Archive für die Kategorie 'Erntedankfest'

Sep 22 2008

Gaben die Gott gibt

Geschrieben von under Erntedankfest

Gaben die Gott gibt, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 8 Personen

Sprecher: Liebe Freunde! Versuchen wir heute in unseren Gedanken in die Zukunft zu gehen und stellen uns den Tag vor, an dem wir vor Gottes Thron stehen. Wir alle haben vom Herrn Gaben bekommen. Jetzt müssen wir Rechenschaft ablegen darüber, wie wir sie im Leben verwendet haben.

Herr: Mein Knecht! Sag an, welche Gabe Ich dir gab zu meiner Ehre? Wie hast du sie im Leben verwendet und welche Frucht hat es gebracht?

Prediger: O mein Herr! Welche Gabe Du mir gegeben hast? Eine herrliche! Ich bin Prediger Deines Reiches gewesen und habe dir mit Eifer gedient.

Herr: Prediger? Interessant! Ich kann mich nicht an dich erinnern, deinen Namen kenne Ich nicht. Wo hast du gepredigt? Und wann?

Prediger: Herr, so viele Jahre habe ich Dich auf der Kanzel verherrlicht und Du kennst mich nicht?

Herr: Ich kenne dich nicht. Einen Samen muss man säen nicht dort, wo er schon aufgegangen ist, sondern wo Menschen schon so lange in Sünden verloren gehen. Du hast schöne Worte gepredigt und die Schrift ausgelegt, aber vor der Welt hast du dich geschämt, hast versucht dich zu verstecken und hast geschwiegen. Als es dazu kam, in der Tat Mich der Welt zu zeigen, wo du mit deinem Leib leiden musstest, hast du Mich schändlich verleugnet. Nein, für so einen Prediger haben wir keinen Raum!

Und du Magd, womit hast du Mir gedient?

Sängerin: Mit einer schönen und wunderbaren Gabe. Ich bin Sängerin, Herr.

Herr: Sängerin? O das ist herrlich, wenn du für Sünder singst, wenn du ihnen mit lautem klaren Ton die Botschaft der Errettung bringst. Du hast für sie gesungen?

Sängerin: O ja, Herr. Unser Chor war von den besten, und weißt Du, davon sprach die ganze Stadt.

Herr: Hast du denn wirklich in den Gottesdiensten, wo der Chor gesungen hat, die Botschaft weitergegeben? Und für wen hat der Chor gesungen?

Sängerin: Aber zum Singen bin ich doch berufen und nicht zum Predigen.

Herr: Nein, das verstehst du falsch. Im Gottesdienst singen ist eins, das andere scheinst du nicht zu wissen, dass die sündige Welt auf dich wartet. Ja, retten unglückliche, verzweifelte, sie aus den Klauen Satans reißen mit frischem Gesang, wo Armut und Elend wohnen, in den Gefängnissen zu singen dem Schöpfer und Erretter. Nein, vergraben hast du dein Talent, Frucht hast du nicht gebracht. Du hast Ehre und Lob geliebt und hast der Welt keine Freudenbotschaft gebracht.

Mein Kind, du bist seht jung. In deinem Alter ist es nicht schwer Mir zu dienen. Womit bist du hergekommen?

Mädchen: Herr, meine Arbeit war sehr klein, auch selber bin ich nicht groß, aber was du mir gegeben hast, habe ich Dir in Fülle zurückgebracht. Meine Aufgabe war, Deine Worte aufzuschreiben und sie überall zu verbreiten. Arme und Kranke besuchen und sie mit Deinem Worte zu trösten. Ich kann auch Geschichten, Gedichten und Lieder schreiben. Ich kann singen und spielen. Ein unscheinbarer, einfachen Dienst, aber ich tat ihn von Herzen gern.

Herr: O meine Freude! Dein Dienst war groß und nicht einfach. Gehe ein in die Herrlichkeit. Die Früchte deiner Arbeit gehen ja hinter dir.

Wer bist du?

Soldat: Ich bin Dein Streiter. Ich bin bereit, den Menschen das Geschenk der Erlösung zu bringen. Ich habe meinen Leib und mein Blut nicht geschont für die Herrlichkeit. Gelitten habe ich für Dich durch die Brüder und durch die Welt dafür, dass ich Dich geliebt habe. Überall und immer wurde ich verfolgt.

Herr: Dein Dienst ist groß und sehr kostbar. Weil du ihn tatst, warst du auf Erden sehr arm, aber du bist mit Freuden gestorben für Mich, also ererbe Freude und Ruhe, gehe ein in mein haus, er gehört jetzt auch dir.

Womit hast du gedient? Welche Gabe habe ich dir gegeben?

Frau: Ja, wie soll ich das sagen, ich habe überhaupt keine Gaben.

Herr: Das kann wirklich nicht sein. Du hast ein großes Einkommen gehabt. Konntest du damit nicht dienen?

Frau: Ein großes Einkommen? Ja, doch Zufluchtsorte gibt es viele, und Arme wenige. Wie ich konnte so habe ich auch geholfen.

Herr: Dich hat der Reichtum geblendet. Arme gibt es genug, aber die Eitelkeit hat dich besiegt. Viele neue Kleider kauftest du dir im Jahr und deine Nachbarin hatte so wenig Geld, dass auch die Kinder nur alte Sachen tragen mussten. In dem Umkreis, wo du gewohnt hast, wohnte ein altes Mütterchen, ganz arm, ihr könntest du immer helfen, sie brauchte nur ganz wenig. Nein, so ein Faulenzer, der nur für sein eigenes Glück gelebt hat, wer taub war, wenn andere in Schwierigkeiten waren, hat in meinem Reich kein Platz.

Welchen Dienst hast du auf deinem langen Weg verrichtet im Weinberge des Herrn?

Gärtner: Mein Dienst war der kleinste, einfacher Gärtner war ich. Meine Aufgabe war, das Volk, das für Dich arbeitet, zu unterstützen, dass es nicht schläft, sondern vorwärts geht und immer siegt. Mein Dienst, zu beten für die ganze Welt, für die, die vom Satan versucht werden, für die, die noch in der Welt sind und nicht errettet.

Herr: O dieser Dienst ist sehr wertvoll, die Belohnung ist groß; dein Dienst als Stütze für die Menschen, gehe ein in die Herrlichkeit.

Sprecher: Liebe Freunde! Die Stunde ist nicht mehr fern, in der wir wirklich vor unserem Herrn stehen werden und Rechenschaft ablegen, wie wir auf Erden gedient haben. Wollen wir doch im Ernst das Gehörte überdenken und solange es nicht zu spät ist, unsere Gaben aufdecken und nach dem was uns gegeben ist sei es auch der kleinste Dienst, dienen dem Herrn mit Freuden und von Herzen.

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Sep 22 2008

Nichts als Blätter

Geschrieben von under Erntedankfest

Nichts als Blätter, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 5 Personen

A: Ein Feigebaum steht auf dem Dorfplatz.
B: Er ist groß und mächtig, und seine Zweige sind stark.
C: Die Menschen, die vorübergehen, bewundern oft sein stattliches Aussehen.
D: Doch schiebt man einmal die Zweige zur Seite, um seine Früchte zu sehen, so stellt man fest: Hier sind nur Blätter.
E: Nichts als Blätter!

A: Ein Christ ist in der Gemeinde.
B: Er ist schon lange im Glauben und hat eine gute Bibelkenntnis.
C: Die anderen sagen: Wahrscheinlich betet er sehr viel.
D: Doch wenn Gott sich anschickt, um nach der Frucht zu sehen, so findet er nur Blätter.
E: Nichts als Blätter!

A: Sind denn Blätter schlecht?
B: Der Baum braucht sie doch, und sie sehen gut aus!
C: Doch Blätter ohne Frucht verfehlen den Zweck.
D: So ist auch ein Glaube ohne Werke…
E: … nichts als Blätter

A: So manch ein Christ müht sich ab.
B: Bei jedem Dienst ist er dabei.
C: Er opfert viel Zeit, um mitzuhelfen. Doch fehlt ihm die Liebe.
D: Und ein Dienst ohne Liebe ist wie ein Baum ohne Frucht.
E: Nichts als Blätter.

A: Ein anderer kann gut singen.
B: Er singt in mehreren Chören, und er ist immer dabei.
C: Doch singt er nicht für den Herrn, sondern eigentlich für sich.
D: Und ein Dienst, für die eigene Ehre getan, ist wie ein Baum ohne Frucht:
E: Nichts als Blätter.

A: Ein Baum ohne Frucht ist unnütz.
B: Im Herbst fallen die Blätter ab, und dann ist er ganz kahl.
C: Umsonst entzieht er dem Boden die Nährstoffe.
D: Umsonst genießt er den Sonnenschein. Statt Frucht zu bilden…
E: … nichts als Blätter.

A: Aus einem Blatt wird nie eine Frucht, denn der Ansatz ist schon anders.
B: Die Ursache der Fruchtlosigkeit muss beseitigt werden, und es muss ein neuer Ansatz geschehen
C: Dasselbe gilt auch für uns. Aus einem Blatt wird keine Frucht.
D: Es muss sich etwas ändern, damit es nicht am Ende heißt:
E: Nichts als Blätter!

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Sep 22 2008

Die Decke

Geschrieben von under Erntedankfest

Die Decke, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 4 Personen

Vater: Es ist recht kühl heute Abend, obwohl wir erst September haben. Der Himmel scheint durch seine blaugraue Farbe den ersten Nachtfrost ankünden zu wollen.

Holger:    Vater, willst du damit sagen, dass auch die Haferernte durch den Frost schlecht ausfallen wird?

Vater: Ja, Holger. Das letzte Jahr ist für die Landwirtschaft sehr ungünstig gewesen. Die Heuernte ist durch den anhaltenden Regen missraten und durch den Hagel hat auch der Roggen sehr gelitten. Tja, mein Sohn, ich fürchte aus deinem Studium wird nichts, zumindest in diesem Jahr. Wenn nun auch der Hafer keinen Gewinn bringt, habe ich nicht das nötige Geld für dich. Dann musst du mir hier auf dem Hof helfen, weil ich keine fremde Hilfe bezahlen kann. (nachdenklich) Dass ich gerade soviel Hafer gesät habe? Und er steht so schön.

Sprecher: Es war fast ein liebkosender Blick, mit dem der Vater das riesige Haferfeld betrachtet, dass sich bis zum Horizont erstreckte. Dann aber nahm sein Gesicht einen sehr sorgenvollen Ausdruck an als er zum Himmel schaute, der in seiner durchsichtigen Klarheit nichts Gutes verhieß. Holger antwortete nichts darauf, seine Enttäuschung war zu groß. Sollten seine Anstrengungen, sein Fleiß und seine Ausdauer umsonst gewesen sein? Der Vater ging ins Haus, doch Holger stand immer noch auf dem Hof und schaute zum Himmel. Um ihn her war es auffallend still.

Holger: Diese vollkommene Ruhe ist grade zu bedrückend. Ich wünschte, ich könnte jetzt das Heulen und Pfeifen herbstlicher Regenböen hören. Aber kein Lüftchen regt sich. Der Wetterhahn zeigt schon seit Stunden nach Norden und die Temperatur sinkt. Vorhin waren es noch 6°C gewesen und jetzt zeigt das Thermometer ganze 3°C an. Wir haben keine Aussicht auf anderes Wetter. Dabei habe ich doch seit Wochen für das geplante Medizinstudium Gott um Segen gebeten. Und nun soll eine Frostnacht meine ganze Hoffnung zerstören? Kann ich überhaupt noch glauben? (schaut zum Thermometer) 2°C! Es gibt Frost, sogar starken Frost! Alles, alles aus!

Stina: (kommt dazu) Was ist aus?

Holger: Mit meinem Studium, wenn der Hafer erfriert. Aber das verstehst du noch nicht und das brauchst du auch nicht. Du kannst ja doch nichts daran ändern.

Stina: Tut dir das denn so leid, wenn du nicht studieren kannst? Hier bei uns ist es doch am allerschönsten, oder nicht?

Holger: Ja, Stina, das tut mir sehr leid.

Stina: (schaut den Bruder von der Seite an, spricht zu sich selbst) Verstehe ich nicht. Es muss wohl eine böse Sache sein. Was hat denn Studium mit Wetter und Hafer zu tun? Ich hab’s! – Holger, ich hab eine Idee! Mutter hat heute über das Blumenbeet an der Hauswand eine Decke gelegt, damit die Blumen nicht erfrieren. Das hat sie mir erklärt. Kann Vater nicht den Hafer auch zudecken?

Holger: (unwillig) Dummes Zeug! (dann lachend) Nein, Stina. So eine große Decke haben wir nicht. (Pause)

Stina: Weißt du was? Wenn Papa keine so große Decke hat, dann kann doch Gott das Feld zudecken, meinst du nicht auch? (sie geht)

Holger: (zu sich) Was ich meine? Ich werde wohl alle Hoffnungen begraben müssen, denn das Thermometer zeigt nur noch 1°C an. Wir Menschen können nichts ändern. Wir stehen ohnmächtig den Gesetzen und Abläufen der Natur gegenüber. Und Gott? Kann er noch einen Ausweg schaffen? Und wenn er doch die Macht dazu besitzen würde, bezweifle ich doch sehr stark, dass er es nur für einen Menschen tun würde. Ach, wenn ich nur glauben könnte wie meine kleine Schwester. Sie braucht keine Angst zu haben oder enttäuscht zu sein, weil sie Gott vertraut. Mein Glaube jedoch stirbt.

Sprecher: Während Holger ruhelos im Zimmer auf und ab schritt, schlief Stina schon längst. Davor hatte sie vertrauensvoll dem Herrn Jesus gebeten, eine große Decke über das Haferfeld zu breiten, damit es nicht erfrieren könne. Nun sah sie im Traum, wie eine Schar von Engeln auf die Erde herabstieg, die eine riesige weiße Decke in den Händen hielten und sorgfältig über das weite Feld breiteten. Stina’s Freude kannte keine Grenzen. Was würde Holger nun sagen? Holger stand schon früh auf. Draußen traf er seinen Vater, den die Sorgen ebenfalls nicht hatten schlafen lassen. Seine Augen strahlten.

Vater: Schau mal, Holger. So weit man sehen kann, liegt dichter weißer Nebel auf den Feldern und Wiesen. Gott hat unseren Hafer heute Nacht vor dem Erfrieren bewahrt. Er kann es auch weiterhin tun. Auch der Wind hat sich gedreht.

Sprecher: Holger brachte kein Wort heraus. Minutenlang schaute er auf die große schützende Decke. Dann lief er in sein Schlafzimmer zurück, fiel auf die Knie und betete. Er fühlte, wie sehr er durch seinen Zweifel, seinen Unglauben Gott verunehrt hatte. Voll Beschämung bat er um Vergebung. – Jahre sind vergangen. Es ein nebliger Frühlingsmorgen. Doch trotz des trüben Wetters herrscht in der Universitätsstadt reger Betrieb. Viele Studenten haben ihr Schlussexamen bestanden und sollen heute ihren Doktortitel entgegennehmen. Zu den festlich gekleideten jungen Leuten gehören auch Holger und seine Schwester, die auch an der Feier teilnimmt. Stina strahlt. Stolz schaut sie zu ihrem Bruder auf und dankt im Stillen ihren himmlischen Vater, dass ihre Familie diesen Tag erleben darf.

Stina: Wenn doch nur die Sonne scheinen wollte. Der Nebel passt gar nicht zu diesem Feiertag.

Holger: Findest du nicht? Ich meine, der Nebel passt gerade heute für uns. Weißt du nicht mehr, wie du an jenem Abend, der alle meine Hoffnung zu zerstören drohte, um eine große Decke für den Hafer gebetet hast? Der Nebel, den Gott mir damals sandte ist mir auch im Glauben eine Hilfe gewesen. Damals sah es nicht gut bei mir aus. Aber wie gnädig ist Gott! Ich weiß: Selig ist, der nicht sieht und doch glaubt. Und doch kommt er uns immer wieder zur Hilfe in dem er sich sehen lässt, so wie auch der Jünger Thomas die Narben des auferstandenen Herrn anfassen durfte. Dank sei ihm, dass wir ihn kennen dürfen als unsren Gott, der gerecht und heilig ist, aber auch als Vater, der für uns mit unendlicher Liebe sorgt.

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Sep 22 2008

Der unfruchtbare Baum

Geschrieben von under Erntedankfest

Der unfruchtbare Baum, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 6 Personen

(Farmer Rössler kommt heim, wirft Mütze und Handschuhe auf den nächsten Stuhl, und geht die Hände reibend auf und ab.)

Rössler: (für sich) Ist das heute aber kalt, wenn es so weiter geht, schneit es bald. (rückt einen Stuhl an den Tisch, setzt sich und blättert in einer Zeitung. Gleich darauf kommen drei junge Männer herein. Max geht zu seinem Vater, während seine Freunde an dem Tisch stehen bleiben)

Max: Vater stört es dich, wenn wir unseren Dialog hier üben?

Rössler: Ganz und gar nicht, im Gegenteil, ich höre gern zu. Vielleicht kann ich euch helfen, wenn ihr stecken bleibt.

Max: Das ist fein. (rückt einige Stühle zur Seite) So, nun können wir gleich beginnen. (reicht dem Vater einen Zettel) Hier kannst du mitlesen, der Dialog heißt: „Der unfruchtbare Baum.“ Ich denke es wird dir gefallen. Kommt, wir fangen gleich damit an.

(Gehen alle drei ab, Rössler setzt sich weiter zur Seite. Gleich darauf kommt Max als Gärtner mit einer Axt herein. Von der anderen Seite kommt Michael mit einem Spaten)

Max: Nun, wie ist es, hast du Arbeiter gefunden, die willig sind im Weinberge unseres Herrn zu arbeiten?

Michael: Nur wenige, die meinem Ruf sofort Folge leisten.
Viele wollen noch erst dies und das tun, die meisten aber ließen meinen Ruf an ihren Ohren vorüberklingen, ohne sich darum zu kümmern. Ja, manche überschütteten mich mit Hohn und Spott.

Max: Es ist schlimm, sehr schlimm, dass die Menschen die Zeichen der Zeit nicht verstehen wollen.

Michael: Wie Nachtfalter, die das Licht umgaukeln, bis sie sich die Flügel verbrennen, so umtanzen die Menschen das Feuer der Weltlust bis sie verbrannt zu Boden sinken. Ja Freund, die Zeit ist ernst, lass uns keine Minute verlieren und an die Arbeit gehen.

Max: Gehe an deinen Ort, mich hat der Herr hierher gestellt, um mir neue Anweisungen zu geben.

Herr: Ich habe soeben den Garten besichtigt und finde an dem einen Baum wieder keine Frucht. Darum hau’ ihn ab, den unfruchtbaren Baum. Umsonst ist’s das bisher er stand. Er hindert nur dem guten Land. Ergreif die Axt mit kräftiger Hand, und hau’ ihn ab!

Max: O lass ihn stehn, ein Jahr noch hab Geduld.
Siehe seine schmucken Zweige an,
die hoffnungsvoll ihn rings umfah’n. O lass ihn stehn!

Herr: Hau’ ihn ab, verbrenn den faulen Baum
In meines Weinbergs lichten Höh’n
Will ich nur solche Bäume sehn
Die vor mir fruchtbeladen stehn. Drum hau’ ihn ab!

Max: O lass ihn stehn, ein Jahr noch lass ihn stehn.
Vielleicht, wenn man recht an ihm schafft
Erhält er neue Lebenskraft.
Wenn nicht so wird er weggerafft. O lass ihn stehn.

Herr: Nun gut so bleibt er nochmals stehn
Ein ganzes Jahr zu tragen Frucht.
Doch bringt er nicht sei er verflucht!

(geht ab)

Max: (nickt traurig mit dem Kopf, dann singt er)
Ach Blätter, nur das ist betrübt
Sieh, wie dein Heiland weint.
So wenig hast du ihn geliebt
So wenig treu hast du geübt,
dass nichts an dir erscheint.
Als Blätter nur, ach Blätter nur…

(Nach dem Schluss des Liedes kommen Michael und sein Freund wieder herein, alle drei umringen den Rössler)

Max: Wie war es Vater?

Rössler: Nun das ging ja ganz gut, nur ihr müsst noch etwas deutlicher sprechen und du musst herzhaft singen.

Max: Ich will mir Mühe geben, aber wenn ich da oben auf der Plattform stehe und die vielen Menschen sehe, dann werden meine Knie zittern.

Rössler: Wann werdet ihr den Dialog vortragen?

Max: Am Freitagabend. Ich muss das Lied noch ordentlich üben, sonst bekomme ich keinen Ton heraus.

Michael: (lachend) Na, da komme nur gleich mit, mein Vater wird dich auf dem Klavier begleiten und du singst es so lange bis du es im Schlaf kannst.

Max: Ja das werden wir tun. Tschüß Vater.

(Rössler steht auf und setzt sich wieder an den Tisch. Den Kopf in die Hände gestützt und vor sich hinstarrend. Seine Frau kommt herein ohne dass er sie bemerkt)

Frau: Was ist mit dir los? Hast du Sorgen oder quält dich sonst etwas?

Rössler: Beides.

Frau: Kann ich dir nicht helfen? Sag mir wenigsten was es ist?

Rössler: Mir macht der Dialog von den Jungen das Herz schwer. Wie sieht es mit meiner Frucht aus, bin ich ein fauler Baum?

Frau: Was hast du denn für Gedanken?

Rössler: Höre, ich habe mir die Sache soeben ernstlich überlegt, und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass jeder der nichts für seinen Heiland tut, ein unfruchtbarer Baum ist, der abgehauen und ins Feuer geworfen wird.

Frau: Wie kannst du so etwas von dir denken? Du zahlst ja regelmäßig deinen Beitrag, tust auch sonst nichts was gegen die Gemeinderegel verstößt, bist ein guter Vater. Was willst du noch mehr?

Rössler: Du musst mich richtig verstehen. Frucht tragen heißt doch etwas für unsern Heiland tun, der so viel für uns tat. Aber wie, das ist mir noch nicht klar. Ich kann doch nicht predigen oder als Missionar zu den Heiden gehen.

Frau: Was fällt dir ein, was soll aus uns werden, wenn du gehst?

Rössler: Ja, das sehe ich ein, dass das nicht geht. Abgesehen von allem andern, bin ich ja auch viel zu dumm dazu. Aber getan muss etwas werden, das steht bei mir fest.

Frau: Komm, beruhig dich mal endlich.

Rössler: Wenn das nur so einfach wäre, wie du es hinstellst.

Frau: O, wenn wir Gott recht von Herzen bitten, wird er uns bestimmt zeigen wozu er uns gebrauchen will. Wir müssen nur lernen auf ihn zu hören.

Rössler: Das ist es ja gerade, was mir den Kopf so schwer macht. Vielleicht hat er mich schon oft gebrauchen wollen und ich habe nichts gehört, weil ich mir die Ohren mit lauter weltlichen Dingen zugestopft habe.    (es klopft) Herein!

Pitschke: Guten Tag, wie geht es euch?

Rössler: Das ist aber nett, dass du kommst, du musst mir helfen.

Pitschke: Nanu, was ist denn los? Ihr macht ja ganz ernste Gesichter, ist doch hoffentlich nichts Schlimmes passiert!

Rössler: Ja und Nein. Du hast doch den Dialog gelesen, den unsere Jungen für den Jugendabend lernen. Der unfruchtbare Baum ist mir auf die Seele gefallen, wie ein großer Stein. Ich möchte… nein, ich muss ihn wieder los werden, sonst komme ich nicht zur Ruhe.

Pitschke: Was macht denn dir das Herz so schwer?

Rössler: Mann, verstehst du das nicht? Ist es nicht schrecklich, dass ich mit leeren Händen vor meinem Herrn stehen muss? Er hat sein Leben für mich dahingegeben im qualvollsten Tod. Und ich pflege mein eigenes ICH, statt ihm zu dienen. Was könnte ich nur tun, um das Versäumte nachzuholen?

Pitschke: Lieber Freund, das ist sehr einfach. Geh’ nicht vorüber am Erdenleid. Das Auge offen, die Arme weit. Die Füße eilend und stark die Hand, sei du ein Engel von Gott gesandt.

Rössler: Ach wie soll ich das anfangen?

Pitschke: Sieh, ich komme soeben von der alten Witwe Klein, die möchte so gern den Gottesdienst besuchen, aber sie kann es nicht mehr. Umso mehr freut sie sich, wenn sie jemand besucht mit dem sie Gemeinschaft haben kann. Das wäre eine Tat, die dem Herrn Freude bereiten würde, denn er selbst sagt. „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Rössler: Ja, Freude machen macht Freude! Das werde ich auch gleich tun.

Pitschke: Ja das wär’ die erste Frucht an deinem Lebensbaum, und wenn du weitermachst und Gelegenheiten sucht, etwas für deinen Heiland zu tun, hängen deine Zweige bald voll Früchte. Und du selbst wirst am glücklichsten darüber sein.

Rössler: Du hast recht. Ich bin jetzt schon so froh, wie lange nicht mehr.

Frau: Damit bin ich auch einverstanden, und weil er dir jetzt einen so guten Rat gegeben hat trinken wir jetzt erst mal Kaffee.

Pitschke: Du hast eine gute Frau, Rössler.

Rössler: O ja, sie ist mir eine große Hilfe. Vielleicht kannst du mir noch einen guten Rat geben?

Pitschke: Ich weiß nicht wie es bei euch mit der Zeit aussieht, aber wenn du noch etwas tun willst, dann könnt ihr vielleicht ein bis zweimal in der Woche auf des Simon’s Kinder aufpassen, seine Frau ist zurzeit krank.

Rössler: Das wollen wir gern tun. Für die zwei Vögelchen finden wir bestimmt genug Zeit. Wir sprachen vergangene Woche davon, dass man dem armen Mann helfen sollte.

Pitschke: Ja leider bleibt es oft bei dem guten Vorsatz, man sollte dies oder das tun. Darüber vergeht ein Tag nach dem andern, bis es zu spät ist. Keine Reue bringt uns die vergangene Zeit zurück. So erging es mir vor vielen Jahren. Mein Bruder war schwer krank und ließ mir sagen, ich sollte ihn doch bald besuchen, ich verschob es von einem Tag zum anderen und als ich endlich hinkam, erkannte er mich nicht mehr. Seit damals tue ich alles sofort und wenn es mir noch schwer fällt, ein mutiges und energisches: „Ich will!“ überwindet alle Schwierigkeiten.

Rössler: Gut, auch ich will deinem Beispiel folgen, und meinem Heiland dienen, wie und wo er mich gebrauchen will.

Pitschke: Gäbe Gott, dass der Dialog noch manchen Schläfer aufweckt, so das sie zu Streitern Christi werden, die mit offenen Herzen und offenen Händen für die Sache ihres Meisters stehen. Nur so können die Gemeinden, kann das ganze Werk in diesen schweren Zeiten bestehen.

Rössler: Meinst du wirklich, dass das Werk in großer Not ist?

Pitschke: Ich meine es nicht nur, sonder ich weiß es ganz bestimmt.

Rössler: Ja, dann muss etwas geschehen, dagegen muss etwas unternommen werden.

Frau: Kommt zum Kaffee.

Rössler: Komm wir müssen uns überlegen, was wir tun können. Wie leid tut es mir jetzt, dass ich so wenig in der Gemeinde geholfen habe. Das muss nachgeholt werden.

Pitschke: O das ist schön. Wenn doch noch viele deinem Beispiel folgen würden.

Rössler: Komm, bei einer Tasse Kaffee können wir weiter reden.

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