Archive für die Kategorie 'Freiheit'

Nov 29 2008

In einer westdeutschen Stadt…

Geschrieben von Christ under Freiheit

In einer westdeutschen Stadt…, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 5 Personen

Autor: In einer westdeutschen Stadt befand sich eine von bibelgläubigen Christen gegründete Gemeinde, deren Mitglied auch der 22-jährige Andreas Müller war. Er besuchte häufig die Andachten, sang im Gemeindechor mit und spendete seiner Meinung nach, viel in die Gemeindekasse. Die Jugend dieser Gemeinde wartete gerade auf den Jugendleiter, der gewöhnlich früher, heute aber knapp vor 7 Uhr in Begleitung von 2 Unbekannten kam. Nach dem Anfang standen der fremde junge Mann und ein noch jüngeres Mädchen – der Geste des Leiters folgend – auf, wodurch sie die Aufmerksamkeit der neugierigen Jugend auf sich lenkten.

Walter:
Wie ihr seht, liebe Geschwister, bin ich heute zum ersten Mal unter euch. Ich heiße Walter Schneider und bin 23 Jahre alt. Meine Schwester Monika ist 20. Wir sind mit den Eltern und jüngeren Geschwistern in die Berlinergasse 7 gezogen und hoffen, hier bald Gemeindemitglieder zu werden.

Autor:
Auf Fragen seitens der Jugend antwortete Walter und beteiligt sich dann auch mit Monika an der Bibelarbeit.
Andreas war der offene, aber auch freundliche Neue sympathisch erschienen; deshalb war er auch der erste, der ihn nach der Jugendstunde ansprach:

Andreas: Walter, du wirst sicher zu Hause noch zwei Stunden aufbleiben und die könntest du heute bei mir verbringen.

Walter: Danke für die Einladung, aber ich kenne noch gar nicht deinen Namen und muss außerdem meine Schwester nach Hause fahren.

Andreas: Also, ich heiße Andreas Müller, um deine Schwester brauchst du dir keine Gedanken zu machen, sie kann ja mitkommen.

Walter: Gut, ich frage sie gleich.

Autor: Monika musste unbedingt zu Hause um noch etwas Wichtiges zu erledigen. Er fuhr sie also erst nach Hause und informierte bei Gelegenheit die Eltern, bevor er sich zu Andreas begab, der ihm den Weg gut beschrieben hatte. Schon eine Viertelstunde später saß er in Andreas Zimmer und betrachtete den vor dem Fenster stehenden Profi – Synthetik sitze und die daneben hängende E – Gitarre.

Walter:
Andreas, du musst ein rechter Hobby – Musiker sein!

Andreas: Nein, ich hatte das alles gekauft, als ich mich noch dafür interessierte. Jetzt habe ich keine Lust mehr darauf zu spielen. Es dauert mir auch zu lange bis ich sie spielen kann. Außerdem habe ich viel zu wenig Zeit. Ich komme höchstens zweimal im Monat dazu, meine paar Akkorde an den ungestimmten Saiten zusammenzubasteln. Ansonsten erinnern mich die Sachen daran, dass ich wieder einmal unnötig Geld ausgegeben habe.

Walter: Du hast wenig Zeit? Liegt das an deinem Beruf? Was machst du eigentlich?

Andreas:
Ich bin Karosseriebauer. Der Beruf an sich raubt mir nicht so viel Zeit; aber er gibt mir die Möglichkeit, noch nebenbei etwas zu verdienen. Da ich aber Geld für solche Sachen wie Kleider und ähnliches brauche, nutze ich die Gelegenheit aus, mir nebenbei noch etwas zu verdienen. Da kommt man manchmal ganz schön in Stresssituationen.

Walter: Aber du verdienst doch auch Hauptberuflich sicher genug?

Andreas:
Das stimmt, aber ich gebe eine bestimmte Summe den Eltern. Und was ich behalte, reicht mir nicht immer aus.

Autor:
Auch Walter gab den größten Teil den Eltern für Miete und ähnliches ab. Als er dann aber erfuhr, dass Andreas mit fast der Hälfte seines Monatseinkommens nicht auskam, war er natürlich erstaunt.

Walter:
Aber Andreas, mir reichen 2/3 dieser Summe aus.

Andreas:
Was? Das kann wohl kaum sein. Und doch bist du ordentlich gekleidet. Weißt du, was ich für Klamotten ausgebe? Wenn man die Bodybuildingskosten und sonstige monatliche Ausgaben dazu addiert, macht es das aus, was ich von meinem Lohn für mich behalte. Dann muss ich noch nebenbei die Kosten für einen guten Urlaub bestreiten. Das alles braucht man doch!

Walter: Aber wozu gibst du eine so relativ hohe Summe aus?

Andreas:
Walter, tu doch nicht so, als hättest du davon keine Ahnung. Man muss schon jetzt gut aussehen und immer fit sein, wenn man einst gut verheiratet sein will. Außerdem will man ja auch nicht so rumlaufen wie ein Bettler, oder? Für mich selber akzeptiere ich nur Markenkleidung. Ach, was ich noch vergessen habe: Ich unterstütze ja auch die Gemeinde und spende in ein Missionswerk. Das macht auch etwas aus.

Walter: Ich bin da anderer Meinung, Andreas. Um glücklich verheiratet zu sein, sollte man zwar nicht den Eindruck verleihen; ungepflegt zu sein. Aber es reicht zum ordentlichen Aussehen, wenn man gepflegt ist. Du brauchst also weder kostspielige Kleidung noch sündhaft teures Parfum dazu. Außerdem ist ein Gebet um die richtige Partnerin viel wirksamer, als eigenes Bemühen. Was das Spenden. angeht, spende ruhig weiter, denn so sammelst du dir Schätze im Himmel wo weder Rost noch Motten sie fressen können.

Andreas: Du magst in bestimmtem Dingen recht haben. Ich bin jetzt aber nicht in der Verfassung, mit dir darüber zu diskutieren. Aber tu nicht so, als ab ein wahrer Christ nicht reich sein möchte.

Walter: Du hast recht, wenn du das Gegenteil behauptest. Jeder wahre Christ will reich an Früchten für das Reich Gottes sein. Und er ist es schon in Gott und seiner Liebe. Du meinst aber sicher irdischen Reichtum. Nun, es gibt Christen, die reich sind, ihr Vermögen aber Gott zur Verfügung stellen und selbst möglichst wenig davon genießen wollen; denn es steht in Matthäus 13… – gleich habe ich es -… hier 22. Es ist über den Samen auf der vierfachen Acker: „Das aber unter die Dornen fiel, das ist wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort und er bringt nicht Frucht.“ Der Reichtum ist aber nicht nur für die Frucht, wie Jesus hier sagt, sondern auch für die Seele schädlich. Das wissen wir aus dem Gleichnis von dem Reichen Jüngling.
Deshalb glaube ich, dass kaum ein wahrer Christ sich diesen Reichtum wünscht. Wenn er nämlich dies täte, um ihn Gott zu weihen, würde er sich indirekt eine Anfechtung oder Glaubensprüfung herbeiwünschen, obwohl man sowieso schon fast täglich geprüft wird, und oft nicht besteht.

Autor:
Solche Worte hatte Andreas von seinem Gast nicht erwartet. Ihm wurde nahezu in allem widersprochen. Und als Walter ihn dann einlud, übermorgen zu ihm zu kommen, willigte er zwar ein, doch in seinem Inneren wehrte sich alles dagegen. Es wurde ihm sogar recht unbehaglich, einerseits seinem Gast höflich zuzuhören und andererseits schon solch eine Abneigung ihm gegenüber zu haben. Als Walter dann nach Hause musste, begleitete Andreas ihn um nicht unfreundlich zu erscheinen zum Auto, wo Walter ihm noch etwas zu sagen hatte:

Walter:
Also, vergiss nicht, mich Freitags zu besuchen. Und zu unserem ersten Thema hätte ich noch etwas. Ich rate dir nicht, nebenberufliche Arbeit. Aber auch Bodybuilding nur dann, wenn es deiner Gesundheit dient. Solange du alles zum Leben hast, strebe nicht nach Geld, sondern wie du die Zeit auskaufen könntest. Machs gut! Gute Nacht!

Andreas: Gute Nacht.

Autor:
Während Walter losfuhr, glaubte Andreas einen Fehler gemacht zu haben, als er Walter einlud. Seiner Meinung nach, nahm dieser alles zu ernst und gönnte keinem anderen eine freie Meinung. Er hätte ja gleich ins Kloster gehen können, dann würde er unter denen, die Gott in der Freiheit dienen wollen, wenigstens keine entmutigenden Botschaften verbreiten, dachte Andreas.
Da ihm aber keine Ausrede einfiel, machte er sich dann doch Freitagabends auf den Weg, in der Hoffnung Monika anders kennen zu lernen. Bei Walter lernte er dann auch die ganze 7-köpfige Familie kennen. Während Monika den Tisch deckte, unterhielten sich die jungen Männer über die vergangene Singstunde, die auch von dem Neuen besucht worden war. Als alles fertig war, begaben sich alle zu Tisch. Nachdem das Tischgebet gesprochen war, wurde es wieder ganz still. Andreas wurde diese Stille unbehaglich und er suchte nach einem passenden Gesprächsstoff um die Stille zu brechen. Doch er wurde rechtzeitig dieser Aufgabe entledigt.

Monika: Habt ihr eigentlich auch ein Orchester in der Gemeinde?

Andreas:
Ja, zwar kein großes, aber wir haben trotzdem regelmäßig Montag um 7 Uhr Übstunde. Ich bin kein Mitglied, weil ich zu wenig Zeit dazu habe.

Autor: Monika hatte von Walter schon erfahren, wie es um Andreas freie Zeit stand und fragte deshalb nicht weiter. Dafür hatte aber Andreas eine Frage auf den Lippen:

Andreas: Ach, was ich euch fragen wollte: Es ist schon ziemlich sicher, dass ihr Gemeinde und Jugendmitglieder werdet. Wollt ihr da vielleicht am diesjährigen Urlaub mitmachen? Um genauer zu sein: es sind schon 3 verschiedene geplant.

Autor: Nun berichtete Andreas, dass die erste Freizeit offiziell von der Jugend organisiert worden war und in Österreich stattfinden sollte. Die zweite sei für Leute, die in einem Missionswerk aushelfen wollten. Und die dritte sei von Alexander und ihm organisiert worden und liefe privat. Das Ziel sei Spanien.

Monika: Wir haben noch gar nicht an Urlaub gedacht, aber ich würde mich ganz besonders für das Missionswerk interessieren.

Andreas: Oh, dann kennst du dich schlecht aus. Da fahren nur Schüler die viel Zeit haben und einige ältere scheinheilige mit. Die mit der ganzen Jugend fahren, sind auch so langweilige Typen. Dafür geht in Spanien was ab. Da hat uns keiner etwas zu sagen, und wir können machen was wir wollen. Es wird zwar teuer, aber wozu verdient man sich sein Geld? Meer, Sand und Sonne habe ich schon lange nicht mehr genossen. Das letzte Mal waren wir in so einem einsamen, von der Welt abgeschlossenen Gebirgsdorf. Ein glatter Reinfall auf eine Werbung.

Monika:
Andreas, findest du nicht, dass euer Plan ein wenig verantwortungslos aufgebaut ist? Du kannst es dir wohl gar nicht vorstellen, was auf so einer weiten Reise alles passieren kann, wenn man nicht jemanden mit hat, der für alles Tun und Lassen gerade steht. Ich sage es dir aus eigener Erfahrung. Als Walter noch unbekehrt und ich mit halbem Herzen für Gott da war, haben wir auch solche Reisen unternommen. Ich hoffte auf diesen Reisen endlich mal meine modischen Kleider anziehen zu dürfen, die in der Kirche zum Anstoß waren. Meine Haarspraydose habe ich sicher genau so oft und lang, wie eine Frisöse für ihre Kunden, benutzt. Es fragt sich, ob eine Theaterdame mehr Parfüm und Schminke benutzt, als ich damals auf einer Reise verbraucht hatte. Ich wollte auch etwas mit Jungs erleben, doch Gott hatte mich davor bewahrt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Das alles ist mir jetzt zuwider, weil es mir zwar augenblickliche Freude, aber ein unglückliches Leben geben würde. Vor Autopannen, Krankheit, unabsichtliche Verwicklung in einen kriminellen Fall und unverantwortliche Freundschaften seid ihr, wie auch wir damals, nicht sicher. Wie gut war es für mich, als ich später eine solche Reise unter der Leitung unseres Jugendleiters unternahm. Ich wollte zwar auf dieser Reise das gleiche tun wie auf den vorigen; er aber hat mich durch sein ernstes Wort und die Bibel vor manchem Unrecht gegenüber meinem Heiland, der ja alles sah, zurückgehalten. Nach dieser Reise habe ich mich durch Gottes Hilfe geändert. Ich würde auch euch nicht raten, wegzufahren, ohne einen in der Bibel gegründeten und vertrauensvollen aber auch autoritären Bruder der euch betreuen könnte mitzunehmen.

Autor: Monika und Walter erzählten ihm noch manches Erlebnis aus ihrem Leben, das mit Motiven, die ihm sehr bekannt waren, weil es zum Teil seine eigenen waren, begann und böse endete. Doch er konnte ihnen nicht glauben, dass seine Einstellung gegenüber Gott falsch ist. Als er dieser Rede innerlich satt nach Hause wollte, wurde er von ihnen zum Auto begleitet. Die nächsten zwei Wochen versuchte er mit allen möglichen Mitteln, eine Begegnung mit den Geschwistern zu vermeiden. Umso mehr unterhielt er sich in dieser Zeit mit anderen Jugendlichen, die die Neuen auch schon kennengelernt hatten. Eines Tages trifft er seinen Freund Alexander.

Alexander:
Hallo Andy, wie geht’s?

Andreas: Hallo Alex. Na ja, leidlich. Ah, jetzt fällt mir wieder ein, was ich dich gestern schon fragen wollte. Wie gefallen dir eigentlich Walter und Monika?

Alexander:
Mit Walter habe ich mich noch nicht ganz bekannt gemacht. Nur vom Sehen, Hören, Grüßen weiß ich wie er ist. Nämlich genauso wie seine Schwester, die ich vorgestern kennengelernt habe. Du weißt ja, sie sind schon letzte Woche in die Gemeinde aufgenommen worden. Nun war sie am Montag schon auf der Orchesterprobe. Sie spielt Gitarre, Akkordeon und Flöte, was dich freilich nicht interessiert. Also, nach der Übstunde habe ich sie gefragt ob ich sie heimfahren soll, da sie keine Möglichkeit hatte nach Hause zu kommen. Sie willigte ein und so nahm ich sie mit. Ich legte gleich meine beste Kassette mit den englischen Liedern ein und fragte sie dann, wie sie ihr gefallen würden. Und weißt du, was sie mir geantwortet hat?

Monika: Alexander, nimm es mir nicht übel, aber diese Lieder reizen viel mehr den Körper, als dass sie die Seele erbauen. Vielleicht siehst du keine Gefahr in dieser Musik, aber ich bin schon den Weg gegangen, den alle jugendlichen gehen müssen, die sich erst für betonungsverschobene Rhythmen, dann für Rock ähnliche Schlagzeugbeteiligung und schließlich ganz für die Rockmusik interessieren. Ich hatte mich auch für diese Lieder interessiert, und bin dann sehr schnell den Weg abwärts gestiegen. Ich habe am Ende sogar christliche Rockmusik gehört, deren sogenannt christliche Konzerte zu einer Disco wurden. Wenn wir als Christen in dieser Musik Gott suchen, dann sind wir wahrscheinlich auf einem größeren Irrweg, als Anhänger von manchen Irrlehren.

Alexander:
Dann hat sie mir geraten, nie Lieder anzuhören deren Bedeutung ich wegen der Sprache nicht verstehe. Da man womöglich sogar an einer Gotteslästerung die man hört, beteiligt wäre. Sie versprach mir dann noch, einige Bücher die das Thema noch ausführlicher beschreiben sollten zu geben. Dann bedankte und verabschiedete sie sich. Also ich finde, irgendwie nehmen die alles viel zu eng.

Autor: Dieser Meinung war Andreas, wie schon erwähnt, auch. Doch diese zwei Wochen der Trennung, von den neuen waren schwere Wochen für ihn. Er brauchte Geld, denn seine Monatsration war wieder einmal ausgegangen. Er nahm also wieder Privataufträge an, was ihm die Meidung der Neuen erleichterte, denn er war jetzt seltener in der Kirche und fuhr eilig wieder fort, wenn er sich mal sehen ließ. Er kam selten vor Mitternacht nach Hause und da er Schlaf trotzdem brauchte, verzichtete er aufs Bibel lesen, Stille Zeit und auf alles, was ihm, wenn er nur hauptberuflich arbeitete, angeblich viel Zeit wegnahm. So kam er in Stress, dass er des Öfteren an Walters Worte denken musste. Vielleicht hatte er ja recht, wenn er sagte, dass es keinen Sinn hätte, soviel Geld für Vergnügen und Kleidung auszugeben. Andererseits war er ja bekannt, als einer der immer die besten und teuersten Klamotten hatte: also einer, der immer die besten Mittel für ein Unternehmen stellte und als einer der das schönste, teuerste und am besten ausgestattete Auto hatte. Das erfüllte ihn mit Stolz. Und sollte er nun auf dies alles verzichten? Nur um etwas mehr Zeit für die Bibel zu haben. Nein, er war ja sowieso einer der keinen Bibelvers auswendig lernen konnte, und nach 5 Minuten vergaß, was er soeben gelesen hatte. Nein, er lebte nicht davon. Natürlich hatte er keinen Grund auf alles zu achten. Er brauchte ja keine Buße mehr zu tun – und Heiligung sei sowieso etwas für die Alten. Aber eine Predigt die ihn anging, konnte er nach Monaten später nacherzählen. Zum Beispiel interessierte ihn, was Gott von denen hält, die häufig spenden oder im Kirchenchor singen. Das war so sein Gedankengang, als er plötzlich gestört wurde. Ein Streifenwagen hatte seinen BMW soeben überholt und gehupt. Er hatte wieder einmal die Geschwindigkeit überschritten. Normalerweise waren es immer riskante überhol Manöver mit seinem PS-starken Wagen, die die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter schon oft auf ihn gelenkt hatte. Heute war er einfach aus Gewohnheit den Verkehrsschildern nicht gefolgt und war so in Gedanken versunken, dass er den folgenden Polizeiwagen erst jetzt bemerkte.
Den darauffolgenden Samstag veranstaltete die Jugend einen Ausflug zu einem nahegelegenen Grillplatz. Auch der gestresste Karosseriebauer nahm teil. Nach einigen Stunden fröhlichen Spieles waren alle damit beschäftigt, das Grillen zu beschleunigen und bald schon durfte die Jugend nach einem Gebet für die Speise zu den Würstchen langen. Monika, Walter und Andreas setzten sich zusammen an einen Tisch, denn Andreas wollte sie nach der Trennung wieder sprechen. Es war nicht seine Absicht, ihnen vorzugaukeln, er hätte nichts gegen sie. Nein, er suchte ein ernstes Gespräch welches er eigens einleitete:

Andreas: Walter, ich habe über eure Worte nachgedacht. Ich gebe zu, dass mein Leben nach biblischem Sinn nicht ganz in Ordnung ist. Meine Wünsche sind so zeitlich und gerade ich muss auch viel Geld für sie ausgeben. Ich habe von allem vielleicht das beste in der ganzen Jugend, und doch macht es mich um so leerer im Innern wenn ich nachdenke, dass ich für mein Auto, meine Kleider und manches mehr, soviel gearbeitet und manche Andacht versäumt habe obwohl mich keine Schulden dazu zwangen. Ihr könnt es euch gar nicht vorstellen, welchen Stress ich in den letzten zwei Wochen hatte, weil ich wieder mal nebenbei verdiente. Und was konnte ich mit dem Geld anfangen, das ich unter Aufopferung der Andachten und der Stillen Zeit verdient habe? Eine Geldbuße wegen verkehrswidrigem benehmen, einige überflüssige Kleider, die meinen Kleiderschrank sowieso schon wölben und ich konnte noch etwas für den Urlaub zurücklegen. Meine Seele ist manchmal davon umso leerer, wenn ich mal darüber nachdenke. Aber andererseits, was würdet ihr mir vorschlagen? Soll ich etwa in Zukunft Mönch werden und durch die Straßen mit einer großen Bibel in der Hand und einem frommen Kopf laufen? Es bringt doch auch nichts, eine Gesetzeslast auf sich zu laden die ganz der Natur widerstrebt. Dann fühle ich mich sicher auch nicht besser als bisher.

Monika: Andreas, ich glaube dir fehlt die Liebe, 1.Joh. 5,3. Du musst das „halten von Gottes Geboten“ falsch verstanden haben. Es gibt zwar Menschen die die Gebote befolgen, obwohl es eine Last für sie ist. Doch sie sind geübt darin. Aber für uns gilt etwas anderes: 1.Joh. 4,9 + 10. Die Dankbarkeit für sein Erlösungswerk am Kreuz auf Golgatha gibt uns die Liebe zu Jesus und dem Vater, so dass wir gern bereit sind auf alles zu verzichten, was der Seele schadet. Wer dazu nicht fähig ist, dem fehlt die Liebe, die doch die größte Gabe ist, damit wir in Christus bleiben, 1.Joh. 4,16. Wenn du das Gesetz auf dich nimmst, um dir den Himmel und ein gutes Gewissen zu verdienen, fällt es dir zur Last. Aber aus Liebe zum Erlöser findest du Freude an einem Leben das zwar nicht auf Rosen gebettet ist, aber dich doch viel glücklicher macht.

Autor: So sprachen sie noch einige Zeit miteinander bis Andreas den Wunsch äußerte, in der Stille mit ihnen zu beten. Nach diesem Gebet änderte sich vieles in Andreas Leben. Es machte ihm keinen Spaß mehr, von allem das teuerste und beste zu haben um aufzufallen. Auch den Urlaub schrieb er ab, weil er die Gefahren jetzt auch erkannte, denen sich die gemeldeten drei jungen Männer und zwei Mädchen aus der Jugend aussetzen würden, wenn sie auf eigene Faust einen längeren Aufenthalt alleine in einem fremden Land wagen würden. Auch an Bodybuilding hatte er kein Interesse mehr, da er kerngesund war und diese Sportart ihm früher viel Zeit geraubt hatte. Und da er jetzt Haupt- oder nebenberuflich mehr verdiente als er dringend brauchte, weihte er den Überschuss aus Dankbarkeit seinem Erlöser, den er neu lieb gewonnen hatte. Er sah jetzt auch ganz allgemein ein, dass seine Wünsche, sein Denken und sein Handeln nicht mit dem seines Herrn übereingestimmt hatten. Also begann er ein neues glückliches Leben indem er jetzt für den Herrn da war und nicht für sich und seine Wünsche.

Lieber Zuhörer, diese Geschichte soll uns nicht dazu führen, unsere Autos, Kleider und unseren auch manchmal erholungsbedürftigen Körper verkommen zu lassen. Aber sie will uns auffordern diese Wünsche ganz und gar Nebensache sein zu lassen und unsere wichtigen und wichtigsten Wünsche, denen des Herrn zu unterstellen. Lasst uns wie es in Matthäus 6,33 steht, zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, so wird uns auch alles andre zufallen.

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Jun 06 2008

Onesimus

Geschrieben von Christ under Freiheit

Onesimus, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 7 Personen

Sprecher: Man schrieb das Jahr 60 n.Chr. Das Römische Reich bildete damals den Mittelpunkt der Welt. Allerdings war es trotz der Größe, des Reichtums und der Macht ein eher trauriger Anblick, der sich dem aufmerksamen Zuschauer darbot. Krieg, Sklavenhandel, Unmoral, Korruption und Gottlosigkeit zermürbten langsam aber sicher den scheinbar festen und unvergänglichen Römischen Staat.
Auch in dem Provinzstädtchen Kolossä in Kleinasien war das nicht anders. Auch hier gab es Sklaven und Unmoral, Korruption und Gottlosigkeit. Ein trostloser Anblick, wäre da nicht diese Gruppe von Menschen gewesen, die im Kontrast zu allen anderen Bewohnern der Stadt, ein Leben nach den Maßstäben Gottes zu leben versuchten. „Christen“ nannte man sie allgemein, obwohl die Wörtchen „Spinner“ und „Fromme“ nicht selten herhalten mussten, wenn man ihren Lebensstil bewerten wollte.
Da war zum Beispiel dieser Philemon, ein sehr wohlhabender Mann mit einigen Sklaven. Mit ihm fing das ganze Unheil ja an. Von einem ehemaligen jüdischen Rabbi, Paulus hieß der, ließ er sich bekehren und wurde über Nacht ein vollkommen anderer Mensch. Keiner wurde klug aus ihm, er fluchte nicht mehr, wurde auf einmal ehrlich und ließ sich nicht bestechen, aber was das schlimmste war – er behandelte seine Sklaven plötzlich wie Menschen. Einige, und das erregte am meisten Ärger, nannte er plötzlich sogar Brüder. Sein Haus wurde zum Treffpunkt aller Frommen und Notbedürftigen. Seine Sklaven fühlten sich wohl bei ihm und einige von ihnen wurden auch Christen.
Verstehen konnte das keiner in Kolossä. Noch nicht einmal der eigene Sklave von Philemon – Onesimus. Sicher, er hatte es gut bei Philemon, sehr gut sogar, aber dass sein Herr nun auch noch versuchte ihn für den Glauben zu gewinnen, das ging nun doch etwas zu weit.

Onesimus: Dieses fromme Gerede geht mir auf die Nerven. Ich will frei sein! Das brauche ich und nicht Gott. Freiheit! Aber wenn ich auch weglaufe, wohin soll ich gehen? Wo werden sie mich nicht suchen? Ja, Rom! Da wird mich bestimmt keiner suchen! Da werde ich mein Glück machen! Ich brauche nur noch Geld für den weiten, Weg und dann… Aber mein Herr hat ja genug davon, warum sollte ich mir nicht etwas nehmen? Dieser Tag war der letzte in diesem Haus. Heute Nacht ist es soweit…

Sprecher: So missbrauchte Onesimus das Vertrauen seines Herrn Philemon, bestahl ihn und floh.

Onesimus: Frei! Endlich frei! Ist das herrlich! Auch die Reise nach Rom war gar nicht so schlimm. Ha – die können mich lange suchen. Für mich fängt mein Leben jetzt erst an. Ohne Gott und fromme Sprüche!

Sprecher: Doch schon nach wenigen Tagen musste er feststellen, dass seine Lage weniger als glücklich war. Er fand keine Arbeit, denn es waren viele freigelassene Sklaven in der Stadt, die wie er nun versuchten in Rom ihr Glück zu machen. Die ständigen Kriege und das verschwenderische Leben des Kaisers hat viele Menschen zu armen Leuten gemacht, die immer mehr die Straßen Roms füllten und Unruhen in die Stadt brachten. Und dann gab es noch den Zirkus. Um die Aufmerksamkeit des Volkes von den Problemen weg zu lenken, veranstaltete man im Zirkus und Theater brutale Spiele.
Onesimus war ständig der Gefahr ausgesetzt, als entlaufener Sklave erkannt und festgenommen zu werden. Allein der Gedanke, als Futter für die wilden Tiere im Zirkus enden zu können oder als kämpfender Gladiator vom Gegner getötet zu werden, ließen keine große Freude an der neu gewonnenen Freiheit aufkommen. Vielmehr erschien die Freiheit in Anbetracht dieser Tatsachen als Spott. So hatte er sie sich nicht vorgestellt. In Gedanken versunken ging er durch die Stadt. Er merkte gar nicht, wie er sich einer großen Menge von Leuten genähert hatte. Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen, denn die Worte, die der Mann in der Mitte der Menge laut und deutlich aussprach klangen sehr vertraut. Waren das nicht die gleichen Worte, die sein Herr Philemon ihm jeden Tag gesagt hatte. Worte, über die er nie nachgedacht hatte. Doch jetzt, inmitten den bitteren Erfahrungen seines Lebens, waren es Worte des Leben: Worte von Jesu Liebe für jedermann – also auch für ihn. Worte von dem neuen Leben und der wahren Freiheit in Christus – für jedermann – also auch für ihn.
Er versuchte an diesen Mann näher heran zu kommen, doch die Menschenmenge war zu dicht. Und nun ging der Mann gar weiter. Vorbei? Aber er wollte doch noch gerne mehr hören, er wollte wissen, wie er es erleben kann! War nun die Gelegenheit vertan?

Onesimus: Nein, nicht weggehen! Vorbei! Wie soll ich den bloß zwischen all den Menschen wiederfinden?

Passant: Junger Mann, kann ich Ihnen vielleicht helfen? Wenn Sie den Prediger dort meinen, dann kann ich Ihnen sagen, wo Sie den wiederfinden.

Onesimus: Wirklich? Kennen sie den denn? Wird er auch mit mir reden?

Passant: Aber sicher kenne ich den. Das ist doch Paulus, der Prediger der Chris-ten. Und reden tut der mit jedem, der es nur möchte. Kommen Sie, ich zeige Ihnen, wo er wohnt.

Sprecher: So kam Onesimus zu Paulus und hörte die Botschaft von der Liebe Christi. Sein langjähriger Wunsch nach Freiheit fand hier seine Erfüllung – in der einzigen und wahren Freiheit, die nur Christus geben kann. Er wurde ein Kind Gottes. Da er keine Bleibe hatte, nahm Paulus ihn bei sich auf. Mit der Zeit wurde Onesimus zu einem der treuesten Diener von Paulus. Dieser schätzte den Dienst auch sehr und hatte den Onesimus von Herzen lieb gewonnen. Doch eines Tages…

Paulus: Ich danke jeden Tag unserem Herrn Jesus Christus für dich, Onesimus, für deine Liebe und Dienstbereitschaft. Doch ich kann und darf dich nicht bei mir behalten, auch wenn ich oft daran gedacht habe. Ich muss dich zu deinem Herrn Philemon zurückschicken, das bin ich ihm schuldig. Ich gebe dir einen Brief an ihn mit und bin überzeugt, er wird dir vergeben und dich wieder aufnehmen.

- Lied -

Sprecher: So reiste Onesimus mit bangem und doch erwartungsvollem Herzen zurück. Was erwartete ihn bei Philemon? Wie viel war nun anders als damals? Sein Herr war nun auch sein Bruder. Würde er ihm wieder vergeben und Vertrauen schenken? Der Glaube von beiden war in dieser Situation hart auf die Probe gestellt. Denn auch für Philemon war es eine schwere Zeit gewesen.

Appia: Woran denkst du, Philemon? Stehst dauernd am Fenster und schaust in die Ferne. Ist es noch immer die alte Geschichte mit dem entlaufenen Sklaven?

Philemon: Ach, weist du, Appia… Onesimus – wie konnte er nur weglaufen? Wir haben uns doch ehrlich bemüht unsere Leute gut zu behandeln. Das sind wir unserem Herrn Jesus Christus schuldig, dessen Sklaven wir geworden sind. Und das Evangelium haben wir ihm doch auch so oft weiter gesagt.

Appia: Vielleicht hat ihm gerade das nicht behagt. Es war ihm nicht interessant genug. Er wollte in die weite Welt.

Philemon: Schon, aber was mich am meisten bedrückt – er hat mich bestohlen, er hat Geld mitgenommen. Dabei habe ich ihm vertraut.

Appia: So! Das hast du mir aber nie vorher gesagt.

Philemon: Ja, ich wollte dich nicht zu sehr beunruhigen. Onesimus – „nützlich“ bedeutet sein Name. Für mich ist er ein Nichtsnutz gewesen, nur Schaden habe ich von ihm gehabt.

Appia: Beruhige dich, Philemon. Lass uns lieber für ihn beten. Denn im Grunde genommen ist er ein armer Mensch, der geblendet von falschen Vorstellungen in die Irre geht. Nur Jesus allein kann ihm helfen. Lass uns dafür beten.

Philemon: Du hast schon recht, Appia. Mein Ärger ist nicht in Ordnung. Gott gebe mir Kraft, ihm zu vergeben!

KLOPFEN!

Philemon: Ja! Herein! Ah, du bist es, Archipus! Sei gegrüßt. Was führt dich zu uns?

Archipus: Ihr bekommt Besuch!

Philemon: Besuch?! Lass ihn doch hereinkommen.

Archipus: Ja, es ist ein besonderer Besuch. Als ich an eurem Haus vorbeiging, sah ich unten am Tor Onesimus stehen.

Philemon: Onesimus?!

Archipus: Ja, Onesimus. Er traut sich offenbar nicht herein. Aber er scheint mir auch nicht mehr ganz der alte zu sein wie damals, als er von euch weglief.

Appia: Lass ihn hereinkommen, gerade haben wir von ihm gesprochen.

Philemon: Ja, führe ihn herein.

ONESIMUS ERSCHEINT MIT GESENKTEM KOPF

Onesimus: Ich komme zurück, mein Herr… es tut mir leid… könnt Ihr mir vergeben, wie auch Christus mir vergeben hat? Hier ein Brief von Paulus.

Philemon: Von Paulus? Du warst bei Paulus? Zeig her!

DER BRIEF DES PAULUS AN PHILEMON

,,Paulus, der im Gefängnis ist, weil er das Evangelium von Jesus Christus verkündigt, und Timotheus schreiben diesen Brief an ihren lieben Freund und Mitarbeiter Philemon. Wir grüßen auch unsere liebe Schwester Appia sowie Archipus, der sich wie wir mit aller Kraft für das Evangelium einsetzt, und alle anderen Christen in Philemons Haus. Wir wünschen euch allen Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus.
Lieber Philemon! Ich danke meinem Gott immer wieder, wenn ich für dich bete. Denn ich habe erfahren, wie fest du an unseren Herrn Jesus glaubst und mit welch liebevoller Fürsorge du allen Christen begegnest. Ich bete, dass der Glaube, der uns miteinander verbindet, in dir weiter wächst und du immer mehr erkennst, wie reich uns Jesus Christus beschenkt hat. Durch deine Liebe habe ich viel Freude und Ermutigung erfahren, denn ich weiß, wie oft du andere Christen in ihrem Glauben gestärkt hast.
Aus diesem Grunde möchte ich dich jetzt um etwas bitten, was ich als Botschafter Jesu Christi auch mit gutem Recht von dir verlangen könnte. Doch weil wir beide von Christus geliebt werden, möchte ich dir nichts befehlen, sondern dich schlicht und einfach bitten als ein alter Mann, den man ins Gefängnis geworfen hat, weil er das Evangelium von Jesus Christus verkündigt.
Es geht um deinen Sklaven Onesimus, der hier durch mich zum Glauben an Christus gefunden hat und mir ein lieber Sohn geworden ist. Möglich, dass er früher seinem Namen keine Ehre gemacht hat und für dich nicht besonders nützlich war. Aber wie nützlich wird er von nun an für dich und für mich sein! Ich schicke ihn jetzt zu dir zurück und mit ihm mein eigenes Herz. Wie gern hätte ich ihn noch bei mir behalten, solange ich für das Evangelium im Gefängnis sein muss. Er hätte mir helfen können, so wie du selbst es tun würdest. Aber ich wollte ihn nicht ohne deine Einwilligung hier behalten. Denn zu einer guten Tat sollte man nicht gezwungen werden, sondern freiwillig bereit sein.
Eins bitte ich dich noch zu bedenken: Vielleicht ist dir Onesimus nur deshalb für eine kurze Zeit genommen worden, damit er endgültig und für immer zu dir zurückkehrt. Nun kommt er nicht nur als dein Sklave wieder, du wirst viel mehr an ihm haben: einen geliebten Bruder. Das ist er für mich gewesen. Wie viel mehr wird er es für dich sein, wo er doch zu dir gehört, als Mensch und nun auch als Christ.
Wenn ich nun dein Freund und Bruder bin, dann nimm Onesimus auf, als würde ich selbst zu dir kommen. Sollte dir durch seine Flucht irgendein Schaden entstanden sein oder sollte er dir etwas schulden dann stelle es mir in Rechnung. Ich werde es bezahlen. Damit verbürge ich mich hier mit meiner Unterschrift. Was du mir schuldest, weil du durch mich zum Glauben an Jesus Christus gefunden hast, davon will ich hier gar nicht reden. Lieber Philemon! Bereite mir doch diese Freude und erfülle meine Bitte! Sei mir auch einmal von Nutzen! Das würde mich im Glauben sehr ermutigen. Ich habe dir diesen Brief geschrieben, weil ich darauf vertraue, dass du meine Bitte erfüllst. Doch ich denke, du wirst noch mehr tun, als ich von dir erbitte. Übrigens rechne ich damit, dass Gott eure Gebete erhört und ich bald zu euch kommen kann. Dann würde ich gerne bei dir wohnen. Epaphras lässt dich herzlich grüßen. Er ist mit mir für Christus im Gefängnis. Herzliche Grüße auch von meinen Mitarbeitern Markus, Aristarchus, Demas und Lukas.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus soll euch leiten:“

Onesimus: Bitte, vergib mir, Herr. Ich habe Euch viel Not und Ärger bereitet, aber ich in nicht mehr der alte Onesimus, das dürft Ihr mir glauben. In Rom traf ich Paulus; Brüder brachten mich zu ihm.

Archipus: Das war eine Führung Gottes!

Onesimus: Ja, das weiß ich, Archipus, und ich bin Gott dankbar dafür. Paulus hat mir den Weg zu Jesus gezeigt. All meine Schuld konnte ich ans Licht bringen und nun möchte ich auch in Ordnung bringen, was ich Euch, mein Herr Philemon, angetan habe. Bitte, nimmt mich wieder auf, ich will Euch jetzt in Treue dienen.

Philemon: Onesimus, du hast einen guten Fürsprecher. Und wenn Paulus dich schickt im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dann muss ich… nein, nein, dann will ich dich wieder aufnehmen. Hier meine Hand, Bruder Onesimus.

Archipus: Der Herr ist wunderbar! Er sucht die Verlorenen und bringt sie wieder zurück.

Appia: Ja, das müssen wir feiern. Komm mit an den Tisch, Onesimus. Jetzt gehörst du für immer zu uns. Archipus, komm setzt dich auch zu uns.

Sprecher: So hat Onesimus die erwünschte Freiheit in der Bindung an den Herrn Jesus Christus gefunden. Verbunden damit kam auch der Friede mit Gott und auch Menschen. Er wurde ein neuer und glücklicher Mensch.
Und du, lieber Zuhörer, hast du die wahre Freiheit und den wahren Frieden gefunden? Sicherlich sind wir keine Sklaven von irgendwelchen Menschen, und doch sind wir oft Sklaven. Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht, sagt die Bibel. Du hast die Wahl, weiterhin der Sünde Knecht, also Sklave zu sein, oder ein freies Kind Gottes zu werden.
Denn, wen Jesus frei macht, der ist recht frei.

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Jun 01 2008

Der Weg zur Freiheit!

Geschrieben von Christ under Freiheit

Der Weg zur Freiheit, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 12 Personen

Sprecher: Das folgende Stück ist ein Tatsachenbericht, in dem nur die Namen geändert wurden.

Peter: Endlich ist es soweit, jetzt geht’s in die Freiheit!
Frei vom täglichen Druck der Eltern. Die Mutter, sie meint es ja gut, aber wie lästig sind doch die Fragen: „Kind, betest du noch?“ „Liest du die Bibel?“ „Was sind das für Bücher in deinem Zimmer?“
Frei von dem Besuch der Versammlungen, wo einige der Prediger mit kläglich weinender Stimme zur Buße aufrufen. Das ist am Sonntag, aber im Alltag sind es Betrüger, die nur ihren eigenen Nutzen suchen.
Frei von diesen sogenannten „Freunden“, diesen Kindern der Gläubigen, diesen frommen Heuchlern. Am Sonntagmorgen sitzen sie schön in der Kirche, aber am Abend schleichen sie paarweise ins Kino. Letztens kam ich unerwartet herein, da tranken sie Wein. Auf meine Frage, was eigentlich los wäre, sagte Jakob: „Wir gehen gleich zu den Mädchen, da sind wir durch den Alkohol ungehemmter.“ Sind das Freunde? Jakob, wie tat er, als ob er mich nicht kenne, als ich in eine Prügelei verwickelt wurde und er mir helfen konnte, aber zu meinen Feinden hielt, sich abwandte, als ob er mich nicht sähe? Nur Andreas war eine Ausnahme, aber leider zog seine Familie in eine Großstadt und so hat sich unsere Freundschaft verloren. Aber er bot mir ein Zimmer bei ihnen an, und da werde ich jetzt studieren, also bald sind wir wieder zusammen.

Sprecher: So in Gedanken versunken fuhr Peter von Zuhause fort. 1500 Kilometer von seinem Dorf entfernt, wollte er studieren. Er war in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und wollte nun mit 17 Jahren seine eigenen Wege gehen. Als er endlich in der Stadt angekommen war, musste Peter feststellen, dass er zu spät kam, die Studienplätze waren alle belegt. Er hätte die Bewerbungsunterlagen schon vor 2 Monaten einsenden müssen. Was sollte er jetzt tun? Zurückfahren?

Peter: Zurückfahren? Unmöglich, Vater sagte: „Junge, du warst ja immer bei uns Zuhause, ich glaube du schaffst es nicht alleine in der Ferne zu leben und du kommst bald wieder zurück.“ Da irrt er sich, zurück fahre ich nicht. Aber was kann ich tun? Zuerst brauche ich eine Wohnung und Arbeit, denn ohne Geld geht es ja nicht. – (nachdenkliche Pause) Moment, ich habe einen Ausweg. Sweta, meine Schwester, wohnt auch in einer Großstadt. Sie bot mir an bei ihr zu wohnen und zu lernen, aber die Eltern wollten es nicht so gern, weil sie ja kein „christliches Leben“ führt. Was soll’s, auf zur Schwester.

- Musik -

Sprecher: Er nahm den nächsten Zug, und weiter ging die Fahrt. Im Bahnhof angekommen wurde er von seiner Schwester mit Blumen begrüßt und freudig in Empfang genommen.

Sweta: Wie gut, dass du gekommen bist, nur keine Sorge, wir schaffen das schon. Wir finden schon einen Ausbildungsplatz. Eine Großstadt ist ja kein Dorf. Aber jetzt los, zu uns nach Hause. – (Gehen, setzen sich an den Tisch)

Sweta: So, da sind wir. Mischa ist noch auf Arbeit und die Kinder sind in der Schule, so haben wir ein bisschen Zeit, wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen. Das müssen wir jetzt feiern, hier ist dein Glas. „Prost“

Sprecher: Peter zögerte, Sweta merkte es und sprach ihn an.

Sweta: Hör mal Peter, dies ist ein echter Traubenwein, du bist jetzt hier und nicht zu Hause. Trink ruhig, du bist ja kein Kind mehr und ich nehme an auch nicht feige, oder?

Peter: (zu sich selbst) Als feige und kindisch möchte ich ja nicht unbedingt bezeichnet werden, außerdem was ist schon dabei, ich möchte Sweta ja auch nicht gleich in den ersten Stunden beleidigen, also… (zu Sweta) „Prost“

Sprecher: So blieb Peter bei seiner Schwester. Er wurde freundlich von der Familie aufgenommen und nach einigen Überlegungen fuhren sie am anderen Tag zu einem Werk, wo Peter sich vorstellte.

Chef: Ja bitte, was kann ich für Sie tun?

Peter: Ich suche eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz als Fräser oder Dreher, hier sind meine Unterlagen.

Chef: Oh, ein gutes Zeugnis, aber Sie haben ja noch nicht das 18. Lebensjahr beendet. Besitzen Sie eine Sondergenehmigung, dass Sie die Ausbildung eher machen dürfen.

Peter: Nein, die habe ich nicht.

Chef: Es tut mir leid, aber ich habe kein Recht Sie einzustellen. Wenn Sie den 18. Geburtstag gefeiert haben – Herzlich willkommen! Noch besser, nach dem Militärdienst.

Sprecher: So ging es von Werk zu Werk, von Betrieb zu Betrieb, aber alles war erfolglos. Endlich willigte man im Stadtkrankenhaus, wo Sweta arbeitete, ein, ihn als Lehrling bei einem Elektromeister Alexej einzustellen.

Alexej: Oh, bei mir wirst du es gut haben, ich bringe dir auch bestimmt einiges bei, aber zum Anfang hole mal eine Flasche Wein. Das Geschäft ist hier um die Ecke.

Sprecher: Der innere Kampf begann: Soll ich gehen oder nicht? Doch dann ging Peter.

Alexej: Gut hast du das gemacht, auch noch Brot, Wurst und Käse dazugekauft. Deine Schwester sagte, du glaubst an Gott? Ich glaube auch. Aber ich trinke oft aus Verzweiflung. Meine Frau ist seit 12 Jahren gelähmt. Sie ist immer unzufrieden, das Essen, das ich ihr koche, schmeckt ihr nicht, die Wäsche, wie ich sie wasche und bügle ist auch nicht gut genug. Alles was ich mache nervt und ärgert sie. Die Kinder sind schon alle aus dem Haus, in allem stehe ich allein. Hier die Arbeit, zu Hause die Pflege meiner Frau und der ganze Haushalt und nur immer Unzufriedenheit, sogar noch Eifersucht. Dann trinke ich manchmal ein Schnäpschen und vergesse alles. Möchtest du eine Zigarette rauchen?

Peter: Nein, danke ich rauche nicht.

Alexej: Ist ja auch besser.

Sprecher: So ging Peter jetzt Tag für Tag zur Arbeit, abends saß die Familie vor dem Fernseher. Was sollte Peter anderes tun, er hatte noch keine Freunde gefunden. Am Wochenende sagte seine Schwester dann zu ihm:

Sweta: Hör mal, ich habe hier den Nachbarjungen in deinem Alter von dir erzählt, sie sind auch noch etwas verwandt mit meinem Mann. Sie wollen dich zur Jugendstunde mitnehmen, gehst du mit?

Peter: Oh ja, gerne.

Viktor: Hallo, ich bin der Viktor und dies ist mein Bruder Johann. Deine Schwester erzählte uns von dir. Die Jugendstunde wird dir bestimmt gefallen.

Sprecher: Peter traf sich jetzt häufiger mit den Brüdern und es entstand eine Freundschaft. Am Sonntag ging er regelmäßig zum Gottesdienst, nur fehlte der Glaube an Gott. Es war eine Gewohnheit die er von Zuhause beibehalten hatte, mehr nicht. An einem Sonntag sagte Viktor:

Viktor: Heute abend gehen wir ins Kino, kommst du mit?

Peter: Ja, ich komme. – Auch hier das gleiche Spiel: Gottesdienst, Jugendstunde, später Kino, Bier oder Wein, manche gehen auch tanzen. Die Gespräche drehen sich um Mädchen, Sex, Klamotten, Geld. Ein Kreis, und ich drehe mich jetzt auch in dieser Mitte. Naja, das ist nun mal so. Eigentlich mag ich Katja ganz gerne, sie hat noch keinen Freund, ist hübsch, freundlich, unternehmungslustig. Wenn sie mich ansieht, denke ich, dass sie mir gegenüber auch etwas empfindet. Bei nächster Gelegenheit spreche ich sie mal an.

Sprecher: Die Gelegenheit kam schon bald. Als Peter Katja nach der Jugendstunde nach Hause begleitete, sprach er sie an:

Peter: Du Katja, ich habe dich schon eine Weile beobachtet. Du gefällst mir, wollen wir nicht Freunde werden?

Katja: Naja, von mir aus. Wir können es ja mal probieren.

Sprecher: Jetzt gab es für Peter keine freien Abende mehr. Immer war er mit Katja unterwegs, spazieren gehen, Stadtbummel, Unterhaltungen, doch wurde das Band zwischen ihnen nicht stärker, eine echte Liebe entstand nicht.
Die Arbeit im Krankenhaus ging weiter. An einem Tag half Lena, ein Mädchen aus christlicher Familie, Peter, Kisten ins Nebengebäude zu tragen.

Lena: Ich heiße Lena. Ich habe dich bei uns im Bethaus gesehen und beobachte dich auf der Arbeitsstelle, sag mal Peter, bist du ein Christ?

Peter: Ob ich Christ bin? Ich weiß nicht, kann ich mit dir reden?

- Musik -

Lena: Aber Peter, so kannst du doch nicht glücklich sein, wenn du so ein Doppelleben führst. Eigentlich weißt du ja, wie du zu leben hast. In deiner Kindheit warst du sicher glücklicher, als jetzt. Wo kommst du mit so einem Leben hin?

Sprecher: Die Frage blieb unbeantwortet, doch Peter wurde unruhig. Abends erzählte er Katja davon.

Katja: Wieso, was hast du nur? Bist du etwa ein schlechter Mensch? Ich glaube eher, dass dir etwas an Lena liegt.

Peter: Katja, versteh mich bitte nicht falsch, aber wie Lena ihren Glauben lebt, da muss es doch mehr geben, als wir bisher verstanden. Sie ist viel glücklicher.

Katja: Bist du es nicht mehr? Anfangs, als wir zusammen waren, warst du auch noch glücklich.

Peter: Das bin ich ja auch noch…

Katja: Aber?

Peter: Ich weiß nicht, lassen wir das.

Sprecher: Von dem Tag ging es mit der Freundschaft bergab. Eines Tages:

Katja: Hör mal Peter. Ich glaube wir merken beide, dass wir nicht zueinander passen. Wir beenden unsere Freundschaft lieber. Es geht einfach nicht mit uns beiden.

Peter: Eigentlich hast du recht. Aber was sollen wir tun, wir wollen jetzt doch nicht Feinde sein?

Katja: Das nicht, aber es ist besser, wir trennen uns. Mach’s gut. (Sie geht)

Peter: Weg ist sie. Und nun? Lena schätze ich als Christin, sie lebt ihren Glauben. Gibt es doch einen Gott?

- Musik -

Peter: Ich muss noch die Deckenleuchten im Sitzungsraum montieren. Es ist schon 10 min vor fünf gleich ist Feierabend, schnell an die Arbeit und dann nach Hause.

Sprecher: So in Eile, schaltete er die Sicherung nicht ab. Der Raum war hoch und er wollte keine Zeit mit dem Rücken der Tische vergeuden, also stellte er einen Stuhl auf den Tisch und darauf noch einen Hocker und machte sich an die Arbeit. Er entfernte die Isolierung der Drähte und eine ungeheure Kraft warf ihn um. Er rutschte vom Hocker auf den Stuhl, vom Tisch auf den Boden, Hocker und Stuhl folgten. Aber durch ein Wunder war ihm nichts passiert. Er stand auf, machte die Arbeit jetzt ordentlich und fuhr nach Hause.

Peter: Und wenn ich jetzt tot wäre, was dann? Gibt es doch einen Gott? Wo führt solch ein Leben hin?

Sprecher: Es vergingen nur wenige Tage. Peter wollte mit einem Linienbus fahren. Der Bus kam und Peter musste noch die Straße überqueren und ca. 100 m weiter war die Haltestelle. Er lief los, als er plötzlich seinen Namen hörte. Er sah sich um – in diesem Augenblick sauste ein Auto so nah an ihm vorbei, dass es seine Kleider berührte. Der Vater eines Freundes hatte Peter gesehen, als dieser loslief, und ihn gerufen.

Peter: Das ist ja noch mal gut gegangen, beinahe hätte mich das Auto überrollt. Sind das nur Zufälle, oder gibt es tatsächlich einen Gott, der mir den Ernst des Lebens zeigt?

Sprecher: So verging das erste Jahr in der Großstadt. Mit dem 18. Lebensjahr wurde Peter zum Militärdienst einberufen. Vorher fuhr er aber noch nach Hause, um seine Eltern und Geschwister zu besuchen. Es war ein schönes Wiedersehen, doch bald schon gab es eine Abschiedsfeier und los ging’s mit der Eisenbahn zum Bestimmungsort.
Im Wagen herrschte Chaos. Die Neuberufenen fluchten, erzählten Witze, spielten Karten und tranken Alkohol. Der Qualm vom Rauchen hing wie eine dichte Wolke über ihnen: so ging es mehrere Tage.

Peter: So eine Fahrt erlebe ich das erste Mal. Wenn es doch einen Gott gibt, würde ich sagen, eine Fahrt zur Hölle. Und ich, der ich die Freiheit von Gott, von den Eltern suchte, bin doch ein Sklave der Menschen, der Sünde geworden.

Sprecher: Mit diesen Gedanken fuhr Peter dem Ziel entgegen. Ihn quälte ein unruhiges Gewissen, Verachtung sich selbst gegenüber, Schuldgefühle. Er wusste keinen Rat mehr, und so wandte er sich an den einen, der niemals ratlos ist. „Gott im Himmel“, schrie er in seinem Inneren, „wenn es dich gibt, und du Sünder retten möchtest, so zeige es mir. Gib, dass wenn ich ankomme, ich einen echten Christen als Freund kennenlerne, und ein neues Leben beginne.“

- Musik -

Sprecher: Als sie dann endlich am Ziel waren, wurden alle in Gruppen eingeteilt, die jungen Leute sahen erbärmlich aus. Niemand wusste, was weiter geschehen würde. Da kamen plötzlich Soldaten auf sie zu.

1. Soldat: Beherrscht jemand von euch die deutsche oder englische Sprache?

Peter: (zu sich) Ich kann deutsch, aber was soll ich sagen? Nun gut, vielleicht kann es ja auch ein Vorteil sein. (Zu den Soldaten) Ich spreche deutsch.

2. Soldat: Kannst du auch lesen und schreiben?

Peter: Ja.

1. Soldat: (reicht ihm ein Buch) Dann lies mal hier auf dieser Seite, und dann übersetze ihn ins Russische.

Sprecher: Mit dem Lesen hatte Peter keine Mühe, er las den Text ganz flüssig, mit dem Übersetzen wurde es dann schon etwas schwieriger.

2. Soldat: Gut, einen technischen Text zu übersetzen ist nicht so einfach. Wie ist dein Name und das Geburtsdatum? Gut, bleib hier stehen, wir holen deine Unterlagen und dann fährst du bei uns mit.

Sprecher: Jetzt kamen noch einige, die ihre Kenntnisse in deutscher Sprache anboten, aber sie entsprachen nicht den gewünschten Anforderungen. So wurde Peter als einziger von den Tausenden übernommen. Auf der Fahrt zur Einheit, blätterte der Offizier in Peters Unterlagen.

Offizier: Warum bist du kein Mitglied im Komsomol? Bist wohl auch ein Baptist?

Peter: Ja, das bin ich. (Trotzig)

Sprecher: Trotzig kam es von seinen Lippen, aus Gewohnheit, als Gläubiger bezeichnet zu werden, der er doch gar nicht war. Der Offizier hielt ihm daraufhin eine lange Rede über den Schaden der Religion.
In der Einheit angekommen, bekam Peter seine Uniform. Er nähte gerade, als ein Soldat der Wache ihn rief.

Wächter: Komm mal her, du wirst von zwei Soldaten gerufen, da stehen sie.

Andreas: Bist du ein Gläubiger? Wir sind gekommen um dich kennenzulernen. Ich heiße Andreas und er, Johann. Wir sind auch Christen.

Peter: Das ist ja eine Überraschung. Aber Andreas, sag mal, wie kommt es, dass ihr wisst, dass ich hier bin. Ich habe euch vorher nie gesehen, noch von euch gehört.

Andreas: Du sagtest dem Offizier, dass du Baptist seist. Der Soldat, der den Wagen lenkte hörte es mit, kam in die Einheit und sagte mir: „Heute habe ich einen Baptisten wie du es bist, gebracht.“ Da sagte ich Johann bescheid und wir kamen zu dir.

Sprecher: Peter begriff hier war Gott am Werk, der Zweifel floh und er wusste, es muss einen Gott geben. Später diente er mit Andreas zusammen in einer Einheit, sie sangen und beteten zusammen und Peter sah, dass Andreas ein Christ war, der es in der Tat ernst meinte.
So verging noch einige Zeit, Peter merkte immer klarer, was Gott von ihm wollte. So tat er Buße, bekannte seine Sünden und wurde endlich frei. Die Freude überflutete sein Herz und er fühlte die Gewissheit des ewigen Lebens. Er wusste: Ich bin frei! Befreit von Gott, befreit für Gott!

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Mai 30 2008

Der freie Sklave

Geschrieben von Christ under Freiheit

Der freie Sklave, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 11 Personen

Denn ihr seid teuer erkauft! Darum preist Gott mir eurem Leibe. 1.Kor.6,20

Autor: Unvergesslich bleiben die unheimlichen Jahre, als auf dem Markt noch Sklaven verkauft wurden. Man zählte damals die Schwarzen nicht für Menschen. Sie wurden geschlagen und nicht selten geschah es, dass sie auch getötet wurden.
Unter uns bleibt es nur als eine Legende, wie damals Familien und auch ganze Stämme in Reih’ und Glied in Aufsicht der Schutzwache auf den Markt führte. Ihre Freiheit wurde an weiße Leute verkauft und auf ihre Unfreiheit wurden die einen reich und die anderen benutzten sie um sich über sie lustig zu machen, sie zu verspotten und für die schweren und unsauberen Arbeiten auszunutzen.
Und auf so einer Versteigerung, die von dem Geschrei der Kinder und Stöhnen der Mütter, vom lauten Klagen und Jammern und auch vom schimpfen der Unglücklichen geprägt wurde, geschah etwas, wovon wir nun berichten wollen.
(unter Musik) Unter dem Gewölbe der Börsenspekulanten, auf Marmorfliesen, drängen sich die Sklaven, die von irgendjemand hierher gebracht wurden. Hässlich und schändlich sieht der Markt aus auf dem die Ware verkauft wird. Jedoch ist es keine gewöhnliche Ware – es sind Menschen. (Musik ende)

l. Verkäufer: O Georg! Was für eine Begegnung! Das hätte ich aber nie gedacht und hab’s auch nicht erwartet! Mit welchem Wind bist du denn auf dieser Börse gelandet?

2. Verkäufer: Ach, ich brauche einen Hausdiener und wollte mal sehen ob ich etwas Passendes finden würde. Man schafft ja heutzutage nicht alle Sachen alleine zu machen und meine zwei Sklaven sind mir noch zu wenig. Schließlich wächst die Wirtschaft von Tag zu Tag und so eine Arbeitskraft wie die Schwarzen, leistet man sich spielend. Ich habe gehört, dass Sen-Kler hier irgendwo verkauft; er soll nicht viel für eine Seele fordern.

1. Verkäufer: Die Sklaven von Sen-Kler? Davor hüte dich! Was ist da schon für ein Nutzen von den Faulenzern. Glaub mir, die sind frech und ordentlich verwöhnt.

2. Verkäufer: Hab keine Angst, mein Freund, ich werde schon Methoden finden um ihre Faulheit und Frechheit auszuschlagen. Es ist ja bekannt, dass ich in diesen Sachen nicht spaße. Mir brauchst du so einen Unsinn nicht zu erzählen.

1. Verkäufer: Na ja, es gibt da verschiedene Negers. Einer ist aggressiv, der andere gehorcht in allem, bei einem anderem kann man sich nur mit Gewalt durchsetzten.

2. Verkäufer: Na das erzählst du mir umsonst. Bei uns geht es schnell: im Gefängnis wird nicht geschmeichelt. Da bekommen sie es so mit der Peitsche, dass sie schnell erfahren, wo die Krebse den Winter verbringen.
Diesen hier, würde ich zum Beispiel kaufen. Kuck mal her! Mach mal deinen Mund auf! So… so… gut, und wo kommst du her?

Sklave: Ich bin gerade mit einem Dampfer aus Kentucky gekommen.

2. Verkäufer: Erzähl mir mal, was du kannst!

Sklave: Die Wirtschaft hatte ich zu führen.

2. Verkäufer: Die Wirtschaft? Wo hast du denn Lügen gelernt? Ich möchte mir alles andere als einen Lügner anschaffen!

Musik kurz oder Pause

Mutter: O Tochter, Tochter, gib mir die Hand! Ich spüre es schon, dass uns die Trennung bevorsteht.

Tochter: O weine doch nicht, Mutter. Vielleicht werden wir auch zusammen verkauft und bekommen einen gnädigen Herrn. Weine nicht, es wird schon alles gut werden!

Mutter: Ich weiß nicht, ich weiß nicht; aber das Herz spürts, es ist nicht von ungefähr, dass wir hier schon fünf Nächte verbracht haben. Der Herr beschützt uns vom Unglück. Aber Tochter, vergiss meine Anweisungen nicht!

Dscho spricht unter Musik

Dscho: O, wie ich diesen Markt hasse! Ich bin doch ein Mensch! Ein Mensch, und keine Ware! Ich bin doch nicht Schuld, das ich eine schwarze Haut habe! O Gott, wie ist das alles so trostlos! Ich würde überglücklich sein, wenigstens etwas Freiheit zu besitzen! Dann würde ich auch im Regen arbeiten, in der Hitze und Schwüle, auch im Ungewitter! Arbeiten würde ich für Mutter, für Brüder! Aber eins was ich nicht kann, ist für diese Herren zu arbeiten! Wie mir dies alles ekelt! Ich will kein Leben, in dem mir nichts Gutes erwartet. Und wer mich auch kauft, ich werde für ihn nicht arbeiten. Was bin ich für diese weißen Leute? Eine Quelle des Gewinns? Kostenlose Arbeitskraft? O nein, mir ist alles so widerlich….

3. Verkäufer: Was guckst du wie ein Bulle? Geh nach vorne! Was ist mit dir, hast du keine Lust? (Spricht zu den Käufern)
Sehen Sie mal her, meine Herren! Was für ein prächtiger Jüngling! Er arbeitet wie ein Tier! Glaubt’s mir, ich lüge nicht. Er ist gütig und sanft von Natur. Seht nur seine Schultern und Muskeln au! Ackern und säen kann er auch. Die Hitze verträgt er auch 30° C und auch 40° C. Und essen tut er nur die Apfelsinenschalen. Glaubt mir, es ist ein Wunderjunge!

Dscho: Sprich nur was du willst, aber ich werde nicht arbeiten!!

3. Verkäufer: Kommen Sie näher, meine Herren! Kaufen Sie sich doch den meinen! Er arbeitet für zwei und auch für drei. Er bringt Ihnen mehr Wasser als ein Pferd.

1. Käufer: Ich nehme ihn! Ich gebe dir 200 Dollar für ihn.

2. Käufer: Ich biete mehr! 300!

3. Käufer: 500!!

Dscho: (denkt) O, wann ist endlich alles vorbei? Ich bin doch ein Mensch, ich bin doch auch ein Mensch! Würde man mich doch schneller kaufen, damit ich von hier wegkomme. Und doch, ich werde nicht arbeiten, ich werde nicht… Was sind das hier für Preise! Wenn jemand noch mehr bieten würde, würde ich womöglich 1000 Dollar kosten! Von solchen Preisen hat’s mir noch nie geträumt!

Autor: Wir lassen die Sklaven ein wenig bei Seite und stellen uns die Frage: Wie stehe ich vor Gott? Bin ich der Sünde verkauft? Bin ich mit der Welt befreundet? Befinden sich in meiner Seele verschiedene Götzen? Die Unfreiheit bedrückt und bringt Quallen; sie bindet die Füße und Hände. Freiheit, Freiheit, im Tun und in der Bewegung. Wäre es nicht der Ausgang aus diesem Zustand?

Lied

Vorlesen unter Musik: Ps.51,8-13

Autor: Und so steht Dscho auf der betonierter Schaubühne. Eintönig geht es auf dem Handelsmarkt zu. So langsam ging es sich zum Mittag. Man hört immer noch überall wie die Verkäufer schreien, und kaufen die Sklaven.
Um Dscho stand immer noch eine große Menschenmenge. Der Preis stieg immer höher. Auf einmal kam ein älterer Mann dazu:

Herr: Ich nehme den Sklaven!

3. Verkäufer: O, der ist gut! Die Hitze verträgt er sehr gut. Du wirst deinen Entschluss nicht bereuen müssen. Nimm auch gleich die Peitsche mit.

Herr: Behalte die Peitsche! Binde ihn los. Ich gebe für ihn 2000… In Ordnung, komm mit.

Autor: Und nun sind sie auf dem Pfad des Waldes. Er schlängelt sich durch die dichten Wälder des großen Dschungels und verliert sich irgendwo in unbekannter Ferne. Und der Sklave und sein Herr gingen, gingen, gingen.
(unter Musik) Da sieht Dscho einen Vogel auffliegen, der sich dann auf den Ast über dem Pfad niederlässt. Ist es eine kleine Meise oder ein kleiner Spatz? Schaukelnd sieht er Dscho listig an, als wolle er ihn auslachen. Neidisch blickt Dscho auf den Vogel und grollend denk er bei sich: Was gehst du mir an? Würdest du doch lieber wegfliegen. Ach, wenn ich doch an deiner Stelle sein könnte. Doch stattdessen zwitschert der Vogel ihm unaufhörlich zu: Du bist ein Sklave. Hörst du? Du bist ein Sklave!
Nur zu gut weiß Dscho es selber, dass er ein Sklave ist. Nicht umsonst hatte er sein Schicksal nicht nur einmal verflucht.
Er kann sich weder an seinen Vater noch an seine Mutter erinnern. Niemand hatte je mit der Hand über seine Narben gestreichelt. Er kann nie eine eigene Wohnung und eine Familie besitzen. Nicht einmal die Ruhe und Schönheit der Natur darf er genießen. Nicht der blaue Himmel über ihn noch die die hohen Palmen mit ihren breiten Blättern und auch nicht die Kühle des Kokos in der tropischen Hitze sind für ihn. Nur das eine steht ihm völlig zu: das Schicksal, Sklave zu sein.
Ach, nur zu gern hätte er auch nur ein wenig von der Freiheit. Er würde diese Straße gehen und gehen und bräuchte nichts mehr, um glücklich zu sein. Doch – neben ihn geht sein Herr. Er ist kein Freier und kann sich nicht, wann er möchte, auf einen Baumstamm niedersetzen und sich ausruhen und dabei die Welt der Ameisen beobachten, um wenigstens für eine Stunde ober auch nur für eine Minute diesen Satz vergessen zu können: Du bist ein Sklave! (Ende der Musik)
Der Pfad führt sie immer weiter. Einmal in ein tiefes Tal, dann um ein dicht gewachsenes Gebüsch, dann wird er wieder so schmal, dass sie nur hintereinander vorwärts kommen. Doch plötzlich führt er sie auf eine Lichtung hinaus und vor ihnen tritt ein wunderschöner Palast in Sicht.

Dscho: Herr, und ich werde trotzdem nicht arbeiten, ich werde es nicht tun!

Herr: Sieh hin, mein Freund, das ist mein Haus. Doch von nun an wirst du dort der Haushalter sein. Du bist kein Sklave mehr, von nun an bist du frei. Ich habe dich gekauft um dir die Freiheit zu schenken.

Autor: Der Herr sieht ihn mit so einem freundlichen Blick an, dass es keinen Zweifel gibt, dass er die volle Wahrheit spricht.

Dscho: (stammelnd) Ich… ich bin kein Sklave mehr?

Autor: Dscho sieht seinen Herrn verwirrt und fassungslos an.

Dscho: Und das alles haben sie für mich getan?

Autor: Seine kurzen Augenwimpern fingen plötzlich an zu blinzeln und die dicken Lippen zu beben. Ihm liefen, wie bei einem kleinen Kind die Tränen. Der Herr, der Palast, alles um ihn vermischte sich in eins.

Dscho: O mein Herr, ich bin Ihnen von Herzen dankbar; doch wie soll mein Leben ohne Sie weitergehen?
Ich bin in einer Sklavenfamilie geboren; ich bin als ein Sklave aufgewachsen. Ich bitte Sie, mein Herr, o gehen sie nicht weg. Vergeben Sie mir meine Grobheit und meine Rauheit ihnen gegenüber. Ich werde Ihnen von nun an in Treue und Wahrheit dienen. Ich werde arbeiten, ohne von ihnen Lohn dafür zu erwarten. Es gibt doch auf Erden noch Menschen, in denen die Güte wohnt. Ich danke Ihnen, gnädiger Herr, danke auf ewig!

Autor: O, nicht zu beschreiben ist die Freude, die nun Dscho erfüllte. Er hatte sich nur etwas Freiheit gewünscht, nur ein kleines Stückchen, doch plötzlich besaß er die völlige Freiheit. Doch nicht nur das, von nun an hatte er auch einen Herrn als Freund zur Seite, für den er gerne alles tun wollte, um seine Dankbarkeit ihm gegenüber durch seine Taten zu beweisen. Alles Dunkle und Trostlose verschwand aus seinem Herzen und sein Leben bekam einen Sinn.

Ist es uns nicht ebenso ergangen, die wir uns Jesu Eigentum nennen? Er hat uns teuer aus der Sklaverei der Sünde erkauft. Der Preis war weder mit Gold noch mit Silber zu bezahlen, darum ging unser Herr ans Kreuz, um für uns die Freiheit durch sein Blut zu erwerben. Dieses wollen wir nie vergessen und uns jeden Tag bemühen, nicht für unsere Lüste und Wünsche, nein, für Jesus allein zu leben, ihm unsere Kraft, unsere Zeit und unser ganzes Dasein täglich neu zu weihen.

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