Archive für die Kategorie 'Erntedankfest'

Okt 04 2008

DAS GLEICHNIS VON DEN TALENTEN (nach Mt. 25, 14-30)

Geschrieben von Christ under Erntedankfest

DAS GLEICHNIS VON DEN TALENTEN (nach Mt. 25, 14-30), ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 9 Personen

Sprecher:   Im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25, Verse 14-30 können wir das Gleichnis von den Talenten nachlesen.
Dort zeigt uns Jesus ganz deutlich, dass wir Frucht für ihn bringen sollen. Wir sollen sogar im Kleinsten fruchtbar sein, uns von ihm leiten lassen und ihm vertrauen und versuchen, das Beste aus den Gaben zu machen, die er uns gegeben hat; wir sollen sie nicht einfach ruhen lassen, sondern aktiv für den Herrn einsetzen und versuchen, mehr daraus zu machen.
Wir wollen jetzt versuchen das Gleichnis so nachzuspielen, wie es sich vielleicht ereignet haben könnte.

Herr:   Meine Freunde, meine Knechte, kommt mal alle her, ich habe euch etwas zu sagen.
(alle kommen angelaufen)
Also gut, ich habe eine Nachricht bekommen, dass ich für einige Wochen verreisen muss. Ich möchte euch bitten, dass ihr auch ohne mich hier alles am Laufen haltet. Kann ich mich auf euch verlassen? Okay, ihr könnt jetzt gehen. Nein, ihr drei bleibt bitte noch hier.
Da ihr meine treusten Knechte seid, möchte ich euch um einen Gefallen bitten.
Dir gebe ich fünf Talente. Gehe hin und versuche daraus mehr zu machen, damit du das wieder einnimmst, was in meiner Abwesenheit verloren geht.
Du da, dir gebe ich zwei Talente. Ich möchte, dass du hingehst und auch damit wucherst.
Und du bekommst ein Talent, gehe hin und handle genauso!

Knecht 1:   (empört) Warum habe ich nur ein Talent bekommen? Seid ihr besser als ich? Das ist doch nicht gerecht, oder?

Knecht 2:   Jetzt reg‘ dich mal nicht so auf. Aber es stimmt schon. Obwohl ich noch mehr habe als du, verstehe ich nicht, warum er fünf hat. Wieso haben wir nicht alle gleichviel bekommen?

Sprecher:   Hier bahnen sich die ersten Zweifel an. Werden sie der Versuchung standhalten können?

Knecht 2:   Lasst uns auf den Weg machen und so handeln, wieder Herr es gesagt hat.

Knecht 3:   Jawohl, kommt! Die Zeit bis zur Wiederkunft unseres Herrn ist nicht lang. Wir werden jetzt gehen.

(Knecht 2 und 3 gehen auf den Markt – Knecht 1 bleibt allen in der Ecke zurück – Knecht 3 steht alleine in der Mitte und hört eine Stimme.)

Stimme:   Was sollst du dir große Mühe machen? Du hast doch die meisten Talente bekommen. Lass die anderen die Arbeit tun, geh hin und ruh dich aus, bis er Herr wiederkommt.

Knecht 3:   (überlegt ein Augenblick) Nein, ich werde gehen, und das tun, was der Herr zu mir gesagt hat. Ich werde ich gehorchen und sein Vertrauen mir gegenüber nicht missbrauchen. Ich will versuchen, so viel wie möglich aus meinen fünf Talenten zumachen. Ich werde das tun, was in meiner Kraft steht, so dass ich meinem Herrn zu Nutzen sein kann. Er soll nicht enttäuscht von mir sein!

-SZENE AUF DEM MARKT-

Händler1:   Hier gibt es frischen Fisch, frisches Obst und Gemüse. Leute, kommt und kauft bei mir ein! Alles zu günstigem Preis.

Sprecher:   So geht es auf dem Markt zu. Von überall her hört man Menschen, die ihre Sachen verkaufen möchten.

Händler 2:   Seht euch diese herrlichen, kostbaren Kerzenständer an. Es sind so viele Dinge die ihr für den Haushalt benutzen könnt. So viele nützliche Dinge. Und das Wichtigste, sie sind gar nicht so teuer!

Knecht 3:   Gib mir bitte die Äpfel da für zwei Talente. Aber es sollten gute sein!
(kauft und geht zum anderen Stand)
Ich möchte diese Öllampe für drei Talente.

Händler 2:   Sie kostet aber vier Talente. Na gut mein Freund, ich werde sie dir auch für drei Talente geben.
(kauft sie und geht zufrieden weg, auf dem Weg trifft er eine alte Frau)

Stimme:   Der Knecht hat die Öllampe auf Vordermann gebracht, da sie schon etwas beschädigt war. Nun möchte er sie und die Äpfel verkaufen.

Knecht 3:   Alte Frau! Sehen sie mal was für gute Dinge ich hier habe. Ich könnte sie ihnen verkaufen, wenn sie wollen.

Frau:   Das sind wirklich schöne Dinge, die nehme ich! Dankeschön!

Sprecher:   So erhielt der Knecht für seine fünf Talente das Doppelte.
Ebenso ging auch der hin, welcher die zwei Talente empfangen hatte und brachte Frucht.
Doch der Knecht, der das eine Talent empfangen hatte, fühlte sich nicht dazu verpflichtet, Frucht zu bringen. Ihm reichte es, dass die anderen sich anstrengten.

Knecht 1:   Ach, was soll ich bitte mit diesem einen Talent anfangen? Es lohnt sich doch gar nicht hinzugehen und damit zu handeln!
Was soll’s also? Ich werde das Talent bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Herr wiederkommt, vergraben. Es könnte höchstens verloren gehen, als dass es mehr werden würde. So kann ich sicher sein, dass es nicht verloren geht und der Herr es genauso zurück bekommt.
Aber eigentlich habe ich schon ein schlechtes Gewissen bei dieser Sache…
Ach nein, ich lasse es wirklich lieber hier und mache mir keine unnötige Arbeit. So kann ich in der Zeit, in der der Herr weg ist, ein wenig ruhen. Jawohl, so werde ich’s machen!

Sprecher:   Und so war es, dass er nicht so handelte, wie der Herr es von ihm verlangte.
Nach einiger Zeit kommt der Herr mit „Posaunenklang“ zurück.

Knecht 2:   Los, lasst uns schnell zum Hof laufen, der Herr ist wieder da! Wir wollen ihm doch zeigen, welche Frucht wir gebracht haben.

Knecht 3:   Lasst uns erst einmal unsere Talente holen!

Sprecher:   Die beiden Knechte liefen ganz aufgeregt ihre Erträge holen. Doch der, welcher das eine Talent empfangen hatte, ging beschämt und mit gesenktem Kopf hin, um sein Talent auszugraben.

Knecht 3:   Ach Herr endlich bist du da. Sieh hier sind die Erträge meiner Arbeit aus fünf Talenten sind zehn geworden.

Knecht 2:   Ja, und ich bringe dir vier Talente.

Herr:   Recht so ihr tüchtigen und treuen Knechte, ihr seid über wenigem treu gewesen ich will euch über viel setzen. Freut euch mit mir! (Pause) Und du? Wo ist deine Frucht?

Knecht 1:   Hier Herr hast du das eine Talent zurück. Ich hatte Angst, dass es verloren gehen könnte. Deshalb habe ich es vergraben. Damit ihm ja nichts passiert.

Herr:   Hinaus mit dir in die Finsternis, du böser und fauler Knecht.

Sprecher:   (zum Publikum) Das ist die Folge von Faulheit. Jeder wird das empfangen was er gesät hat. Wie viel Frucht bringst du?

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Okt 04 2008

WACHSTUM BRAUCHT WIDERSTAND

Geschrieben von Christ under Erntedankfest

Wachstum braucht Widerstand, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 8 Personen

1. Sprecher:   Die Familie Schulz besitzt ein großes Haus mit einem riesigen Gemüsegarten, in dem Frau Schulz die verschiedensten Gemüsesorten anbaut, so dass bei ihnen immer frisches selbstgezogenes Gemüse auf den Tisch kommt. Meike, die ältere von den beiden Kindern des Ehepaars Schulz, hat heute Geburtstag, und ihre Eltern haben sich ein ganz besonderes Geschenk für sie ausgedacht.

Mutter:   Hör mal, Meike, ich glaube, du bist mittlerweile groß genug, um eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Deshalb haben Papa und ich uns etwas für dich überlegt. Wir wollen dir nämlich ein kleines Beet schenken, auf dem du alles anpflanzen kannst, was du möchtest. Aber du musst dich auch ganz allein darum kümmern.

Meike:   Oh, Mama und Papa, ich freue mich ja so! Darf ich heute schon damit anfangen? (Pause) Aber ich weiß ja gar nicht so genau, wie das geht!

Vater:   Natürlich können Mama und ich dir zeigen, wie das geht und dir helfen, wenn du etwas nicht kannst, aber du musst immer daran denken, dass es gegossen und das Unkraut gejätet werden muss.

Meike:   Ja, klar! Ich werde es bestimmt nicht vergessen. Können wir nicht heute schon anfangen? Ich kann es gar nicht mehr abwarten.

Mutter:   Du bist ja richtig zappelig! Aber du musst noch 1 bis 2 Wochen warten, bis du anfangen kannst.

Meike:   Och, noch so lange!

Mutter:   So lange ist das gar nicht! Ich sehe schon, dass es bei dir mit der Geduld nicht so gut aussieht. Am besten fängst du dann mit Salat und Radieschen an. Die wachsen nämlich am schnellsten. Am Rand des Beetes kannst du ja Kohlrabi pflanzen, die ich im Blumenkasten vorgezogen habe.

1. Sprecher:   Damit ist Meike zufrieden, und als es endlich so weit ist, pflanzt sie eifrig und tut alles, wie ihre Mutter es ihr sagt. Als ihr selbstgezogenes Gemüse auf den Tisch kommt, ist sie ganz aufgeregt und ihr kommt es so vor, als hätten die Radieschen noch nie so gut geschmeckt. Auch ihre Eltern freuen sich, weil sie nun wissen, dass man Meike wirklich etwas anvertrauen kann.

-MUSIK-

2. Sprecher:   Drei Jahre sind nun schon vergangen in denen Meike immer fleißig an ihrem Gemüsebeet gearbeitet hat. Sie ist jetzt nicht mehr so ungeduldig und aufgeregt wie früher, sondern ist bereit, auch etwas länger zu warten, bis ihr Gemüse aus der Erde hervorkommt.
Diesen Sommer nun will ihre Mutter etwas Neues ausprobieren, nämlich Gemüsemais anpflanzen. Die Körner hat sie von einer Nachbarin geschenkt bekommen. Anfang Mai steckt die Mutter sie draußen in die Erde, und Meike beobachtet, was weiter geschieht.

Meike:   Mama, guck doch mal, wie schnell der Mais wächst. Vor kurzem waren die Blätter und der Stängel noch so winzig klein, und jetzt kann ich mich zwischen ihnen verstecken. Das ist ja wie im Dschungel.

Mutter:   Ach deshalb sind wieder ein paar Blätter abgeknickt. Sag bloß, du hast dich wirklich darin versteckt!

Meike:   Na ja, also, Kai und ich, wir haben, als du weg warst darin Verstecken gespielt. Aber wir haben wirklich ganz doll aufgepasst, dass nichts kaputt geht.

Mutter:   So ganz ist es euch wohl nicht gelungen. Siehst du die abgeknickten Blätter? Das ist bestimmt nicht von selbst gekommen. Ich möchte nicht, dass ihr das noch einmal macht.

Meike:   Es tut mir leid, Mama. Ich werde es Kai auch sagen, dass wir da nicht mehr spielen dürfen.

Mutter:   Ist ja schon gut, Meike. Sei nicht traurig. Ich möchte ja nur nicht, dass etwas kaputt geht. Außerdem ist der Mais schon bald reif. Dann ist Maispulen angesagt. Hilfst du mir dabei?

Meike:   Au ja, Mama. Ich freue mich schon darauf!

2. Sprecher:   Und einige Tage später sitzen Meike und ihr Bruder Kai im Hof und probieren verschiedene Techniken aus, wie sie die Maiskörner am besten von den Kolben bekommen.
Da kommt Meike auf den Gedanken, nächstes Jahr auf ihrem Beet auch Mais anzupflanzen, denn irgendwie gefällt er ihr immer besser.

-MUSIK-

3. Sprecher:   Es ist wieder März und Frau Schulz beginnt Kohl und Tomaten in Holzkisten auszusäen und auf die Fensterbank zu stellen.
Da hat Meike eine tolle Idee.

Meike:   Mama, was hältst du davon, wenn ich den Mais auch in der Holzkiste aussäe, und wenn es warm wird, die Pflanzen direkt ins Beet setze, während du erst die Körner in die Erde legst.

Mutter:   Na ja, ich habe noch nie so etwas gehört, dass man Mais im Haus vorzieht.

Meike:   Dann bin ich eben die erste, die es macht.

Mutter:   Du kannst es gerne versuchen.

3. Sprecher:   Und das tut Meike dann auch. Schon am ersten April gucken die ersten kleinen Pflänzchen ungeduldig aus der Erde. Meike gießt sie jeden Tag, und die Sonne scheint warm ins Fenster hinein.

Mutter:   Oh, Meike, guck mal, wie groß deine Pflanzen schon sind. Sie passen gar nicht mehr auf die Fensterbank.

Meike:   Du hast recht. Weißt du, mir scheint es, sie würden viel schneller wachsen als die auf dem Beet.

Mutter:   Das kann gut möglich sein. Sie haben ja die besten Wachstumsbedingungen, die man sich wünschen kann: Wärme, Licht und Wasser. Aber ich glaube, sie müssen jetzt auf den Balkon raus. Für die Fensterbank sind sie entschieden zu groß.

3. Sprecher:   Die Zeit vergeht und die Pflanzen werden immer größer, bis es dem Papa zu viel wird.

Vater:   Das ist hier ja wie im Urwald, Meike! Ich glaube, es wird Zeit, dass die Pflanzen mal langsam aufs Beet hinauskommen.

Meike:   Du hast Recht, Papa. Mama hat ihre Körner auch schon ausgesät. Ihre Pflänzchen sind aber noch klein. Neben meinen sehen sie ja richtig mickrig aus.

3. Sprecher:   So pflanzt Meike stolz ihre Riesenpflanzen aufs Beet, die anfangs ihre Blätter hängen lassen. Aber das ist nicht weiter schlimm. Meike weiß ja, dass sie sich erst an den neuen Boden gewöhnen müssen. Am nächsten Morgen sehen sie wieder ganz normal aus und recken sich stolz zur Sonne. Meike geht beruhigt zur Schule. Doch als sie während der 5. Stunde aus dem Fenster guckt, muss sie beunruhigt feststellen:

Meike:   Das Wetter sieht ja gar nicht gut aus. Der Wind wird immer stärker und der Himmel dunkler. Wenn es klingelt, muss ich aber ganz schnell nach Hause laufen, damit der Regen mich nicht erwischt.

4. Sprecher:   Gedacht, getan. Wie der Wind rennt sie nach Hause, doch da wartet keine gute Nachricht auf sie. Kaum ist sie da, läuft ihr auch schon ihr Bruder entgegen.

Kai:   Hallo, Meike! Guck mal, was da draußen mit deinem Mais passiert ist!!!

Meike:   Wieso??? Was ist denn passiert?

4. Sprecher:   Ohne eine Antwort abzuwarten, rennt sie in den Gemüsegarten. Schon von weitem sieht sie die Bescherung. Der Wind hat die Maisstängel umgeknickt. Sie liegen alle am Boden wie gefällte Bäume. Meike kniet sich davor und versucht, die Stängel wieder aufzurichten, aber es ist vergeblich. Sie sind zu schwach, um dem Wind standzuhalten. Niedergeschlagen gibt sie es auf. Da fällt ihr Blick auf das Beet ihrer Mutter. Die Pflänzchen sind kaum halb so groß wie ihre, aber sie wiegen sich im Wind, ohne dass er ihnen etwas anhaben könnte. Sie geht zu ihnen hin und streicht über die kleinen Stängel. In Gedanken versunken sagt sie:

Meike:   Ihr habt nicht so gute Wachstumsbedingungen gehabt wie mein Mais auf der Fensterbank. Ihr musstet von
klein auf mit Kälte, Wind und Regen kämpfen, aber das hat euch stark gemacht.

4. Sprecher:   Dann steht sie auf und geht ins Haus. Während sie ihre abgeknickten Maispflanzen auf den Komposthaufen trägt, fällt ihr noch etwas ein.

Meike:   Wie gut hat Gott es doch eingerichtet, dass er uns auch manchmal Probleme und Schwierigkeiten schickt. Dann können wir uns im Wind wiegen, ohne von ihm umgeworfen zu werden, und die Regentropfen auffangen, anstatt dass sie uns wegschwemmen.

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Sep 23 2008

Eine Rebe auf der Reise

Geschrieben von Christ under Erntedankfest, Nachfolge

Eine Rebe auf der Reise, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge oder zum Erntedankfest für 6 Personen

Sprecher: Habt ihr etwas Phantasie? Gut! Dann stellt euch vor, ihr läget am Fuß eines Weinberges im Gras und belauschtet ein Gespräch. Es ist ein ungewöhnliches Gespräch, denn eine Weinrebe, ein Grashalm, eine Blume und ein Vogel sind daran beteiligt.
(Gras und Blume stehen vorn. Die Rebe kommt angestürmt. Der Vogel wartet bis zu seinem ersten Auftritt im Hintergrund. Zur Verdeutlichung können die Akteure Namensschilder tragen.)

Gras: Hallo! Was kommt denn da angestürmt? Pass auf! Fast hättest du mich umgeknickt!

Rebe: Entschuldigung, Grashalm! Der Wind hat mich hier einfach fallengelassen. Übrigens: Ich bin eine Rebe vom größten Weinstock dort oben.

Gras: Schon gut. Du kannst dich ruhig hier niederlassen.

Rebe: Danke. Aber lange möchte ich mich nicht hier aufhalten. Eigentlich wollte ich höher hinaus, aber der Wind kümmert sich scheinbar nicht um meine Wünsche. Hoffentlich nimmt er mich mit, wenn er wiederkommt, denn ich möchte etwas von der Welt sehen.

1. Blume: Darf ich dich einmal etwas fragen?

Rebe: Klar!

1. Blume: Tut es dir nicht leid, dass der Wind dich vom Weinstock abgerissen hat?

Rebe: Kein bisschen!

1. Blume: Das verstehe ich nicht! Du gehörst doch an den Weinstock. Da ist dein richtiger Platz.

Rebe: Wieso? Muss man denn immer am gleichen Ort hocken?

2. Blume: Aber vom Weinstock bekommst du doch deine Nahrung. Er gibt dir den Saft, damit du wachsen kannst.

Rebe: Ach, immer der gleiche Saft! Auf die Dauer ist das doch langweilig. Sieh mich an: Bin ich nicht frisch und grün? Ich fühle mich stark und gesund. Bald werden Trauben an mir wachsen. Ich habe alles, was ich brauche. Ich will meinen Platz im Leben selbst aussuchen und unabhängig sein.

Gras: Das klingt ja fast, als hättest du es bei deinem Weinstock sehr schlecht gehabt.

Rebe: Keineswegs! Mir fehlte nur die Unabhängigkeit, wie ich sie jetzt genieße. Herrlich, diese neu gewonnene Freiheit!

2. Blume: Irgend etwas stimmt aber an der Sache nicht. Für einen Vogel und Schmetterling ist es ja gut und richtig, umherzufliegen, aber für eine Weinrebe…

Rebe: Ihr versteht mich eben nicht, fest gewurzelt wie ihr seid.

Gras: Nein, viel verstehe ich davon nicht. Aber ich weiß, dass ein Grashalm verwelkt, wenn er abgeknickt wird.

Rebe: Na und? Bin ich etwa aus Gras? – Langsam geht ihr mir mit eurem ‚Wenn’ und ,Aber’ auf die Nerven! Ich werde schon etwas aus mir machen, und zwar ganz allein. Aus eigener Kraft. Die Welt werde ich mir ansehen.
(Vogel tritt hinzu)

Vogel: Hallo! Über was redet ihr denn so eifrig? – He, Rebe, dich kenne ich doch! Was machst du denn hier unten? Vorhin hingst du doch noch an dem Weinstock dort oben.

Rebe: Ja, vorhin! Aber jetzt bin ich nicht mehr von ihm abhängig! Endlich bin ich mein eigener Herr!

Vogel: Da hast du aber einen schlechten Tausch gemacht, Weinstock gegen Erde! Hier unten gibt’s für dich doch nichts zu holen. Oder interessierst du dich etwa auch für Regenwürmer, so wie ich?

Rebe: Ich will hier ja auch nicht bleiben, sondern möglichst viel herumkommen. Darum gefiel es mir nicht mehr am Weinstock.

Vogel: Aha. Ein Stückchen könnte ich dich vielleicht mitnehmen.

Rebe: Das wäre schön. Dafür darfst du dir dann von mir Weintrauben pflücken, wenn ich erst welche habe.

Vogel: Das ist ein Angebot! Wo soll’s denn hingehen?

Rebe: Auf die Spitze des Berges, bitte.

Vogel: Also los!

Rebe: Auf Wiedersehen, ihr Seßhaften! Lasst es euch nicht sauer werden, dass ihr in der Erde eingewurzelt seid. Bekommt ihr auch nicht Lust zum Verreisen, wenn ihr mich hier fliegen seht?
(durcheinander)

1. Blume: Nein, danke!

2. Blume: Nein, danke!

Gras: Nein, danke!
(Vogel und Rebe treten in den Hintergrund)

Sprecher: Wochen seit diesem denkwürdigen Gespräch vergangen. Es ist Herbst geworden. Im Laub der Weinstöcke glänzt eine Fülle reifer, blauer Trauben. Gras und Blume haben längst ihre Samen mit dem Wind verstreut. Sie haben jetzt viel Zeit zum Nachdenken. Da erhalten sie unerwartet Besuch.
(Vogel tritt vor)

Gras: Ach, du bist’s Vogel! Dich hat man ja hier lange nicht mehr gesehen.

1. Blume: Du holst dir wohl deinen Nachtisch vom Weinberg?

Vogel: Ich versuche es jedenfalls. Das ist gar nicht so einfach. Die Menschen versuchen mit allen Mitteln, uns von den reifen Trauben fernzuhalten.

2. Blume: Warum holst du dir nicht die Weinbeeren, die dir die Rebe am Sommeranfang versprochen hat?

Vogel: Meinst du die Rebe, die ich zur Bergspitze getragen habe?

2. Blume: Genau die! – Wie hat es eigentlich damals mit dem Flug geklappt?

Gras: Ist sie dort zufrieden? Wie geht es ihr?
(Vogel unterbricht)

Vogel: Eins nach dem andern! Ich kann nicht zig Fragen gleichzeitig beantworten, wenn ich auch sonst nicht auf den Schnabel gefallen bin. Der Flug hat geklappt und die Rebe war begeistert von dem Platz, den sie sich ausgesucht hatte. Ich legte sie ab und verabschiedete mich…
(Gras fällt ihm ins Wort)

Gras: Bist du nicht noch mal dagewesen?

Vogel: Doch, einmal noch, kurz darauf.

1. Blume: Und?

Vogel: Da gibt’s nicht mehr viel zu erzählen. Sie sah kränklich aus.

Gras: War sie etwa abgeknickt?

Vogel: Nein, das nicht. Aber sie ließ alle Blätter hängen, sah gelb und welk aus und sagte: ,,Ich probiere es schon die ganze Zeit, und ich werde mich auch weiter bemühen, aber ich sehe kein Ergebnis. Außerdem fühle ich mich müde. Ob das am Wetter liegt?" – Ich fragte: „Was probierst du?“ – „Dass ich wachse und endlich Trauben bekomme“, antwortete sie. „Ich konzentriere mich, strenge mich an, denke nur noch an Weintrauben, aber es wächst keine einzige.“

Gras: Ja, wenn sie schon so verwelkt war, dann…

2. Blume: …dann ist sie bestimmt jetzt ganz vertrocknet. Wäre sie doch nur am Weinstock geblieben! Dort hätte es ihr niemals an Saft gefehlt.

Gras: Und auch nicht an Früchten.

Sprecher: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Johannes 15, 5

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Sep 23 2008

Erntedank – das älteste Fest der Menschheit

Geschrieben von Christ under Erntedankfest

Erntedank – das älteste Fest der Menschheit, ein christliches Anspiel zum Erntedankfest für 3 Personen

Lektor 1: Welches ist das älteste Fest der Menschheit?

Lektor 2: Das Erntedankfest! Schon Kain und Abel feierten es. Da standen zwei Altäre: einer bedeckt mit den Früchten des Feldes – Lämmer und das Fett der Herde wurden auf dem andern geopfert. Die große Freude über den empfangenen Segen des Herrn lag über den beiden Männern, und die Opferfeuer rauchten; denn jene erste Erntefeier war ein echter Gottesdienst.

Lektor 3: „Es begab sich nach etlicher Zeit, dass Kain dem Herrn ein Opfer brachte von den Früchten seines Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde.“

Lektor 2: So steht es geschrieben. – Wie kam es dann, dass Kain neidisch und mit schiefem Blick auf seinen Bruder sah? Das ist das Geheimnis des Bösen, der Unkraut unter den Weizen sät.

Lektor 3: „Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.“

Lektor 2: Und das Ende jenes ersten Erntedankfestes war Mord und Totschlag.

 

Lektor 1: Gott schenkt uns die Fülle seiner Gaben – was tun wir damit?

Lektor 2: Viele Erntedankfeste wurden seither gefeiert. Aber nur jenes in der Mitte der Zeiten, das im Heiligen Land gefeiert wurde, ist noch von Wichtigkeit:

Lektor 3: „Aber am letzten Tage des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Lektor 2: Da wurde der Menschheit die größte Gabe geschenkt. Jetzt war letzte Erfüllung und Grund zu größter Freude gegeben.
Wenige Verse weiter steht geschrieben:

Lektor 3: „Es wollten aber einige ihn ergreifen.“

Lektor 2: Und auch dieses Fest endete kurz darauf mit Mord und Totschlag.

 

Lektor 1: Gott schenkt uns seinen Sohn, die Gabe aller Gaben – und was tun wir damit?

Lektor 2: Das letzte Erntefest wird nicht auf Erden, sondern an himmlischen Orten gefeiert werden. Da wird erfüllt werden, was in der Offenbarung geschrieben steht:

Lektor 3: „Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war einem Menschensohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit großer Stimme zu: Setze deine Sichel an und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden! Und der auf der Wolke saß, setzte seine Sichel an die Erde, und die Erde ward geerntet.“

Lektor 2: Was wird dann sein?

Lektor 1: Gewogen wird, was unserem Leben Gewicht gibt!

Lektor 2: Was wiegt, was hat Bestand?

Lektor 1: Gewicht hat die Liebe! Das Maß unserer Liebe wird gewogen!

 

Lektor 3: Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun.

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