Archive für die Kategorie 'Liebe'

Dez 11 2009

Aufopferungswillige Liebe

Geschrieben von Christ under Liebe

Aufopferungswillige Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 8 Personen

Sprecher: In Italien lebten zwei Freunde. Der eine hieß Niros. Er war der Bruder des großen Dionysios. Sie waren in allen Situationen ihres Lebens einfach unzertrennlich. Den tiefen Sinn des Wortes ,,Freundschaft” hatten sie beide begriffen.
Eines Tages hörte der Herrscher Dionysios, dass das Volk behauptete, er sei ein grausamer und fürchterlicher Gebieter, während sein Bruder, Niros, immer freundlich zu jedem sei. Dieser sei immer so barmherzig und sanftmütig. Er sei zwar nicht reich wie Dionysios, doch hätte er viele bereichern können. Dionysios wurde zornig. Er hatte sich bis jetzt für keinen einzigen Menschen richtig erwärmen können. Viele schickte er in die Verbannung und in Gefängnisse. Dies wollte er auch mit seinem Bruder tun.

Dionysios: So eine Frechheit! Das soll er mir büßen. Er soll noch sehen, wer der Stärkere ist. (zu Giovanni) Giovanni, teile meinem Bruder umgehend mit, dass er sofort bei mir zu erscheinen hat.

Giovanni: Zu ihren Diensten, Majestät (geht zu Niros) Ich sollte ihnen von meinem Herrn, dem Herrscher Dionysios, ausrichten, dass er sie sofort sprechen möchte. Sie sollen sofort kommen.

Niros: Was hat er nur? Er verlangt mich doch sonst nicht. Es wird ihm doch hoffentlich nichts passiert sein! (geht zu Dionysios) Hier bin ich. Was wolltest du von mir?

Dionysios: Du zerstörst meine Macht. Du sollst sterben.

Niros: Ich zerstöre deine Macht nicht. Du bist in der letzten Zeit einfach unmöglich. Mit deiner Grobheit und deiner Herzlosigkeit schaffst du dir selbst deine Feinde unter dem Volk. Nein, ich habe den Menschen nie etwas über deine grausame Methode berichtet. Sie selbst haben Verstand genug, das Licht von der Dunkelheit zu unterscheiden und verurteilen deine Handlungsweisen.
Aber nun, Dionysios, muss ich dir noch etwas sagen: Denk an Mutter. Sie ist arm, alt und verlassen. Wenn ich mich nicht immer um sie kümmern würde, wäre sie schon vor Hunger gestorben. Siehst du, die eigene Mutter interessiert dich nicht.

Dionysios: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit. Nur einen Wunsch hätte ich vorher noch, den erfülle mir bitte: Gib mir drei Tage Zeit, damit ich mich von meiner Mutter und meinem Freund verabschieden kann.

Dionysios: Wie kann ich sicher gehen, dass du in drei Tage wiederkommst, wenn ich dich jetzt freilasse? Du sollst dem nicht entrinnen, was du verdient hast!

Niros: Ich werde kommen. Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, da kann ich nicht anders als mein Versprechen einlösen. Mich soll kein Wetter, weder Sturm noch Schnee oder sonst etwas anderes davon abhalten, zurückkommen.

Dionysios: Dies reicht mir nicht. Du musst mir irgendein wertvolles Pfand, einen Bürgen, geben, damit ich dir glauben kann.

Niros: Also gut, ich lasse dir ein teures Pfand, meinen teuren Freund.

Dionysios: Gut, damit bin ich einverstanden. Nun geh! Bist du nicht rechtzeitig da, so wird dein Freund deine Strafe erhalten.

Sprecher: Dionysios wusste, dass die Beiden unzertrennlich waren und dass sie selbst schwierige Situationen mit einem fröhlichen Gesicht bewältigt hatten.
Also wurde Niros Freund in das Gefängnis des Palastes eingeschlossen. Niros aber begab sich auf den Weg zu seiner Mutter. Endlich, nach vielen Anstrengungen, die ihm die italischen Steppen, Kanäle und Wälder bereiteten, erreichte er das Dorf. Die Mutter war hoch erfreut, ihren geliebten Sohn wiederzusehen. Doch die Stunden eilten nur so dahin, und bald musste der Sohn an den Abschied denken.

Niros: Ich muss jetzt gehen, Mutter. Lebe wohl, vielleicht haben wir uns heute das letzte Mal auf der Erde gesehen.

Mutter: Junge, wie redest du? Was ist mit dir?

Niros: Mir ist nur noch ein halber Tag geblieben. Ich muss mich beeilen, ich darf nicht zu spät kommen, sonst werden sie meinen Freund erbarmungslos hinrichten, denn Dionysios hat mich zum Tode verurteilt.

Mutter: Nein! Wie kann er nur so etwas tun? Sage mir, dass es nicht wahr ist!

Niros: Es ist wahr!

Mutter: Den eigenen Bruder will er umbringen. O Niros, was soll ich nur tun?

Sprecher: Schnell waren die Nachbarn anwesend, denn diese Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Niros musste sich gewaltsam der Umarmungen entreißen, immer wieder an seinen Freund denkend.
Und dann brach auch noch plötzlich ein Gewitter aus. Schnell wurden kleine Bäche zu reißenden Strömen. Doch Niros konnte dies nicht zurückhalten. Er war bereit, seinen Freund aus der Todesstunde herauszuretten. Immer wieder schrie er zu Gott.

Niros: Bitte hilf, dass ich rechtzeitig ankomme. Mein Freund soll nicht sterben, der mir zum Bürge blieb. Bitte hilf du mir, gegen den Sturm anzukämpfen.

Sprecher: Und nun stand er vor einem reißenden Fluss, der vor wenigen Stunden noch keinerlei Gefahr geborgen hatte.

Niros: Lieber komme ich in diesen Wellen um, als hier zu warten. Ich muss meinen Freund retten.

Sprecher: Die Strömung trieb ihn noch weiter von seinem Ziele fort, doch gelang es Niros mit großer Mühe, ans Ufer zu kommen. Kaum noch Kräfte besitzend, setze er zu einem Lauf an, als erneut aufgehalten wurde. Einige Männer überfielen ihn.

Hauptmann: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit zu sterben, aber nicht hier und jetzt. Ich muss jetzt schnell zum Palast. Dort werde ich noch vor Sonnenaufgang hingerichtet. Lasst mir mein Leben, damit ich meinen Freund retten kann, der für mich in Gewahrsam genommen wurde. Mehr besitze ich nicht, kein einziges Geldstück habe ich in meiner Tasche. (flehend) So lasst mich doch frei, sonst komme ich zu spät und sie richten ihn hin!

Hauptmann: Wenn das wirklich stimmt, was du sagtest, dann verstehe ich dich nicht.

Sprecher: Die Schatten werden immer länger und länger. Es wird immer später und Niros ist im-mer noch nicht am Palast. Seine Gedanken überschlagen sich.

Niros: Nein, jetzt werden sie ihn hinrichten. Wer kann sich das vorstellen!? Das erste mal in meinem Leben habe ich ihn betrogen! Er kann ja nicht wissen, welche Hindernisse mich immer wieder aufhielten. Vielleicht denkt er, ich habe Angst vor dem Tod und habe ihn deshalb dagelassen, damit er stirbt.

Sprecher: Er raffte alle Kräfte zusammen, um durch das Hoftor des Palastes zu laufen. Da, ein Kreuz, und sein Freund war bereits daran befestigt worden. Nur noch ein Augenblick, dann ist die Hinrichtung vollendet. Mit letzter Energie und völlig außer Atem hört man Niros.

Niros: Stop! Hört auf! Ich bin doch jetzt da. Der Sturm hielt mich auf.  So hört doch auf. Ich sollte doch sterben!

Sprecher: Dionysios hatte sich immer gefreut, dass es auf der Erde keine Wahrheit, keine Freundschaft und keine Liebe gab und hatte deshalb viele töten lassen. Noch immer war er davon überzeugt gewesen, dass auf der Erde nichts heiliges existierte. Dort steht sein Bruder, verwundet, müde und schiebt alle Leute zur Seite, um nur näher an die Hinrichtungsstelle zu kommen. Dionysios ist erschüttert. Das erste Mal in seinem Leben erfährt er, dass es auf Erden Liebe und Treue gibt.

Dionysios: Und ich als Herrscher der Stadt wusste dies nicht? Ich habe hunderte umgebracht und hätte meine Einstellung auch weiterhin nicht geändert! Wenn ich diese beiden Freunde nicht gesehen hätte, wäre ich ohne das Wissen der Existenz des Aufopferungswillens eines Menschen für den anderen gestorben.

Giovanni: (steht etwas weiter von Dionysios entfernt an der Hinrichtungsstelle) Ich glaube, ich sehe nicht richtig. Ich erkenne unseren Herrn nicht wieder.

Diener: Das gleiche musste ich gerade auch denken. Er ist so ruhig. Hinrichtungen machen ihn doch sonst immer so viel Spaß. Schau doch mal was will er?

Giovanni: Er zeigt, dass wir den Verurteilten vom Kreuz nehmen sollen.

Diener: Das kann ich einfach nicht verstehen. Es ist kaum zu glauben…

Sprecher: Schnell wurde der treue Freund befreit.

Dionysios: Ihr beide, sagt mir bitte, ist es wirklich wahr, dass ihr für den anderen sterben wolltet?

Freund: Ja!

Sprecher: Dass auch Niros Freund bereit zum Sterben war, konnte die Dienerschaft bestätigen. Dieser hatte immer nur eines gebeten.

Freund: So macht doch schneller. Beeilt euch mit der Hinrichtung. sonst kommt er gleich. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass Niros sterben soll. Hoffentlich wird er durch irgendetwas aufgehalten. Zögert nicht so! Macht doch endlich schneller.

Dionysios: (zu den beiden Freunden) Kommt mit mir ins Palast. Ihr seid frei! Ich muss Gott für seine Liebe danken, die er mir – du hast recht Niros – einem grausamen Gebieter, zukommen ließ. Beinahe hätte ich meinen eigenen Bruder getötet. Aber durch euer Handeln hat Gott mir gezeigt, dass sogar echte Wahrheit und Liebe auf Erden existieren. Jetzt werde ich mein Leben nicht mehr schonen. Ich bin bereit, mein Hab und Gut mit den Armen zu teilen. Endlich kann ich mich meinem Volk widmen und auf ihre Schwierigkeiten eingehen. Ich werde an den Gott der Liebe glauben.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Aufopferungswillige Liebe (36.5KB)
Klicks: 142

Sende Artikel als PDF an PDF Drucker

No responses yet

Dez 11 2009

Das gläubige Mütterlein

Geschrieben von Christ under Liebe

Das gläubige Mütterlein, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 5 Personen

Sprecher: Angenehme Wärme verbreitete der kleine Kachelofen in dem dunklen Raum. Von ihrem Bett aus konnte sie durch das Fenster in das Tal sehen. Leise fiel der Schnee und deckte die letzten Äste.

Zur gleichen Zeit stapfte die Frau des Pastors auf das kleine Haus zu. Da unser Mütterlein niemanden mehr hatte, der es versorgen konnte, wurde sie liebend von ihr gepflegt.

Marie: Guten Abend, Mütterlein, du siehst so zufrieden aus, woran denkst du?

Mütterlein: Oh, du bist es, Marie! Ja, ich dachte gerade an die schöne Zeit zurück, als mein Mann mich so oft auf die See mitgenommen hatte. Wir standen dann oft an der Reling des Schiffes, schauten uns den Himmel an, und er erklärte mir, wie man das kommende Wetter an den Wolken erkennen kann.

(kurzes Schweigen)

Aber wie geht es dir Marie? Du wirkst so bedrückt.

Marie: Ach es ist nur…. Mein Mann kam heute so traurig vom Gottesdienst nach Hause. Er sagte, nur wenige seien heute zur Andacht gekommen. Aus der Stadt im Tale sind sehr viele Leute aufs Eis gekommen. Der ganze See ist voller Leute, die mit ihren Kindern Schlittschuh laufen. Sie haben Zelte aufgebaut, fahren mit den Kindern Schlitten, essen, trinken und sind lustig. Da sind auch die Leute aus unserem Dörfchen lieber aufs Eis gegangen, als zur Andacht. Schon von morgens an,- und jetzt wird es schon dunkel. Die Menschen versündigen sich damit!

Mütterlein: Mache dir nur keine Gedanken, Marie. Gott findet jeden Menschen. Wir wollen lieber für das Volk draußen beten.

Sprecher: Getröstet ging ihre Freundin nach Hause. Die alte Frau saß noch lange am Fenster und sah dem Treiben auf dem Eis zu. Sie betete. Da sah sie weit draußen am dunklen Himmel eine kleine weiße Wolke aufsteigen. Diese stieg höher, wurde größer und stärker.

Mütterlein: Das ist eine Sturmwolke! Oh, möge Gott im Himmel den Menschen helfen!

Sprecher: Doch da war ihr, als hörte sie eine Stimme, die zu ihr sprach: “Warum hilfst du ihnen nicht?” (mit Hall)

Mütterlein: Ja, aber wie? (verzweifelt)

(Musik) traurig

1. Junge: (aufgeregt) Jakob, schau dort! Das Haus vom alten Mütterlein brennt! Hol schnell Hilfe, vielleicht können wir sie noch retten!

Sprecher: Vom Schrecken und Neugier getrieben lief die ganze Menschenmenge dem Ufer zu. Auch die Pfarrersleute und einige mehr kamen aus dem Dorf zum brennenden Häuschen, ohne große Hoffnung das Mütterlein noch lebend zu sehen. Doch sie fanden das Mütterlein betend im Schnee liegen.

1. Junge: Kommt, fasst mit an, wir müssen ins Dorf. Es wird immer stürmischer.

Sprecher: Die ganze Menge lief schnell in’s Dorf, um sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das Mütterlein wurde in’s Pfarrhaus gebracht. Als alle in Sicherheit waren, sagte die Pfarrersfrau unter Tränen.

Marie: Es ist wohl meine Schuld, dass das Haus verbrannte. Sicher habe ich beim Ofen nicht aufgepasst, und so hat es angefangen zu brennen.

Sprecher: Das Mütterlein jedoch, als sie sich gefasst hatte, fragte nur:

Mütterlein: Sind sie alle vom Eis runtergegangen? Der Sturm!

1. Junge: Ja, alle sind in Sicherheit, nicht ein einziger ist auf dem See gewesen als der Sturm losbrach. Jetzt ist das ganze Eis in große Stücke zerbrochen, das Wasser geht an einigen Stellen sogar übers Land.

2. Junge: Gott hat uns vor einer großen Katastrophe bewahrt. Aber Mütterlein, woher wussten sie nur, dass ein Sturm kommt?

Mütterlein: Mein Mann hat mich gelehrt, den Himmel und die Wettergeschehen zu  beobachten. – Ich wollte die Leute warnen, aber sie hörten mein Schreien nicht. Da bat ich Gott, mir zu helfen die Leute zu retten. Der Herr sagte: Bis zum Ofen kannst du kriechen, zünde dein Häuschen mit deiner Habe an, dann rettest du sie alle! Aber wenn dir das Haus und Habe wichtiger sind als die Menschen, die Kinder, hast du keinen Glauben. Da bat ich: Herr gib mir Kraft!

So kroch ich vom Bett, zog mich an, rüttelte das Stroh im Bett auf, kroch bis zum Ofen, nahm die Schippe, suchte glühende Kohlen, kroch wieder bis zum Bett und legte die Kohlen ins Stroh. Dann begab ich mich zur Tür, stieß sie auf und, weil das Fenster offen stand, fing das Stroh an zu brennen. Die Flamme erfasste auch das Strohdach, so brannte das ganze Haus. Ich kroch dann nach draußen.

Sprecher: Die Leute aus dem Dorf und der Stadt brachten aus Dankbarkeit alles, was die Frau zum Leben nötig hatte. Viele bekehrten sich und dankten Gott und dem alten, kranken Mütterlein für die wunderbare Rettung.

Diese wahre Begebenheit zeigt uns, wie wichtig es ist, Gottes Willen gehorsam zu sein, selbst wenn wir ihn nicht verstehen. Was geschehen wäre, wenn das treue Mütterlein dies nicht getan hätte, können wir uns ausmalen.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Das gläubige Mütterlein (28.5KB)
Klicks: 143

Sende Artikel als PDF an PDF Creator

No responses yet

Sep 23 2008

Ein Weihnachtsabend

Geschrieben von Christ under Liebe, Weihnachten

Ein Weihnachtsabend; ein christliches Anspiel zu Weihnachten oder zum Thema Liebe für 14 Personen

Erzähler: Rauschend fuhr der Wind durch die kalten Bäume. Hier und dort brach ein Zweig ab und trieb die trockenen Blätter, die den Boden bedeckten, vor sich her. Die Tannen standen glitzernd mit weißem Schnee geschmückt in der Dunkelheit. Im Försterhaus saß der Förster in seinem Lieblingssessel und schaute seiner Gattin zu, die gerade dabei war, den Weihnachtstisch herzurichten.

Mit ihrem nicht mehr jungen aber doch noch blühenden Gesicht, den blauen Augen und dem weißen Häubchen auf dem dunklen Haar, vermittelte sie eine Atmosphäre des Friedens und der Geborgenheit. Aus der Stille heraus richtete er plötzlich das Wort an sie.

Förster: Hab ich dir je gesagt, Malwine, dass keiner außer dir es so gut versteht, das Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem zu machen?
Wenn ich dir so zusehe, habe ich das Gefühl ein kleiner Junge zu sein, der die Geschenke gar nicht abwarten kann. Kannst du dir vorstellen, dass ich mich mit meinen sechzig Jahren immer noch wie ein Kind auf Weihnachten freue?
Ich glaube, wenn du nicht wärest, dann wäre das nicht so. Du denkst immer Tag und Nacht darüber nach, wie du mich überraschen kannst. Jetzt bin ich schon wieder unwahrscheinlich neugierig, was du dir diesmal für mich Neues ausgedacht hast.

Frau: Ach Gerhard, erwarte nur nicht zu viel, sonst ist die Enttäuschung nachher umso größer.

Förster: Du hast mich noch nie enttäuscht, Malwine. Das wirst du auch sicher diesmal nicht. Ach, warum vergeht die Zeit nur so langsam. Wenn Bruno mit dem Sieben-Uhr-Zug kommt, müsste er jetzt gerade aussteigen. Findest du es nicht auch eigenartig, dass er so lange nicht geschrieben hat?

Frau: Du weißt doch, dass er noch nie ein eifriger Briefschreiber war. Trotzdem werde ich auch langsam ungeduldig… Wenn er doch nur schon hier wäre…

Förster: Ich kann es kaum erwarten, das wir zusammen unter dem Weihnachtsbaum stehen. Das sind dann immer ganz gesegnete Augenblicke. Ich meine dann manchmal, im Himmel und nicht auf Erden zu sein.

Frau: Aber das allerschönste ist doch immer, wenn wir zusammen zum Gottesdienst gehen, der Weihnachtsbotschaft lauschen und daran denken, was der Herr Jesus für mich getan hat, als er seinen Vater verlassen hat und als Mensch zu uns auf die Erde kam.

Förster: Sicher, du hast recht. Das ist der einzige Grund unserer Freude. Wenn Jesus das nicht getan hätte und unsere Sünden nicht vergeben hätte, wären wir auf ewig verloren. So aber können wir uns auf ein ewiges Leben bei unserem Herrn freuen.

Elsa: Entschuldigungen sie die Störung, aber der Andrej steht hier draußen. Er möchte mit dem Förster sprechen.

1 Erzähler: Mit diesen Worten ließ die Magd einen jungen Mann in zerrissenen Kleidern herein. Aus dem bleichen Gesicht, das von einem struppigen Bart umrahmt war, blickten zwei dunkle Augen. Hilflos und flehend sah er sich um, senkte dann aber seine Augen zu Boden, weil er dem durchdringenden Blick des Försters nicht standhalten konnte.

Förster: Nun, Andrej, was willst du von mir?

Andrej: Ach, Herr Förster, ich bin nun endlich entlassen, aber ich kann keine Arbeitsstelle mehr bekommen. Keiner ist bereit mich einzustellen und da … Sie waren immer so gut zu mir und da dachte ich, sie würden es vielleicht noch mal mit mir versuchen.

Förster: Aber sag mal, was denkst du dir eigentlich? Glaubst du wirklich ich würde einen entlassenen Sträfling wieder in meinen Dienst nehmen? Wenn auch nur noch ein Funken Anstand und Scham in dir wäre, so hättest du es nicht gewagt meine Schwelle zu betreten!

Andrej: Sie haben das Recht so über mich zu sprechen… aber im Gefängnis habe ich den Herrn Jesus kennengelernt. Mit seiner Hilfe habe ich mir fest vorgenommen ein neues Leben zu beginnen. Ich wäre auch sicher nicht zu ihnen gekommen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass auch sie den Heiland kennen und lieben.

Förster: So, du willst also ein neues Leben beginnen? Das freut mich natürlich, aber du kannst nicht von mir erwarten, dass ich dich wieder aufnehme. Du musst dir schon eine andere Beschäftigung suchen.

Andrej: Wollen sie mich wirklich abweisen? Was soll ich denn dann machen? Was soll aus mir werden?

Förster: Das hättest du dir vorher überlegen können.

Andrej: Dann geh ich wieder. Frohe Weihnachten!

Elsa: So, den sind wir los. Das hat er auch verdient. Meine Herrschaft ist ja sonst für alle Armen und Kranken da, aber diesen Verbrecher wieder aufnehmen? … Nein das wäre dann doch zu viel verlangt. Was sollen dann auch die Leute von uns denken?

Frau: Gerhard!? Wie konntest du nur so etwas tun?

Förster: Was hätte ich denn tun sollen, Malwine?

Frau: Du hättest anders handeln können… Du hättest ihn wieder aufnehmen sollen. Denk doch daran, was der Herr Jesus für uns getan hat. Es ist fast so, als ob er selbst vor einem steht und sagt: “Für dich gelitten, für dich gestorben, für dich tat ich das alles und was hast du für mich getan?“
Dann wünsche ich mir nichts mehr, als auch etwas für Ihn tun zu können. Gerhard, glaub mir, wir können unsere Dankbarkeit nicht besser beweisen, als wenn wir gerade denen Gutes tun, die auch den Herrn Jesus im Herzen haben, besonders in solchen Notsituationen.
Denn was wir den Ärmsten tun, ist genauso, als hätten wir es Ihm getan.

Förster: Ich bitte dich, verschone mich mit deinen Schwärmereien. Du würdest im ganzen Dorf keinen finden, der einen untreuen Gehilfen wieder in seinen Dienst nehmen würde.

Frau: Aber ein Christ sollte es trotzdem tun.

Förster: Nein, auch ein Christ nicht. Das ist doch alles Theorie. Schau mal, ich bin sicher, das wir so viel Gutes tun wie nur irgendwie in unseren Kräften steht, aber was zu viel ist, ist zu viel. Kann ich denn sicher sein, das der Andrej sich ernsthaft bessern will? Stell dir nur vor, er würde bald wieder rückfällig werden… das Risiko gehe ich nicht ein. Und außerdem ist es nicht meine Angelegenheit, mich um ihn zu kümmern.

Frau: Also, wirklich Gerhard, du…

Förster: Schweig, ich will kein Wort mehr hören, oder willst du mir noch die ganze Weihnachtsfreude nehmen?

Frau: Nein, das will ich natürlich nicht. Ich wollte doch nur, dass wir das Weihnachtsfest richtig genießen können. Aber können wir das denn, nachdem wir den Andrej so abgewiesen haben?

Förster: Hör auf, das Thema ist für mich erledigt!

2 Erzähler: Nachdem Andrej eine kurze Strecke des Weges zurückgelegt hatte schienen seine Füße ihn nicht mehr tragen zu wollen. Er lehnte an einen Baumstamm und schloss völlig erschöpft seine Augen. Es war wohl eine momentane Schwäche, die ihn überwältigte, und er machte auch keinen Versuch dagegen anzukämpfen. Wozu auch? Was half es, wenn er sich aufraffte und weiterschleppte – er wusste ja nicht einmal wohin. Wer würde ihn aufnehmen oder ihm Arbeit geben? Würde er nicht überall abgewiesen werden? War er nicht ein Verachteter, mit dem kein Mensch etwas zu tun haben wollte? Sie hatten ja auch allen Grund, ihm zu misstrauen. Das Vertrauen, das man in ihn gesetzt hatte er völlig missgebraucht.

Als er im Dienst des Försters stand, hat er es wirklich gut gehabt. Aber er geriet auf Abwege und das ging so weit, das man ihn eines Tages ins Gefängnis steckte. Zuerst war er wütend auf die Gesellschaft und meinte sich im Recht, doch nach und nach kam er dann doch zu der Einsicht, dass er eigentlich nichts anders verdient hatte. Ja, es kam sogar so weit, dass er dort in der Zelle unter Tränen erkannte, eigentlich gegen Gott gehandelt zu haben. Als er der Verzweiflung nahe war, erzählte ihm der Gefängniswächter von dem, der für die Sünden der Menschen gestorben ist. An diese Hoffnung klammerte er sich wie ein Ertrinkender und fand dann endlich bei Jesus Vergebung und inneren Frieden. Das war nun noch gar nicht so lange her. Nun hatte er seine Strafe abgebüßt und es war an der Zeit, sich eine Beschäftigung zu suchen. Zuversichtlich verließ er an jenem Morgen das Gefängnis und begann nach Arbeit zu suchen. Aber immer bekam er dieselbe Antwort. Entmutigt fasste er dann eines Nachts den Entschluss sich bittend an seinen früheren Herrn zu wenden. Nun war auch dieser Gang vergeblich gewesen.

Was sollte nun werden? Es dämmerte schon und vom Dorf tönten die Glocken herüber, die das Weihnachtsfest ankündigten.

Andrej: Ich habe kein Geld, um mir eine Unterkunft für die Nacht zu besorgen, geschweige denn für etwas zu Essen, damit ich nach den Feiertagen mit neuer Kraft versuchen kann Arbeit zu finden. Was wird nur, wenn ich wieder keine finde? Werde ich nicht wieder in mein altes Leben zurückkehren? Wozu eigentlich die quälenden Sorgen um mein weiteres Leben? … Ich könnte meinem Leben ja ein Ende machen… dann wäre endlich alles vorbei.

2 Erzähler: Als habe ihn einer einen Schlag ins Gesicht gegeben, hörte er es plötzlich wie eine Stimme, die ihm zurief

Stimme: Ist das sie Besserung, die du deinem Heiland und dir selbst versprochen hast? Jesus wird dir helfen, vertraue doch auf Ihn. Sei getrost. Er gibt dir nur so viele Lasten, wie du tragen kannst. Er hat dir deine Schuld vergeben und dir ewiges Leben geschenkt!

3 Erzähler: Und wie damals, als er zum ersten Mal die ganze Größe seiner Schuld erkannte, verbarg er auch jetzt sein Gesicht in den Händen und heiße Tränen rollten zwischen seinen bebenden Fingern hervor.

Stimme: So hat nun niemand ein Recht, jene zu verdammen, die in Christo Jesu sind.

3 Erzähler: So flüsterte es, als käme es aus den Tannen … oder riefen es ihm die Glocken zu, die aus dem Dorf an sein Ohr drangen? Es waren Weihnachtsklänge, die er hörte und in sein Herz drangen.

Stimme: Der Heiland ist geboren, gerade für dich, der du um deine Sünden weinst.

3 Erzähler: Da richtete Andrej sich auf und betete:

Andrej: Jesus, an dich will ich mich halten und wenn es noch so dunkel um mich ist. Wenn Du nur bei mir bist, dann habe ich den besten Freund, den man nur haben kann.

3 Erzähler: Nun machte er Anstalten, weiter zu gehen. Doch er kam nur einige Schritte weit. Dann sank er kraftlos vor Erschöpfung der durchstandenen Kämpfe zusammen um erneut bitterlich zu weinen.

Der Förster hatte zu dieser Zeit den Vorfall mit Andrej schon längst vergessen. Das baldige Wiedersehen mit seinem Sohn nahm all seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Bruno war der ganze Stolz seiner Eltern. Er arbeitete als Bauführer in einer entfernten Stadt, doch zum Weihnachtsfest hatte er es sich noch nie nehmen lassen nach Hause zu fahren. So war er auch diesmal auf dem Weg zu seinen Eltern.

Im Försterhaus war die Mutter dabei, den Tisch zu decken, während ihr Gatte ungeduldig im Zimmer auf und ab wanderte, immer wieder auf die Uhr sah und dann und wann durchs Fenster auf die dunkle Straße blickte. Plötzlich bellten die Hunde und gleichzeitig hörte man, wie ein Wagen vor dem Hause hielt.

Förster: Er kommt! Aber warum kommt er denn mit dem Auto? Er geht doch sonst immer zu Fuß vom Dorf hier her. Hoffentlich ihm nichts passiert.

Frau: Nun geh schon hinaus und sieh nach.
Bruno, das du endlich da bist? Aber was ist geschehen, bist du krank?

Bruno: Ja, ich freue mich auch, dass ich endlich da bin. Aber keine Sorge, Mutter, ich war zwar schwer krank, aber jetzt bin ich wieder gesund. Ich bin nur noch etwas schwach.

Förster: Erzähl doch nichts, Bruno. Warum ist denn dein Arm in der Schlinge? Und was bedeutet das Pflaster auf deiner Stirn? Du warst doch nicht nur krank, da steckt doch etwas anderes hinter.

Bruno: Ich bin gefallen, Vater. Aber erst muss ich mich mal ausruhen und dann erzähle ich euch alles.

4 Erzähler: Er setzte sich an den Tisch und während die Mutter sich um sein Wohl bemühte, versuchte der Vater aus den Zügen seines Sohnes eine Antwort auf seine Fragen zu lesen.

Bruno: So, jetzt geht es mir besser. Wenn ich nur wüsste, wo ich anfangen soll zu erzählen. Es ist so viel, was ich erlebt habe.

Frau: Warum hast du uns nichts geschrieben?

Bruno: Zuerst konnte ich nicht und später wollte ich euch nicht unnötig beunruhigen.

Frau: Aber ich wäre doch sofort zu dir gekommen und hätte dich gepflegt.

Bruno: Ach Mutter, ich bin so gut gepflegt worden, wie du es auch nicht hättest besser gekonnt.

Frau: Wieso, warst du denn im Krankenhaus?

Bruno: Nein, aber ich glaube, ich werde mal von vorne beginnen zu erzählen.
Also, vor einiger Zeit habe ich den Auftrag bekommen, eine baufällige Rückseite einer Villa vor der Stadt abzureißen und wieder aufzubauen, wenn man sie nicht anders ausbessern hätte können. Um das festzustellen, ging ich auf den Balkon, der sich auf der fraglichen Seite des Hauses befand. Kaum hatte ich ihn betrete, fiel die ganze Mauer zusammen. Ehe ich überhaupt begriff, was geschehen war, lag ich schon unten. Ich verspürte einen heftigen Schmerz am Arm und aus einer Wunde am Kopf blutete es stark. Wie aus weiter Ferne hörte ich Stimmen vom Besitzer des Hauses.

Hausbesitzer: Ach du liebe Zeit, dass das passieren musste. Ist er verletzt? Was sollen wir nun mit ihm machen? Wo lassen wir ihn? Irgendwo müssen wir ihn ja hinbringen. Aber in mein Haus kommt er nicht, so blutig und schmutzig wie er ist.

Nachbar: Ich glaube, wir sollten einen Arzt rufen.

Frau des Nachbarn: Ja, der soll ihn ins Krankenhaus bringen, das gehört er auch hin. Wir können jetzt sowieso nicht viel helfen.

Nachbar: Aber ich fürchte, er würde den Transport nicht ertragen.

Bruno: Und so lag ich da, hörte das Gespräch und konnte mich selbst aber nicht äußern. Plötzlich rief dann eine Stimme: „Bringt ihn in mein Haus“

Förster: Das war wohl ein Freund von dir?

Bruno: Nein, das war ein ganz unbekannter Mann. Was dann weiter geschehen ist, weiß ich nicht mehr. Ich verlor das Bewusstsein und als ich wieder aufwachte, lag ich in einem fremden Bett. Neben mir stand eine alte Frau mit einem genauso lieben Gesicht, wie deins, Mutter. Dann kam auch ein alter Mann herein. Er war auch sehr freundlich und sagte: „Gott sei Dank, jetzt ist das Schlimmste überstanden.“ Sein Gesicht strahlte vor Freude.

Dann fragte ich, wo ich sei und wer sie wären und warum sie mich so aufgenommen hätten, das könne ich ihnen nie wieder gut machen.

Daraufhin sagte mir der Mann ich sollte mich nicht aufregen. Er setzte sich an mein Bett und erzählte mir, dass sie Leute seien, die die Liebe Gottes an sich selbst erfahren hätten und nun auch etwas für ihren Herrn tun wollen. Jetzt hätten sie Gelegenheit dazu gehabt, indem sie mir helfen würden, wie es nur in ihren Kräften stand. So sah ich dann täglich, wie diese lieben Leute für Gott leben. Sie haben so für mich gesorgt als wäre ich ihr eigener Sohn.

Förster: Erstaunlich, wenn man bedenkt, das diese Leute dich ja gar nicht gekannt haben. Sie wussten ja nicht, ob du es verdient hast, so umsorgt zu werden.

Bruno: Danach haben sie gar nicht gefragt. Sie taten es für den Herrn, so sehr liebten sie Ihn.

4 Erzähler: Es war auf einmal ganz still im Zimmer geworden. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach. In Mutter und Sohn breitete sich ein heißes Gefühl der Dankbarkeit aus, doch der Vater spürte gleichzeitig Beschämung und Reue. Hätte er wohl einen Fremden auch so aufgenommen und gepflegt, wie dieses Ehepaar es getan hatte? Hatte er überhaupt schon jemals daran gedacht, den Herrn auch durch die Tat lieben und nicht nur mit Worten. Natürlich tat er ab und zu Gutes an Bedürftigen, aber was war das schon? Sobald er sich persönlich einschränken musste, zog er sich zurück. Er hatte den Herrn nie genauso wiedergeliebt wie er geliebt wurde.
Dann sah der Förster Andrej vor seinen Augen. Er erinnerte sich an dessen flehentlichen Blick und seine bescheidene Bitte. Wie hat er sie nur so abschlagen können und das auch noch gerade heute, wo Gott ihm die ganze Fülle seiner Liebe hat erfahren lassen. Es war so, als stünde nun Jesus selbst vor ihm und fragte: „Konntest du wirklich an einem Armen so grausam handeln, obwohl ich für ihn genauso in die Welt gekommen bin und seine Schuld vergeben habe? Was bist du Besseres als er? Musstest du dich seiner nicht schon um meinetwillen annehmen?

4 Erzähler: Dann sagte Bruno in die Stille hinein

Bruno: Wollen wir nicht jetzt den Baum schmücken?

Förster: Ihr müsst mich entschuldigen, aber ich habe erst noch etwas anderes zu erledigen.

4 Erzähler: In den Augen der Mutter leuchtete es verständnisvoll auf und dann steckte sie langsam die ersten Kerzen an. Als sie damit fertig war, kehrte der Förster zurück in Begleitung seines früheren Gehilfen Andrej. Er hatte ihn erst im Dorf vermutet und wollte ihn dort suchen, aber dann fand er ihn schon am Eingang des Waldes. Mit wenig Mühe gelang es ihm, den Schlafenden zu wecken und mit sich nach Hause zu führen.

Förster: Ich bringe noch einen Gast mit. Nun können wir Weihnachten feiern. Wir wollen nicht nur mit Worten danken, sondern auch mit der Tat.

4 Erzähler: Zwar haben Försters schon oft das Weihnachtsfest glücklich gefeiert, aber so glücklich wie diesmal sind sie noch nie gewesen.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Ein Weihnachtsabend (47.5KB)
Klicks: 193

Sende Artikel als PDF an PDF erstellen

No responses yet

Mrz 17 2008

Feindesliebe eines Schwarzen

Geschrieben von Christ under Hochzeit, Liebe

Feindesliebe eines Schwarzen, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe und zur Hochzeit für 3 Personen

Sprecher: Tag für Tag müssen sie schwer arbeiten. In der sengenden Sonne von früh bis spät wird geerntet. Und das nicht um den Lebensunterhalt zu verdienen und eine Familie zu versorgen. Nein! Ihrer Heimat entrissen, fern von ihren Angehörigen müssen sie hier Sklavenarbeit verrichten. Wenn man sie näher anschaut, wird man in manchen Geschichten die verzweifelte Ausweglosigkeit der Situation lesen können.
Doch es gibt auch Ausnahmen unter ihnen. Zu diesen gehört auch Jim. Irgendwo unterwegs von Afrika nach Westindien hat er die frohe Botschaft des Evangeliums gehört und sie dann mir Freuden aufgenommen. Sein Vertrauen zu Gottes unerschütterlicher Treue lässt ihn fest und getrost seinen Weg gehen. Durch seinen wahrhaft christlichen Lebenswandel hat er das Vertrauen seines irdischen Herrn gewonnen.

Herr: Jim, heute wirst du mit mir auf den Markt gehen.

Jim: Ja, Massa.

Sprecher: Gemeinsam legen der Sklave und sein Herr die Wegstrecke bis zum Markt zurück. Auf dem Markt wimmelt es nur so von Käufern und Verkäufern. Jeder versucht, seine Ware für einen besonders guten Preis loszuwerden. Hier bekommt Jim eine Aufgabe.

Herr: Ich brauche neue Arbeiter und weil du die Arbeit hier gut kennst, sollst du solche aussuchen die am besten dafür geeignet sind.

Jim: Ja, Massa.

Sprecher: Gewissenhaft erfüllt Jim die Aufgabe seines Herrn, als er unter den Feilgebotenen in einem Winkel einen alten Greis erblickt.

Jim: Massa, den musst du auch noch nehmen.

Herr: Warum?

Jim: O Massa, bitte nimm ihn.

Herr: Aber der kann doch gar nicht mehr arbeiten und außerdem haben wir schon genug.

Jim: Trotzdem Massa, nimm ihn.

Herr: Gut, wenn du unbedingt willst. (zum Sklaven) Komm mit!

Sprecher: Sie gehen heim. Bald darauf wird der alte Sklave krank. Jim pflegt ihn mit großer Sorgfalt und mit kindlicher Liebe bringt er ihm Essen und Trinken an sein Krankenlager. Dieses entgeht der Aufmerksamkeit seines Herrn nicht.

Herr: Jim!

Jim: Hier bin ich!

Herr: Sag mal, woher kommt es, dass du diesem alten Mann gegenüber so gut bist? Ist er etwa dein Vater?

Jim: Nein, Massa! Er ist nicht mein Vater.

Herr: Oder ist er sonst irgendwie mit dir verwandt?

Jim: Nein Massa, er ist auch nicht mit mir verwandt.

Herr: Dann ist er halt dein Freund.

Jim: Nein Massa, er ist auch nicht mein Freund.

Herr: Was ist er denn?

Jim: Massa, er ist mein Feind; dieser Mann war es, der mich, als ich noch ein kleines Kind war, bei meinem Vater und meiner Mutter geraubt und mich als Sklave verkauft hat. Ich habe aber im Wort Gottes gelesen:
“So deinem Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn!”
(Römer 12, 20)

Sprecher: Liebes Brautpaar! Wie dieses Bibelwort aus dem Römerbrief eine klare Auswirkung im Leben dieses gläubigen Sklaven gehabt hat, wünschen wir euch, dass auch ihr die Aufforderungen der Bibel für euch persönlich erkennt und befolgt.

-ENDE-

Sende Artikel als PDF an PDF Creator

No responses yet

Next »

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de