Archive für die Kategorie 'Ewigkeit'

Nov 14 2007

Danach aber…

Geschrieben von under Ewigkeit

Danach aber, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 4 Personen

Sprecher: Etwas verwirrt sah sich Herr Weber um. Ganz so nüchtern hatte er sich das alles nicht vorgestellt… Die Wände waren voll gestellt mit Büchern; der Mann am Schreibtisch hatte ein professionelles Lächeln aufgesetzt, nicht unbedingt herzlich.

H. Weber: Also ich wollte mich hier melden. Mein Leben ist ja nun zu Ende, und ich würde gerne in den Himmel kommen.

Mann: Das wollen sie alle.

H. Weber: Ach ja? Früher, auf der Erde, meine ich, da haben viele etwas anderes gesagt. Sie meinten es wäre zu langweilig im Himmel.

Mann: Sie ändern ihre Meinung sehr schnell, wenn sie mal statt der seltsamen Bilder, die man sich auf der Erde von Himmel und Hölle macht, die Wirklichkeit gesehen haben.

H. Weber: Ja, das ging mir auch so. Drüben sah ich meine Schwiegermutter und meinen Nachbarn, der ja mein Todfeind auf der Erde war. Wenn ich mit ihnen die Ewigkeit verbringen müsste…

Mann: Dann wollen wir mal sehen, was sich machen lässt.

H .Weber: Was muss ich denn nun machen, um in den Himmel zu kommen?

Mann: Sie brauchen 6000 Punkte.

H. Weber: Und wie bekommt man die?

Mann: Durch gute Werke, tadelloses Leben, gute Moral, usw.

H. Weber: Ach ja, das müsste ich schon erreichen können. Ich war kein schlechter Mensch. Ich habe in meinem ganzen Leben niemanden umgebracht, ich habe nie gestohlen, habe immer versucht, freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein, ich ging regelmäßig zur Kirche…

Mann: Halt! Wir müssen das im Einzelnen festhalten und die Punkte zusammenzählen.

H. Weber: Also gut. Soll ich anfangen, oder stellen Sie die Fragen?

Mann: Fangen Sie ruhig einmal an.

H. Weber: Ja, das ist gar nicht so einfach. Schließlich führt man nicht Buch über all die Dinge, die man gut gemacht hat.

Mann: Wir schon! Also machen Sie sich darüber keine Sorgen.

H. Weber: Also, fangen wir zuerst mal bei meiner Frau an. Ich habe sie immer gut behandelt, nie geschlagen, und sie musste auch nie um Geld bei mir betteln. Ich sorgte immer dafür, dass sie genug zur Verfügung hatte. Streit hatten wir nur sehr, sehr selten, und ich habe sie nie dabei angeschrieen, oder fast nie. Dann zu meinen Kindern: Die habe ich sehr geliebt, vor allem meinen Sohn. Ich habe schwer geschuftet, um ihm ein besseres Leben ermöglichen zu können. Ich bestand darauf, dass er aufs Gymnasium ging, ich zahlte die Nachhilfestunden, die er dafür brauchte, ich redete ihm Tag und Nacht ins Gewissen…

Mann: Was ist aus ihm geworden?

H. Weber: Er geriet in schlechte Gesellschaft. Hat sich irgend so einer Kommune angeschlossen, was immer das auch sein mag. Das war der Dank! – Was machen Sie da?

Mann: Dafür können wir Ihnen natürlich keine Punkte geben. Das sehen Sie bestimmt ein.

H. Weber: Na gut, ich verstehe. Aber da war noch meine Tochter. Sie ist ein anständiges, nettes Mädchen geworden. – Was tun sie da? Ein einziger Punkt dafür? Und was ist mit all den Nächten, die wir durchgemacht haben, als sie krank war; mit der Ausbildung, die ich für sie bezahlt habe?

Mann: Die durchgemachten Nächte gehen, soviel ich weiß, auf das Konto Ihrer Frau, das andere müssen wir einzeln betrachten.

H. Weber: Also, dann weiter. Meine Schwiegermutter war ein wirklich böser Mensch. Trotzdem habe ich sie immer sehr höflich behandelt… Was, das gibt nur einen Punkt? Wissen Sie denn nicht, was mich das gekostet hat?

Mann: Doch, doch, aber Sie hätten sie lieben sollen.

H. Weber: Meine Schwiegermutter! Wie hätte ich denn das machen sollen?

Mann: Also, machen wir weiter.

H. Weber: Meinem Nachbarn habe ich oft geholfen…

Mann: … aber zuletzt waren Sie doch sehr verfeindet.

H. Weber: Ja, natürlich! Wie hätte man denn mit dem in Frieden leben sollen! – Wie viele Punkte habe ich denn?

Mann: Zweiunddreißig.

H. Weber: So kann ich höchstens auf 50 Punkte kommen. Gibt es nicht etwas, wo man mehr Punkte bekommt? Versuchen wir es doch mit den zehn Geboten, die habe ich fast alle gehalten.

Mann: Ja, da würde es sehr viele Punkte geben.

H. Weber: Fangen wir doch einmal an mit: Du sollst nicht stehlen. Ich war immer sehr ehrlich. Mein Bruder, der hat schon als Kind gestohlen; ich nicht.

Mann: Wie steht’s mit der Steuererklärung? Immer vollkommen ehrlich?

H. Weber: Aber das ist doch kein Stehlen. Das hat doch jeder gemacht.

Mann: Leider haben Sie damit den Staat bestohlen. Und wie war das mit dem Versicherungsfall damals, als Sie…

H. Weber: Das gilt auch als stehlen? Also, lassen wir das. Wenn Ihr so kleinlich seid, brauche ich das Gebot über das falsche Zeugnis ablegen gar nicht erst zu erwähnen. Natürlich habe ich hier und da mal eine Notlüge gebraucht, aber ich war bemüht, nie schlimm zu lügen. Versuchen wir es mit dem nächsten: Du sollst nicht töten. Da weiß ich nun ganz genau, dass ich das nicht übertreten habe. Wie viele Punkte gibt das?

Mann: Wir müssen das erst einmal klären. Erinnern Sie sich an Ihre Worte, als der Gerichtsbeschluss kam, der Ihrem Nachbarn recht gab? – Sie sagten: „Dem Kerl drehe ich noch mal den Kragen um.“

H. Weber: Das redet man doch nur so daher. Schließlich habe ich es nicht getan.

Mann: Und wie oft haben Sie sich ausgerechnet, wie lange Ihre Schwiegermutter mit ihrer Krankheit wohl noch zu leben hat, und was Sie dann erben? Haben Sie nicht mit dem Arzt darüber gesprochen, dass man ihr Leben nicht verlängern sollte?

H. Weber: Aber sie ist eines ganz natürlichen Todes gestorben, und ich habe sie nicht umgebracht.

Mann: Der Wunsch war in Ihrem Herzen vorhanden, und Sie wollten den Arzt für ihre Zwecke missbrauchen.

H. Weber: Weiß meine Schwiegermutter nun auch davon?

Mann: Ja, selbstverständlich. Hier weiß jeder alles vom andern.

H. Weber: Alles??!

Mann: Ja!

H. Weber: Und wenn ich einen einzigen Ehebruch begangen habe, bekomme ich auch da keine Punkte? – Obwohl Sie wissen, dass ich meiner Frau 37 Jahre lang treu war, und dass da kein einziger dummer Fehltritt von mir war? Ich war kein Mann, der anderen Frauen nachstieg.

Mann: Aber in Gedanken!

H. Weber: In Gedanken! Was tut man nicht alles in Gedanken. Aber das machen doch alle. Ich war ein ganz normaler Mensch, ich war nie besonders schlecht. Ihr könnt doch hier nicht so pedantisch sein!

Mann: Aber, Herr Weber, mein Chef hat ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Wie oft haben Sie nach Gottes Gerechtigkeit gerufen, die sich endlich einmal zeigen solle? Nun, hier ist sie. Gott hat niemanden darüber im Unklaren gelassen, dass er am Ende des Lebens richten wird. Das haben Sie doch auch gehört, oder?

H. Weber: Ja, schon, aber ich dachte, ich sei nicht so schlecht, um abgeurteilt zu werden.

Mann: Aber, warum hat denn Gott seinen Sohn gesandt, um für die Sünder zu sterben?

H. Weber: Daran habe ich schon geglaubt. – Heißt es denn nicht in der Bibel, dass der das ewige Leben bekommt, der an Jesus Christus glaubt?

Mann: Doch ja, Sie kennen sich sogar sehr gut aus. Aber Sie haben ja gar nicht an ihn geglaubt. Sie haben es abgelehnt, dass er einmal gelebt hat, und Sie haben das sogar als eine Art Versicherung betrachtet, jeden Sonntag in der Kirche ihre Gedanken darauf zu richten, aber der Sühnetod Jesu hatte für Sie keinen Zweck. Sie wollten es ja mit eigenen Taten schaffen. Sie waren in Ihrem tiefsten Innern nicht davon überzeugt, dass der Sohn Gottes auch für Sie ganz allein hätte sterben müssen, weil Sie vor Gott nicht bestehen können. Sie waren ja gar nicht so schlecht.

H. Weber: Das muss ich leider zugeben. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir jemand gesagt hätte, dass es hier so streng zugeht. Habe ich noch irgendeine Möglichkeit?

Mann: Wir haben alles, was Sie getan haben, in einem Buch aufgeschrieben: Gutes und Schlechtes. Wir könnten es gegeneinander abwägen. Wenn dann 6000 Punkte übrig bleiben, dürfen Sie hier bleiben. Soll ich das Buch holen…?

H. Weber: Lassen Sie das, das erreiche ich nie. Aber das sage ich Ihnen noch, bevor ich gehe. Sie haben ja scheinbar überhaupt keine Ahnung, wie es draußen in der Welt zugeht. Da kommt ja niemand hier herein! – Aber, wo kommen denn diese Menschen alle her, die lachend herumgelaufen sind? Ich wette, die haben das genauso wenig verdient wie ich. Hatten wohl genügend Geld, um den Eintritt zu bezahlen.

Mann: Sie haben immer noch nicht verstanden, was ich Ihnen mitteilen wollte. Diese Menschen haben eine Eintrittskarte bekommen, das stimmt…

H. Weber: Dachte ich’s mir doch!

Mann: Aber die haben sie nicht bezahlt, niemand konnte soviel zahlen, nur einer. Und der hat gleich für alle bezahlt. Es gab eine 6000-Punkte-Karte ganz umsonst. Wer seinen Stolz beiseite gelegt hat und sich diese Karte von Jesus schenken ließ, weil er einsah, dass er die erforderliche Punktzahl nie und nimmer erreichen würde, der hat hier freien Eintritt… für die Ewigkeit.

H. Weber: Und er darf für immer in diesem herrlichen Land leben?

Mann: Für immer!

H. Weber: Aber warum hat mir das denn keiner gesagt, das hätte ich doch gleich gemacht! Ich wurde völlig falsch informiert. Ich dachte, man müsse nur halbwegs recht leben. Sie kennen doch das Sprichwort: „Tue Recht und scheue niemand.“ Daran habe ich mich immer gehalten. Können Sie denn gar keine Ausnahme machen?
- Hören Sie mir doch zu! Lassen Sie mich nicht allein! Ich will nicht an diesen furchtbaren Ort!

Fr. Weber: Was hast du denn, Werner, hast du schlecht geträumt?

H. Weber: Geträumt?

Sprecher: Ja, es war alles nur ein Traum gewesen! Mit einem Ruck schoss Herr Weber aus dem Bett. „Nur ein Traum“, dachte er überglücklich. Er hatte noch eine Chance, die wollte er nutzen, damit sein Traum niemals Wirklichkeit werden würde!

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Nov 14 2007

Jesus lebt! Mit ihm auch ich.

Geschrieben von under Ewigkeit

Jesus lebt! Mit ihm auch ich, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 5 Personen

Erzähler: In der Stadt Bukarest lebte ein reicher, jüdischer Kaufmann Namens Adam Silber, mit seinem Töchterchen Debora, dessen Mutter vor kurzem gestorben war. Da musste Herr Silber, als Vertreter der Handelsfirma eine weite und lange Reise ins Land machen. Wo sollte er für diese Zeit sein mutterloses Mädchen lassen? Er wandte sich an seinen Chef und sagte:

Vater: Ich weiß wirklich nicht wo ich mein kleines Mädchen für diese Zeit unterbringen soll. Sie ist ja mein größter Schatz und meine Freude.

Chef: Bringen sie das Kind doch in die Missionsschule, die einen sehr guten Ruf hat.

Vater: Aber, wenn sie dort vom Christentum zu hören bekommt?

Chef: Ach, Kinder haben doch für solche Dinge überhaupt kein Verständnis. Und im Übrigen: welchen Schaden kann ein Gekreuzigter anrichten, der jetzt schon fast 2000 Jahre tot ist?

Erzähler: Der Chef war auch ein Israelit, kümmerte sich aber um die Gebräuche der Väter nicht, deswegen gab er Herr Silber ohne zu bedenken diesen Rat. So wagte der Vater es, seine Debora der Schule anzuvertrauen. Als er nach langer Zeit von seiner Reise nach Hause kam, bemerkte er mit Schrecken, das sein Kind tatsächlich, von dem ihm so verhassten und verachteten Christentum, angesteckt war. Er entschloss sich, sie gleich aus der Missionsschule wegzunehmen, mochte es sie auch bittere Tränen kosten, weil sie dort so glücklich gewesen war, wie Sie dem Vater, bei seinem Kommen, freudig erzählte hatte. Als Debora eines Abends dem Vater gute Nacht sagen wollte, fragte sie ihn liebevoll und kindlich.

Debora: Vater, hast du auch den Herrn Jesus lieb? Den guten Hirten der es so treu mit dem Menschen meint und auch mein Herz froh und glücklich gemacht hat? Du bist oft so traurig, ich möchte dich gerne so glücklich sehen wie ich bin.

Erzähler: Während Debora sprach, schaute sie ihren Vater mit ihren dunkelbraunen Augen in einer Weise an, dass er ihren Ausdruck nicht vergessen konnte. Trotzdem wies er sie rau von sich und gab ihr keinen Kuss. Der Unwille des Vaters kostete Debora bittere Tränen, auch dem Vater tat es Leid sein Kind zu betrüben. Aber der Erregung über ihre Worte konnte er nicht so bald Herr werden, wenn er sein Kind auch sehr liebte. Der Hass gegen den einen, der jetzt auch der Verführer seines Kindes geworden war, wurde immer stärker. Er musste sich rechte Vorwürfe machen, dass er sein einzi-ges Kind in die Missionsschule geschickt hatte. Aber er war jetzt nichts zu ändern. Er wollte sich bemühen, die empfangenen Eindrücke bei sich aus-zulöschen.
Das Fest der ungesäuerten Brote war angebrochen. Dieses Fest war in ihrem Haus stets feierlich begangen worden. Auch in diesem Jahr wollte Herr Silber an der alten, feierlichen Gewohnheit festhalten. Ja, das Fest sollte diesmal besonders prächtig gefeiert werden, damit Debora die Eindrücke aus der Missionsschule für immer vergessen sollte. Debora half dem Vater bei der Zubereitung. Als der Vater zum Schluss alle Sauerteigbrote ins Feuer warf, schaute Debora ihm  mit einem sinnenden Ausdruck nach. Der Vater merkte es und Fragte:

Vater: Woran denkst du, Debora?

Debora: Papa, muss nicht auch aus unserem Herzen so der Sauerteig weggefegt werden, wenn wir einmal in den Himmel kommen wollen?

Vater: Wie meinst du das?

Debora: O, unser Herz ist immer noch so böse und voller Sünde. Unsere Lehrerin in der Schule hat uns gesagt, dass der Sauerteig Sünde und Bosheit bedeute, aber dass Jesus uns davon reinigen wolle.

Vater: Schweige, ich will diesen Namen nicht mehr hören!

Erzähler: Unwillig wandte der Vater sich ab. Und dennoch! Eine Stimme sagte: Das Kind hat recht. Zum Abend waren Gäste geladen. Alles war genau nach der Vorschrift angeordnet. Die Tafel war festlich verziert und durch brennende Kerzen erhellt, aber im Herzen des Herrn Silber blieb es dunkel: Es wurde ihm auch nicht besser zumute, als er gleich nach dem Gottesdienst in der Synagoge beiwohnte.- Wie ganz anders sah es dagegen in Deboras Herzen aus! – Es war merkwürdig, wie glücklich das einsame, mutterlose Kind war. Sie besaß in Wahrheit Jesus als ihr kostbares Gut. Er war ihre Freude, so jung sie auch war. Sie befolgte des Vaters Gebot, nicht mehr mit ihm über Jesus zu reden, aber das Glück, das ihr der Heiland geschenkt hatte, war deutlich in ihren Augen zu lesen. Der Vater fühlte, dass sein Töchterchen etwas besaß, wovon er keine Ahnung hatte. Aber er wollte nicht hören und sich nichts merken lassen. Da wurde Debora plötzlich krank. Eine schwere Lungenentzündung war aufgetreten. Sehr schnell nahmen ihre Kräfte ab. Der Arzt gab wenig Hoffnung auf Genesung. Die Not war manchmal groß, aber die Kranke ertrug es mit großer Geduld. Der trauernde Vater brachte jede freie Minute am Krankenbett seines Lieblings zu. Es war deutlich zu merken, dass Debora sich viel mit dem Himmel beschäftigte. Manchmal faltete sie die Hände und flüsterte:

Debora: Oh wie schön! Wie schön!

Erzähler: Ihre Augen glänzten, als ob sie den Himmel schon geöffnet sehe. Einmal, als sie wieder so froh und glücklich aussah, konnte der Vater nicht länger an sich halten und fragte leise:

Vater: Warum bist du so glücklich mein Liebling?

Debora: Weil der Herr Jesus lebt!

Erzähler: Der Vater fand kein Wort der Erwiderung. Was sollte er auch sagen? Konnte bloße Einbildung das Kind angesichts des Todes solche Worte sprechen lassen? Unmöglich! Hier triumphierte die höhere Macht des ewigen Lebens über den Tod. Als das Ende nahte und es kam bald – da fragte der Vater mit bebender Stimme:

Vater: Mein liebes Kind, hast du noch einen Wunsch, sage es mir!

Debora: Ja Vater, ich wünsche sehr, dass du auch den Herrn Jesus kennen lernen möchtest. Und dann – und dann – möchte ich so gern mein Fräulein aus der Missionsschule noch einmal sehen, um ihr zu sagen, dass ich zum Heiland gehe. Willst du sie holen?

Erzähler: Wie hätte der Vater den letzten Wunsch seines sterbenden Kindes abschlagen können? Sofort wurde die Lehrerin von dem Verlangen des sterbenden Kindes benachrichtigt, und bald trat sie in das stille Gemach. Ein Freudenstrahl verklärte das bleiche Gesicht Deboras, als sie ihre geliebte Lehrerin erblickte. Die Lehrerin begrüßte sie zärtlich, ließ sich an ihrem Bett nieder und begann mit ihr über das herrliche Leben zu sprechen, das ihrer bei dem Heiland warte.

Lehrerin: Du bist doch nicht bange vor den Tod liebes Kind?

Debora: Nein!

Lehrerin: Und warum nicht?

Debora: Weil ich ein Schäflein Jesu bin. Ach liebe Lehrerin, wollen Sie mir nicht noch einmal mein Lieblingslied vorsingen?

Erzähler: Die Lehrerin nickte. Sie wusste, was das Kind damit meinte.

Musik: (singt) Bin erlöst

Erzähler: Der Vater stand, im tiefsten Inneren getroffen am Fußende des Bettes und hörte dem Gesang zu. Er konnte sich dem machtvollen Einfluss des so oft geschmähten Nazareners nicht länger entziehen. Sein Herz war weich und empfänglich geworden in den Stunden der Trübsal. – Nach dem die Lehrerin gegangen war, winkte Debora ihren Vater zu sich. Als der sich mit Tränen in den Augen über sie beugte, flüsterte sie:

Debora: Du musst nicht um mich weinen, lieber Vater, denn der Herr Jesus nimmt mich zu sich in den schönen Himmel. Er ist für mich gestorben und für mich auferstanden. Ich werde ewig bei ihm sein! Und nicht wahr, lieber Vater, du kommst auch? Ach! Du kommst auch nicht wahr, Vater? Dann werden wir wieder alle bei einander sein!

Vater: Und Mama?

Erzähler: Da schlang Debora mit letzter Kraft ihre Arme um des Vaters Hals und flüsterte:

Debora: Mama hat den Herrn Jesus auch kennen gelernt, ganz unten in ihrem Körbchen liegt ein Neues Testament. Darin hat sie etwas für uns angestrichen.

Erzähler: Eine Stunde später entschlief sie in des Vaters Armen. Ihre befreite Seele verließ die zarte Hülle, um in die ewige Ruhe einzugehen. Auf den bleichen Zügen lag noch ein Nachglanz von dem Morgenlicht der Ewigkeit und ein Strahl davon war auch in die dunkle Seele des Vaters gefallen, der da auf den Knien lag und seinem Liebling heiße Tränen nachweinte.

Lied: Wohin Gott mich führet.

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Nov 14 2007

Er kam bei Nacht zu Jesus

Geschrieben von under Ewigkeit

Er kam bei Nacht zu Jesus, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 5 Personen

Autor: In einem großen Krankenhaus in Amerika wurde der diensttuende Chirurg eines Abends von einer Krankenschwester vom Krankenzimmer in einen kleinen Nebenraum begleitet. Der Arzt musste noch etwas aufschreiben. Dann sah er zur Schwester auf und sagte zu ihr:

Chirurg: Jammerschade um den prächtigen Kerl, Schwester. Wir haben unser bestes getan, aber er wird die Nacht wohl kaum überleben.

Schwester: Aber Herr Doktor, ist das wirklich wahr? Sie sagten doch zu ihm, nun sei alles bald überstanden. Er nimmt also an, er sei außer Lebensgefahr!

Chirurg: Ja, er möchte gerne weiterleben und warum sollte ich ihm da alle Hoffnung nehmen? Er wird wahrscheinlich nach wenigen Stunden bewusstlos werden und dann sterben, ohne dass er etwas davon merkt.

Autor: Nach diesen Worten ging der Arzt weg. Die Schwester blieb einen Augenblick zögernd stehen. Kurz darauf begegnete sie dem Chefarzt. Sie sagte ihm, was der Chirurg ihr mitgeteilt hatte und fragte:

Schwester: Wollen Sie es dem jungen Mann nicht sagen? Seine Familie wohnt weit weg von hier. Vielleicht müsste er noch irgendetwas regeln oder möchte noch ein letztes Wort an seine Familie oder an seine Freunde richten. Ich kann mir nicht helfen – ist es nicht hart, ihn so sterben zu lassen?

Chefarzt: Ich denke anders. Ich sage ihm nichts. Es ist viel besser für ihn, wenn er von nichts weiß. Warum ihm seine letzten Stunden zur Qual machen?

Autor: Aber beim weitergehen wandte sich der Chefarzt noch einmal um und sagte:

Chefarzt: Sie können es ihm ja sagen, wenn sie meinen, dass es richtiger ist.

Autor: Die Schwester stand zunächst einige Augenblicke im Flur der Station und überlegte. Dann kehrte sie kurz entschlossen an das Bett des Schwerkranken zurück. Dieser schaute sie an und sagte:

Kranke: Nett von Ihnen Schwester, dass Sie noch einmal zu mir kommen. Haben Sie gehört, was der Doktor gesagt hat? Es geht mir gut! Und es wird sicher auch nicht mehr lange dauern, bis ich wieder aufstehen kann. Würden Sie bitte meiner Mutter schreiben, dass ich auf dem Weg der Besserung bin?

Autor: Die Schwester schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie leise:

Schwester: Ich fürchte, dass ihnen der Arzt nicht die volle Wahrheit gesagt hat. Sie sind lebensgefährlich verletzt. Die Sache ist schlimmer als wir zunächst annahmen.

Autor: Der junge Mann schaute die Schwester ganz betroffen an. Hatte er richtig gehört? Dann fragte er ängstlich:

Kranke: Wollen Sie mir damit sagen, dass ich bald sterben muss?

Autor: Er war ein kräftiger, mutiger junger Mann, der Gefahren nicht auswich. Aber jetzt, in dieser Abendstunde, in der Stille des Krankenzimmers, sah er sich zum ersten mal in seinem Leben dem Tod gegenüber. Er sollte sterben?

Kranke: Wie lange noch?

Autor: Da teilte ihm die Schwester mit, was ihr der Arzt gesagt hatte.

Kranke: Schwester – ach – ich kann nicht sterben! Ich kann nicht sterben! Ich bin dazu nicht bereit. Was muss ich tun, um bereit zu sein? Ach, ich kann nicht sterben! Helfen Sie mir doch! Wie kann ich so sterben?

Autor: Hilflos stand die Schwester an seinem Bett. Als sie den Chirurgen darauf hingewiesen hatte, dass der Kranke vielleicht noch etwas zu regeln habe, da hatte sie an irdische, zeitliche Dinge gedacht. Jetzt aber wurde ihr eine Frage gestellt, auf die sie nicht vorbereitet war.

Schwester: Ich weiß es nicht. – Ich weiß es selber nicht.

Kranke: Wollen Sie nicht mit mir beten?

Schwester: Mit Ihnen beten? Ich – weiß nicht, wie ich beten muss.

Autor: Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie sagte:

Schwester: Ich kann etwas anderes für Sie tun. Ich kann bei Ihnen bleiben und Ihnen ein wenig aus der Bibel vorlesen.

Autor: Der junge Mann stimmte gern zu. Die Schwester holte eine Bibel. Aber sie wusste nicht, wo sie lesen sollte. Sie blätterte eine Weile und begann schließlich im dritten Kapitel des Evangelium nach Johannes zu lesen. Langsam und deutlich las sie von dem Mann, der nachts zu Jesu kam. Sie las auch die Worte des Herrn Jesus, dass er ans Kreuz erhöht werde, und sie las auch von der Liebe Gottes, der seinen eingeborenen Sohn gab, auf das jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe sondern das ewige Leben habe. Dann war die Schwester einen Augenblick still. Es schien als habe der Sterbende kein einziges Wort aufgenommen. Er sah so unglücklich aus. Doch bat er sogleich, sie möchte doch bitte weiterlesen.
Sie kam an die Stelle im 5. Kapitel, wo es steht: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen.“ Da rief der junge Mann mit aller Kraft:

Kranke: Halt Schwester, ich sehe, ich sehe es! Lassen Sie mich nun bitte allein, aber kommen Sie bald wieder zurück.

Autor: Eine halbe Stunde später kam sie noch einmal, um nach ihm zu schauen. Er sah schon viel schwächer aus als vorher, aber auf seinem Gesicht lag ein Glanz, den sie vorher nicht gesehen hatte. Leise sagte er:

Kranke: Ich habe sein Wort gehört und ich glaube, dass der Herr Jesus auch für mich ans Kreuz gegangen ist. Ich habe ihn gebeten mich anzunehmen, wie ich bin und er hat es getan. Nun bin ich bereit zu sterben. Wollen sie meiner Mutter bitte schreiben, dass mich der Herr Jesus im letzten Augenblick errettet hat?

Autor: Bewegt drückte ihm die Schwester die Hand und versprach ihm, seiner Mutter ausführlich mitzuteilen, was sich in den letzten Stunden seines Lebens zugetragen hatte.
Er lebte nicht mehr lange. So wie der Arzt vorausgesagt hatte, trat ein Zustand tiefer Bewusstlosigkeit ein. Bevor der Morgen kam, nahm ihm der Herr Jesus zu sich in die Herrlichkeit und er war bereit ihm zu begegnen. Bist du bereit?

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Nov 13 2007

SIEBEN TAGE

Geschrieben von under Ewigkeit

Sieben Tage, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 13 Personen

AUTOR: Liebe Zuhörer, wir möchten euch eine Offenbarung Gottes an einem Menschen erzählen, um vielen zu zeigen, wie man auf Erden wandeln soll um einst das Himmelreich zu ererben. Herr Robert Hardi lebte in der Stadt Berton. Er war 50 Jahre alt. In seiner Jugend hatte er Jesus Christus als seinen Heiland angenommen und war damals ein eifriger Christ gewesen. Er verliebte sich in ein gläubiges Mädchen und heiratete sie. Sie besaßen keinen großen Reichtum, aber sie waren glücklich, denn sie liebten Gott und sich gegenseitig. Es vergingen Tage, Monate, Jahre. Die Familie Hardi hatte bereits 5 Kinder. Die älteste Tochter Alissa, 25 Jahre alt, war seit ihrer Kindheit ein Krüppel und konnte nur noch mit Krücken gehen. Sie war sanft und gehorsam. Von Herzen liebte sie Jesus Christus. Der älteste Sohn Georg war 22 Jahre alt. Die zweite Tochter Klara 20. Der zweite Sohn Willi 16 und die kleinste Tochter Betti 12. Im Verlaufe der Zeit ist Herr Hardi reich geworden. Er erreichte ein hohes Ansehen in der Gesellschaft und wurde zum Geschäftsleiter der größten Eisenbahnwerkstatt der Welt ernannt. Hingerissen vom Reichtum und Ehre wurde er immer gleichgültiger zum Werk des Herrn. Er verbrachte die Zeit mit eitlen Dingen. Infolgedessen verstockte er gänzlich. Er wurde stolz und war ein sich selbst liebender Egoist. 25 Jahre war er Mitglied der Kirche, jedoch war er zum Worte Gottes und so auch zu den Nöten der Armen gleichgültig und kalt. Der Familie gab er viel Geld. Doch die Kinder waren ohne Aufsicht des Vaters und wurden verwöhnt, besonders die Jungen. Sie wurden eigensinnig und launenhaft. Umsonst bemühte sich die Mutter ihnen Gottes Wort ans Herz zu legen. Nur die älteste Tochter, ein gehorsames Mädchen, teilte die Sorgen und Ängste der Mutter. Der älteste Sohn führte ein lasterhaftes, lockeres Leben. Klara verliebte sich in einen sehr selbständigen, jedoch armen Jüngling. Als der Vater es erfuhr, verbot er es ihr, doch Klara verlobte sich ohne das Einverständnis des Vaters. Sie verließ sich auf das Einverständnis der Mutter. Herrn Hardi waren keine Ausgaben zu hoch, wenn er seine launigen Begierden stillen wollte. Seine Frau grämte sich über ihn. Er aber blieb kalt gegenüber Gott und seiner Familie. Nur in ihren Gebeten konnte die Mutter und Alissa Trost finden. Herr Hardi besuchte pünktlich die Gottesdienste, wie am Sonntag so auch an den Feiertagen. Er zahlte auch seine Beiträge, doch die Bedürfnisse der Kirche interessierten ihn nicht. Er besuchte keine Gemeindestunden, schon gar keine Rede von einer Arbeit auf Gottes Erntefeld. In seinem Amt war er grob und verlangend. Er zwang die Arbeiter auch am Sonntag zu arbeiten. In der Stadt kannte man ihn als einen hochmütigen Egoisten.

An einem Winterabend kam Herr Hardi schlecht gelaunt aus der Kirche. Er legte die Kleider ab, ließ sich auf das Sofa fallen, welches gegenüber dem feurigen Kamin stand, und beklagte sich bei seiner Frau über die schlechte Predigt des Pastors.

ROBERT: Unser Pastor ist alt geworden. Er drischt immer ein und dasselbe. Man soll sich retten, man soll andre retten, schreckt mit der Hölle, man kann doch nicht gewaltsam in den Himmel treiben! Ach wie ist einem das so widerlich.

MARY: Wie viele Predigten wären nötig um dich zu schrecken Robert?

ROBERT: Nicht weniger als zwei täglich.

MARY: Robert, bedenke, du fürchtest dich nicht vor Gott. Du zwingst die Arbeiter auch am Sonntag zu arbeiten. Du selbst vergeudest die Zeit mit Freunden oder am Schachspiel. Robert, du willst nicht einmal den verunglückten Skovel besuchen, der aber hat einst dein Leben gerettet. Er bittet dich in die Werkstatt zu kommen, zu den bei der Sprengung Verunglückten. Einem Arbeiter sind die Augen ausgebrannt, einem anderen müssen beide Füße abgenommen werden.

ROBERT: Hör zu! Das alles sind Sachen der Mediziner. Damit habe ich nichts zu tun. Außerdem bin ich nicht von einer Predigt weggegangen um mir die nächste anzuhören. Du bist ja schlimmer als der Pastor. Zum Skovel gehe ich morgen und jetzt lass mich in Ruhe. Ich bin müde von alledem. Außerdem ist es draußen kalt und schon spät.

AUTOR: Er legte sich ruhig hin. Nach einer kurzen Pause wandte sich seine Frau wieder hin.

MARY: Robert, kannst du dem verunglücktem Skovel nicht helfen? Seine Frau ist schwer krank. Sie haben drei kleine Kinder, das älteste ist erst vier Jahre alt. Wir sind doch so reich.

ROBERT: Mary, wenn wir allen Armen helfen wollen, dann werden wir auch bald arm.

AUTOR: Traurig betrachtete die Frau das üppig ausgestellte Zimmer und begab sich zu den Kindern. Bald kam Alissa aufgeregt ins Zimmer.

ALISSA: Mama, unser Papa schläft sehr seltsam, seine Stirn ist mit Schweiß bedeckt und er stöhnt. Vergeblich versuchte ich ihn zu wecken. Er ist wahrscheinlich krank.

AUTOR: Mary eilte zu ihrem Mann.
Herr Hardi hatte einen Traum. Eine ihm unbekannte Kraft hob ihn hoch, trug ihn aus dem Haus und er schwebte über der Erde. Er hört und sieht alles was in der Welt vorgeht. Jetzt schwebt er über der Stadt in welcher er lebt. Er sieht alles, er hört auch alles was gesprochen wird und kann sogar die Gedanken der Menschen lesen. Da sieht er das Haus des Pastors Jons. Er hört wie dieser sich bei seiner Frau beklagt.

PASTOR: Mein Herz ist betrübt, meine Hände sind matt geworden. Ich flehe zu Gott er möge seinen Heiligen Geist über unsere Gemeinde senden. Doch die Gemeindeglieder bleiben kalt. Wie viel gutes könnte so ein begabtes, reiches Gemeindeglied wie z.B. Herr Hardi tun.

AUTOR: Herr Hardi konnte nicht verstehen, was seine Frau dazu sagte, denn er wurde weiter getragen. Da sieht er den Leiter der Sonntagsschule. Er kann seine Gedanken lesen.

LEITER: Schlecht steht es bei uns. Ich habe Herrn Hardi gebeten, er sollte sich doch um die Jungen kümmern. Er aber sagte es mir grob ab und jetzt ist Bills in einen Diebstahl verwickelt. Ach, wie grämt sich die arme Mutter. Die Jungen wissen nicht was sie tun sollen. Sie sind ohne Aufsicht. Bills ist begabt. Er weiß viel über Chemie. Ich verstehe es einfach nicht, wie Herr Hardi als ein Christ so gefühllos sein kann. Hat er denn keine Gottesfurcht?

AUTOR: Dann wurde Herr Hardi zu Skovel ins Haus getragen, wo er folgendes sah. Seine Frau liegt bewusstlos auf einem alten Sofa. Neben ihr die weinenden Kinder. Selbst Skovel hat große Schmerzen. Der Arzt operiert ihn. Herr Hardi hört das fürchterliche Stöhnen des Unglücklichen. Hier waren noch etliche Arbeiter, die Herrn Hardi verurteilten, das er nicht einmal den Mann besuchte der ihm einst das Leben gerettet hat. Er wurde unbarmherziger “Grobian” genannt. Dann wird er weiter getragen. Er sieht eine Gruppe junger Menschen. Sie rauchen, spielen Karten. Ihre Rede ist unzüchtig. Unter ihnen ist auch Georg. Er mischt die Karten, er schenkt den Wein ein. Der arme Vater traut seinen Augen nicht. Habe ich mich versehen? Ach so, hier hat der Junge all das Geld gelassen. In so einen fürchterlichen Abgrund ist sein Sohn geraten. Er wird weiter getragen. Er kommt bis an sein Haus. Dort sieht er seine Frau einsam am Kamin sitzen. Was hat sie für schwere Gedanken? Sie stechen ihn wie ein Messer ins Herz.

MARY: Mein Mann ist gefühllos geworden. Er ist grob, selbstsüchtig und hat den lieben Gott vergessen. Abends lässt er mich allein. Wie widerlich ist doch so ein Leben. Wozu all dieser Luxus? Wie glücklich waren wir als wir arm waren. Wieviel Aufmerksamkeit schenkte er mir und den Kindern. Jeden Abend las er Gottes Wort und betete. Wie hat er sich so verändert. Mein Gott, so kann ich nicht weiter leben. 0 Robert, Robert komm doch zu mir! Mir ist so einsam. Ich bin so verlassen.

AUTOR: Sie ließ sich auf das Sofa fallen, weinte und betete. Herr Hardi streckte seine Hand zu ihr aus um sie zu beruhigen, doch vergeblich. Die unbekannte Kraft trug ihn weiter fort. Immer höher und höher. Er schwebt schon zwischen Sternen und Planeten.
Da steht er plötzlich vor dem Antlitz des Allmächtigen auf dessen Stirn das Wort “Heute” strahlt. Als Herr Hardi dieses Wort liest wird ihm klar, dass er vor der Ewigkeit steht. Er hört eine Stimme wie tausend Gewitter. Vor Schrecken wird er bleich.

Musik

STIMME GOTTES: Du törichter Mensch, du verschmähtest mich. 50 Jahre lang verachtest du meine Offenbarungen. Du hast vergessen, dass du für die Ewigkeit leben sollst und hast nur für dich gelebt. Du führtest ein nichtiges Leben. Sorglos schautest du auf Nöte der Welt. Die Gaben und Talente die dir von oben gegeben sind hast du nur für dich gebraucht. So wisse, die Zeit deiner Bewährung ist kurz. Der, der das Welten all hat, hat dir 7 Tage gegeben. In diesen Tagen sollst du christlich wandeln, deine Seele von dem ewigen Verderben erretten. Sieh zu, dass du die kostbare, kurze Zeit zu deinem Seelenheil nützt. Mit dir spricht die Ewigkeit.

Musik

AUTOR: Herr Hardi fällt auf sein Angesicht und flehend bittet er um Verlängerung seines Lebens auf der Erde.

ROBERT: Sieben Tage. Um die lange Vergangenheit auszubessern ist diese kurze Frist wie sieben Augenblicke. O Gott, erbarme Dich mein. Gib mir sieben Jahre oder wenigstens sieben Wochen. Ich werde für Dich leben. Ich werde so heilig leben wie kein Mensch bis jetzt gelebt hat.

AUTOR: Er jammerte, flehte um Verlängerung seines Lebens aber die Frist blieb. Nur sieben Tage. Hier erwachte Herr Hardi und erblickte seine Frau, die versucht hatte ihn zu wecken. Zitternd und verlegen setzte sich Herr Hardi auf. Mit einer nie dagewesenen Zärtlichkeit zog er seine Frau an sich und mit leiser Stimme teilte er ihr und den Kindern die so eben empfangene Offenbarung mit. Das Herz der Frau schnürte vor Angst zu als er sagte.

ROBERT: Mary, dies war kein einfacher Traum. Ich bin erwacht mit der Überzeugung, dass ich nur noch sieben Tage leben werde. Meine lieben Kinder, ich war für euch kein Vater wie ich es hätte sein sollen. Ich habe ein selbstsüchtiges Leben geführt, aber der Herr verschonte mich. Ich hörte die Stimme Gottes. Ich weiß, dass ich nur noch sieben Tage leben werde.

AUTOR: Seine Stimme wurde vom Schluchzen unterbrochen. Seine Kinder sahen ihn verwirrt an. Seine Frau rief.

MARY: Ach Robert, es war doch nur ein Traum.

ROBERT: Nein Mary, es war mehr als ein Traum. Ich fühle es, dass ich genau in einer Woche aus dieser Welt gerufen werde.

AUTOR: Herr Hardi nahm die Bibel und las das Gebet Jesu Christi aus dem Evangelium des Johannes Kap. 17. Die Familie hörte zu. Dann kniete er nieder und betete so, wie er nie zuvor gebetet hatte. Er bat um Kraft und Verständnis die ihm geschenkte Woche dem Herrn wohlgefällig und der Welt zum Segen zu verleben. Als er sich vom Gebet erhob sah man einen Glanz in seinem Gesicht der bezeugte, dass er eben in enger Gemeinschaft mit Gott gewesen war.

Musik

AUTOR: Als Robert Hardi am nächsten Tag früh morgens erwachte, erinnerte er sich an den Traum und erschrak von dem Gedanken, dass er jetzt entscheiden soll was in erster Linie zu tun ist. Eine schwere Aufgabe, wenn man weiß, dass nur noch sieben Tage geblieben sind. Früher aß er sein Frühstück und eilte davon, jetzt aber wandte er sich erst zu Gott. Der zeigte ihm was er tun soll. Als sich die Familie zu Tisch gesetzt hatte, betete Herr Hardi. Während die Familie aß, veranstaltete er einen Familienrat. Seine Frau schaute aufgeregt auf ihn. Es war für sie erquickend, dass er sie wieder mit der früheren Zärtlichkeit und Liebe erfreute. Die Kinder bemerkten die plötzliche Veränderung des Vaters. Er war bleich doch ruhig und nachdenklich wie nie zuvor. Gewaltsam unterdrückte er seine Nervosität, denn jetzt lebte er im Lichte der Ewigkeit. Sein Herz und sein Verstand befaßten sich nur mit der Frage über die noch übrig gebliebene Zeit. In seinen Gedanken betete er. “0 Gott lehre mich diese sieben Tage richtig zu verleben.”

MARY: Robert, was willst du heute tun?

ROBERT: Ich denke gerade darüber nach, meine Liebste. Wir wollen uns im Gebet zu Gott wenden und ihn um Rat bitten.

AUTOR: Er nahm die Bibel und las das sechste Kapitel des Epheserbriefes. Dann erhoben sich alle zum Gebet und Robert Hardi bat um den Segen für den ganzen Tag. Nach dem Gebet setzte er sich zu seiner Frau, weil es zum Dienst noch zu früh war. Plötzlich fragte Betty.

BETTY: Papa, was willst du jetzt mit Klara und Jims machen? Du weißt doch, dass sie schon verlobt sind?

AUTOR: Ängstlich schaute Klara auf ihren Vater. Sie fürchtete seinen Zorn, doch der Vater war heute ganz anders. Sanft schaute er auf seine Tochter und sagte:

ROBERT: Ja, mein liebes Kind über diese Frage muss ernstlich nachgedacht werden. Ich liebe dich und wünsche dir Glück. Wir wollen Gott um Weisheit bitten. Mit Jims werde ich sprechen und der Herr wird alles wohl machen. Aber jetzt ist es Zeit für mich zur Arbeit zu gehen, und die Jungen müssen zur Schule. Alissa bleib bei der Mutter, tröste sie. Du bist ein gutes Kind. Ich habe mich schwer an dir versündigt.

AUTOR: Seine Stimme versagte. Er erinnerte sich, wie er seine Tochter Alissa wegen ihrer Frömmigkeit verachtet hatte. Er hatte es nicht bemerkt, dass sie ein verständiges, gutes und geduldiges Mädchen ist. Er wollte ihr irgendetwas Schmeichelndes sagen als sich seine Frau unter Tränen zu ihm wandte.

MARY: Robert, wie kannst du den allem so große Bedeutung zumessen. Glaube mir es war doch nur ein Traum.

ROBERT: Mary, ich wünschte Gott hätte sieben Jahre gegeben um mein gleichgültiges Verhalten dir gegenüber gut zu machen; dennoch weiß ich, dass Gott mir sieben Tage geschenkt hat. Ich geh jetzt gleich zum Skovel. Zum Mittag komme ich nicht nach Hause und am Abend sind wir alle zusammen.

AUTOR: Herr Hardi verabschiedete sich und ging mit Tränen in den Augen.

Musik

ROBERT: Ach, ich habe so viel versäumt. Ich habe meinen Nächsten von mir gestoßen wo ich hätte soviel Glück bringen können.

AUTOR: So in Gedanken kam er bis zum Hause Skovel. Er schämte sich, dass er nicht schon gestern zu ihm gegangen war um ihm zu helfen. (Musik) Doch jetzt war es zu spät. Skovel war tot. Herr Hardi ging in das Zimmer wo der Verstorbene lag. Er zog die Decke von seinem Gesicht und war tief bewegt von diesem Gesichtsausdruck. Die vor dem Tode erstarrten Gesichtszüge sprachen von Verzweiflung und großen Qualen. Herr Hardi bedeckte das Gesicht des Verstorbenen, kniete nieder und betete. Ihn plagte sein Gewissen, das er von dem Zustand in der Werkstatt wusste und nichts unternahm um den Unfall zu vermeiden. Er, der sich Christ nannte, war der Mörder des Menschen, der ihm einst das Leben gerettet hatte. Im Flur begegnete Herr Hardi dem Pastor, der mit der Frau des Verstorbenen sprach. Der Pastor und auch Herr Hardi wunderten sich über diese Begegnung. Als der Pastor mit dem Gespräch zu Ende war, wandte er sich an Herrn Hardi. Herr Hardi sprach ihn an.

ROBERT: Herr Jons, ich habe zu wenig Zeit um ihnen alles zu sagen, was mir widerfahren ist. Aber eins sollen sie wissen. In der vergangenen Nacht bin ich dem Herrn begegnet und durfte erkennen, dass ich bis jetzt selbstsüchtig gelebt habe. Ich bedarf ihrer Fürbitte. Außerdem will ich im Verlaufe dieser Woche ihnen behilflich sein, so viel in meinen Kräften steht. Vergeben sie mir bitte, dass ich ihre letzten Wünsche nicht erfüllt habe.

PASTOR: Gott segne dich Bruder. Auch ich möchte dir dienen.

AUTOR: Nach diesem Bekenntnis wurde es Herr Hardi leichter. Jetzt eilte er zum Dienst. Er ließ sich die Liste der vom Unfall Betroffenen geben um zu erfahren, wer seiner Hilfe bedarf. Dann ging er zu den Arbeitern. Er erlaubte ihnen die Maschinen zur Reparatur anzuhalten. Anschließend durften sie zur Beerdigung Skovels gehen. Er veranlasste, dass der Tag trotzdem bezahlt wurde. Da er merkte, dass die Arbeiter Geld für die Verunglückten spendeten, gab er selbst auch eine große Summe. Die Arbeiter waren vor Verwunderung bestürzt. Als er ins Arbeitszimmer kam schaute er verächtlich auf die ihm gebrachte Briefe. Jetzt interessierten ihn keine Briefe. So viele Menschen brauchen seine Hilfe, auch Georg, der sich leidenschaftlich den Zechen hingegeben hatte. Man muss für die ganze Familie sorgen, für die Kirche, für die Sonntagsschule. Er muss die Familie Skovel unterstützen. Auch den anderen vom Unfall Betroffenen muss geholfen werden. Die anderen Werkstätten müssen in Ordnung gebracht, und die Arbeiter besser versorgt werden. So nachdenkend erblickte er das Gesicht und hörte die Stimme der Ewigkeit. „Du wirst nur noch sieben Tage leben.“
Herr Hardi rief den Leiter der Sonntagsschule an, doch man sagte ihm, dass er verreist sei und erst am Samstag zurückkomme. Da war er sehr betrübt, denn er fürchtete, dass es unmöglich sei in einer Woche bei allen, die er beleidigt hatte, Vergebung zu erlangen. An den Leiter der Sonntagsschule schrieb er einen Brief, in dem er sein ganzes Tun bereute und bedauerte, dass er nichts mehr ändern konnte. Dann schrieb er an die Behörden der Eisenbahn über die wichtigsten Probleme zur Instandsetzung der Werkstätten, so auch über die Hilfen für die Verunglückten und die weitere Fürsorge. Um 3 Uhr besuchte er die vom Unfall Betroffenen. Zuerst besuchte er den Diener Olaf, dem beide Augen verbrannt waren. Als man Olaf sagte wer gekommen sei sagte er

OLAF: Was? Der Verwalter? Der da schuld ist, dass ich jetzt blind bin. Ich will nichts mit ihm zu tun haben.

AUTOR: Er wandte sich ab. Herr Hardi trat nahe an ihn heran und bat flehentlich.

ROBERT: Ja, ich habe nur das verdient, was du gesagt hast. Aber ich bitte Dich, vergib es mir, 0laf!

OLAF: Ja, ich vergebe Dir. Gott will, dass wir allen vergeben sollen.

AUTOR: Herr Hardi drückte dankend die ihm angebotene Hand und seine Lippen bewegten sich zum Dankgebet. Dieser Herr Hardi, der gestern noch egoistisch, selbstsüchtig und stolz war, stand jetzt demütig am Bett eines armen Arbeiters, denn er hatte die Ewigkeit gesehen und den Wert des Lebens erkannt. Nach dem er noch kurz mit der Familie von Olaf gesprochen hatte besuchte er die anderen Familien. Es wurde schon dunkel als Herr Hardi ermüdet von den Sorgen des Tages nach Hause eilte. Beim Abendessen erzählte Herr Hardi, was sich im Laufe des Tages ereignet hatte. Alle waren tief betrübt über den Tod Skovels und besprachen wie sie der Familie Skovel weiter helfen konnten. Als es schon ganz finster war fragte Herr Hardi

ROBERT: Und wo ist Georg?

BETTY: Er ist zur einer Party eingeladen worden.

AUTOR: Der Vater war betrübt über die Gleichgültigkeit des Sohnes. Zur selben Zeit fragte er sich “Was hast du getan um den Sohn für dich zu gewinnen?” Nach dem Abendessen fragte er.

ROBERT: Mary, was wollen wir jetzt tun? Wenn du möchtest, lese ich dir etwas vor.

MARY: Nein, wir unterhalten uns lieber. Ich kann es einfach nicht begreifen was da geschehen ist. Mir scheint als ob du dir etwas einbildest. Du hast ohne jeglichen Grund den Mut sinken lassen. Ich habe heute den ganzen Tag gebetet. Du kannst ein neues Leben mit dem Herrn beginnen, du kannst auch den armen helfen, aber mache dich von dem Gedanke frei, dass du in einer Woche nicht mehr unter uns sein wirst.

ROBERT: Mary, ich bin mir sicher, dass es eine Offenbarung war. Gott hat mit mir gesprochen. Es ist lauter Gnade, dass er mir noch sieben Tage gegeben hat, denn ich war grausam und böse zu all den Gaben, die der Herr mir so reichlich geschenkt hat.

AUTOR: So unterhielten sie sich bis zum späten Abend. Da, plötzlich hörten sie Getrampel und lautes Reden. Herr Hardi öffnete die Tür und sah ein erschütterndes Bild. Zwei junge Leute, die er im Traum gesehen hatte, stützten Georg der so betrunken war, dass er sich nicht einmal auf den Beinen halten konnte. Als der Vater seinen betrunkenen Sohn sah, stieß er seine Freunde hinaus und schloß die Tür ab. Die unglückliche Mutter schrie vor Schreck auf. Dann brachte sie ihren Sohn ins Haus. So war das Ende des ersten Tages für Herrn Hardi.

Musik

AUTOR: Herr Hardi schlief in dieser Nacht wenig und sehr unruhig. Als er erwachte um den zweiten Tag zu beginnen, waren seine ersten Gedanken bei Georg. Es schien ihm alles wie ein hässlicher Traum. Er beugte seine Knie und flehte zu Gott um Barmherzigkeit und Hilfe. Nach dem Gebet mit der Familie und dem Frühstück ging er zu Jims um mit ihm über Klara zu sprechen. Der junge Mann wunderte sich sehr über den unerwarteten Besuch des Herrn Hardi. Doch als er erfuhr um was es sich handelt, gestand er trotz seiner Verwirrung, dass er Klara aufrichtig liebe. Als Herr Hardi das offene kluge Gesicht des Jünglings sah, verglich er ihn mit seinem Sohn. Ein Schamgefühl überfüllte sein Herz, denn er hatte Jims nur wegen seiner Armut verachtet. Herr Hardi versprach mit seinem Vater zu sprechen und erlaubte auch ein Treffen mit seiner Tochter. Jims war ganz verblüfft über die Änderung dieses reichen Mannes. Er drückte ihm herzlich die Hand und ging dann zum Dienst. Auch Herr Hardi eilte zu seinen Werkstätten. Er schrieb eine Anordnung über die Arbeitsbefreiung aller Arbeiter zur Beerdigung des verstorbenen Skovel und mittags ging er nach Hause. Zu Hause rief er seinen Sohn Georg in sein Zimmer und ganz ruhig aber mit den tiefsten Gefühlen sagte er.

ROBERT: Georg, ich habe dich nicht gerufen, um dir Vorwürfe zu machen. Du kannst meine Gefühle nicht verstehen. Dennoch möchte ich wissen was du beabsichtigst in unseren schweren Umständen zu tun. Ich weiß wohl, dass du meinen Traum für Phantasie hältst. Ich aber bin davon überzeugt, daß ich sonntags um Mitternacht von euch gehen muss. Dann wirst du das Oberhaupt der Familie. Deine Mutter und deine Schwestern werden dich um Rat bitten. Mein Sohn überlege es dir. Gib mir ein Versprechen, nie wieder ein Glas Schnaps noch Karten anzurühren. Denk an deine Mutter, Georg. Sie würde dich lieber als einen gläubigen im Sarg sehen, den so wie sie dich gestern sehen musste. Versprich es mir, vor dem Angesicht des Allerhöchsten. Gedenke seiner Güte. Vergiss nie, wie reichlich er dich beschenkt hat. Du könntest deiner Mutter das Leben herrlich machen, wenn der liebe Gott ihr das Leben verlängern sollte. Ich würde alles geben um an deiner Stelle zu sein und alles von neuem beginnen zu können. Aber leider ist mir nur die Buße geblieben. Mein Sohn, versprich es mir, vergiss nie deinen Gott Georg. Tue Buße und nimm Christus in dein Herz auf. Er allein befreit dich von der Macht der Sünde.

AUTOR: Die Unruhe ergriff ihn mehr und mehr und er ging hinaus. Georg aber stand beschämt mit gesenktem Haupt da. Als Herr Hardi sich von seiner Aufregung etwas erholt hatte sagte er, dass er etliche amtliche Schriften seinem einzigen Bruder der in der Nachbarstadt wohnte zuschicken müsse. Seine Frau riet den Willi zu schicken. Klara und Betty äußerten den Wunsch mitzufahren und es wurde ihnen auch erlaubt, doch mit der Bedingung, dass sie mit dem Abendzug zurückkehren würden. Herr Hardi aber ging mit seiner Frau zu Skovels Beerdigung. Die Anwesenden schauten verwundert auf Herrn Hardi und seine geschmückte Frau. Als man auf die Anweisung des Pastors den Sarg hinaus tragen wollte hörte man einen verzweifelten Schrei. Es war Frau Skovel, die den Sarg umschlugen hatte und weinte. Als erste tröstete sie Frau Hardi. Sie drückte sie an sich, fand auch bald tröstende Worte und beruhigte sie. Was bewegte diese gebildete Frau, die Frau eines armen Mannes, eine leidende Schwester zu trösten, Es war ihr eigener Kummer und Leiden. In dieser Zeit betete Herr Hardi. Er gab auch reichlich Geld zur Beerdigung und zur Versorgung der Familie. Aber was war das alles im Vergleich zum Verlust des Lebens. Herr Hardi ging mit seiner Frau nach Hause. Plötzlich wurde er von seinem Kollegen angerufen, der ihm ein großes Unglück meldete.

MARY: Robert, was ist los? Du bist ja so bleich, wo willst du hin?

ROBERT: Boris hat angerufen. Mit dem Schnellzug um 6 Uhr ist ein Unglück geschehen.

MARY: Was hat Boris gesagt? Robert, gerade mit diesem Zug kommen unsere Kinder.

ROBERT: Der Zug ist entgleist. Es sind auch Opfer, aber wir wollen das Beste hoffen.

MARY: Ach Gott erbarme Dich unserer Kinder.

AUTOR: Als Herr Hardi zum Bahnhof kam sah er viel Volk und erfuhr folgendes. Der Zug ist von der 50 Ellen- hohen Brücke gestürzt und ein Teil des Zuges ist durchs Eis gebrochen. Zum großen Schrecken sind die Schlafwagen in Brand geraten und die Leute die auf dem Eis standen warfen mit den Händen Schnee auf die brennenden Waggons im törichten Versuch das Feuer zu löschen. Der unglückliche Vater suchte seine Kinder. Er irrte zwischen den Trümmern umher, hörte das Jammern und Stöhnen der Betroffenen. Doch plötzlich vernahm er die helle Stimme seiner Tochter Betty, er drückte sie an seine Brust.

ROBERT: Betty, mein liebes Kind, wo sind Willi und Klara?

BETTY: Sie sind auch hier, Papa! Willi und ich, wir haben nur leichte Verletzungen, aber Klara ist bewusstlos.

AUTOR: Betty führte den Vater ans Ufer. Hier lagen Tote und Sterbende. Man hörte nur Jammern, Stöhnen und Schluchzen. Klara lag bleich mit geschlossenen Augen da. Willi neigte sich über sie. Als er den Vater sah, weinte er laut.

WILLI: Ach Papa, Papa sie ist tot!

ROBERT: Nein Willi, sie lebt noch.

AUTOR: Er nahm sie auf die Arme und trug sie ans Ufer, wo sie dann von einigen Frauen gepflegt wurde. Er selbst ging andern helfen. Viel Elend und Tränen gab es in dieser Nacht in Berton. Dieses war eine der schlimmsten Entgleisungen in Amerika. Um Mitternacht brachte Herr Hardi seine Familie nach Hause. In den Krankenhäusern gab es keinen Platz mehr. Ermattet durch die Aufregungen konnte er nicht einschlafen. So endete der zweite Tag des Herrn Hardi.

Musik

AUTOR: Herr Hardi erwachte. Er fühlte sich etwas erfrischt nach dem Schlaf. Er betete und ging dann zu Klara. Das Mädchen lag immer noch bewusstlos da. Herr Hardi ließ durch Jims den Arzt rufen.

ROBERT: Wo ist denn unser Georg?

ALISSA: Er ist gestern gleich nach dir weggegangen Papa, und bis jetzt nicht zurückgekehrt.

AUTOR: Tief seufzend setzte sich Herr Hardi neben seine Frau.

Musik

MARY: Ist es nicht möglich Robert, dass diese Katastrophe dein Verständnis des Traumes verändert hat?

ROBERT: Meine gute, teure Frau. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass ich keinen einfachen Traum hatte, sondern eine Vision. Ich weiß und spüre es, dass ich am Sonntag um Mitternacht für immer von euch muss. Heute ist Mittwoch. Ach, wie schnell eilt doch die Zeit. 0, Mary, Mary! Ich verliere den Verstand wenn ich daran denke, wie tief ich mich versündigt habe an Gott, an Dir, an allen. Ach wie wenig Zeit ist mir geblieben um das Vergangene gut zu machen. Wie spät habe ich erkannt, dass das Leben des Menschen ganz vom Willen Gottes abhängig ist.

AUTOR: Ihre Unterhaltung wurde durch das Erscheinen des Arztes unterbrochen. Er untersuchte das Mädchen gründlich und sagte die Eltern sollten sich auf großen Kummer vorbereiten. Das Mädchen habe einen Schock erlitten und in solchen Fällen verliere man die Fähigkeit zu sprechen, zu hören und zu sehen. Er konnte es mit Sicherheit nicht behaupten, dass dies mit Klara passieren würde, hielt es aber für richtig die Familie darauf hinzuweisen. Dann schaute er noch nach den anderen Kindern. Nach dem er die Rezepte ausgestellt hatte, versprach er wieder zu kommen und ging dann.
Mit dem Arzt war auch Jims gekommen.

ROBERT: Stumm, Taub, Blind. Jims kannst du unter solchen Umständen Klara noch lieben?

JIMS: Ja, Herr Hardi! Mehr denn je, denn sie bedarf jetzt der Liebe.

ROBERT: Jims, du bist ein guter Mensch. Ich habe mich Dir gegenüber schwer verfehlt.

AUTOR: Jims konnte sich die Worte dieses hochmütigen und stolzen Mannes nicht erklären. Herr Hardi aber machte sich fertig und ging in die Werkstätten. Dort gab er den Arbeitern, deren Familien von der Katastrophe betroffen waren, frei, und ging dann nach Hause.

Musik

AUTOR: Georg war noch immer nicht gekommen. Herr Hardi setzte sich zu Klara ans Bett und dachte über die verbliebene Zeit nach. Donnerstag, Freitag, Samstag. Ach wie wenig Zeit er noch hatte. Da er sich daran erinnerte, dass mittwochs Gottesdienst stattfindet, schrieb er an die Gemeinde einen Brief. Hier schrieb er von seinem selbstsüchtigen Leben. Wie er es bis jetzt geführt hatte. Er schrieb den jungen Menschen zur Lehre, dass sie einen geheiligten Wandel, fern von Sünden haben sollten. Alles was ihm auf dem Herzen lag schrieb er und bat um Vergebung, dass er wegen den Kindern nicht zum Gottesdienst kommen könne. Alle die er irgendwie beleidigt hatte bat er um Vergebung und man möge für ihn beten. Als er mit dem Brief fertig war, bat er Jims den Brief dem Pastor zu bringen. Zum ersten mal in seinem Leben ging Jims in ein Gotteshaus. Als die Versammlung zu Ende war überreichte er dem Pastor den Brief und dieser las ihn laut vor. Beim Lesen standen dem Pastor Tränen in den Augen und viele weinten. Dann wurde auf Wunsch des Herrn Hardi gebetet. Nach dem Gebet bekannten viele ihre Sünden und baten um Vergebung und Reinigung. Der junge Jims war ganz erschüttert von dem was er gesehen und gehört hatte. Er ging zum Pastor und bekannte auch seine Schuld. Beim Beten rührte der Heilige Geist sein Herz und dadurch wurde er ein neuer Mensch. Später war er ein berühmter Prediger. So kam es, dass Herr Hardi in dieser bedeutsamen Woche, Amerika einen bemerkenswerten Gottesdiener schenkte.
In dieser Zeit ging Herr Hardi zur Apotheke um Arznei für Klara zu holen. Auf dem Heimweg wurde er überfallen. Eine junge, betrunkene Stimme schrie ihn an.

GEORG: Hände hoch und den Geldbeutel her. Du musst viel Geld haben. Geld oder Leben.

AUTOR: Noch ehe Herr Hardi begriffen hatte kam schon ein Polizist und die Betrunkenen liefen auseinander. Der Polizist holte sie doch bald ein und brachte einen von ihnen zu Herrn Hardi.

ROBERT: Georg! DU?

GEORG: Papa glaub mir, ich hatte keine schlechten Absichten. Wir wollten nur die Vorbeigehenden einschüchtern. Wir haben dich nicht erkannt. Es war nur Spaß, nur eine Dummheit.

AUTOR: Herr Hardi bat den Polizisten seinen Sohn frei zu lassen. Doch wollte dieser nichts davon hören. Der unglückliche Vater bat für ihn eine Ausnahme zu machen, weil drei seiner Kinder von der Katastrophe betroffen waren. Und dieses noch, würde ihn völlig niederschlagen. Lange musste er bitten bis der Polizist Georg frei ließ, der beschämt und erschüttert war.
Als er seinem Vater im Flur begegnete brach ihm das Herz. So wie jetzt hatte er seinen Vater noch nie gesehen. Tiefe Falten lagen auf seinem Gesicht, Mit betrübtem Herzen begriff er seinen Schmerz. Er bat um Vergebung für alles womit er seine Eltern betrübt hatte. Als er von dem Unglück erfuhr bot er sich an die ganze Nacht bei Klara zu bleiben. So endete der dritte Tag für Herrn Hardi.

Musik

AUTOR: Als am Morgen die Mutter ihren Sohn am Bett der Kranken ablösen wollte, sah sie ihn kniend beten. Leise schloss sie die Tür und ging dann zu ihrem Mann um ihm diese frohe Nachricht zu bringen. Dann brachten sie gemeinsam dem Herrn ein Dankgebet für ihren Sohn. Das Gebet das von Herzen kam war erfrischend für Herrn Hardi. Mit strahlenden Augen erzählte wenig später Jims von der gestrigen Abendversammlung. Nach dem Frühstück verabschiedete sich Herr Hardi von allen und ging dann in die Werkstatt. Auf dem Weg begegnete er einem Mitglied des Stadtrates, der ihn bat auf einer öffentlichen Versammlung über die Katastrophe zu sprechen. Herr Hardi versprach zu kommen. Im Dienst erledigte er noch etliche Sachen bevor er nach Hause eilte. Beim Gehen dachte er über die Versammlung nach und sprach daheim zu seiner Frau.

ROBERT: Mary, was denkst du über mein Vorhaben auf der Versammlung zu sprechen. Kannst du mir einen Rat geben? Mir ist jede Minute teuer und ich fühle meine Pflicht nicht nur der Familie gegenüber sondern auch allen Menschen, mit denen ich so viele Jahre zusammen war. Was habe ich denn schon gutes getan ihnen zum Vorbild um sie zu Gott zu führen. Diese Versammlung ist, als wäre sie von Gott bestimmt, dass ich von Ihm zeugen kann. Es wird mir eine Erleichterung sein.

MARY: Robert, wenn du deine Pflicht darin siehst, dann gehorche Gott. Möge er dich segnen.

ROBERT: Wir wollen beten und Gott wird uns zeigen was wir weiter zu tun haben.

AUTOR: Sie beugten ihre Knie im Zimmer der kranken Klara. Und Herr Hardi bat in einem kurzen Gebet um Segen und Kraft damit er vom Seelenheil und  vom ewigen Leben mit Christus zeugen könne.
Es kam Georg. Nach dem Vorfall mit der Polizei wurde er still und folgsam.

GEORG: Papa was möchtest du, soll ich mit dir gehen oder soll ich zu Hause bleiben.

ROBERT: Nein, mein Sohn, du kommst mit mir.

AUTOR: Hierauf gingen sie in die Stadtversammlung. Als man Herrn Hardi das Wort erteilte, dachten viele bei sich, was kann uns dieser reiche Mann wohl sagen. Noch nie hat er etwas Gutes gesagt. Herr Hardi jedoch stieg aufs Podium und begann klar und deutlich mit gesenkter Stimme zu sprechen.

ROBERT: Bürger von Berton! Ich bitte mir zu glauben, dass ich ein Verlangen habe euch alles zu sagen. Heute bin ich nicht mehr der, den ihr 25 Jahre lang gekannt habt. Nach Gottes großer Barmherzigkeit bin ich ein neues Geschöpf. Deshalb möchte ich sagen was allen zum Segen und zur Rettung der Seele dienen soll. In den letzten Tagen lag die Hand Gottes sehr auf mir und hat mir meine Selbstsucht und mein sinnloses Leben gezeigt. Das höchste Gesetz aber lautet: „Liebe Gott und deinen Nächsten“. Deshalb soll man zur Ehre Gottes leben. Ich werde es euch nicht erklären warum ich das Leben jetzt so verstehe, aber ich bereue es, dass ich dem Gesetz der Liebe nie gefolgt bin, und nie für andere sondern nur für mich gelebt habe. Heute hat Gott mich mit seinem Wort gesandt, damit ich es euch allen sage. Die letzten beiden Ereignisse haben viele in Schrecken versetzt. Ich selbst habe diesen Schrecken miterlebt, als ich unter den Trümmern des entgleisten Zuges meine Kinder suchte. Ich habe aufrichtiges Mitgefühl mit den Trauernden. Wir sind erschüttert durch das Miterleben des Todes, aber der Tod tötet nur den Leib. Doch zu unserer Seele, zum ewigen Dasein, verhalten wir uns kalt und gleichgültig. Bei der Entgleisung sind 75 Menschen ums Leben gekommen. Das ist schrecklich. Noch schrecklicher aber ist, dass tausende Menschen besonders jugendliche durch fürchterliche Lasten und Trinksucht nicht nur den Leib sondern auch die Seele verderben. Warum schreckt es keinen davor. Flehend bitte ich euch, überlegt euch meine Worte. Ich sage es euch, die ihr mich heute hört, dass ich viele von euch nicht mehr sehen werde. Ich bitte euch es mit dem Leben ernst zu nehmen. Lebt ganz für Gott und zum Heil der anderen. Der größte Feind der Menschen ist nicht der Tod, sondern Selbstsucht und Selbstgefälligkeit. Sie verderben die Menschen nicht nur für dieses Leben, sondern auch für die Ewigkeit. An der Entgleisung ist der betrunkene Streckenaufseher schuld. Dieser Unglückliche tötete erst sich selbst und dann wurde er noch zum Mörder von 75 Menschen. Er allein aus diesen vielen Opfern wurde zum Werkzeug des Teufels. Und wir sind schuld daran. Was haben wir für die Rettung des Sünders getan? Wir sind gleichgültig. Wenn wir Gott unserem Herrn ergeben wären so hätten wir mit der Kraft des heiligen Geistes den Sünder rechtzeitig zur Buße gebracht.
Die Habgier nach Geld beherrscht unsere Seele und in der Heiligen Schrift steht geschrieben „die Wurzel alles Übels ist der Geiz“. Wir erheben uns über die anderen und machen uns keine Sorgen über die, die unter uns sind. Von wem spreche ich? In erster Linie von mir. Ich wende mich an euch mit dem herzlichen Bekenntnis, ich war ein selbstsüchtiger Sünder. Ich interessierte mich nicht mal für die Sonntagsschule, die die Kinder von schmutzigen Dingen fernhalten kann. Ich wurde in der Gesellschaft aufgenommen und geduldet, nur weil ich reich bin. Aber ich bin der unglücklichste und ärmste Sünder und nur durch die große Barmherzigkeit Gottes wurde ich auf dem gefährlichen Wege aufgehalten. Ich weiß, dass ich Vergebung empfangen habe durch den Glauben an Jesus Christus. Durch sein Heiliges Blut, das für uns vergossen wurde. In meiner Erkenntnis betete ich um Vergebung und ich glaube, dass mein Gebet erhört worden ist. Viele verurteilen meine Rede, ich aber warne euch und flehe von ganzem Herzen fürchtet euch in solch einen Zustand zu sein wie ich es bisher war. Jetzt aber bitte ich das Kirchenkomitee, die zehntausend Dollar, die auf der Bank liegen für die Kinder der Verunglückten anzunehmen. Es ist nicht mein Geld. Gott hat es mir gegeben, damit ich wenigstens mit etwas mein fruchtloses Leben ausfülle. Zum Schluss möchte ich noch etwas aus dem Worte Gottes zitieren „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wir euch alles andere zufallen“. Teure Bürger, das Heil ist nur in Jesus Christus. Wollen ihm glauben und in ihm bleiben.

AUTOR: Als er seine Rede beendet hatte, fiel er vor Schwäche fast um. Doch der neben ihm stehende Georg stützte ihn. Dann gingen sie zusammen nach Hause. So, ohne besondere Ereignisse verging der vierte Tag für Herrn Hardi.

Musik

Nach dem Bekenntnis von Herrn Hardi sprach die ganze Stadt von ihm. Etliche dachten, dass er verrückt geworden sei. Andere kritisierten ihn. Viele aber hielten seine Worte für aufrichtig und waren erschüttert und bewegt. Alle wunderten sich und konnten es nicht begreifen wodurch sich dieser Mensch so geändert hatte. Am Freitagmorgen nach dem Gebet ging Herr Hardi in die Werkstatt um alle Kommentare über ihn richtig zu stellen. Er war überzeugt, dass er nur noch zwei Tage auf Erden zu leben habe. Und er bat Gott er möge ihm zeigen was er weiter tun soll. Die noch übrig gebliebene Tage verbrachte er im Kreise seiner Familie, diskutierte mit ihnen, gab Anweisungen für jeden einzelnen.
Klara befand sich immer noch in demselben Zustand, weder Tod noch Leben. Die Ärzte konnten die Krankheit nicht ergründen. Herr Hardi erzählte etwas aus seinem Traum als plötzlich Klara die Augen öffnete und fragte:

KLARA: Papa, was für ein Tag ist heute?

ROBERT: Heute ist Freitag. Es ist Abend, mein liebes Kind.

KLARA: Papa! und wieviel Tage sind dir noch geblieben?

ROBERT: Noch morgen und Sonntag.

KLARA: Ich gehe mit dir.

AUTOR: Ihre Augen schlossen sich wieder und ihr Leib war wieder gefühllos. Der Vater ließ den Kopf hängen und seufzte. Die Mutter stürzte zur Tochter und rief sie liebevoll und flehte noch einmal sie hören zu dürfen, jedoch ihr Bewusstsein leuchtete nur für paar Minuten wieder auf. Alle schwiegen vor Schreck. Betty weinte. Dann sagte Herr Hardi plötzlich ganz überzeugt.

ROBERT: Ich glaube nicht, dass Klara mit mir zugleich sterben wird.

BETTY: Und warum denkst du so, Papa?

ROBERT: Ich weiß nicht warum, aber ich habe die Überzeugung, dass es nicht so sein wird.

MARY: Gott bewahre ihr Leben für uns. Ach Robert, ich kann dieses alles nicht ertragen. Ich möchte gar nicht daran denken, dass du bald nicht mehr bei uns sein wirst. Wir brauchen dich jetzt so nötig. Du bist doch nicht krank und warum solltest du dann sterben. Wir werden Gott um Erbarmen bitten.

ROBERT: Mary, sei zu allem bereit. Ich werde am Sonntag um Mitternacht von euch genommen werden. Ich weiß nicht, womit ich mir diese Woche verdient habe um mich vorzubereiten. Doch die Gnade Gottes ist unwahrscheinlich groß. Noch eine kurze Zeit und wir begegnen uns alle in der Ewigkeit. Gott gebe, dass wir auch dort alle zusammen sein möchten.

Musik

AUTOR: Betty ging zum Vater und umarmte ihn und dieser starke Mann musste von dieser kindlichen Liebe schluchzen. Der Rest des Abends verlief in Gesprächen über die Zukunft der Familie. Georg hörte unter Tränen die Anweisungen des Vaters an. Seit jener Nacht, als die Mutter ihn betend am Bett bei Klara sah, hat er sich sehr verändert.

Musik

AUTOR: Am Samstag schon vom frühen Morgen fühlten sich alle müde von der verlebten Woche. Herr Hardi konnte sich gar nicht vorstellen, dass seine Woche fast zu ende sei. So wie auch an den anderen Tage so auch am Samstag stellte er sich die Frage: ,,Was soll ich heute tun?“ Erst nach dem Gebet fasste er den Entschluss. Herr Hardi ging zum Dienst und da bekam er den Wunsch mit allen seinen Untergebenen zu sprechen. Als sich die Arbeiter in der großen Werkstatt alle versammelt hatten, stellte er sich so hin, dass alle ihn sehen konnten. Er war bleich aber ruhig.

ROBERT: Brüder! Da ich heute wohl zum letzten mal mit euch spreche, bitte ich euch mich anzuhören. Ich habe hier bereits 25 Jahre gearbeitet, habe mir aber nie Gedanken über das Leben der 800 Mann dieser Werkhalle gemacht. (Ende der Musik)
Mir war es gleichgültig in welchen Verhältnissen ihr lebt, und dass auch eure Frauen und Kinder erkrankten und starben in Not und Elend. Ich war selbstsüchtig und ehrgeizig. Und jetzt habe ich euch gerufen um alles zu bekennen, solange es nicht zu spät für mich ist. Ich möchte, dass ihr es wissen sollt, dass der Finger Gottes mich berührt hat und mich auf dem gefahrvollen Weg aufgehalten hat. Ich bitte, erinnert euch nicht, wie ich all diese Jahre gewesen bin, aber wenn ihr irgendwann an mich denken solltet, so erinnert euch an Gott, der dem Bußfertigen die Sünden vergeben hat. Vergebt auch ihr mir meine Handlungen. Ich bereue es, dass ich mich so unzuverlässig euch gegenüber verhalten habe. Meine Stelle wird ein achtenswerterer Mann einnehmen. Wir sind von Gott geschaffen der uns so geliebt hat, dass er seinen Sohn für uns gab um uns Sünder zu retten. Das vergaß ich in meinem Leben und habe mich nicht zu Gott gewandt, dass er mir zeige wie ich leben müsse und meine Handlungen und mein Leben prüfe. Prüft euer Leben und schaut auf die, die noch unglücklicher sind, als ihr es seid. Und beneidet nicht die Reichen. Sie sind viel unglücklicher, als ihr denkt. Das wahre Glück besteht darin, dass man mit einem reinen Herzen vor Gott und der Welt lebt. Mit einem reinen Gewissen frei von Sünden. Liebt Gott und seid ihm untertan. Wenn ihr am Montag zur Arbeit kommt, werdet ihr meine Worte besser verstehen. Gott segne euch.

AUTOR: Herr Hardi verließ seinen Platz und ging in sein Büro. Die riesigen Maschinen wurden wieder in Gang gesetzt, aber die Menschen, die sich über die Werkbänke beugten, fühlten das beschleunigte Schlagen ihrer Herzen, wenn sie sich an das bleiche Gesicht und die warmen Worte den Menschen erinnerten, der endlich nach einem Vierteljahrhundert mit ihnen gesprochen hatte und sie Brüder nannte. 0, Robert Hardi, du hast viel verloren um zu lieben und geliebt zu werden. Bei all deinem Reich¬tum warst du ein armer Mann.

Musik

AUTOR: Der Sonntag ist gekommen. Der letzte Lebtag für Herr Hardi auf der Erde. Nach dem allgemeinen Gebet ging die ganze Familie außer Klara und Alissa in die Kirche.  Der Pastor predigte über die Verse aus dem zweiten Brief des Apostel Paulus an die Korinther fünftes Kapitel. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten es sei gut oder böse. Es schien so, als ob er diesen Text für den Zustand der Seele Robert Hardi gewählt hatte, der da aufmerksam jedes Wort lauschte im Bewusstsein das er es zum letzten mal hört. Der Pastor sprach von denen die bereit sind vor das Angesicht Gottes zu erscheinen, die den Tod nicht fürchten und auch von denen die vor dem Ewigkeitsrichter mit Furcht und Zittern erscheinen müssen. Der Pastor rief alle auf bereit zu sein zur Begegnung mit ihrem Erlöser in der Ewigkeit. Herr Hardi hörte zu und wunderte sich, dass er früher die Predigten des Pastors langweilig gefunden hat. Nach dem Gottesdienst ging er zum Pastor und dankte ihn für die Predigt. Er ging nach Hause und verlebte den ganzen Tag mit der Familie. Die Zeit verging schnell. An diesem bedeutsamen Abend wurden holde, liebenswürdige Worte gesprochen. Es wurden viele Anweisungen gegeben, Ermunterungen, stille Gebete wurden gesprochen. Es ist schwer alles durch Worte mitzuteilen und das kann sich auch nur der vorstellen, der ähnliches erlebt hat. Nach elf Uhr erwachte Klara und begann laut zu sprechen.

KLARA: Papa! Mama! Wo bin ich gewesen? Was habe ich alles geträumt! Wo seid ihr, wo bin ich?

AUTOR: Die Mutter begab sich mit Tränen zu ihr. Klara kam zu sich. Sie erinnerte sich an des Vaters Traum, an die Entgleisung des Zuges. Freudig und glücklich schaute sie auf die vertrauten Gesichter des Vaters und der Mutter, der Schwestern und Brüdern Alle außer dem Vater hatten in dem Moment das Heranrücken der Mitter¬nacht vergessen. Er kniete nieder und dankte Gott für die Gesundheit der Tochter. Plötzlich stand er auf und fragte:

/Die Uhr schlägt/

ROBERT: Hört ihr es nicht?

AUTOR: Sein Gesicht erbleichte, aber es spiegelte eine Ruhe ab. Er küsste Klara umarmte seine Söhne und Töchter, drückte seine Frau an sich. Dann kniete er nieder  und flüsterte ein Gebet. Die Uhr schlug Mitternacht. Der letzte Schlag verhallt in der Luft. Robert Hardi erhob sich nicht mehr von den Knien. Seine Seele, befreit von der leiblichen Hülle, schwand sich zu ihrem Schöpfer empor. So endete das Leben des Herrn Hardi.

Musik – Lied

AUTOR: Dieses Ereignis hat zu seiner Zeit viel Verwirrung in Amerika angerichtet und viele Doktoren waren gezwungen ganze Traktate über eine Kraft scheinbar eine Selbstbeeinflussung zu schreiben. Der Schreiber dieser Erzählung Nikrosch schrieb sie mit Gebet, damit der Heilige Geist die schlafenden Seelen wecken möge von der verderbenden Gleichgültigkeit und ihnen den wahren Sinn des Lebens auf Erden für die Ewigkeit zeige. In Offenbarung 2-Kapitel Vers 5 lesen wir.
So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wenn du nicht Buße tust.

WENN DU NICHT BUßE TUST!

Liebe Freunde, Robert Hardi hatte auch nur 7 Tage um sich zur Begegnung mit dem Schöpfer vorzubereiten. Wir aber wissen weder Tag noch Stunde wann wir abgerufen werden. Der Herr spricht: Bald komme ich zu dir.
Ein jeder bedenke es heute: ,,Wo wirst du in der Ewigkeit sein?“

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