Archive für die Kategorie 'Gottes Führung'

Mrz 06 2008

Gott sieht!

Geschrieben von under Gottes Führung

Gott sieht, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Fürsorge und Führung für 7 Personen

Monika: Hallo John.

John: Hallo Monika.

Monika: Na, wie war’s auf Arbeit?

John: Im Büro war alles bestens. Die Aufträge liefen gut. Alles klappte wunderbar, nur….

Monika: Was, nur?

John: Ja, nur in der Pause gibt es Probleme mit meinen Kollegen.

Monika: Wie meinst du das?

John: Es ist so: Der Chef gibt mir Aufgaben, die ich erledigen soll. Er vertraut mir. Er weiß, dass ich Christ bin und damit auch zuverlässig. Wie du weißt, geht es unserer Firma zurzeit nicht so gut. Oft bekomme ich Aufträge, die ziemlich aufwendig und verantwortungsvoll sind. Und das erweckt den Neid der anderen.

Monika: Und was geschieht in der Pause?

John: Hör zu, ich erzähle es dir. Es war wie immer. Ich saß am Tisch in der Kantine, als drei meiner Kollegen zu mir kamen und mich ironisch ansprachen.

- Musik -
(Szenenwechsel)

1. Kollege: Na, bist du etwa müde, John? Der Chef gibt dir auch wirklich zu viel Arbeit.

2. Kollege: Logisch, so viel kann keiner allein schaffen. Wie kann der Chef nur so unbarmherzig sein?!

John: Ach, hört doch auf. Das ist doch gar nicht wahr.

3. Kollege: Das sagt man dann so. Aber du musst doch zugeben, dass du zuviel Arbeit hast.

John: Das stimmt überhaupt nicht.

1. Kollege: Na, hoffentlich überarbeitest du dich nicht. Wir brauchen dich noch.

3. Kollege: Ohne dich kann unsere Firma nicht existieren.

2. Kollege: Wir sind verloren ohne dich.

- Musik -
(Szenenwechsel)

John: So läuft das in der Pause. Und das nicht nur einmal in der Woche.

Monika: Wäre es vielleicht besser, du würdest den Arbeitsplatz wechseln?

John: Niemals würde ich das tun. Ich verdiene hier ganz gut, obwohl es nicht immer leicht ist. Aber ich werde es schon schaffen.

Monika: Wie du meinst.

Sprecher: John arbeitet weiter in dem Betrieb. Doch eines Tages wird er krank und muss zum Arzt.

John: O nein. Der Arzt hat mich für drei Wochen krankgeschrieben. Gerade jetzt, wo wir wieder ein bisschen Arbeit haben. Was wird aus meiner Arbeit? Die Kollegen werden sich ja freuen, aber der Chef … In solchen Sachen ist er ja gar nicht gut zu sprechen.

- Musik -

Sprecher: Es ist Freitag. Monika hat gerade die Post aus dem Briefkasten geholt.

(Sie hält ein paar Briefe in der Hand)

Monika: O, Tante Margit hat geschrieben und hier eine Rechnung fürs Telefon. John, hier, ein Brief für dich.

(Gibt ihm den Brief, er öffnet ihn)

John: Was!?! Das kann doch nicht wahr sein. Ich bin gekündigt. Ich fasse es nicht. Monika, hör mal zu:
Sehr geehrter Herr Braun, wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir Sie ab heute in unserer Firma nicht weiter beschäftigen können, da die Arbeitslage zur Zeit nicht sehr gut ist. Wir bedanken uns für Ihre Mitarbeit in unserem Unternehmen und wünschen Ihnen für Ihren weiteren Berufsweg viel Erfolg sowie persönlich alles Gute. Mit freundlichen Grüßen. Ballmann
(faltet den Brief zusammen)
Kannst du das glauben? Ich dachte immer, der Chef ist zufrieden mit mir. Ich habe doch immer mein Bestes gegeben. Bestimmt haben die Kollegen viel Negatives über mich erzählt. Deshalb die Kündigung. Ich kann mich nicht so einfach von der Stelle trennen. Die geregelten Arbeitszeiten und der Verdienst. Es klappte so gut. Und nun das. Solche Arbeit finde ich bestimmt nicht wieder.

Monika: Weißt du, John. Gott hat bis jetzt so wunderbar gesorgt. Und dass es jetzt so gekommen ist, weiß er auch.

- Musik -

Monika: Sieh mal, was hier in der Zeitung steht.

John: Mitarbeiter gesucht! Für den Bereich Elektrotechnik.

Monika: Das ist doch was für dich, oder?

John: Bestimmt nicht, aber ich fahre mal hin. Ist ja nicht weit.

(Szenenwechsel)
(John klopft)

Chef: Herein.

John: Guten Tag, Braun ist mein Name. Es geht um die Anzeige in der Zeitung. Ist die Stelle noch frei?

Chef: Ja, Sie sind der erste Bewerber. Die Stelle muss dringend besetzt werden. Wir suchen einen Elektroinstallateur. Was haben Sie denn gelernt?

John: Elektroinstallateur.

Chef: Das passt ja sehr gut. Haben Sie Ihre Bewerbungsunterlagen dabei?

John: Nein.

Chef: Kommen Sie doch bitte morgen um 10 Uhr. Dann können Sie sich Ihren Tätigkeitsbereich ansehen und wir können alles Weitere besprechen.

John: Vielen Dank. Ich bin dann morgen rechtzeitig da. Auf Wiedersehen.

Chef: Auf Wiedersehen.

- Musik -
(Szenenwechsel)

Monika: Und, wie war’s?

John: Ich soll morgen noch mal wiederkommen. Dann wird alles andere besprochen. Es sieht ganz so aus, dass ich die Stelle bekomme.

Monika: Das ist ja wunderbar. Wir haben darum gebetet und Gott hat erhört.

John: Ja, du hast recht.

Monika: Dadurch sehen wir, wie allmächtig doch der Herr Jesus ist. Er ist überall, auch wenn es uns manchmal hoffnungslos scheint.

Sprecher: Es stellt sich heraus, dass diese Arbeit noch viel besser ist. Er versteht sich mit den Kollegen und auch der Verdienst ist zufrieden stellend.

Gott redet auch durch solche Situationen zu uns. Er führt uns manchmal durch Tiefen, aber er verlässt uns nicht dabei. Er zeigt uns dadurch seine Größe, seine Allgegenwärtigkeit gegenüber uns Menschen.

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Mrz 06 2008

Gut gemeint

Geschrieben von under Gottes Führung

Gut gemeint, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 8 Personen

Autor: Philip und Patrick schlenderten die Uferpromenade entlang. Die breite Küstenstraße war heute noch belebter als gewöhnlich. Alle Menschen aus dem näheren und weiteren Umkreis schienen am diesen Tag nach Colwyn Boy zu strömen, um das denkwürdige Ereignis mitzuerleben. Es war Samstagnachmittag, und obwohl der Sommer seinem Ende zuging, schien die Sonne noch warm vom Himmel herab.

Philip: Da vorne kommt der Rolls-Royce von Prinz Charles!

Autor: Rief Philip aufgeregt. Patrick streckte sich um auch einen Blick von dem Auto erhaschen zu können. Von Polizeiwagen eskortiert, bahnte er sich einen Weg durch die Menschenmenge. Die Leute jubelten dem Prinzen zu, einige schwangen kleine Papierfahnen mit dem walisischen Drachen darauf. Philip und Patrick kletterten die Ufermauer hinauf, da sie in dem Gedränge auf der Promenade nicht mehr vorankamen. Zum Glück war die Flut gerade weit draußen und gab einen breiten Strand frei.

Philip: Wenn wir uns beeilen, kommen wir noch rechtzeitig zu Eröffnung.

Patrick: Wie du meinst…

Autor: Sie rannten ein Stück durch den feuchten Sand, bis die Promenade einen Bogen machte. Die Küstenstraße lief weiter geradeaus und auf dem Land zu ihrer linken prangte eine Siedlung von neuen Einfamilienhäusern. Stolz blickten die roten Dächer über das Meer hinaus. Einen schöneren Ort konnte sich niemand zum Wohnen wünschen. So dachte Patrick jedenfalls als er hinter seinem Freund die schmale Holztreppe hinaufeilte. Oben angekommen, fanden sie sich abermals in einer Menschenmenge wieder. Den Ruf nach zu urteilen, stieg Prinz Charles gerade aus seinem Rolls-Royce aus. Philip kletterte auf das Geländer der Uferpromenade und Patrick folgte ihm. Da sahen sie, wie der Prinz von seinen Leibwächtern umringt das Podium betrat, das eigens für diesen Tag zwischen den Häusern errichtet worden war. Als Jubelrufe verhallten, begann er seine Rede. Philip und Patrick konnten trotz des Lautsprechers kaum ein Wort verstehen. So bemühten sie sich, in die vorderen Reihen vorzudringen. Menschen schimpften oder schubsten sie zur Seite, doch beide Jungen ließen sich nicht zurückweisen. Schließlich fanden sie einen geeigneten Platz bei einem Blumenkübel. Sie kletterten hinauf, wobei sie sich bemühten die Pflanzen nicht zu zertreten, und konnten endlich der Rede des Prinzen folgen. Doch da beendete er sie auch schon und trat seinen Platz am Mikrofon einem anderen Herrn ab.

Patrick: Unser Bürgermeister.

Bürgermeister: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich denke nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage: Wir alle sind dem Prinz Charles von Herzen dankbar für die großzügige Finanzierung dieser Häuser, in denen sozialschwachen und kinderreiche Familien unseres Ortes eine neue Heimat finden werden.

Autor: Wieder brach die Menge in Jubel aus. Der Prinz lächelte verlegen, und der Bürgermeister bat mit einem Handzeichen um Ruhe. Dann fuhr er fort.

Bürgermeister: Einige der Familien haben schon lange auf eine ordentliche Wohnung gewartet. Kinder die sich bisher zu viert oder fünft ein Zimmer teilen mussten, werden endlich Raum haben, um sich zu entfalten. Aber von so einem Blick über das Meer und unsere walisische Küste haben sie bisher nur träumen können. Nun wird der Traum wahr…

Autor: Patrick trat einen Schritt zurück und verlor dabei das Gleichgewicht. Er stieß gegen einen älteren Mann, dessen Kleidung ihn als Fischer auswies und bat um Entschuldigung.

Fischer: Macht nichts, mein Junge.

Autor: Brummte der Mann. Dann schüttelte er den Kopf und meinte.

Fischer: Die sollten ihren Mund nicht so voll nehmen.

Autor: Patrick sah ihn fragend an.

Fischer: Ist ja alles gut gemeint mit den Häusern für die armen Familien, aber warum sie gerade auf dieses Fleckchen Erde bauen müssen.

Patrick: Ist doch herrlich! Fische Meeresluft und dazu der Ausblick.

Fischer: Ich sage ja: Es ist gut gemeint. Aber die Leute haben eins dabei vergessen, sie haben Gott nicht um Rat gefragt.

Autor: Patrick sah den Mann verwirrt an. Für einen Augenblick dachte er daran auf den Blumenkübel zurückzukehren und ihn mit seinen verschrobenen Gedanken allein zu lassen. Aber irgendetwas faszinierte ihn an den Worten des Fischers. Vielleicht war er ja doch nicht so verschroben. Patrick fragte zögernd.

Patrick: Wie kommen sie darauf?

Autor: Der alte Mann zupfte sich am Bart.

Fischer: Ich habe schon mehr Jahre an dieser Küste verbracht als unser Bürgermeister und Prinz Charles und ich habe schon etliche Sturmfluten erlebt. Was meinst du, warum sie dieses Stück Land so billig bekommen haben?

Autor: Er sah Patrick herausfordernd an. Der Junge zuckte mit den Schultern.

Fischer: Lass erst den Winter kommen… Ich habe noch kein Jahr erlebt, in dem dieser Felsen nicht unter Wasser stand.

Patrick: Aber dafür haben sie doch extra die Ufermauer gebaut und Wellenbrecher unten am Strand.

Fischer: Als ob das die Flut abhalten könnte.

II Autor: Der Tag verging, und die Familien zogen in ihre Wohnungen ein. Philip und Patrick liefen oft nach der Schule zum Strand hinunter oder warfen von der Uferpromenade ihre Angeln aus, wenn gerade Flut war. Manchmal suchten sie auch zwischen den Felsen nach Fossilien. Der Biologielehrer kaufte sie ihnen ab, und das Geld sparten sie für ein Surfbrett. Der Herbst brachte wie gewöhnlich viel Regen mit sich, aber die Temperaturen blieben mild. Ende November rollte dann die erste Sturmflut heran. Die Küstenstraße wurde an verschiedenen Stellen gesperrt und der Verkehr durch den Ort umgeleitet.

Patrick: Kommst du mit zum Meer runter? Ich möchte so gerne wissen, wie es der neuen Siedlung geht.

Autor: Philip nickte Patrick zu und lief nach Hause um Gummistiefel und Regenmantel anzuziehen. Wenig später befanden sie sich auf dem Weg zum Ortsausgang. Als sie die schützenden Häuserfassaden hinter sich ließen, blies sie der Sturm fast um. Meterhohe Wellen schlugen gegen die Ufermauer und die weiße Gicht spritzte weit auf die Straße. Die Jungen kämpften sich voran, bis sie den Felsen erreichten, auf dem sich die neuen Häuser erhoben. Ein paar Männer waren gerade dabei, ein Dach zu reparieren, von dem sich die Ziegel gelöst hatten. Aus einem anderen Haus pumpte die Feuerwehr Wasser heraus. Philip und Patrick traten an die Mauer, die extra zum Schutz der Häuser erhöht worden war, und sahen auf das schäumende Meer hinunter. Noch war hier nichts Außergewöhnliches geschehen. Wasser im Keller und Löcher im Dach gehörten an der walisischen Küste in dieser Jahreszeit zum Alltag. Manche Touristen kamen extra im Winter hierher, um die Gewalt der Natur zu bewundern. Patrick dachte bei sich.

Patrick: Vielleicht hat der alte Fischer doch nicht recht gehabt. Schließlich wird niemand so dumm sein und eine Siedlung von Häusern an einer Stelle bauen, wo sie nach einem halben Jahr von der Flut weggespült werden. Wozu hat Gott den Menschen denn ein Gehirn gegeben.

Autor: Doch er hatte sich getäuscht. Eine schwere Sturmflut Anfang Februar machte die neue Siedlung dem Erdboden gleich. Die Familien konnten rechtzeitig evakuiert werden, aber viele verloren ihr ganzes Habe und standen ärmer da als je zuvor. Die Jubelrufe, mit denen sie Prinz Charles bei der Einweihung der Häuser empfangen hatten, verkehrten sich in Schimpfworte und Bitterkeit.

I Frau: Er wollte sich nur wichtig tun und als edler großer Gönner gefeiert werden.

II Frau: Er hat nicht genug darüber nachgedacht. Wer konnte denn auch mit dieser Flut rechnen.

Autor: So sprachen die Leute. Doch Patrick ließ die Begebenheit nicht mehr los! Es ist gut gemeint, aber die Leute haben eins vergessen: “Sie haben Gott nicht um Rat gefragt”, hörte er wieder und wieder die Worte des Fischers. Da begann er sein eigenes Leben zu betrachten, und die Pläne und Ziele, die er verfolgte. Vieles, ja im Grunde genommen alles, wofür er sich einsetzte, war gut gemeint aber war es deshalb richtig? Sicher, Gott hat uns den Verstand gegeben. Aber wie begrenzt ist der, gegenüber seiner Weisheit! Er sah auf das Meer, das sich inzwischen wieder beruhigt hatte. Am Horizont glitt langsam ein Schiff vorüber. Da nickte Patrick auf einmal mit dem Kopf.

Patrick: Ja, wir sehen immer nur bis zu unserem Horizont, aber du siehst alles, o Gott. Deshalb brauchen wir deine Führung, damit unsere Pläne nicht nur auch gut gemeint sind, sondern damit wir deine guten Pläne verwirklichen.

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Mrz 06 2008

Zwei Sous für eine neue Jacke

Geschrieben von under Gottes Führung

Zwei Sous für eine neue Jacke, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 4 Personen

Sprecher: Es ist ein kalter und trüber Herbsttag und ein feiner mit Schnee vermischter Regen fällt auf die Hauptstadt Frankreichs. Mit eiligen Schritten geht der Großkaufmann Jean Argentier über die Brücke Pont-Neuf. (Bettler sitzt auf dem Stuhl, Herr Argentier geht langsam an ihm vorbei) Da sieht er plötzlich am Brückenende einen Bettler zusammengekauert auf dem Boden sitzen. Herr Argentier hat kein Herz für diese Leute und geht kalt und achtlos an ihm vorbei.

Herr Argentier: (zu sich) Der sollte lieber arbeiten, dann bräuchte er nicht in diesem Regen zu sitzen und betteln. Diese Leute belästigen nur die Bevölkerung! (ärgerlich)

(Junge kommt und legt dem Bettler ein Geldstück in die Hand)

Bettler: (hebt den Kopf) Danke mein Junge! Gott lohne es dir!

Sprecher: Verwundert dreht Herr Argentier sich um und sieht einen ungefähr zwölfjährigen Jungen, der dem Bettler eben ein Sou in seine Mütze geworfen hat.
(Junge und Bettler setzen sich)

Herr Argentier: Dieser Verschwender sollte lieber erst an sich selbst denken. Er ist doch nicht besser dran als der Bettler. Seine schon viel zu kleine Jacke ist so dünn und abgetragen und die Hose hat er bestimmt von einem Erwachsenen bekommen. Sie ist ihm zu groß und mit unzähligen Flicken besetzt; und dann erst die Schuhe. Dieser Knirps hätte sich mal lieber ein ordentliches Stück Brot von dem Geld kaufen sollen, damit er am Ende nicht noch verhungert.

Sprecher: Herr Argentier schüttelt nur seinen Kopf und bleibt dann einen Augenblick stehen um den zerlumpten Jungen an sich vorbeigehen zu lassen. Fröhlich geht der Junge die Straße hinunter, doch dann werden seine Schritte langsamer.

Junge: O, da sitzt ja noch ein armer Mensch. Der Bettler von vorhin hatte nur einen Arm, aber dieser ist ja noch schlimmer dran. Ihm fehlt ein Bein. Wahrscheinlich hat er es im Krieg verloren. Soll ich ihm auch einen Sou geben? Aber es ist doch mein letzter, dann habe ich selbst nichts mehr. Die zwei Sous habe ich mir mühsam verdient, soll ich wirklich? Doch ich werde es tun, der liebe Gott wird es bestimmt belohnen.

(Herr Argentier ist hinter dem Jungen hergegangen)

Sprecher: Schnell greift der Junge in seine Hosentasche und gibt den letzten Sou dem Bettler. Mir einem fröhlichen und zufriedenen Gesicht schlendert er weiter. Das wird Herr Argentier doch zu bunt! Er beeilt sich um den Jungen einzuholen!

Herr Argentier: Hey, Junge warte mal! Du hast doch selber nichts und gibst noch dein letztes?! Dir sollte man die Ohren lang ziehen, Bursche!

Junge: (verwundert) Aber, wieso, Monsieur? Sehen Sie mal meine schlechte Jacke an. Ich habe niemanden, der mir eine bessere Jacke kauft. Eben hat mir eine Frau, für die ich Besorgungen gemacht habe, zwei Sous gegeben. Ich habe sie den beiden Armen in die Mütze geworfen. Sie sind doch ärmer als ich. Lieber eine schlechte Jacke als nur einen Arm oder ein Bein! Vielleicht bringen mir diese zwei kleinen Gaben Glück und ich bekomme eine neue Jacke.

Herr Argentier: (freundlich) Nun ja mein Junge – natürlich ist das möglich. Aber sag mal, wo hast du das denn gelernt?

Junge: Meine Schwestern Antoinette und Lucie gehen in den Religionsunterricht und da haben die neulich gelernt…

Herr Argentier: (nachdenklich) Ah, ich verstehe.

Sprecher: Eine längere Zeit sieht Herr Argentier schweigend vor sich hin. Er denkt an seine eigene Kindheit. Da hatte er auch so vieles gelernt, doch wie wenig hatte er davon in die Tat umgesetzt? Ihm fällt das Gleichnis von dem Kamel, dem Nadelöhr, dem Reichen und dem Himmelreich ein. Ihm ist plötzlich klar, was er zu tun hat.

Herr Argentier: (legt den Arm auf die Schulter des Jungen) Komm Junge, du sollst dich in deiner Hoffnung nicht getäuscht haben. Wir gehen gleich in ein Geschäft und dann bekommst du eine neue Jacke und eine Hose, die dir auch passt.

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Dez 09 2007

Die Wege des Herrn sind lauter Güte

Geschrieben von under Gottes Führung,Weihnachten

Die Wege des Herrn sind lauter Güte, ein christliches Anspiel zu Weihnachten und zum Thema Gottes Führung für 9 Personen

Sprecher: Die letzte Unterrichtstunde vor den Weihnachtsferien war beendet. Schnell packten die Studenten ihre Sachen zusammen und eilten fröhlich davon. Nur zwei von ihnen blieben in gedrückter Stimmung zurück. Das hatte der Direktor geboten, weil er ihnen etwas zu melden hatte. Sie wären auch gern so schnell wie möglich zur Bahn geeilt um rechtzeitig abfahren zu können, denn ihr Heim war viele Stunden weit entfernt. Da trat der Direktor ein und überreichte Georg ein Telegram. Er las:

Georg: Reisen gefährlich. Bleibt dort. Vater.

Sprecher: Verblüfft schwieg er. Der Direktor versuchte ihnen Mut zu machen.

Direktor: Nun ihr seid ja nicht die einzigen die nicht nach Hause kommen zum Fest. Ihr könnt euch euren Kameraden anschließen, die jedes Jahr hier die Weihnachtsferien zubringen müssen. Wünsche euch frohe Weihnachten!

Sprecher: Mit diesen Worten ließ er die enttäuschten Jungen stehen. Hans war ganz außer sich und rief:

Hans: Ich wollte, das Telegramm wäre eine Stunde später angekommen, dann wären wir schon unterwegs gewesen. Ich kann mir gar nicht vorstellen was das bedeuten soll. Warum hat Vati nur so Angst, wir sind doch nicht mehr klein.

Georg: Ach, Hans, Vater hatte uns bestimmt auch gern daheim. Sicher hat er Grund für seine Befürchtungen. Wir wollen versuchen, das Fest so gut wie es geht hier zu feiern.

Hans: Schön ist es am Heiligen Abend nur zu Hause mit allen unsern Lieben zusammen. Da sitzt Mutti am Klavier und spielt die schönen Weihnachtslieder, Vater erzählt die Weihnachtsgeschichte und dann sagen die Kleinen ihre Gedichte her… Ach es ist zum Heulen. Am liebsten würde ich trotzdem die Reise unternehmen. Was sollen nun die Geschenke, die wir fertig gemacht haben?

Sprecher: Bevor Georg etwas erwidern konnte, läutete das Telefon. Georg nahm den Hörer ab und lauschte gespannt. sein Gesicht erhellte sich. Er bedankte sich und sprach dann zu Hans, der ungeduldig daneben stand.

Georg: O Hans, freu dich! Wir haben eine Einladung für die Feiertage zu Papas Verwandten die hier nicht allzu weit wohnen. Der gute Vater wusste, dass wir enttäuscht sein werden, weil wir nicht nach Hause können, da hat er für ein anderes Vergnügen gesorgt.

Hans: Ah, das ist ja eine gute Idee von Vati! Wir wollen gleich alles zusammenpacken und uns Morgen früh auf den Weg machen. Wir müssen ja wohl auf Schusters Rappen wandern.

Georg: Ich denke das tut uns ganz gut, so eine Fußwanderschaft nach dem vielen Sitzen in der Klasse.

Sprecher: Am nächsten Morgen in aller Frühe gingen die zwei wohlgelaunt hinaus in der frostigen Wintermorgen. Die reifbedeckten Bäume glitzerten im hellen Sonnenschein. Der blendend weiße Schnee knirschte unter den Füßen. Am späten Nachmittag gelangten sie zu einem Gasthaus. Sie machten da eine kurze Rast, aßen eine warme Mahlzeit und wollten dann weitergehen. Der freundliche Wirt erkundigte sich nach dem Ziel ihrer Reise. Als er vernahm wo sie hin wollten, machte er ein ganz bedenkliches Gesicht und sagte:

Wirt: Ich würde euch raten lieber hier zu übernachten. Der Weg dahin geht durch einen ziemlich verwachsenen Wald. Der kurze Tag ist nun bald zu Ende. Außerdem zeigen sich am Himmel Schneewolken. Es könnte Sturmwetter geben, das wäre sehr gefährlich für euch.

Sprecher: Sie gingen vor die Tür und bemerkten die Wolken und auch den Wind. Georg hatte Bedenken und meinte.

Georg: Was meinst du Hans, sollten wir vielleicht den gutgemeinten Rat befolgen und hier übernachten?

Hans: Ach was! Wenn wir schon nicht zu Hause sein können, so wollen wir wenigsten bei unseren Freunden sein. Sie erwarten uns unbedingt heute zum Heiligen Abend.

Sprecher: Sie eilten vorwärts. Als sie den Wald erreicht hatten wurde es schon ganz dunkel. Es fiel dichter Schnee. Der Wind wirbelte die Flocken um sie herum. Endlos schien der Weg durch den Wald. Immer langsamer kamen sie weiter. Mit Schrecken bemerkten sie, dass sie vom Weg abgeirrt waren. Hans blieb stehen und seufzte.

Hans: Georg ich kann nicht mehr weiter. Mir fallen die Augen zu und meine Füße sind wie bleiern.

Georg: Nein Hans, wir dürfen jetzt nicht ruhen, sonst schlafen wir ein und erfrieren. Komm wir wollen suchen, vielleicht finden wir doch den Weg.

Hans: Ich kann wirklich nicht mehr weiter. Lass mich.

Georg: O was sollen wir nur machen! Hilf uns o Herr Jesus, dass wir nicht hier erfrieren…

Sprecher: Georg schaute sich noch einmal nach allen Seiten um. Plötzlich leuchtete nicht weit entfernt ein kleines Licht auf. Er rüttelte seinen Bruder aus dem Schlaf und rief:

Georg: Hans, wach auf, schau dort ist ein Lichtlein! Komm wir müssen uns beeilen das wir hinkommen, ehe es vielleicht verschwindet.

Sprecher: Das half. Hans fasste neuen Mut. Nach kurzer Zeit gelangten sie zu einer Hütte die fast untergeschneit war. Mit großer Mühe bannten sie sich einen Weg zur Tür. Auf ihr Klopfen öffnete ein größeres Mädchen die Tür und starrte erschrocken auf die Schneemänner. Mehrere kleinere Kinder umringte das Bett der Mutter, die krank dalag. Mit schwacher Stimme fragte sie.

Mutter: Wer seid ihr und was wollt ihr?

Sprecher: Hans erzählte kurz ihr Reiseabenteuer und bat

Hans: Wollen sie uns erlauben hier zu bleiben bis es hell wird und das Wetter sich ändert?

Mutter: Ja gerne. Ihr seht aber, wir haben nichts um euch zu bewirten und es ist auch nichts da um den Ofen zu heizen.

Georg: Das lasst unsere Sorge sein. Wir sind sehr dankbar, dass wir hier bleiben dürfen.

Sprecher: Sie fanden ein Beil, eilten in den Wald und kamen nach kurzer Zeit beladen mit Brennholz zurück. Schnell wurde Feuer im Ofen gemacht. Es wurde warm in dem kleinen Raum. Der Teekessel summte. Nun wurde der Tisch an das Bett der Kranken gerückt. Die Jungen rückten alles aus ihren Rücksäcken hervor. Da kam Brot, Käse und Wurst auf den Tisch. Die Kinder staunten. Sie waren ganz vertraulich geworden. Die arme Mutter war tief bewegt und dankt Gott für die wunderbare Hilfe. Nachdem sie gegessen hatten erzählte sie.

Mutter: Solange der Vater für die Familie sorgte kannten wir keinen Mangel. Aber dann kam er bei einem Unfall ums Leben. Ich konnte nicht viel verdienen. Oft langte es nicht für Nahrung und Kleidung. Wir konnten aber immer aus dem Wald das Holz holen zum heizen und brauchten nicht frieren. Aber heute konnte ich nicht aufstehen, so mussten wir heute am Heiligen Abend hungern und frieren. Doch nun hat der barmherzige Gott unser Flehen erhört und uns in der Not geholfen. Ihm sei Lob und Dank! Nun, euch kann ich gar nicht genug danken für alle Liebe die ihr uns erweist. Der Herr wolle es euch vergelten.

Hans: O das macht uns selbst Freude mit euch glücklich zu sein.

Georg: Ich glaube das hat wohl der liebe Gott so gewollt, dass wir hierher kommen mussten. Deshalb konnten wir nicht nach Hause fahren und mussten uns noch im Wald verirren. Wir waren ja auch in großer Gefahr. Wenn wir das Licht nicht erblickt hätten, wären wir wohl im Wald erfroren. Aber jetzt wollen wir richtig Weihnachten feiern. Die Kinder haben sicher auch was zu Weihnachten gelernt und können ihre Gedichte aufsagen nicht wahr?

1. Kind: Willkommen schöne Weihnachtszeit,
du bist es die die Welt erfreut
Es freut sich wieder jung und alt,
das es durch alle Lande schallt
Es freut sich wieder arm und reich,
der Herr schenkt ja doch allen gleich
Er gab uns den Herrn Jesus Christ,
der in die Welt gekommen ist. Amen.

2. Kind: Weihnachtsfreude schallet heut
auf der Erde weit und breit.
Weil der liebe heilge Christ
in die Welt gekommen ist.
Weihnachtsfreude! Nah und fern
Weihnachtsglocken klingen.
Ja der Heiland ist nun da
lasst uns fröhlich singen.
Möge mit der Engel Chor
unser Lied erschallen,
Fried auf Erden, Gott die Ehr,
Menschen Wohlgefallen! Amen.

3. Kind: Jesus unsre Weihnachtsfreude
nimm du unsre herzen ein.
Wollest selbst zu allen Zeiten
unser ein und alles sein! Amen.

Georg: Das war schön! Wir wollen nun auch das Lied singen das die Engel dort in Bethlehem sangen als Jesus geboren war.

LIED: Ehre sei Gott in der Höhe…

Sprecher: Nachdem das Lied beendet war erzählte Georg die Weihnachtsgeschichte wie es zu Hause der Vater tat. Dann bekamen die Kinder kleine Geschenke, die eigentlich für ihre kleinen Geschwister bestimmt waren. Das war eine Überraschung für diese Armen, die sich nicht erinnern konnten jemals ein Weihnachtsgeschenk zu erhalten. Endlich gingen alle müde aber glücklich zur Ruhe.
Der nächste Morgen brach an. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und kein Lüftchen regte sich. Ganz nahe stand die Hütte am Rand des Waldes. Als sie heraustraten auf den freien Feldweg, erblickten sie den Ort, den sie erreichen wollten. Bald waren sie in dem gastfreundlichen Hause und erzählten alles was sich zugetragen hatte. Alle Anwesenden hörten gespannt zu und als sie geendet hatten, waren alle dankbar und freudig gestimmt. Nun gab es eine frohe Feier, an die Georg und Hans sich noch lange erinnerten. Am meisten aber war es die Erfahrung die immer im Gedächtnis blieb, wie wunderbar Gott die Gebete erhört.
Wenn sie am Heiligen Abend glücklich und froh waren, vergaßen sie nicht, dass es viele arme Menschen gibt und suchten anderen Freude zu machen. In jener Nacht hatten sie auch erkannt, dass Jesus in die Welt gekommen ist um verlorene zu retten vom ewigen Tode. Sie nahmen auch diese Rettung dankbar an.

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