Archive für die Kategorie 'Gebet'

Okt 30 2007

Der alte Jim

Geschrieben von under Gebet,Hochzeit

Der alte Jim, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit und Gebet für 5 Personen

Sprecher:   Dem Pastor einer Gemeinde in Kenia fiel ein alter, ärmlich wirkender Mann auf, der jeden Tag um 12.00 Uhr die Kirche betrat und sie schon nach kurzer Zeit wieder verließ. Eines Tages wartete der Pastor auf den Mann und fragte ihn:

Pastor:   Was machst du eigentlich jeden Tag mittags in der Kirche?

Jim:   Ich gehe hinein, um zu beten!

Pastor:   (verwundert) Aber du bist niemals lange genug in der Kirche, um wirklich beten zu können!

Jim:   Ich kann kein langes Gebet sprechen, aber ich komme jeden Tag um 12.00 Uhr vorbei und sage: Jesus, hier ist Jim! Dann warte ich eine Minute und er hört mich.

Sprecher:   Nach einiger Zeit kam der alte Jim mit einer Verletzung an seinem Bein ins Krankenhaus. Die Schwestern stellten fest, dass er auf alle anderen Patienten einen heilsamen Einfluss hatte. Die Nörgler wurden zufrieden, die Ängstlichen gewannen neue Zuversicht, die Traurigen wurden fröhlich. Und in Jim’s Zimmer wurde viel gelacht.

1. Schwester:   Seit wird Jim in Zimmer 220 verlegt haben, hat sich dort einiges geändert. Früher habe ich dieses Zimmer immer als letztes bedient und war froh, wenn ich wieder draußen war. Dieser Nörgler, jetzt Jim’s Bettnachbar, konnte einem das Leben echt schwer machen. Immer hatte er etwas auszusetzen.
Aber weißt du, was er neulich zu mir sagte? Als ich ihm das Mittagessen servierte, brachte er tatsächlich ein freundliches Dankeschön hervor. Ich war so erstaunt, dass mir das Tablett doch beinahe aus der Hand gerutscht wäre. Das hatte ich nicht erwartet.

2. Schwester:   Die Veränderung habe ich auch bemerkt. Dieses Zimmer ist seit neuestem der begehrteste Treffpunkt dieser Station geworden. Ich frage mich, wie Jim das bewirken konnte.

1. Schwester:   Das möchte ich auch gerne wissen. Wenn ich heute in Jim’s Zimmer bin, ergibt sich bestimmt eine Gelegenheit, um mit ihm ins Gespräch zu kommen.

    -Musik-

1. Schwester:   Hallo Jim, hier bringe ich dein Essen.

Jim:   Oh, das sieht aber lecker aus.

1. Schwester:   Jim, die anderen Männer sagen, dass du hier diese Veränderung in diesem Zimmer herbeigeführt hast. Du bist immer glücklich!

Jim:   Ja, Schwester, ich kann nichts dafür, dass ich immer so fröhlich bin. Das kommt durch meinen Besucher.

1. Schwester:   Deinen Besucher?! Aber ich habe noch nie einen Besuch bei dir gesehen! Und wie du sagtest, hast du keine Verwandte oder nähere Freunde mehr. Wann kommt er denn?

Jim:   Jeden Tag um 12.00 Uhr mittags. Er kommt herein, steht am Fußende meines Bettes und sagt: Jim, hier ist Jesus!

Sprecher:   Gebet ist die sicherste Möglichkeit, an all den Gaben Gottes teilhaben zu können. Aber nirgends sind wir so unsicher, wie im Leben des Gebets. Gott weiß, was wir brauchen, ehe wir ihn darum bitten, aber er möchte es uns geben, wenn wir darum bitten.
   
(zur Hochzeit) Liebes Brautpaar, wir wünschen Euch, dass ihr in Tagen der Hast und Hetze, der Eile und Erregung, der Unruhe und Unrast das Gebet nie vergesst. Nur wer im ständigen Kontakt bleibt, erfährt die Wunder und Geheimnisse Gottes.
“Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.” 1. Thessalonicher 5, 16

-ENDE-

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Okt 02 2007

Bete und Arbeit

Geschrieben von under Gebet

Bete und Arbeite, ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 8 Personen

Sprecher:  Stefan, Martin und Klaus sind Freunde und gehen in dieselbe Klasse. Vor einiger Zeit sind sie in die Jugend aufgenommen worden, und haben festgestellt, dass es viele Möglichkeiten gibt, dem Herrn zu dienen.    

Stefan:  Also Jungs, ich kann euch sagen, ich gehe mit großer Freude zum Altenbesuch. Ich finde es sehr interessant, was die alten Leute so erzählen. Da kann man sehr viel draus lernen und man sieht, wie wunderbar Gott helfen kann.

Klaus:  Ja, das ist eine feine Sache. Es ist eigentlich auch sehr wichtig, denn immerhin arbeiten wir für den Herrn.

Stefan:  Da hast du recht! Aber ich glaube, wenn man nur arbeitet und nicht darum betet, dann wird diese Arbeit auch nicht so gut, nicht so gesegnet sein. Letztes mal ist unsere Gruppe nicht so ganz pünktlich weggekommen. Es war eigentlich schon viel zu spät, um noch den zweiten Besuch zu machen, aber da wir angemeldet waren, wollten wir wenigstens kurz reinschauen und etwas singen. Wir haben auch nur drei bis vier Lieder gesungen und sind dann auch wieder gefahren. Doch am nächsten Sonntag bedankten sich gerade diese Leute für den Besuch der Jugend, der so gesegnet war. Ich glaube ohne das Gebet um Segen für diesen Besuch, hätte das auch mit der größten Mühe nicht geklappt.

Klaus:  Ja, das stimmt natürlich. (Pause)
Sag mal Martin, hast du überhaupt mitbekommen, worüber wir uns die ganze Zeit unterhalten? Du scheinst mit deinen Gedanken ja ganz abwesend zu sein.

Martin:  Ach, ich muss nur an die Englischarbeit am Mittwoch denken. Ich glaube, ich schaffe nicht mehr alles zu lernen.

Klaus:  Ach was! Wir haben uns ja schon mal alles angesehen, was in der Arbeit drankommt, und das war nun nicht so schwer, dass man´s nicht schaffen könnte. Da heute Sonntag ist, hast du noch Montag und Dienstag zum lernen. An deiner Stelle würde ich mir am Sonntagabend kein Kopfzerbrechen wegen einer Englischarbeit machen.

Martin:  Ja, das stimmt schon, aber wir haben immer weniger Zeit, seit wir in der Jugend mitarbeiten.

Stefan:  Immer noch Zeit genug um das lernen zu schaffen, wenn ihr mich fragt. Außerdem haben wir Dienstagabend komplett frei. Das ist für mich genug Zeit zum Lernen.

Klaus:  Genauso sehe ich das auch! Ein Abend reicht völlig. So, jetzt mal was ganz anderes. Einige Jungs aus der Jugend haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte Dienstagabend ab halb sieben Fußball zu spielen. Natürlich habe ich ‘ja’ gesagt. Ich sollte aber noch ein paar Jungs Bescheid sagen. Also was ist los, wird am Dienstag gebolzt?

Stefan:  Ein gutes Angebot, Klaus, ich würde wirklich gerne kommen. Aber weißt du, ich muss am Dienstag noch einmal richtig pauken für die Klassenarbeit. Es ist mein einziger freier Abend. Das Fußballspielen muss ich wohl dieses mal sein lassen.

Martin:  Ich komme auch nicht! Ich muss unbedingt lernen, diese Arbeit darf ich nicht verhauen!

Klaus:  Okay, ist schon in Ordnung. Nach dem Fußball werde ich schließlich auch noch lernen.

Stefan:  Es wird Zeit nach Hause zu gehen. Wir sehen uns morgen beim Altenbesuch.

Martin:  Könnt ihr mich morgen abmelden? Ich muss für diese Arbeit unbedingt gut vorbereitet sein, und möchte auch morgen dafür lernen.

Stefan:  Naja, wenn du meinst, dass das nötig ist… Wir können dich natürlich abmelden.

Klaus:  So, ich muss nach Hause. Tschüss, macht’s gut!

Stefan + Martin:  Tschüss!

    MUSIK

Sprecher:  Zwei ganze Wochen sind vergangen. Die drei Freunde sitzen bei Klaus zu Hause am Küchentisch, da setzt sich von Klaus der ältere Bruder dazu.

Klaus:  Also die Englischarbeit war ein richtiger Reinfall für mich.

Martin:  Wem sagst du das. Ich habe so viel gelernt, ich hätte dir alles im Schlaf aufsagen können, und jetzt habe ich fast eine 4 bekommen. Ich hatte großes Glück, das es noch zu einer 3 reichte.

Bernd:  Jungs, was ist eigentlich mit euch los?! Gestern hat Klaus den ganzen Tag über seine Englischarbeit gemeckert, und heute geht das so weiter. War eure Arbeit so schwer, dass ihr sie alle schlecht geschrieben habt?

Klaus:  Nein, der Notendurchschnitt war ganz normal, wie immer. Stefan hat auch eine 2 geschrieben; nur Martin und ich haben mit viel Glück eine drei bekommen, dabei war sonst für uns eine 2 gar kein Problem.

Bernd:  Also lag es nicht an der Arbeit sondern an euch selbst, dass die Zensur nicht so gut war.

Martin:  Aber mehr kann man schon nicht lernen. Ich konnte wirklich alles, und trotzdem ist es daneben gegangen.

Bernd:  Wie habt ihr euch auf die Arbeit vorbereitet, habt ihr auch bei Gott mal um Hilfe gebeten? Ihr wisst, dass Gott uns in allen Dingen helfen kann.

Martin:  (leise; nachdenklich) Ich habe soviel für die Arbeit gelernt, dass ich überhaupt nicht mehr daran dachte dafür zu beten!

Klaus:  Ich war am Dienstagabend so kaputt vom Fußballspielen, dass ich gar nicht mehr richtig lernen konnte, also habe ich um so mehr bei Gott um Hilfe bei der Arbeit gebeten.

Bernd:  Stefan, was ist mit dir?

Stefan:  Naja, ich habe Gott um Hilfe beim lernen gebeten und nach dem lernen um das Gelingen bei der Arbeit.

Bernd:  So ihr drei, jetzt erzähle ich euch mal eine Geschichte, und ihr hört genau zu und versucht das mal auf euch zu beziehen.

    MUSIK
  
 -Szenenwechsel-

Junger Mann:  Entschuldigen Sie, ich habe eine Frage.

Alter Mann:  Fragen sie nur, wenn ich kann werde ich ihnen gerne helfen.

Junger Mann:  Ich muss unbedingt über den See ans andere Ufer. Gibt es hier eine Brücke über die man auf die andere Seite kommt?

Alter Mann:  Nein, eine Brücke gibt es hier nicht…

Junger Mann:  Aber wie komme ich denn auf die andere Seite?

Alter Mann:  Wenn jemand über den See will, dann bringe ich ihn mit meinem Boot rüber.

Junger Mann:  Ach so. Wann fahren sie denn wieder rüber?

Alter Mann:  Wann immer sie wollen, junger Freund. Wir können gleich abstoßen.

Junger Mann:  Das wäre sehr gut, damit ich meinen Termin nicht verpasse.

2. Sprecher:  Kurz darauf stieß das Boot vom Ufer ab und glitt von kräftigen Ruderstößen getrieben übers Wasser.

Junger Mann:  Sagen sie mal, warum sind ihre Ruder so eigenartig beschriftet?

Alter Mann:  Warum meinen sie denn, dass es eigenartig ist?

Junger Mann:  Naja, ”Bete” und ”Arbeite”, ich meine, hat das was für sie zu bedeuten?

Alter Mann:  Oh ja, das hat was zu bedeuten. Wissen sie was passiert, wenn nur mit dem Ruder ”Arbeite” gepaddelt wird?

2. Sprecher:  Der alte Mann fing an, mit dem Ruder ”Arbeite” zu paddeln. Das Boot bewegte sich im Kreis, und kam nicht vorwärts. Danach wurde das Ruder ”Bete” alleine eingesetzt. Natürlich war es damit genauso unmöglich sich fortzubewegen.

Alter Mann:  Sehen sie, mit beiden zusammen geht es ganz leicht vorwärts. Man muss ”beten und arbeiten”, und nicht nur eins von beiden.

Junger Mann:  (zögernd, nachdenklich) Ja, sie haben recht, das ist wirklich so, wie sie sagen. Danke fürs Rüberbringen, und danke auch für die Lektion, die sie mir erteilt haben. Ich habe heute viel gelernt.

    MUSIK

-Szenenwechsel-

Bernd:  Habt ihr verstanden was ich euch damit sagen wollte?

Klaus:  Ja, wir müssen fleißig sein, arbeiten, auf Gott vertrauen und beten.

Martin:  Stefan hat es schon ganz richtig gemacht; aber wir haben uns nur auf eines dieser Dinge konzentriert, und sind deshalb nicht so vorangekommen, wie wir uns das vorgestellt haben.

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Okt 02 2007

Antwort – “NEIN”

Geschrieben von under Gebet

ANTWORT – ,,NEIN”, ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 4 Personen

Autor:   Amy Carmichael wurde im Jahr 1867 in einem kleinen Dorf in Nordirland geboren, das an der Meeresküste liegt. Sie war die älteste von sieben Kindern. Die Familie wohnte in einem altmodischen Elternhaus, nahe am Meer. Amy liebte die Farben und Laute des Meeres. Am allerliebsten hatte sie blau. Ihre Mutter hatte tiefblaue Augen, und Amy wünschte sich auch blaue Augen. Ihre eigenen Augen waren braun. Sie waren schalkhaft und lebenssprühend – nichts entging ihnen – aber sie waren braun. Jeden Abend war bei Familie Carmichael eine Andacht.

Pfarrer:   “Gott erhört Gebet. Gott gibt immer Antwort."

Autor:   Diese Worte hat Amy immer wieder gehört. An einem Abend, bevor sie zu Bett ging, kniete sie nieder und bat Gott allen Ernstes, dass er doch ihre braunen Augen blau machen möchte. Sie zweifelte keinen Augenblick daran, dass ihre Bitte erhört wurde. Am anderen Morgen sprang sie glücklich aus dem Bett. Hatte sie jetzt blaue Augen? Nein, sie sah im Spiegel nur ein Paar große und traurig dreinschauende braune Augen.

Amy:   Ich habe gebetet und Gott vertraut – und  nun hatte er nicht geantwortet!

Autor:   Als sie sich an die Wand lehnte und versuchte, ihre Tränen zurückzuhalten, geschah etwas Eigenartiges. Sie wusste später nicht mehr, woher sie die Worte gehört hatte, vielleicht von ihrer Mutter, die gerade ins Zimmer trat. Vielleicht war es auch Gott selbst gewesen, der ihr helfen wollte, ein Geheimnis zu verstehen, das sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen sollte: ,,IST DENN “NEIN” NICHT AUCH EINE ANTWORT?"
Diese Worte klangen so klar in ihren Ohren, als wenn jemand zu ihr gesprochen hätte. So verstand sie, dass Gott doch geantwortet hat. Viele Jahre später verstand Amy auch, warum Gott ,,NEIN" gesagt hat. Amy ging als Missionarin nach Indien. Eifrig lernte sie die neue Sprache, um den Menschen in Indien vom lebendigen Gott zu erzählen, der auch die Inder liebt. Das Lernen der Sprache und das Gewöhnen an ein heißes und trockenes Klima war nicht halb so schlimm wie die Inder und ihre Lebensweise verstehen zu lernen. Oft wünschte sie, sich verkleiden zu können, um sich unauffällig unter Indern auf den Marktplatz zu begeben oder in einen großen Steintempel zu gehen, damit sie sehen könnte, wie die Inder ihre Religion ausübten.

Amy:   Ja ,der Tempel! Das ist der richtige Platz, um ihr religiöses Leben verstehen zu lernen.

Autor:   Aber wie sollte sie dort hineinkommen? Die Inder würden misstrauisch werden. Nie war ein Fremder hineingelassen worden. Amy machte sich Gedanken.

Amy:   Was geht eigentlich in jenen hässlichen Steintempel vor? Wen beten die Inder an? Wie machen sie das?

Autor:   Indien war ein geheimnisvolles Land, und Amy nahm sich vor, etwas davon zu erfahren. Sie versuchte Verschiedenes. Endlich fand sie heraus, dass Kaffee ihr Gesicht und ihre Arme braun färbte – so schön braun, wie die Haut einer Inderin. Sie tat das und zog auch indische Kleider an. Die Kleider waren lang und weit, mit kurzen Ärmeln. Darüber trug sie einen San, eine lange Schleife, die über dem Kopf hing und unter einem Arm zusammengehalten wurde. Missionsfreunde betrachteten Amy und erklärten:

Frieda:   Du siehst wirklich wie eine Inderin aus. Du hast dich gut zurechtgemacht.

Amy:   Wird es mir gelingen?

Autor:   Sicher drehte sich jetzt niemand mehr zweimal nach ihr um, weil sie eine braunhäutige ,,Inderin" und dazu noch indisch gekleidet war.

Frieda:   Ein außerordentliches Glück ist es, dass deine Augen braun sind und nicht blau. Du könntest sonst unmöglich eine indische Frau vortäuschen!

Amy:   Blaue Augen?

Autor:   Plötzlich erinnerte sich Amy an jene Begebenheit, als sie vor dem Spiegel stand und ganz enttäuscht war, dass Gott ihre Augen nicht blau gemacht hatte. Sie erinnerte sich so gut daran, als wenn es gestern wäre. Gott hatte ,,Nein" gesagt. “IST DENN ,,NEIN" NICHT AUCH EINE ANTWORT?” Nun verstand sie, warum Gott ihr jene Enttäuschung bereiten musste. Sie brauchte ja braune Augen. Gott hatte ihr die beste Antwort gegeben.

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Okt 02 2007

…der zu beten versteht!

Geschrieben von under Gebet

…der zu beten versteht! Ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 6 Personen

Sprecher:   Samuel Keller, der bekannte Evangelist, wurde 1856 in St. Petersburg geboren. Seine von Armut geprägte Kindheit und Jugend verlebte er in Estland. Als er das Abitur beendet hatte, beschlossen seine Eltern nach Dorpat zu ziehen, wo Samuel studieren sollte. Er wollte Pfarrer werden, hatte aber für das Studium kein Geld.
Vier Wochen später folgte er seinen Eltern in das neue Heim. Während der Hinreise hatte er einige Tage Aufenthalt auf dem Gut eines der bekanntesten Pelzhändlers, bei dem seine Schwester als Erzieherin arbeitete.

Samuel:   Dieser reiche Kaufmann hat schöne Pferde, kann aber nicht reiten. Er kann auch nicht schießen, obwohl er viele Gewehre hat. Es hat Ihm gefallen, dass ich beides gut konnte. Wir sind gut miteinander ausgekommen. Vielleicht schenkt er mir das Geld zum Beginn meines Studiums. Morgen muss ich schon wieder weiterreisen.

Kaufmann:   (geht auf ihn zu) Samuel, kommen Sie bitte einmal in mein Zimmer.

Samuel:   (zu sich) Was will er denn von mir? Ob er mir jetzt das Geld gibt?

Kaufmann:   Bitte, nehmen Sie Platz. Sie wissen, dass ich keinen Sohn habe und dass meine Töchter noch zu klein sind, um bald mit einem Schwiegersohn zu rechnen. Ich habe mir überlegt, Sie aufzufordern, bei mir als Assistent einzutreten. Was wollen Sie sich jahrelang mit einem Studium plagen, mittellos, wie Sie sind! Dabei sollen Sie womöglich noch Ihre armen Eltern unterstützen, wie Ihre Schwester es schon tut. Schlagen Sie ein! Ich zahle Ihnen sofort Gehalt, damit Sie Ihren Eltern ohne Entbehrung das Nötige geben können. Dann reisen Sie mit mir nach Sibirien zum Einkauf der Pelze und anschließend begleiten Sie mich nach London, Paris, Leipzig, Stuttgart und Wien. Und sobald Sie eingearbeitet sind, nehmen Sie mir das lästige Reisen ganz ab und bekommen ein Gehalt, wie es Ihnen kein Kaiser zahlt, wenn Sie bei ihm Hofprediger würden! Inzwischen sind meine Töchter herangewachsen, und Sie können sich eine aussuchen, werden mein Schwiegersohn und damit ein reicher Mann. Also – schlagen Sie ein!

Samuel:   Ich bin über Ihr Angebot sehr überrascht. Bitte geben Sie mir Bedenkzeit.

Kaufmann:   Nun, was gibt es da zu bedenken? Aber ich will Ihnen den Gefallen tun. Da Sie sowieso morgen um 8 Uhr abreisen müssen, erwarte ich bis dahin die Antwort.

Sprecher:   In der Nacht konnte Samuel kein Auge schließen. War es nicht Leichtsinn, ein solches Anerbieten auszuschlagen?

Samuel:   Es ist eine schwere Entscheidung. Auf der einen Seite völlige Mittellosigkeit, die Verpflichtung, für die Eltern zu sorgen, und eine ungewisse, keinesfalls glänzend erscheinende Zukunft – und hier wird mir das Lebensglück auf dem Präsentierteller angeboten. Aber mein Wunsch, Prediger zu werden? Hatte meine Mutter mich nicht schon vor meiner  Geburt dem Herrn zum Dienst geweiht? Es ist schon sehr  verlockend, durch die Welt reisen zu können. Aber ich will Prediger werden.

Sprecher:   Aus ärgerlicher Enttäuschung über Samuels Absage, verabschiedete sich der reiche Kaufmann sehr kühl und schenkte ihm keinen Pfennig zum Studium. Bedrückt reiste Samuel ab, doch sein Gewissen sagte, dass er recht gehandelt hatte. Nun kam er ohne Geld bei seinen Eltern in Dorpat an.

Mutter:   Hast du etwas Geld erhalten?

Samuel:   Nein, ich habe nur noch 48 Kopeken in der Tasche!

Mutter:   (aufgeregt) Wir bezahlten die Vierteljahresmiete im Voraus und haben nun gar nichts mehr. Was soll nur werden? Ich hatte so fest damit gerechnet, dass du dort eine größere Summe bekommen würdest!

Vater:   (ruhig) Samuel, du gehst heute abend noch zur Zeitung und lässt für deine 48 Kopeken ein Inserat aufnehmen, dass ein Student Nachhilfestunden geben möchte.

Mutter:   Aber jetzt am Anfang des Semesters stehen mehrere Dutzend Studenten jeden Tag mit einem solchen Inserat im Blatt!

Vater:   Aber hinter ihrem Inserat steht nicht immer ein Vater, der zu beten versteht.

Samuel:   (zu sich) Vater hat recht. Wenn es einen Gott gibt, der auf das Gebet seiner gläubigen Kinder nach seiner Verheißung achten muss – dann wird das Inserat Erfolg haben.

Sprecher:   Am nächsten Morgen stand seine Anzeige in der Zeitung. Um elf Uhr kam eine fein gekleidete Dame zur Familie Keller.

Dame:   Ich komme aus St. Petersburg und bin voraussichtlich nur für vier Wochen bei meinem Vater zu Besuch. Meinen kleinen Sohn habe ich  mitgenommen, hätte aber gern für diese Zeit lateinische Nachhilfestunden für ihn. Würden Sie diese Stunden übernehmen?

Samuel:   Ja, gerne .

Dame:   Sie sollen auch guten Lohn erhalten. Wie wäre es mit zwei Rubel für den Vormittag?

Samuel:   Ich bin damit einverstanden.

Sprecher:   Nach etwa vierzehn Tagen kam die Dame nach dem Unterricht ins Zimmer.

Dame:   Soeben habe ich ein Telegramm von meinem Mann erhalten, das mich zwingt, morgen mit meinem Jungen heimzureisen. Ihr Einfluss auf Leo war so gut, dass es mir leid tut, dass Sie ihn nicht länger unterrichten können.

Sprecher:   Unwillkürlich seufzte Samuel. Die Dame sah ihn erstaunt an.

Dame:   Worüber seufzen Sie?

Samuel:   Das ist eine Privatsache, gnädige Frau.

Dame:   Aber ich  würde gerne wissen, was sie bedrückt.

Samuel:   Die Einnahme hier war meine ganze Hoffnung. Wovon ich übermorgen die Gebühren für das Einschreiben an der Hochschule bezahlen soll, weiß ich nicht. Außerdem muss ich einen blinden Vater und eine kranke Mutter unterstützen.

Dame:   Wie kann man über Geld seufzen!

Sprecher:   Damit ging sie ins Nebenzimmer. Bald kam sie wieder und händigte dem jungen Studenten einen Kuvert aus, indem sich etwa 300 Mark befanden.

Dame:   Das borge ich Ihnen, zinsenlos, bis Sie einst ein ordentlicher Mann geworden sind und es mir leicht zurückzahlen können.

Samuel:   Vielen Dank! (zu sich) Gott hat wirklich Vaters Gebet erhört.

Sprecher:   Vier Jahre später hatte Samuel eine Hilfspredigerstelle in St. Petersburg. Zu seiner Freude sah er die Dame oft unter den Zuhörern. Als er die Summe erspart hatte, suchte er sie auf.

Samuel:   Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir geholfen haben als ich in Geldnot war. Ich habe das Geld jetzt sparen können. Hier, bitte. (reicht ihr einen Kuvert)

Dame:   Ach, bitte, behalten Sie es doch. Ich habe manchem jungen Menschen Geld geschenkt und geborgt, der es nicht wert war. Lassen Sie mir die Freude, einmal einen Menschen geholfen zu haben, den Gott sichtbar segnet.

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