Archive für die Kategorie 'Liebe'

Sep 23 2008

Ein Weihnachtsabend

Geschrieben von Christ under Liebe, Weihnachten

Ein Weihnachtsabend; ein christliches Anspiel zu Weihnachten oder zum Thema Liebe für 14 Personen

Erzähler: Rauschend fuhr der Wind durch die kalten Bäume. Hier und dort brach ein Zweig ab und trieb die trockenen Blätter, die den Boden bedeckten, vor sich her. Die Tannen standen glitzernd mit weißem Schnee geschmückt in der Dunkelheit. Im Försterhaus saß der Förster in seinem Lieblingssessel und schaute seiner Gattin zu, die gerade dabei war, den Weihnachtstisch herzurichten.

Mit ihrem nicht mehr jungen aber doch noch blühenden Gesicht, den blauen Augen und dem weißen Häubchen auf dem dunklen Haar, vermittelte sie eine Atmosphäre des Friedens und der Geborgenheit. Aus der Stille heraus richtete er plötzlich das Wort an sie.

Förster: Hab ich dir je gesagt, Malwine, dass keiner außer dir es so gut versteht, das Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem zu machen?
Wenn ich dir so zusehe, habe ich das Gefühl ein kleiner Junge zu sein, der die Geschenke gar nicht abwarten kann. Kannst du dir vorstellen, dass ich mich mit meinen sechzig Jahren immer noch wie ein Kind auf Weihnachten freue?
Ich glaube, wenn du nicht wärest, dann wäre das nicht so. Du denkst immer Tag und Nacht darüber nach, wie du mich überraschen kannst. Jetzt bin ich schon wieder unwahrscheinlich neugierig, was du dir diesmal für mich Neues ausgedacht hast.

Frau: Ach Gerhard, erwarte nur nicht zu viel, sonst ist die Enttäuschung nachher umso größer.

Förster: Du hast mich noch nie enttäuscht, Malwine. Das wirst du auch sicher diesmal nicht. Ach, warum vergeht die Zeit nur so langsam. Wenn Bruno mit dem Sieben-Uhr-Zug kommt, müsste er jetzt gerade aussteigen. Findest du es nicht auch eigenartig, dass er so lange nicht geschrieben hat?

Frau: Du weißt doch, dass er noch nie ein eifriger Briefschreiber war. Trotzdem werde ich auch langsam ungeduldig… Wenn er doch nur schon hier wäre…

Förster: Ich kann es kaum erwarten, das wir zusammen unter dem Weihnachtsbaum stehen. Das sind dann immer ganz gesegnete Augenblicke. Ich meine dann manchmal, im Himmel und nicht auf Erden zu sein.

Frau: Aber das allerschönste ist doch immer, wenn wir zusammen zum Gottesdienst gehen, der Weihnachtsbotschaft lauschen und daran denken, was der Herr Jesus für mich getan hat, als er seinen Vater verlassen hat und als Mensch zu uns auf die Erde kam.

Förster: Sicher, du hast recht. Das ist der einzige Grund unserer Freude. Wenn Jesus das nicht getan hätte und unsere Sünden nicht vergeben hätte, wären wir auf ewig verloren. So aber können wir uns auf ein ewiges Leben bei unserem Herrn freuen.

Elsa: Entschuldigungen sie die Störung, aber der Andrej steht hier draußen. Er möchte mit dem Förster sprechen.

1 Erzähler: Mit diesen Worten ließ die Magd einen jungen Mann in zerrissenen Kleidern herein. Aus dem bleichen Gesicht, das von einem struppigen Bart umrahmt war, blickten zwei dunkle Augen. Hilflos und flehend sah er sich um, senkte dann aber seine Augen zu Boden, weil er dem durchdringenden Blick des Försters nicht standhalten konnte.

Förster: Nun, Andrej, was willst du von mir?

Andrej: Ach, Herr Förster, ich bin nun endlich entlassen, aber ich kann keine Arbeitsstelle mehr bekommen. Keiner ist bereit mich einzustellen und da … Sie waren immer so gut zu mir und da dachte ich, sie würden es vielleicht noch mal mit mir versuchen.

Förster: Aber sag mal, was denkst du dir eigentlich? Glaubst du wirklich ich würde einen entlassenen Sträfling wieder in meinen Dienst nehmen? Wenn auch nur noch ein Funken Anstand und Scham in dir wäre, so hättest du es nicht gewagt meine Schwelle zu betreten!

Andrej: Sie haben das Recht so über mich zu sprechen… aber im Gefängnis habe ich den Herrn Jesus kennengelernt. Mit seiner Hilfe habe ich mir fest vorgenommen ein neues Leben zu beginnen. Ich wäre auch sicher nicht zu ihnen gekommen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass auch sie den Heiland kennen und lieben.

Förster: So, du willst also ein neues Leben beginnen? Das freut mich natürlich, aber du kannst nicht von mir erwarten, dass ich dich wieder aufnehme. Du musst dir schon eine andere Beschäftigung suchen.

Andrej: Wollen sie mich wirklich abweisen? Was soll ich denn dann machen? Was soll aus mir werden?

Förster: Das hättest du dir vorher überlegen können.

Andrej: Dann geh ich wieder. Frohe Weihnachten!

Elsa: So, den sind wir los. Das hat er auch verdient. Meine Herrschaft ist ja sonst für alle Armen und Kranken da, aber diesen Verbrecher wieder aufnehmen? … Nein das wäre dann doch zu viel verlangt. Was sollen dann auch die Leute von uns denken?

Frau: Gerhard!? Wie konntest du nur so etwas tun?

Förster: Was hätte ich denn tun sollen, Malwine?

Frau: Du hättest anders handeln können… Du hättest ihn wieder aufnehmen sollen. Denk doch daran, was der Herr Jesus für uns getan hat. Es ist fast so, als ob er selbst vor einem steht und sagt: “Für dich gelitten, für dich gestorben, für dich tat ich das alles und was hast du für mich getan?“
Dann wünsche ich mir nichts mehr, als auch etwas für Ihn tun zu können. Gerhard, glaub mir, wir können unsere Dankbarkeit nicht besser beweisen, als wenn wir gerade denen Gutes tun, die auch den Herrn Jesus im Herzen haben, besonders in solchen Notsituationen.
Denn was wir den Ärmsten tun, ist genauso, als hätten wir es Ihm getan.

Förster: Ich bitte dich, verschone mich mit deinen Schwärmereien. Du würdest im ganzen Dorf keinen finden, der einen untreuen Gehilfen wieder in seinen Dienst nehmen würde.

Frau: Aber ein Christ sollte es trotzdem tun.

Förster: Nein, auch ein Christ nicht. Das ist doch alles Theorie. Schau mal, ich bin sicher, das wir so viel Gutes tun wie nur irgendwie in unseren Kräften steht, aber was zu viel ist, ist zu viel. Kann ich denn sicher sein, das der Andrej sich ernsthaft bessern will? Stell dir nur vor, er würde bald wieder rückfällig werden… das Risiko gehe ich nicht ein. Und außerdem ist es nicht meine Angelegenheit, mich um ihn zu kümmern.

Frau: Also, wirklich Gerhard, du…

Förster: Schweig, ich will kein Wort mehr hören, oder willst du mir noch die ganze Weihnachtsfreude nehmen?

Frau: Nein, das will ich natürlich nicht. Ich wollte doch nur, dass wir das Weihnachtsfest richtig genießen können. Aber können wir das denn, nachdem wir den Andrej so abgewiesen haben?

Förster: Hör auf, das Thema ist für mich erledigt!

2 Erzähler: Nachdem Andrej eine kurze Strecke des Weges zurückgelegt hatte schienen seine Füße ihn nicht mehr tragen zu wollen. Er lehnte an einen Baumstamm und schloss völlig erschöpft seine Augen. Es war wohl eine momentane Schwäche, die ihn überwältigte, und er machte auch keinen Versuch dagegen anzukämpfen. Wozu auch? Was half es, wenn er sich aufraffte und weiterschleppte – er wusste ja nicht einmal wohin. Wer würde ihn aufnehmen oder ihm Arbeit geben? Würde er nicht überall abgewiesen werden? War er nicht ein Verachteter, mit dem kein Mensch etwas zu tun haben wollte? Sie hatten ja auch allen Grund, ihm zu misstrauen. Das Vertrauen, das man in ihn gesetzt hatte er völlig missgebraucht.

Als er im Dienst des Försters stand, hat er es wirklich gut gehabt. Aber er geriet auf Abwege und das ging so weit, das man ihn eines Tages ins Gefängnis steckte. Zuerst war er wütend auf die Gesellschaft und meinte sich im Recht, doch nach und nach kam er dann doch zu der Einsicht, dass er eigentlich nichts anders verdient hatte. Ja, es kam sogar so weit, dass er dort in der Zelle unter Tränen erkannte, eigentlich gegen Gott gehandelt zu haben. Als er der Verzweiflung nahe war, erzählte ihm der Gefängniswächter von dem, der für die Sünden der Menschen gestorben ist. An diese Hoffnung klammerte er sich wie ein Ertrinkender und fand dann endlich bei Jesus Vergebung und inneren Frieden. Das war nun noch gar nicht so lange her. Nun hatte er seine Strafe abgebüßt und es war an der Zeit, sich eine Beschäftigung zu suchen. Zuversichtlich verließ er an jenem Morgen das Gefängnis und begann nach Arbeit zu suchen. Aber immer bekam er dieselbe Antwort. Entmutigt fasste er dann eines Nachts den Entschluss sich bittend an seinen früheren Herrn zu wenden. Nun war auch dieser Gang vergeblich gewesen.

Was sollte nun werden? Es dämmerte schon und vom Dorf tönten die Glocken herüber, die das Weihnachtsfest ankündigten.

Andrej: Ich habe kein Geld, um mir eine Unterkunft für die Nacht zu besorgen, geschweige denn für etwas zu Essen, damit ich nach den Feiertagen mit neuer Kraft versuchen kann Arbeit zu finden. Was wird nur, wenn ich wieder keine finde? Werde ich nicht wieder in mein altes Leben zurückkehren? Wozu eigentlich die quälenden Sorgen um mein weiteres Leben? … Ich könnte meinem Leben ja ein Ende machen… dann wäre endlich alles vorbei.

2 Erzähler: Als habe ihn einer einen Schlag ins Gesicht gegeben, hörte er es plötzlich wie eine Stimme, die ihm zurief

Stimme: Ist das sie Besserung, die du deinem Heiland und dir selbst versprochen hast? Jesus wird dir helfen, vertraue doch auf Ihn. Sei getrost. Er gibt dir nur so viele Lasten, wie du tragen kannst. Er hat dir deine Schuld vergeben und dir ewiges Leben geschenkt!

3 Erzähler: Und wie damals, als er zum ersten Mal die ganze Größe seiner Schuld erkannte, verbarg er auch jetzt sein Gesicht in den Händen und heiße Tränen rollten zwischen seinen bebenden Fingern hervor.

Stimme: So hat nun niemand ein Recht, jene zu verdammen, die in Christo Jesu sind.

3 Erzähler: So flüsterte es, als käme es aus den Tannen … oder riefen es ihm die Glocken zu, die aus dem Dorf an sein Ohr drangen? Es waren Weihnachtsklänge, die er hörte und in sein Herz drangen.

Stimme: Der Heiland ist geboren, gerade für dich, der du um deine Sünden weinst.

3 Erzähler: Da richtete Andrej sich auf und betete:

Andrej: Jesus, an dich will ich mich halten und wenn es noch so dunkel um mich ist. Wenn Du nur bei mir bist, dann habe ich den besten Freund, den man nur haben kann.

3 Erzähler: Nun machte er Anstalten, weiter zu gehen. Doch er kam nur einige Schritte weit. Dann sank er kraftlos vor Erschöpfung der durchstandenen Kämpfe zusammen um erneut bitterlich zu weinen.

Der Förster hatte zu dieser Zeit den Vorfall mit Andrej schon längst vergessen. Das baldige Wiedersehen mit seinem Sohn nahm all seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Bruno war der ganze Stolz seiner Eltern. Er arbeitete als Bauführer in einer entfernten Stadt, doch zum Weihnachtsfest hatte er es sich noch nie nehmen lassen nach Hause zu fahren. So war er auch diesmal auf dem Weg zu seinen Eltern.

Im Försterhaus war die Mutter dabei, den Tisch zu decken, während ihr Gatte ungeduldig im Zimmer auf und ab wanderte, immer wieder auf die Uhr sah und dann und wann durchs Fenster auf die dunkle Straße blickte. Plötzlich bellten die Hunde und gleichzeitig hörte man, wie ein Wagen vor dem Hause hielt.

Förster: Er kommt! Aber warum kommt er denn mit dem Auto? Er geht doch sonst immer zu Fuß vom Dorf hier her. Hoffentlich ihm nichts passiert.

Frau: Nun geh schon hinaus und sieh nach.
Bruno, das du endlich da bist? Aber was ist geschehen, bist du krank?

Bruno: Ja, ich freue mich auch, dass ich endlich da bin. Aber keine Sorge, Mutter, ich war zwar schwer krank, aber jetzt bin ich wieder gesund. Ich bin nur noch etwas schwach.

Förster: Erzähl doch nichts, Bruno. Warum ist denn dein Arm in der Schlinge? Und was bedeutet das Pflaster auf deiner Stirn? Du warst doch nicht nur krank, da steckt doch etwas anderes hinter.

Bruno: Ich bin gefallen, Vater. Aber erst muss ich mich mal ausruhen und dann erzähle ich euch alles.

4 Erzähler: Er setzte sich an den Tisch und während die Mutter sich um sein Wohl bemühte, versuchte der Vater aus den Zügen seines Sohnes eine Antwort auf seine Fragen zu lesen.

Bruno: So, jetzt geht es mir besser. Wenn ich nur wüsste, wo ich anfangen soll zu erzählen. Es ist so viel, was ich erlebt habe.

Frau: Warum hast du uns nichts geschrieben?

Bruno: Zuerst konnte ich nicht und später wollte ich euch nicht unnötig beunruhigen.

Frau: Aber ich wäre doch sofort zu dir gekommen und hätte dich gepflegt.

Bruno: Ach Mutter, ich bin so gut gepflegt worden, wie du es auch nicht hättest besser gekonnt.

Frau: Wieso, warst du denn im Krankenhaus?

Bruno: Nein, aber ich glaube, ich werde mal von vorne beginnen zu erzählen.
Also, vor einiger Zeit habe ich den Auftrag bekommen, eine baufällige Rückseite einer Villa vor der Stadt abzureißen und wieder aufzubauen, wenn man sie nicht anders ausbessern hätte können. Um das festzustellen, ging ich auf den Balkon, der sich auf der fraglichen Seite des Hauses befand. Kaum hatte ich ihn betrete, fiel die ganze Mauer zusammen. Ehe ich überhaupt begriff, was geschehen war, lag ich schon unten. Ich verspürte einen heftigen Schmerz am Arm und aus einer Wunde am Kopf blutete es stark. Wie aus weiter Ferne hörte ich Stimmen vom Besitzer des Hauses.

Hausbesitzer: Ach du liebe Zeit, dass das passieren musste. Ist er verletzt? Was sollen wir nun mit ihm machen? Wo lassen wir ihn? Irgendwo müssen wir ihn ja hinbringen. Aber in mein Haus kommt er nicht, so blutig und schmutzig wie er ist.

Nachbar: Ich glaube, wir sollten einen Arzt rufen.

Frau des Nachbarn: Ja, der soll ihn ins Krankenhaus bringen, das gehört er auch hin. Wir können jetzt sowieso nicht viel helfen.

Nachbar: Aber ich fürchte, er würde den Transport nicht ertragen.

Bruno: Und so lag ich da, hörte das Gespräch und konnte mich selbst aber nicht äußern. Plötzlich rief dann eine Stimme: „Bringt ihn in mein Haus“

Förster: Das war wohl ein Freund von dir?

Bruno: Nein, das war ein ganz unbekannter Mann. Was dann weiter geschehen ist, weiß ich nicht mehr. Ich verlor das Bewusstsein und als ich wieder aufwachte, lag ich in einem fremden Bett. Neben mir stand eine alte Frau mit einem genauso lieben Gesicht, wie deins, Mutter. Dann kam auch ein alter Mann herein. Er war auch sehr freundlich und sagte: „Gott sei Dank, jetzt ist das Schlimmste überstanden.“ Sein Gesicht strahlte vor Freude.

Dann fragte ich, wo ich sei und wer sie wären und warum sie mich so aufgenommen hätten, das könne ich ihnen nie wieder gut machen.

Daraufhin sagte mir der Mann ich sollte mich nicht aufregen. Er setzte sich an mein Bett und erzählte mir, dass sie Leute seien, die die Liebe Gottes an sich selbst erfahren hätten und nun auch etwas für ihren Herrn tun wollen. Jetzt hätten sie Gelegenheit dazu gehabt, indem sie mir helfen würden, wie es nur in ihren Kräften stand. So sah ich dann täglich, wie diese lieben Leute für Gott leben. Sie haben so für mich gesorgt als wäre ich ihr eigener Sohn.

Förster: Erstaunlich, wenn man bedenkt, das diese Leute dich ja gar nicht gekannt haben. Sie wussten ja nicht, ob du es verdient hast, so umsorgt zu werden.

Bruno: Danach haben sie gar nicht gefragt. Sie taten es für den Herrn, so sehr liebten sie Ihn.

4 Erzähler: Es war auf einmal ganz still im Zimmer geworden. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach. In Mutter und Sohn breitete sich ein heißes Gefühl der Dankbarkeit aus, doch der Vater spürte gleichzeitig Beschämung und Reue. Hätte er wohl einen Fremden auch so aufgenommen und gepflegt, wie dieses Ehepaar es getan hatte? Hatte er überhaupt schon jemals daran gedacht, den Herrn auch durch die Tat lieben und nicht nur mit Worten. Natürlich tat er ab und zu Gutes an Bedürftigen, aber was war das schon? Sobald er sich persönlich einschränken musste, zog er sich zurück. Er hatte den Herrn nie genauso wiedergeliebt wie er geliebt wurde.
Dann sah der Förster Andrej vor seinen Augen. Er erinnerte sich an dessen flehentlichen Blick und seine bescheidene Bitte. Wie hat er sie nur so abschlagen können und das auch noch gerade heute, wo Gott ihm die ganze Fülle seiner Liebe hat erfahren lassen. Es war so, als stünde nun Jesus selbst vor ihm und fragte: „Konntest du wirklich an einem Armen so grausam handeln, obwohl ich für ihn genauso in die Welt gekommen bin und seine Schuld vergeben habe? Was bist du Besseres als er? Musstest du dich seiner nicht schon um meinetwillen annehmen?

4 Erzähler: Dann sagte Bruno in die Stille hinein

Bruno: Wollen wir nicht jetzt den Baum schmücken?

Förster: Ihr müsst mich entschuldigen, aber ich habe erst noch etwas anderes zu erledigen.

4 Erzähler: In den Augen der Mutter leuchtete es verständnisvoll auf und dann steckte sie langsam die ersten Kerzen an. Als sie damit fertig war, kehrte der Förster zurück in Begleitung seines früheren Gehilfen Andrej. Er hatte ihn erst im Dorf vermutet und wollte ihn dort suchen, aber dann fand er ihn schon am Eingang des Waldes. Mit wenig Mühe gelang es ihm, den Schlafenden zu wecken und mit sich nach Hause zu führen.

Förster: Ich bringe noch einen Gast mit. Nun können wir Weihnachten feiern. Wir wollen nicht nur mit Worten danken, sondern auch mit der Tat.

4 Erzähler: Zwar haben Försters schon oft das Weihnachtsfest glücklich gefeiert, aber so glücklich wie diesmal sind sie noch nie gewesen.

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Mrz 17 2008

Feindesliebe eines Schwarzen

Geschrieben von Christ under Hochzeit, Liebe

Feindesliebe eines Schwarzen, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe und zur Hochzeit für 3 Personen

Sprecher: Tag für Tag müssen sie schwer arbeiten. In der sengenden Sonne von früh bis spät wird geerntet. Und das nicht um den Lebensunterhalt zu verdienen und eine Familie zu versorgen. Nein! Ihrer Heimat entrissen, fern von ihren Angehörigen müssen sie hier Sklavenarbeit verrichten. Wenn man sie näher anschaut, wird man in manchen Geschichten die verzweifelte Ausweglosigkeit der Situation lesen können.
Doch es gibt auch Ausnahmen unter ihnen. Zu diesen gehört auch Jim. Irgendwo unterwegs von Afrika nach Westindien hat er die frohe Botschaft des Evangeliums gehört und sie dann mir Freuden aufgenommen. Sein Vertrauen zu Gottes unerschütterlicher Treue lässt ihn fest und getrost seinen Weg gehen. Durch seinen wahrhaft christlichen Lebenswandel hat er das Vertrauen seines irdischen Herrn gewonnen.

Herr: Jim, heute wirst du mit mir auf den Markt gehen.

Jim: Ja, Massa.

Sprecher: Gemeinsam legen der Sklave und sein Herr die Wegstrecke bis zum Markt zurück. Auf dem Markt wimmelt es nur so von Käufern und Verkäufern. Jeder versucht, seine Ware für einen besonders guten Preis loszuwerden. Hier bekommt Jim eine Aufgabe.

Herr: Ich brauche neue Arbeiter und weil du die Arbeit hier gut kennst, sollst du solche aussuchen die am besten dafür geeignet sind.

Jim: Ja, Massa.

Sprecher: Gewissenhaft erfüllt Jim die Aufgabe seines Herrn, als er unter den Feilgebotenen in einem Winkel einen alten Greis erblickt.

Jim: Massa, den musst du auch noch nehmen.

Herr: Warum?

Jim: O Massa, bitte nimm ihn.

Herr: Aber der kann doch gar nicht mehr arbeiten und außerdem haben wir schon genug.

Jim: Trotzdem Massa, nimm ihn.

Herr: Gut, wenn du unbedingt willst. (zum Sklaven) Komm mit!

Sprecher: Sie gehen heim. Bald darauf wird der alte Sklave krank. Jim pflegt ihn mit großer Sorgfalt und mit kindlicher Liebe bringt er ihm Essen und Trinken an sein Krankenlager. Dieses entgeht der Aufmerksamkeit seines Herrn nicht.

Herr: Jim!

Jim: Hier bin ich!

Herr: Sag mal, woher kommt es, dass du diesem alten Mann gegenüber so gut bist? Ist er etwa dein Vater?

Jim: Nein, Massa! Er ist nicht mein Vater.

Herr: Oder ist er sonst irgendwie mit dir verwandt?

Jim: Nein Massa, er ist auch nicht mit mir verwandt.

Herr: Dann ist er halt dein Freund.

Jim: Nein Massa, er ist auch nicht mein Freund.

Herr: Was ist er denn?

Jim: Massa, er ist mein Feind; dieser Mann war es, der mich, als ich noch ein kleines Kind war, bei meinem Vater und meiner Mutter geraubt und mich als Sklave verkauft hat. Ich habe aber im Wort Gottes gelesen:
“So deinem Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn!”
(Römer 12, 20)

Sprecher: Liebes Brautpaar! Wie dieses Bibelwort aus dem Römerbrief eine klare Auswirkung im Leben dieses gläubigen Sklaven gehabt hat, wünschen wir euch, dass auch ihr die Aufforderungen der Bibel für euch persönlich erkennt und befolgt.

-ENDE-

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Sep 03 2007

Das schönste Geschenk

Geschrieben von admin under Hochzeit, Liebe

Das schönste Geschenk, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit und Liebe für neun Personen.

Autor:  In China, auf einem Bauernhof lebte ein alter Chinese, der drei Söhne hatte. Der älteste Sohn war sehr klug; ihm fiel das Lernen sehr leicht. Eines Tages kam er zum Vater und verkündete ihm:

Chang:  Vater, ich will nach Schanghai studieren gehen, um später ein Geschäftsmann zu werden.

Vater:  Ich freue mich, mein Sohn, daß du dich entschlossen hast weiter zu lernen und ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Studieren.

Ching:  (kommt dazu) Vater, auch ich möchte den Hof verlassen. Ich gehe nach Nanking. Du weißt ja, ich interessiere mich für den politischen Aufbau unseres Lande. Ich möchte Regierungsbeamter werden.

Vater:  Auch dir, mein Sohn, wünsche ich alles Gute in deiner Ausbildung. Denkt an mich, wenn ihr in der Ferne seid. Ich hoffe ihr besucht mich auch zwischendurch.

Chang:  Aber ja, Vater. Wir besuchen dich ganz bestimmt.

Autor:  Die beiden ältesten Söhne verließen nicht lange danach das Vaterhaus. Nun blieb der Vater mit dem jüngsten Sohn allein. Dieser wuchs heran. Er war ein großer und starker Mann. Eines Tages kam auch er zum Vater und legte ihm seinen Wunsch dar:

Chung:  Vater, mir gefällt die Arbeit auf dem Bauernhof. Gib mir ein Stück Land, damit ich es bearbeite, und so mein Brot verdiene.

Vater:  Ja, mein Sohn, ich will dir deinen Wunsch erfüllen. Das Land, das ich dir geben will, liegt zwar etwas weit entfernt von hier, aber es ist ein sehr schönes Stück.

Autor:  Nun, waren alle Söhne außer Haus, und der Vater sah sie nur noch sehr selten denn der Weg zu ihnen war weit. Er sehnte sich sehr nach ihnen.

(Musikstück)

Autor:  Einige Jahre später, kurz vor dem achtzigsten Geburtstag des alten Vaters sprachen zwei seiner Freunde miteinander:

Freund1:  Laß uns zu seinem achtzigsten Geburtstag ein besonderes Fest vorbereiten, das er nicht so schnell vergessen wird.

Freund2:  Seine Söhne müssen unbedingt dabei sein, denn er hat sie schon lange nicht gesehen.

Freund1:  Du hast recht! Das wird sicher eine große Freude für ihn, wenn er die Liebe seiner Söhne sieht, in dem sie ihrem Vater zum Geburtstag gratulieren.

(Musikstück)

Vater:  Endlich ist der Tag gekommen. Heute werde ich meine Söhne sehen. Sie haben fest zugesagt zu meinem achtzigsten Geburtstag zu erscheinen. —– Aber nun warte ich schon fast eine Stunde lang, und niemand ist zu sehen. —– Doch da! Eine Sänfte! Ob es wohl mein ältester Sohn ist? —– (zur Schwiegertochter) Bist du allein? Wo ist mein Sohn?

Schwiegertochter1:  Dein Sohn hat viel im Geschäft zu tun. Er kann dort einfach nicht weg. Aber mach dir nichts daraus. Er hat für dich ein neues Haus in der Stadt gebaut, bald sollst du dort einziehen.

Vater:  (traurig) Das ist aber nett von ihm. Geh schon mal ins Haus! Ich will hier auf meine anderen Söhne warten. (sie geht)
(zu sich) Da, eine andere Sänfte. Ich wußte doch, daß mein Sohn sein Wort hält. Aber nein es ist ja auch nur seine Frau. (zu Schwiegertochter2) Wo ist mein Sohn?

Schwiegertochter2:  Dein Sohn ist in seinem Amt beschäftigt und kann nicht kommen, aber er hat ein kostbares Geschenk für dich gekauft: ein ganz neues Auto mit einem Chauffeur, der dich herumfahren kann.

Vater:  Das, - das ist aber nett. Geh ins Haus! Ich kann nur noch hoffen, daß mein jüngster Sohn mich nicht enttäuscht.

Autor:  Kurze Zeit später sah er wie sich in der Ferne eine Person näherte. Er erkannte bald seinen jüngsten Sohn in seiner einfachen chinesischen Bauerntracht. Ihm folgte seine ganze Familie. Der Vater war so glücklich, daß er ihnen zur Begrüßung entgegeneilte. Der Sohn verneigte sich vor seinem Vater und sagte:

Chung:  Vater, es tut mir leid, daß wir so spät gekommen sind, und auch , daß wir kein Geschenk mitbringen konnten. Die Ernte war so schlecht in diesem Jahr, aber wir wollen dich doch gerne wiedersehen und dir sagen, wie lieb wir dich haben.

Vater:  Wenn du kommst und mir sagst, daß du mich liebst, dann bringst du mir das schönste Geschenk von allen.

Autor:  Liebes Brautpaar, kein Geschenk drückt so viel Liebe aus, wie ein liebes Wort zur rechten Zeit. Vergeßt niemals eure Eltern, die stets auf euch warten. Wenn ihr sie besucht und ihnen sagt, wie lieb ihr sie doch habt, wird dieses Wort ihnen viele teure Geschenke ersetzen.

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Aug 22 2007

Allein entscheiden?

Geschrieben von admin under Hochzeit, Liebe

Sprecher:  Jochen und Bettina hatten eine größere Wohnung bekommen. Die Einrichtung war ziemlich komplett, nur im Eßzimmer fehlte noch der Glasschrank.

Verkäufer:  Nun, ich kann noch eine Vitrine anbieten. Sie ist allerdings etwas größer als die Sie zuvor gesehen haben.

Jochen:  Die gefällt mir. Bettina, ist die nicht schön?!

Bettina:  Ja, aber die ist zu…

Jochen:  (wendet sich an den Verkäufer, unterbricht Bettina) Sagen Sie, was kostet diese Vitrine?

Verkäufer:  Sie kostet 499,-€.

Jochen:  Ich denke, wir nehmen diese. Sie sagt mir mehr zu.

Bettina:  Aber Jochen, die paßt doch gar nicht…

Jochen:  Was meinst du, die paßt nicht? Die Wand ist doch 3,40 m breit. Das reicht für dieses Möbelstück. (wendet sich an den Verkäufer) Wann können wir die Vitrine abholen oder haben Sie noch welche auf dem Lager.

Verkäufer:  Moment mal. Da müßte ich einmal nachsehen. (geht)

Bettina:  Aber diese paßt nicht zu unserer Einrichtung. Eine schwarze Vitrine im Eßzimmer, wo sonst alles andere Möbel "Eiche hell" ist! Die andere paßt besser zu unserem Stil.

Jochen:  Die war doch kleiner. Hier kannst du viel mehr unterbringen.

Bettina:  Die andere kostete nur 300 €. Wir müssen doch auch an unseren Geldbeutel denken.

Verkäufer:  (kommt wieder) Wir haben noch eine im Lager.

Jochen:  Gut. Vielen Dank für Ihre Beratung.

Sprecher:  Das junge Ehepaar verließ das Möbelhaus. Bettina überlegte, wie sie Jochen überzeugen konnte, daß die zuletzt gesehene Vitrine nicht so gut war. Jochen dagegen plante schon den nächsten Urlaub. Während er über verschiedene Reiseziele erzählte, merkte er nicht, wie wortkarg Bettina auf dem Heimweg war.

-Musik-

Bettina:  Jochen ist immer noch nicht da. Ich warte schon seit einer Stunde auf ihn. Er sagt mir doch sonst immer, wenn er Überstunden machen muß. Das Essen wird schon kalt. Dann lohnt es sich nicht mehr zu dem Möbelmarkt zu fahren.

Jochen:  (kommt eilig heran) Hallo Bettina! Na, du wartest sicher schon lange auf mich. Ich muß im Eßzimmer etwas Platz machen, damit ich die Vitrine aufstellen kann.

Bettina:  Was? Die Vitrine?

Jochen:  Da staunst du, nicht wahr? Ja, ich bin sofort nach der Arbeit zum Möbelhaus gefahren und habe die schwarze Vitrine gekauft, die uns gestern so gut gefiel.

Bettina:  Du meinst, die dir gut gefiel.

Jochen:  Ja, schau mal. Hier ist Platz genug. Jetzt kannst du endlich all dein Geschirr unterbringen. Das hast du dir doch schon lange gewünscht.

Sprecher:  Bettina war enttäuscht, aber sie wollte Jochens Freude nicht verderben und schwieg. Auch das Abendessen verlief recht schweigsam. Anschließend ging Bettina zur Chorprobe, während Jochen die Vitrine aufbaute. Er hatte gerade seine Arbeit beendet, als es klingelte. Sein Freund Helmut stand vor der Tür.

Jochen:  Hallo, Helmut, schön, daß du kommst.

Helmut:  Hallo, ich habe dich schon lange nicht gesehen und da Ellen heute Spätschicht hat, wollte ich mal bei dir hereinschauen. Du scheinst aber beschäftigt zu sein?

Jochen:  Nun, ich bin gerade mit der Arbeit fertig. Unsere neue Vitrine steht.

Helmut:  Nicht schlecht. Sie fällt richtig auf.

Jochen:  Vor allem kann man eine Menge Geschirr unterbringen. Das hat sich Bettina immer gewünscht. Aber..

Helmut:  Was aber?

Jochen:  Ich glaube, ihr gefällt dieser Glasschrank gar nicht.

Helmut:  Wie, habt ihr ihn nicht zusammen ausgesucht?

Jochen:  Sagen wir mal, sie war dabei, aber ich habe ihn gekauft. Ich wollte sie damit überraschen. Ich dachte, wenn sie erst einmal zu Hause steht, wird diese Vitrine ihr schon gefallen.

Helmut:  Und? Wie hat sie reagiert?

Jochen:  Sie war überrascht, doch sagte sie nichts.

Helmut:  Ich glaube, du hast etwas zu voreilig gehandelt.

Jochen:  Vielleicht.

Helmut:  Weißt du, in letzter Zeit beschäftige ich mich mit dem Philipperbrief. Kapitel 2,2 u. 3 ist mir gerade in Bezug auf unsere Ehe wichtig geworden. Wir können es ja jetzt lesen.

Jochen:  Ja, gerne. (schlägt die Bibel auf, liest) "So macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst."

Helmut:  Besonders der letzte Teil sprach mich an: achte einer den andern höher als sich selbst. Ich überlegte, wie ich Ellen meine Achtung zeigen kann. Dabei fiel mir auf, daß ich für Ellen zu wenig Zeit hatte, weil ich mich zu sehr mit meinen Hobbys beschäftigte.

Jochen:  Hm, so habe ich es noch nicht gesehen. Es stimmt. Ich wollte, daß Bettina mich beim Aussuchen begleitete. Aber die Entscheidung habe ich alleine getroffen, weil ich meinte, es besser beurteilen zu können. Ich wollte ihre Zustimmung. In den Worten dieses Verses gesprochen, habe ich meine Ehre gesucht. Hätte ich sie höher geachtet als mich, hätte ich sie mitreden lassen.

Helmut:  O, Jochen, es ist schon spät. Ich muß Ellen von der Arbeit abholen. Auf Wiedersehen!

Jochen:  Auf Wiedersehen! (Helmut geht) Bettina muß ja auch gleich von der Chorprobe kommen. Ich möchte die Sache noch heute Abend regeln.

Bettina:  (kommt dazu) Hallo, Jochen. O, die Vitrine steht schon. Du hast gute Arbeit geleistet.

Jochen:  Bettina, es tut mir leid, daß ich so eigenmächtig gehandelt habe. Ich hätte mit dem Kauf warten und mit dir darüber sprechen müssen. Statt dessen habe ich dich enttäuscht. Kannst du es mir verzeihen?

Bettina:  Gerne vergebe ich dir. Weißt du, ich habe während der Probe überlegen müssen, weshalb es bei uns zu solchen Situationen kommt. Ich denke, es liegt daran, weil wir Gott nicht in unsere Entscheidungen mit einbeziehen

Jochen:  Du hast recht. Wenn wir beide nach Gottes Willen trachten, fällt es sicherlich leichter eines Sinnes zu sein.

(richtet sich an das Brautpaar mit einem Wunsch im Sinne des Anspiels)

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