Archive für die Kategorie 'Ewigkeit'

Nov 22 2007

Titanic

Geschrieben von Christ under Ewigkeit

Titanic, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 13 Personen

Offizier: Ihr Name?

Schmidt: Josef Schmidt.

Offizier: Mister Schmidt, Sie sind Steuermann?

Schmidt: Ja, Sir, aber nur Binnenschiffer.

Offizier: Sie wollen nach New York? Haben Sie Verwandte dort?

Schmidt: Nein, Sir, ich möchte in die Vereinigten Staaten übersiedeln.

Offizier: Sie sprechen sehr gut Englisch. Ihre Sprachkenntnisse werden Ihnen noch sehr nützlich sein.

Schmidt: Ich hoffe, Sir.

Offizier: Also, hier haben Sie Ihre Schiffskarte – Sie wohnen in Kabine E 50, der Steward zeigt Ihnen den Weg. Viel Glück wünsche ich Ihnen!

Autor: Am 11.April 1912 betritt Josef Schmidt um 13 Uhr das stolzeste, schönste und neuste Schiff der Welt, ein Kunstgebilde der Innenarchitektur und Inbegriff neuzeitlichen Fortschritts.
Dieses Schiff soll ein Symbol der erhabenen, stolzen Welt sein. Mehr als 1300 Passagiere und 890 Besatzungsmitglieder befinden sich an Bord, als der Luxusdampfer zu seiner ersten Reise über den Atlantik in See sticht.
(besonders langsam und deutlich lesen)
Hoch über dem geheimnisvollen Abgrund der Meerestiefe stürmt das große Schiff mit 46300 Bruttoregistertonnen, einer Länge von 269 m, 28 m Breite und 7 Stockwerken hoch, voller Menschen, Gepäck, Lebensmittel und Energiebedarf dahin.
Josef  Schmidt ist schon drei Tage unterwegs nach Amerika, um seiner Berufung nachzukommen, missionarisch unter den noch in Amerika lebenden Indianern zu wirken. Lange hatte er für seine Pläne gebetet, bis er zu wissen meinte, von Gott zu dieser Arbeit berufen zu sein. Seine gut bezahlte Stellung als Steuermann hatte er gekündigt und unter dem Segen seiner Kirchengemeinde Deutschland verlassen.
Nun ist er wieder an Deck und unterhält sich mit dem Deckoffizier.

Schmidt: Das Wetter hat sich wieder etwas beruhigt.

Offizier: Am ersten Tag haben wir tatsächlich eine wilde Sturmfahrt erlebt. Aber in unserm Schiff kann uns nichts passieren. Wir nähern uns schon der Küste von Amerika.

Schmidt: Man erzählt, dieses neu erbaute Schiff habe das Prädikat „Unsinkbar“ erhalten.

Offizier: Das stimmt. Dieser Dampfer hat einen doppelten Boden und ist in 16 wasserdichte Abteilungen unterteilt. Außerdem sichert ein Netz von elektrischen Kontrollapparaten, Alarm- und Telefonleitungen gegen Überraschungen.

Schmidt: Das ist ja raffiniert.

Offizier: In der Tat, hier kann man sich sicher und geborgen fühlen. So, ich möchte jetzt essen gehen. Auf Wiedersehen!

Autor: Nach diesem Gespräch geht Josef Schmidt in die Doppelkabine der 3. Klasse und liest in der Heiligen Schrift die Begebenheit von der Seereise des Apostels Paulus auf dem Mittelmeer:

Schmidt: (liest Apg. 27,15)
Was muss das für eine “Nussschale” gewesen sein gegen das mächtige Stahlmonstrum, auf dem ich mich jetzt befinde. Die drei Schiffsschrauben mit ihren zwei Vierzylinder – Kolbenmaschinen verleihen dem Schiff die kaum denkbare Kraft von 50 000 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 24 Knoten. Aber die interessanteste Sicherheitsvorrichtung ist eine wasserdichte Konstruktion.
(liest weiter Apg. 27,18-25)

Autor: Im stillen Gebet dankt Schmidt dem Gott, der Himmel und Erde geschaffen und der den besten Schutz gegen alle Unsicherheiten gibt. Ja, an ihn will sich Josef halten, von ihm allein Schutz und jede Hilfe erwarten. Er zieht sich seine Windjacke an und beginnt einen erneuten Rundgang durch das Schiff. Obwohl er nun schon drei Tage an Bord lebt, steht er immer wieder irritiert vor der Vielzahl von Gängen in den verschiedenen Stockwerken.
Es ist eine mondlose, ruhige Nacht. Die funkelnden Sterne leuchten in geheimnisvoller Zwiesprache mit dem schwarzen Himmelsraum. Die Wasseroberfläche gleicht einer polierten Glasplatte. Josef Schmidt hat den Ozean noch nie in solcher eindrücklichen Stille gesehen. Seine Seele weitet sich beim Anblick der erhabenen Größe und Höhe des dunklen Panoramas.

- Musik -

Josef tritt den Rückweg an. Er steigt die eiserne Treppe hinunter. Durch die langen weißen Gänge, die zu den Luxuskabinen führen, vorbei an den Ballsälen, Tennisplätzen, Bibliotheken und Billiardräumen. Er hört Stimmen aus der Bar, wo bei einem Kartenspiel laut diskutiert wird. Eine vornehme, mit Diamanten geschmückte Dame kommt ihm entgegen von einem Steward begleitet, der ihr behilflich ist, die Kabine zu finden. Lebhaft gibt der in Weiß gekleidete Steward technische Erklärungen ab:

Steward: Gnädige Frau, niemand wird das Schiff zum Sinken bringen. Der Kapitän kann durch ein einfaches Betätigen eines elektrischen Schalters augenblicklich alle Schotten schließen und damit das Schiff praktisch unsinkbar machen.

Dame: Meinen Sie?

Steward: Aber gewiss, gnädige Frau, selbst Gott könnte dieses Schiff nicht versenken…

Dame: Aber, aber… mein Herr, ist das nicht Gotteslästerung?

Steward: Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Ich glaube, die Werftarbeiter in England haben diesen Satz an die Außenwand der Titanic geschrieben.

Dame: Das ist ja entsetzlich!

Autor: Auch Josef ist über dieses kurze Gespräch schockiert. Als er seine Kabine erreicht hat, kniet er an seinem schmalen Bett nieder und betet um Vergebung aller seiner Sünden und allen gottlosen Treibens an Bord dieses Schiffes.

- Musik -

Die meisten Passagiere liegen bereits in dieser ruhigen und kalten Sonntagnacht in ihren kuscheligen, gemütlichen Betten. Auch Josef schließt seine Augen und schlummert bei den monotonen Geräuschen langsam ein. Bilder aus der Heimat erscheinen ihm: Josef sieht seine Mutter, wie sie betend am Bett kniet – er hört den Vater bei Tisch das Dankgebet sprechen – eine Katze erscheint und kratzt an der Tür – das Kratzen lässt nicht nach.
Plötzlich ist Josef hellwach. Er spürt, dass Traum und Wirklichkeit ineinander übergegangen sind.

Schmidt: Was ist das? Ein merkwürdiges Knirschen von der äußeren Schiffsseite.

Autor: Das Geräusch ist nicht sehr stark; es genügt aber, dass er sofort von seinem Bett aufsteht. Er lehnt sich an den Hohlraum des runden Bullauges. Da sieht er durch das Glasfenster eine Graugrüne Wand aus Eis vorübergleiten.

Schmidt: Wir haben einen Eisberg gerammt!

Autor: So schnell er kann, zieht er sich wieder die Schuhe an. Noch immer hört er das knirschende Scharren und gedämpft polternde Geräusch an der äußeren Schiffswand. Dann ist es still. Josef blickt erschrocken auf das kleine Zifferblatt am Arm – es ist gerade 20 Minuten vor Mitternacht.

- Musik -

Der Vollmatrose Frederik Fleet starrt intensiv in die schimmernde Nacht; tiefe Nebelbänke kriechen von Neufundland herüber und schieben sich als milchige Watte vor den Bug des Schiffes. Fleet ist einer der sechs Ausguckposten, der hoch über der Kommandobrücke vom Mast her Ausschau hält. Er trägt die größte Verantwortung, denn dieser nächtliche Späher gilt als das “Auge des Schiffes“. Ab und zu wechselt er einige Worte mit Lee, seinem Kollegen.

Fleet: Mensch, ist das kalt! Es scheint immer kälter zu werden.

Lee: Ist ja auch kein Wunder! Es wird doch ständig vor Eis gewarnt. Aber bis jetzt ist alles glatt gelaufen.

Fleet: Du hast recht. (spricht zu sich selbst) Hm, da sind kleine Punkte. Sie werden von Sekunde zu Sekunde größer. (wird immer aufgeregter)
Lee! Siehst du dort!

Lee: Was soll ich sehen?

Fleet: Da, vorn, die Punkte! Sie türmen sich zu einer hohen Wand!

Autor: Rasch schlägt er dreimal an die Signalglocke und reißt fast zur gleichen Zeit den Hörer des Telefons von der Gabel, um Sprachkontakt zur Kommandobrücke zu bekommen.

1. Offizier: Was haben Sie gesehen?

Fleet: Vor uns treibender Eisberg hart voraus!

1. Offizier: Verstanden.

Autor: Sofort stürzt er zum Maschinentelegrafen und zieht auf “äußerste Kraft zurück“. Entgeistert starren die gewarnten Besatzungsmitglieder auf den wachsenden Eisberg. Der Erste Offizier wird totenbleich. Die feuchte, glitzernde Wand scheint das Schiff zermalmen zu wollen.

Lee: (panisch) Die Titanic wird gar nicht langsamer.

Fleet: So schnell können Schiffe auch nicht bremsen! Halt! Wir schwenken nach Steuerbord! Es ist ein Wunder!

Lee: Puh, das war knapp! Wir sind noch einmal um Haaresbreite davongekommen!

Autor: Messerscharf gleitet der Dampfer an der Eiswand vorbei. Zugleich aber geht ein fast unmerklicher Stoß durch den Riesenleib der Titanic.
Der Erste Offizier, der jetzt das Kommando führt, greift hart nach dem Schalter, der die wasserdichten Schotten schließt. – Doch alles scheint zu spät – urgewaltige Naturmächte haben zugeschlagen. Sekunden später, das Knirschen war gerade erstorben, stürzt Kapitän Smith aus seiner Kabine.

Kapitän: Was war das?

1. Offizier: Ein Eisberg, Sir! Ich ließ die Ruder hart Steuerbord herumreißen und die Maschine auf äußerste Kraft zurücksetzen. Ich wollte die Wand Backbord liegen lassen. Wir waren aber zu dicht am Eis. Mehr konnte ich nicht tun.

Kapitän: Schließen Sie die Schotten!

1. Offizier: Die Schotten sind bereits geschlossen, Sir!

Autor: Josef Schmidt bemerkt, dass die Maschinen gestoppt sind. Schnell läuft er den Gang entlang, während er seine wetterfeste Jacke anzieht. Er bleibt an Deck stehen. Er will sich genau vergewissern, ob nicht bei der Kollision etwas Schlimmes passiert ist. Zu ihm gesellt sich ein junger Deutscher aus Köln. Dieser junge Mann ist kaum 20 Jahre alt.

Deutscher: Meinen Sie, die Sache ist ernst zu nehmen?

Schmidt: Ich denke schon, sonst hätte der Kapitän die Fahrt nicht unterbrochen.

Deutscher: Aber es herrscht keine Katastrophenstimmung, es heulen keine Sirenen! Kein schrilles Glockenzeichen ist zu vernehmen, nichts deutet auf eine unheilvolle Situation hin. Jedes Anzeichen einer Gefahr fehlt einfach.

Schmidt: Der Schein trügt. Schauen Sie doch dort hinauf!

Autor: Er deutet auf die vier Schornsteine, drei von ihnen blasen Dampf mit steigendem Lärm ab.

Schmidt: Als ich in meiner Kabine war, hörte ich ein verdächtiges Knirschen an der Schiffswand und sah den dunkelgrünen Eisberg am Bullauge sehr dicht vorüberziehen. Vielleicht haben wir ein Leck – auf alle Fälle werden wir die Fahrt nicht so bald wieder fortsetzen können, sonst würde man nicht so kräftig Dampf ablassen.

Deutscher: Aber die Titanic gilt als vollkommen unsinkbar!

Schmidt: Was ist schon vollkommen, das Menschenhand geschaffen hat? Vollkommenheit bleibt das Privileg Gottes – alles andere ist unvollkommen und vergänglich.

Deutscher: Sie haben also ernsthafte Bedenken?

Schmidt: Auf alle Fälle ist der Schaden so groß, dass der Kapitän sich entschlossen hat, die Weiterfahrt für einige Zeit zu unterbrechen; das ist sehr viel und es ist äußerst ernst zu nehmen.

Deutscher: Möglich, dass ein Schaden entstanden ist. Vielleicht wird es ein paar Stunden dauern und dann geht die Reise weiter.

Autor: Die Titanic liegt wie tot im Wasser, das träge gegen die Bordwand plätschert, Einige Eisstücke bedecken die Laufstege und das Deck. Sonst scheint alles normal zu sein. Kapitän Smith ist bereits mit seinem Ersten Offizier zu einer Inspektion unterwegs.

Kapitän: Lass uns möglichst wenig Aufsehen erregen. Wir nehmen den schmalen Mannschaftsgang!

1. Offizier: Ja, Sir!

Kapitän: Wir dürfen keine Panik an Bord aufkommen lassen.

Autor: Beide laufen tief unten durch das Labyrinth der Gänge, vorbei an dem Postraum, in dem unaufhaltsam Wasser eindringt.

1. Offizier: Wassereinbruch! Wassereinbruch! Großes Leck! Das Wasser dringt sehr schnell ein.

Autor: Um 0.05 Uhr, also erst 25 Minuten nach der Kollision mit dem Eisberg, befiehlt der Kapitän dem Chefoffizier die Boote klarzumachen. Seinem Ersten Offizier gibt er die Anweisung, die Passagiere zu sammeln. Dem Funker wird Befehl gegeben, sofort den Hilferuf auszusenden.

Kapitän: Bitte funken Sie ununterbrochen das Notsignal! Das Schiff ist durch Unterwassereis schwer beschädigt und kann nur noch kurze Zeit über Wasser gehalten werden. Wir sinken.

Funker: Senden wir doch das neue Zeichen SOS. Vielleicht ist es die erste und für uns die letzte Chance, diesen Ruf zu senden!

Autor: Alle Schiffe, die in der eisigen Verlassenheit des Nordatlantiks ihre Route ziehen, können sich über Hunderte von Meilen von der anbahnenden Katastrophe ein Bild machen.

Funker: SOS – Titanic! Wir sinken, helft! Kommt uns zur Hilfe! SOS – Save our souls  – Rettet  unsere Seelen!

Autor: Ein weißer Sternenregen ergießt sich über das todeswunde Schiff, doch gilt “WEISS“ nicht als Notsignal, sondern “ROT“. – Aber Notraketen waren ja sowieso überflüssig, das Schiff galt ja als unsinkbar!
Es dauert längere Zeit, ehe sich der Dampfer “Frankfurt“ meldet.

Funker Fr.: Ist es schlimm?

Funker: Wir sinken!

Funker Fr.: Die Titanic, das unsinkbare Schiff, unter Feuerwerk? Besoffene Bande!

Autor: Allmählich kommt Bewegung in die schlaftrunkene Gesellschaft. Schon nach wenigen Minuten ergießt sich ein Menschenstrom in die großen Säle. Die Besatzungsmitglieder treiben alle sanft durch die Gänge. Den Passagieren werden Schwimmwesten angelegt. Auf die aufgeregten Fragen wird nur geantwortet:

1. Offizier: Wir proben nur ein Rettungsmanöver.

Dame: Mitten in der Nacht bei dieser Kälte?

1. Offizier: Wir müssen auf alle Situationen gut vorbereitet sein. Also, bitte; legen Sie Ihre Schwimmweste an!

Dame: Aber die Titanic ist doch unsinkbar, oder?

Autor: Darauf weiß der Offizier keine Antwort. Doch langsam erkennen die Menschen, dass es kein Übungsmanöver ist, sondern bittere Wahrheit. Panik breitet sich unter der Menschenmasse aus.

- Musik -

Autor: Um 0.45 Uhr wird das erste Rettungsboot zu Wasser gelassen.

1. Offizier: Frauen und Kinder zuerst in die Boote. Das Schiff ist gründlich ausgerüstet, für jeden gibt es einen Platz in den Rettungsbooten.

Autor: Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Es gibt nur 20 hölzerne Rettungsboote und vier große Rettungsflöße aus Leinwand. All diese Boote können höchstens 1200 Menschen aufnehmen, aber es befinden sich mehr als 2400 Personen an Bord der Titanic. Da das Schiff für unsinkbar galt, sparte man, um für alle einen Platz zu schaffen.
Auf den ausgesandten Notruf antwortet ein britisches Passagierschiff: Carpartia an Titanic, kommen mit Volldampf, sind gegen drei Uhr dort! Aushalten!
Die See schwappt bereits über das vordere Deck der Titanic, das Brüllen der Dampfpfeifen ist erstorben und die Neigung des Schiffes hat sichtlich zugenommen. Die Flut steigt und dringt in das größte Schiff der Welt. Nein, die Titanic ist keine Arche, sondern wird in kürzester Zeit zu einem Riesensarg für Hunderte Menschen. Die Menschenmenge stößt und drängt zu den Booten. Männer versuchen Frauen und Kinder rücksichtslos zur Seite zu drängen. Der Erste Offizier zieht seine Pistole:

1. Offizier: Wenn je ein Mann versucht die Boote zu erreichen, schieße ich ohne Anruf!

Autor: Aus einem Boot schreit ein Steward:

Steward: Wir haben keinen Seemann an Bord!

1. Offizier: Sind Seeleute hier?

Schmidt: Ich bin Steuermann, Sir.

1. Offizier: Steuermann sind Sie?

Schmidt: Ja, aber nur bei der Binnenschifffahrt.

1. Offizier: Dann übernehmen Sie vorerst das Boot, bis ich ein Mitglied der Besatzung gefunden habe.

Autor: Ehe Josef Schmidt recht nachdenken kann, sitzt er als Führer im Rettungsboot. Einige Boote haben jetzt die Titanic verlassen. Eines nach dem andern rudert langsam von dem riesigen Luxusdampfer weg.
Auf dem Schiff klammern sich Männer an die Mäntel von Besatzungsmitgliedern.

Deutscher: Ich gebe Ihnen tausend Dollar für einen Platz!

Autor: Ein anderer überbietet ihn:

Mann: Hunderttausend Dollar! – Eine Million! Mein ganzes Vermögen!

Autor: Kopfüber und kopfunter fallen sie in die Rettungsboote. Wie Strandgut liegen die Passagiere in den Booten übereinander, verletzt, mit gebrochenen Gliedern, verrenkten Armen, ohnmächtig, einige vor Kälte und Grauen stöhnend.

Offizier: Halt! Zurück! Die Boote sind überfüllt! Nicht überladen!

Autor: Um die Menge zu beruhigen spielt das Schiffsorchester den Choral: “Näher mein Gott zu Dir.” Einige Leute beten zum ersten Mal in ihrem Leben. Auch Josef Schmidt im Rettungsboot ruft zu Gott um Gnade für alle Zurückbleibende.
Da – plötzlich scheint ein inwendiger Stoß das Schiff getroffen zu haben – auf das kleine Schiff kommt eine Meereswoge zu. Das Vorderschiff der Titanic sinkt wie ein schwerer Felsen ins Meer, während sich das Heck wie ein Monstrum erhebt.
Wie dunkle Äpfel fallen Männer, Frauen und Kinder in das unheimliche Wassergrab. Keiner ist imstande auf dem Deck noch aufrecht zu stehen. Das Heck steigt immer weiter bis zu einer Höhe von 60°. Josef denkt an die Hunderte und Aberhunderte Passagiere, die sich jetzt in den langen Gängen des Schiffsleibes zu Tode schreien, kämpfen und ertrinken.
Um 2.20 Uhr verschwindet der große Koloss gurgelnd in der Tiefe. Über der spiegelglatten See hört man weithin die grässlichen Wahnsinnsschreie aus Hunderten von Menschenkehlen, deren Körper in großen Schwimmwesten im Eiswasser treiben und denen die Kälte wie mit Rasiermessern in die Leiber zu schneiden scheint. Manche treiben auf Brettern, andere auf Korkstücken, Kisten und Türen über den unheimlichen Tiefen des Meeres. Wird jemand von ihnen noch gerettet werden können?
Die größte Schiffskatastrophe der Geschichte ist wohl allen bekannt. Aber geht es dir nicht auch oft so wie den Leuten auf der Titanic? Du fühlst dich sicher und meinst, dass du noch viel Zeit hast, dich mit der Frage der Ewigkeit zu beschäftigen. Du täuscht dein Gewissen mit dem Gedanken: “So schlimm ist es um mich wohl nicht bestellt, es leben ja alle so!”

Doch es ist höchste Zeit! SOS – Rette deine Seele!

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Titanic (43KB)
Klicks: 360

PDF erstellen    Sende Artikel als PDF an

No responses yet

Nov 20 2007

Ich habe einen starken Gott

Geschrieben von Christ under Ewigkeit

Ich habe einen starken Gott, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 6 Personen

Sprecher: Die Geschichte spielt an Bord eines Transportflugzeuges, das sich nachts hoch über der Erde inmitten eines gewaltigen Sturms befindet. Die große Gefahr verbirgt sich darin, dass die Verbindung mit der Erde unterbrochen ist und sie die Orientierung verloren haben. Wie ein riesiger Vogel verschwand die Maschine im Dunkel der Nacht. Die starken Motoren kämpften lautstark gegen die Gewalt der Natur und der feine Hagel trommelte zum Kampf.

Bernd: (brummend) Das Wetter ist natürlich bestens – keine Einwände. Aber das die Meteorologen sich mal wieder so verschätzt haben!?

Fredi: Die Menschen können ja nicht alles wissen.

Bernd: Richtig, aber um so einen Sturm zu übersehen, muss man einfach ein Idiot sein.

Fredi: Junge, du siehst alles wieder im schwarzen Licht.

Bernd: Meinst du? Abwarten! Wenn wir mit gebrochenen Händen und Füßen krampfhaft versuchen werden das Wrack dieses Kastens zu verlassen, wirst du anders reden.

Fredi: (lachend) Du alter Brummtopf! Wir sind ja schon des Öfteren in solchen Stürmen gewesen und ist uns je was passiert? Noch ein paar Stunden und dann haben wir Feierabend. Du wirst es dir dann wieder gemütlich machen, und wenn dann dein kleines Töchterchen kommt, singt sie dir geistliche Lieder.

Bernd: Geistliche Lieder… hm bei uns unmodern… „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“ …Ha – ha…Friede?! Überall wird auf Menschen geschossen und gleichzeitig sitzen Tausende in warmen Zimmern und singen andächtig vom Kind in der Krippe.

Fredi: So wie ich sehe, bist du keiner guten Meinung von solchen?

Bernd: (grob) Ne!

Fredi: (etwas aufgeregt) Vielleicht klingt meine Frage etwas zu persönlich, aber warum bist du so ein Gegner von allem Religiösem?

Bernd: Darüber reden wir jetzt nicht.

Fredi: Warum nicht?

Bernd: Darum… Im Grunde habe ich nichts gegen religiöse Leute. Aber mir sind die Menschen zuwider, die behaupten, sie seien aufrichtige Christen und in Wirklichkeit gar keine sind. Ich denke es gibt nur solche, denn ich bin nie anderen begegnet.

Fredi: Ja, aber…

Bernd: Ich weiß schon, was du sagen willst. „Christen sind eigentlich auch nur Menschen!“ So?! Das habe ich schon öfter gehört. Aber in Wirklichkeit sagt ihr damit nur aus, dass zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen gar kein Unterschied ist. – Außer am Sonntag, da geht der eine zur Kirche und der andere ins Kino. Aber wenn der Unterschied nur darin besteht dann…

Fredi: Stimmt nicht! Es gibt viele die ihren Glauben leben.

Bernd: Aber dann verstecken sie sich immer wenn ich komme, denn ich bin noch nie einem begegnet.

Fredi: Vielleicht hast du noch nie auf solche geachtet?

Bernd: Fredi hör mal (ernst) wir haben einander nichts vorzumachen. Ein jeder Mensch will glücklich sein und jeder sucht in seinem Leben Halt. Ich auch! Aber wie kann ich das erfahren, dass Gott mich glücklich machen will. Ich muss es doch in erster Linie bei denen sehen, die sich auf Gott verlassen und ihn fürchten. Zeig mir einen der so lebt.

Sprecher: Es trat eine Stille ein. Fredi wusste nicht was er antworten sollte. In all dem was Bernd behauptete, verbarg sich ein Teil Wahrheit. Aber im großen Ganzen hatte Bernd nicht recht. Was soll er Bernd antworten? Er brauchte ja nur auf sich zu sehen, um festzustellen, dass er nicht der Mann ist, auf den der Mechaniker hören will. Um genauer zu sein, er ist nicht der Mensch, dessen Vertrauen auf Gott als Beispiel genannt werden kann. Endlich bricht Bernd das Schweigen.

Bernd: Hör mal! Lass uns das Thema wechseln. Ich habe für meine Tochter eine Puppe gekauft. Wie gefällt sie dir?

Fredi: (zerstreut) Super!

Bernd: Die kann gehen. Guck mal, sie ist mit Batterien.

Fredi: Sie war bestimmt teuer?

Bernd: Aber sie gefällt mir… Moment mal.

Fredi: Was ist das denn?

Sprecher: Ein tiefes Schweigen. Bernds Augen bleiben an der Kanzel haften. Der Co – Pilot verlässt das Cockpit und begibt sich in das hintere Teil der Maschine. Seine Gesichtszüge verraten den Ernst der Situation.

Bernd: Wir verlieren an Höhe!

Bill: Tja, ich glaube das Leitwerk ist defekt. Auf jeden Fall lässt sich dieser Kasten nicht mehr lenken.

Sprecher: Bill wartet auf die beiden Männer und begibt sich wieder ins Cockpit. Fredi bekommt die Anweisung, die Verbindung mit der Erde herzustellen. Er schickt pausenlos ein Signal nach dem anderen. Seine Stirn ist mit Schweiß bedeckt. Allein bei dem Gedanken, dass es bis zum nächsten Flughafen noch eineinhalb Flugstunden sind. Bernd betritt das Cockpit um die Situation mit den Piloten zu besprechen. Aber die können auch nur sehr ungenau sagen, wo man sich befindet. Bob, der Pilot, schaltet den Suchscheinwerfer an und richtet ihn zur Erde. Das starke Licht verliert sich im Nebel. Es sind schlechte Aussichten. Bei so einem Wetter eine Landestelle zu finden, ist unmöglich.

Bob: (schroff) Bernd, setz dich auf deinen Platz und leg die Gurte an. Bereite dich zu einer Notlandung vor.

Bernd: Das heißt, ich soll mich auf den Tod vorbereiten? Ich bin ja nicht das erste Mal in der Luft. Für uns besteht keine Möglichkeit unversehrt zu landen?

Bob: Das sehen wir nachher. Und jetzt setz dich auf deinen Platz.

Sprecher: Bernd dreht sich um und geht in das Heck der Maschine, wo Fredi immer noch am Funken ist. Sein Hilferuf dringt durch die Nacht und Sturm. Er bekommt keine Antwort. Aber sein Ruf wurde gehört – von Gott. Ganz ruhig schildert Bernd ihm die Situation.

Fredi: Das heißt. ..das heißt… Ende?

Bernd: Ja, höchstwahrscheinlich ist das das Ende. Aber Fredi, ich denke es wird nicht schrecklich sein. Ein Aufprall – und alles ist aus.

Fredi: Es ist dann noch nicht alles aus, denn du und ich müssen vor Gott Rechenschaft ablegen.

Bernd: Das sagt deine Angst vor dem Tod!

Fredi: Und du hast keine Angst?

Bernd: Fredi, ich wollte dich nicht beleidigen. Vielleicht hast du…

Fredi: Was hab ich?

Bernd: Ach, nichts!

Sprecher: Vorne im Cockpit des Flugzeugs sitzen die Piloten. Bob versucht mit seinen Augen die Dunkelheit hinter dem Cockpitglas zu durchbohren, um etwas zu erkennen. Seine starken Hände halten den Steuerknüppel. Äußerlich strahlt er eine Ruhe aus.

Bill: Und du denkst, dass wir eine Möglichkeit haben zu landen?

Bob: Bei Gott sind alle Dinge möglich.

Bill: Bob, du bist sonst so schweigsam. Wir waren solcher Meinung, du wärst aus Eisen. Sag mal ehrlich – hast du auch Angst?

Bob: Ich habe Angst, aber ich weiß, dass mein Gott mich nicht verlässt.

Sprecher: Langsam schaukelnd schwebt die Maschine über der Erde. Plötzlich erscheint im Lichtkegel des Scheinwerfers so etwas wie ein Fluss mit reißenden Wasserströmen. Mit verzweifelter Anstrengung versucht Bob die Maschine unter Kontrolle zu halten. Bis zum letzten Augenblick versucht er alles, um die Katastrophe vorzubeugen. Nur noch etliche Sekunden und die Maschine stürzt ins Wasser.
Als Erster kam Bernd zu sich. Er schaute sich fragend um und versuchte über das Geschehene den Überblick zu gewinnen. Sie waren abgestürzt und er lebt. Durch einen Riss im Rumpf der Maschine kam das Wasser. Als er seine Gurte abgelegt hatte, kam Bill.

Bill: Bernd ist dir etwas passiert?

Bernd: Keine Ahnung, wahrscheinlich nicht. Meine Hände und Füße kann ich jedenfalls bewegen.

Sprecher: Sie eilten zu Fredi. Zum Glück war ihm nichts passiert und sie konnten ihn wieder ins Dasein zurückholen. Zu Dritt gingen sie ins Cockpit, wo Bob in seinem Sitz bewusstlos lag. Sein Bein war gebrochen. Behutsam hoben die Freunde ihn auf und trugen ihn ins hintere Abteil. Das Wasser stieg. Es wurde langsam Zeit das Wrack zu verlassen. Durch die Außentür gelangten sie auf die linke Tragfläche der Maschine. Man wusste nicht genau, wurde es vergessen oder vernachlässigt, aber die Rettungsausrüstung fehlte. Es wehte ein kalter Wind und sie standen da mit ihren nassen Kleidern. Wie lange sie das wohl aushalten werden? 20 Minuten, vielleicht eine halbe Stunde.
Bill feuerte eine Leuchtrakete ab. Ob die wohl einer sieht? Und wenn, wer wird sich bei diesem Wetter ins Wasser wagen. Zentimeter um Zentimeter sinkt das Flugzeug in die reißenden Fluten.

Bernd: So halten wir es hier nicht lange durch. Schieß noch eine Rakete.

Sprecher: Bernd reicht Bill sein Schießgerät, und Bill feuert es ab. Ein heller Feuerstahl erhebt sich über den Männern. Und dann passiert etwas Schreckliches. Eine starke Windböe reißt Bernd von der Tragfläche des Flugzeugs in die gähnend – schäumende Tiefe. Mit Entsetzen schauten die drei Männer ihrem Freund nach. Im Toben und Lärm des Sturms hörten sie nur noch die Worte:

Bernd: Zur Hilfe! O Gott!

Sprecher: Eine Seele in Not! Kann Gott denn nicht hören? In wilder Verzweiflung schlägt Bernd um sich, kämpfend mit der Kraft die ihn zu verschlingen droht, dass Wasser das ihn gepackt hat mit der kalten Kraft des Todes.
Leben will er! Leben! Für seine Frau, für die Tochter. Verzweifelt sucht er mit den Händen Halt im Wasser. Und wirklich, er entdeckt etwas Festes. Das Wasser hatte ihn zum Leitwerk der Maschine getrieben. Er musste alle seine Kräfte daransetzen, um sich am Höhenruder festzuhalten. Und nun hängt er da bis zur Hälfte im Wasser. Er lebt! Aber wer weiß, wie lange er es so aushält? Vielleicht wäre es für ihn besser im Wasser zu bleiben? O nein! Denn er will ja nicht sterben. Er hat Angst vor dem Tod. Gerade jetzt, wo das Wasser ihn wie ein gähnendes Grab umgibt, wo er den Tod so nahe spürt, überfällt ihn eine panische Angst.
Er darf nicht sterben! Er muss ja vor Gott treten und dazu ist er noch nicht bereit. Dieses hatte er jetzt begriffen. Die anderen drei Männer auf der Tragfläche, schießen eine Rakete nach der anderen in die Luft. Bernd klammert sich mit seinen schon steifen Händen an das Leitwerk. Er will leben, hat aber keine Kraft dem Tod zu widerstehen. O Gott!…?

In seiner ernsten Lage hat er den Namen Gottes angerufen. Aber ist er wirklich der Gott, von dem gesagt wird, er stößt die zu ihm kommen nicht weg? Oder ist er jetzt weit weg von ihm? Ein strafender Gott, welcher gleichgültig auf die Leiden der Menschen schaut. In einer ausweglosen Situation, starr vor Kälte, hängt Bernd am hintersten Teil der Maschine, welche langsam aber sicher sinkt. Er spürt wie seine Kräfte ihn verlassen. Noch einige Augenblicke und dann hört er ein Freudenschrei. Es ist Fredi, sein Schrei übertönte den Sturm. Hilfe kommt… Er kann es nicht glauben. Dreht den Kopf in Richtung Ufer und sieht ein schwaches Licht. Vielleicht ist es ein Boot, überlegt Bernd, welches die Rettung bringt! Die Hoffnung gibt ihm neue Kraft und er zieht sich wieder höher übers Wasser.
Die Leute auf der Tragfläche der Maschine rufen um Hilfe. Gespannt hinhörend vernimmt Bernd die Antwort. Es ist die Stimme eines Mannes aus dem Boot. Das Boot naht sich dem Flügel, wo in letzten Kräften die drei Männer kauern.

Fredi: Wir haben einen Verletzen, ihn zuerst.

Sprecher: Als Fredi und Bill auch ins Boot gestiegen waren, blieb nur ein schmaler Streifen der Bordwand über Wasser.

Bootsmann: Das Boot ist viel zu klein und dazu auch noch sehr alt. Aber am Ufer war kein anderes. Ich werde rudern und ihr schöpft das Wasser raus. Bis zum Ufer ist es nicht weit, aber der Sturm ist so stark und es ist sehr gefährlich.

Sprecher: Der alte Bootsmann setzte sich an die Ruder und legte ab. In diesem Moment erschallt ein herzzerreißender Schrei eines Mannes. Mit erstarrten Gesichtern hielten die Männer im Boot den Atem an.

Bootsmann: Ist da noch jemand?!

Fredi: Bernd! Und wir dachten er ist schon ertrunken!

Bootsmann: Für fünf Personen ist das Boot zu klein. Wir gehen alle unter. Seht wie tief das Boot schon jetzt ist.

Bill: Sie haben recht! Es geht nicht. Wir können Bernd nicht retten!

Bernd: Lasst mich hier nicht allein. Helft mir im Namen Gottes, helft…

Bootsmann: (leise)Im Namen Gottes…

Sprecher: Dann wendet der Bootsmann das Boot und rudert wieder zum sinkenden Flugzeug.

Bill: Was machen Sie? Wir kommen doch alle um. Sie haben es doch selbst gesagt.

Sprecher: Der Alte antwortete nicht. Schweigend rudert er in die Richtung, von der der Hilferuf kam. Als er Bernd erblickt, steuert er geschickt das Flugzeug an. Dann steigt er auf die Maschine. Mit einem Griff zieht er Bernd aus dem Wasser, nimmt ihn wie ein Kind auf den Arm und trägt ihn ins Boot. Ein unvorsichtiger Schritt, ein Windstoß und beide können ins Wasser fallen.

Bill: Das ist doch hirnverbrannt! Das Boot ist jetzt schon überladen!

Bootsmann: Und deswegen dürft ihr nicht länger hier bleiben. Fahrt in die Richtung, da ist das Ufer und da findet ihr auch mein Haus.

Bill: Aber.. .wie ist es mit Ihnen?!

Bootsmann: Ich habe einen starken Gott. Ich bin bereit zum Sterben. Und euer Freund, wie ich sehe, nicht.

Fredi: Aber das ist ja schon… das geht doch nicht.

Sprecher: Zur Antwort gab der Alte einen Stoß. Er stieß das Boot vom Flugzeug ab. Wie erstarrt blickten die Männer dem alten Bootsmann nach, bis er in der Dunkelheit verschwand. Dann ruderten sie in Richtung Ufer. Bernd saß immer noch wie vorm Kopf geschlagen. Von Zeit zu Zeit hob er den Kopf und schaute in die Richtung, wo in der gähnenden Dunkelheit der Bootsmann verschwunden war. Endlich – endlich ist das Ufer erreicht. Sie sind gerettet! Bill und Fredi schleppen den verletzten Bob ans Ufer. Bernd jedoch bleibt sitzen. Fredi ruft ihn aufs Land, bekommt aber keine Antwort. Denn Bernd hat abgelegt und ist in wenigen Augenblicken in der Nacht verschwunden. Nur noch das rauschende Wasser ist zu hören. Bernd legt alle seine Kräfte an, um wieder zu seinem Retter zurückzukehren. Er rudert was er kann. Die Wasserströme zerschlagen sich schäumend am Boot. Es sieht so aus, dass Bernd keine Müdigkeit kennt, trotz allem, was er in den letzten Stunden erlebt hat. Brennende Gedanken durchbohren sein Herz. Ich muss zum Unfallort zurück. Ich kann nicht zu meinen Freunden zurückkehren, wenn da noch ein Mensch ist, der sein Leben für mich riskierte.
Im wilden Tanz heben die Wellen das Boot und lassen es wieder fallen. Bernd hat nur noch einen Gedanken, zurück zu dem übriggebliebenen Rest des Flugzeugs, um den Alten Bootsmann zu retten. In der Dunkelheit kann er sich schlecht orientieren. Wahrscheinlich dreht das Boot nur Kreise und kommt nicht voran. Ist denn alles vergebens? Doch bald wird im Westen der Himmel heller. Bernd spürt wie ihn die letzten Kräfte verlassen. Der Wind verweht nach und nach den Morgennebel. Und dann bietet sich ein trauriger Anblick. Nur noch eine kleine Spitze vom Leitwerk ragte aus dem Wasser. Ein herzzerreißender Schrei riss sich aus seiner Brust. Der Alte war nicht mehr da… er war verschwunden… umgekommen in den Fluten des Wassers. Bernd stand im Boot in seiner voller Größe. Der Wind wehte um sein Gesicht, welches tiefes Leid widerspiegelte. Er ballte seine Fäuste, bis die Glieder ihm schmerzten, dann fiel er hin und weinte wie ein Kind…

Bernd: Der Alte ist ertrunken. Er hat mir das Leben gerettet, weil ich ihn bat, “Im Namen Gottes”. Fredi hatte ich gebeten, mir einen Menschen zu zeigen, der auf Gott vertraut. Und jetzt habe ich ihn gesehen. Und…und jetzt, o Gott! Vergib mir! Vergib mir meine Sünden, mein sinnloses Leben. Errette mich, denn ich gehe verloren. Ich habe dich da im Wasser gespürt. Als die Ströme mich umgaben und mitrissen, hast Du Rettung geschickt. Und jetzt rette meine Seele von dem Verderben. Du, der du so fern und doch so nahe bist.

Bootsmann: (sitzend)Ich habe einen starken Gott! Er gab auch für dich sein Leben.

Bernd: Eine Stimme? Diese altbekannten Worte, die ich früher so oft gehört habe und die doch meinem Herzen nichts sagten. Wem gehört diese Stimme? Vielleicht ist es Jesus, welcher gekommen ist, um in meinem engen, kalten Herzen Wohnung zu machen?

Sprecher: Auf dem Wasser schaukelt ein einsames Boot. Ein Mann sitzt darin, ein Mensch um dessen Seele Gott kämpft. Denn Jesus ist ja gekommen um das Verlorene zu retten, um Frieden zu geben den Mühseligen und Beladenen. Denen die unter der Last der Sünden und des Elends sind. Er trug unsere Missetat und Sünden. Er fing in der Krippe an und vollendete es am Kreuz auf Golgatha. Er hat gesiegt. Und jetzt steht er und klopft an Bernds Herz. Das Kind aus Betlehem, welches zum größten Retter von Golgatha geworden ist.

Etliche Stunden später fanden Fredi und Bill ihren Freund besinnungslos im Boot liegen, welches ans Ufer getrieben worden war. “Armer Junge”, sagte Bill. Aber im Himmel freuen sich die Engel. Sehen wir nicht da unter den frohlockenden Engeln den Alten Bootsmann?

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Ich habe einen starken Gott (48KB)
Klicks: 247

PDF Drucker    Sende Artikel als PDF an

No responses yet

Nov 17 2007

Die Jähzorn Bauern

Geschrieben von Christ under Erntedankfest,Ewigkeit

Die Jähzorn Bauern, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest und Ewigkeit für 8 Personen

Autor: An der chinesischen Gartenmauer steht solche Inschrift: „Es ist schon später als du denkst“. Damit ist aber nicht deine Taschen- oder Handuhr gemeint, denn die wäre schnell reguliert. Es ist auf der Weltuhr später als du denkst. Auch in deinem Lebensabschnitt ist es später, als du denkst. Gleich wie der heutige Tag vorbei geht und nie, nie wieder kommt, so geht unser Leben Tag für Tag der Ewigkeit entgegen. Und es geht schnell, ja schneller als wir denken. Und doch ist dieses nicht die Hauptsache. Wichtig ist, dieses kurze Leben nicht vergeblich gelebt zu haben! O, wie viele Menschen leben gleichgültig dahin, als ob sie niemals sterben müssten, als ob es keine Ewigkeit gäbe. Und wenn heute von ähnlichen Menschen die Rede sein wird, bitten wir Gott, dazu Gnade zu schenken, dass es für uns eine Warnung sein möchte und wir alle zubereitet werden, einst mit Freuden dem Herrn entgegen zu gehen, wenn er ruft.

Musik: („Näher mein Gott zu dir”)

Außerhalb des Dorfes, mitten im Feld lag der Erlenhof. Hohe mächtige Erlen umgaben das Anwesen. Unheimlich, geradezu als hüteten sie irgendein Geheimnis. Einsam lag das Gehöft da, als wollte es von niemandem etwas wissen, als dulde es keinen Fremden auf dem Hof. Jeder nannte den Namen des Erlenhofbauern mit einer gewissen Scheu, mit einer Zurückhaltung, über die man nicht gerne Worte verlor. Jeder kannte im Dorf jenen unsagbar zornigen Menschen, der keinen Freund im Dorf hatte und haben wollte. Der stolz darauf war nur Feinde zu haben, und mit  seiner ganzen Umwelt im Unfrieden zu leben.
Der Vater des Erlenhofbauern hatte einst sein Anwesen dicht bei der Kirche gehabt und von dort aus seine Felder bestellt. Auch er lebte ständig im Krieg mit der Nachbarschaft, besonders mit dem Pastor. Sein Jähzorn war sprichwörtlich geworden und jeder ging dem Bauer aus dem Weg. Seine Felder hatte er in einer musterhaften Ordnung. An Fleiß fehlte es nicht bei dem „Jähzornbauer“ – wie ihn die Kinder nannten. Morgens war er der erste und abends der letzte auf dem Hof. Besonders stolz war der Bauer auf seine Pferde. Da er in der Jugend das Schmiedehandwerk gelernt hatte, machte er sämtliche Schmiedearbeit allein. Dazu hatte er in der Woche allerdings keine Zeit, dazu suchte er sich jedes mal den Sonntag.

(Glockenklänge…)

Bauer: Gottfried, brennt das Feuer in der Schmiede?

Gottfried: Jawohl mein Herr!

Bauer: Dann vorwärts, denn gerade jetzt beginnt das Pastorlein  in der Kirche seine frommen Reden! Ich habe es so gern, wenn unsere Hammerklänge ihn und die Orgel übertönen.

Autor: Und so ging es jeden Sonntag. Wenn der Pastor auf der Kanzel stand und Gottes Wort predigte, schwang der Bauer seinen Hammer und arbeitete regelmäßig während des Gottesdienstes so laut auf dem Hof, dass der Pastor sehr gestört wurde. Wenn der Hammer auf dem Amboss niederfiel und die Funken im Kreis umher flogen, pflegte der Bauer zu seinem Gehilfen zu sagen:

Bauer: Das ist meine Choralmusik, ich kann doch noch lauter predigen als der Pastor!

Gottfried: Pflegen sie niemals in die Kirche zu gehen? – Na, – ich meine wenigstens aus Neugierde, es sind ja nur wenige Schritte bis dahin.

Bauer: Du siehst, dass das Feuer nicht ausgeht. Reicht, dass sich der Pastor jedes mal abmüht mit solchen Fragen. So wie es aussieht, geht er auch heute nicht vorbei.

Autor: Und der Bauer hatte recht. Eben hatte er diese Worte ausgesprochen, da erblickten sie durch die offene Tür, wie der Pastor auf den Hof kam.

Pastor1: Wünsche Gottes Frieden eurem Hause!

Bauer: Ich wünschte sie wären mit dem Gottesfrieden an meinem Hofe vorübergegangen.

Pastor1: Es tut mir leid, dass Sie die Liebe Gottes so von sich wenden, aber Jesus, ja Jesus Christus liebt sie doch! Und er wartet auf Sie. Die Zeit ist doch so ernst, bedenken Sie…

Bauer: (fällt ihm ins Wort) Hören sie auf, Herr Pastor, das was sie da sagen kann ich schon längst auswendig, – ich gehöre zu den fortschrittlichen Menschen, die über all das, was sie da predigen, längst hinweg sind. Ich komme auch ohne euch in den Himmel. Ich lege auch keinen Wert darauf mit kirchlichem Segen und Pfarrer Geschwätz einst begraben zu werden. Und wenn sie nichts anderes zu reden haben, können sie gehen.

Pastor1: Ich wollte sie nicht aufregen. Ich gehe sofort, aber ich will doch weiter für sie beten.

Autor: So hatte der Pastor sein möglichstes in Geduld mit fasten und beten getan. Umsonst! Der Bauer wollte nichts wissen und wies den Pastor jedes mal hart von sich.
Es war an einem Karfreitagmorgen! Still versammelten sich die Dorfbewohner zum Gottesdienst. Kaum fing die Orgel an zu spielen, begann der Bauer auf seinem Hof die Dreschmaschine auszuprobieren. Auf vollen Touren heulte die Maschine und machte einen solchen Lärm, dass die Feierlichkeit des Karfreitags Gottesdienstes außerordentlich gestört wurde. Diesmal befand sich unter den Gottesdienstbesuchern ein Polizeibeamte. Dieser begab sich auf den Hof des Bauers.

Polizist: Was ist das für ein Lärm? Stellen Sie sofort die Maschine ab. Ich befehle es Ihnen! Das ist ja unmenschlich was sie da machen. Und das am stillen Freitag.

Bauer: Ist das aber eine Frechheit auf meinem Hof. Sie wissen einfach nicht, wer hier wohnt, aber sie sollen es von heute an wissen, dass sie es mit einem zu tun habe, der vor solch einem Betrug keine Furcht hat. Die Maschine wird zu eurem Ärger weiter laufen. Haben sie verstanden?

Polizist: Das werden sie schwer büßen müssen. Stellen sie sofort die Maschine ab!

Bauer: Was? Sie wollen mich erschrecken? Was gedenken sie bloß mit mir zu machen? Schafft euch fort von hier, ehe es schlimme Folgen gibt.

Polizist: Ich warne sie noch einmal! Seien sie „menschlich“ und stellen sie die Maschine ab.

Bauer: Seht mal, er will mir befehlen, was ich tun und nicht tun darf! Fort von meinem Hof und hütet euch noch einmal wiederzukommen.

Autor: Die Maschine lief bis zum Schluss des Gottesdienstes weiter. Etliche Tage später trat Gottfried ins Zimmer und überreicht dem Bauer einen Zettel.

Gottfried: Hier, eine gerichtliche Vorladung für Morgen, mein Herr.

Bauer: (zerreißt, den Zettel) Wirf’s in den Papierkorb, denn dort gehört es hin. Und sollten noch welche kommen, tue dasselbe.

Autor: Als er auch der zweiten und dritten Vorladung nicht Folge leistete, wurde der Bauer eines Tages von der Polizei zum Ergötzen der Dorfbewohner zwangsweise vorgeführt. Das Gericht verhängte eine recht beachtliche Strafe und drohte im Wiederholungsfall mit schärferen Maßnahmen. Kurz darauf entschloss sich der Bauer, seinen Bauernhof im Dorf aufzugeben und inmitten seines Feldes einen neuen aufzubauen. Er konnte es sich ja leisten und prallte vor aller Welt, dass er sich zum Ärger aller andern Bauern einen stattlichen Hof aufbauen wollte, der der schönste sein werde von allen Gehöften der Umgebung. So entstand der Erlenhof prächtig und schön. Aber Gott sprach „Du Narr, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern und was wird’s sein, den du bereitet hast?“ Wenige Tage nach der Übersiedlung in das neue Gehöft erlitt der Bauer einen Schlaganfall und starb bald darauf. Auf seinen Wunsch wurde die Leiche im Krematorium der Nachbarstadt verbrannt und die Asche still beigesetzt.

-Musik-

Autor: Den Hof übernahm sein Sohn. Man nannte ihn den Erlenhofbauer. Wie erwartet trat er völlig in die Fußspuren seines Vaters. Er kannte keinen Kirchgang, keine Sonntagsheiligung, kein Gebet. Am Sonntag, nachdem Begräbnis des Vaters, ging der alte Pastor den Bauern zu besuchen.

Pastor1: Guten Tag, junger Bauer. Wenn es erlaubt ist, wollte ich sie an diesem Ruhetage besuchen. Es tut mir recht Leid um sie, so plötzlich den Vater verloren zu haben. Es ist für unser ganzes Dorf eine ernste Sprache Gottes. Aber ich möchte doch wissen, wie es ihnen geht.

Bauer: Herr Pastor, ich bin heute sehr eingenommen mit Dung fahren. Dieser Misthaufen muss heute noch aufs Feld. Das Eisen muss man schmieden, wenn es heiß ist, sagt das wahre Sprichwort.

Pastor1: Ruhen sie nicht am Sonntag von der schweren Wochenarbeit? Der Mensch bedarf es doch, und die Seele bedarf auch das ihrige.

Bauer: Ich habe es schon mal gesagt, dass ich heute keine Zeit habe, schon gar nicht für fromme Gespräche. Ich feiere den Montag als Ruhetag und Sonntag ist ein Arbeitstag wie alle anderen Wochentage. Im übrigen, Herr Pastor, brauchen sie den Weg zum Erlenhof nicht mehr machen.

Autor: (Musik begleitend) Schweren Herzens ging der Pastor vom Hof und betrat ihn nie wieder. Nachdem er 42 Jahre seiner Gemeinde treu gedient hatte, erkrankte er und starb bald darauf. Das war für die ganze Umgebung ein schwerer Verlust. (Musikende)
Ein neuer Pastor war gekommen. Ein tief gegründeter demütiger Mann mit seiner lieben Gattin, Luise. Es war seine erste Pfarrerstelle. Als er sich nach dem Erlenhof erkundigte, erzählten die Leute soviel von dem jähzornigen Bauer. Jeder warnte den Pastor sich auf diesen Hof zu begeben. Der Pastor entschloss sich dennoch den Bauern aufzusuchen und teilte diesem das schriftlich mit.

Gottfried: Hier ein Brief, mein Herr. Ein Junge brachte ihn und bat denselbigen so schnell wie möglich einzuhändigen.

Bauer: (nimmt den Brief und liest)  Lieber Bauer! So Gott will gedenke ich kommenden Sonntag, nach dem Gottesdienst sie zu besuchen, um mit ihnen näher bekannt zu werden. Wünsche sehr, sie zu Hause anzutreffen. Mit einem Gruß  Pastor der Ortsgemeinde.
So, so. Er sucht meine Bekanntschaft. Das heißt er will mich einfangen mit seinen frommen Reden? Er täuscht sich. Mit solchen Fallen fängt er mich nicht. Und wo nehmen sie sich nur alle her. Kaum ist der alte gestorben, ist auch schon ein anderer da. Als ob man ohne sie nicht leben kann.

-Musik-

Autor: Der Sonntag war gekommen, an dem der Pastor den Besuch unternehmen wollte. In der Pastorfamilie ging es aber nicht gleichgültig zu. Es waren ernste Tage des Gebets für sie.

Pastor2: Morgen ist ein schwerer Tag für uns, Luise! Ich wünschte, er wäre schon vorüber. Die Leute erzählen soviel Übles von dem Bauer. Sie sagen, dass er seinen Vater sogar übertritt im Jähzorn. Aber wie dem auch sein mag, Christus ist auch für ihn gestorben und ich bin schuldig ihm das warm ans Herz zu legen. Der Herr stehe uns bei.

Luise: Mein lieber Mann, bist du überzeugt dass du schon hingehen musst? Vielleicht genügt es vorläufig ernst zu fasten und zu beten, das Gott sein Herz erweichen möge. Man kann es sich leicht verderben.

Pastor2: Nein, Luise, erstens habe ich es ihm schriftlich benachrichtigt, dass ich komme und zudem weiß ich, dass Gott es so haben will

Luise: Ja, ich will auch ergeben sein, tue wie es dir klar ist. Gott bewahre und segne uns.

Pastor2: (leise Musik) Lieber himmlischer Vater, Ich danke dir, dass du die Sünder liebst und nicht willst, dass jemand verloren gehe. Ich danke dir, dass du uns berufen hast diese frohe Botschaft den verlorenen zu bringen. Ich bitte dich du wollest meinen Besuch bei dem Bauern segnen. Du wollest sein Herz auftun für dich, damit er könnte gerettet werden. Erhöre mich. Amen.

Autor: Als am Sonntag der Pastor nach dem Gottesdienst den Erlenhof betrat, war der Bauer gerade mit seinem alten Knecht Gottfried dabei, Dung aufzuladen. Dies war seine Sonntagsarbeit. Der Bauer spuckte auf die Hände, nahm von dem Pastor keine Notiz, und lud weiter auf. Der Pastor versuchte nun mit aller Güte den Bauer zu einem Gespräch mit ihm zu bitten.

Pastor2: Lieber Bauer, wenn es erlaubt ist, möchte ich sie ein wenig sprechen. Ich will sie auch nicht länger aufhalten. Ich bin nämlich der Pastor und wollte ihnen, wie allen andern Dorfbewohner, einen Besuch abstatten. Wir wollen doch einmal alle in den Himmel und…….

Bauer: (fällt ihm aufregend ins Wort) Was und? Sie sehen doch, dass ich keine Zeit habe. Zudem mögen Sie ihren Schäfchen vorpredigen, bis sie alle  male bekehrt sind. Mich bekehren sie nicht, Herr Pastor, und auf meinem Hof dulde ich keine Predigten. Ich glaube an keinen Gott, ich brauche keinen Gott, Gott braucht mich! (Zeigt mit dem Finger auf sich) Und du Gottfried, was stehst du und sperrst den Mund auf? Oder wolltest du dich auch schon bekehren?

Pastor2: Ich rate nicht zu spotten und Gott in Ruhe zu lassen. Denn es steht geschrieben: „Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten.“

Bauer: Hören sie auf die Hölle zu heizen. Ich glaube an keine Ewigkeit. Herr Pastor, Ewigkeit ist ein Pfarrer Geschwätz! Ein leeres dummes Pfarrer Geschwätz, das nur zur Verdrehung der Menschen dient und zu weiter nichts. Wenn ich einmal tot bin,  mag man mich auf dieser Mistschleife zum Friedhof fahren, das ist mir ganz egal. Sie können mich wie einen Hund einscharren. Herr Pastor, hören sie, wie einen Hund!

Autor: Danach nahm der Bauer seine Mistgabel und arbeitete weiter. Traurig verließ der Pastor den Hof. Es war sein erstes schweres Erlebnis in seinem neuen Amt. Der Pastor sprach kein Wort über den Vorfall im Erlenhof, umso lauter höhnte der Bauer in den Gasthäusern der Nachbarstadt. Bald wusste es jeder im Dorf und war empört über die Ungehörigkeit des Bauern. Trotz seiner kirchenfeindlichen Haltung, zeigte der Bauer noch ein kleines Interesse an der Kirche. Dieses bestand darin, an jedem Silvesterabend einen Knecht in die Kirche zu schicken, um dort 52 einzelne Pfennige abzugeben.

Gottfried: Herr Pastor, hier bringe ich die 52 Sonntägliche Pfennige von meinem Herr Bauer, sie sollen es in den Gotteskasten werfen, denn das pflegt er jeden Silvesterabend zu tun, so habe es sein Vater immer getan.

Pastor2: Bringen sie das Geld ihrem Herrn zurück. Wir können es nicht brauchen,  das bringt doch keinen Segen. Sagen Sie ihm, er möge das Geld weiterhin für sich behalten.

-Musik-

Autor: Die Erntezeit war gekommen. Auf den Feldern stand dieses mal eine gute Ernte. Nach alten  Sitten waren alle Bauern zum Gottesdienst gekommen, um bei Beginn der Ernte dem Herrn zu danken und um gutes Wetter für die Einbringung der Ernte zu bitten. Es fehlte nur einer, der Erlenhofbauer. Während die Kirchenglocken über die Felder dahin klangen, schickte der Bauer seinen Knecht Gottfried mit einer Mistschleife voller Dung zum Feld hinaus. Er selbst holte sich seine besten Pferde und spannte sie vor seine neue Dreschmaschine, die das Getreide zugleich in Garben band und hinter sich warf. Wenn die  andern Bauern aus der Kirche kamen, sollten sie den Erlenhofbauer mit seiner neuen Maschine mähen sehen und neidisch werden. Er prahlte vor seinem Hofgesinde.

Bauer: Ist es nicht ein nettes Ding? Solch eine Maschine haben unsere Bauern noch nicht gesehen. An der äußersten Grenze fange ich an zu mähen. Die Augen sollen den Bauern aus dem Kopfe fallen vor Neid.

Autor: Pfeifend fuhr der Bauer aufs Feld hinaus. Wenn der Gottesdienst geschlossen wurde, mussten die Kirchengänger am Feld, wo er mähte, vorbei kommen. Ob sie wollten oder nicht, sie würden stehen bleiben müssen und seine neue Maschine und deren moderne Arbeitsweise bewundern.

-Musik-

Der Knecht war inzwischen zum zweiten mal mit der Mistschleife aufs Feld hinausgefahren und wollte bereits umkehren, da sah er plötzlich in der Ferne die Pferde seines Herrn dahinjagen. Der Knecht bestieg sein Pferd und eilte zum Kornfeld hinüber. Vergeblich suchte er den Erlenhofbauer. Es gelang ihm mit Mühe, den beiden Pferden in die Zügel zu fallen und sie zum Stehen zu bringen. Zitternd und schweißfließend standen sie vor dem Knecht, als habe der Tod ihre Zügel geführt. Die Mähmaschine hatte die Pferde in einem rasenden Tempo mit noch arbeitendem Schneidewerk hin-ter sich geschleppt. Blutig ist die Mähmaschine, Fleischstücke hängen zwischen den Messern, von dem Bauer ist nichts mehr zu sehen. Nur einzelne Körperteile lagen umher, ein entsetzlicher Anblick! Was war geschehen? Niemand war Augenzeuge des Unglücks gewesen. Gerade war der Gottesdienst zu Ende und laut schreit der Knecht den nahenden Leuten zu.

Gottfried: Ein Unglück!!! (Musik-Akkord) Ein schreckliches Unglück! Dort liegen die Stücke unseres Bauern.

Autor: Die eingehende Untersuchung ergab folgendes: Gleich nachdem der Erlenhofbauer angefangen hatte zu mähen, musste sich das rechte Pferd von der Mähmaschine gelöst haben. Ohne die Messer der Maschine abzustellen, war der Bauer von seinem Sitz gesprungen, zwischen die Maschine und die Pferde, um das Pferd anzubinden. In diesem Augenblick zogen die Pferde an und rasten mit voll arbeitender Maschine davon. Statt der Garbe lagen hinter der Maschine die zerstückten Teile des Bauern. Unter den Gottesdienstbesuchern befand sich auch der Polizeibeamte. Der nahm sofort das Protokoll auf, benachrichtigte die hierfür zuständige Kommission und sperrte das gesamte Feld ab. Am Nachmittag war die Untersuchung abgeschlossen.

Polizist: Gottfried! Die Untersuchung ist abgeschlossen. Sorgen sie dafür, dass die Leiche sofort auf den Erlenhof geschafft wird.

Autor: Gottfried lud die zerfetzten Stücke seines Herrn auf die Mistschleife, deckte ein Zelttuch darüber und fuhr damit zum Erlenhof. Hier wartete bereits der Tischler mit dem Sarg. Still wurde, was vom Erlenhofbauer noch übrig geblieben war, in den Sarg gelegt und das Zeittuch darüber gedeckt. Als man den Sarg schließen wollte, rief Gottfried:

Gottfried: Halt, nicht zunageln! Hier bringe ich ein  Spiel Karten. Er hat zu mir gesagt, wenn ich einmal tot bin, will ich meine Karten bei mir haben! Es ist mein Gesangbuch. Dann wird’s mir in der Hölle nicht so langweilig werden.

Autor: Die Behörde hatte die sofortige Beisetzung der Leiche angeordnet. Als es dunkel geworden war, schleiften zwei Knechte den Sarg ihres Herrn zum Friedhof hinaus und senkten ihn alsbald mit Hilfe des Totengräbers in einer Ecke des Gottesackers in die Erde. Wie einen Hund auf der Schleife, gerade so, wie es der Bauer einst dem Pastor über sich heraufbeschworen hatte. Niemand von den Angehörigen des Bauern war zugegen. Als die Leiche verscharrt war, ging der Pastor zum Friedhof hinaus und traf dort den alten Totengräber, der die Geräte gerade wegräumen wollte. Als er den Pastor sah, fragte er:

Toteng.: Stimmt es, Herr Pastor, das einst zum Erlenhofbauern gesagt haben: „Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten?“

Pastor2: Ja damals, als ich den Bauer besuchte und über Gottes Wort reden wollte, damals war es die einzige Antwort, die ich ihm geben konnte. Er hat sich selbst das Gericht gesprochen.

Autor: Wie ein Schrecken ging die Kunde von dem plötzlichen Tod des Erlenhofbauern durch das ganze Dorf. Jeder sah es, dass Gott über sein Wort gewacht hatte. Selbst in den Gaststätten, in denen der Bauer seine gotteslästerlichen Reden zu halten pflegte, wurde es still. Mancher Spötter verstummte in dieser Zeit und fing an über Gott und Ewigkeit nachzudenken. Als die Kirchenglocken am nächsten Sonntag über die Felder dahin klangen, strömten die Leute zur Kirche. Manch einen, der sonst nicht zur Kirche kam, sah man an diesem Sonntag. Der Pastor predigte über das Wort „Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten, denn was der  Mensch sät, das wird er ernten.“

Liebe Zuhörer! Gott ist ein Gott der Liebe und Geduld. Auch mit einem jedem von uns hat er große Geduld gehabt! Und wenn du sagst: „Ich bin kein Spötter, so bist du vielleicht doch nicht bereit dem Herrn zu begegnen. Aber dazu werden dir alle Möglichkeiten geboten, und unsere Bitte ist: Nütze diese Möglichkeit aus, um glücklich hier auf Erden und einst ewig beim Herrn zu sein. Tue es, so schnell wie möglich. Die Zeit ist kurz. Denn es ist schon später als du denkst!!!

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Die Jähzorn Bauern (56KB)
Klicks: 201

PDF Creator    Sende Artikel als PDF an

No responses yet

Nov 17 2007

Entrückung

Geschrieben von Christ under Ewigkeit

Entrückung, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 12  Personen

Autor: Wie viele andere, so begeisterte auch Viktor von Kind auf die Technik. Besonders die Autos zogen ihn an. Am Anfang gab er sich keine Rechenschaft dar-über, warum es gerade das Auto war, aber mit 17 Jahren legte sich bei ihm die Meinung fest, dass der Beruf als LKW-Fahrer vorteilhaft sei, denn man brauchte nicht schwer zu arbeiten und habe dennoch ein gutes Einkommen. Schon in seiner Kindheit hatte er viel davon gehört, wie die Fahrer „schwarz“ verdienten, und dies lockte ihn sehr. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, um jeden Preis eine Arbeitsstelle als Fahrer zu bekommen. Und er hatte dieses Ziel auch erreicht. Stolz sah er auf die Vorübergehenden, wenn er hinter dem Steuer saß. Besonders hochmütig wurde er dann, wenn sich die Taschen mit Geld füllten. Die Geldliebe, eine Wurzel alles Bösen, hatte ihn so gefangen genommen, dass er sich bald gar nicht schämte an all den schmutzigen Geschäften teilzunehmen.
Als der Sommer kam, reiften bei Viktor viele Pläne, um ans große Geld zu kommen. Seine Freunde aber waren mit ganz anderen Dingen beschäftigt, sie kamen zusammen, studierten Gottes Wort und bereiteten sich auf die Taufe vor. Viktor fühlte auch ein inneres Verlangen dazu, aber seine Arbeit und die Dienstreisen hielten ihn ab, an diesen Gemeinschaften teilzunehmen. Er wurde aber dennoch zur Taufe zugelassen, obwohl er nur schlecht vorbereitet war. Einige Wochen nach der Taufe verurteilte ihn sein Gewissen und er sagte sich von den Geschäften ab.
Nach einiger Zeit wollte Viktor heiraten. Obwohl er viel Geld dazu brauchte, verdiente er es nur auf ehrlichem Weg. Die Schwester, die Viktor heiraten wollte, war eine wahre Christin. Nachdem ihr Vater gestorben war, wurde sie von der Mutter im Sinne des Verstorbenen erzogen. Der Vater war ihr geistliches Vorbild gewesen, seine Treue und Liebe zum Herrn hatten sich tief in ihrem Herzen eingeprägt.
Sie erzitterte innerlich, wenn man ihr von den Geschäften erzählte, die Viktor getrieben hatte. Alleine, in der Stille betete sie inbrünstig für ihren Mann, dass er sich doch nicht wieder in die alten Geschäfte verwickelte. Durch ihre Beobachtungen konnte sie sehen, dass ihre Gebete nicht vergeblich waren. Es vergingen zwei Jahre. Dem jungen Paar wurde ein Sohn geschenkt, dadurch kamen auch neue Sorgen in ihr Leben. Vera war aufgefallen, dass ihr Mann immer länger nach der Arbeit ausblieb. Und was noch besorgniserregender war, dass er immer öfter sonntags in eine Dienstreise geschickt wurde. Bald darauf meldete sich Viktor von dem Dienst im Chor ab, weil er nicht zur Übstunde kommen konnte, und auch die Gottesdienste besuchte er immer seltener.
Eines Tages kam er sehr spät von der Arbeit nach Hause, Vera nahm an ihm den Geruch von Alkohol war.

Vera: Was soll das, Viktor? Ist es wahr, oder irre ich mich?

Viktor: Was ist denn?

Autor: Vera beruhigte sich, und hielt es für einen Irrtum, doch solches wiederholte sich immer öfter. Sie machte sich viele Sorgen darum, wohin das wohl führen würde. Am Anfang weinte sie alleine im Geheimen, aber später auch vor ihrem Mann.

Viktor: Wozu die Tränen? Du sitzt hier zu Hause und weißt nicht, woher das Geld kommt. Versuch es doch mal selber, dann würdest du etwas anderes sagen. Wir hatten mit dem Bauleiter ein Geschäft abgewickelt, jetzt mussten wir darauf einen trinken, um Missverständnisse zu vermeiden, aber das war ja nur ein bisschen.

Vera: Und wenn man das in der Gemeinde erfahren wird?

Viktor: Wenn du das nicht sagen wirst, wie sollen sie das denn erfahren?

Autor: Vera schwieg, denn sie wollte die Beziehung zueinander nicht zerstören. Sogar für eine Kleinigkeit konnte Viktor sie so anschreien, dass sie es kaum ertragen konnte. Die Bibel hatte er fast vergessen, die Gottesdienste besuchte er nur ab und zu, das Gebet wurde immer kürzer und seltener. Oft ging er schlecht gelaunt ins Bett, und morgens fuhr er auch ohne Gebet weg. Wenn seine Frau ihn daran erinnerte, so verschlechterte sich nur sein Verhalten ihr gegenüber.

Vera: Viktor, wann denkst du daran, dich zu ändern? Es wird doch fast in jeder Predigt erwähnt, dass wir in der letzten Zeit leben. Wir müssen immer bereit sein. Beunruhigt dich das nicht?

Viktor: Vera, wie bist du nur so komisch. Bin ich denn als einziger so? Da sind noch andere, die mit mir arbeiten. Womit sind Stefan und Peter denn besser als ich?

Vera: Ja, Viktor, du weißt auf wen du zeigen kannst. Warum siehst du nicht auf Martin oder auf Georg?

Viktor: Ja, jetzt fängst auch du noch an. Sei unbesorgt, ich habe noch Zeit.

Autor: So waren noch drei Jahre vergangen. Viktor war nur freundlich, wenn seine Frau keine Fragen über seinen geistlichen Zustand stellte. Vera weinte während dieser Zeit sehr oft. Ihre Schönheit war geschwunden, im Gesicht machten sich erste Falten bemerkbar, nachts konnte sie kaum schlafen, schreckliche Träume ließen sie oft erwachen. Ihr müdes Herz fand keine Ruhe. Ihr einziger Trost waren die Gebete. Abends, wenn alle anderen schliefen, suchte sie ihre Zuflucht im Gebet.
Nach einem Gottesdienst wollte der Älteste noch mit Viktor sprechen, aber er hat ihn so abgefertigt, dass der Bruder schwieg. Als Georg ihn ansprechen wollte, sah Viktor ihn so an, dass auch er schwieg. Nur Martin klopfte ihm auf die Schulter und sagte:

Martin: Mutig bist du, Viktor! Aber du solltest vielleicht die Kosten überschlagen.

Autor: Mit hängendem Kopf ging Viktor nach Hause. Die Zeit verging. Viktor wurde mit Georg auf eine Dienstreise geschickt. Vera freute sich, dass er diesmal nicht alleine fuhr. Sie hoffte, dass die Anwesenheit von Georg ihrem Mann vom Schlechten abhalten würde. Aber Viktor wurde davon nicht beeindruckt. Er schämte sich nicht, die anvertraute Arbeit liegen zu lassen und andere Geschäfte zu machen. Um das Ganze dann zu vertuschen, lud er den Vorgesetzten zum Essen ein. Georg aber befahl er, den Mund zu halten.

Georg: Nein, Viktor, so geht es nicht weiter. Wir haben lange Geduld mit dir gehabt. Wenn ich jetzt nach Hause komme, bringe ich diese Frage vor die Gemeinde.

Viktor: Von mir aus, wenn du eine lose Zunge hast. Und was mich angeht: Ich habe keine Angst, denn ich bin schließlich kein kleiner Junge mehr und weiß, was ich antworten soll. Ich bin ja nicht der einzige, der es so macht. Es gibt einige, die noch schlimmer sind als ich.

Autor: Die Dienstreise ging zu Ende. Viktor und Georg machten sich für die Abreise fertig.

Georg: Was hast du auf deinen LKW geladen?

Viktor: Ich hab mir nur etwas mitgenommen, die Reise muss sich ja schließlich bezahlt machen. Ich bin kein Feigling!

Georg: Viktor, ich verstehe dich nicht. Fürchtest du Gott nicht?

Autor: Der Tag neigte sich zum Abend, die Lkws kamen immer näher zur Stadt, und ließen eine dicke Staubwolke hinter sich. Georg überholte Viktor und beschleunigte die Fahrt.

Georg: Wie gut, dass ich bald zu Hause bin. Ich bin so müde. Auch die Gottesdienste habe ich während dieser Reise sehr vermisst. Vielleicht schaffe ich es, noch rechtzeitig zum Gottesdienst zu kommen.

Autor: Viktor blieb mit seiner Last hinten, Georg fuhr immer schneller der Stadt entgegen. Er wollte so schnell wie möglich zu Hause sein. (Musik) Auf einmal erleuchtete ein helles Licht den ganzen Himmel: wie ein Blitz, von Osten bis nach Westen, alles wurde hell. Georg erschrak und trat in die Bremse. Das Auto blieb stehen und er schaltete den Gang aus. Er machte die Augen zu und fühlte, dass mit ihm etwas unerklärliches passierte. Es schien ihm, als ob er vom scharfen Bremsen die Besinnung verlor. Und dann, welch ein Wunder: er konnte es selber nicht fassen, er sah kein Auto mehr, auch keine Straße.
Dann ertönte in der Höhe der liebliche Gesang der Engel. „Lasset uns freuen und fröhlich sein, und dem Herrn die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist angebrochen und die Braut hat sich geschmückt“.
Georg, erfüllt mit einer unbeschreiblichen Freude, schwebte immer höher dem Herrn entgegen und wiederholte: Bald bin ich zu Hause. Ich bin so müde.
Als Viktor das Auto von Georg eingeholt hatte, konnte er nicht begreifen was geschehen war. Das Auto stand am Straßenrand, aber Georg selbst war nirgends zu sehen. Er schaute überall nach, im und unter dem Auto, aber er konnte niemanden finden. Ganz in Gedanken versunken, blieb er stehen.

Viktor: Wo ist er denn geblieben, was soll das heißen?

Autor: Es wurde schon Abend und keiner kam. Viktor nahm das Auto von Georg ins Schlepptau, setzte seinen Praktikanten ans Steuer und fuhr in die Stadt. Er fuhr ganz langsam, viele trübe Gedanken beunruhigten seine Seele. Das Herz schlug in ihm so, als ob es kein Herz wäre sondern eine Hammer.

Viktor: Vielleicht hat die Entrückung der Gemeinde stattgefunden?

Autor: Viktor versuchte mit aller Kraft diese Gedanken zu verdrängen, aber ohne Erfolg. Der Gedanke daran ließ ihn erzittern, obwohl er kein Feigling war. Seine Unruhe stieg noch mehr, als er in der Stadt einen stehen gebliebenen Bus sah, den seine Frau Vera normalerweise fuhr. Die Menschen erzählten, dass der Bus auf einmal stehen geblieben und die Fahrerin verschwunden sei. Von den schweren Gedanken, die ihn plagten, und der inneren Aufregung, bekam er Kopfschmerzen. Langsam fuhr er das Auto in die Garage. Dort angekommen, wollte er gleich alles seinem Vorgesetzten beichten, doch ein anderer war ihm zuvor gekommen. Im betrunkenen Zustand erzählte er lachend, dass der vollgeladene LKW von Georg bei der Brückenauffahrt stehen geblieben sei, und den anderen den anderen den Weg versperrt habe. Als sie dann zum Fahrzeug gekommen waren, war der Motor aus und der Fahrer weg. Viktors Herz wollte beim Zuhören aller Geschehnisse zerreißen. Als er selbst alles berichtet hatte, eilte er nach Hause, um genau zu erfahren, was mit seiner Frau geschehen war. Als er durchs Tor ging, hörte er, wie der Vorgesetzte lachend sagte:

Chef: Die Christen verschwinden auf einmal alle, jetzt sind wir endlich von ihnen losgekommen.

Autor: In seiner Aufregung und Eile hatte Viktor von seiner Ladung vergessen, die er unterwegs hätte verschwinden lassen, aber auf keinen Fall mit in die Garage bringen sollen. Nachdenklich blieb er stehen.

Viktor: Was soll ich jetzt tun, zurücklaufen und die Ladung verschwinden lassen, oder nach Hause gehen, um rauszufinden, was mit Vera geschehen ist.

-Musik-

Autor: Einen Moment stand er unentschlossen da, dann ging er nach Hause. Die Haustür war verschlossen, seine Frau und die Kinder waren nicht da, obwohl alle Sachen auf ihrem Platz waren. Der schwarze Kater schlief ruhig an seinem Ort. In seiner Aufregung wollte er schon bei dem Kater nach dem Verbleib seiner Familie fragen. Doch dann schien es ihm, als ob es nicht ein Kater sondern selbst Satan wäre, der sich über die Not des Hausherren freute. Viktor ging aus dem Haus, und macht sich auf den Weg zum neuen Ältesten. Der frühere wurde aus unerklärlichen Gründen entlassen und ein neuer wurde vom Kreis geschickt. Als Viktor an die Haustür klopfte, machte ihm ein kleiner Mann mit fragenden Augen die Tür auf. Während Viktor sprach, bemühte sich der Mann, seine Aufregung nicht zu zeigen. Dann versicherte er ihm, dass aus dem Kreis keine Vorwarnung gekommen sei. Aber mit dieser Antwort war Viktor nicht zufrieden. Draußen begegneten ihm die Frau und die Mutter vom Peter, die von einer Geschäftsreise zurückgekehrt waren. Und sie berichteten auch, was mit ihnen unterwegs geschehen war.

Mutter: Wir fuhren mit dem Zug nach Hause, auf einmal schrie eine Frau auf und sagte, dass ihr Mann in einem Nu verschwunden sei Als der Mann nicht gefunden wurde, sollte der Zug weiterfahren. Doch dann bemerkte man, dass der Lokomotivführer und sein Gehilfe auch weg waren. So musste jeder selber zusehen, wie er nach Hause kam.

Autor: Auch wenn die Sonne noch nicht ganz untergegangen war, so war es nach Viktors Meinung doch schon alles dunkel. Er entschloss sich zum früheren Ältesten zu gehen, zu dem er so unfreundlich gewesen war. Der Bruder, der von allen geschätzt wurde, wohnte etwas weiter weg. Er verdiente seinen Lebensunterhalt am Werktisch. Doch jetzt war da keiner zu sehen, nur zwei unfertige Hocker standen neben dem Tisch. Das Haus war auch leer. Auf dem Weg dahin sah Viktor, wie sich einige Männer und Frauen in kleinen Gruppen versammelten und aufgeregt über etwas sprachen. Aber jetzt war alles klar: …der Herr war gekommen und hatte seine Gemeinde zu sich entrückt! Er wollte schreien, brachte aber keinen Laut hervor. Seine Brust war wie zugeschnürt. Er fiel besinnungslos zu Boden.
Als er wieder zu sich kam, war es schon ganz dunkel geworden, ein kühler Wind wehte vom Fluss her. Die umliegenden Häuser waren hell beleuchtet, nur im Hause des Ältesten war es dunkel. Als Viktor die Augen aufmachte, sah er den neuen Ältesten mit seiner Frau, Andreas und Peter mit seiner Frau und Mutter und noch einige neben sich stehen. Jeder beeilte sich so schnell wie möglich, das zu erzählen, was er wusste. Manche Familien waren ganz verschwunden, andere nur zur Hälfte, wieder andere waren ganz zurückgeblieben. Es gab auch solche, die die Weinenden zum Spott machen wollten, aber es gelang ihnen nicht so recht. An diesem Abend hörte man kein Geschrei, keine Lieder, keine lauten Gespräche. Einige hatten sich im Hause des früheren Ältesten versammelt. Sie saßen alle ganz still und schauten nach oben, als ob sie sich wünschten, ihre Brüder da zu sehen oder wenigstens eine schmale Tür durch die man hineingehen könnte. (Musik) Alles war umsonst. Am dunklen Himmel schimmerten nur einige Sterne, als ob sie um die Zurückgebliebenen trauerten. Die Anwesenden fielen auf ihre Knie, und ein herzzerreißender Schrei kam aus ihrer Brust heraus: Herr, Herr, öffne uns! Willst Du dich nicht über uns erbarmen? Wie viele Jahre haben wir den Spott der Welt ertragen, verschiedene Angriffe und Vorwürfe. War das denn alles umsonst!? Herr, sei uns gnädig, erhöre uns! Aber es kam keine Antwort. Sie schrieen so lange, bis sich der Mond am Himmel zeigte, als ob er sagen wollte: Zu spät! Die Sterne und das leer gewordene Haus wiederholten: Zu spät, zu spät, zu spät für immer.
Die kleine Gruppe hatte das Haus des Ältesten noch nicht verlassen. Als sie sich alle etwas beruhigt hatten, fing die Frau des neuen Ältesten als erste an zu sprechen:

Frau: Ich kann das einfach nicht verstehen, sie waren alle gläubig, gingen zum Gottesdienst, ertrugen Spott und Hohn der Leute, aber wie war es denn mit uns? Ich z.B. war fast immer auf dem Gottesdienst, habe im Chor Solo gesungen, manchmal auch Kranke besucht. Warum bin ich denn zurückgeblieben? Und warum ist mein Mann geblieben? Er ist doch der Älteste, und wie er gepredigt hat, das war doch nicht mit jenen Ungebildeten zu vergleichen!?

Viktor: Ich denke, das liegt daran, dass wir zwar Gläubige waren, aber nicht auf den Herrn gewartet haben. Meine Frau Vera hat mir oft gesagt, dass der Herr bald kommt. Ich war dem Knecht ähnlich, der sagte: „Mein Herr kommt noch lange nicht.“ Ich wusste, dass der Herr kommen würde, die seinen abzuholen, aber ich dachte, es würde noch nicht bald geschehen.

Ältester: Ich habe viel im Buch der Offenbarung gelesen und nach meiner Berechnung war das Kommen des Herrn noch weit entfernt. Aber wie tief habe ich mich geirrt. Meine Frau und ich waren auch keine Wartenden auf den Herrn.

Viktor: Und ich war immer mit der Fahrt in die Großstadt beschäftigt und hatte keine Zeit darüber nachzudenken. Zum Abendmahl und zu Festen bin ich noch gekommen, aber sonst hatte ich keine Zeit. Ich wollte gerne ein Haus haben und dazu braucht man viel Geld.

Ältester: Wir dachten an unser irdisches Haus aber für das himmlische hatten wir keine Zeit.

Autor: Dann krähte auf einmal ein Hahn und das Gespräch war beendet. Es ging ihnen so, wie Petrus: sie wollten nur noch bitterlich weinen. Der Sonntagmorgen und auch der ganze Tag war sehr trüb. Es wehte ein kalter Wind mit Nieselregen. Jedoch gingen an diesem Tag viele Menschen zum Bethaus. Als letzte kam der Älteste mit seiner Frau. Alle Anwesenden schwiegen, sie sahen auf den Ältesten und erwarteten von ihm einige Erklärungen. Aber er schaute sie alle verständnislos an. Es war keiner da, um den Gottesdienst durchzuführen; keine Prediger, kein Chor, kein Dirigent. Die Versammelten fingen an miteinander zu reden. Einige bekannten offen ihre Sünden und Vergehungen, wegen denen sie meinten zurückgeblieben zu sein.

Mann: Dass ich nicht bereit wäre, ist mir nie in den Kopf gekommen. Ich verstehe das auch jetzt noch nicht. Vielleicht war der Grund dafür, dass ich sehr wenig zum Gottesdienst kam. Aber es kam immer etwas dazwischen, einmal die Arbeit, dann die Gelegenheit noch etwas dazu zu verdienen, diese Gelegenheiten wollte ich nicht verpassen. Wenn ich doch die Zeit zurückholen könnte, dann würde ich alles anders einrichten.

Autor: Er ließ den Kopf hängen. Tränen rollten ihm übers Gesicht.

Julia: Ich weiß auch nicht, weshalb ich geblieben bin. Die Gottesdienste habe ich nicht schlechter als die anderen besucht. Ich war auch im Chor, alle wissen wie ich gesungen habe. Das einzige, das nicht gut war, war mein schnelles Beleidigtsein. Manchmal konnte ich wegen einer Kleinigkeit so hochfahren, dass mein Georg nur schwer aufatmete. Und wo ist er jetzt? Gestern habe ich auf ihn gewartet, er hatte versprochen nach Hause zu kommen, und ist immer noch nicht da.

Viktor: Ich wollte dich nicht aufregen. Gestern, als wir zusammen nach Hause gefahren sind, stand sein LKW auf einmal am Straßenrand, aber er war nirgendwo zu finden, da habe ich es begriffen, dass der Herr ihn zu sich genommen hatte.

Julia: Ist das wahr?
Viktor:  Ja!

Julia: Ich warte hier auf ihn, und er ist schon bei dem Herrn. Einer wird genommen, der andere zurückgelassen.

Viktor: Bei mir ist das genauso.

Anna: Ich habe nicht schlechtes getan. Ich wünschte auch nie jemandem etwas Schlechtes. Aber meine Zunge ist an allem schuld. Ich wollte immer alles wissen und erzählte es weiter. Wenn ich doch lieber stumm währe, als so gesprächig.

Autor: Sie weinte bitterlich. Draußen tobte ein Unwetter, große Regentropfen schlugen ans Fenster, als ob sie die Tränen der Unglücklichen noch vermehren wollten. Jeden quälte nur das eine: Warum haben wir die kostbare Zeit verscherzt, als man noch umkehren konnte?
Wer kann in unsrer Zeit die Tiefe der Not dieser Menschen ermessen. Sie standen schon einige Jahre im Glauben, haben Spott und Hohn von der Welt ertragen, um Christi Willen gelitten. Aber jetzt waren sie lau geworden, haben aufgehört zu wachen, und waren nicht bereit zum Kommen des Herrn.

Lieber Zuhörer! Wie steht es um dich? Bist du bereit Jesus zu begegnen, oder bist du auch lau geworden, und musst einst beschämt dastehen?
Eile zu Jesus, bevor die Gnadentür verschlossen ist!

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Entrückung (48.5KB)
Klicks: 211

PDF Drucker    Sende Artikel als PDF an

No responses yet

« Prev - Next »

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de