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Apr 25 2009

Paul

Geschrieben von Christ under Evangelisation, Gottes Wort

Paul, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation und Gottes Wort für 17 Personen

Erzähler: Wir schreiben das Jahr 1897. In einem armem Dorf Russlands, genannt Sosnovka, wohnte die Familie Tichomirow. Tichomirow heißt buchstäblich Stillenfriedner. Die Familie bestand aus Vater, Mutter und zwei Kindern: Schura, die 10-jährige Tochter und Paul, dem 8-jährigen Sohn. Sie lebten trotz ihrer Armut zufrieden dahin. Doch nach einigen Jahren Missernte wollten einige Sosnower nach Sibirien umsiedeln, unter anderem die Familie Tichomirow.
Da die Vornamen der Eltern unbekannt sind, nennen wir sie Peter und Olga.

Peter: Hör mal Olga, im Dorf wird von einer Umsiedlung nach Sibirien gesprochen. Was hältst du davon?

Olga: Darüber lohnt es sich nachzudenken. Wir sind noch jung und kräftig und die Kinder sind auch schon größer, warum auch nicht? Ist es denn dein voller Ernst, Peter?

Peter: Ja, Olga. Durch die Missernten werden wir nicht reicher und das Ackerland wird auch nicht mehr, nur die Menschen im Dorf.

Olga: Ich hörte sogar, dass einige Männer losfahren wollen, einen geeigneten Platz zu suchen.

Peter: Das ist es ja gerade! Ich bin ja auch dazu auserwählt. Was sagst du denn dazu?

Olga: Hmm. Da kann man ja bald richtig stolz auf dich sein! Ich habe nichts dagegen. Wenn du möchtest, kannst du ja mitfahren.

Erzähler: Die Männer kamen nach 3 Monaten wieder und nicht erfolglos. Sie hatten im Gebiet Tomsk einen guten Platz gefunden. Nun wurden alle Vorbereitungen zur Fahrt getroffen, die per Eisenbahn erfolgen sollte. Im frühen Frühling ging es dann los. Einige Waggons des langen Zuges wurden von den Sosnowern besetzt. Die Reise war sehr beschwerlich. Der Zug fuhr langsam und stand oft lange still. Manchmal dauerte es Wochen, bis die Waggons auf einer Knotenstation Anschluss fanden. Das Teewasser auf den Stationen reichte nicht für so viele und das Essen in den Imbissstuben war für die armen Umsiedler zu teuer. So aßen sie oft Heringe oder Trockenfisch und tranken dazu Wasser. Die Folgen davon waren Magenerkrankungen und dann Cholera. Meistens waren die Erwachsenen davon betroffen. Vor Tomsk wurde auch Peter Tichomirow krank. Alle Anzeichen sprachen für Cholera. Nach einer ärztlichen Untersuchung auf einer Station sagte ein Beamter:

Beamter: Sie müssen den Zug wegen ansteckender Krankheit verlassen, Tichomirow, und in die Baracke dort gehen.

Schura: Papa, geh nicht, was sollen wir nur ohne dich machen!?

Paul: Papa, lass doch uns und Mama nicht allein!

Olga: Ach Peter wie soll es bloß weitergehen? Bleib doch!

Erzähler: Männer, die für diese Sache zuständig waren, führten den Vater ab. Natürlich verließen auch Mutter und Kinder den Zug um wenigsten zu erfahren, was mit dem Vater geschehen wird. Nicht weit von der Baracke entfernt, hinter einem Stapel Schneeschutzschilder ließ sich der Rest der Familie nieder um sich nach der Gesundheit des Vater erkundigen zu können. Diese wurde immer schlechter, und nach drei Tagen sagte die Mutter zu den Kindern:

Olga: Kinder! Papa liegt schon seit 3 Tage schwer krank in der Baracke, und nun bin auch ich von dieser Krankheit angesteckt worden. Oh Kinder, liebe Kinder, wie soll es bloß weitergehen?!

Schura: Mama! Lass dich nicht in die Baracke tragen! Papa ist schon weg, und was sollen wir dann ohne euch nur machen?

Olga: Ach Kinder, die Träger kommen schon. Oh Gott…!

Paul: Mama, Mama lass uns doch nicht allein!

Erzähler: Herzzerreißend war diese Szene, als die Träger gewaltsam die Kinder aus den Armen der Mutter rissen und die Mutter forttrugen. Sie ahnte, dass sie die Kinder nie wiedersehen würde. Dann verschwand auch sie in der Baracke. Die todunglücklichen Kinder liefen wie wahnsinnig um die Baracke herum und riefen:

Paul: Papa, Mama, kommt doch heraus! Wo sollen wir ohne euch hin?! Wir wollen ohne euch nicht leben!

Schura: Mama, Papa, wenn ihr nicht heraus könnt, dann lasst uns doch zu euch in die Baracke, dass wir mit euch sterben! Bitte, macht uns doch auf!

Erzähler: So liefen die Kinder bis spät am Abend um die Baracke, unbeachtet der Drohungen der Wächter, sie zu schlagen oder ihnen sonst noch etwas anzutun. Nur die kalte Frühlingsnacht zwang die Kinder zu ihrem Platz hinter den Schneeschutzschildern zu gehen, wo sie bisher mit der Mutter saßen. Doch was sahen sie:

Paul: Schura, wo ist mein Mantel? Ich friere so sehr.

Schura: Oh weh, Paul, alles ist weg! Es hat uns jemand bestohlen, alles ist weg! Oh Gott, was sollen wir jetzt tun!

Erzähler: Die Kinder setzten sich ganz nah zusammen, um nicht so sehr zu frieren. Schura machte es ihrem Bruder so bequem wie möglich, doch selbst schlief sie die ganze Nacht nicht, die ihr wie eine Ewigkeit vorkam. Früh morgens als Paul erwachte, liefen sie wieder zur Baracke, doch ein Diener sagte zu ihnen:

Diener: Kinder, kommt nicht mehr hierher, die Leiche eures Vaters haben sie schon herausgetragen und eure Mutter wird diesen Tag wohl auch nicht überleben. Geht nun endlich und seht zu, wo ihr bleibt!

Erzähler: Doch die Kinder ließen sich auch an diesem Tag nicht abdrängen, bis sie am Abend auch von Mutters Tod erfuhren. Sollten sie nie mehr Mutters Stimme hören? Bitter weinend kehrten sie zu den Schutzschildern zurück, schmiegten sich dicht aneinander und verbrachten so die kalte, lange Nacht. Auch Paul schlief diese Nacht nicht. Zu schrecklich war es ihm alles. Plötzlich rief er, als er einen Zug kommen hörte:

Paul: Schura, ich will ohne Papa und Mama nicht mehr leben! Komm wir legen uns auf die Schienen, wenn der Zug kommt, wozu sollen wir noch leben? Wer braucht uns? Wo sollen wir hin?

Erzähler: Paul ergriff seine Schwester am Arm und zog sie zu den Schienen. Schura war entsetzt. Sie umarmte Paul und rief außer sich vor Schmerz:

Schura: Um nichts in der Welt gehe ich, und lasse auch dich nicht! Es ist so schrecklich…

Paul: Lass mich dann allein laufen!

Erzähler: Kurz darauf fuhr der Zug vorbei. Paul rief laut weinend:

Paul: Warum hast du mich aufgehalten, Schura? Ich will nicht mehr leben!

Schura: Ach Paul, mein Bruder! Willst du mich denn allein lassen? Hör auf, denk nicht mehr ans Sterben, es ist zu schrecklich! Bleib bei mir und ich bei dir, Gott wird uns schon helfen, verzage nicht!

Paul: Nun gut, ich will gehorchen und bei dir bleiben.

Erzähler: Dann brach der Tag an. Die Kinder wollten wenigstens noch die Gräber ihrer Eltern sehen. Doch der Friedhofswärter sagte zu ihnen:

Wärter: Weiß ich denn, wo sie eure Eltern hingebracht haben. Außerdem kommen immer 10 bis 20 Cholerakranke in ein Grab.

Erzähler: Die Kinder standen nun da und schauten weinend auf die frischen Lehmhügel der Begrabenen, bis der Friedhofswärter sie mit folgenden Worten wegjagte:

Wärter: Wie lange wollt ihr hier noch weinen? Seht zu wo ihr bleibt! Ich kann eure Eltern ja nicht aus dem Grab holen!

Erzähler: Zu Tode entmutigt von all dem Erlebten, zudem noch hungrig und erschöpft, gingen die Kinder wieder zu den Schneeschutzschildern, die ihnen die einzige Erinnerung an die Mutter waren, und jetzt wie ein Stückchen zu Hause waren.

Paul: Schura, was wollen wir jetzt? Das bisschen, was wir zu Essen hatten, ist uns gestohlen worden, auch das wenige Geld; ich bin so hungrig und friere.

Schura: Ich dachte an die Baracken für Waisenkinder, aber dann müssen wir bestimmt auseinander.

Paul: Nur nicht das, bloß nicht, Schura! Wohin soll ich ohne dich? Ich will lieber mit dir sterben als ohne dich leben!

Schura: Lieber Bruder, verzage nicht, Gott wird uns schon nicht verlassen! Ich will bei dir bleiben.

Erzähler: Die Kinder beschlossen in eines der nächsten Dörfer zu gehen, um dort um etwas Essbares zu betteln. Da stand plötzlich ein uniformierter Mann vor ihnen und sprach sie grob an:

Beamte: Was macht ihr hier? Wer seid ihr, und woher kommt ihr?

Erzähler: Da die Kinder nicht gleich geantwortet haben, dass sie Waisen sind, befahl ihnen der Mann, ihm in ein Fürsorgeamt zu folgen. Dann passierte ihnen das Schlimmste, wovor sie sich sehr gefürchtet haben; sie kamen in die Baracken für Waisenkinder. Das bedeutete für sie Trennung, denn die Baracke der Mädchen war einige Bahnstationen von der Baracke der Jungen entfernt. Den Kindern brach das Herz, als sie nun gewaltsam voneinander gerissen wurden.

Schura: Onkel, lieber Onkel! Lassen sie uns doch zusammen. Mein Bruder ist noch so klein! Wer wird für ihn sorgen?!

Paul: Onkel, bitte Onkel! Schura! Ach, er führt mich ab! Neiin….

Beamte: Nun schweigt und geht endlich, sonst gibt’s was! Wollt ihr sonst verhungern?

Erzähler: Schura wurde mit dem nächsten Zug zur Baracke für Mädchen gebracht, während Paul zur Baracke für die Jungen gebracht wurde. Als man ihn in die Baracke brachte, wo schon etwa 300 Jungen wohnten, wurde er als Neuling nicht gerade sanft empfangen, ihm schauderte.
Schon nach einer Woche wurde das Barackenleben für Paul unerträglich. Tag für Tag die Schlägereien, Streit, Geschrei und die magere Krautsuppe. Er entschloss sich, zu fliehen, was jedoch nicht so einfach war. Niemand durfte ohne Erlaubnis die Baracken verlassen.

Paul:
Fort von hier, nur noch einmal fort! Heute ist die Nacht finster, heute muss es klappen. Ich will versuchen nach Hause zu kommen, wo ich im Fluss baden und Fische fangen konnte.

Erzähler: Paul setzte über den Bretterzaun und lief, fort, nur fort von der Baracke. Nach etwa 5 km fing dichter Wald an, und erst dort fühlte er sich etwas sicherer.

Paul: Wie gern würde ich Schura noch einmal sehen! Doch wenn sie mich dann wieder fangen und in die Baracke stecken – Nein! Fort, nur fort, aber nicht verirren.

Erzähler:
Paul achtete auf den Waldesrand, um nicht zu tief in den Wald zu kommen. Doch dann wurde er müde, legte sich unter einen Baum und schlief bald ein. Im Traum sah Paul sich wieder gefangen, wieder der alte Trubel, und dann rissen sie ihm den Mund auf und gossen ihm ohne aufzuhören diese widerliche Krautsuppe ein. Als er dann spät am Morgen erwachte, entschloss er sich weiter zu gehen und dann nach dem Weg nach Hause zu fragen. So ging er den ganzen Tag. Nur in ein Dorf kehrte er ein, um nach Brot zu betteln. Als es Abend wurde, ging Paul tiefer in den Wald, legte sich unter einen Baum und schlief bald ein. Früh morgens stieß ihn plötzlich jemand an und sagte schroff:

Räuber 1: He du, steh mal auf! Was machst du hier? Bist du allein, oder ist hier noch jemand?

Erzähler: Paul fuhr auf, und sah drei schwer bewaffnete Männer vor sich stehen. Erschrocken fragte er:

Paul: Muss ich wieder in die Baracke?

Räuber 2: Keine Angst Kleiner, wir tun dir nichts! Erzähle uns lieber, was du hier alleine machst.

Erzähler: Als Paul sah, dass es nicht Leute aus der Baracke waren, erzählte er ihnen alles, was er m den letzten Wochen erlebt hat.

Räuber 3: Du scheinst kein Feigling zu sein, Kleiner.

Räuber 1: Was wäre, wenn wir ihn mitnehmen würden?

Räuber 2: Ich dachte auch daran, er könnte sonst umkommen.

Räuber 3: Ich glaube er wird unserem Boss schon gefallen; ist nicht feige, weiß sich zu helfen und so…

Räuber 2: Er muss nur nach unserer Art erzogen werden.

Räuber 1: So Kleiner, du kommst mit uns mit, verstanden?

Erzähler: Paul bekam nun doch etwas Angst, darum ging er ohne etwas zu fragen mit.

Räuber 3: Na, du zitterst ja, keine Angst. Bei uns wirst du es besser haben als in der Baracke. Bei uns geht es lustig zu: Essen, Trinken, und nachts „arbeiten“ wir. Wenn du größer wirst, lernst du es auch.

Erzähler: Bald kamen sie auf eine kleine Wiese, wo auf sie ein Mann mit gesattelten Pferden wartete.

Räuber 4: Na, was habt ihr denn da gefunden?

Räuber 1: Komm jetzt, zu Hause erfährst du schon alles!

Räuber 2: Schnapp dir lieber den Kleinen aufs Pferd!

Erzähler: Nach einem langen Ritt auf krummen schmalen Pfaden blieben die Männer stehen, die Pferde verschwanden, und nach etlichen Minuten Fußmarsch durchs Dickicht standen sie plötzlich wieder auf einer Wiese, wo etwa 20, zum Teil bewaffnete Männer und einige Frauen waren. Alle schauten auf den Jungen.

Chef: Na, wo habt ihr den denn her?

Räuber 3: Fanden ihn im Wald. Seine Eltern sind tot.

Chef: Wie heißt du denn Junge?

Paul: Paul Tichomirow.

Chef: Paul bleibt Paul, aber Stillfriedner passt uns nicht. Du heißt jetzt Paul Pecher, verstanden? Du siehst nämlich so aus, zerlumpt und dreckig. So, und nun bringt den Jungen in Ordnung und gebt ihm etwas zu essen.

Erzähler: Paul wurde bald der Liebling aller Räuber und wurde auch nur Pecher genannt. Und bald vergaß er auch Sosnovka, denn das lustige freie Leben gefiel ihm. Nur um Schura trauerte er manchmal, er hielt sie sogar schon für tot. So wuchs Paul zum Räuber heran.
8 Jahre waren nun schon vergangen. Der nun 16-jährige Paul war für seine „gute Leistungen“ zum Gehilfen des Chefs ernannt worden. Die „Arbeit“ der Bande hielt die Menschen im Umkreis von etwa 100 km in Angst und Schrecken. Es wurde geraubt und auch oft gemordet. Die riesigen Urwälder boten sicheren Schutz für die Bande. An einem Herbstabend geschah dann folgendes:

Paul: 4 Mann zum Dienst!

Räuber 4: Wer soll es sein?

Paul: Du und die drei, die mich fanden.

Räuber 4: Alles klar!

Erzähler: An einer Landstraße setzten sie sich dann auf die Lauer.

Paul: Ein Fuhrwerk mit zwei Mann in Sicht! Solowjow und ich halten die Pferde auf, und ihr drei haltet die Männer in Schacht! Sollten sie schreien, macht ihr kurzen Prozess mit ihnen.

Erzähler: So wurden die beiden Männer beraubt und umgebracht. Sie hatten nur ein paar Rubel und 2 Bücher bei sich.

Räuber 3: Was machen wir mit den 2 Büchern, Pecher?

Räuber 1: Schmeiß doch das Zeug weg!

Räuber 4: Mensch, das ist doch gutes Zigarettenpapier!

Räuber 3: Ich stopf sie in meinen Sack.

Paul: Halt, die kommen in meinen Sack.

Erzähler: Nachdem man die geraubten Sachen des Tages durchgesehen hatte, nahm Pecher die zwei Bücher aus seinem Sack. Eines trug den Namen „Glaubensstimme“; es war ihm unbekannt. Das andere war ein „Neues Testament“; dieses Buch war ihm von zu Hause etwas bekannt. Pecher streckte sich auf seinem Bett aus und schlug aus Langeweile das Neue Testament irgendwo auf und las:

Paul: (Römer 3,11ff auszugsweise) Da ist nicht der gerecht sei, auch nicht einer,… Da ist niemand der nach Gott frage… da ist nicht der Gutes tue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab… Otterngift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße sind eilend Blut zu vergießen, auf ihren Wegen ist nur eitel Schaden und Herzeleid… Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.
Also gab es auch früher solche Leute wie wir, (nachdenklich) Ihre Füße sind eilend Blut zu vergießen…

Erzähler: Plötzlich sah Paul die flehenden Männer vor sich, die sie heute gefangen,
beraubt und dann ermordet hatten.

Paul: Was waren das wohl für Männer, und wozu hatten sie wohl dieses Buch?

Erzähler: Paul fing an im Neuen Testament zu blättern, in der Hoffnung irgendwelche Angaben über die Männer zu finden, doch vergebens. Auf der ersten Seite stand jedoch eine Inschrift:

Paul: 15. Mai 1898; der Tag meiner Bekehrung zu Gott. Jesus Christus vergab mir meine Schuld und wusch mich rein in seinem Blut… Was mag das wohl bedeuten?…

Erzähler: Paul blätterte weiter und las hier und da. Dann las er im 1. Korintherbrief:

Paul: (1 Kor. 6,9-11) Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben?… wie viel Greuel?… auch die Räuber werden das Reich Gottes nicht ererben. Und solche sind euer etliche gewesen, aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus… Merkwürdig…

Erzähler: Paul blätterte hin und her, las von Zachäus, dann kam er zu Lukas 23 und las von der Kreuzigung Jesu Christi. Er kam auf die Räuber, die auch am Kreuz hingen und las wie der eine Schächer sich richtete und Jesus bat:

Paul: „Herr gedenke mein, wenn du in dein Reich kommst! Wahrlich ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!…“  Kann dies möglich sein?

Erzähler: Paul legte das Buch weg und wollte einschlafen, doch immer wieder standen die zwei vor ihm, die so um ihr Leben gefleht hatten wegen ihrer Familien, und er…
Erst gegen Morgen schlief Paul ein und erwachte bald wieder, bedrückt und unruhig. Seine Mitgenossen merkten, dass mit Paul etwas nicht stimmte, doch er sagte nichts. Einige Tage ging er so umher, bis er endlich zu einigen von seinen Kollegen sagte:

Paul: Freunde, ich finde kein Ruhe mehr, seit jenem Abend, wo wir die zwei ermordet haben, die diese 2 Bücher bei sich hatten. Ich las in dem einen Buch, und es hat mich tief getroffen.

Erzähler:
Den Angesprochenen wurde auch schwer zu Mute.

Die Räuber unter sich

Räuber 1: Was muss das nur für ein Buch sein, dass einen Menschen so verändern kann?

Räuber 2:
Soll er uns das Buch doch geben, damit wir den Zauberkram verbrennen!

Räuber 4:
Nicht so hitzig Junge! Ich und andere wollen es erstmals lesen!

Räuber 3: Vielleicht liest uns Pecher daraus vor, wenn wir alle beisammen sind, oder?

Chef: Ein guter Vorschlag! Heute abend wird uns Pecher aus diesem Buch vorlesen.

Erzähler: Als sie dann alle beisammen waren las Paul vor; besonders die Stellen, die ihn so getroffen hatten. Plötzlich sprang Solowjow auf und rief aus:

Räuber 4: Ich kenne dieses Buch! Es ist das Neue Testament, meine Mutter ist Stundistin, sie las uns Kindern beständig daraus vor, so wie auch in der Kinderstunde, wohin sie uns immer führte.

Erzähler: Das Lesen dauerte eine Zeit. Zerschlagen ging jeder in seine Ecke. Keiner verstand wieso, jedoch jeder spürte die gewaltige Wirkung dieses Buches auf sich. Nun wurde immer wieder von Zeit zu Zeit aus diesem Buch gelesen. Nach etwa einem Monat nahm Solowjow sich den Mut und sagte vor allen:

Räuber 4: Genossen! Ich habe dieses Räuberleben satt, ich gehe von nun an den Weg, den Christus ging.

Paul: Ich gehe mit dir Bruder.

Erzähler: Man hatte die beiden schon vorher auf Knien weinen und beten gesehen. Doch da stand ein dritter auf:

Chef: Auch ich kann nicht mehr weiter, nehmt mich mit Brüder!

Erzähler: Was nun geschah ist nicht schwer zu erraten; die ganze Bande sagte sich los von ihrem grausamen Verbrecherleben und wollten nun ein neues Leben beginnen. Doch wie? Etwas versuchen gutzumachen? Unmöglich. Also sich den Behörden stellen. Jedoch hier teilten sich die Meinungen. Die meisten wollten einfach nur neu anfangen, doch Solowjow, Pecher und noch fünf andere wählten den härteren Weg. Als nun der Tag der Scheidung kam, standen alle gerührt da, da erteilte der Chef seinen letzten Befehl:

Chef: Pecher, lies uns zum Abschied noch einen Abschnitt aus dem heiligen Buch!

Paul: Von Herzen gern mein Bruder.

Erzähler: Paul las aus Matthäus 8 von den 2 Besessenen, wie sie so furchtbar waren, so das sich niemand in ihre Nähe wagte. Dann sagte er:

Paul: So sah es auch mit uns aus, doch genug des Verbrechens! Lasst uns jetzt Christus nachfolgen.

Erzähler: Mit diesen Worten fiel Paul auf die Knie und bat Gott noch einmal für alles um Vergebung und mit ihm die anderen alle. Ergreifend waren diese Gebete, als die Bande ihre Herzen und Hände zu Gott emporhoben. Dann trennten sich die 7 von den anderen mit den besten Segenswünschen und gingen zur nächsten Stadt, mit dem Ziel sich samt ihren Waffen den Behörden auszuliefern. Sie fanden mit Hilfe eines Polizisten bald das gewünschte Haus und baten den Adjutanten um eine Audienz beim Staatsanwalt. Verwundert betrachtete der Diener wie auch die anderen Anwesenden die 7 schwer bewaffneten Männer.

Staatsanwalt: (etwas aufgeregt) Was ist euer Anliegen, meine Herren?

Paul: Erlauben Sie mir Ihnen zu erklären wer wir sind!

Staatsanwalt: Bitte sehr, ich höre zu.

Paul: Wir alle sind Räuber, doch bitte keine Angst vor uns, denn wir sind gekommen unsere Verbrechen vor dem Gesetz und den Menschen zu bekennen und uns dem Gesetz auszuliefern. Handelt mit uns wie ein Rechtsstaat mit Verbrechern zu handeln hat.

Erzähler: Wie auf ein Kommando legten die 7 ihre Waffen auf einen Haufen. Der Staatsanwalt konnte sich kaum beherrschen, denn so etwas hat er noch nie erlebt. Er rief nun den Polizeimeister und einige andere Polizisten herbei um ein Verhör durchzuführen. Einige konnten kaum die Tränen zurückhalten als sie die ungezwungenen Bekenntnisse der Räuber hörten. Es war nicht schwer zu erkennen, dass den plötzlichen Wandel der 7 ehemaligen Räuber ausschließlich das Neue Testament erreicht hatte. Zum Schluss sagte Paul:

Paul: Ich heiße jetzt nicht mehr Pecher, sondern Paul Tichomirow. Ich will jetzt Gott und den Menschen dienen und will still die Strafe büßen, die ihr mir auferlegen werdet. Wir sind in euren Händen.

Erzähler: Dasselbe bestätigten auch die anderen. Die 7 wurden abgeführt, doch der Staatsanwalt und der Polizeimeister sprachen noch lange über diesen Vorfall. Zuletzt sagte der Staatsanwalt:

Staatsanwalt: Groß muss doch die Kraft dieses Buches sein, wenn es Menschen wie neu geboren macht.

Erzähler: Dann ging er nach Hause. Dort traf er seine Frau an.

Staatsanwalt: Denk dir Tanja was ich heute erlebt habe.

Frau: Was ist denn passiert?

Staatsanwalt: Stell dir vor: Ich sitze in meinem Büro und plötzlich stürmt mein Adjutant herein und meldet mir 7 bewaffnete Männer zu einem dringenden Gespräch an. Ich ließ sie eintreten, da sagte der eine: „Wir sind Räuber. Jedoch keine Angst, wir sind gekommen unsere Schuld zu bekennen und abzubüßen.“ Kannst du dir meine Gefühle vorstellen?

Frau: Das ist ja ein großartiges Wunder! Was hat sie denn dazu bewogen?

Staatsanwalt: Ein Buch.

Frau: Juri, ich bin doch deine Frau, wie kannst du…

Staatsanwalt: Tanja, ein Buch sage ich dir! Es heißt: „Das Evangelium“. Ich sagte schon zum Polizeimeister: Groß muss doch die Kraft dieses Buches sein, wenn es Menschen wie neu geboren macht.

Frau: Ich hab in dem Buch auch mal gelesen. (etwas nachdenklich) Ah, ich habs! Mit Jesus wurden auch 2 Räuber gekreuzigt, der eine tat ja auch Buße, aber was ist das gegen diese! Jener hing fest und hatte nur auf den Tod zu warten, aber diese waren doch frei! Ich verstehe nichts mehr. – Ein Buch, und solche Kraft?!

Erzähler: Dann ging Tanja in die Küche, um sich ums Abendbrot zu kümmern. Jury aber ging das Testament zu suchen. Er schlug zufällig das 12. Kapitel des Johannesevangeliums auf und las. Ihn interessierte manches, doch dann kam er zu Vers 31:

Staatsanwalt: „Jetzt geht das Gericht über diese Welt…“  Welches Gericht? „Und ich wenn ich erhöht werde von der Erde, soll ich sie alle zu mir ziehen.“ Erhöht?.. Also gekreuzigt?…

Erzähler: Erst verstand Jury das Gleichnis vom Weizenkorn nicht, dass es ohne zu sterben nicht Frucht bringen kann, doch jetzt spürte er plötzlich eine Kraft, die ihn zum Gekreuzigten hinzog und sein Herz erwärmte; wie ihm Jesus auf einmal so teuer wurde. Er hörte im Geist wie Jesus ausrief: „Es ist vollbracht!“ Da durchfuhr ihn der Gedanke:

Staatsanwalt: Ist das nicht die Kraft, die die Räuber umkehrte?

Erzähler: Er las weiter, doch bei Vers 47 wurde ihm selbst, als Richter, bange. (Zitternd liest er):

Staatsanwalt: „Wer mein Wort hört und glaubt nicht, den werde ich nicht richten, denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt selig mache.“
„Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon seinen Richter: das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage.“

Erzähler: Jetzt wurde ihm, als Richter, klar, warum die Räuber ihr gräuliches Verbrechen gelassen hatten. Dann kam Tanja:

Frau: Jury, das Abendbrot ist fertig! (sie sieht Jurys besorgtes Gesicht an und fragt) Was ist mit dir los, Liebling, was hat dich so bewegt?

Staatsanwalt: Ach Tanja, jetzt wird selbst ein Richter gerichtet. Hier, lies selbst!

Erzähler: Doch Tanja verstand weder das Wort, noch ihren Mann. Jury fand in dieser Nacht keine Ruhe. Immer wieder das Wort: “Mein Wort wird ihn richten am jüngsten Tage”. Selbst im Traum sah er sich gerichtet zur ewigen Gefangenschaft in der äußersten Finsternis, für seine Untaten. Gegen Morgen erzählte er der Frau alles, was er abends und nachts durchlebt und durchdacht hatte.

Frau: Ach Jury, du bist einfach übermüdet.

Staatsanwalt: Nein, mein Schatz. Ich bin nicht mehr der alte Staatsanwalt, ich werde mein Amt aufgeben.

Frau: (erschrocken) Aber Jury, du bist doch nicht verrückt?!

Staatsanwalt: Nein, das bin ich nicht! Und wenn ich verrückt bin, dann auf einen neuen Weg, wo Jesus mein Retter und Führer ist.

Erzähler: Nun war auch der Richter dem Gericht entgangen. Auch in den Zellen, wo die Räuber in Untersuchungshaft waren, tat Gott Wunder. Die orthodoxischen Priester klagten: Man sollte die Räuber isolieren, denn sie verführen die anderen zu einem anderen Glauben. Nach einem Jahr wurden sie gerichtet. Hier trat der ehemalige Staatsanwalt als Rechtsanwalt auf. Trotzdem wurden alle sieben für 10 Jahre zu Zwangsarbeit verurteilt, die sie auch ohne Widerspruch annahmen. Ihr letztes Wort nutzten sie aus, indem sie ihre Untaten beklagten und die Macht des Evangeliums rühmten. Und nicht vergeblich, denn in manch einem Herz fand die Saat fruchtbaren Boden. Alle wurden einzeln verschickt, nur Paul und Solowjow ließ man zusammen. Beim Abschied:

Paul: Liebe Brüder! Wir müssen uns nun trennen. Doch lasst uns im Geist immer zusammenbleiben! Lasst uns dem Herrn treu dienen und nicht schweigen von dem, was er an uns armen Sündern getan hat.

Räuber 1: O Paul und Solowjow, ihr seid die Erstlinge, die Stärksten; betet für uns, dass all das geschehe, was du gesagt hast, Paul!

Räuber 2: Ja Brüder, lasst uns fest und unbeweglich bleiben und zunehmen im Wort des Herrn, denn unsere Arbeit ist nicht vergeblich in Ihm!

Räuber 3: Ja, lasst uns treu bleiben bis in den Tod, auf dass wir die Krone des Lebens empfangen!

Erzähler: Danach trennten sich die Sieben. Paul und Solowjow kamen hinter den Bajkal. Sie ließen keine Gelegenheit ungenutzt, um den armen Gefangen das Evangelium zu bringen, und überall wo sie hinkamen fanden sie auch willige Zuhörer und gar mancher ergab sich völlig dem Herrn. Doch bei alldem vergaß Paul nicht sich nach den Sosnowern zu erkunden, ob er vielleicht auch seine Schwester Schura noch einmal finden könnte. Eines Tages sagte Paul zu Gregor Solowjow:

Paul: Ach Gregor, ich sehne mich manchmal so nach Schura! Wieviel gäbe es zu erzählen, und vor allem, dass ich gerettet bin! Ob sie noch lebt?

Gregor:
Mir geht es ähnlich, aber mit Mutter. Wie würde sie sich freuen, ihren Sohn gerettet wiederzusehen! Aber wir wollen Gott vertrauen. Er kann Wunder tun!

Erzähler: Und wirklich! Nach einigen Jahren wurden die beiden aufgrund eines Staatsereignisses amnestiert. Schwer war der Abschied von all den gläubig gewordenen im Gefängnis. Ähnlich dem, als sich die Sieben trennten. So gingen Paul und Gregor zu Fuß los. Ihr erstes Ziel war Tomsk-Irkutsk, doch ihre Herzen trieb es weiter nach Westen in die Gegend der Heimat. Überall, wo sie übernachteten oder den Sonntag feierten, erzählten sie von ihrer Vergangenheit, ihrer Bekehrung und ihrem Leben in Christus, was hohes Interesse bei jung und alt hervorrief und manches Herz erwärmte. In einem Dorf ergaben sich an einem Sonntag etwa 30 Seelen dem Herrn, worüber die Freude der Gemeinde groß war. Paul und Gregor wanderten immer in der Nähe der Bahn. Gern hätte Paul die Station noch einmal gesehen, wo er soviel durchlebt und durch litten hatte, doch er wusste den Namen nicht mehr. Da seufzte er auf:

Paul: Ach meine Lieben! Ihr habt mich verlassen, nun muss ich allein auf der Welt sein.

Gregor: Ach Paul! Auch Christus hatte nicht wo er sein Haupt hinlegen konnte, obwohl er Mutter und Geschwister hatte.

Paul: Danke Gregor, du machst mir Mut, und zu dem sind wir ja zu zweit. Und doch möchte ich Schura noch sehen!

Gregor: Weißt du Paul, wenn Gott durch uns schon so viele Seelen errettet hat, dann kann er auch dies noch tun.

Erzähler: Es wurde Abend. Paul und Gregor kamen an ein Städtchen nahe der Bahn und kehrten dort ein. Sie fragten nach Gläubigen, da wurde ihnen ein schönes Häuschen gezeigt. Dort gingen sie hin. Auf dem Hof spielten zwei Kinder, und weiter hinten war die Hausfrau mit etwas beschäftigt.

Paul: Hallo, liebe Frau! Wir sind Gläubige, würden Sie uns für diese Nacht beherbergen?

Schura: Oh ja. gerne! Für Brüder finden wir immer Platz.

Erzähler: Eilig rief die Frau ihren Mann, der weiter hinten im Garten arbeitete.

Schura: Alex, wir haben Gäste! Es sind Brüder. Komm, führe sie ins Haus, und ich will mich ums Abendessen kümmern.

Alex: Kommt Brüder, seid bei uns herzlich willkommen! Es soll euch bei uns gut gehen.

Erzähler: Die Männer waren bald in einem lebhaften Gespräch vertieft, während die Frau den Tisch deckte. Was erwartete da nur die müden und hungrigen Wanderer: Weißbrot, Butter, Sahne und Milch, Gebäck, Marmelade, Eier und vieles mehr.

Schura:
Kommt ihr Lieben. Der Tisch ist gedeckt!

Alex:
Ja, liebe Brüder, kommt zum Mahl. Gott hat uns reich gesegnet. Lässt uns ihm dafür danken.

Erzähler: Noch nie hatte Paul einen so reich gedeckten Tisch gesehen, und auch wohl nie einen so herzlichen Empfang erlebt. Nach dem Abendessen erzählte Paul auch diesem Haus seine Geschichte. Da schlug es auch schon 12 Uhr. Alle standen auf, Alex betete für die Nacht um den Segen, da fragte die Frau plötzlich:

Schura: Was ist jetzt euer Ziel Brüder?

Gregor: Wir gehen nach Hause; ich ins Kiewer Gebiet. Ich habe oder hatte dort eine Mutter und möchte sie gerne wenn möglich noch sehen.

Paul: Und ich gehe ins Mogilewer Gebiet. Ich habe dort zwar niemanden mehr, möchte jedoch mein Heimatdorf noch einmal sehen und den Verwandten das Evangelium bringen.

Schura: Sind sie schon lange ein Waise?

Paul: Meine Eltern habe ich irgendwo hier in dieser Gegend verloren. Sie starben an Cholera auf der Reise hierhin, wo wir uns ansiedeln wollten.

Erzähler: Die Frau klammerte sich an den Tisch fest und schaute dem Gast wie gebannt in die Augen. Ihr Mann verstand sie nicht, denn anstatt das Bett zu machen, bestürmte sie die Gäste mit Fragen. Paul erzählte weiter:

Paul: Ich blieb allein mit meiner Schwester, die etwas älter war als ich. Doch schon am nächsten Tag wurden wir auseinandergerissen, und so weiß ich nichts mehr von ihr. Ach wie war sie so gut zu mir, wie eine Mutter!

Erzähler: Da musste Paul weinen. Die Frau wurde totenblass und rief auf einmal zitternd aus:

Schura: Paul, bist du es denn, mein lieber Bruder?!

Paul: Schura! Meine Schwester, darf ich dich hier sehen?! Ist es denn möglich?!

Schura: Ja Paul, ich bin’s, deine Schwester Schura! Ach wie habe ich mir um dich Sorgen gemacht! Und nun solche Freude!

Erzähler: Schura und Paul fielen sich um den Hals, küssten sich weinend, dann begrüßte er auch seinen Schwager mit Küssen und Tränen; und wieder fiel Schura ihrem Bruder um den Hals und rief vor lauter Glück und Freude:

Schura: Oh Paul! Bist du es wirklich? Oh mein Bruder welch ein Glück dich hier wiederzusehen! Als ihr auf den Hof gekommen seid, durchdrang mich eine so selige Ahnung, aber ich wusste nicht warum. Doch jetzt weiß ich’s! Oh Gott sei Dank!

Erzähler: Und wieder fielen alle auf die Knie und lobten und priesen den Herrn für dieses große Wunder. Endlich, gegen Morgen, begaben sich alle zur Ruhe. Als sie dann erwachten und gefrühstückt hatten, bat Schura Paul wieder zu erzählen vom dem, was er erlebt hatte, dann erzählte sie auch von sich:

Schura: Ach Paul, auch ich habe genug durchlebt! In der Baracke für Mädchen blieb ich bis zum späten Herbst. Die Baracke wurde nicht beheizt, Krankheiten brachen aus, zu Dutzenden starben die Kinder. Da kamen gute Leute aus den Dörfern und nahmen die noch lebenden Kinder zu sich. Mich nahm eine gläubige Tante als fünftes Kind in ihre Hütte auf. Sie las uns oft aus dem Neuen Testament vor und betete mit uns. In dem Dorf war auch eine Schule. Ich liebte das Lernen, aber besonders das Evangelium lesen. Mit 14 Jahren bekehrte ich mich und ließ mich dann auch taufen, diente in der Gemeinde, denn ich sang im Chor. Jeder hielt mich für Tante Dunjas eigenes Kind.

Paul: Aber wie fandest du denn Alex, deinen Mann?

Schura:
Unser Chor reiste oft in den umliegenden Dörfern umher und wir dienten dort, samt den Dienern am Wort. So kamen wir auch in dieses Städtchen. Nach dem Gottesdienst bekehrten sich einige dutzende Seelen, darunter auch ein junger Buchführer – und der wurde nach einem Jahr dann mein Mann.

Paul: Wie wunderbar! Du warst ja schon immer ein Engel! Hättest du mich damals nicht aufgehalten, ich wäre unter den Zug gelaufen. Und jetzt: Wieviel Wunder hat der Herr durch uns getan! Ehre sei nur ihm gebracht.

Erzähler: Als Paul und Gregor dann weiter reisen wollten, bot Schura sich an nach Sosnovka mitzureisen, um Paul dort in geistlicher Arbeit zu unterstützen. Alex ihr Mann stimmte dem Vorschlag freudig zu: Ich werde schon mit allem fertig, meinte er. Im Heimatdorf angekommen, fanden sie bald Nah- und Fernverwandte. Als diese dann das Wiedersehen mit Alkohol feiern wollten, sagten Paul und Schura sich ab. So fing dann bald das Fragen und Antworten an. Tief drang das Wort Gottes, gewürzt durch die Erlebnisse von Paul und Schura, in die Herzen der Sosnower ein, so dass auch hier bald eine neue Verfolgung auf Paul den angeblichen Ketzer entstand. Denn etwa 100 Seelen hatten sich zu Gott bekehrt und gingen nun nicht mehr zu den Priestern um zu beichten. So kam eines Tages ein Polizist und nahm Paul fest. Schura musste abreisen, ohne Paul zu sehen, was sie tief betrübte. Doch bald bekam sie einen Brief von Paul:

Schura: Liebe Schwester! Weine nicht um mich, denn jetzt leide ich nicht mehr als ein Räuber, sondern als ein Christ. Die Anklage lautet: „Dieser Ketzer verwirrt die Menschen und bringt sie vom rechten Glauben ab, was der Regierung schaden könnte.“ Doch ich bin glücklich. Denn auch hier sind viele durstige Seelen nach Errettung, welche ich ihnen in Jesus Christus verkündigen kann. Zage nicht! Betet für mich! Es grüßt euch alle euer Paul!

Erzähler: Bis zum Gericht verging ein Jahr. Paul war schon im dritten Gefängnis, denn auch da baten die Priester, diesen Ketzer loszuwerden, weil sich auch dort manch ein armer Sünder bekehrte. Sein Urteil lautete: Verbannung auf 2 Jahre in Jenißej Gebiet wegen Verführung vom orthodoxen Glauben. Nun gings wieder nach dem wohlbekannten Sibirien. Es war Paul gelungen, Alex und Schura zu benachrichtigen, wann er bei ihrer Station vorbeikommen würde, so dass sie ihn wenigsten durchs Gitter sehen konnten. Als sie ihn sahen, rief Schura aus:

Schura: Ach lieber Brüder, wie tust du mir so leid!

Paul: Weine nicht Schura! Ich freue mich in meinen Leiden, denn auch ich kann nun, wie einst Paulus sagen: erstatte an meinem Leib was noch mangelt an Trübsal in Christus für Seine Gemeinde. ( Kol. 1,24)

Erzähler: Auch diese 2 Jahre gingen vorbei. Pauls Ziel war: Predigen. Und das mit Wort und Wandel, was auch zu großem Erfolg führte. Inzwischen hatte Paul auch mit Gregor Briefkontakt, welcher ihm berichtete:

Gregor: Ich bin in meiner Heimat geblieben, wo eine kleine Gemeinde ist und darf auch hier dem Herrn dienen. Zugleich kann ich auch meine Mutter versorgen, die nun hoch glücklich ist, dass sie ihren Sohn noch einmal sehen durfte und dazu noch als einen Geretteten. Auch sie weiß nicht, wie sehr sie den Herrn preisen soll für solche Gnade. Gott segne Dich! Dein Gregor.

Erzähler: Nach Ablauf der Frist zog Paul dann ganz zu Schura.

Paul: Da bin ich wieder ihr Lieben! Nehmt ihr mich wieder auf?

Schura: Sei uns willkommen, lieber Bruder, von Herzen gern!

Paul:
Auch für immer?

Alex: Nun, das geht auch mich wohl etwas an. Jawohl Paul, auch für immer!

Paul: Wisst ihr, ich möchte allein bleiben, um so dem Evangelium besser zu dienen, darum diese Frage.

Schura: Dann will ich dir helfen, so gut ich nur kann!

Alex: Und ich will dann den Haushalt führen, um am Werk des Herrn teilzuhaben.

Erzähler: Und in dem Neuen Testament, welches Paul bei dem ermordeten Bruder entnommen hatte, schrieb er jetzt:

Paul: Vergib mir, mein Bruder, dass ich dich getötet habe, weil ich selbst in Sünden tot war, doch dein Tod hat mir und auch vielen anderen Räubern und Sündern das ewige Leben gebracht! Gelobt sei dein und mein Herr und Gott in Ewigkeit! Amen.

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Apr 25 2009

Keine Strafe – sondern Liebe

Geschrieben von Christ under Evangelisation, Ewigkeit

Keine Strafe – sondern Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation, Ewigkeit für 11 Personen

Autor: Es war in einer hellen Mondscheinnacht gegen Weihnachten. Der frisch gefallene Schnee lag wie feiner Puder auf dem Dünenland. Der Wind strich mit leisem Wehen daher, das mit der zunehmenden Nacht stärker und stärker wurde. Es dauerte noch lange bis die Sonne aufging, aber in Ole Konges Stube brannte schon Licht. Dort saß sein Sohn Erik auf einem Stuhl und war eifrig damit beschäftigt, seine Wasserstiefel einzucremen. Er war von kräftiger Gestalt, groß und breitschultrig, mit regelmäßigen, derben Gesichtszügen. Die dicke isländische Jacke ließ ihn noch vierschrötiger erscheinen.
Auf dem Tisch stand schon das Frühstück, das die Mutter hereingebracht hatte. Als Erik mit den Stiefeln fertig war, begann er zu essen. Da wurde die Tür geöffnet und Eriks Schwester Ellen, kam herein.

Ellen:
Guten Morgen Erik. Gehst du jetzt?

Erik: Guten Morgen, ich werde jetzt gehen, aber warum bist du so früh auf, wo du doch die Erlaubnis hattest auszuschlafen?

Ellen: Oh, ich konnte nicht schlafen, ich muss mit dir reden.

Autor:
Ellen setzte sich auf eine Bank neben dem Tisch und sah Erik an.

Erik: Nun, was wolltest du denn sagen?

Ellen: Erik, es ist mir, als sollte heute etwas geschehen – dir – irgendein Unglück zustoßen.

Autor: Doch er sagte mit scherzhaftem Lächeln:

Erik: Du träumst gewiss noch, Herzensschwesterchen.

Ellen: Das kann sein, aber ich habe doch Angst um dich. Ich hatte einen so sonderbaren Traum: Das Meer verschlang dich und du riefst mir zu „Ellen, wie viel gehört dazu?“ und dann verschwandest du in den Fluten. Oh, ich habe solche Angst um dich, Bruder.

Erik: Warum sorgst du dich so sehr um mich? Du solltest mehr um dich sorgen. Ich habe keine Angst vor dem Tod.

Ellen:
Darf ich das denn nicht?

Erik: Doch, das darfst du, Schwesterchen, aber ich fürchte du vergisst, dass du eine unsterbliche Seele hast, die teuer erkauft ist. Du weißt wohl, dass ich zu jeder Stunde wenn mich Gott abrufen will, bereit bin, aber du? Hast du denn nicht über die Frage nachgedacht, die dir gestellt wurde? Was willst du darauf antworten?

Ellen: Ich weiß es nicht!

Autor: So saßen sie ein paar Minuten, doch dann stand Erik auf, verabschiedete sich von der eben hereingekommenen Mutter und Ellen, und trat in die mondhelle Nacht hinaus. Ellen wurde von der Mutter ins Bett geschickt, denn sie sah blass aus.

Musikstück

Autor: Ellens vergangenes Leben war ohne Gott verlebt worden. Sie hatte ihn wegen einem Mann, den sie sehr liebte, abgelehnt, weil dieser nichts davon wissen wollte. Der Maler, Knud Albäk, war in ihr Leben getreten, als sie schon ganz nah an Gott war, aber da er es nicht wollte, gab sie Gott auf. Ellens Großvater hatte die Verlobung, die stattgefunden hatte, traurig gestimmt, weil er einer von den wenigen Christen in dem Fischerdorf war. Er hatte oft mit Ellen darüber gesprochen, dass sie sich bekehren sollte, aber sie hatte das Glück dieser Welt gewählt. Die Eltern hatten auch nichts gegen die Verbindung, denn sie kannten Gott auch nicht. Ellen war ganz zufrieden in ihrem Glück; sie wollte kein anderes. Doch die Frage die ihr nachts gestellt wurde, hatte sie zum Nachdenken gezwungen.
Der Mond, der hoch am Himmel stand, war von hastig jagenden Wolken verdeckt. Ellen stand am Fenster und schaute den Schatten nach, die über den Schnee glitten, denn schlafen konnte sie nicht. Die Frage „Wie viel gehört dazu?“ stand ihr vor den Augen. Ihrem Bruder hatte sie darauf geantwortet „Ich weiß es nicht“, aber sich selbst gegenüber musste sie ehrlich sein. Jetzt musste sie anders antworten. Sie würde diese Frage gerne so weit wegschieben, um nicht darauf antworten zu müssen und sie zu vergessen, aber sie wusste genau, dass sie das nicht tun konnte. Sie wusste auch, dass sie seit ihrer Verlobung vor Gott geflohen war. Vorher hatte sie schon etwas von Gottes Nähe gefühlt, aber seit sie Knud liebte, stand Gott so vor ihr, als ob er nur verlangte und sie wollte ihm nichts geben. Sie war sich im Klaren darüber, dass Gott alles, ihr ganzes Herz wollte. Doch sie wusste, dass es nicht sein konnte, wenn sie sich das Glück, das jetzt ihr ganzes Leben ausfüllte, bewahren wollte. Doch gleichzeitig stieg eine Angst in ihr auf, Gott könnte gewaltsam in ihr Leben eingreifen, um ihren Sinn zu beugen. Diese Angst war in dieser Nacht mit erneuter Stärke über sie gekommen; der schreckliche Traum hatte sie hervorgerufen.
Ellen warf sich auf ihr Bett und presste ihr Gesicht fest in das Kissen. So lag sie einige Zeit. Endlich fiel sie in einen unruhigen Schlummer. Als sie aufwachte war sie sehr müde und die Stirn brannte ihr. Da klopfte es an die Tür und die Mutter trat ein. Sie überreichte Ellen mit ein paar freundlichen Worten einen Brief von Knud Albäk, dann sagte sie:

Karin: Es gibt gewiss hohen Seegang. Vater hat den Ballon aufgezogen.

Autor: Ellen sprang wie elektrisiert aus dem Bett, zog sich in Windeseile an, trank auch den Kaffee nicht und ging so schnell sie konnte zum Strand. Unterwegs traf sie ihren Großvater und sie eilten zusammen weiter.

Ellen: Glaubst du, dass es heute schlimm wird, Großvater?

Opa: Es ist wohl möglich. Es sieht nicht all zu gut aus, aber es kommt ja hauptsächlich auf die Flut an.

Ellen: Sind denn alle Boote draußen?

Opa: Nein, nur ein Dutzend etwa.

Autor: Jetzt kam Ellens Vater und noch einige Männer von der Mannschaft des Rettungsbootes, zu ihnen.

Ellen: Wird das Rettungsboot ausgesetzt, Vater?

Vater: Ich halte es für meine Pflicht, die Brandung tobt ja fürchterlich und ich meine, sie nimmt zu.

Autor:
Es kamen noch viele andere vom Dorf an den Landungsplatz. Drei Boote waren schon nahe am Ufer, aber etliche waren noch weit draußen, doch alle strebten dem Ufer zu. Ellen hatte sich auf den Rand eines Bootes gesetzt, das am Ufer lag, und beobachtete nur die drei Boote, wo sich auch ihr Bruder befand; anderes sah sie nichts.

Maria: Nun kommt das Rettungsboot.

Autor: Mit diesen Worten setzte sich Maria, eine junge Frau aus dem Dorf, neben Ellen auf den Bootsrand.

Ellen: Ob sie wohl in das Rettungsboot hinübergehen?

Maria: Das müssen sie wohl, aber sie tun es ja sehr ungern.

Ellen: Aber es ist auch kein Spaß, wenn man das Boot und die Geräte im Stich lassen soll. Aber das Leben ist trotzdem wertvoller.

Autor: Maria fiel es auf, dass Ellen leichenblass aussah und ihre Lippen zitterten.

Maria:
Ellen, du siehst krank aus, du solltest nach Hause gehen.

Ellen: Nein, ich gehe nicht nach Hause – nicht ehe die Boote hereingekommen sind.

Autor: Plötzlich erklangen durchdringende Schreie vom Ufer. Das Rettungsboot, das ein ganz neues System war und ziemlich sicher schien, hatte sich quer gegen die Wogen gedreht und in weniger als in einer Sekunde lag es mit dem Kiel nach oben im Wasser. Sofort fuhren etliche andere Boote vom Ufer ab. Denn Minuten, ja Sekunden können kostbar sein, wenn Menschen im eiskalten Wasser umhertreiben.
Erik war unter das Boot gekommen. Mit aller Kraft schaffte er es irgendwie hinaus zukommen. Als er endlich soweit zur Besinnung gekommen war, sah er ein Boot, nur ein paar Meter entfernt. Er schwamm drauf zu und klammerte sich an ein Seil des Bootes, wo sich auch noch ein paar andere festhielten. Als plötzlich eine große Welle alle von dem Boot wegriss, fühlte Erik schon wie seine Kräfte von der Kälte gelähmt wurden. Während sich eine neue Woge über ihn ergoss, fühlte er etwas neben sich; er griff danach und bekam ein Ruder zu halten. Daran hielt er sich über Wasser. Dann sah er eine Gestalt, die auf ihn geschleudert wurde. Es war Stefan, einer der Fischer vom anderen Boot.

Erik: Halt dich an dem Ruder fest.

Stefan:
Ich kann beinahe nicht mehr.

Autor: Stefan stöhnte, aber er fasste doch nach dem Ruder.

Erik: Ist kein Boot zu sehen?

Stefan:
Ich weiß nicht. Ich meinte, vorhin hätte ich eins gerade vor mir gesehen.

Erik: Warum hast du keinen Rettungsgürtel an?

Stefan: Ich hatte keine Zeit mehr dazu.

Erik:
Hör Stefan, Ich merke, dass uns das Ruder nicht beide tragen kann, denn ich kann nicht mehr schwimmen.

Stefan: Was sollen wir denn tun?

Erik: Du sollst dich daran festhalten. Ich kann sterben, du aber nicht.

Stefan:
Erik, ich danke dir!

Erik: Aber bekehre dich dann, Stefan, hörst du, wenn Gott dir das Leben rettet.

Stefan: Ja, Herr errette mich – rette meine Seele, so wie ich jetzt bin, kann ich nicht sterben!

Autor: Eriks Kräfte waren erschöpft. Er fühlte wie ihm die Kälte alle Glieder lähmte.

Erik: Lebewohl, Stefan – grüße – grüße alle – Ellen – Jesus -

Autor: Dieses waren Eriks letzte Worte, die er noch herausbrachte, dann ließ er das Ruder los und versank.
Stefan schlang die Arme um das Ruder; er versuchte noch um Hilfe zu rufen, aber er war wie gelähmt von der Kälte. Schließlich verlor er das Bewusstsein vollständig. In diesem Augenblick wurde er von zwei kräftigen Armen erfasst und in ein Boot hineingezogen.
Währenddessen hatte Ellen gehört, dass sich alle Fischer, auch Erik, ins Rettungsboot gerettet hatten und es überkam sie eine wohltätige Ruhe. Sie wusste, dass ihr Vater das Boot lenkte, da war nun wohl alle Gefahr vorüber.

Ellen: Wie töricht ist es doch gewesen, dass ich mich von ein paar Traumgeschichten so habe erschrecken lassen. Was heute geschehen ist, habe ich ja schon oft miterlebt.

Autor: Mit einem müden Lächeln lehnte sie ihren Kopf zurück, denn sie war sehr müde und brauchte dringend Ruhe. Sie fühlte sich krank. Aber kaum hatte sie sich etwas entspannt, erklang vom Ufer her ein durchdringender Jammerruf, der sie wieder aufscheuchte. Ein einziger Blick auf die Brandung genügte, dass ihr Hals sich zusammenschnürte, als ob sie ersticken müsste. Endlich erklang es wie ein Jammerschrei:

Ellen: Mein Vater – Erik!

Autor: Dann fiel sie Maria ohnmächtig in die Arme. Obwohl Marias Herz vor Angst und Schmerz zusammengeschnürt war, weil ihr Mann noch draußen mit den Wogen kämpfte, wagte sie trotzdem nicht das kranke Mädchen allein zu lassen. Endlich kam Ellen wieder zu sich. Sie konnte kaum aufrecht sitzen. Sie hatte offenbar heftiges Fieber.

Ellen: Er ertrinkt und Vater vielleicht auch. Da draußen liegen sie – in dem kalten Wasser – ich sehe, wie sie sich an das Boot anklammern. Nun kommt eine Sturzwelle. Maria, ich kann es nicht mehr mit ansehen.

Autor: Sie hielt die Hände vor die Augen, nahm sie aber sofort wieder weg.

Ellen: Oh, es ist schrecklich – nun sind nur noch zwei Mann am Boot – und dort schwimmt einer – ist das nicht Erik?

Autor: Ellen hatte ihren Bruder erkannt. Sie stieß einen Schrei aus und wäre rückwärts über den Bootsrand gefallen, wenn Maria sie nicht gestützt hätte. In diesem Augenblick trat Ellens Großvater zu ihnen. Er half Maria, Ellen in das Fischerhäuschen zu bringen. Dann setzte er sich neben Ellen.

Ellen:
O Großvater, sie ertrinken -  er ertrinkt, Erik!

Opa: Gott ist allmächtig, Ellen.

Autor: Ellen versuchte über diesen Satz nachzudenken, aber ihr Kopf war zu müde. Sie sah nur die schreckhaften Bilder der letzten Stunden vor sich.

Ellen: O nein, er ertrinkt – ich weiß es – ich sah ihn ja, nachts.

Opa: Und wenn es nun wirklich geschieht, was dann, Ellen?

Ellen: O, ich weiß es wohl, es ist die Strafe Gottes.

Opa: Nein, es ist der Ruf Gottes, der Ruf der Liebe Gottes, mein liebes Kind.

Ellen: Ja, es ist der Ruf Gottes, er klang von draußen herein, und er tönt mir noch immer in den Ohren, aber ich wollte ihn nicht hören – ich wollte nicht.

Autor: Diese Worte flüsterte Ellen eintönig und klagend.

Opa: Aber willst du es jetzt, Ellen? Oder soll Albäck eine ewige Fessel für dich sein?

Ellen: Albäck?

Autor: Ellen fasste nach ihrer Stirn. Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie plötzlich:

Ellen:
Großvater, wie streng Gott ist!

Opa: Gott ist lauter Liebe.

Ellen: Auch heute?

Opa: Ja, Ellen, auch heute.

Ellen: Ach wenn…

Autor: Sie kam nicht weiter. Einige Männer brachten eine leblose Gestalt herein und legten sie auf den Boden. Ellen sprang auf und schwankte vorwärts und warf sich mit einem Schrei über den Toten.

Ellen: Erik, Erik!

Autor: Die Stimme versagte ihr und sie wurde ohnmächtig. Schnell wurde sie wieder zu Bewusstsein gebracht und nach kurzer Zeit saß sie, an ihren Großvater gelehnt, auf einem Wagen mit dem sie heimwärts fuhren. Hinter ihr, mit einem Segel zugedeckt, lag ihr Bruder.

Musikstück

Autor:
Es war ein harter Kampf, der draußen in der Brandung ausgekämpft wurde. Die drei kleinen Boote wurden mehrmals halb mit Wasser gefüllt und es sah verzweifelt aus. Aber mit der Entschlossenheit und Unerschrockenheit der Mannschaft gelang es doch sie über den erregten Wogen zu halten. Acht Mann, darunter zwei von der Rettungsmannschaft, mussten das Leben lassen. Die anderen wurden gerettet, aber alle in einem mehr oder weniger ermatteten Zustand.
Die meisten wurden in dem Hause des Strandvogts untergebracht, wo ihnen eine kräftige und kundige Pflege zuteil wurde. Im Moment war man mit Ole Konge beschäftigt. Er konnte gar nicht wieder warm werden. Er wurde von zwei Männern im Zimmer umher geführt, doch er schwankte noch wie ein Betrunkener. Der starre Ausdruck in seinen Augen zeigte, dass er noch nicht ganz zum Bewusstsein zurückgekehrt war.
Auch mit den anderen Verunglückten war man beschäftigt. Einer lag bewusstlos auf dem Tisch und ein paar Männer rieben ihm die Füße und den Unterleib. Plötzlich ertönte Wagengerassel und gleich danach trat der Arzt ein. Es war ein alter Mann und er schien keine Eile zu haben, sich mit den Kranken zu beschäftigen. Er legte seinen Pelz ab, zog ein Notizbuch aus seiner Tasche und begann einen Geretteten, der am Ofen saß, über das Unglück auszufragen. Er war nämlich mehr Zeitungsreferent als Arzt.

Karin: Aber wollen Sie denn nicht nach den Kranken sehen, Herr Doktor?

Autor: fragte Ole Konges Frau, denn es hatte ihr zu lange gedauert.

1.Arzt: Ja gewiss, meine gute Frau, ich komme jetzt zu ihnen. Na,- ist das ihr Mann? Wie geht es ihm? Noch recht schlecht – jawohl das sieht man. Habt ihr Wasser aus ihm herausgebracht? Das ist sehr gut.

Autor: Er legte die Hand auf Ole Konges Herz.

1.Arzt: Tut es hier weh – na, er kann nicht gut sprechen – nun, macht nur so weiter mit ihm. – Und da sitzt einer – hör mein Freund, hier ist ein wenig Wein – nehmen sie einen Schluck davon.

Fischer:
Nein, danke!

1.Arzt:
Also nicht, nun es ist vielleicht auch am Besten es nicht zu nehmen. Und da liegt einer – ist er tot? Nein, es ist noch Leben da – aber schwach. Er hat sich auch noch irgendwo gestoßen, er blutet ja – die Haut ist hier etwas abgeschürft – na, das ist nicht schlimm. Ja, nun werde ich etwas aufschreiben, das könnt ihr dann anwenden.

Autor: In diesem Augenblick trat der Distriktsarzt ein. Es war ein jüngerer Mann. Sobald er eingetreten war, wandte der Alte sich zum Gehen.

1.Arzt: Na, Karlsen, nun können sie weiter machen – ich muss noch ins Nachbardorf zu einer alten Frau.

Autor: Der junge Arzt hatte die Lage bald überschaut.

2.Arzt: Sind Tote da?

Karin: Ja – Erik, unser Sohn – ist tot.

Autor: Karin führte ihn zum Toten und nach einer kurzen Untersuchung bestätigte dies der Arzt.

2.Arzt: Ja, hier ist nichts mehr zu machen.

Karin:
Und unsere Tochter ist bestimmt sehr krank.

2.Arzt: Ich werde gleich nach ihr sehen. Aber zuerst müssen die Männer hier aus aller Gefahr sein.

Autor:
Schnell traf der Arzt seine Anordnungen und nahm sich selbst des Schlimmsten an. Als er es soweit gebracht hatte, dass er ihn den anderen überlassen konnte, ging er zu Ellen. Nach einer sorgfältigen Untersuchung, meinte der Arzt.

2.Arzt: Ein Organ ist nicht erkrankt. Es ist eine starke Erkältung mit einer Überspannung der Nerven. Aber wenn nichts Unvorhergesehenes dazu kommt, wird sie bald wieder hergestellt sein. Sie muss nur vollständige Ruhe haben und selbstverständlich muss immer jemand bei ihr sein.
Autor: Inzwischen war Maria wieder von Hause gekommen.

Maria:
Ich kann hier bleiben, bis ihr mit den Männern fertig seid. Ihr habt ja noch alle Hände voll zu tun.

Karin: Ich danke dir, Maria.

Autor:
Eine Stunde später war alles ruhig im Haus. Die Männer waren fortgegangen und Ole Konge war zu Bett gegangen. Doch er konnte nicht schlafen. Er stand wieder auf, denn eine unwiderstehliche Macht zog ihn zur der Leiche seines Sohnes. Dort setzte er sich hin und weinte wie ein Kind. Stunde um Stunde saß er da und das wiederholte sich, solange die Leiche noch im Hause war. In dieser Zeit war Ole Konge schweigsam und verschlossen. Eines Tages, als er wieder so dasaß, trat Grönhöj, der Großvater, ein. Auf dem Gesicht des Strandvogts zeigte sich ein Ausdruck des Widerwillens. Grönhöj betrachtete Erik eine Weile, dann legte er Ole Konge die Hand auf die Schulter und sagte leise:

Opa: Wenn du glauben könntest, würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen.

Ole K.: Ist das die Herrlichkeit Gottes?!

Opa: Du siehst nur deinen Sohn, aber nicht  Gottes Sohn – den Herrn der Herrlichkeit. Und er hat gesagt: Wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.

Ole K.: Es gibt keinen Gott!

Opa: Doch, Ole, und du hast seine Macht gefühlt.

Ole K.: Warum hat er dann nicht seine Hand über meinen Jungen gehalten?

Opa: Um dein Herz zum Sohn Gottes hinzuziehen. Niemand kommt zum Sohne, der Vater, der ihn ausgesandt hat, ziehe ihn denn. Lieber Ole – komm zum Sohn Gottes, und du wirst sehen, welche Herrlichkeit auch über diesem Sarg liegt.

Autor: Ole Konge zuckte ungeduldig die Schultern, stand kurz entschlossen auf und verließ das Zimmer.

Musikstück

Ellen überwand ihre Krankheit schneller, als irgendjemand zu hoffen gewagt hatte. In der zweiten Nacht schon befiel sie ein schwerer tiefer Schlaf, aus dem sie mit vollem Bewusstsein erwachte. Doch sie war sehr müde. Ihre Mutter saß neben Ellens Bett, als diese die Augen aufschlug. Ellen sah ihre Mutter nicht sofort. Als das Geschehene ihr wieder in den Sinn kam, legte es sich ihr wie ein schwerer Stein auf ihre Brust, und sie stöhnte laut auf. Die Mutter fasste ihre Hand und einen Augenblick ruhten die Blicke der Beiden ineinander. Eine Frage bedrängte Ellen besonders. Sie wagte sie kaum auszusprechen, doch schließlich kam es wie ein angstvolles Flüstern von ihren Lippen:

Ellen: Mutter? Vater ist doch nicht…?

Karin: Nein, mein Kind, Gott sei Dank! Aber Erik…!

Autor: Ein Schluchzen erstickte ihre Stimme. Ellen weinte nicht. Nach einer Weile sagte Ellen:

Ellen: Mutter, ich bin schuld daran!

Karin: Was meinst du damit, mein Kind?

Ellen: Ich bin schuld daran, das Erik sterben musste.

Karin: Plage dich doch nicht mit solchen Gedanken! Was hättest du denn dagegen tun können?

Ellen: Ja, Mutter, er starb um meinetwillen, weil ich Gott widerstand. O, Mutter es ist schrecklich, wenn man Gott widersteht.

Autor: Die Mutter wusste nicht was sie antworten sollte. Sie konnte ihrer Tochter nichts Tröstendes oder Helfendes sagen, denn das Gebiet war ihr unbekannt. Auch hatten die Worte ihrer Tochter ihr einen Stich ins Herz gegeben. Sie hatte ja selbst auch nicht Gott angenommen, obwohl ihr Vater und Sohn oft darüber gesprochen hatten. Doch sie wollte nichts unversucht lassen was Ellens Herz aufmuntern könnte, deshalb sagte sie:

Karin: Der Großvater sitzt draußen in der Küche. Er möchte sehen wie es dir geht. Soll ich ihn herein rufen?

Ellen: Ja, bitte Mutter.

Autor: Als der Großvater eintrat, glitt ein müdes Lächeln über Ellens Gesicht.

Opa: Nun liebe Ellen, jetzt geht es dir ja besser.

Autor: Er strich ihr zärtlich über die bleichen Wangen.

Ellen: Ich weiß nicht. Ich weiß es nicht, ob es mir je wieder besser gehen wird.

Opa: Gewiss, gewiss, kleine Ellen, nur kein grübeln, sei froh, dass du so weit bist.

Ellen: O Großvater, es war ein furchtbarer Tag.

Opa: Es war einer der großen Tage Gottes.

Ellen: Ja, des strengen, strengen Gottes.

Opa: Ja, des Gottes, der streng erscheinen kann, der aber doch die Liebe ist. Glaubst du nicht, dass er die Liebe ist, Ellen?

Ellen: Ich kann gar nichts glauben. Ich erinnere mich nur, ich sehe, ich höre. Ich höre das schreckliche Branden der Wogen und einen Hilferuf, und niemand kann helfen, weil Gott es nicht will, – und alles, alles tönt wie eine Stimme des jüngsten Gerichts.

Opa: Liebe Ellen, ich verstehe dich so gut – es erscheint alles so streng, ja böse, aber ich glaube, dass du soweit kommst, es auch noch in einem anderen Lichte zu sehen.

Autor: Ellen fuhr in ihrem eigenen Gedankengang fort.

Ellen: Und ich höre andere Stimmen. Sie klingen weich und mild. Es sind deine und Eriks Worte. Aber sie sprechen von Gericht, Gericht, Gericht.

Autor: Sie verbarg das Gesicht in den Händen, wie in Angst.

Opa: Ja, liebe Ellen so tönt es aus einem Herzen, das nicht in Gemeinschaft mit Gott steht. Wir müssen Gott zuerst als Richter begegnen, ehe wir ihn als Erlöser ergreifen können.

Ellen: Alles ist durch die Macht Gottes geschehen, und warum musste das alles geschehen? Nicht um derentwillen, die da draußen waren, sondern um meinetwillen, Großvater.

Opa: Das war vielleicht einer der Gründe. Jedenfalls war es eine mächtige Stimme, die auch zu dir sprechen wollte.

Ellen: Gott wollte mich strafen.

Opa: Nein Ellen, du kennst Gott nicht.

Ellen: Doch, Großvater, ich kenne ihn. Ich bin ihm einmal – ja mehr als einmal sehr nahe gewesen,- aber – aber dann sagte ich doch nein. Ich konnte nicht anders: Und jetzt – jetzt ist es zu spät. Es gab eine Zeit, da verstand ich, dass des Herrn Angesicht über uns leuchten kann. Doch seitdem ist es mir so, als ob er sein Angesicht von mir gewandt hätte – für immer und ewig.

Opa: Nein, Ellen, nein nicht für ewig. Seine Augen sind nie von dir abgewandt gewesen. Doch deine Augen sind geblendet, dass du ihn nicht sehen konntest.

Ellen: Doch, doch, ich sage dir – ich glaube, Erik wäre gerettet worden, wenn ich damals mein Herz hätte beugen können. Aber mein Herz war hart, ich konnte mich nicht beugen. Knud hatte es damals gefesselt. Dies ist nun die Strafe Gottes, und jetzt ist es zu spät. Ich hatte meine Gelegenheiten und ich wollte nicht, nun ist es zu spät. Zu spät.

Autor: Ellen stöhnte laut auf.

Opa: Liebe Ellen, du warst früher im Irrtum und bist es jetzt auch noch. Aber ich sage dir aufs Neue – du kennst Gott nicht, du kennst Jesus nicht, denn ihn erkennen ist das ewige Leben, sagt er selbst.

Autor: Die Worte des alten Mannes waren nur leere Laute für Ellen. Sie konnten nicht bis in ihr Herz dringen.

Ellen: Ach Großvater, ich bin so unglücklich. Es ist, als ob die Sonne für mich verloschen wäre.

Opa: Ellen, darf ich dir etwas sagen – wenn du nur beten könntest – zu Gott beten, der dich liebt, auch wenn du es nicht weißt – du würdest dann bald merken, dass die Sonne aller Sonnen für dich nicht verloschen ist.

Autor: In diesem Augenblick trat Ole Konge ins Zimmer. Der alte Mann stand auf und Ole Konge setzte sich an seinen Platz.

Ole K.: Guten Morgen, mein Mädchen.

Autor: Seine Stimme hatte einen weichen leicht bebenden Klang im Gegensatz zu seinem Gesicht, das noch strenger als sonst schien.

Ellen: Guten Morgen, Vater.

Autor: Hätte Ole Konge jetzt dem Drang seines Herzens nachgegeben, so wäre er in lautes Schluchzen ausgebrochen. Er bezwang sich aber, weil er es nicht ge-wohnt war, seine Gefühle zu zeigen. Er richtete sich gerade auf und sagte mit erzwungener Gleichgültigkeit.

Ole K.: Du musst jetzt etwas essen und dann musst du ruhen.

Autor: Der Großvater verstand diese Anspielung und wollte gehen.

Ellen: Vater? Großvater darf doch bei mir bleiben?

Ole K.: Ja, aber ich meine… na du weißt schon, was ich meine.

Ellen: Ach Vater, wenn wir nun an Eriks Stelle gewesen wären, meinst du nicht, dass es dann gut gewesen wäre, wenn wir Eriks Glauben gehabt hätten?

Ole K.: Ich weiß es nicht.

Autor: antwortete Ole Konge bestimmt. Nun war er wieder ganz der Alte.

Ole K.: Ich glaube, dass ich mit dem Glauben, den ich habe, wohl sterben kann.

Autor: Damit verließ er das Zimmer und der Großvater folgte ihm. Kurz darauf kam die Mutter mit etwas Speise ins Zimmer.

Ellen: Ich kann nichts mehr essen, Mutter.

Karin: Doch, du musst wirklich etwas essen, mein Kind, sonst kannst du ja nicht zu Kräften kommen. Und du sollst doch bis zur Beerdigung wieder gesund sein.

Autor: Als die Mutter sie wieder allein gelassen hatte, fiel Ellens Blick auf das Bild über ihrem Bett: Knud Albäck, ihre große Liebe. Und schon stürmten die Gedanken wieder auf sie ein.

Ellen: Ich liebe ihn ja. Aber diese Schatten verdunkeln mein glänzendes Märchenland der Zukunft, das ich mir so oft erträumte. Und diese Schatten kommen von Gott. Die Wahrheit hat mein widerspenstiges Herz getroffen. Ich bin wie ein angeschossener Hirsch, der zu fliehen versucht hatte, doch nun bin ich gestürzt und bin am verbluten. Ja, ich weiß, ich kann nicht mehr vor Gott fliehen. Ich werde ihn nie vergessen können. Es ist mir nun klar, dass das Leben ohne Gott, das ich mir ausgemalt habe, nur das Leben Evas außerhalb des verlorenen Paradieses gewesen wäre. Die einzelnen seltenen Sonnenstrahlen hätten nicht die Macht die Todesschatten zu durchdringen. Ich habe soviel mal nein zu Gott gesagt und jetzt kann ich ihn nicht finden. Ich kann nicht.

Autor: Sie ergriff Knud Albäck’s Brief und begann zu lesen.

Ellen: Freue dich Ellen. Nun geht es bald zum Traualtar…

Autor: Weiter kam sie nicht. Sie fühlte plötzlich, als ob sich eine eiskalte Hand auf ihr Herz legte.

Ellen: Traualtar – Hochzeit. Ich bin zu einer anderen Hochzeit geladen. Zur Hochzeit des Lammes bin ich geladen. Und ich habe abgesagt, genau wie die Geladenen in dem Beispiel Jesu. Und der Hausherr ist zornig geworden. Ja. Gott ist zornig über mich geworden. Meine Hoffnung ist aus. Ich bin verworfen. Ich werde in der Ewigkeit nicht mit Erik zusammen sein. Er ist bei Gott. Ach Erik!

Autor: Unwillkürlich hatte sie den Namen laut gerufen. Es klang wie ein Schmerzensschrei. Sie schlug die Hände vors Gesicht und fing an zu weinen. Das wirkte beruhigend auf ihr Gemüt.

Musik

Autor: So verging Stunde um Stunde. Ellen sprach kaum etwas im Laufe des Tages. Gegen Abend schlief sie ein, erwachte aber gegen Mitternacht wieder. Sobald sie die Augen aufschlug, war sie gleich wieder mitten in ihrem tiefen Seelenkampf. Während ihrer Krankheit hatte man ein zweites Bett in ihr Zimmer gestellt. In diesem lag ihre Mutter und schlief ruhig. Plötzlich erwachte diese und hörte Ellen stöhnen.

Karin: Was ist dir denn, Ellen?

Ellen: Ach Mutter, ich bin verloren.

Karin: Was ist das für ein Gerede? Wie kommst du darauf?

Ellen: Gott hat es gesagt.

Karin: Nein, ganz gewiss nicht, es ist ja entsetzlich sich so etwas auch nur einzubilden.

Ellen: Ach Mutter, es ist keine Einbildung, es ist Wahrheit.

Autor: Die Mutter erkannte bald, dass sie das Heilmittel nicht besaß, das die kranke Seele ihrer Tochter heilen könnte. Deshalb fragte sie im  verzweifelten Ton:

Karin: Was sollen wir denn tun, mein Kind?

Ellen: Ich weiß es nicht. Ach, wenn ich doch tot wäre – tot wie Erik!

Karin: Ellen, so darfst du nicht sprechen.

Ellen: Doch, Mutter, denn Erik sitzt nun an der großen Hochzeitstafel im Himmel, aber ich werde dort nicht dabei sein.

Karin: Ellen, hör doch auf mit solchen Reden! Das ist ja krankhaft. Warum solltest du denn nicht dabei sein?

Ellen: Weil ich Gottes Ruf nicht gehorcht habe und – Mutter – ich fürchte, auch du und der Vater haben nicht gehorcht.

Karin: Nun wird es aber zu schlimm Ellen, denk doch ein wenig darüber nach was du sprichst. Du richtest ja deinen Vater und deine Mutter.

Ellen: Ach, nein, liebe Mutter, ich richte keinen von euch beiden. Aber du weißt, Großvater und Erik haben mit euch darüber gesprochen und wir waren oft der Meinung, man sollte sich nichts daraus machen.

Karin: Ja, man kann zu weit gehen mit der Religion, das habe ich immer gesagt und das ist auch jetzt noch meine Ansicht.

Ellen: Glaubst du wirklich dass Erik zu weit gegangen ist?

Karin: Nein – es war nur gut für ihn. Aber glaubst du nicht, dass der Herr uns andere auch annehmen würde?

Ellen: Für euch ist die Tür noch offen, aber ich habe dem Ruf des Herrn widerstanden und nun ist meine Seele verdammt.

Autor: Die Mutter antwortete nicht; sie war aus dem Gleichgewicht gekommen. Schließlich sagte sie:

Karin: Mein liebes Kind, versuche nun einzuschlafen, dann wollen wir morgen weitersehen.

Autor: Ellen versuchte auch einzuschlafen, aber es gelang ihr nicht. Sie fühlte sich einsam und verlassen. Erst gegen Morgen fiel Ellen in einen tiefen Schlaf. Als sie wieder erwachte, war es hell und das Bett der Mutter leer. Im Laufe des Tages kam der Großvater. Ellen sprach lange mit ihm. Doch ihr Ohr schien für die freie Gnade Gottes taub zu sein. Um ihr Herz lag ein dicker Panzer, den das Wort Gottes nicht zu durchdringen vermochte. Sie wähnte sich verworfen, verstoßen, verloren.

Ellen: Ach Großvater, in meinem Herzen tönt es immerfort: hätte ich doch nur der Stimme des Herrn gehorcht, hätte ich doch seine Hand ergriffen, damals, ja damals! Dann wäre ich jetzt glücklich – selig. Aber nun tönt es nur zu spät, zu spät!

Autor: Der Großvater wusste nichts mehr zu sagen, aber  in seinem Herzen war er sicher, dass der Teufel seine gemarterte Beute loslassen müsse und dass sie Ruhe finden würde in den Armen Jesu. Deshalb sagte er freudig; indem er aufstand um zu gehen.

Opa: Meine kleine Ellen, keine Seele auf der Welt, die nach den Wasserströmen schreit, wird verschmachten und du auch nicht.

Autor: Am Nachmittag kam Maria um sich nach Ellens Befinden zu erkundigen. Auch sie versuchte ihr die Liebe Gottes vorzustellen, aber mit demselben Erfolg wie der Großvater.
Auf diese Weise verging ein Tag nach dem anderen. Ein paar mal musste man Ellen in den Saal führen. Sie wollte ihren Bruder sehen und die Szenen die sich da abspielten, waren herzzerreißend.
Endlich kam der Begräbnistag. Von allen Seiten strömten festlich gekleidete Leute herbei. In einigen Stunden würde sich ein langer Trauerzug nach dem kleinen, einfachen Friedhof begeben, wo ein großes geschmücktes, gemeinsames Grab bereit war, die acht Särge aufzunehmen.
Bei Ole Konge waren auch schon die ersten Gäste eingetroffen. Maria war zu Ellen hineingegangen. Plötzlich wurde die Tür ein wenig geöffnet.

Stefan: Darf ich hereinkommen?

Maria: Es ist Stefan – darf er hereinkommen?

Ellen: Ja, gern.

Autor: Stefan setzte sich auf einen Stuhl am Fenster.

Stefan: Ich hatte dir eigentlich noch einen Gruß zu überbringen, Aber ich habe noch keine Zeit dazu gehabt. Wir haben ja seit dem Unglück so viel zu besorgen gehabt.

Ellen: Einen Gruß?

Stefan: Ja, von Erik. Du weißt doch, dass ich der letzte war, mit dem er gesprochen hat, ehe er unterging. Dein Name war der letzte, den er aussprach. Nein, das stimmt nicht ganz, der allerletzte war Jesus. Und wie geht es dir?

Ellen: Es geht mir nicht gut, mein Körper ist müde und meine Seele ist krank.

Stefan: Warum ist sie krank?

Ellen: Weil ich von Gott verworfen bin, Stefan.

Stefan: Das klingt sonderbar, aber könntest du dich nicht auch täuschen?

Ellen: Nein, ich täusche mich nicht. Ich habe zu Gott mit Wissen nein gesagt, und deshalb bin ich verworfen.

Stefan: Nein, Ellen, das stimmt nicht, denn wenn das wahr wäre, dann läge ich jetzt auf dem Grunde des Meeres, oder jedenfalls würde mein Leib jetzt hier liegen wie Eriks; und meine Seele wäre an einem noch viel traurigeren Ort.

Ellen: Ich verstehe dich nicht, Stefan.

Stefan: Nein, da hast du recht, aber nun will ich es dir erklären. Ich bin auch von Gott gerufen worden, das ganze letzte Jahr hindurch. Und ich hatte auch nein gesagt, weil mir die Branntweinflasche lieber war, als meine Seele.

Ellen: Ja, aber du warst dir des Rufes nicht bewusst gewesen.

Stefan: Du kannst mir glauben, das ich mir dessen bewusst war, im letzten halben Jahre wenigstens. Und ich konnte nicht anders, ich musste Gott recht geben, aber ich wollte nicht. Ich löckte wider den Stachel, wie weh es auch tat.

Ellen: Aber das, was du vorhin sagtest, Stefan, vom Grund des Meeres und von Erik?

Stefan: Ja. Wir wurden da draußen umher geworfen, nachdem das Boot gekentert war. Ich war am Ende meiner Kräfte, als ich durch Gottes Finger an Eriks Seite geschleudert wurde. Bis zu diesem Tag hatte ich zu Gott nein gesagt. Und als ich nun im Wasser lag, da konnte ich weder ja noch nein sagen. Mir war es, als sei mein Herz ein Stein. Aber da begegnete mir Gott wieder, und da wurde es ernst.

Autor: Sehr lebendig schilderte Stefan dann, wie es in dem großen Augenblick draußen zugegangen war und schloss mit den Worten:

Stefan: Du siehst, Ellen, dass Gottes Langmut größer war als mein Trotz, und das ich nicht verworfen war.

Autor: Ellen war immer aufmerksamer geworden. Sie sah Stefan unverwandt an.

Stefan: Ja, sieh mich nur verwundert an, aber es ist doch wahr, dass ich nicht verworfen war. Er hat mich so innig geliebt, dass er zwei für mich sterben ließ. Denk dir, zwei Leben für einen so elenden Trunkenbold wie ich es war.

Autor: In Ellen wallte und wogte es. Ein warmer Hauch zog über ihre Seele hin.

Stefan: Na, siehst du nun, dass das nur so ein Gerede ist, wenn du sagst, du seist verworfen. Das ist nur so  ein Unsinn, den dir der Teufel einbilden will.

Ellen: Glaubst du also nicht, dass Eriks Tod eine Strafe Gottes war?

Stefan: Ich will dir sagen, was ich glaube, Ellen. Du bist ein Mädchen mit einem starken Willen, und solche Menschen muss Gott oft härter anfassen, um ihr Herz beugen zu können. Nein, eine Strafe war es nicht, es war nur ein harter Griff, um dich zu Gott zu ziehen. Gott kannte uns besser als wir ihn gekannt haben. Und da hat er ungefähr so gedacht: Erik muss sterben, damit die Beiden endlich begreifen. Etwas Geringeres tut es nicht.

Autor: Ellens Herz füllte sich allmählich mit Sonnenschein und Leben; schließlich brach es jubelnd hervor.

Ellen: Dein Friede wird sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswogen. Wunderbarer Gott, du wolltest also den kleinen Wurm nicht zertreten, sondern ihn zu dir erheben. So war es also keine Strafe – sondern Liebe. Dank dir Herr Jesus. Lob und Dank sei dir für das Leben, das du für die Sünde der Welt gegeben hast, auch für meine Sünden – und Lob und Dank für das Leben, dass du genommen hast, um mein widerspenstiges Herz zu dir zu ziehen!

Autor: Da trat der Großvater ein und lächelnd rief Ellen ihm entgegen.

Ellen: Großvater, nun ist meine Seele gesund und mir ist, als sei auch mein Körper gesund.

Autor: Der Großvater hatte es schon gesehen, denn auf dem Gesicht, das ihm entgegenleuchtete, lag der Glanz der Sonne Gottes.

Ellen: Darf ich nun Erik noch einmal sehen, nur einen Augenblick hineingehen? Das darf ich doch?

Autor: Dies konnte man ihr natürlich nicht verweigern. An Marias Arm ging Ellen in das Zimmer, wo Erik lag. Die Gäste waren schon um den Sarg versammelt und in einer kleinen Weile sollte die Feier beginnen.
Ellen blieb lange an dem Sarg stehen, unbeweglich und stumm, die Augen unverwandt auf den Toten gerichtet. Sie weinte nicht. Nur ein feuchter Glanz war in ihren Augen zu sehen. Endlich riss sie sich los. Sie legte die Hand auf die Stirn ihres Bruders und sagte leise, aber doch so laut, dass es alle hören konnten.

Ellen: Erik, so viel gehörte dazu?

Autor: Dann wurde sie in ihr Zimmer zurückgeführt.

Lieber Freund, der du noch nicht Gottes Kind bist, vielleicht fühlst auch du dich heute von Gott verstoßen, weil du seinen Ruf schon mal abgelehnt hast. Doch Gott verstößt keinen, der sich nach Frieden sehnt. Auch dich ruft er heute wieder. So komme zu Jesus. Lege deine Sündenlast bei seinem Kreuz ab. Er wartet auf dich!

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Apr 23 2009

Der Sohn des Schiffers

Geschrieben von Christ under Evangelisation

Der Sohn des Schiffers, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 7 Personen

Erzähler: Die Dämmerung ging langsam in Dunkelheit über, es regnete als die beiden sturmerprobten Schiffsleute dem hellerleuchteten Gebäude zuschritten. Es war ein alter Schiffer mit seinem Bootsmann. Der Schiffer war inzwischen grau geworden aber ungebrochen war seine Kraft. Aus dem von Wind und Wetter zerfurchten Gesicht schauten zwei ehrliche, milde Augen. Doch schien er eine schwere Last zu tragen, die ihm Sorgen bereitete.
Plötzlich näherte sich eine prunkvolle Kutsche in rasanter Fahrt dem Gebäude, mit einem Ruck stand sie still und die Tür flog auf. Einige junge Herren in edler Kleidung sprangen heraus und wandten sich zum Eingang.

Hermann: Voran meine Herren! Schnell herein, die Damen erwarten uns mit Ungeduld, und wir sind wahrscheinlich wieder die letzten.

Schiffer: Hermann, mein Junge, ich möchte dich gern einen Augenblick sprechen.

Erzähler: Der Klang dieser schweren, tiefen Stimme ließ Hermann zusammenzucken. Das Blut schoss dem jungen Mann ins Gesicht und färbte einen Augenblick seine Wangen dunkelrot. Aber sogleich gewann er seine Selbstbeherrschung wieder, fasste Anton Reubers am Ärmel und zog ihn schnell mit in den Eingang des Hauses. Hermanns Freunde merkten nicht das Geringste von dem Zwischenfall, aber dem Amerikaner war nichts entgangen. Er hatte die Worte des Schiffers deutlich vernommen und auch gesehen, wie Hermann plötzlich die Farbe wechselte.

Amerikaner: Van Maarle, hier, der Mann wünscht etwas von dir.

Erzähler:
Für einen Augenblick begegnete der eiskalte Blick Hermanns den treuen, ehrlichen Augen seines Vaters. Er sah den schmerzlichen Zug um dessen Mund, und wie ein Blitz durchzuckte es sein Gehirn.

Schiffer:
Kein van Maarle fuhr je unter falscher Flagge!

Erzähler: Aber das tat er schon zu lange. Der Teufel hatte ihn zu fest in seinen Klauen. Und wieder erlag er dem bösen Geist des Hochmuts und der falschen Scham. Mit einem Achselzucken wandte er sich ab und sagte:

Hermann: Was will der Mann denn. Er verwechselt mich mit einem andern. Doch kommt endlich, meine Herren, wir haben keine Zeit zu verlieren. (ein paar harte Klavierakkorde)

Erzähler: Ein schallendes Gelächter erklang und dann waren die drei Freunde in dem Eingang verschwunden. Nur der Amerikaner blieb zurück, um dem Kutscher Trinkgeld zu geben. Bleich wie ein Toter stand der arme Vater auf dem nassen Bürgersteig. Jede Farbe war aus seinem Gesicht gewichen.

Schiffer: O, Peter! Der Unglückliche will mich nicht kennen. Er verleugnet seinen eigenen Vater.

Erzähler: Aber als der Schiffer den Blick auf seinen treuen Gefährten richtete, fuhr er erschrocken zurück. Das Gesicht des Bootsmannes war völlig entstellt. Die Wut, die in ihm kochte, verzehrte seine Züge. Die Adern an Hals und Stirn traten wie dicke Stränge hervor, und seine Augen, die auf den Hauseingang gerichtet waren, funkelten wie die eines Tieres. Er ballte die Fäuste und wollte nach innen stürmen. Doch mit beiden Händen ergriff der Schiffer den rasenden Seeländer beim Arm und versuchte ihn zurückzuhalten.

Schiffer:
Peter, Peter! — Was hast du vor?

Peter: Was ich vor habe? Ich will den Burschen, der seinen Vater vor seinen nichtsnutzigen Freuden nicht kennen will, herausholen! Er soll heraus, selbst wenn ich sie alle zusammenschlagen müsste. Auf seinen Knien soll er um Vergebung bitten! Schiffer, lasst mich los!

Erzähler:
Van Maarle war ein starker Mann, und seine Hände umklammerte mit festem Griff den linken Arm des Seeländers, doch gegen dessen Riesenkraft, die durch die schier sinnlose Wut noch verdoppelt wurde, konnte der Schiffer nicht an. Der Ärmel von Peters Jacke war bereits eingerissen. Nur noch ein Ruck und Peter würde frei sein und nach innen stürmen, um wer weiß welches Unheil anzurichten. In diesem Zustand war er zu allem fähig.

Schiffer: Peter! Willst du meinen Schmerz vergrößern? Habe ich das verdient?

Erzähler: Mehr als die Worte brachte der tieftraurige Ton der Stimme den wüsten Seeländer zur Besinnung. Die starken, sehnigen Arme des Seeländers sanken herab, und wie jemand, der aus einem schweren Traum erwacht, sah er um sich auf die zusammengelaufene Menschenmenge.

Schiffer: Komm, Peter, wir gehen an Bord.

Erzähler: Solange er konnte, sah der Amerikaner den beiden nach. Hatten die Umstehenden von dem Vorgang auch nichts verstanden, so durchschaute doch er, Bill Darting, die ganze Sache.

Amerikaner: An diesen Abend sollst du dich noch lange erinnern, Hermann van Maarle!

(Musik)

Erzähler: An Bord angekommen, ging van Maarle gleich in die Kajüte, während Peter sich noch erst überzeugte, dass für die Nacht alles in Ordnung war. Dann folgte auch er. Das Haupt in die Hände gestützt, über seine alte Bibel gebeugt saß van Maarle. Peter ging zu Bett. Doch hörte er noch lange van Maarles flüsternde Stimme, der zu seinem Gott rief für sich selbst und – für den verlorenen Sohn, der ihm heute Abend das Herz schier zertreten hatte, aber der trotz allem für ihn doch noch “Vaters Junge” blieb.

(Musik)

Erzähler: In der schönen geräumigen Wohnung von Anton Reubers ging es wieder lustig zu. Der Freundeskreis war vollzählig und man spielte wieder Karten. Aber Hermanns bleiche Wangen fingen an zu glühen, und auf seiner Stirn bildeten sich Schweißtropfen. Derart griff ihn die innere Unruhe und die Angst vor der Entdeckung seines Falschspielens an. Die Karten zitterten in seiner Hand, aber er gewann trotzdem.

Anton: Van Maarle ist ein Glückspilz sondergleichen. Er ist unüberwindlich auf jedem Gebiet.

Hermann: Nur ein blinder Zufall. Heute ist das Glück mir günstig, morgen dem anderen.

Erzähler: Als Hermann die Hand ausreckte, um das gewonnene Geld an sich zu ziehen, stieß der Amerikaner plötzlich die Hand roh zurück. Hermann van Maarle, sonst stets so mutig, wurde bleich wie ein Toter. Er wollte etwas erwidern, aber kein Laut kam über seine Lippen, nur mit Mühe hielt er sich aufrecht. Einen Augenblick blieb es still in dem Zimmer. Alle starrten mit Entsetzen den Amerikaner an.

Benthorp: Ruhe meine Herren! Hier liegt wie ich hoffe ein Missverständnis vor. Bill Darting soll uns eine Erklärung über sein Benehmen geben.

Anton: Und eine deutliche Erklärung, sonst werfe ich ihn die Treppe hinunter!

Benthorp: Beruhige dich, Reubers und lasst uns nicht Partei ergreifen, bevor wir wissen was Darting zu sagen hat.

Amerikaner: Wenn dies für euch kein genügender Beweis ist, dass van Maarle ein Falschspieler ist, dann werde ich euch jetzt etwas erzählen, dass euch möglicherweise doch auf andere Gedanken bringen wird. Erinnert ihr euch, dass an dem letzten Ballabend, als wir vor dem Klub aus dem Wagen sprangen, uns oder besser van Maarle ein Mann ansprach? — Du stelltest dich, als ob du den alten Schiffer mit seinem grauen Bart nicht kanntest. Willst du in dieser Gesellschaft wiederholen, dass du diesen alten Mann wirklich nicht kanntest? Willst du es wagen, van Maarle, zum zweiten mal deinen Vater zu verleugnen?

Anton:
Aber sprich doch Hermann! Verteidige dich und sag dem Amerikaner, dass er ein Lügner, ein Lästerer ist. Was sollte ich sonst von dir denken?

Benthorp: Mach es kurz, van Maarle, und beantworte mir nur diese eine Frage. War der alte Mann dein Vater oder nicht?

Erzähler:
Jetzt trat Hermann hervor, und obwohl sein Gesicht kreideweiß aussah, erklang seine Stimme doch fest und klar, und seine schwarzen Augen funkelten wieder, als er sie auf Bill Darting richtete.

Hermann:
Du hast gewonnen, Bill Darting. Obwohl deine Triebfeder niedrige Rachesucht ist, kann mich das nicht entschuldigen und an der Tatsache nichts ändern. Ja, der alte Schiffer mit dem grauen Bart ist mein Vater, ein Vater, so groß und edel wie ich ein Feiger, erbärmlicher Schuft bin. –Ich werde euch alles erzählen. Mein Vater ist ein Schiffer auf einem Tjalkschiff, und so weit er zurückdenken kann, waren alle seine Vorgänger dasselbe gewesen. Wiederholt sagte mir mein Vater, als er an meiner Ehrlichkeit zu zweifeln begann.

Schiffer: Denke daran Hermann, kein van Maarle fuhr je unter falscher Flagge.

Hermann: Und ich Elender bin seit meinem ersten Besuch in eurem Haus, Anton, unter falscher Flagge gefahren. Kurz, ich bezog das Gymnasium, und Anton nahm mich mit zur Villa. Gleich am Anfang schon wurden meine Augen und mein Gemüt betäubt durch den Glanz des Reichtums, und als ich gefragt wurde, wer mein Vater wäre, gab ich zur Antwort, dass mein Vater Schiffsbesitzer sei. Das war so zweideutig wie möglich. Denn wohl war mein Vater ein Schiffsbesitzer, aber nur Schiffer auf seiner eigenen Tjalk und kein Reeder, wie man in eurem Hause vermutete, Anton.
Von dieser Zeit an trieb meine törichte Eitelkeit mich immer weiter auf der falschen Bahn. Ich brauche hierüber nicht mehr viel hinzuzufügen, denn ihr alle wisst, wie ich gelebt habe. Mein Vater, einst ein wohlbestellter Bürger, hat für mich bezahlt, solange er konnte, bis zum Schluss sein Fahrzeug und unser altes Schifferhaus so belastet waren, dass kein Geld mehr darauf zu bekommen war, und er mir nur mit der größten Mühe das allernötigste senden konnte. Ehe Darting erschien, war ich fest entschlossen, so schnell wie möglich mein Studium zu beenden und mir eine Stellung zu erobern – nötigenfalls eine reiche Heirat zu machen.
- Aber dann trat dieser Amerikaner in unsere Mitte, der, von seinem Hass angespornt, mich auf Unkosten trieb, die ich nie auf ehrliche Weise bezahlen konnte. So bin ich zum Falschspieler geworden, und als ich an jenem Abend meinem Vater gegenüberstand, sah ich mich vor die Wahl gestellt, entweder meinen Vater zu verleugnen, oder im letzten Augenblick alle Früchte meines jahrelangen Betruges preiszugeben.
– Ich erbärmlicher Feigling wählte das erste. Ich verleugnete den alten Mann und brach ihm sein edles Herz. Der Blick, mit dem er mich ansah, wird auf meiner Seele brennen bis in den Tod. Nun wisst ihr, wer Hermann van Maarle ist! Der schmutzigste Hafen ist nicht schmutzig genug, meine Schande darin zu ersäufen.

Erzähler:
Bevor einer der Studenten ein Wort äußern oder Hermann zurückhalten konnte, war dieser die Treppe hinab gestürzt. Da stand er jetzt in der dunklen Nacht auf der Straße, wandte noch einmal das bleiche Gesicht nach dem Haus, wo er so lange bei seinen Freunden als die Hauptperson gegolten hatte und aus dem er als ein Ehrloser geflohen war. Dann jagte er wie ein Verfolgter durch die dunklen Straßen der Universitätsstadt. Fort, nur immer fort, aber – wohin?(Musik)

Etwa ein Jahr war dahingeflogen. Es war ein schweres Jahr gewesen. Peter und van Maarle ließen keine Gelegenheit aus, sobald sie irgendwo anlegten, nach Hermann zu suchen. Aber alles war erfolglos. Wieder einmal lagen sie  auf einem Kanal vor Amsterdam. Peter ging nach Feierabend etwas in die Stadt um ein paar Besorgungen zu erledigen.

Schiffer: Du bist früh zurück, Peter. Was ist los? Du bist ja ganz abgehetzt.

Peter: Ich habe Hermann gesehen und bin ihm gefolgt. Ich weiß wo er jetzt ist.

Schiffer:
Wir wollen gleich zu ihm gehen. Ist er auch so tief gesunken, ich gebe ihn nicht auf, denn bei Gott ist Erbarmung, und Er war es, der dich meinen Hermann hat finden lassen. Gott hat meine Bitte erhört. Komm, Peter, wir wollen Hermann holen.

Erzähler:
Drei Treppen hoch, auf einer elenden Speicherkammer, wohnte Hermann van Maarle. Immer tiefer war er gesunken in Sünde und Schuld. Um nicht zu verhungern, war Herman gezwungen, sich nach Arbeit umzusehen, und es gelang ihm. Eine Zeitlang schleppte er sich so fort. Eines Abends hatte er sich so betrunken, dass er seine Wohnung nicht mehr fand und den größten Teil der Nacht auf dem Straßenpflaster schlief. Den nächsten Tag hatte er noch gearbeitet, obwohl ihn das Fieber schüttelte und ein scharfer, trockener Husten seine Brust schier zerriss. Dann hatte er sein erbärmliches Lager nicht verlassen können. An dem Abend, wo Peter ihn durch die Gasse schwanken sah, war die Not aufs höchste gestiegen. Viel zu krank um aufzustehen, hatte er sich zu dem Händler, dessen Bücher er in Ordnung halten sollte, geschleppt. Doch der hatte ihm sagen lassen, dass er seine Dienste nicht mehr wünsche. Noch nie hatte er sich so verlassen gefühlt, wie an diesem Abend. Ach, wenn doch der Tod käme und ihn von seinem Elend und Jammer befreite! Ein heftiger, schmerzhafter Hustenanfall unterbrach ihn in seinen verzweifelten Grübeleien. Kalter Schweiß trat auf seine Stirn, und als der Anfall endlich vorüber war, sank er todmüde auf seinen Stuhl zusammen. Eine furchtbare Angst überkam ihn. Waren das keine Zeichen des nahen Todes? –

Schiffer: Hermann, mein Junge!

Erzähler: Hermann starrte ihn an. Die Stimme versagte ihm. Der Schiffer umklammerte die feuchte Hand des Sohnes, der den Kopf auf die Brust sinken ließ und in haltloses Schluchzen ausbrach. (Musik setzt ein)

Schiffer: Armer, armer Junge, du hast Gott verlassen, aber Er hat das Gebet eines suchenden Vaters gehört und uns hierher geleitet.

Erzähler: Langsam erhob Hermann das todbleiche Antlitz. Er sah, wie sehr sein Vater in dem einen Jahr ergraut und gealtert war.

Hermann: Vater, o Vater, wenn du alles wüsstest, würdest du den Elenden von dir stoßen. Ich bin all die Jahre unter falscher Flagge gefahren, ich habe geheuchelt, gelogen und betrogen.

Schiffer: Hermann, ich weiß alles!

Hermann: Und trotzdem hast du mich, der ich nicht wert bin zu leben, noch gesucht? O Vater, ich habe dich verleugnet, ich habe deinen ehrlichen Namen geschändet durch mein elendes Betragen. Ich glaubte, mir einen ansehnlichen Platz in der Welt zu erwerben, und dafür habe ich meine Seele verkauft und dein Vermögen verschwendet. Bitter habe ich es bereuen müssen. Von Gewissensbissen und Reue getrieben, wollte ich meinem Leben ein Ende machen. Aber ich war zu feige. Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dir danken, Vater, dass du mich in diesem verlorenen Winkel aufgesucht hast, aber kehre jetzt mit Peter wieder an Bord zurück und erzähle Mutter nie, wie du mich angetroffen hast; es wird schnell mit mir zu Ende gehen.

Erzähler: Ein neuer Hustenanfall ließ ihn nicht weiter reden, und wieder färbte das Blut seine Lippen rot. Schnell wischte er es ab, aber der Schiffer hatte es bereits gesehen. Das Herz des Vaters schlug laut vor Schmerz und Mitgefühl.

Schiffer:
Still, Hermann, still, du hast viel gefehlt, aber trotzdem bist du noch “Vaters Junge.” — Komm, Hermann, wir gehen an Bord und morgen fahren wir, so Gott will, zusammen nach Hause.

Erzähler: —Wenige Wochen später konnte Hermann durch Ringen und Kämpfen endlich die Gnade Gottes fassen und ihm sein Herz übergeben. Nun war erst recht Freude im Schifferhaus, dass “Vaters Junge” in jeder Beziehung heimgefunden hatte. —Mit Hermann ging es bergab. Lange Hustenanfälle und Fieber ließen sein baldiges Ende voraussehen. Doch je mehr seine Kräfte abnahmen, umso ruhiger wurde es in seinem Inneren.

Hermann:
Vater, Mutter, ich sehe euch nicht mehr. Es wird sicher dunkel draußen, aber hier innen wird es Licht. Gott lob, es wird Licht!

Erzähler: Noch ein kurzer Seufzer, dann brachen seine dunklen Augen, und Hermann van Maarle war heimgegangen.

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Apr 23 2009

Der Fabrikant

Geschrieben von Christ under Evangelisation

Der Fabrikant, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 7 Personen

Fabrikant: Heute spür ich meine Lunge stärker als sonst. Es wird immer schlimmer! Ich muss mich hinlegen!

Frau: Soll ich den Arzt holen?

Fabrikant: Ja, mein Hausarzt ist ein guter Freund von mir. Lass ihn sofort kommen. Ihm kann ich wenigstens trauen.

Sprecher: Die Frau machte sich auf den Weg. Verschiedene Gedanken flogen ihr durch den Kopf. Sollte ihr Mann an einer schlimmen Krankheit leiden? Was wohl der Doktor sagen wird? Als der Arzt hörte, dass sein Freund krank ist, machte er sich sofort auf den Weg. Dort angekommen untersuchte er seinen Freund und sagte dann ruhig:

Arzt: So, ich gebe dir jetzt eine Spritze und du wirst sehen wie schnell du wieder auf den Beinen bist! Aber jetzt muss ich gehen. Tschüss!

Fabrikant: Tschüss, danke für deine Mühe.(Kurze Zeit später) Wie siehst du denn aus und wieso weinst du? Hat er dir etwa was anderes gesagt?

Frau: Ja! (traurig)

Fabrikant: (erschrocken) Was, so ein Lügner! Ruf sofort Professor Derksen an und bitte ihn schnell zu kommen, ich bekomme solche Beklemmungen.

Sprecher: Kurze Zeit später kam Professor Derksen. Nach der Untersuchung sagt er:

Professor: Wenn sie es genau wissen wollen – menschliche Hilfe ist hier völlig ausgeschlossen. Regeln sie so schnell wie möglich ihre Geschäfte, denn bald wird eine Bewusstlosigkeit eintreten, aus der sie nicht mehr aufwachen. Das ist alles was ich ihnen sagen kann. Auf Wiedersehen.

Fabrikant: Auf Wiedersehen, Herr Professor. Und vielen Dank. (zur Frau) Weine nicht. Mein Testament ist gemacht und meine Geschäfte sind geordnet. Und doch habe ich solch eine Angst vor dem Tode. Ich fürchte, dass es danach ein anderes Leben gibt – und ein Gericht vor Gottes Richterstuhl. Ich bin nicht mit Gott im Reinen. Lasse doch sofort Pfarrer Karo kommen, den Prediger unserer Kirche.

Sprecher: Um acht Uhr kam der Pfarrer, ein bekannter Redner und moderner Wissenschaftler. Er setzt sich aufs Bett und fing an, über allerlei interessante Erfahrungen zu reden. Heftig unterbrach ihn der Kranke.

Fabrikant:
Ich habe nicht mehr lange zu leben. Sagen sie mir bitte, Herr Pfarrer, ob es wissenschaftliche Beweise gibt, dass mit dem Tode alles aus ist.

Pfarrer: Beweise nicht so sehr, aber große Wahrscheinlichkeiten. Der Mensch lebt wohl weiter, aber nur in seinen Taten und Werken. Alles andere ist fromme Sage und symbolische Darstellung.

Fabrikant: Ja, so habe ich früher auch gedacht, aber jetzt, wo ich kurz vor dem Tode stehe, glaube ich bestimmt, dass ich vor dem Throne eines heiligen und lebendigen Gottes erscheinen muss. Oder haben sie überzeugende Beweise für ihre Lehre?

Pfarrer: Sie müssen sich zufriedengeben mit dem, was sie erlebt und getan haben.

Fabrikant: Aber das ist es ja gerade: Meine Taten klagen mich als Sünder an und sagen mir, dass ich verloren bin. Unehrlich in Geldgeschäften, untreu in meiner Ehe, hart gegen meine Arbeitnehmer. Können sie mir denn keine Hilfe bringen in meiner Not wegen meiner Sünden?

Pfarrer:
(steht auf) (böse) Bitten sie den Arzt um eine Spritze. Dann wird ihre Angst verschwinden und sie können schlafend hinübergehen.

Fabrikant: Hinüber – aber wohin denn? Ich werde sie vor Gottes Thron anklagen! In meinem Leben haben sie mich irregeführt und jetzt lassen sie mich ohne einen Trost zurück.

Pfarrer:
(achselzuckend) Unsinn, diese Argumente für die Vergeltung nach dem Tode! Von einem so gebildeten Menschen hätte ich das nicht erwartet. (er geht)

Fabrikant: Katrin, was soll ich nur machen? Ich habe Angst vor dem Gericht Gottes.

Frau: Unsere älteste Tochter sprach doch seinerzeit so lobend über den jungen Pfarrer Rosting. Er wohnt jetzt in unserer Stadt. Wollen wir ihn nicht bitten, ob er bereit ist, hierher zu kommen?

Fabrikant: Rosting? Ach ja, das ist so ein frommer Schwärmer. Aber auf jeden Fall weiß er, was er glaubt. Geh’ doch selbst mal zu ihm und erzähl ihm alles. Vielleicht kommt er, obwohl es schon sehr spät ist.

Sprecher:
Gegen elf Uhr nahm Prediger Rosting neben dem Sterbenden Platz und ergriff dessen bebende Hand. Der Kranke seufzte tief. Dann gab er eine ergreifende Schilderung seines Lebens ohne Gott, seiner Genuss- und Selbstsucht. Einige Male zuckte seine Frau zusammen, als ihr Mann seine Ungerechtigkeit bekannte. Als er erschöpft in die Kissen zurücksank, sagte der Prediger ruhig und sehr ernst:

Prediger: Dann sind sie zweifellos verloren.

Fabrikant: Verloren! – Ja, das sagt mir auch mein Gewissen.

Prediger: Aber Jesus Christus ist gekommen zu suchen und zu erretten was verloren ist. Sobald sie erkennen, dass sie nichts wieder gutmachen können und wie ein Ertrinkender in der Brandung untergehen müssen, dann sind sie reif für die Gnade Gottes. Jesus Christus hat für die Errettung gottloser Sünder so unendlich viel gelitten. Seine Arme strecken sich nach einem jeden aus, der ihn in der Not ausruft. Er nimmt die Sünden so vollkommen weg, als ob sie nie begangen worden wären.

Fabrikant:
(plötzlich sehr laut) ALLES ?

Prediger:
Ja, alles! Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden bekommen können.

Sprecher: Es war sehr still im Raum. Danach beteten sie miteinander. Der Prediger las dem Sterbenden nun noch einige Stellen aus der Heiligen Schrift vor:

Prediger: Wer zu mir kommt den werde ich nicht hinaus stoßen. (Joh.6,37) Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß wie Schnee werden, wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.(Jes.1,18) Und das Blut Jesu Christi seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.(1.Joh.1,7b) (kleine Pause) Glauben Sie, dass Jesus alle ihre Sünden vergibt?

Fabrikant: Ja, ich glaube, dass er alles vergibt.

Sprecher: Er richtete sich ein wenig auf, seine Augen waren weit geöffnet, so als ob sie droben schon die Herrlichkeit sahen. Ein Seufzer noch und er war entschlafen. Die Hinterbliebenen waren tief beeindruckt. Wenn du Jesus Christus noch nicht kennst, so komme heute und bekenne deine Schuld, er wird dir Frieden und das ewige Leben geben. Warte nicht bis es dir erst schlecht geht, sondern komme jetzt, solange du noch jung und gesund bist.

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