Bete und Arbeite, ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 8 Personen
Sprecher: Stefan, Martin und Klaus sind Freunde und gehen in dieselbe Klasse. Vor einiger Zeit sind sie in die Jugend aufgenommen worden, und haben festgestellt, dass es viele Möglichkeiten gibt, dem Herrn zu dienen.
Stefan: Also Jungs, ich kann euch sagen, ich gehe mit großer Freude zum Altenbesuch. Ich finde es sehr interessant, was die alten Leute so erzählen. Da kann man sehr viel draus lernen und man sieht, wie wunderbar Gott helfen kann.
Klaus: Ja, das ist eine feine Sache. Es ist eigentlich auch sehr wichtig, denn immerhin arbeiten wir für den Herrn.
Stefan: Da hast du recht! Aber ich glaube, wenn man nur arbeitet und nicht darum betet, dann wird diese Arbeit auch nicht so gut, nicht so gesegnet sein. Letztes mal ist unsere Gruppe nicht so ganz pünktlich weggekommen. Es war eigentlich schon viel zu spät, um noch den zweiten Besuch zu machen, aber da wir angemeldet waren, wollten wir wenigstens kurz reinschauen und etwas singen. Wir haben auch nur drei bis vier Lieder gesungen und sind dann auch wieder gefahren. Doch am nächsten Sonntag bedankten sich gerade diese Leute für den Besuch der Jugend, der so gesegnet war. Ich glaube ohne das Gebet um Segen für diesen Besuch, hätte das auch mit der größten Mühe nicht geklappt.
Klaus: Ja, das stimmt natürlich. (Pause)
Sag mal Martin, hast du überhaupt mitbekommen, worüber wir uns die ganze Zeit unterhalten? Du scheinst mit deinen Gedanken ja ganz abwesend zu sein.
Martin: Ach, ich muss nur an die Englischarbeit am Mittwoch denken. Ich glaube, ich schaffe nicht mehr alles zu lernen.
Klaus: Ach was! Wir haben uns ja schon mal alles angesehen, was in der Arbeit drankommt, und das war nun nicht so schwer, dass man´s nicht schaffen könnte. Da heute Sonntag ist, hast du noch Montag und Dienstag zum lernen. An deiner Stelle würde ich mir am Sonntagabend kein Kopfzerbrechen wegen einer Englischarbeit machen.
Martin: Ja, das stimmt schon, aber wir haben immer weniger Zeit, seit wir in der Jugend mitarbeiten.
Stefan: Immer noch Zeit genug um das lernen zu schaffen, wenn ihr mich fragt. Außerdem haben wir Dienstagabend komplett frei. Das ist für mich genug Zeit zum Lernen.
Klaus: Genauso sehe ich das auch! Ein Abend reicht völlig. So, jetzt mal was ganz anderes. Einige Jungs aus der Jugend haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte Dienstagabend ab halb sieben Fußball zu spielen. Natürlich habe ich ‘ja’ gesagt. Ich sollte aber noch ein paar Jungs Bescheid sagen. Also was ist los, wird am Dienstag gebolzt?
Stefan: Ein gutes Angebot, Klaus, ich würde wirklich gerne kommen. Aber weißt du, ich muss am Dienstag noch einmal richtig pauken für die Klassenarbeit. Es ist mein einziger freier Abend. Das Fußballspielen muss ich wohl dieses mal sein lassen.
Martin: Ich komme auch nicht! Ich muss unbedingt lernen, diese Arbeit darf ich nicht verhauen!
Klaus: Okay, ist schon in Ordnung. Nach dem Fußball werde ich schließlich auch noch lernen.
Stefan: Es wird Zeit nach Hause zu gehen. Wir sehen uns morgen beim Altenbesuch.
Martin: Könnt ihr mich morgen abmelden? Ich muss für diese Arbeit unbedingt gut vorbereitet sein, und möchte auch morgen dafür lernen.
Stefan: Naja, wenn du meinst, dass das nötig ist… Wir können dich natürlich abmelden.
Klaus: So, ich muss nach Hause. Tschüss, macht’s gut!
Stefan + Martin: Tschüss!
MUSIK
Sprecher: Zwei ganze Wochen sind vergangen. Die drei Freunde sitzen bei Klaus zu Hause am Küchentisch, da setzt sich von Klaus der ältere Bruder dazu.
Klaus: Also die Englischarbeit war ein richtiger Reinfall für mich.
Martin: Wem sagst du das. Ich habe so viel gelernt, ich hätte dir alles im Schlaf aufsagen können, und jetzt habe ich fast eine 4 bekommen. Ich hatte großes Glück, das es noch zu einer 3 reichte.
Bernd: Jungs, was ist eigentlich mit euch los?! Gestern hat Klaus den ganzen Tag über seine Englischarbeit gemeckert, und heute geht das so weiter. War eure Arbeit so schwer, dass ihr sie alle schlecht geschrieben habt?
Klaus: Nein, der Notendurchschnitt war ganz normal, wie immer. Stefan hat auch eine 2 geschrieben; nur Martin und ich haben mit viel Glück eine drei bekommen, dabei war sonst für uns eine 2 gar kein Problem.
Bernd: Also lag es nicht an der Arbeit sondern an euch selbst, dass die Zensur nicht so gut war.
Martin: Aber mehr kann man schon nicht lernen. Ich konnte wirklich alles, und trotzdem ist es daneben gegangen.
Bernd: Wie habt ihr euch auf die Arbeit vorbereitet, habt ihr auch bei Gott mal um Hilfe gebeten? Ihr wisst, dass Gott uns in allen Dingen helfen kann.
Martin: (leise; nachdenklich) Ich habe soviel für die Arbeit gelernt, dass ich überhaupt nicht mehr daran dachte dafür zu beten!
Klaus: Ich war am Dienstagabend so kaputt vom Fußballspielen, dass ich gar nicht mehr richtig lernen konnte, also habe ich um so mehr bei Gott um Hilfe bei der Arbeit gebeten.
Bernd: Stefan, was ist mit dir?
Stefan: Naja, ich habe Gott um Hilfe beim lernen gebeten und nach dem lernen um das Gelingen bei der Arbeit.
Bernd: So ihr drei, jetzt erzähle ich euch mal eine Geschichte, und ihr hört genau zu und versucht das mal auf euch zu beziehen.
MUSIK
-Szenenwechsel-
Junger Mann: Entschuldigen Sie, ich habe eine Frage.
Alter Mann: Fragen sie nur, wenn ich kann werde ich ihnen gerne helfen.
Junger Mann: Ich muss unbedingt über den See ans andere Ufer. Gibt es hier eine Brücke über die man auf die andere Seite kommt?
Alter Mann: Nein, eine Brücke gibt es hier nicht…
Junger Mann: Aber wie komme ich denn auf die andere Seite?
Alter Mann: Wenn jemand über den See will, dann bringe ich ihn mit meinem Boot rüber.
Junger Mann: Ach so. Wann fahren sie denn wieder rüber?
Alter Mann: Wann immer sie wollen, junger Freund. Wir können gleich abstoßen.
Junger Mann: Das wäre sehr gut, damit ich meinen Termin nicht verpasse.
2. Sprecher: Kurz darauf stieß das Boot vom Ufer ab und glitt von kräftigen Ruderstößen getrieben übers Wasser.
Junger Mann: Sagen sie mal, warum sind ihre Ruder so eigenartig beschriftet?
Alter Mann: Warum meinen sie denn, dass es eigenartig ist?
Junger Mann: Naja, ”Bete” und ”Arbeite”, ich meine, hat das was für sie zu bedeuten?
Alter Mann: Oh ja, das hat was zu bedeuten. Wissen sie was passiert, wenn nur mit dem Ruder ”Arbeite” gepaddelt wird?
2. Sprecher: Der alte Mann fing an, mit dem Ruder ”Arbeite” zu paddeln. Das Boot bewegte sich im Kreis, und kam nicht vorwärts. Danach wurde das Ruder ”Bete” alleine eingesetzt. Natürlich war es damit genauso unmöglich sich fortzubewegen.
Alter Mann: Sehen sie, mit beiden zusammen geht es ganz leicht vorwärts. Man muss ”beten und arbeiten”, und nicht nur eins von beiden.
Junger Mann: (zögernd, nachdenklich) Ja, sie haben recht, das ist wirklich so, wie sie sagen. Danke fürs Rüberbringen, und danke auch für die Lektion, die sie mir erteilt haben. Ich habe heute viel gelernt.
MUSIK
-Szenenwechsel-
Bernd: Habt ihr verstanden was ich euch damit sagen wollte?
Klaus: Ja, wir müssen fleißig sein, arbeiten, auf Gott vertrauen und beten.
Martin: Stefan hat es schon ganz richtig gemacht; aber wir haben uns nur auf eines dieser Dinge konzentriert, und sind deshalb nicht so vorangekommen, wie wir uns das vorgestellt haben.