In seinem hohen, sonnenlosen B&#252;ro schritt Herr Winkler auf und ab. Seine Gedanken konnten nicht zur Ruhe kommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> Warum str&#228;ubt sich denn meine Frau so gegen das Zusammenleben mit meiner Mutter? Mit der Mutter, der ich so viel verdanke? Hat es meine Mutter nicht ganz besonders verdient? Wie hat sie sich f&#252;r mich aufgeopfert? Als Witwe hat sie gedarbt, gespart und bis in die sp&#228;te Nacht hinein die N&#228;hmaschine getreten, um mich durchzubringen. Ihr verdanke ich, was ich geworden bin. Doch sie hat nicht nur an mein &#228;u&#223;eres Fortkommen gedacht, t&#228;glich hat sie f&#252;r mich gebetet. Und nun sollte ich, ihr Sohn, sie in ihrer engen Dachzimmerwohnung lassen? Unm&#246;glich!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Das Schellen des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken. Voller Entsetzen h&#246;rte er vom anderen Ende der Leitung die Nachricht, dass sein Sohn im Wald schwer verungl&#252;ckt sei, und er, der Vater, sofort ins Krankenhaus kommen solle. (Pause)<br />
Wie ein schweres, schwarzes Tuch legte sich dieses Ereignis &#252;ber die Familie Winkler. Und es war der Tag vor Muttertag.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">1. Sprecher:</span> Muttertag: lieblicher, sonniger Festtag in tausend kinderfrohen Familien!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">2. Sprecher:</span> Muttertag: dunkler, Schmerzes reicher Trauertag f&#252;r unz&#228;hlige, blutende Mutterherzen auf der weiten Welt!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">1. Sprecher:</span> Muttertag: Einsamer Tag f&#252;r M&#252;tter, die weinend an nahen und fernen Gr&#228;bern stehen, deren Seelen durch unbekannte Fernen irren um Verschollenen zu begegnen und sie heimzuf&#252;hren.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">2. Sprecher:</span> Muttertag: Trauriger und doch hoffnungsvoller Tag f&#252;r M&#252;tter, derer Tr&#228;nen im Verborgenen flie&#223;en, um ihre in S&#252;nde und Schande verlorene S&#246;hne und T&#246;chter.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">1. Sprecher:</span> Muttertag: wie zogst du herauf &#252;ber dem Haus, das gestern noch Neid der Vor&#252;bergehenden erweckte, weil es lachend ins weite Land schaute.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">2. Sprecher</span>: Was ist aus den Himmelsschl&#252;sseln geworden, die der totenblasse Knabe in verkrampften H&#228;nden hielt, als man ihn besinnungslos seiner Mutter ins Haus trug?</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ja, sie sanken zu Boden diese Himmelsschl&#252;ssel, die Erwin seiner Gro&#223;mutter mitbringen wollte. Als aber der Krankenwagen den Jungen in den wei&#223;en Binden in die ferne Hauptstadt entf&#252;hrt hatte, in jene Stadt, in der an diesem Tag das nicht mehr ganz scharfe Ohr einer alten Frau im vierten Stock einer Mietskaserne vergebens auf das Klingelzeichen des Brieftr&#228;gers harrte &#8211; ja, als dies Schreckliche geschehen war, da hob die zitternde Hand einer jungen Frau die Bl&#252;ten auf, die noch zu retten waren, und stellte sie in ein Glas. Nun aber neigte sich der Muttertag dem Abend zu. Der Wagen stand vor der Einfahrt des neuen Hauses. Er sollte die von Schmerz zerschlagenen Eltern an das Lager des Jungen bringen, von dem sie noch nicht wussten, ob er ihnen erhalten bleiben w&#252;rde. Da lief die junge Frau noch einmal ins Haus zur&#252;ck. Sie nahm die Bl&#252;ten aus dem Glas, h&#252;llte sie in Seidenpapier, zusammen mit einem harten Gegenstand, und barg sie in ihrer Ledertasche. Dann nahm sie den Platz ein neben dem schweigsamen Mann, und der Wagen rollte davon.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Erwins Gro&#223;mutter verlebte indes einen sehr schweren einsamen Muttertag. Den ganzen Sonntagmorgen hatte sie auf ihre Lieben gewartet. Entgegen ihrer Gewohnheit war sie sogar nicht in die Kirche gegangen. Allm&#228;hlich aber hatte um die vergeblich harrende eine bittere Entt&#228;uschung giftige Netze gesponnen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> (zu sich selbst) Sie kommen nicht! Und ich wei&#223; auch ganz gut, warum. Sie will es nicht. Sie ist an allem schuld. Sie will ihren Mann heute f&#252;r sich haben. Sie g&#246;nnt mir den Sohn nicht, nicht einmal heute, am Muttertag. Und dann? Er m&#252;sste jetzt wohl ein Wort sagen, ein Wort von dem, was jetzt spruchreif ist. Denn sie wohnen ja schon im neuen Haus, in dem er seiner Mutter ein Pl&#228;tzchen versprochen hat. Und das, das leidet sie nicht.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> War es zu verwundern, dass die Bestsuppe der alten Frau Winkler heute mit Tr&#228;nen gesalzen war. Sie entschloss sich endlich, auf den Friedhof zu gehen. Der Weg zum Friedhof f&#252;hrte Frau Winkler an einer Kirche vorbei, aus der Orgelt&#246;ne erklangen. Sie schl&#252;pfte durch das ge&#246;ffnete Portal und bald mischte sich ihre Stimme in den Chor der S&#228;nger. Dann lauschte sie mit Aufmerksamkeit und Andacht der Predigt, die auch auf den Muttertag Bezug nahm, sich aber keineswegs im Lobpreis der Mutterliebe und Ermahnung zur Kinderpflicht ersch&#246;pfte, sondern einmal die gro&#223;e Verantwortung der Mutter in den Vordergrund stellte und zu ernster Selbstpr&#252;fung mahnte. Am leuchtenden Beispiel der Hanna, der Mutter Samuels, zeigte der Prediger, was wahres Opfer, und ganze Hingabe einer Mutter bedeutet. Dann erinnerte er an Abrahams gang nach Moria. „Ach”, rief er aus „wie vieles, das wir als Mutterliebe preisen und besingen, ist verkappte Selbstsucht. Wie viele M&#252;tter erziehen ihre Kinder f&#252;r sich anstatt f&#252;r den Herrn!”<br />
Sehr nachdenklich verlie&#223; Mutter Winkler nach einem St&#252;ndchen das Gotteshaus. Und sehr bedenklich sa&#223; sie jetzt auf der Bank am Grab ihrer beiden Lieben, &#252;berlegte, was sie soeben vernommen hatte, und lie&#223; es auf ihre Seele einwirken. Und dann hielt sie wie schon so manches Mal stille Zwiesprache mit dem Gef&#228;hrten ihres kurzen Ehegl&#252;cks, der nun schon vor vielen Jahren in die Ewigkeit voran gegangen und dennoch so nahe in ihrem Herzen weiter lebte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Nun hast du geh&#246;rt, Lieber, wie ich die Leviten gelesen bekam. Es geschieht ihr auch ganz recht, deiner Frau, Peter. Da schimpft unsereins einen ganzen Tag innerlich auf einen anderen Menschen und vergisst ganz, vor seiner eigenen T&#252;r zu fegen. Einfach, weil man sich f&#252;r eine recht vorz&#252;gliche, in allen St&#252;cken opferbereite Mutter h&#228;lt. Bis einem einmal der Geist Gottes die Binde vor den Augen nimmt damit man sich sieht, wie man ist. Und dann muss man sich sch&#228;men. Und man h&#246;rt auf, von Annes Eifersucht zu reden, weil man zugeben muss, dass man selbst ein b&#246;ses, eifers&#252;chtiges Herz hat. Du hast es ja gewusst, Lieber, und es ist betr&#252;blich, dass es sich in den langen Jahren meiner Einsamkeit nicht gebessert hat. Aber nun ist h&#246;chste Zeit, dass es anders wird, sonst &#8211; wie soll ich bestehen, wenn die gro&#223;e Abrechnung kommt? Darum muss ich jetzt endlich Anne gerecht werden und mich l&#246;sen von dem Jungen &#8211; innerlich l&#246;sen, an den sie von Rechts wegen den ersten Anspruch hat. Denn das habe ich bisher nie fertig gebracht. Es hat mir vom ersten Tag an einen feinen Stich ins Herz gegeben, wenn ich die zwei gl&#252;cklich sah oder wenn ich merkte, dass sie den ersten Platz in seinem Herzen hat, und es war mir immer eine stille Freude, ja eine Schadenfreude, wenn ich glaubte, das Gegenteil zu entdecken. Ich wollte es mir freilich nicht eingestehen, aber wie hat doch der Prediger gesagt: „Eine Mutter, die ihre Kinder zur Wahrheit erziehen will, muss vor allem wahr sein gegen sich selbst.“ So muss ich es zu meiner Schande endlich bekennen. Es ist darum auch kein Wunder, dass sie mich nicht im Haus leiden will.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Zur gleichen Stunde, da Mutter Winkler sich beruhigt und tapfer auf den Heimweg machte, betrat in dem weitl&#228;ufigen Hospital, das nur wenige Stra&#223;en vom Friedhof trennten, Peter Winkler junior mit Frau Anne schweigend das Wartezimmer der chirurgischen Klinik. Auf des Vaters hohe Stirn hatte der Schmerz scharfe Linien gezeichnet. Aus Frau Annes rot ger&#228;nderten Augen sprach die Angst. Stumm und starr sa&#223;en sie nun nebeneinander auf steifen St&#252;hlen. Endlich, nach qualvoller Wartezeit, &#246;ffnete sich die breite Fl&#252;gelt&#252;r. Der Professor, ein Jugendfreund Peters, trat ein und streckte den Harrenden beide H&#228;nde entgegen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Arzt:</span> Junge, Gl&#252;ck muss der Mensch haben, oder nein: in solchem Fall passt sich das frivole Gerede nicht. Glaubst du an Wunder? Nun, heute kannst du es lernen. Stell dir doch vor, da tritt der Bub auf eine Mine. Und anstatt, dass die Mine ihn in tausend Fetzen rei&#223;t und du seine Kn&#246;chelchen auf den B&#228;umen zusammensuchen kannst, wie es das Normale ist und leider, leider immer noch passiert, schleudert ihn die Mine blo&#223; in die Luft und setzt ihn so sachte ins Gras, dass er mit einem Arm- und Beinbruch, einer Fleischwunde und ein paar Sch&#252;rfungen davon kommt. Rein unbegreiflich!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Voller Freude h&#246;rte sich das Ehepaar die Worte des Arztes an. Mit dankbarem Herzen verlie&#223;en sie danach das Krankenhaus, um diese frohe Botschaft auch der Mutter zu bringen.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Gro&#223;mutter Winkler sa&#223; im D&#228;mmerlicht am offenen Fenster &#252;ber ihre Bibel gebeugt. Sie hatte die Geschichte von Hanna noch mal gelesen. Auch die Geschichte von Abraham, der seinen einzigen Sohn nach Moria f&#252;hrte, las sie. Von der Predigt her war f&#252;r sie ein neues Licht auf diesen Opfergang gefallen. Pl&#246;tzlich schrillte die Klingel. Sie &#246;ffnete und wusste nicht, wie ihr geschah, als sie pl&#246;tzlich zwei Arme um ihren Hals f&#252;hlte und an ihrem Ohr das Wort vernahm, nachdem ihr Herz den ganzen Tag gelechzt hatte: Mutter!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Aber Peter, du und Anne, wo kommt ihr her, so sp&#228;t noch?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> Wir kommen aus der Klinik, von Erwin. Er ist Gott sei Dank gerettet.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Erwin? Was ist mit ihm?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Tief erschrocken zog sie Sohn und Tochter ins Zimmer, n&#246;tigte zum Ablegen und  Niedersetzen, und nun wurde sich Peter bewusst, das er ihr sehr schonend, kurz und sachlich berichten musste, was geschehen war. Sie konnte es kaum fassen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Auf eine Mine getreten im Wald? Ach, und beim Schl&#252;sselblumen. pfl&#252;cken f&#252;r mich, sagst du?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Anne aber nestelte an ihrer Tasche und legte nun ein zerkn&#252;lltes P&#228;ckchen vor die Gro&#223;mutter hin.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">A.Winkler:</span> Hier, ein paar von den Blumen, die er noch in den H&#228;nden hielt, als sie ihn brachten. Es ist alles was wir f&#252;r dich haben, am Muttertag. Und hier &#8211; weil es Erwin nicht bringen kann&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Sie legte der Frau einen kleinen, harten, blanken Gegenstand in den Scho&#223;. Mit zitternden H&#228;nden strich die Gro&#223;mutter &#252;ber die goldenen Bl&#252;ten. Dann aber nahm sie den Sch&#252;ssel und legte ihn vor ihre Kinder auf den Tisch.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Nein, davon darf nicht mehr die Rede sein. Das wurde begraben, heute. Zu unser aller Bestem. Es soll alles bleiben wie es ist. Ich will nur froh sein, wenn es euch gut geht, und  hier und da einmal hinein schauen und mich an ihrem Gl&#252;ck freuen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Winkler:</span> Mutter, darfst du zur&#252;ckweisen, was Erwin dir schickt und Anne dir schenkt, an einem Tag wie den heutigen?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Ach, ich m&#246;chte euch von Herzen danken f&#252;r das Geschenk dieses Tages. Dass gerade du mir den Schl&#252;ssel brachtest, werde ich dir nie, nie vergessen. Aber nun musst du verst&#228;ndig sein und ihn wieder an dich nehmen f&#252;r die Tage, wenn ich euch besuche. Das andere &#8211; es geht &#252;ber deine und meine Kraft. Es w&#228;re ein Ungl&#252;ck f&#252;r uns alle. Ich bin so froh dass es mir Gott heute gezeigt hat, ehe ihr kamt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">A.Winkler:</span> Mutter, was du sagst, das h&#228;tte ich gestern noch mit Freude und dank angenommen. Denn gestern war es auch meine Ansicht, und ich h&#228;tte alles darum gegeben, wenn ich gewusst h&#228;tte, dass du diese Ansicht teilst. Aber zwischen gestern und heute liegt eine Ewigkeit, eine Ewigkeit an Schrecken, Herzweh, Verzweiflung, Angst und Wunder und Gnade. Gestern, ach Mutter, wie war ich doch so h&#228;sslich mit Peter, mit Erwin, gerade wegen des Schl&#252;ssels. Ich muss es dir sagen, es hilft alles nichts. Dann kam das Schreckliche. Und als dann der Bub bleich mit geschlossenen Augen vor mir lag, da traf eine Stimme mein Ohr, der ich bisher aus dem Weg gegangen war. Und die sagte: Verstehst du jetzt, was es hei&#223;t, einen einzigen, geliebten Sohn dahin geben? Und ich wusste, dass es eine Strafe Gottes war, daf&#252;r, dass ich dir, Mutter, deinen Sohn wegnehmen wollte, all die Jahre her und jetzt erst recht. Kannst du es mir ver-zeihen? Und alle h&#228;ssliche Eifersucht, mit der ich Peter qu&#228;lte?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Ich habe nichts zu verzeihen, Anne. Meine Eifersucht war schlimmer als deine. Aber ich bin auf dem Berge Moria gewesen und habe das Opfer gebracht. Das darf man nicht r&#252;ckg&#228;ngig machen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">A.Winkler:</span> Hat nicht Abraham seinen Isaak wieder empfangen? Gott hat uns den unsrigen wieder geschenkt. Sollte er dir den deinen nicht auch wiedergeben? Glaubst du nicht, dass Gott uns die Kraft gibt, uns gegenseitig zu tragen?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Gro&#223;mutter:</span> Doch, die gibt er uns. Wenn du es daraufhin wagen willst, mein Kind, dann gib mir den Schl&#252;ssel, in Gottes Namen!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">A.Winkler:</span> Erwins Himmelsschl&#252;ssel!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Sie stand auf, nahm ihn von der Kommode und legte ihn feierlich in die ausgestreckte, zitternde Mutterhand.</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
    <td width="35">
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      <b>Name:</b> <a href="http://www.christenload.com/?file_id=199">Der Himmelsschlüssel</a> <small>(45KB)</small><br />
            <b>Klicks:</b> 486 <br />
          </td>
  </tr>
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		<title>Muttersorgen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 11:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Muttersorgen, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 13 Personen Autor: &#220;ber der kleinen Landstadt lag die Schw&#252;le eines hei&#223;en Sommernachmittags. Es war still auf den Gassen. Wer nicht ausgehen musste, blieb in diesen Stunden lieber zu Hause. Und die wenigen Leute, die hier Landwirtschaft trieben, waren drau&#223;en auf dem Feld, denn die Ernte hatte begonnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Muttersorgen, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 13 Personen</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> &#220;ber der kleinen Landstadt lag die Schw&#252;le eines hei&#223;en Sommernachmittags. Es war still auf den Gassen. Wer nicht ausgehen musste, blieb in diesen Stunden lieber zu Hause. Und die wenigen Leute, die hier Landwirtschaft trieben, waren drau&#223;en auf dem Feld, denn die Ernte hatte begonnen.<br />
Es schlug 4 Uhr. In der Schule verabschiedete sich der Pfarrer von der Oberklasse, in der er Religionsunterricht erteilt hatte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pfarrer:</span> Ihr werdet euch auf die Sommerferien freuen. Wie auch viele von euch werde auch ich verreisen. Und nun w&#252;nsche ich euch allen eine sch&#246;ne Ferienzeit!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Als er seinem Pfarrhaus zuging h&#246;rte er pl&#246;tzlich Schritte hinter sich. Er wandte sich um und sah Elise, eine seiner besten Sch&#252;lerinnen. Freundlich fragte er sie:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pfarrer:</span> Was w&#252;nschst du noch?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Elise:</span> Ich m&#246;chte nur wissen, wann Sie von Ihrer Reise heimkommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pfarrer:</span> Wenn eure Schule wieder anf&#228;ngt bin ich wieder da, Elise.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Fast schien es als wollte sie es noch genauer wissen, denn sie sah ihn noch immer fragend an. Da wiederholte er seine Antwort und reichte ihr die Hand zum Abschied.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pfarrer:</span> Was hat das Kind wohl zu der Frage getrieben?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Dieser Gedanke besch&#228;ftigte den Pfarrer im Weitergehen. Sie war immer ein stilles M&#228;dchen gewesen und sehr aufmerksam in der Schule. Fr&#252;her hatte sie sich nie zu einer Antwort gemeldet, aber jetzt war es anders. Er musste sich oft &#252;ber ihre guten Antworten, die vom tiefen Nachdenken zeugten, wundern. Er freute sich jetzt schon, sie im Winter als Konfirmandin zu haben.<br />
Doch nun nahmen seine Gedanken eine andere Richtung. Heute und morgen wollte er noch alle Kranken besuchen, denn &#252;bermorgen begann sein Urlaub, dessen der &#228;ltere Pfarrer dringend bedurfte.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p>Zwei bis drei Wochen waren vergangen. Da kam die Krankenschwester des St&#228;dtchens zu der Pfarrersfrau und berichtete:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Schwester:</span> Ich wollte Ihnen sagen, dass die Elise Wei&#223; schwer krank ist. Gestern hat sie ihrem Vater das Mittagessen aufs Feld gebracht und dann ein paar Stunden drau&#223;en geholfen. Als sie dann heim kam war sie von der Hilfe ganz m&#252;de und matt. Heute liegt sie nun mit hohem Fieber und heftigen Kopfschmerzen zu Bett.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Was sagt denn der Doktor?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Schwester:</span> Er spricht sich noch nicht aus. Man muss ihr nur kalte Umschl&#228;ge auf den Kopf legen. Ich wollte Sie bitten hinzugehen, die Mutter ist recht in Sorge.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Als die Pfarrersfrau kurz darauf ihren Besuch machte, wurde sie von Fr. Wei&#223; sofort ins Krankenzimmer gef&#252;hrt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Sehen Sie Frau Pfarrer, da liegt sie nun und wirft sich von einer Seite auf die andere. Sie ist nichts, sie sagt nichts und sieht mich so eigen an. Elise guck, die Frau Pfarrer ist zu Besuch!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Kranke schaute auf und ihr Blick wurde pl&#246;tzlich klarer  als sie die Pfarrersfrau erkannte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Elise:</span> Wann f&#228;ngt die Schule wieder an?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Frauen sahen  sich einen Augenblick verwundert an, wie in stiller Frage. Ob das Kind bei klarem Bewusstsein sei. Dann antwortete die Pfarrersfrau:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Erst in zehn Tagen ist wieder Schule. Du kannst ganz unbesorgt im Bett liegen. Du vers&#228;umst nichts.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Dann reichte sie dem Kind die Hand mit einem lieben herzlichen Wort und winkte der Mutter zum Hinausgehen. Der Weg f&#252;hrte durch das Zimmer wo die andere T&#246;chter waren &#8211; die um ein Jahr &#228;ltere Marie und die j&#252;ngere Anna.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Es ist doch sonderbar das sie immer wissen will wann die Schule anf&#228;ngt. Stimmt. Anna, dich hat sie heute auch danach gefragt?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Kleine nickte nur still. Doch Marie sagte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Marie:</span> Ich wei&#223; warum. Zu mir hat sie gesagt: “Wenn die Schule anf&#228;ngt dann kommt der Herr Pfarrer wieder heim?!”</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> In ernsten Gedanken ging die Pfarrersfrau nach Hause. Warum sehnte sich das Kind wohl nach dem Pfarrer? Hatte sie am Ende eine Ahnung das es bald sterben wird? Sie nahm sich vor gleich morgen fr&#252;h wieder nach ihr zu sehen. Und wenn ihr Befinden sich verschlechtern sollte, w&#252;rde sie ihrem Mann schreiben und ihn bitten heimzukommen. Am n&#228;chsten Morgen traf sie Frau Wei&#223; tief bek&#252;mmert.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> O Frau Pfarrer, sie wird nimmer gesund, ich muss das gute Kind hergeben.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> (erschrocken) Gibt der Doktor keine Hoffnung mehr?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Er war heute noch nicht da, aber&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Mutter brach in Tr&#228;nen aus. Frau Pfarrer fragte teilnehmend, ob es so schlimm um Elise st&#252;nde. Die Tr&#228;ne trocknend, antwortete die Mutter:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Ich habe es nicht gewusst, dass ich eine so fromme Tochter habe. Heute nacht war sie recht unruhig und hat oft nach ihrem Kopf gegriffen und dabei gest&#246;nt. Ich glaube, sei war nicht recht bei sich. Aber heute fr&#252;h hat sie nach ihrem Gesangbuch verlangt. Als Marie es ihr brachte, sagte sie: &#8220;Geht alle hinaus! Ich will beten.!? ”Der Vater und Marie gingen raus, ich blieb aber, ohne dass sie es merkte. Lange bl&#228;tterte sie im Buch und las darin. Schlie&#223;lich rief sie nach mir. Ich kam n&#228;her und sie zeigte mir unter den Trostliedern ein Lied und sagte: “Das Lied ist f&#252;r dich, Mutter!&#8221;<br />
Dann bl&#228;tterte sie weiter und schlug auf: “Mit Fried und Freud fahr ich dahin” und sagte: “Das m&#246;chte ich noch lernen.” Glauben Sie, das sie stirbt?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Ergriffen hatte die Pfarrersfrau zugeh&#246;rt. Nun sprach sie mit Tr&#228;nen in den Augen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Wir wollen das liebe Kind der Obhut des guten Hirten &#252;bergeben, sei es im Leben oder im Tod. Dort ist es wohl geborgen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor: </span>Zu Hause schrieb sie sofort an ihren Mann und bat ihn, fr&#252;her heimzukommen, da das kranke Kind nach ihm verlange. Mit bangen Herzen ging sie am Nachmittag wieder zur Familie Wei&#223;. Die Mutter begr&#252;&#223;te sie mit den Worten:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Frau Pfarrer, es ist hoffnungslos. Der Doktor sagt, es sei Gehirnhautentz&#252;ndung, und sie komme nicht mehr davon los. Es sei sogar besser so, denn wenn jemand diese Krankheit &#252;berstehe, ist es ein bleibender Schaden.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Haller:</span> Das ist wahr! Sehen Sie, Frau Pfarrer, ich habe es schon zu Frau Wei&#223;  gesagt. Sie solle es nur nicht erzwingen wollen von Gott und das Kind herausbeten von Ihm, wenn er es zu sich nehmen will. Ich habe es so oft gemacht, als mein Ernst mit vier Jahren diese Krankheit hatte. Oh wie habe ich Gott angefleht mir das Kind zu erhalten, geradezu abgetrotzt habe ich es Ihm &#8211; und jetzt..</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Frau Haller, eine der Nachbarinnen, schwieg jetzt. Die andere Frauen, die im Zimmer waren, sahen sie traurig an. Sie wu&#223;ten, welch schwere Last diese Mutter trug an dem Sohn, der seit 20 Jahren v&#246;llig verkr&#252;ppelt war, der eine Pflege bedurfte wie ein ganz kleines Kind. Frau Haller fuhr fort:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Haller:</span> Ich m&#246;chte alle Leute warnen, bei ihrem Gebet f&#252;r die Kranken nicht eigenwillig zu sein, sondern immer unseren Heiland nachzusprechen: “Nicht wie ich will, sondern wie Du willst!&#8221; Sonst tut uns Gott den Willen und erst sp&#228;ter merken wir, da&#223; es zu unserem Schaden war.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Der Blick der Pfarrersfrau fiel auf  Frau Kraus, die Nachbarin des Hauses. deren Augen bei diesen Worten einen tieftraurigen Ausdruck annahmen. Man konnte sehen, da&#223; auch hier eine schwere Erfahrung dahinter lag. In der Stille, die jetzt eintrat, fragte Frau Wei&#223;:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Wei&#223;:</span> Frau Pfarrer, wollen Sie nicht zu Elise hinein? Sie ist zwar nicht bei sich, doch liegt sie jetzt ganz ruhig da.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Sie traten ins Krankenzimmer. Als Frau Pfarrer Marie am Bett sitzen sah, wurde es ihr ganz weh ums Herze. Seit Jahren hatte sie die Schwestern immer zusammen gesehen. Am liebsten h&#228;tte sie Marie ans Herz genommen und gek&#252;&#223;t, statt dessen reichte sie dem M&#228;dchen die Hand und trat ans Krankenbett.<br />
Still betrachtete sie das ruhende Kind, dessen liebes Gesicht mit den roten Fieberbacken, umgeben von dem blonden Kraushaar, besonders hold und lieblich aussah. Wie schwer muss es doch f&#252;r die Mutter sein, dieses Kind hergeben zu m&#252;ssen! Aber wenn sie die Krankheit &#252;berstehen w&#252;rde, aber dann nicht mehr ihren gesunden Verstand h&#228;tte, w&#228;re es nicht noch schwerer?<br />
Unwillk&#252;rlich faltete die Pfarrersfrau die H&#228;nde und sprach aus tiefbewegten Herzen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> “Breit aus die Fl&#252;gel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm Dein K&#252;cklein ein&#8230;”</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Leise, wie sie gekommen, gingen die Frauen wieder hinaus. Frau Pfarrer w&#252;nschte den betr&#252;bten Eltern noch Gottes Beistand und verabschiedete sich. Frau Krau&#223; hatte sich ihr angeschlossen. Als sie am Hause von Frau Krau&#223; vorbeikamen, fragte diese:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Krau&#223;:</span> M&#252;ssen Sie gleich Heim, Frau Pfarrer, oder kommen Sie noch kurz zu mir rein?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Da fiel der Pfarrersfrau der traurige Blick, ein den sie heute wahrgenommen, und sie folgte gern der alleinstehenden Frau. Diese blieb auch jetzt noch still. Aber die Pfarrersfrau merkte, da&#223; au&#223;er dem Mitleid mit der Familie Wei&#223; auch ein eigenes Leid ihr Herz bedr&#252;cken m&#252;&#223;te. Schlie&#223;lich fragte sie:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Frau Krau&#223;, haben Sie etwas auf dem Herzen, von dem Sie frei werden m&#246;chten?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Krau&#223;:</span> O ja, Frau Pfarrer, mein Kummer dr&#252;ckt mir fast das Herz ab. Und heute ist mir klargeworden, dass ich einen gro&#223;en Fehler gemacht habe, damals, als mein Wilhelm so krank war. Er ist wieder gesund geworden und jetzt denke ich oft, f&#252;r ihn w&#228;re es besser gewesen, wenn er gestorben w&#228;re.<br />
O Frau Pfarrer, ich meine, mein Mutterschmerz ist noch gr&#246;&#223;er als der von der Frau Wei&#223; und Frau Haller. Wenn die Elise stirbt so darf die Mutter wissen, das ihr Kind beim Heiland ist. Und der Ernst bleibt ein Sorgenkind, aber nicht ewig. Aber all dieser Trost pa&#223;t  nicht f&#252;r meine Muttersorgen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Ihre Tr&#228;nen hinderten sie im Weiter sprechen, und die Pfarrersfrau sagte sanft:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Gewiss hat Gott auch f&#252;r Sie einen Trost bereit. Es gibt kein Leid f&#252;r das er keinen h&#228;tte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Krau&#223;:</span> Doch, eines gibt es, Frau Pfarrer. Wenn man Ihn verl&#228;sst, dann h&#246;rt aller Trost auf.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Nun erz&#228;hlte sie der Pfarrersfrau von dem Schicksal ihres j&#252;ngsten und einzig am Leben gebliebenen Sohnes Wilhelm. Er hatte Gott und sie, die Mutter verlassen und in die Fremde gezogen. Seit 1/4 Jahr hat sie keinen Nachricht von ihm erhalten, so habe auch sie nicht mehr geschrieben.<br />
Frau Pfarrer ermutigte die Mutter einen Brief in Liebe ohne Sch&#228;rfe an ihren Sohn zu schreiben und verabschiedete sie sich &#8230;<br />
Langsam ging sie nach Hause. Die Sorge ihrer Mitmenschen lasteten schwer auf ihrem Gem&#252;t und machten sie geistig und k&#246;rperlich m&#252;de. Zu Hause empfing sie ihre 14j&#228;hrige Tochter Hedwig mit den Worten:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Hedwig:</span> Du warst lange fort, Mutter. Geht es Elise noch nicht besser?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Mutter wusste, wie sehr ihre Hedwig die Schwestern Wei&#223; liebte. Sie setzte sich zu ihr und teilte mit, wie ernst es stehe. Unter Tr&#228;nen sagte Hedwig:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Hedwig:</span> O wie ist das m&#246;glich? Sonntag sa&#223;en wir noch nebeneinander in der Kirche und jetzt liegt sie im Sterben. Und wie traurig ist es f&#252;r Marie! O Mutter, warum muss es so gehen?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Kind, wir d&#252;rfen nicht warum fragen, wenn Gott etwas schweres schickt&#8230;Wir m&#252;ssen uns beugen unter seinen Willen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Hedwig:</span> Wie hart das klingt, Mutter! Ist Gott denn nicht die Liebe ,?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Pfarrer:</span> Doch, Hedwig. Denn aus Liebe sandte Gott seinen Sohn auf die Erde, um uns zu retten. Sieh, das ist der Fels unseres Glaubens an seiner Liebe, der nie wanken kann!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Als die Mutter endlich zur Ruhe gegangen war; zogen noch manche Gedanken durch ihre Seele. Es war ein schwerer Tag f&#252;r sie gewesen. Und sie klagte alles ihrem Gott: das kranke Kind und seine Eltern; Frau Haller, die ihr gro&#223;es Kind pflegen mu&#223;te; Frau Krau&#223;, die keinen Trost finden konnte und ihres eigenen Kindes, das heute zum ersten Mal gefragt hatte: “Ist Gott nicht die Liebe?” Sie wu&#223;te, das ihre Sorgengebete bei Gott erh&#246;rt waren und da&#223; Er helfen wird.<br />
Am anderen Tag kam der Pfarrer zur&#252;ck. Nachdem er seine Frau und Kind begr&#252;&#223;t hatte, war seine erste Frage um Elises Zustand. Frau Pfarrer berichtete, da&#223; der Arzt die Krankheit f&#252;r hoffnungslos ansehe.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Pfarrer:</span> So will ich gleich zu ihr  gehen. Das h&#228;tte ich nicht gedacht, als sie mir damals nachgeeilt und fragte, wann ich wieder komme, dass ich noch vor Schulbeginn an ihr Sterbebett gerufen w&#252;rde.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Er ging hin und redete erst  mit den Eltern. Trotz der ged&#228;mpften Stimme, hatte Elise es geh&#246;rt, denn Marie kam aus den Krankenzimmer und sagte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Marie:</span> Elise hat des Herrn Pfarrers Stimme geh&#246;rt und m&#246;chte dass er kommt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Als er mit den Eltern eintrat ging ein m&#252;des L&#228;cheln &#252;ber das abgezehrte Gesicht, dessen Anblick den Pfarrer schmerzlich bewegte. Er begr&#252;&#223;te sie mit kurzen warnen Worten und fragte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">H.Pfarrer:</span> Wollen wir miteinander beten?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Elise faltete die H&#228;nde und der Pfarrer sprach ein herzliches Gebet, wobei sich ein stiller Friede auf dem Gesicht des Kindes ausbreitete. Gott war sp&#252;rbar nahe.<br />
Am St&#228;dtischen Krankenhaus in Mannheim l&#228;utete noch sp&#228;t abends die Hausglocke Sturm. Es wurden zwei schwerverletzte nach einem Motorradunfall hereingetragen. Sie waren im betrunkenen Zustand bei einer Stra&#223;enkreuzung auf eine Hausecke aufgefahren. Der Motorradfahrer war schwerer verletzt, als sein Kamerad. Als dieser nach zwei Stunden aus der Bewusstlosigkeit erwachte, sah er, wie sein Freund tot herausgetragen wurde. Da erschrak er heftig und fragte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Wilhelm:</span> Muss ich auch sterben?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Doch er bekam keine Antwort. Die Frage war wohl nicht geh&#246;rt worden. Das Bewusstsein verlie&#223; ihn.<br />
Es folgten schwere Tage f&#252;r Wilhelm Krau&#223;. Die Verletzung am Kopf bereitete ihm rasende Kopfschmerzen. Sein linker Arm war zweimal gebrochen und lag nun hart und steif im Gipsverband. Doch der junge Mann hatte eine gesunde Natur. Die Kopfverletzung war nicht lebensgef&#228;hrlich gewesen, und nach vierzehn Tagen sagte der Arzt, als er ihn untersuchte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Arzt:</span> So, die Kopfwunde ist merkw&#252;rdig rasch und gut geheilt. Wissen Sie eigentlich, dass das Schicksal ihres Kameraden auch Ihnen gedroht hat? Der Tod ist nahe bei Ihnen vorbeigegangen. Sie k&#246;nnen wohl dankbar sein. Der Arm wird nicht so schnell wieder gebrauchsf&#228;hig sein, doch es bedarf keinen l&#228;ngeren Krankenhausaufenthalts mehr. Wie steht&#8217;s? Haben Sie noch eine Mutter, die Sie pflegen und versorgen k&#246;nnte, bis Sie ganz gesund sind?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Wilhelm:</span> Ja, meine Mutter lebt noch.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Arzt:</span> Nun, dann ist es sehr gut. Und in einer Woche k&#246;nnten Sie zu ihr gehen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Schwester:</span> Es hei&#223;t nicht umsonst: “Wenn du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden.&#8221;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Als der Arzt und die Schwester das Zimmer verlie&#223;en, meinte Wilhelms Zimmernachbar:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mann:</span> Gewiss haben die Gebete Ihrer Mutter Sie bewahrt bei dem Ungl&#252;ck.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Wilhelm:</span> Das kann wohl sein!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Wilhelm hatte seinen Nachbarn ganz erstaunt dabei angeschaut. Dann drehte er den Kopf zur Wand, denn er wollte keine weitere Unterhaltung. Der Gedanke an seine Mutter hatte ihn seltsam bewegt. Der Vers, den die Schwester sagte, ging ihm nicht aus den Sinn. Er bem&#252;hte sich das Gedicht wieder ins Ged&#228;chtnis zu rufen, was ihm teilweise sogar gut gelang.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Wilhelm:</span> Wenn du noch eine Mutter hast,<br />
so danke Gott und sei zufrieden;<br />
nicht allen auf dem Erdenrund<br />
ist dieses hohe Gl&#252;ck beschieden.</p>
<p>Wenn du noch eine Mutter hast,<br />
so sollst du sie mit Liebe pflegen,<br />
da&#223; sie dereinst ihr m&#252;des Haupt<br />
in Frieden kann zur Ruhe legen.</p>
<p>Sie hat vom ersten Tage an<br />
f&#252;r dich gelebt mit bangen Sorgen;<br />
sie brachte abends dich zu Ruh<br />
und weckte k&#252;ssend dich am Morgen.</p>
<p>Und warst du krank, sie pflegte dein,<br />
den sie mit tiefen Schmerz geboren:<br />
und gaben alle dich schon auf -<br />
die Mutter gab dich nicht verloren.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Wilhelm dachte nach. Das Gedicht passte ganz genau zu ihm und der Beziehung zu seiner Mutter. Wie w&#252;rde es der Mutter geschmerzt haben, wenn sie die Nachricht von seinem Tod erhalten h&#228;tte? Wie w&#252;rde sie darum trauern, dass er nicht mit Frieden im Herzen sterben musste. Er erinnerte sich noch deutlich an seinen letzten Brief, wo er harte Worte geschrieben hatte. &#8220;Ich brauche deine Ermahnungen nicht mehr. Lass mich meinen eigenen Weg gehen. Ich bin jung und will meine Jugend und Freiheit genie&#223;en. Wenn einmal der Tod bei mir anklopft, dann ist es immer noch Zeit, wieder an Gott zu denken.”<br />
Als er so weit gekommen war in seinen Gedanken, stutzte er. Hatte nicht der Arzt heute gesagt: “Der Tod ist nahe bei Ihnen vorbeigegangen.” War es nicht eine deutliche Mahnung, sein Wort einzul&#246;sen?<br />
Wilhelm br&#252;tete vor sich hin. Immer klarer wurde ihm seine Schuld der Mutter gegen&#252;ber. Aber, war es nicht schon zu sp&#228;t zum Umkehren? Doch mitten in seine tr&#252;be Gedanken leuchtete die Liebe und Gnade Gottes, die sein Herz tr&#246;stete.<br />
Die Schwester kam und brachte ein Kind mit hinein und sagte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Schwester:</span> Das T&#246;chterlein unseres Herrn Doktor m&#246;chte heute allen Kranken eine Freude machen!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Das wei&#223;gekleidete, etwa 12-j&#228;hriges M&#228;dchen trug Rosen in der Hand. Freundlich reichte sie jedem der M&#228;nner einen kleinen Strau&#223;. Wilhelm musste immer wieder an seine Nachbarin Elise Wei&#223; denken, der die Tochter des Arztes sehr &#228;hnlich aussah.<br />
Er musste an seine Heimat denken und Heimweh ergriff ihn. Wenn er nur w&#252;sste, ob die Mutter ihm noch z&#252;rne! Er dachte en sein altes Elternhaus, die heimatliche Kirche und h&#246;rte die Abendglocke l&#228;uten. Unwillk&#252;rlich faltete er die H&#228;nde, und so schlief er ein.<br />
In dieser Nacht hatte er einen seltsamen Traum. Ihm war, als trete Elise zu ihm als Engel, strahlend sch&#246;n, in wei&#223;em Gewand und mit Fl&#252;geln und spr&#228;che mit sanfter Stimme: “Komme heim, Wilhelm, deine Mutter weint so hei&#223; um dich!” Er wollte eine Frage an sie stellen, doch sie entschwand ihm und er erwachte. Nach dem Mittagessen brachte die Schwester einen Brief</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Schwester:</span> Soeben Ist dieser Brief f&#252;r Sie abgegeben worden. Er sei in ihre     Wohnung gekommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Wilhelm warf einen raschen Blick darauf und nahm ihn dankend an. Er war von seiner Mutter! Z&#252;rnte die Mutter nicht mehr? Hastig riss er den Brief auf. Nein, es war ihre alte, treu Art, die Ihm aus ihren Worten entgegen klang. Es wurde ihm ganz warm ums Herz.<br />
Sie erz&#228;hlte von sich und ihrem Leben, sie fragte nach seinem Ergehen und berichtete allerlei aus der Heimat. Doch was stand hier?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Wilhelm:</span> “Es wird dich auch bewegen, dass in unserem Nachbarhaus der Tod eingekehrt ist, und zwar nicht den alten Opa, sondern Elise. Heute ist sie gestorben und am Freitag um 2 Uhr wird sie beerdigt.”</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Wilhelm lie&#223; den Brief sinken. Er sah lange und ernst vor sich hin. Er musste an seinen Traum denken. Hatte hier nicht der Tod zum zweiten Mal bei ihm angeklopft, wenn auch in freundlicherer Form?<br />
Auf einmal h&#246;rte er die Glocken 2 Uhr schlagen und ihm fiel es ein, dass zu Haue jetzt die Beerdigung ist. Fest dr&#252;ckte er seinen Kopf ins Kissen, damit der Zimmergenosse seine Tr&#228;nen nicht sehen sollte.<br />
Unter diesen Tr&#228;nen wurde sein Herz erleichtert und der Druck, der auf seinem Gewissen lastete, schwand. In ihm reifte der Entschluss, zur&#252;ck zu kehren zur Mutter ins Elternhaus und zum Vater im Himmel!<br />
Eine Woche sp&#228;ter trat Wilhelm Krau&#223; ganz unerwartet ins Zimmer seiner Mutter. Mit alter, ungeschw&#228;chter Liebe wurde er von ihr empfangen. Da kam ein Gef&#252;hl der Geborgenheit und des Friedens &#252;ber ihn! Er wusste nun, wie wert es ist, noch eine Mutter und eine Heimat zu haben. Nun erz&#228;hlte Wilhelm seiner Mutter, wie es kam, dass er zur&#252;ck gekommen war.<br />
Als er geendet hatte, dr&#252;ckte sie ihm die Hand und sprach aus tiefsten Herzen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Fr.Krau&#223;:</span> Gott sei Lob und Dank, dass ich das erleben durfte!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Es hei&#223;t, dass bei den Engeln Gottes Freude ist &#252;ber einen S&#252;nder, der Bu&#223;e tut; aber auch die Freude, die dem bek&#252;mmerten Mutterherzen aufging bei der Heimkehr des geliebten Sohnes, ist nicht zu beschreiben.</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
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		<title>Stiefm&#252;tterchen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Apr 2008 11:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Stiefm&#252;tterchen, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 8 Personen Autor: Das Leben schreibt selber die allerbesten Geschichten. Das wirkliche, sch&#246;ne aber auch harte Leben. Das Leben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten. Ja, es gab sie schon immer, solange die Welt steht. und wird sie auch in Zukunft geben, die Stiefm&#252;tter. Schicksalsschl&#228;ge rei&#223;en Familien auseinander, hinterlassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Stiefm&#252;tterchen, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 8 Personen</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Das Leben schreibt selber die allerbesten Geschichten. Das wirkliche, sch&#246;ne aber auch harte Leben. Das Leben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten.<br />
Ja, es gab sie schon immer, solange die Welt steht. und wird sie auch in Zukunft geben, die Stiefm&#252;tter. Schicksalsschl&#228;ge rei&#223;en Familien auseinander, hinterlassen schmerzliche L&#252;cken, die nur mit gro&#223;er M&#252;he wieder geschlossen werden k&#246;nnen. Wie viel Weisheit muss zum Beispiel eine neue Mutter haben, um solche L&#252;cken zu f&#252;llen! Doch es geht, &#8211; wirklich, mit Gottes Hilfe!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Esther: </span>(singt) Am Sonntag ist Muttertag! Da schenke ich Mama etwas ganz Sch&#246;nes!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Rudi:</span> Was denn, Esther?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Esther:</span> Das err&#228;tst du nie, und ich verrate es nicht!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Rudi: </span>Ich will es aber so gerne wissen! Bitte sag es mir!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Esther:</span> Dann ist es aber kein Geheimnis mehr, weil du alles der Mama verraten wirst!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Rudi:</span> Nein! Wirklich nicht, Esther!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> Wenn ihr doch einmal still sein k&#246;nntet ihr Qu&#228;lgeister! Ich kann mich bei eurem L&#228;rm nicht konzentrieren!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Rudi:</span> Oh, Tschuldigung, Annemarie! Aber, was wirst du denn der Mama schenken?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> (ver&#228;chtlich) Phhh, schenken! Lasst mich in Ruhe! (geht)</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Esther: </span>Die Annemarie ist in der letzten Zeit so unfreundlich zu uns!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Rudi: </span>Stimmt, das war sie fr&#252;her gar nicht! Aber jetzt muss sie so viel lernen und hat keine Zeit f&#252;r uns!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Esther:</span> Komm wir gehen spielen, Rudi!</p>
<p style="text-align: center; font-weight: bold;"><span style="font-style: italic;"> Musik</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Sch&#246;n, dass du mich mal besuchst, Tante Lina! Du kommst immer grade dann, wenn man dich am notwendigsten braucht!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tante:</span> So? Wo dr&#252;ckt denn diesmal der Schuh, liebe Nichte?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach, es geht um Annemarie.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tante: </span>Annemarie? Ihr habt euch doch sonst so gut vertragen, seit du an ihre Mutterstelle getreten bist!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter: </span>Ja, ich hatte damals sehr gro&#223;e Angst vor der Verant¬wortung, die ich &#252;bernehmen sollte, doch da Annemarie erst neun Jahre alt war, klappte es ganz gut. Sie akzeptierte mich sehr schnell als Mutter, doch jetzt mit sechzehn Jahren&#8230; Sie ist so verschlossen geworden und so abweisend mir gegen&#252;ber. Ich wei&#223; oft nicht weiter! Auch den kleinen Geschwistern gegen&#252;ber ist sie unfreundlich und grob. Ob ich als Stiefmutter&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tante:</span> Zuerst einmal musst du die Krise deiner Tochter nicht ohne weiteres auf das Konto der Stiefmutter setzen. Jede Mutter hat Probleme mit ihren Kindern. Du wirst sie auch einmal mit Esther und Rudi haben. Doch wenn du innerlich den Weg zu deiner Tochter finden willst, musst du wissen, dieser Weg hei&#223;t nur: Versetze dich in sie! Ihr wird wahrscheinlich erst jetzt klar, was sie an ihrer leiblichen Mutter verloren hat.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ja, du k&#246;nntest recht haben, aber was soll ich blo&#223; tun?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tante:</span> Wenn ich dir raten darf, lass das Bild der Heimgegangenen Mutter wieder lebendig werden. Lass die Erinnerung an sie aufleben. Sprich mit Annemarie und mit deinem Mann &#252;ber sie &#8211; und f&#252;rchte nicht, dass dies euer Verh&#228;ltnis st&#246;ren k&#246;nnte. Im Gegenteil, Annemarie wird es dir danken. Am Sonntag ist Muttertag&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> (in Gedanken) Ja, Muttertag&#8230; Ich glaube, ich habe da eine Idee&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Im Morgengrauen des Muttertages wanderte ein Mann an der Seite seiner heranwachsenden Tochter durch den taufrischen Morgen dem Bahnhof zu. Zwei Stunden brauchte der Zug um die Reisenden zur Heimatstadt von Annemaries verstorbener Mutter zu tragen. Annemarie selber kannte diesen Weg nicht, wunderte sich nur, dass Vater, der sonst so besch&#228;ftigt war, sich heute, grade am Muttertag, Zeit nahm mit ihr eine Reise zu unternehmen. Was f&#252;r ein ungew&#246;hnlicher Tag war doch heute! Hatte die Stiefmutter Zuhause ihr zum Abschied noch ein Kuss auf die Wange gedr&#252;ckt und dem Vater ein gro&#223;es P&#228;ckchen in die Hand gedr&#252;ckt. Annemarie war gespannt. Der Zug hielt, sie stiegen aus und gingen zu Fu&#223; weiter.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> Aber Vater, jetzt wirst du mir doch verraten, wohin wir gehen? Diese Stadt kenne ich nicht!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater:</span> Annemarie, hier bist du geboren.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> (aufgeregt) Ja? dann gehen wir doch nicht etwa&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater:</span> Ja, wir besuchen heute das Grab deiner Mutter und meiner ersten Frau. Heute am Muttertag, sollst du deiner leiblichen Mutter gedenken. Es war eine Idee von Mutti!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Bald schon standen sie davor. Vater und Tochter. Das Grab, das einst das Liebste verschlungen hat. Der grausame Tod, die Schattenseite des Lebens. Doch hatten sie nicht alle beide einen Ersatz bekommen? Einen sehr guten und kostbaren Ersatz? Wenn die Annemarie das nur sch&#228;tzen lernen k&#246;nnte!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater: </span>Hier, Annemarie. das ist f&#252;r dich!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> A-aber, das ist ja eine Blume, eine wundersch&#246;ne Blume!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater:</span> Sie ist von Mutti. Du sollst sie auf das Grab deiner Mutter pflanzen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.: </span>Von Mutti?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor: </span>Das M&#228;dchen blickte verst&#246;rt auf den Vater. Was soll das bedeuten? Es erschien ihr so unfassbar und fremd: Eine Blume von Mutter &#8211; f&#252;r Mutter? Das war doch noch nie da gewesen! Sie b&#252;ckte sich, und vorsichtig grub sie in der Mitte des Grabes ein Loch, um die sch&#246;ne Blume hinein zu pflanzen. Dabei &#252;berst&#252;rzten sich ihre Gedanken und Gef&#252;hle. Eine Tr&#228;ne tropfte auf die offene Bl&#252;te. Auch der Vater stand gr&#252;belnd da. War es nicht sinnlos heute mit seiner Tochter an diesem fast vergessenem Grab zu stehen? Was sagte seine Frau gestern? Emil, du sollst am Muttertag mit deinem Kind an diesem Grab stehen! Wei&#223;t du denn nicht: Rechte M&#252;tter sind Schwestern. Schwestern im Leben, Schwestern im Lieben, Schwestern im Leid. Schwestern im Sterben. Wenn eine geht, legt sie die Kinder der anderen ans Herz, ohne Eifersucht &#8211; in lauter Liebe. Und ach, wie bald gibt eine der anderen zur&#252;ck, was sie ihr anvertraut. Und wer wei&#223; wie bald &#8211; werden sie einander danken!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater:</span> Annemarie, ich bin gewiss, deine Mutter w&#252;rde sich freuen, das du eine so gute zweite hast. Mama w&#252;rde sagen: „Hab sie lieb!” Denn sie w&#252;rde sie lieben und w&#228;ren gewiss gute Freundinnen gewesen, wenn sie sich gekannt h&#228;tten. Nun komm, lasst uns zur&#252;ckgehen!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Die Mutter verbrachte den Muttertag dieses Jahr alleine mit ihren zwei kleineren Kindern. Doch sie wollte es ja selber so haben! Eine innere &#220;berwindung hatte es sie zwar gekostet die beiden reisen zu lassen, doch sie sp&#252;rte, dass ihre Entscheidung richtig war. Hatte sie doch lange mit ihrem HERRN dar&#252;ber gesprochen. Erwarte nicht irgendein Zeichen der Dankbarkeit von deiner Gro&#223;en, wenn sie heimkommt, sagte ihr Tante Lina noch. Rechne damit, dass dieser Besuch sie innerlich stark besch&#228;ftigen wird. Versuche das zu verstehen, und du wirst dadurch am schnellsten den Schl&#252;ssel zu ihrem Wesen finden!<br />
Es &#228;nderte sich zuerst nicht viel. Doch man merkte sie, wie das schlechte Gewissen Annemarie ihrer Mutter und den Geschwistern gegen&#252;ber sie zu plagen begann. Eines Tages kam sie ganz aufgeregt nach Hause. Es ging um die Abschlusspr&#252;fung in der Schule. Sie war trotz emsiger Vorbereitung durchgefallen. Am Telefon lie&#223; sie ihren Unmut bei der Freundin aus:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> (aufgeregt) Eine Gemeinheit ist es! Eine Ungerechtigkeit! Ein dreiviertel Punkt fehlt mir! Nur ein dreiviertel Punkt! Das haben die extra gemacht, die Lehrer! Ach, wenn Mutter noch lebte, dann w&#228;re sie zu dem Rektor gegangen und h&#228;tte um diesen Punkt gek&#228;mpft! Ach da w&#228;re alles anders! Ja, Mutter&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor: </span>Annemarie schloss sich in ihr Zimmer ein. Das Leben war so schwer! Jetzt hatte sie auch dazu ihren Abschluss nicht geschafft. Die Mutter hatte das Telefongespr&#228;ch mit angeh&#246;rt. Nach l&#228;ngerem Z&#246;gern und einer durchwachten Nacht, beschloss sie zu handeln. Ach, es fiel ihr gar nicht leicht am n&#228;chsten Tag im Schulb&#252;ro der Vorsteherin, vor ihrem riesigen Schreibtisch sitzen zu m&#252;ssen. Die Frau hatte sie grade mit sp&#246;ttischem Gesicht angeh&#246;rt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Frau: </span>So, so, ein dreiviertel Punkt fehlt ihrer Tochter. Der Misserfolg der Kinder erscheint den Eltern immer unbegreiflich. Man sucht den Fehler &#252;berall, bei der Schule, den Lehrern &#8211; nur nicht da, wo er ist. Sie sind nicht die erste Mutter, die blind&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Stiefmutter.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Frau:</span> Bitte? Stiefmutter? Hmm, da in Ihrem Fall das Argument von der blinden Liebe nicht zutrifft, werde ich den Fall ihrer Stieftochter nachpr&#252;fen! Sie erhalten Bescheid! Auf Wieder¬sehen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Gest&#228;rkt durch ihre Gebete konnte die mutige Frau einige Tage sp&#228;ter der verdutzten Annemarie einen Umschlag &#252;berreichen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.: </span>(liest) Ihre Pr&#252;fungsarbeiten sind auf ausdr&#252;cklichen Wunsch, noch einmal durchgesehen worden. Die Pr&#252;fungskommission hat sich bereit erkl&#228;rt, Ihre Punktzahl soweit zu erh&#246;hen, dass Ihnen das Diplom nachtr&#228;glich ausgeh&#228;ndigt werden kann.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Vater: </span>Da siehst du Annemarie, was deine Mutter fertig bringt! &#8211; Du wirst ihr doch danken?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor: </span>Ach, danken! Wie konnte der Vater ahnen, was in der Tochter vorging! Ihr Gewissen brannte immer st&#228;rker. Doch die Mutter war nicht empfindlich. Sie begn&#252;gte sich mit dem kurzen leisen: „Danke”  von Annemarie. Sie war klug genug, darauf zu warten, dass der Dank sich in einer Wesensumstellung zeigen musste. Diese &#196;nderung vollzog sich nur sehr langsam. Doch M&#252;tter k&#246;nnen warten. Ein Erlebnis trug noch dazu bei, dass Mutter und Tochter zueinander f&#252;hrte. Es war der Geburtstag der Mutter.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Annemarie, du sollst wegen meinem Geburtstag auf keinen Fall euren lange geplanten Ausflug verpassen!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.:</span> Aber, ich kann doch nicht einfach wegfahren&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter: </span>Doch, das sollst du. Mach dir keine Gedanken, ich komme hier allein gut zurecht. In deinem Alter verzichtet man nicht so gerne auf so ein Ereignis. Abends nehmen wir zwei uns dann ein St&#252;ndchen Zeit in meinem Zimmer. Einverstanden?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Annem.: </span>Vielen Dank, Mutter!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Es wollte scheinen, als h&#228;tte Annemarie das Wort Mutter ganz besonders herzlich gesagt.<br />
Der Tag verging unter vielen Besuchen, fr&#246;hlich und harmonisch. Aber etwas entt&#228;uscht war die Mutter dann doch, dass ihr Annemarie nicht wenigstens eine kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag dage¬lassen hatte. „Doch, nur nicht bitter werden!” sagte sie sich. Es wurde Abend. Die Mutter schickte den Vater zum Bahnhof um Annemarie abzuholen. Sie machte in dieser Zeit ihr Zimmer zurecht, und schaffte eine gem&#252;tliche Atmosph&#228;re. Junge M&#228;dchen lieben das! Wollte sie doch heute besonders ernst und liebevoll mit ihrer Tochter sprechen&#8230; doch&#8230;.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Was ist denn das? Es lag unter dem Kopfkissen! Ein kleines P&#228;ckchen? (packt es aus) Das gibt es nicht! Ein Album, ein Album von Annemarie! Also doch ein Geschenk! Wie sch&#246;n!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Autor:</span> Lauter Bilder waren darin gemalt. Bilder von ihr und den Kindern, Bilder die Friede und Freude ausstrahlten. Alle mit lauter Stiefm&#252;tterchen umrahmt. Und unter jedem Bild ein „Danke liebe Mutter!“. Tr&#228;nen traten der Mutter in die Augen. Also doch nicht vergebens! Gott hat ihre Gebete erh&#246;rt.<br />
Es war eine bewegte Stunde, die Mutter und Tochter dann verbrachten. Eine Stunde, die so manche Missverst&#228;ndnisse ausr&#228;umte, die die Herzen der beiden zueinander finden lie&#223;. Nein, das Warten war nicht vergebens! Es hat sich gelohnt! Und was das Sch&#246;nste ist: Gott wird die Treue einst im Himmel belohnen!</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
  <tr>
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      <b>Name:</b> <a href="http://www.christenload.com/?file_id=212">Stiefmütterchen</a> <small>(40.5KB)</small><br />
            <b>Klicks:</b> 426 <br />
          </td>
  </tr>
</table></p>
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		<title>Der verlorene Sohn</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 05:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der verlorene Sohn, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 6 Personen Erz&#228;hler: Hoch oben im fernen Oberland, eine gute Strecke vom Dorf hinaus, steht eine kleine einsame H&#252;tte, die von einem Tannenbaum &#252;berschattet war. Hier wohnte der brave Tagel&#246;hner Toni. Er war ein stiller, flei&#223;iger Bauarbeiter, von allen Leuten geachtet. In seinem H&#252;ttchen daheim, hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Der verlorene Sohn, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 6 Personen</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Hoch oben im fernen Oberland, eine gute Strecke vom Dorf hinaus, steht eine kleine einsame H&#252;tte, die von einem Tannenbaum &#252;berschattet war. Hier wohnte der brave Tagel&#246;hner Toni. Er war ein stiller, flei&#223;iger Bauarbeiter, von allen Leuten geachtet. In seinem H&#252;ttchen daheim, hatte er eine junge Frau und ein S&#246;hnchen, das die Freude der Eltern war. F&#252;nf Jahre hatten die Leute so in Eintracht und ungest&#246;rtem Frieden gelebt. Eines Tages &#228;u&#223;erte sich der Mann seiner Frau gegen&#252;ber:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mann:</span> Es tut mir leid, dass ich nicht wie andere M&#228;nner, ihren Frauen einmal eine freudige &#220;berraschung machen kann, mit etwas was wir nicht gerade so n&#246;tig h&#228;tten.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Mit leuchtenden und gl&#252;cklichen Augen sagte sie stets:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach wozu auch, hat Gott uns nicht jeden Tag das n&#246;tigste geschenkt? Dazu unseren lieben kleinen Buben, der die Freude unseres Hauses ist.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> So gingen an jedem Abend Frau Elisabeth mit dem kleinen Tommy dem Vater entgegen, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. So auch eines Abends, als der kleine Tommy jemanden sah, rief er:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Mutter, sieh, der Vater kommt, Der Vater kommt!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Das ist nicht Vater, Kind.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Als der Bote n&#228;her kam, sagte er:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Bote:</span> Liebe Frau, erschrecken Sie nicht&#8230;</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ist meinem Mann etwas Schlimmes zugesto&#223;en?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Bote:</span> Ein Baum ist beim F&#228;llen auf ihn gefallen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ist er noch am Leben?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Bote:</span> Leider nicht. Er ist dabei umgekommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ein Schreckensschrei entrang sich ihr und ein Tr&#228;nenstrom lief &#252;ber ihre Wangen. Als sie sich erholt hatte, sagte sie zu ihrem Jungen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Komm, Tommy, wir m&#252;ssen ohne Vater in unsere H&#252;tte zur&#252;ckkehren.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Nein Mutti, wir m&#252;ssen doch auf Vati warten. Er wird bald kommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach, mein lieber Tommy, Vater kommt nie, nie wieder. Jetzt m&#252;ssen wir ohne Vater in unserer H&#252;tte wohnen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Mit einem unsagbaren Schmerz bewohnte sie fortan mit ihrem S&#246;hnchen die verlassene H&#252;tte. Mit viel M&#252;he und schwerer Arbeit verdiente sie ihre Nahrung. Tommy umgab liebend seine Mutter und nahm ihr mit Freuden manche Arbeit ab. Doch in den letzten Schuljahren fingen seine Schulkameraden an, ihn necken und zu verspotten:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Kamerad:</span> Nun Mutters&#246;hnchen, h&#228;ngst noch an Mutters Sch&#252;rzband? Bist doch schon gro&#223;, sch&#228;me dich!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Ich w&#252;sste nicht, weshalb ich mich sch&#228;men sollte, denn meine Mutter hat mich mit viel M&#252;he und Arbeit gekleidet und gen&#228;hrt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Kamerad:</span> Aber jetzt bist du gro&#223; und noch so arm. Schau, wie wir leben. Du musst selbst&#228;ndig werden, dann geht’s dir auch gut.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ganz langsam machten Spott und Lockungen Eindruck auf ihn. Er wurde unfreundlich und trotzig, kam am Abend sp&#228;t nach Hause.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Mein Tommy, wie hast du dich ver&#228;ndert. Wo bleibst du am Abend so sp&#228;t?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Mutter. Das geht dich nichts mehr an! Ich bin gro&#223; genug, um zu wissen, was ich will.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach Tommy, du gehst auf dem falschen Weg, lass dich doch warnen! Du machst mir Kummer und Schmerz.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Soll ich immer so in einer Bescheidenheit leben, wo alle meine Kameraden im &#220;berfluss leben? Auch sind mir deine n&#228;chtliche Gebete und Tr&#228;nen eine Qual.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Bald zog er trotzig aus dem Haus. Es war umsonst. Das Mahnen der Mutter half nichts. Die Mutter weinte ihm liebend nach, denn sie wollte ihn nicht verloren geben. Sie betete Tag und Nacht f&#252;r ihn und litt treu in Liebe und Schmerz.</p>
<p style="font-weight: bold; text-align: center;">- Musik -</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler: </span>Der Sohn war hart wie ein Stein geworden. Er war schon lang auf See gegangen. Niemals hatte er ein Verlangen nach Hause zu kommen. Doch, wenn er die Mahnungen Gottes vernahm, tobte und fluchte er und verstie&#223; sie. Und wenn er sich abends ausruhen wollte, plagte ihn sein Gewissen. Doch eines Tages, nach langer Zeit, hatte Gott ihn schlie&#223;lich doch gefunden. Als pl&#246;tzlich ein Sturm sich auf dem Meer erhob und die Seemannsleute vor Angst bebten. Am Anfang fluchten und spotteten sie, jedoch nach drei Tagen wurde es dann allm&#228;hlich ruhiger. In solch einer gro&#223;en Not sind schon viele zu Gott gekommen. Ebenso unser Freund. Er wollte gerne beten, doch er schaffte es nicht mehr. Er st&#246;hnte, seufzte und schrie. Die Kameraden waren entsetzt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> H&#246;rt Freunde! Ich habe meine Mutter verlassen und wollte mein eigenes Gl&#252;ck suchen. All ihre Bitten habe ich verschm&#228;ht. Obwohl sie f&#252;r mich so viel gelitten hat, habe ich ihre Liebe versto&#223;en. Ihr treues und inniges Beten wurde mir eine Qual. Oh, h&#246;rte ich sie jetzt noch ein einziges Mal!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Da fiel ihm ein, dass er noch ein Buch von seiner geliebten Mutter im Koffer haben m&#252;sste. Trotz Sturm und Ungewitter suchte er &#252;berall nach der Bibel. Erst als er sie gefunden hatte, schlug er sie auf und suchte hier und da, doch er konnte nichts verstehen. Er schaute direkt dem Tode ins Gesicht. Vor Furcht wollte er alles vergessen. Doch sah er pl&#246;tzlich einen kleinen Zettel, auf dem stand:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Mein Sohn, mein lieber Sohn, auch wenn du von mir gegangen bist, will ich immer dich auf Gebetsh&#228;nden tragen. Ich wei&#223;, dass Gott dich retten wird. Komm heim, deine Mutter wartet auf dich.<br />
Herr, bringe du mich noch einmal nach Hause und lass mich nicht hier ertrinken. Lass mich nur einmal meine Mutter sehen, um bei ihr noch einmal um Vergebung bitten.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> In der Heimat, im fernen Oberland, lag die Mutter schwer krank im Bett. Sie wusste, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte und es nicht mehr lange dauern w&#252;rde, bis sie heimgehen durfte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Geht hinaus und seht nach, er kommt bestimmt. Ich glaube fest an Gottes Wort: „Bittet so wird euch gegeben.“ Seine Verhei&#223;ungen erf&#252;llt er ganz gewiss.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ihre Augen wurden schon tr&#252;be, sie wusste, dass das Ende nun sehr nahe war und noch einmal betet sie:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Herr, rette ihn, oh rette ihn. Ich danke dir.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ein fremder, junger Mann st&#252;rmte in das Dorf. Er war allen unbekannt. Im Herzen stellte er sich die Frage:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Lebt meine Mutter noch?!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Unaufhaltbar lief er zur altbekannten H&#252;tte. Wortlos st&#252;rmte er hinein. Man versuchte ihn aufzuhalten, denn der Fremde durfte die Sterbende nicht st&#246;ren. In diesem Moment hob sie matt ihre Augenglieder und sah den Eintretenden an:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Mein hei&#223; geliebter Tommy!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Tommy:</span> Vergib mir, liebe Mutter. Lange sollte ich schon nach Hause gekommen sein. Doch ich verstockte mein Herz und habe dir soviel Kummer bereitet. Doch Gott hatte Gnade f&#252;r mich. Er lie&#223; mein Schiff untergehen, doch mich errettete er aus den gro&#223;en st&#252;rmischen Wellen. Ich versprach ihm, dass ich zu dir zur&#252;ckkommen und ihm dienen w&#252;rde. Ich habe es nicht verdient. Als ein verlorener Sohn kam ich zu ihm und er vergab mir alle meine Schuld. Bitte, Mutter, vergib auch du mir!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Komm her, mein lieber Tommy! Ich habe dir schon lange vergeben. Nun kann ich in Frieden zum Heiland gehen. Er hat mein Gebet erh&#246;rt. Wir werden uns bei ihm wiedersehen!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Erz&#228;hler:</span> Ihr M&#252;tter, Gott erh&#246;rt Gebete, ob es auch lange dauert und vergeblich scheint, dass Gott eure Kinder bekehrt. Oh ringet mutig weiter, glaubt fest an das verhei&#223;ene Wort Gottes. Die Zeit wird kommen, da Gott auch eure Gebete erh&#246;ren wird. Und du, du verirrtes Kind. Die Mutter betet schon lange f&#252;r dich. Der Heiland klopft, denn du bist noch nicht gerettet. Willst du noch lange warten? Kehr um noch heute, es ist noch Zeit! H&#246;r, wie die Mutter bittet! Das Wort gilt nur f&#252;r heute, denn Morgen bist du vielleicht schon tot.</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 04:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Mutter, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 4 Personen Sprecher: Jedes Mal, wenn das erste Sonntagsl&#228;uten sich verloren hatte, trat Mutter Rode, die Witwe eines Kleinbauern; schon in das Gebetshaus. Sie setzte sich hin, wo sie jeden Sonntag sa&#223;. Und verschwand, wenn das Amen verklungen war, als erste aus dem Haus. Oft hatte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Eine Mutter, ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 4 Personen</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Jedes Mal, wenn das erste Sonntagsl&#228;uten sich verloren hatte, trat Mutter Rode, die Witwe eines Kleinbauern; schon in das Gebetshaus. Sie setzte sich hin, wo sie jeden Sonntag sa&#223;. Und verschwand, wenn das Amen verklungen war, als erste aus dem Haus. Oft hatte sich der Pastor dar&#252;ber Gedanken gemacht, warum sie so scheu war.<br />
Einmal wollte er sie besuchen, aus irgendeinem Grunde. Als sie ihn kommen sah, zog sie sich auf der Stelle zur&#252;ck. Aber es half nichts, der Pastor folgte ihr, da war sie sehr freundlich und bot ihm sofort einen Stuhl an. Er sprach mit ihr unter anderem von ihrem Sohn, der das Predigerseminar besuchte und kurz vor dem Examen stand.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Er wollte es so der Junge – und ich bin froh, dass er’s bald geschafft hat.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pastor:</span> Es ist Ihnen sicher schwer gefallen, ihn soweit zu bringen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach, im Grunde doch nicht. Mein Tragkorb, den ich zum Markt schleppen musste, wurde leicht, wenn ich dachte, dass es f&#252;r ihn war, meinen Jungen.<br />
Wissen Sie, er hatte schon als kleiner Junge den Wunsch, Prediger zu werden. Warum? Fragte ich ihn manchmal. Damit ich beten lerne, wie du es kannst, Mutter, gab er zur Antwort; dann sollen’s andere von mir lernen.<br />
Ein guter Junge, mein letzter Besitz, seitdem seine beiden Br&#252;der im Krieg geblieben sind.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pastor:</span> Gefallen sind sie?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> O ja, dann konnte er sie verstehen, dass ein Mensch sich in sich selber zur&#252;ckzog.<br />
Ein paar Wochen sp&#228;ter kam der Sohn. Die Mutter war gl&#252;cklich &#8211; aber der Sohn schien voll Unruhe. Bei der ersten Begegnung mit dem Pastor sp&#252;rte dieser, dass er etwas auf dem Herzen hatte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sohn:</span> Ja, es betrifft meine Mutter und mich. Ich gehe in die Mission. Nach einiger Zeit soll ich zu den Mohammedanern nach Afghanistan. Aber ich wei&#223; nicht, wie ich es meiner Mutter beibringen kann, ohne ihr allzu weh zu tun.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pastor:</span> Vergessen Sie nicht, eine Mutter versteht alles&#8230; sprechen Sie doch mit ihr.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Er nahm es sich vor. Aber ein paar Tage sp&#228;ter kam er wieder zum Pastor.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sohn:</span> Ich bring´s nicht &#252;bers Herz. W&#252;rden Sie mir nicht helfen?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Die Augen der m&#252;den Frau strahlten, als sie die beiden kommen sah. Der Sohn rang schrecklich mit sich. Endlich fasste er Mut. Er legte den Arm um die Mutter.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Was hast du Junge?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Fragte sie betroffen. Er sprach mit knappen S&#228;tzen von seinen Pl&#228;nen. Lange schwieg sie, man ahnte, was vorging in ihrer gepr&#252;ften Seele.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Junge, hast du denn nicht an deine Mutter gedacht?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sohn:</span> Wie sehr, Mutter, wie sehr.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Die Tr&#228;nen str&#246;mten ihr &#252;bers Gesicht, sie sa&#223; lange und rang mit sich. Dann stand sie auf, um einen Augenblick allein zu sein. Man h&#246;rte, dass sie nebenan leise sprach, sie betete wohl, die M&#228;nner wagten kaum zu atmen. Nach einer Weile kehrte sie zur&#252;ck. Ein stiller Friede lag auf ihrem Antlitz. Es klang ganz ruhig, als sie nun sagte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Wenn du dich wirklich gepr&#252;ft hast, Junge, und wenn es nicht dein, sondern Gottes Wille ist, dann sollst du getrost in die Ferne wandern.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Sie strich ihm in scheuer Z&#228;rtlichkeit &#252;bers Haar.<br />
Einige Monate sp&#228;ter erhielt die Frau schon ein Brief aus Afghanistan. Dann h&#246;rte sie lange nichts mehr.<br />
Sie kr&#228;nkelte, der Pastor besuchte sie oft. Immer sprach sie von ihrem letzten Kind. Sie war voll Sorge, da sie nichts von ihm h&#246;rte&#8230;.<br />
Dann kam ein Brief der Missionsgesellschaft an den Pastor gerichtet. Eine furchtbare Botschaft. Der Sohn war auf einem n&#228;chtlichen Ritt von Mohammedanern ermordet.<br />
Ein schwerer Gang, den der Pastor nun tun sollte. Er stand einen Augenblick vor der T&#252;r ihres H&#228;usleins, es war, als k&#246;nnte er die Hand nicht auf die Klinke legen, sie war wie tot.<br />
Als die kranke ihn so stumm und blass in ihre Stube treten sah, hob sie sich in den Kissen. Sie starrte ihn eine Zeitlang in regungslosem Entsetzen an. Dann aber entspannte sich die furchtbare Erregung.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Mein Junge lebt nicht mehr.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> fl&#252;sterte sie; es war keine Frage an den Pastor gerichtet, es war eine bittere Erkenntnis, ein schmerzliches Wissen, als ob sie mit der Seele ihres Kindes immer verbunden geblieben war.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pastor:</span> Ja, er ist tot.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Nickte er voll Trauer. Sie weinte nicht einmal.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Nun hat Gott alle drei.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Sie faltete nur die H&#228;nde und betete still f&#252;r sich hin.<br />
Der Abend erf&#252;llte die Stube tiefer mit D&#228;mmerlicht. Der Pastor hatte seine H&#228;nde auf die ihrigen gelegt. Mit einem Mal beugte er sich vor, es war, als sei die Kranke eingeschlafen. Aber nun sah er, dass ein erdenfremder feierlicher Friede ihr schlafendes Antlitz erf&#252;llte.</p>
<p>Die Mutter war zu ihren S&#246;hnen heimgekehrt!</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
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		<title>Heimgekommen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 04:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Heimgekommen; ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 7 Personen Sprecher: Hell und lieblich gl&#228;nzte er, der goldene Abendstern in das kleine Gasthofzimmer des Restaurants „Allemannia“, an der Hauptstra&#223;e. Ein junges kr&#228;ftiges M&#228;dchen in Tiroler Tracht stand dort am Fenster und blickte tr&#228;umerisch in den stillen Abend hinaus. Das Zimmer lag nach dem Hof, ferne von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Heimgekommen; ein christliches Anspiel zum Muttertag f&#252;r 7 Personen</span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Hell und lieblich gl&#228;nzte er, der goldene Abendstern in das kleine Gasthofzimmer des Restaurants „Allemannia“, an der Hauptstra&#223;e. Ein junges kr&#228;ftiges M&#228;dchen in Tiroler Tracht stand dort am Fenster und blickte tr&#228;umerisch in den stillen Abend hinaus. Das Zimmer lag nach dem Hof, ferne von allem L&#228;rm, sonst h&#228;tte das wohl die dunkeln Wolken von des M&#228;dchens Stirn verscheucht, das so in der Stille seinen Gedanken &#252;berlassen war.<br />
Maria Weller, war die erste Alts&#228;ngerin der Tiroler Gesellschaft „Rainer“ die hier im Restaurant ihre Vorstellungen gab. Man konnte nicht denken, dass die lustige Maria auch ernsten Gedanken zug&#228;nglich war. Hatte wohl jener Brief, der neben ihr auf dem kleinen Tisch lag, dies Wunder zuwege gebracht, das sie ans Tr&#228;umen kam? Die Adresse zeigt in gro&#223;er, fast unleserlicher Handschrift den Namen Maria Weller. Und den Inhalt des Briefes lass sie immer und immer wieder.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Mein Kind, mein einziges liebes Kind!<br />
Endlich habe ich mit viel M&#252;he deine Adresse erfahren. Du bist eine S&#228;ngerin geworden. Armes Kind wie ungl&#252;cklich musst du sein! Ich will Vaters Uhr verkaufen, dir das Geld schicken f&#252;r die Reise, komm wieder heim! Wir blicken immer nach dem Abendstern, der so hell in unsere Kammer scheint, wenn wir zu Bett gehen, wei&#223;t du es noch, und wir denken wenn er dich gr&#252;&#223;en k&#246;nnte und dir sagen, wie wir um dich traurig sind. Dein Bruder ist im Herbst gestorben, ich bin mit Nanni allein und bin krank, wenn du doch kommen wolltest und uns helfen. Gott helfe dir fliehen.<br />
Es gr&#252;&#223;t und k&#252;sst dich deine alte Mutter und Nanni.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Darum blinkte er wohl heute Abend so hell, der Abendstern, er wollte sie gr&#252;&#223;en! Maria zog schnell die Gardinen am Fenster zusammen. Sie wollte ihn nicht sehen. „Komm heim; komm heim!“ schien er zu winken mit seinem hellen Glitzern. Ja daheim war es so sch&#246;n gewesen, bis der Herr aus der Stadt kam und sie fortlockte, ihr viel vorredete von ihrer herrlichen Stimme, und kommenden Triumphen, bis gegangen war, heimlich und still, weil die Mutter es nicht wollte und immer mahnte: „Arbeite brav und bleib daheim, die Welt ist falsch, und das Gl&#252;ck ist nur Schein.“ Ja so war es gewesen nach mancherlei Not und Besch&#228;mung, nach manch bitterer Erfahrung von der Lieblosigkeit fremder Menschen war sie endlich zu dieser Gesellschaft gekommen, und ihre gute Stimme hatte ihr die ersehnte Ehre und Huldigungen in F&#252;lle gebracht. Aber ungl&#252;cklich war sie, davon konnten die N&#228;chte erz&#228;hlen, die ihre Tr&#228;nen gesehen, und der Abendstern, der ihr in die traurige Augen geschaut hatte.<br />
Ach wenn sie heim k&#246;nnte, heim in das stille Dorf zu den einfachen Leuten.<br />
Maria wagte es kaum zu beten, sie hielt sich zu schlecht, sie, die Mutter so betr&#252;bt hatte, aber ein Seufzer stahl sich oft &#252;ber ihre Lippen:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> O, Gott, ich m&#246;chte heim, hilf mir! Und nun steht es noch in dem Brief „Komm heim!“<br />
Die gute Mutter meinte, die paar Mark f&#252;r Vaters Uhr langen f&#252;r die Reise, doch ich habe auch noch Geld, aber die Schande und Schmach im Dorf wenn ich heim k&#228;me? Und was w&#252;rde der junge Mann sagen, der mir die Ehe versprochen, er ist so vornehm, so sch&#246;n, kann ich das alles lassen um der Mutter willen? Mitgehen w&#252;rde er nicht, er ist zu gut erzogen, wie er oft sagte, wenn ich von dem stillen Dorf sprach.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Tausende Gedanken kreuzten sich in dem Herzen des M&#228;dchens und h&#228;tten sie wohl lange ruhelos gemacht, da wurde die T&#252;r aufgerissen. Ein blonder Kopf mit einem Tirolerhut schaut herein:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Kind:</span> Maria, schnell, wir m&#252;ssen aus Podium, der Saal ist voll, du musst ja ein Solo singen, was hast du gew&#228;hlt? Gewiss was Lustiges?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> So plauderte die Kleine an Marias Arm geh&#228;ngt in dem sie dieselbe in den Saal zog. Die Lichter gl&#228;nzen, die Stimmen schwirren durcheinander, alles ist voll Erwartung und Freude. Maria aber ist es so unsagbar wehmutsvoll ums Herz, sie l&#228;chelt nicht einmal die sonst von Lust &#252;bersch&#228;umt. Blumenstr&#228;u&#223;chen fliegen ihr zu, sie b&#252;ckt sich nicht einmal danach. Nur einmal flammt eine dunkle R&#246;te in ihr Gesicht, ein junger Mann gr&#252;&#223;t dort aus der Ecke, sie sch&#252;ttelt den Kopf, er wendet sich lachend an seine Gef&#228;hrten. Zuerst wird ein Chor gesungen dann wird Marias Solo angek&#252;ndigt. Tief atmet sie auf, dann klingt es im glockenreinen vollen Altt&#246;nen den stillen Saal:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Wenn du noch eine Mutter hast.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Einen Augenblick herrschte im Saal noch lautlose Stille, als Maria geendet hatte, dann aber brach ein jubelnder Beifallssturm los: „Herrlich, einzig!“ h&#246;rte man sagen, so hat sie noch nie gesungen. Ihr Entschluss war zum letzten Entscheidungskampf gekommen.<br />
Heim nur noch an schwachen F&#228;den hing ihr Zaudern und Z&#246;gern. Eine Sorge war es die sie dr&#252;ckte. – W&#252;rde der Direktor sie gehen lassen? Wenn er nun Entsch&#228;digung verlangte? Maria war nach ihrem Auftreten hinaus geeilt in den stillen Garten, sie hatte f&#252;r diesen Abend frei. Der Direktor schwelgte in Entz&#252;cken. Da sa&#223; sie nun im silbernen Vollmondschein auf einer Bank des Gartens, sie schaute hinauf zu dem sternbes&#228;ten Nachthimmel einer flimmerte besonders hell, sie nickte ihm zu – „ja ich komme.“ Da trat der junge Mann an ihre Seite, der sie vorhin im Saal gegr&#252;&#223;t hatte. Er nahm ihre H&#228;nde und sagte:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Peter:</span> Maria, du hast einzig sch&#246;n gesungen, dein Lied hat einer Mutter den Sohn wiedergegeben, ich kann nichts anders beginnen, ich muss heim zu meiner tiefgekr&#228;nkten Mutter. Maria du kannst nicht die Meine werden, meine Mutter hat mich n&#246;tig, ich bin ihr Stolz, ihre Hoffnung. O dein Lied! Wer hat es dich singen hei&#223;en? Es brach mir das Herz, Maria, kannst du mir vergeben?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Ich habe dir nichts zu vergeben, Peter; ich bin gerade so ein ungeratenes Kind wie du, ich muss zu meiner Mutter, ihre Gebete ziehen mich heim, und ein Engel hie&#223; mich dieses Lied singen. Sehen sie dort den Abendstern. Meine Mutter schreibt, jeden Abend, trage sie ihm Gr&#252;&#223;e auf, an mich, siehst du er gl&#228;nzt wie der Mutterblick.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Die beiden jungen Menschenkinder schauten hinauf zu dem leuchtenden Gestirn, und  ein tiefes Sehnen f&#252;llte ihre Brust – heim – heim – ein Sehnen nach jenem Heim dort oben, dem sie noch so fern waren. Peter reiste noch in derselben Nacht zu seiner Mutter in die Residenz die mit Freudentr&#228;nen den verloren geglaubten empfing. Durch Gottes G&#252;te und Gnade kam er in christliche Kreise und lernte dort den Weg zum Himmel finden. In seinem Schreibtisch barg er ein kleines Bild von einem jungen M&#228;dchen in Tirolertracht, er betrachtete es oft in stiller Stunde und dankte Gott f&#252;r jenes Begegnen mit Maria.</p>
<p>Als Maria sich zur Umkehr nach Hause erheben wollte, fiel ihr Blick auf einen Beutel, ein Zettel lag dabei: F&#252;r deine Mutter von Peter. Sie bat noch am selben Abend den Direktor um ihre Entlassung und nach Einigung zur Bezahlung einer gewissen Summe war sie frei. Sie schrieb es voller Freude an ihre Mutter und r&#252;stete sich zur Reise. Am n&#228;chsten Tag sorgte sie noch einige n&#246;tige Eink&#228;ufe, da h&#228;ndigte eine Dame ihr ein Bl&#228;ttchen ein. „Komm heim!“ stand oben dr&#252;ber, sie nickte l&#228;chelnd. Die Dame trat zu ihr in der Meinung eine Gleichgesinnte gefunden zu haben. Sie gingen miteinander und Maria h&#246;rte aus dem Munde der Dame was sie seit ihrer Konfirmation Unterricht nicht mehr geh&#246;rt, dass sie verirrt und verloren war weit ab vom Vaterhause; so erz&#228;hlte sie nun freim&#252;tig ihr Geschick und dass sie jetzt heim wolle. Die Dame bat ihr freundlich Unterkommen in ihrem Hause an bis zur Abreise. O wie gerne folgte sie derselben! Da wehte andre Luft als sie dieselbe bis jetzt geatmet hatte. Alles Interesse in diesem Hause schien sich um eine Person zu drehen, um einen, den sie wohl kannte, aber vergessen hatte – Jesus. Von Ihm sprach man bei der Arbeit, f&#252;r Ihn sang man Lieder und wunderbar – bei Ihm schien man auch Kraft, Trost und Freudigkeit zu empfangen wenn vereint alle niederknieten und mit Ihm redeten wie ein Kind mit seiner Mutter. Maria kam sich vor wie im Traum. Sie wurde mit so viel Liebebehandelt, wie ein Kind des Hauses und nicht wie eine S&#228;ngerin, die jedes Anrecht auf Hochachtung verloren hatte. Man schenkte ihr ein neues Testament, man fragte und bel&#228;stigte sie nicht mit Ermahnungen. Abends sa&#223; sie oft am Fenster und las, sie schaute dann wohl auf zu dem leuchtenden Abendstern. Am Tage vor ihrer Abreise kam sie weinend in das Zimmer der g&#252;tigen Dame und schluchzend brachte sie hervor:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Ach, ich m&#246;chte auch mit Jesus reden k&#246;nnen, wenn ich nur d&#252;rfte.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Dame:</span> Ja warum d&#252;rfen sie nicht?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Ich bin’s nicht wert, ich bin so weit verirrt.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> O das war die Stunde da ein verirrtes Kind vor dem Vaterhaus steht und klopft, wo ein verlorenes Schaf nach Rettung schreit. Und der Vater sollte nicht auftun, der Hirte sein Sch&#228;flein nicht l&#246;sen und in seine Arme nehmen? Wer sucht, der findet und wer anklopft den wird aufgetan. An jenem Abend war Marias Stimme die lauteste beim Lobgesang nach Tisch. Als sie beim Schlafen gehen noch einmal zu dem bekanten Stern blickte, schien ihr sein Leuchten nur das eine zu sagen, was ihr das Liebste geworden: Jesus. Das war eine fr&#246;hliche Heimreise, denn der Abschiedsgru&#223; trug Hoffnung des Wiedersehens.<br />
W&#228;hrend Maria auf der Reise ist wollen wir vorauseilen in das Dorf wo eine Mutter um ihr Kind weint. Die alte Frau Weller ist recht krank und schwach geworden. Armut und Not halten ihren Einzug ins St&#252;bchen. Der Pfarrer des Dorfes sitzt an ihrem Bett, sie zu tr&#246;sten. Er liest ihr das 14. Kapitel aus dem Evangelium Johannes vor, spricht er mit ihr &#252;ber den Trost des Heilandes: Euer Herz erschreckt nicht. Die kranke h&#246;rt begierig dieses kostbare Evangelium, sie kann nicht mehr alles begreifen, aber das fasst sie, dass sie nicht erschrecken soll, weil der Heiland alle Schrecken des Todes und der H&#246;lle f&#252;r sie getragen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Ach Herr Pfarrer, ich bin so in Angst um meine Maria. Ja, da hab ich noch den Schrecken im Herzen, sie ist ein verirrtes Kind, ach wird sie je vom guten Hirten gefunden werden?</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Pfarrer:</span> Euer Herz erschreckt nicht und f&#252;rchte sich nicht.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Dann betet der Pfarrer mit ihr. Leise, leise zieht der Abend herauf und der leuchtende Abendstern schaut wie gew&#246;hnlich in das kleine Zimmer. Die Kranke ist eingeschlafen und Nanni ist im Garten. Da tritt leise eine schlanke Gestalt ins Zimmer, vorsichtig geht sie ans Bett, setzt sich ganz still um nichts zu st&#246;ren.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Maria!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> seufzt die Schlafende halb im Erwachen. Die Blicke begegnen sich im stummen Erkennen, ist es ein Traum? Die Mutter wischt sich die Augen. Maria aber f&#228;llt ihr um den Hals:</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> O Mutter, liebe Mutter vergib mir!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Euer Herz erschreckt nicht und f&#252;rchte sich nicht.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> sagten die welken zitternde Lippen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Mutter:</span> Du bist da, alles ist gut, du bist daheim!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Maria:</span> Ja Mutter, daheim und durch Gottes Gnade auf dem Heimweg.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Sprecher:</span> Maria schaute zu dem leuchtenden Abendstern, ihr ist als freue er sich und glitzere vor Lust das sie daheim ist. Sie durfte ihr M&#252;tterlein noch pflegen, bis sie in die selige Ruhe eingegangen ist. Maria diente fortan dem Herrn als eine treue Dienerin, die noch mancher verirrter Seele den Weg zum Vaterhause zeigte.</p>
<p><table style="border: 0px solid #CCC;" cellpadding="3" width="100%">
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            <b>Klicks:</b> 390 <br />
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