Okt 02 2007
Geduld ist euch not
Geduld ist euch not, ein christliches Anspiel zum Thema Deduld für 5 Personen
Anita: Bei so einem schönen Wetter ist es besonders schön, Fahrrad zu fahren. Ich mache Lukas fertig, und dann können wir losfahren.
Stefan: (vorwurfsvoll) Wir könnten schon lange unterwegs sein! Es ist schon 10 Uhr, und bis wir losfahren, ist es halb elf. Und dann ist schon bald Mittag.
Anita: Ich beeile mich. Zwei Stunden reichen doch zum Fahrradfahren. Lukas muss heute auch noch zur Kinderstunde.
Stefan: Ach, das ja auch noch! Na dann können wir ja gleich zu Hause bleiben.
Anita: Wieso das denn? Die Kinderstunde ist ja erst um zwei Uhr. Wir können jetzt losfahren. Du hast ja die Fahrräder noch nicht einmal rausgeholt.
Stefan: Das ist Minutensache. (geht raus)
(Pause)
Anita: (sucht Stefan) Wo bleibst du denn? Wir warten schon auf dich.
Stefan: (ärgerlich) Ja hier, die Reifen brauchten Luft. Man kann ja nicht mit halbleeren Reifen fahren. Jetzt aber los, sonst können wir wirklich zu Hause bleiben!
Anita: Dass du dich immer so aufregst. Uns jagt doch keiner. Wir fahren solange es geht, und sind dann rechtzeitig zu Hause. Du musst geduldiger werden, Stefan.
Sprecher: Unzufrieden schwang Stefan sich aufs Rad. Anita hatte ja recht, er war ungeduldig, aber war das denn kein Grund sich aufzuregen? Erst bespricht man, wann man losfährt, und dann kommt doch alles anders. Und das war nicht das erste mal. Die Radtour verlief schweigsam. Nur Lukas hatte Freude daran, endlich sein neues Fahrrad zu testen. War das ein Spaß!
Als sie dann wieder zu Hause ankamen, ging jeder an seine Arbeit. Anita in die Küche, Stefan brachte die Fahrräder in die Garage und Lukas zog sich für die Kinderstunde um.
Stefan: Was ist denn das? Jetzt machst du erst deine Aufgaben für die Kinderstunde? Die ganze Woche hast du Zeit dazu, und hast es noch nicht gemacht?
Lukas: Papi, ich habe es vergessen.
Stefan: (aufgeregt) Vergessen?? Das ist fast das Einzige, woran du zu denken hast, und das vergisst du? Sag bloß, den Bibelvers hast du auch noch nicht gelernt?
Lukas: (traurig) Nein, Papi. Es tut mir leid.
Anita: (kommt dazu) Stefan, es ist auch meine Schuld. Ich habe ihn nicht daran erinnert.
Stefan: Daran braucht er nicht erinnert werden. Das weiß er auch so. Da musst du halt zu Hause bleiben. Es ist ja zum Schämen, in einer Woche nicht einmal den Vers gelernt.
Anita: Aber Stefan, das ist doch kein Grund, das Kind von der Kinderstunde zu Hause zu lassen. Es kann ja mal vorkommen, dass er die Aufgaben vergisst. Wir vergessen doch auch mal was.
Stefan: Ist schon gut. Aber, dass das nicht noch einmal passiert! Mach dich fertig, Onkel Franz nimmt dich heute mit.
Lukas: Papi, verzeih bitte, es kommt bestimmt nicht wieder vor.
Stefan: Ist schon in Ordnung, mein Junge. Viel Spaß in der Kinderstunde. – Anita, ich lege mich etwas schlafen, weckst du mich bitte um drei Uhr?
Anita: Ja, mach ich.
Lukas: (lernt) Rede Herr, denn dein Knecht hört. – Rede Herr, denn dein Knecht hört. 1.Samuel 3,9 – Mami, Onkel Franz ist immer noch nicht da.
Anita: Es ist schon viertel vor zwei. Onkel Franz kommt wohl nicht. – Ich muss Stefan wecken, damit er Lukas wegbringt, sonst kommt er zu spät. -
Stefan, Stefan steh auf!
Stefan: Was ist denn?
Anita: Onkel Franz ist nicht gekommen. Du musst Lukas wegbringen, es ist gleich zwei Uhr.
Stefan: Erst will er die Kinder wegbringen, und dann kommt er nicht. Man kann sich auch auf keinen verlassen!
Anita: Es kann ja was dazwischen gekommen sein. Sei doch nicht immer unzufrieden.
Stefan: Jetzt muss ich mich aber beeilen, um noch rechtzeitig da zu sein. Komm Lukas! Wir wollen fahren.
Anita: Fahr nicht zu schnell, Stefan.
Sprecher: Stefan gibt Gas und fährt die Straße hinauf, bis zur großen Kreuzung. Mit quietschenden Reifen biegt er nach links ab, muss aber gleich wieder auf die Bremse treten, denn vor ihm biegt ein Lkw auf die Hauptstraße. Ungeduldig wartet er den Gegenverkehr ab, um dann möglichst schnell den Lkw zu überholen. Und da passiert es!
Bei diesem Überholmanöver übersieht Stefan den aus der Nebenstraße nach links abbiegenden Pkw. Er versucht auszuweichen und kommt dabei ins Schleudern. Der Wagen kommt von der Fahrbahn ab, und landet, ohne sich zu überschlagen, auf dem rechtsseitig liegenden Feld und kommt dort zum Stehen.
Wie versteinert sitzt Stefan auf seinem Platz; Lukas weint hinten. Draußen hört man Stimmen. Der Lkw-Fahrer hat schon die Polizei verständigt und kommt mit einigen andern zum Unglücksort.
Fahrer: Alles in Ordnung? Ist niemand verletzt?
Stefan: (stotternd) Ich glaube nicht.
Fahrer: Sie können von Glück reden, dass Sie sich nicht überschlagen haben. Die Polizei und ein Arzt müssten gleich hier sein.
Sprecher: Als dann anderthalb Stunden später alles soweit geklärt ist, und der Wagen noch als fahrtüchtig gilt, fährt Stefan langsam wieder nach Hause. ”Alles in Ordnung”, hatte der Doktor gesagt, „ich kann nichts feststellen.” Ist das nicht ein Wunder Gottes? Doch, ganz bestimmt! Das ist eine Sprache Gottes, das hat Stefan verstanden. Langsam fährt er auf den Hof.
Anita: Wo warst du denn solange? Wieso weint Lukas denn? (erschrocken) Ist was passiert?
Stefan: Ja, ein Unfall.
Anita: (aufgeregt) Ein Unfall? Wie ist das geschehen? Ist euch nichts passiert?
Stefan: Beim Überholen habe ich einen Pkw übersehen und kam ins Schleudern, dabei sind wir auf einem Feld gelandet. Es ist niemandem etwas passiert. Wir sind beide wohlauf.
Anita: Gott sei Dank, dass er mein Gebet erhört hat. Ich habe gleich, als du losfuhrst, für euch gebetet, weil du so aufgeregt warst und so schnell gefahren bist. Und Gott hat dich bewahrt und es ist euch nichts Schlimmes zugestoßen. Gott weiß, wozu der Unfall gut ist. Lass uns ihm für seine Liebe danken.
Stefan: Ja, das wollen wir. Aber bevor wir das tun, wollte ich bei dir und Lukas um Vergebung bitten, dass ich so oft ungeduldig und unzufrieden war. Es tut mir leid, dass ich besonders dir dadurch viel Schmerzen bereitet habe. Ich habe oft versucht, mit eigener Kraft geduldig und liebevoll zu sein, obwohl ich wusste, dass ich es nie schaffen würde. Nun will ich Gottes Hilfe in Anspruch nehmen, denn er kann mich verändern.
Anita: Gerne vergebe ich dir, Stefan. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, Gott zu gefallen, in allen Hinsichten und uns seine Eigenschaften immer mehr anzueignen.