Archive für die Kategorie 'Liebe'

Sep 03 2007

Das schönste Geschenk

Geschrieben von under Hochzeit,Liebe

Das schönste Geschenk, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit und Liebe für neun Personen.

Autor:  In China, auf einem Bauernhof lebte ein alter Chinese, der drei Söhne hatte. Der älteste Sohn war sehr klug; ihm fiel das Lernen sehr leicht. Eines Tages kam er zum Vater und verkündete ihm:

Chang:  Vater, ich will nach Schanghai studieren gehen, um später ein Geschäftsmann zu werden.

Vater:  Ich freue mich, mein Sohn, daß du dich entschlossen hast weiter zu lernen und ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Studieren.

Ching:  (kommt dazu) Vater, auch ich möchte den Hof verlassen. Ich gehe nach Nanking. Du weißt ja, ich interessiere mich für den politischen Aufbau unseres Lande. Ich möchte Regierungsbeamter werden.

Vater:  Auch dir, mein Sohn, wünsche ich alles Gute in deiner Ausbildung. Denkt an mich, wenn ihr in der Ferne seid. Ich hoffe ihr besucht mich auch zwischendurch.

Chang:  Aber ja, Vater. Wir besuchen dich ganz bestimmt.

Autor:  Die beiden ältesten Söhne verließen nicht lange danach das Vaterhaus. Nun blieb der Vater mit dem jüngsten Sohn allein. Dieser wuchs heran. Er war ein großer und starker Mann. Eines Tages kam auch er zum Vater und legte ihm seinen Wunsch dar:

Chung:  Vater, mir gefällt die Arbeit auf dem Bauernhof. Gib mir ein Stück Land, damit ich es bearbeite, und so mein Brot verdiene.

Vater:  Ja, mein Sohn, ich will dir deinen Wunsch erfüllen. Das Land, das ich dir geben will, liegt zwar etwas weit entfernt von hier, aber es ist ein sehr schönes Stück.

Autor:  Nun, waren alle Söhne außer Haus, und der Vater sah sie nur noch sehr selten denn der Weg zu ihnen war weit. Er sehnte sich sehr nach ihnen.

(Musikstück)

Autor:  Einige Jahre später, kurz vor dem achtzigsten Geburtstag des alten Vaters sprachen zwei seiner Freunde miteinander:

Freund1:  Laß uns zu seinem achtzigsten Geburtstag ein besonderes Fest vorbereiten, das er nicht so schnell vergessen wird.

Freund2:  Seine Söhne müssen unbedingt dabei sein, denn er hat sie schon lange nicht gesehen.

Freund1:  Du hast recht! Das wird sicher eine große Freude für ihn, wenn er die Liebe seiner Söhne sieht, in dem sie ihrem Vater zum Geburtstag gratulieren.

(Musikstück)

Vater:  Endlich ist der Tag gekommen. Heute werde ich meine Söhne sehen. Sie haben fest zugesagt zu meinem achtzigsten Geburtstag zu erscheinen. —– Aber nun warte ich schon fast eine Stunde lang, und niemand ist zu sehen. —– Doch da! Eine Sänfte! Ob es wohl mein ältester Sohn ist? —– (zur Schwiegertochter) Bist du allein? Wo ist mein Sohn?

Schwiegertochter1:  Dein Sohn hat viel im Geschäft zu tun. Er kann dort einfach nicht weg. Aber mach dir nichts daraus. Er hat für dich ein neues Haus in der Stadt gebaut, bald sollst du dort einziehen.

Vater:  (traurig) Das ist aber nett von ihm. Geh schon mal ins Haus! Ich will hier auf meine anderen Söhne warten. (sie geht)
(zu sich) Da, eine andere Sänfte. Ich wußte doch, daß mein Sohn sein Wort hält. Aber nein es ist ja auch nur seine Frau. (zu Schwiegertochter2) Wo ist mein Sohn?

Schwiegertochter2:  Dein Sohn ist in seinem Amt beschäftigt und kann nicht kommen, aber er hat ein kostbares Geschenk für dich gekauft: ein ganz neues Auto mit einem Chauffeur, der dich herumfahren kann.

Vater:  Das, – das ist aber nett. Geh ins Haus! Ich kann nur noch hoffen, daß mein jüngster Sohn mich nicht enttäuscht.

Autor:  Kurze Zeit später sah er wie sich in der Ferne eine Person näherte. Er erkannte bald seinen jüngsten Sohn in seiner einfachen chinesischen Bauerntracht. Ihm folgte seine ganze Familie. Der Vater war so glücklich, daß er ihnen zur Begrüßung entgegeneilte. Der Sohn verneigte sich vor seinem Vater und sagte:

Chung:  Vater, es tut mir leid, daß wir so spät gekommen sind, und auch , daß wir kein Geschenk mitbringen konnten. Die Ernte war so schlecht in diesem Jahr, aber wir wollen dich doch gerne wiedersehen und dir sagen, wie lieb wir dich haben.

Vater:  Wenn du kommst und mir sagst, daß du mich liebst, dann bringst du mir das schönste Geschenk von allen.

Autor:  Liebes Brautpaar, kein Geschenk drückt so viel Liebe aus, wie ein liebes Wort zur rechten Zeit. Vergeßt niemals eure Eltern, die stets auf euch warten. Wenn ihr sie besucht und ihnen sagt, wie lieb ihr sie doch habt, wird dieses Wort ihnen viele teure Geschenke ersetzen.

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Aug 22 2007

Allein entscheiden?

Geschrieben von under Hochzeit,Liebe

Sprecher:  Jochen und Bettina hatten eine größere Wohnung bekommen. Die Einrichtung war ziemlich komplett, nur im Eßzimmer fehlte noch der Glasschrank.

Verkäufer:  Nun, ich kann noch eine Vitrine anbieten. Sie ist allerdings etwas größer als die Sie zuvor gesehen haben.

Jochen:  Die gefällt mir. Bettina, ist die nicht schön?!

Bettina:  Ja, aber die ist zu…

Jochen:  (wendet sich an den Verkäufer, unterbricht Bettina) Sagen Sie, was kostet diese Vitrine?

Verkäufer:  Sie kostet 499,-€.

Jochen:  Ich denke, wir nehmen diese. Sie sagt mir mehr zu.

Bettina:  Aber Jochen, die paßt doch gar nicht…

Jochen:  Was meinst du, die paßt nicht? Die Wand ist doch 3,40 m breit. Das reicht für dieses Möbelstück. (wendet sich an den Verkäufer) Wann können wir die Vitrine abholen oder haben Sie noch welche auf dem Lager.

Verkäufer:  Moment mal. Da müßte ich einmal nachsehen. (geht)

Bettina:  Aber diese paßt nicht zu unserer Einrichtung. Eine schwarze Vitrine im Eßzimmer, wo sonst alles andere Möbel "Eiche hell" ist! Die andere paßt besser zu unserem Stil.

Jochen:  Die war doch kleiner. Hier kannst du viel mehr unterbringen.

Bettina:  Die andere kostete nur 300 €. Wir müssen doch auch an unseren Geldbeutel denken.

Verkäufer:  (kommt wieder) Wir haben noch eine im Lager.

Jochen:  Gut. Vielen Dank für Ihre Beratung.

Sprecher:  Das junge Ehepaar verließ das Möbelhaus. Bettina überlegte, wie sie Jochen überzeugen konnte, daß die zuletzt gesehene Vitrine nicht so gut war. Jochen dagegen plante schon den nächsten Urlaub. Während er über verschiedene Reiseziele erzählte, merkte er nicht, wie wortkarg Bettina auf dem Heimweg war.

-Musik-

Bettina:  Jochen ist immer noch nicht da. Ich warte schon seit einer Stunde auf ihn. Er sagt mir doch sonst immer, wenn er Überstunden machen muß. Das Essen wird schon kalt. Dann lohnt es sich nicht mehr zu dem Möbelmarkt zu fahren.

Jochen:  (kommt eilig heran) Hallo Bettina! Na, du wartest sicher schon lange auf mich. Ich muß im Eßzimmer etwas Platz machen, damit ich die Vitrine aufstellen kann.

Bettina:  Was? Die Vitrine?

Jochen:  Da staunst du, nicht wahr? Ja, ich bin sofort nach der Arbeit zum Möbelhaus gefahren und habe die schwarze Vitrine gekauft, die uns gestern so gut gefiel.

Bettina:  Du meinst, die dir gut gefiel.

Jochen:  Ja, schau mal. Hier ist Platz genug. Jetzt kannst du endlich all dein Geschirr unterbringen. Das hast du dir doch schon lange gewünscht.

Sprecher:  Bettina war enttäuscht, aber sie wollte Jochens Freude nicht verderben und schwieg. Auch das Abendessen verlief recht schweigsam. Anschließend ging Bettina zur Chorprobe, während Jochen die Vitrine aufbaute. Er hatte gerade seine Arbeit beendet, als es klingelte. Sein Freund Helmut stand vor der Tür.

Jochen:  Hallo, Helmut, schön, daß du kommst.

Helmut:  Hallo, ich habe dich schon lange nicht gesehen und da Ellen heute Spätschicht hat, wollte ich mal bei dir hereinschauen. Du scheinst aber beschäftigt zu sein?

Jochen:  Nun, ich bin gerade mit der Arbeit fertig. Unsere neue Vitrine steht.

Helmut:  Nicht schlecht. Sie fällt richtig auf.

Jochen:  Vor allem kann man eine Menge Geschirr unterbringen. Das hat sich Bettina immer gewünscht. Aber..

Helmut:  Was aber?

Jochen:  Ich glaube, ihr gefällt dieser Glasschrank gar nicht.

Helmut:  Wie, habt ihr ihn nicht zusammen ausgesucht?

Jochen:  Sagen wir mal, sie war dabei, aber ich habe ihn gekauft. Ich wollte sie damit überraschen. Ich dachte, wenn sie erst einmal zu Hause steht, wird diese Vitrine ihr schon gefallen.

Helmut:  Und? Wie hat sie reagiert?

Jochen:  Sie war überrascht, doch sagte sie nichts.

Helmut:  Ich glaube, du hast etwas zu voreilig gehandelt.

Jochen:  Vielleicht.

Helmut:  Weißt du, in letzter Zeit beschäftige ich mich mit dem Philipperbrief. Kapitel 2,2 u. 3 ist mir gerade in Bezug auf unsere Ehe wichtig geworden. Wir können es ja jetzt lesen.

Jochen:  Ja, gerne. (schlägt die Bibel auf, liest) "So macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst."

Helmut:  Besonders der letzte Teil sprach mich an: achte einer den andern höher als sich selbst. Ich überlegte, wie ich Ellen meine Achtung zeigen kann. Dabei fiel mir auf, daß ich für Ellen zu wenig Zeit hatte, weil ich mich zu sehr mit meinen Hobbys beschäftigte.

Jochen:  Hm, so habe ich es noch nicht gesehen. Es stimmt. Ich wollte, daß Bettina mich beim Aussuchen begleitete. Aber die Entscheidung habe ich alleine getroffen, weil ich meinte, es besser beurteilen zu können. Ich wollte ihre Zustimmung. In den Worten dieses Verses gesprochen, habe ich meine Ehre gesucht. Hätte ich sie höher geachtet als mich, hätte ich sie mitreden lassen.

Helmut:  O, Jochen, es ist schon spät. Ich muß Ellen von der Arbeit abholen. Auf Wiedersehen!

Jochen:  Auf Wiedersehen! (Helmut geht) Bettina muß ja auch gleich von der Chorprobe kommen. Ich möchte die Sache noch heute Abend regeln.

Bettina:  (kommt dazu) Hallo, Jochen. O, die Vitrine steht schon. Du hast gute Arbeit geleistet.

Jochen:  Bettina, es tut mir leid, daß ich so eigenmächtig gehandelt habe. Ich hätte mit dem Kauf warten und mit dir darüber sprechen müssen. Statt dessen habe ich dich enttäuscht. Kannst du es mir verzeihen?

Bettina:  Gerne vergebe ich dir. Weißt du, ich habe während der Probe überlegen müssen, weshalb es bei uns zu solchen Situationen kommt. Ich denke, es liegt daran, weil wir Gott nicht in unsere Entscheidungen mit einbeziehen

Jochen:  Du hast recht. Wenn wir beide nach Gottes Willen trachten, fällt es sicherlich leichter eines Sinnes zu sein.

(richtet sich an das Brautpaar mit einem Wunsch im Sinne des Anspiels)

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Aug 10 2007

Nächstenliebe wird belohnt

Geschrieben von under Liebe

Sprecher: Nach einer schrecklichen Nacht, in der Granaten und Bomben Tod und Verderben zu Freund und Feind gebracht hatten, dämmerte langsam der junge Tag. Bald tasteten sich die ersten goldenen Strahlen der aufgehenden Sonne über die zerschossenen Häuser von Jepiphan. Der Feind war weiter nach Osten zurückgewichen, doch musste das verlassene Gelände nach Versprengten und Verwundeten abgesucht werden. Auch Unteroffizier Hartmann war an dieser Aktion mit seiner Gruppe beteiligt.

Berger: Was war das?

Hartmann: Jemand stöhnt. Es scheint aus dem Gebüsch dort zu kommen.

Martens: Ja, es stimmt. Dort scheint jemand zu liegen.

(die drei nähern sich dem Verletzten)

Major: (stöhnt) Kamerad! Kamerad!

Berger: Mensch, das ist ja ein Ivan! Los, Fritz, knall ihm eins vor dem Schädel!

Hartmann: Halt! Niemand schießt! Denkt ihr gar nicht daran, daß ihr vielleicht morgen in der gleichen Lage sein könnt wie heute dieser Russe?

Berger: Die würden uns bestimmt kaltmachen.

Hartmann: Das ist egal, wir tun so etwas nicht.

Martens: Was sollen wir denn mit dem Kerl machen?

Hartmann: Wir werden mal sehen, was mit dem Mann los ist.

Sprecher: Bald hatten sie festgestellt, dass der Verwundete ein Hauptmann war. Ein Granatsplitter hatte ihm den rechten Oberschenkel zerschlagen.

Hartmann: Gebt euer Verbandszeug her. Wir werden ihn verbinden und bis ins nächste Haus tragen. Von dort lassen wir ihn dann später abholen.

Martens: Ich habe hier noch ein paar alte Säcke gefunden. Und Stroh ist auch noch in der Hütte. Damit können wir vorerst ein Lager herrichten.

Hartmann: Das ist gut. So, komm, trink noch etwas Tee aus der Feldflasche. Mehr können wir im Augenblick nicht tun.

(die drei wenden sich um und gehen, der Verletzte richtet sich auf)

Major: Kamerad, danke! Danke, Kamerad!

Sprecher: Der Tag brachte einen Gegenangriff des Feindes, und so sahen die drei den russischen Offizier nicht wieder.

Musik:

Sprecher: Jahre waren vergangen, Die deutsche Armee hatte bedingungslos kapituliert. In endlosen Kolonnen marschierten die Gefangenen in die Sammellager. Auch Hartmann, der inzwischen Feldwebel geworden war, gehörte zu den Zehntausenden, die in einem riesigen Lager in Tabor in der Tschechoslowakei gesammelt wurden, um von dort aus die Fahrt in die Ungewissheit der russischen Gefangenschaft anzutreten. Zuerst ging es in die Karpato-Ukraine und von dort in vergitterten Waggons in die weite, weite Sowjetunion. Was würde die Zukunft bringen? – fragte Hartmann sich immer wieder.

Hartmann: (zu sich) Werde ich meine Lieben einmal wiedersehen? Ob ich wohl die schwere Arbeit unter großen Entbehrungen aushalten werde? Wo kommen wir hin?
(lauter, aus dem Fenster schauend) Wir fahren anscheinend am Kaspisee entlang. Es wirkt merkwürdig: links das Meer, rechts Steppe und weiter hinten kahles Karstgebirge.

1.Gefangener: Kein Baum, kein Strauch ist zu sehen.

2.Gefangener: Richtiges Verbannungsgebiet! Schlimmer als wir es uns je vorstellen konnten!

1.Gefangener: Hier werden wir alle elend vor die Hunde gehen.

Hartmann: (wendet sich ab, spricht zu sich selbst)
Wie geht es meinen Angehörigen zu Hause? Ob sie noch leben? – Warum trifft mich dieses Schicksal? Warum lässt Gott soviel Elend und Not zu? -
Ach, alles Grübeln nützt ja doch nicht. Ich will mich an Gott klammern, dem ich immer vertraut habe. Auch in den sechs Kriegsjahren hat er mich nie verlassen. Er allein kennt meinen Weg und Ziel.
“Weiß ich den Weg auch nicht,
Du weißt ihn wohl;
Das macht die Seele still und friedevoll.
Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh,
Dass ängstlich schlägt das Herz, sei’s spät, sei’s früh.”

Sprecher: Ihm war, als hätte er mit diesen Worten neue Kraft bekommen, und voller Vertrauen sprach er in Gedanken: “Ich danke dir, Herr, dass du mir helfen willst!
Nach vielen Tagen wurden endlich die Wagontüren aufgerissen. Von harten Stimmen mit “Dawai! Dawai!” angetrieben, mussten alle Gefangenen aussteigen und antreten. Dann marschierte der ganze Transport in ein schwer vergittertes Lager.

1.Gefangener: Endlich sind die Baracken fertig. Es hat ja Wochen gedauert.

Hartmann: Nun, unsere Kameraden sterben in Massen. Die harte tägliche Fron der Gefangenschaft fordert täglich viele Opfer.

2.Gefangener: Vielleicht ist der Tod auch die beste Lösung. Der Hunger, der an unseren Leibern zehrt, kann ich kaum noch ertragen.

1.Gefangener: Und dabei unter schlechtesten Bedingungen zehn bis zwölf Stunden unter tage arbeiten um das Soll an Kohlen zu fördern. Es ist kein ende abzusehen.

Hartmann: Ich weiß auch nicht, wie wir aus dieser furchtbaren Lage herauskommen können. Flucht ist sinnlos, das haben die Versuche einiger Kameraden bewiesen.

2.Gefangener: Ja, sie sind alle gefasst worden und haben es nun doppelt schwer.

Sprecher: Als Hartmann eines Tages sinnend im Lager stand und in die Sonne schaute, die gerade hinter den schneebedeckten Bergen des Kaukasus versank, gingen drei russische Offiziere durch das Lager. Hartmann erkannte sofort, dass sie hier fremd waren und nicht zur ständigen Garnison und zur Militärverwaltung gehörten. Doch als er sich zu ihnen wandte, um die vorgeschriebene Ehrenbezeugung zu erweisen, stutzte er. Auch der älteste der drei Offiziere, ein Major, musterte ihn überrascht und trat auf ihn zu.

Major: Wie heißt du?

Hartmann: Hartmann.

Major: Hast du im November 1941 in Russland gekämpft?

Hartmann: Ja!

Major: Du warst in Jepiphan?

Hartmann: Ja wohl!

Major: Kennst du mich?

Hartmann: Wenn ich mich nicht sehr täusche, ja, Herr Major!

Major: Dann werden wir uns später noch sprechen. Auf Wiedersehen!

Sprecher: Am nächsten Morgen stellten sich die Kolonnen am Tor auf, um von dem Wachoffizier zur Arbeit ausgezählt zu werden.

Wachoffizier: Hartmann, zwölfte Brigade!

Hartmann: Hier!

Wachoffizier: Heute nicht mit ausrücken!

Hartmann: Ja wohl!

Wachoffizier: Gehen Sie zum Major! (Hartmann geht)

Major: Du bist also der Deutsche, der mich vor fünf Jahren bei Jepiphan verbunden und nicht wie einen Feind, sondern wie einen Menschen behandelt hat! Warum hast du mich damals nicht erschossen, wie deine Kameraden es wollten?

Hartmann: Weil ich es vor Gott und vor meinem Gewissen nicht tun konnte.

Major: So, so, dann bist du also Christ?

Hartmann: Ja wohl, ich bemühe mich, es zu sein!

Major: Ich werde nie vergessen, dass du über alles Trennende das Gebot der Menschlichkeit gestellt hast, Kamerad.

Sprecher: Nach einigen Wochen wurden die ersten Krankentransporte nach Deutschland zusammengestellt. Unter den Heimkehrern stand der Kriegsgefangene Hartmann. Seine Augen strahlten vor Freude und Dankbarkeit, hatte er doch aufs neue erfahren, dass Gott seine Kinder nicht verlässt.

Nicht jeder Gehorsam dem Worte Gottes gegenüber wird so sichtbar belohnt, wie in dieser wahren Begebenheit. Trotzdem lohnt es sich das Christ sein wirklich auszuleben. Diese Erfahrung wünschen wir Euch. Denn Jesus sagt in Matth.7,12 Was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten.

-ENDE-

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