Archive für die Kategorie 'Gottes Führung'

Nov 27 2008

Gottes Führung

Geschrieben von Christ under Gottes Führung

Gottes Führung, ein christliches Anspiel für 5 Personen

Autor: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Psalm 8,5.

„Wie die Zeit doch langsam rumgeht“, seufzte der Pförtner, der in dem großen Krankenhaus Nachtwache hielt. Es war gegen zwei Uhr morgens, und eben wollte er ein Buch nehmen, um sich die Zeit zu vertreiben, als es heftig klingelte. Mehrere Polizisten brachten auf einer Tragbahre einen Kollegen, der sich bei einem Brand, zu dessen Bekämpfung auch eine Polizeiabteilung herbeigerufen worden war, schwere Brandwunden zugezogen hatte. Vorsichtig trugen sie ihn in einen Operationssaal. Der Arzt war bald zur Stelle, und mit Umsicht wurden die Brandwunden behandelt. Dann legte man den Unglücklichen in ein freies Bett in einem großen Saal.
In demselben Raum lagen auch Kinder, da das Krankenhaus überfüllt war. Unmittelbar neben dem Bett, in das man den Verunglückten schlief ein Junge von etwa sieben Jahren. Als er aufwachte, bemerkte er, dass das Bett neben ihm besetzt war. Flüsternd Fragte er die Krankenschwester, die gerade zum Fiebermessen kam:

Paul: Wer ist das?

Schwester: Wer das ist? Ein Polizist – sorg deshalb nur dafür, dass du immer recht brav bist, sonst …

Autor: Als der kleine Junge hörte dass sein Bettnachbar Polizist sei, erschrak er doch ein wenig. Scheu blickte er zu dem gefürchteten Mann hinüber und fragte.

Paul: Ist es ein richtiger Polizist?

Schwester: Ja, gewiss, ein ganz richtiger; aber er ist sehr, sehr krank. Darum musst du schön still und ruhig bleiben, nicht wahr?

Autor: Noch einmal richtete sich der Kleine auf und schaute zu dem Verunglückten hinüber, dann legte er sich still hin. Es war ihm doch nicht ganz geheuer neben einem Polizisten, und am liebsten hätte er in einem anderen Bett liegen wollen.
In diesem Augenblick trat der Arzt in den Saal, ging sofort auf das Bett des Verunglückten zu und fühlte seinen Puls. Durch diese Berührung geweckt, schlug der Mann zum erstenmal die Augen auf und blickte verwirrt um sich her. Erst allmählich kehrte die Erinnerung an das Vorgefallene zurück.

Polizist: Wie lange werde ich hier bleiben müssen, Herr Doktor?

Doktor: Das kommt ganz darauf an; einen Monat werden Sie schon rechnen müssen, aber seien Sie dankbar, dass Sie mit dem Leben davongekommen sind.

Autor: Bitterkeit und Unmut stiegen in dem Herzen des Mannes auf bei dem Gedanken, so lange im Krankenhaus liegen zu müssen. Ärgerlich sagte er:

Polizist: Dankbar, für was soll ich den dankbar sein?

Autor: Unwillig drehte er den Kopf zur Seite und – blickte in ein Paar halb neugierige, halb ängstliche Augen. Es waren blaue, unschuldige Kinderaugen, deren treuer Blick ihm zu Herzen ging. Und jetzt vernahm er sogar eine zarte Kinderstimme, die im Flüsterton fragte:

Paul: Geht es Ihnen besser, Herr Polizist?

Polizist: Besser? Davon kann noch keine Rede sein. Aber wer bist du denn? Wie heißt du?

Paul: Ich heiße Paul und bin schon lange hier. Ich kann nicht mehr gehen. Meine Füße sind gelähmt und schmerzen mich sehr; aber ich will ganz ruhig sein, denn die Schwester hat mir gesagt, dass Sie Polizist sind.

Autor: Trotz seiner Schmerzen konnte der Mann ein Lächeln nicht unterdrücken. Das ermutigte den Kleinen, denn ein Polizist, der lachen konnte, war sicher kein so böser Mann. Freimütig begann er nun mit dem Nachbarn zu plaudern, bis die Schwester kam und der Unterhaltung ein Ende bereitete.

Gegen Abend hörte er wieder die Stimme des kleinen Jungen. Er unterhielt sich leise mit der Schwester, aber der Polizist konnte trotzdem alles verstehen.

Paul: Ich habe nach ihm gesehen, Schwester, aber ich glaube nicht, dass er betet. Ich denke, er hat zu große Schmerzen, um beten zu können. Wenn meine Füße mir so weh tun, dann kann ich auch nicht beten; ich muss dann oft weinen. Vielleicht ist das bei ihm auch so, aber ein Polizist weint doch nicht, Schwester, oder?

Schwester: Ich glaube auch, Paul, dass der arme Mann arge Schmerzen hat und sehr leidet. Er hat viele große Brandwunden.

Paul: Wissen Sie was, Schwester? Ich will von jetzt an, so wie ich für mich bete, auch für den Polizisten beten, bis er selber so gesund ist, dass er für sich beten kann. Das wird sicher dem Herrn Jesus recht sein, denn Er weiß ja, wie krank der Mann ist, nicht wahr, Schwester?

Schwester: Ich glaube es auch, Paul, und…

Autor: Weiter kam sie nicht, denn ein anderer Patient rief nach ihr. Noch einmal schaute er zu seinem neuen Freund hinüber, dann schloss er die Augen, faltete die Hände und betete leise, aber doch laut genug, dass der Polizist es verstehen konnte:

Paul: Lieber Heiland, heute muss ich zweimal beten. Einmal für den Poli-zisten, und einmal für mich. Lieber, treuer Heiland, willst Du bitte sein Schaf in dieser Nacht bewahren und bis zum Morgen darüber wachen? Sei Du bei Ihm!  Amen.

Autor: Einen Augenblick später lag der Kopf mit den blonden Locken tief in den Kissen; der Kleine war eingeschlafen.
Der Polizist, der alles gehört hatte, konnte jedoch den Schlaf nicht finden. Die Schmerzen hinderten ihn daran. Aber mehr noch beschäftigte ihn das kurze Gebet, das der kleine Junge für ihn an den guten Hirten gerichtet hatte. Sollte wohl dieses Gebet Erhörung finden? Würde Jesus ihm in dieser Nacht wirklich nahe sein? Unmöglich! Für ihn befand sich Gott in weiter, weiter Ferne. Doch das Kind hatte gebetet: Sei Du bei ihm! Sollte das noch möglich sein?
Er war ein Irrtum. Er war kein Schaf des Herrn Jesus. Was lernte er doch vor vielen Jahren in der Sonntagsschule?

Polizist: Heißt es nicht irgendwo in der Bibel: Meine Schafe hören mein Stimme, und sie folgen mir? Aber ich habe nicht auf die Stimme gehört! Ich habe ihr auch nie gefolgt.

Autor: Ein Polizist weint nicht, hatte der kleine Junge gemeint. Wie erstaunt wurde er aber gewesen sein, wenn er jetzt zu seinem Nachbarn hinüber geschaut hätte. Große Tränen rollten dem starken Mann über die Wangen. Anton Hagebuch, weinte zum erstenmal über sein Gott – Fernsein und sein verlorenes Leben. Die Tränen brachten ihm etwas Erleichterung. Der gute Hirte schien ihm in diesem Augenblick nicht mehr ganz so ferne zu sein. Mit den Worten „Herr Jesus! Sei Du bei mir!“ schlief er endlich ein.

-Musik-

Einige Tage später, als er sich etwas besser fühlte, erbat er sich eine Bibel. Er begann eifrig darin zu lesen, aber sie brachte ihm keinen Trost. Im Gegenteil! Seine Sündenlast drückte ihn immer mehr, und in seinem Innern wurde es dunkler und dunkler.
(unter Musikbegleitung)  Das einzige, was ihn manchmal aufmunterte, waren die wenigen Augenblicke, wenn Paul mit ihm plauderte.
Eines Nachmittags las Hagebuch eifrig in der Bibel. Auf einmal kam er zu den Worten: „Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und der Herr hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit“ Jesaja 53.6
Lange blieb er bei diesem Vers stehen. Dann flüsterte er vor sich hin.

Polizist: Ja zu diesen Schafen gehöre ich auch. Ich bin auch ein Schaf das seinen eigenen Weg gegangen ist.

Autor: Weiter kam er mit seinen Gedanken nicht, aber wie viel ist schon erreicht, wenn ein Mensch einsieht, dass er zu den verlorenen, irregehenden Schafe gehört!
Als Paul am Abend seinem Nachbarn wie gewöhnlich eine gute Nacht wünschte, bat der Polizist:

Polizist: Paul, mein lieber, kleiner Freund, bete vor allem heute Abend für mich!

Autor: Paul faltete die Hände, wie er es immer tat, und betete mit leiser und schwacher Stimme: (Musik ende)

Paul: Herr Jesus, willst Du Dein Schaf in dieser Nacht bewahren und bis zum Morgen darüber wachen? Sei Du bei ihm! Amen.
Gute Nacht, Herr Polizist, ich bin so arg müde.

Autor: Es wurde mit jedem Tag klarer, dass die Tage des kleinen Paul gezählt waren. Er wurde zusehends schwächer. Meistens lag er im Halbschlummer. Polizist Hagebuch hingegen durfte bereits etwas aufstehen und machte gute Fortschritte. Doch mehr wert als sein körperliches Wohlbefinden, das war der Umstand, dass es nach Tagen voller Kämpfe und Zweifel in seiner Seele plötzlich hell wurde.
Eines Abends stand der Polizist in einiger Entfernung in ernstem Gespräch mit der Schwester.

Polizist: Ist es wirklich so, dass mein Liebling höchstens noch zwei Tage leben soll?

Autor: Da hörte der Polizist, dass Paul seinen Namen rief. Er eilte auf dessen Bett zu, beugte sich über den Kleinen und fragte freundlich.

Polizist: Ich bin hier. Was wünschst du von mir?

Paul: Oh, ich möchte so gern, dass Sie sich zu mir setzen und meine Hand halten, bis der Herr Jesus kommt und mich heimholt.

Autor: Hagebuch fühlte, wie seine Kehle sich bei diesen Worten zuschnürte. Er verdankte Paul ja so viel, darum konnte er vorerst kein Wort erwidern.

Paul: Ach, meine Füße tun mir so schrecklich weh; aber in der Sonntagsschule sangen wir.
Denn nach diesen schönen Tagen
Werd‘ ich endlich heimgetragen
In des Hirten Arm und Schoß.
Amen, ja, mein Glück ist groß!
(Musikbegleitung)   Die Schwester hat mir gesagt, dass der Heiland bald kommen wird, um mich heimzuholen.

Autor: Polizist Hagebuch konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Dann sprach Paul weiter.

Paul: Warum weinen Sie denn, Herr Polizist, tut es Ihnen leid, dass ich weggehe? Möchten Sie auch gern mitgehen? Dann will ich es dem Herrn Jesus sagen, wenn ich Ihn sehe.

Polizist: Ja, Paul, sag es Ihm jetzt, dass ich auch gern kommen möchte.

Autor: Der kleine Junge faltete die Hände und flüsterte:

Paul: Herr Jesus, der Herr Polizist will auch zu Dir kommen.

Autor: Dann sank das Lockenköpfchen müde in das Kissen zurück. Sein Atem ging schwer. Plötzlich öffnete er noch einmal die Augen, sah seinen Freund an und stammelte:

Paul: Treuer Hirte – dein Lämmlein kommt – zu Dir – aber auch das Schaf – der Polizist – will auch – bei Dir sein -  (Musikende)

Autor: Ein letzer Seufzer, und die Seele Pauls war dort, wo es keine Leiden, keine Schmerzen und keine Tränen mehr gibt, wo alles herrlich und voll Freude ist. Der gute Hirte hatte Sein Lämmlein zu sich genommen; aber vorher hatte er es benutzt, einem verlorenen Sünder den Weg des Heils zu zeigen. Große tränen perlten über die Wangen des starken Mannes. Er schämte sich nicht darüber. Sein kleiner Liebling, der von ihm gegangen war, hatte ihm den Weg zum Himmel gewiesen.

Liebe Zuhörer, lasst uns heute auf Gottes Wort hören, und wandeln im Lichte, solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Gottes Führung (38KB)
Klicks: 54

Sende Artikel als PDF an PDF

No responses yet

Nov 20 2008

Die Ruhe der Geborgenen

Geschrieben von Christ under Gottes Führung

Die Ruhe der Geborgenen, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 4 Personen

Simone: Und ich sage dir, jetzt ist Schluss damit! Ich halte es mit dir nicht mehr aus!

Reimund: Willst du nicht wenigstens der Kinder wegen bleiben?

Simone: Du hast dich bislang nie um die Kinder gekümmert, es kann dir also egal bleiben was mit den Kindern passiert. Früher habe ich dich so oft darum gebeten, etwas mit den Kindern zu unternehmen, mal auszugehen, einen Spielplatz zu besuchen oder ähnliches?
Jetzt fragst du nach den Kindern? Lächerlich!

Reimund: Simone, du kannst doch nicht nach 15 Jahren gemeinsamen Lebens gehen!

Simone: So, kann ich nicht? Ich werde es eindrücklich beweisen, sehr eindrücklich. 15 Jahre bist du gegangen und gekommen, wie du wolltest, dir war es gleich wie es deinen Kindern, geschweige denn deiner Frau ging. Wenn ich dich mal um etwas gebeten habe, hat dich nichts auch nur berührt. Nicht zu sprechen davon, was meine Gefühle oder Sorgen anging. Es reicht!

Reimund: Simone, ich bitte dich, bleib!
Was soll ich mit den Kindern? Die können höchstens zu den Großeltern aufs Land.

Simone: Keine Sorge! Das habe ich alles längst geregelt! Von dir habe ich keine Hilfe erwartet.

Reimund: Was werden bloß deine Eltern sagen? Und meine! Deine halten nichts von einer Scheidung, weil sie doch so fromm sind.

Simone: Kümmere du dich auch weiterhin nur um dich. Es ist wirklich ungewöhnlich, dass du dich um jemand anderen Gedanken machst.

-Musik-

Simone: (geht spazieren) Wie gut der Wind im Gesicht tut. Es kühlt ein bisschen meine Wut und Verzweiflung!
Wie grandios die Möwen im Wind segeln und die vielen Schiffe… Herrlich. Hier auf Langeoog ist jetzt noch so wenig los, dass man kaum einen Menschen sieht. Ich brauche im Moment am allerwenigsten Gesellschaft.
(leise zu sich) O, beinahe hätte ich das kleine Mädchen übersehen.

Ina: (sitzt) Guten Tag, wie heißt du?

Simone: Simone! (kurz)

Ina: Bist du allein?

Simone: Ja.

Ina: Schau mal, die Muschel habe ich heute gefunden. Ist sie nicht herrlich?

Simone: (zögert, setzt sich) Hhmm.

Ina: Meine Mama sagt; die hat alle der Schöpfer gemacht. Findest du nicht auch, dass er gute Ideen hat?

Simone: Ja, wenn du meinst…

Ina: Sie sagt auch, alles andere auf der Welt, ist auch sein Werk.

Simone: Du hast bestimmt eine gute Mama.

Ina: Ja, die ist auch von Gott, ich habe alles von Gott.

Simone: Dann geht es dir sicher auch sehr gut, was? (steht auf)

Ina: Kommst du bald wieder?

Simone: Ich weiß nicht, ich muss auch schon weiter. Tschüss, Kleine.
(zu sich) Gott! Wenn ich nur wüsste, wo er ist.

-Musik-

Simone: Ich habe mir vorgestellt, es würde leichter, wenn ich weit weg von zu Hause alleine sein kann, aber es wird irgendwie schwerer. Dieser Druck auf meiner Seele! So elend habe ich mich noch nie gefühlt. Da hilft nur spazieren gehen. Und ich gehe tatsächlich den gleichen Weg wie letztes Mal. Warum bringt mir der Wind, die See, die Wellen keine…

Ina: Simone, Simone, du bist ja doch wiedergekommen. Ich bin so alleine, meine Mutti hat zu tun, und sonst habe ich keinen. Setzt du dich zu mir in den Sand?

Simone: (nicht liebevoll, aber setzt sich) Nur ein bisschen. Ich muss viel nachdenken. Deshalb bleibe ich nur kurz. Wie heißt du denn?

Ina: (fröhlich) Ina, aber schau mal, heute habe ich ein Feder am Strand gefunden. Hast du dir schon mal eine Feder genau angesehen? Sieh hier, wie fein und bunt sie ist. Das ist mein Schatz. Die Muschel, die Feder, und da habe ich noch etwas. Ich habe dich gestern oben am Deich gehen sehen. Und weil du so traurig ausgesehen hast, habe ich dir ein Bild gemalt.

Simone: Aber Ina, das war doch nicht, … also ich meine, du hast die wirklich viel Mühe gegeben.

Ina: Meine Mama sagt, Gott weiß wann wir traurig sind und er kann uns trösten. Und weil Gott dich tröstet, habe ich dieses Bild gemalt, damit du nicht vergisst, dass er das getan hat.

Simone: Ina, du bist ein Sonnenstrahl….

Ina: Außerdem schenke ich dir meinen Schatz. Pass gut auf die Muschel und die Feder auf. So, (traurig) leider muss ich jetzt zu meiner Mama. Ich bin so müde….

-Musik-

Simone: (sitzt) Wo ist nur Ina? Die Kleine fehlt mir so. Ihr Geplauder hat mehr bewirkt als Spazieren gehen und alles andere.
Vielleicht sollt ich sie mal bei den Häusern suchen. Wenn sie nicht hier auf ihrem Platz ist, wird sie vielleicht vor ihrem Ferienhaus spielen, wirklich seltsam….
Da kommt eine Frau von den Reihenhäusern, ich frage sie mal, ob sie Ina kennt, ich weiß nicht mal ihren Nachnamen.
(gehen aufeinander zu)
Guten Tag, entschuldigen sie die Frage, kennen sie eine Ina?

Mutter: Ina Siewen?

Simone: Ihren Nachnamen kenne ich nicht, wir haben uns hier draußen kennengelernt.

-Musik-(sehr leise)

Mutter: Doch, ich kenne sie, sehr gut sogar. Weshalb fragen sie?

Simone: Ich habe schon einige Tage nach ihr Ausschau gehalten, aber sie kommt nicht mehr. Wissen sie, ich bin mit viel Kummer hierher auf die Insel gefahren, und dieses Kind hat mir auf unerklärliche Weise mehr geholfen als andere Mittel. Ich war nicht gerade freundlich zu ihr und wollte mich einfach mit ihr unterhalten. Sie war so… sie war so übernatürlich, fast als lebte sie in ihrer eignen Welt.

Mutter: Sie lebt in einer anderen Welt.
Hat sie ihnen nie noch mehr von sich erzählt?

Simone: (ahnungslos) Nein! Was denn?

Mutter: (leise) Mein Kind hat vor 2 Jahren unter schlimmen Problemen, die mein Mann und ich hatten, nervlich bedingt einen Ausschlag bekommen. Schon bald entwickelte er sich zu bösartigen Auswüchsen und seit einem halben Jahr ist sie unheilbar. Sie wusste das alles. Am Wochenende ist sie… ist sie…

Simone: Nein, das darf nicht wahr sein, sie ist nicht mehr da?!

Mutter: (leise) Sie hat wirklich in der Welt gelebt, in der die Engel auf sie warteten. Und ihre Beobachtung trifft zu. Sie war in der letzten Zeit wie abgerückt.

Simone: Frau Siewen, ich habe zu Hause auch große Schwierigkeiten, aber jetzt muss ich dringend, dringend nach Hause.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Die Ruhe der Geborgenen (29.5KB)
Klicks: 38

Sende Artikel als PDF an PDF Creator

No responses yet

Nov 20 2008

Raue Wege

Geschrieben von Christ under Gottes Führung

Raue Wege, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 4 Personen

Sprecher: Lilian Dickson, eine amerikanische Missionarsfrau, die mit ihrem Mann in Taiwan arbeitete, kümmerte sich jahrelang um eine Leprasiedlung dort. Eines Tages erhielt sie Post.

Lilian: (sie reicht ihrem Mann einen Brief) Sieh mal hier! Wir erhalten wieder mal eine größere Summe Geld. Schön, dass unsere Geschwister immer noch Freudigkeit haben uns finanziell zu unterstützen. Auch ihre Gebete helfen uns die Arbeit zu verrichten.

Mann: Ja, Gott hat uns schon oft durch unsere Freunde in der Heimat geholfen. Hm, was meinst du, wofür sollten wir das Geld verwenden? Wir müssen verantwortlich damit umgehen.

Lilian: Weißt du, ich finde es immer sehr schade, wenn der Gottesdienst bei Regenwetter nur wenig besucht wird. Die Wege in der Siedlung wandeln sich in Morast, sodass sie für die vielen Leprakranken unbegehbar werden. Dieser Betrag wird bestimmt ausreichen um sie zu erneuern. Vor allem müssen sie gut betoniert werden.

Mann: Das ist eine gute Idee. Vielleicht können wir dadurch noch mehr Menschen mit dem Evangelium erreichen.

Sprecher: Die Missionare zögerten nicht um ihren Plan auszuführen. Lilian freute sich schon auf den Erfolg als sie auf dem Heimweg den Arbeitern zuschaute.

Lilian: Bald können die Kranken auch bei Regen kommen um Gottes Wort zu hören. Aber, was ist denn das? Die Straße ist ja gar nicht glatt! Warum wird hier gepfuscht?
(sie geht auf einem Arbeiter zu)
Sagen Sie mal, warum wird die Arbeit nicht ordnungsgemäß ausgeführt?

Arbeiter: Wieso meinen Sie? Wir geben uns doch Mühe.

Lilian: Nun, sehen Sie sich mal die Straßen an! Sie sind ja richtig rau. Nein, die Straßen müssen neu betoniert werden.

Arbeiter: Ach, das meinen Sie. Die Straßen werden absichtlich aufgeraut.

Lilian: Aber warum denn?

Arbeiter: Wenn die Wege nicht rau sind, fallen die Leute mit ihren kranken Füssen und rutschen mit ihren Stöcken aus.

Lilian: Ach so. Vielen Dank für die Erklärung. Auf Wiedersehn.

Sprecher: Die Worte des Arbeiters bewegten die Missionarin sehr.

Mann: Lilian, du bist so nachdenklich. Ist etwas passiert?

Lilian: Nein. Hast du schon gemerkt, dass die neuen Straßen rau sind?

Mann: Nein, und?

Lilian: Als ich es gemerkt habe, wollte ich dagegen Einspruch erheben. Aber ein Arbeiter erklärte mir, dass die Wege aufgeraut werden, damit die Kranken nicht ausrutschen. Macht Gott deswegen unsere Wege auch manchmal ein wenig rau, damit wir nicht ausgleiten und fallen?

Sprecher: Wir wünschen uns für unser Leben ebene Wege, die ohne Mühe zu gehen sind. Jedes „Steinchen auf dem Weg” stört uns, und wir sind froh, wenn alles “glatt geht”. Jede Krankheit dünkt uns verkehrt, erscheint uns als ein falscher Weg.
Und doch steht Gottes bewahrende Liebe dahinter. Er möchte nicht, “dass wir fallen”, und wir “fallen” so leicht, wenn alles flott und glatt weitergeht.
Da ist es wohl Gottes liebevoll bewahrende Hand, wenn er uns in die Stille führt, uns einen “rauen” Weg” gehen lässt, auf dem wir vorsichtig und langsam gehen und auf jeden Schritt acht haben müssen, damit wir nicht stolpern.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Raue Wege (26KB)
Klicks: 50

Sende Artikel als PDF an PDF

No responses yet

Nov 20 2008

Gefährliche Stunden und Gottes Führung

Geschrieben von Christ under Gottes Führung

Gefährliche Stunden und Gottes Führung, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 9 Personen

Lyle: Wie würde es dir gefallen, uns zu helfen, die Macurapis zu erreichen?

Bruce: Die Macurapis? Wer sind sie?

Lyle: Das wundert mich nicht, dass du sie nicht kennst. Wir hätten auch nie von ihnen gehört, wenn ich nicht zufällig in einem Laden in Guajara Mirim einige Kaufleute getroffen hätte, die Geschäfte mit ihnen machen.

Bruce: Wo leben sie?

Lyle: Nun du weißt ja, wo der Rio Mequenes in den Rio Guapore mündet.

Bruce: Ja. Das Postboot hat dort angehalten, als ich mitgefahren bin.

Lyle: Also ungefähr hundert Kilometer weiter östlich leben die Macurapis. Hundert Kilometer Luftlinie wohlgemerkt.

Bruce: Mit anderen Worten heißt das, hundertsechzig oder sogar zweihundertundvierzig Kilometer mit dem Boot oder mit der Eisenbahn. Richtig?

Lyle: Das dürfte ungefähr hinkommen.

Bruce: Hört sich gar nicht so weit an.

Lyle: Ja, aber hier ist der Haken: Das Gebiet das dazwischen liegt, ist ausgedehnter, unwegsamer Sumpf. Ich habe gehört, dass dieser Sumpf ungefähr fünfzig Kilometer breit ist. Ich verstehe, dass die Gummiarbeiter hin und wieder durchmüssen – aber niemand sonst.
Ich lebe hier schon zu lange auf dieser Station, vergleichsweise komfortabel, nur mit der Unterstützung anderer Missionare beschäftigt. Ich fühle, dass die Reihe nun an mir ist, zu einem Stamm hinzugehen. Und jetzt da die Abbeys gekommen sind, um uns zu unterstützen, und eine andere Missionarsfamilie unsere Arbeit hier übernehmen wird, ist das meine Chance.

Bruce: Aber braucht ihr mich denn wirklich?

Lyle: Sieh mal, Bruce. Seien wir doch ehrlich. Wilbur und ich sind doch beide absolute Neulinge. Wir sind beide in guter körperlicher Verfassung, aber keiner von uns beiden war jemals zuvor in der Wildnis. Was wir vor allem brauchen, ist jemand wie dich, der schon Erfahrung hat im Dschungelleben und mit den Indianern.

Bruce: Was weißt du über diesen Stamm?

Lyle: Nicht viel.

Bruce: Sind es Wilde?

Lyle: Ich nehme an, ja – und nein. Sie erlegen das Wild mit Pfeil und Bogen. Aber sie scheinen mit den benachbarten Gummiarbeitern ganz gut auszukommen. Manche Macurapis arbeiten sogar für sie. Ehrlich gesagt, wir erwarten nicht allzu viele Schwierigkeiten mit ihnen.
Um genau zu sein: Wir planen, ein ständiges Lager auf der anderen Seite des Sumpfes zu errichten. Von dort aus können wir dann versuchen, Kontakte zu knüpfen. Wir möchten unsere Familien mitnehmen.

Bruce: Nun mal langsam, Lyle. Erst solltest du herausfinden, worauf du dich da einlässt.

Lyle: Alle Kontakte bergen ein Risiko. Das wissen wir. Der Herr wird uns seinen Schutz geben. Das wissen wir auch. Natürlich würde es trotzdem falsch sein, unsere Familien unnötigen Gefahren auszusetzen. Deshalb brauchen wir deinen Rat und deine Erfahrung, ebenso wie deine Hilfe.

Bruce: Gut, ich bin dabei.

Lied: „Wohin Gott mich führet…“

Sprecher: Es würde noch einige Zeit dauern, ehe die Expedition starten konnte. Aber es gab im Vorfeld eine Menge Dinge zu erledigen. Die Sharps und die Abbeys würden nun Vorräte und Haushaltsgegenstände einkaufen. Dann würden sie flussaufwärts reisen und ein Basislager an der Mündung des Rio Mequenes errichten.
Nach etwa fünf Monaten zogen die Sharps und die Abbeys um. Inzwischen war alle Habe der beiden Familien im Basislager eingetroffen, einschließlich der Haushaltswaren. Insgesamt ungefähr anderthalb Tonnen Ladung. Wir begannen vorsichtig in Lyles kurzes, breites Aluminiumboot und in mein etwa neun Meter langes Kanu zu verladen. Das Einladen dauerte den ganzen Tag. Da wir keine Zeit verlieren wollten, starteten wir gleich am nächsten Tag frühmorgens. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir den Sumpf. Lyles Boot traf auf Seerosenpolster und hohes Gras. Dann warf ich meinen ersten Blick auf den Sumpf. So etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. So weit das Auge sehen konnte, dehnte sich von Horizont zu Horizont verlassenes, eintöniges, leeres Brachland aus. Wasser und Gras, dann noch mehr Wasser und Gras. Die Fahrt wurde langsamer und wir kamen nur schwer voran. Es gab keine Möglichkeit vor Einbruch der Dunkelheit festes Land zu erreichen. Wir waren in der Mitte des Sumpfes gefangen und mussten in unseren Booten übernachten.
Am nächsten Tag setzten wir die Reise fort. Einmal waren es Seerosen und Gras, später Mahagoniäste, die uns den Weg versperrten. Manchmal mussten wir so viele Äste durchtrennen, dass wir nicht mehr als acht Kilometer am Tag schafften.
-Musik-

Sprecher: Als wir schon einige Tage unterwegs waren entdeckten wir vor dem Einbruch der Dunkelheit einen schönen Platz zum Rasten weiter flussaufwärts. Wir beschlossen, die Boote nicht zu entladen, weil wir alle so müde waren. Einmal während der Nacht wachte ich durch ein lautes Platschen auf. Etwas später hörte ich Benzinkanister klappern; ich war mir jedoch nicht sicher, ob ich nur träumte. Am frühen Morgen schaute ich durch mein Moskitonetz. Lyles Boot war da, aber das Kanu war verschwunden.

Bruce: He Lyle! Schon wach?

Lyle: Wie? Was?

Bruce: Das Kanu ist gesunken.

Lyle: Die Vorräte! Ungefähr ein Viertel unserer Habe ist in diesem Kanu. Und die Vorräte müssen zehn Monate lang reichen. Kommt – sehen wir, was wir noch retten können.

Sprecher: Wir vier Männer sprangen ins Wasser und tauchten nach den Säcken und Kisten. Die Reissäcke wogen trocken etwa hundertzehn Pfund und in durchweichtem Zustand etwa das Doppelte. Unter vielem Ächzen und Stöhnen holten wir alles ans Ufer ins Trockene. Traurig sah Lyle auf die Säcke mit Mais.

Lyle: Wenn wir im Lager ankommen, müssen wir das sofort pflanzen. Es wird schon bald keimen. Erinnert mich bloß daran – alles hängt davon ab.

Sprecher: Nach drei weiteren Tagen anstrengenden Fortkommens, fanden wir den idealen Platz für ein bleibendes Lager. Der Platz lag etwas erhöht; das Unterholz war niedrig und leicht zu entfernen. Nach Lyles Karte lag der Platz in der Nähe eines Macurapidorfes. Einige Tage waren wir damit beschäftigt zu roden, Zelte aufzustellen und das Lager einzurichten. Wie konnten uns allerdings nicht allzu viel Zeit lassen, denn das Wasser ging schon zurück und wir mussten mit den Booten noch einmal zurückfahren um den Rest der Habseligkeiten herzuschaffen. Alles in allem schafften wir die Strecke viermal in sechs Wochen. Dann kehrten Ewart und ich nach Cafetal zurück.
-Musik-

Sprecher: Einige Wochen waren vergangen seit wir die Sharps und die Abbeys in das neue Einsatzgebiet gebracht hatten.

Bruce: Ich mache mir immer wieder Gedanken über die Sharps und Abbeys. Das Leben ist für sie bestimmt sehr hart. Reichen ihre Vorräte? Sie haben ja eine Menge verloren, als das Kanu gesunken war. Haben sie genügend medizinische Ausrüstung? Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich zu unseren Freunden gehen muss.

Edith: Aber du kannst ja jetzt unmöglich mit dem Boot durch den Sumpf fahren. Es ist Trockenzeit und das Wasser ist schon sehr zurückgegangen.

Bruce: Ich werde zu Fuß gehen! Obwohl mich der Gedanke daran nicht gerade mit Freude erfüllt.

Edith: Willst du alleine gehen?

Bruce: Ich nehme Ewart mit.

Edith: Ich denke du solltest gehen, wenn Gott dich ruft.

Sprecher: Wir packten Lebensmittel und Post ein. Im letzten Moment machte sich in mir noch der Gedanke breit, wir sollten eine Menge Penicillin mitnehmen. Wir packten soviel ein, dass ein Erwachsener einen Monat lang mit täglichen Spritzen versorgt werden konnte.
Wir erreichten den Sumpf. Der dicke, schwarze Schlamm geht bis in ungeahnte Tiefen hinab. Die Gummiarbeiter die ab und zu durch den Schlamm müssen hatten Äste von einer Palme zur anderen als Hilfe beim Durchqueren gebunden. Das Laufen wurde immer schwieriger, als ich plötzlich hinter mir lautes Platschen hörte. Als ich mich umdrehte, sah ich Ewart bis zur Brust im Schlamm stecken. Mit Entsetzen sah ich zu wie er kämpfte, um auf den Ast zu kommen. Ich konnte ihm unmöglich helfen. Schließlich – ein Wunder – schaffte er es. Doch er war am Ende seiner Kräfte und konnte unmöglich weiter mitgehen. Wir teilten die Lebensmittel mit schwerem Herzen. Dann winkten wir uns zum Abschied zu – zum letzen Mal?
Schreckliche Einsamkeit machte sich in mir breit. Ich betete um Kraft.
Wenn ich mich jetzt verirre? Wenn jetzt mein Kompass ausfiel? Ich könnte kilometerweit in jede Richtung laufen und nur auf dichten Dschungel oder unbewohntes Grasland stoßen.
-evtl. Musik
Ein paar Stunden später erreichte ich trockenes Land. Ich fand bald den Pfad, den die Indianer und die Gummiarbeiter benutzen. An der Dschungelgrenze fand ich eine Gummiarbeiterfamilie angesiedelt.

Bruce: Guten Abend!

Gummiarbeiter: Guten Abend!

Bruce: Darf ich hier etwas ausruhen?

Gummiarbeiter: Oh ja, gern. Eigentlich ist es zu spät, um heute noch weiterzugehen. Du darfst auch gerne bei uns übernachten.

Bruce: Vielen Dank! Hier, nehmen sie etwas von meinen Lebensmitteln.

Gummiarbeiter: Oh, danke! Meine Frau hat gerade das Abendessen fertig. Komm, iss mit uns! Es gibt Reis und Bohnen.

Bruce: Danke! Sie sind so freundlich zu mir. – Ist es hier möglich, einen Führer zu bekommen, der mir helfen kann, durch das Wirrwarr von Gummiarbeiterpfaden, zu dem Indianerpfad vorzustoßen, in den das Ganze einmündet?

Gummiarbeiter: Es tut mir leid. Ich kann meine Arbeit nicht verlassen, und außer mir lebt hier niemand.

Sprecher: Am nächsten Morgen zeigten sie mir den Pfad und ich machte mich auf den Weg. Nicht lange und ich traf auf ein Labyrinth verschiedener Pfade. Ich markierte meinen Weg durch Einritzen in die Baumrinden. Aber es dauerte nicht lange und ich traf auf meine eigenen Markierungen. Ich lief immer im Kreis. Das entmutigte mich derartig, dass ich beschloss am nächsten Morgen zurückzugehen.
Nach dem Frühstück stieß ich auf das Penicillin in meinem Rucksack. Vielleicht werden die Ampullen dringend gebraucht? Ich stürzte mich erneut in meine Aufgabe. Ich beschloss den Kompass zu benutzen. Meine Baummarkierungen wurden jetzt größer wie gestern. Diesmal ging ich nicht im Kreis. Eine unsichtbare Hand leitete mich!

evtl. Lied: Durch diese Welt gegangen

Bruce: Irgendjemand zu Hause?

Lyle: Bruce! Hallo! Bruce ist hier! Welch ein Anblick für meine erstaunten Augen!

Bruce: Wo sind die Abbeys?

Lyle: Wie? Hast du sie nicht gesehen?

Bruce: Nein.

Lyle: Sie sind vor zwei Tagen zusammen mit siebzehn Indianern aufgebrochen. Sie kehren zurück nach Cafetal und planen, dann nach Guajara Mirim zu reisen. Du müsstest ihnen auf dem Weg begegnet sein.

Sprecher: Lila kam angelaufen und wir umarmten uns.

Bruce: Ich sah die Indianer, aber nicht die Abbeys.

Lila: Die Abbeys waren nicht bei ihnen?

Bruce: Sie können irgendwo auf dem Weg hinter den Indianern gewesen sein. Kurz nach der Begegnung bin ich vom Weg abgekommen.

Lyle: Das wird’s wahrscheinlich sein. Junge, du siehst aber mitgenommen aus. Wie sehen denn deine Kleider aus?  – Schau, da kommt unser kleiner Junge.

Bruce: Hallo, John Allen!

John: Du bist schmutzig!

Sprecher: Ich lachte. Ich hatte keinen Gedanken dafür gehabt, bis er davon sprach, aber ich war zweifellos sehr schmutzig. Ich war zehn Tage unterwegs gewesen. Meine Kleider waren zerfetzt, und ich war tropfnass von Kopf bis Fuß. Es regnete immer noch.

Lila: Komm herein, schau dir das Baby an und mach dich frisch.

Bruce: Das Leben hier draußen bekommt euch offensichtlich gut. Ich machte mir Sorgen und dachte, ich schaue besser mal nach euch.
(Pause)  Ich habe unterwegs den Rucksack von den Abbeys auf einem Baum hängen sehen und habe mir ziemlich viele Sorgen gemacht.

Lyle: Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte. Allerdings, verstehen kann ich es nicht.

Sprecher: Am nächsten Tag packte Lyle meinen Rucksack aus, dabei stieß er auf den Vorrat von Penicillin.

Bruce: Ich habe mehr eingepackt als geplant; ich hatte das Gefühl, ihr könntet es gebrauchen.

Lyle: Nun, es sind sehr nett von dir, es den ganzen Weg zu uns zu schleppen. Wir haben von unserem mitgebrachten noch nicht viel verbraucht, aber man kann ja nie wissen.

-Musik-

Sprecher: Nach vier Tagen Erholung machte ich mich auf den Rückweg. Er war jetzt nicht schwer zu finden, denn ich hatte meine eigenen Markierungen als Wegweiser. Aber das Herz war mir schwer. Ich suchte nach einer Spur von Abbeys – aber ich fand keine. Nach drei Tagen näherte ich mich der Gummiarbeiterhütte, wo ich zuvor schon übernachtet hatte. Hier wollte ich etwas über die Abbeys erfahren.
Ich erreichte die Lichtung. Mein Herz machte einen Satz vor Freude.

Dorothy: Dem Herrn sei Dank! Das ist Bruce!

Bruce: Wie lange seid ihr schon hier? Ich sah euren Rucksack hängen und machte mir ernsthafte Sorgen um euch. Was ist passiert?

Wilbur: Die Macurapis wollten uns auf dem Weg begleiten und unser Gepäck tragen.

Bruce: Das hat Lyle mir erzählt. Aber was geschah dann?

Wilbur: Sie mussten sich unserem langsamen Tempo anpassen. Nach einer Weile verloren sie die Geduld und sagten wir könnten ihrem Pfad leicht folgen. So flitzten sie davon.

Bruce: Ihrem Pfad folgen?! Ich habe Tage mit der Suche danach vergeudet.

Dorothy: Genau das ist uns passiert. Wir konnten den Pfad auch nicht finden.

Wilbur: Das Gepäck war uns zu schwer, also blieb uns die Möglichkeit ein Teil davon zurückzulassen. Aber ziemlich bald haben wir uns vollkommen verirrt.

Dorothy: Und dann stießen wir auf diese Kerben an den Bäumen. Wir kannten nur einen, der solche Kerben zu machen pflegte, und sie waren ganz frisch.

Wilbur: Die Markierungen waren wie eine gut beschilderte Autobahn. Alles was wir tun mussten, war, den Zeichen bis zur Farm hier zu folgen. Ganz im Ernst, Bruce, diese Einkerbungen haben uns das Leben gerettet. Glaube mir, ohne sie hätten wir niemals wieder herausgefunden.

Dorothy: Das stimmt, wir waren kurz davor aufzugeben.

Sprecher: Jetzt verstand ich, warum der Herr mich gedrängt hatte, weiterzugehen an diesen Tagen, an denen ich soviel Stunden im Kreis gegangen war. Ich dankte Gott für seine Führung. Am nächsten Tag dankten wir unseren Gastgebern und machten uns weiter auf den Weg. Nach einigen Tagen schwerer Wanderung durch den Sumpf erreichten wir den Rio Mequenes. Wir waren mit unseren Kräften jetzt ziemlich am Ende. Plötzlich stieß ich einen Freudenschrei aus. Dort war Ewart. Er hatte es geschafft. Das erste, was ich jetzt ganz sicher wusste, war, dass er am Leben und gesund war.
Einen Tag später kamen wir nach Cafetal, wo unsere Familien schon auf uns warteten.

-Musik-

Edith: Das Abendessen ist fertig. Kommt zum Essen.

Bruce: Ja, ich komme.

Edith: (nachdenklich) Ob die Sharps wohl heute noch eintreffen?

Bruce: Ich weiß es nicht. Wir warten ja schon seit einigen Tagen auf sie. – (steht auf) Hört sich an wie Lyles Motor!

Edith: Endlich sind sie da.  (zu Lila) Was ist denn mit Lyle? Er sieht so krank aus.

Lila: Vor ungefähr einem Monat bekam Lyle starke Schmerzen am Blinddarm. Ich gab ihm jeden Tag eine Penicillinspritze. Wir haben gerade die letzte verbraucht, die Bruce uns mitgebracht hatte.

Bruce: Ihr kommt gerade zur richtigen Zeit. Das Postboot wird ungefähr in zwei Tagen hier sein, mit dem du, Lyle, ins Krankenhaus fahren kannst. Du solltest jetzt weiter Penicillinspritzen bekommen. Wir haben noch welche übrig.

Sprecher: Zwei Monate später kehrte Lyle aus dem Krankenhaus zurück.

Lyle: Bruce, der Arzt sagte mir, dass ich ohne dass Penicillin nicht mehr am Leben wäre. Ganz sicher hat der Herr dich veranlasst und geführt, damals in der Trockenzeit diese Reise zu machen und uns diesen großen Vorrat davon zu bringen.

Sprecher: Dieses Erlebnis ist ein Beispiel, wie andere auf dem Weg des Dienstes große Schwierigkeiten erlebten. Nehmet sie zum Vorbild und lasst euch nicht entmutigen durch die Schwierigkeiten auf eurem Wege. Denn der Herr ist treu, der verheißen hat bei euch zu sein und euch zu helfen.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Gefährliche Stunden und Gottes Führung (41.5KB)
Klicks: 47

Sende Artikel als PDF an PDF

No responses yet

Next »

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de