Archive für die Kategorie 'Ehrlichkeit'

Dez 11 2009

Als Jesus in mein Haus kam…

Geschrieben von under Ehrlichkeit,Nachfolge

Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! 2. Kor. 13,5

Ich erinnere mich daran, was Grant einmal sagte: ,,Es gibt keinen besseren Test für irgendetwas, als den, wie es in Gottes Gegenwart aussieht.“

Ich begann mir vorzustellen, dass ich den Herrn Jesus in mein Haus nahm, es war der Meister selbst. Heute war Er nicht nur mein Hirte und mein Erretter, sondern auch der, der mich durchforscht. In seiner Gegenwart würde ich die Dinge sehen, wie ich sie vorher nie gesehen hatte.

Das Arbeitszimmer

Die Haustür war offen und wir traten in das geräumige Arbeitszimmer. Direkt vor uns stand mein geliebter Schreibtisch. Auf ihm lagen meine Sparbücher, Aktien, Wertpapiere und Versicherungsunterlagen. Heute Morgen hatte ich sie aus dem Wandsafe herausgenommen, um sie durchzusehen. In dieser Welt der Unsicherheit und Unbeständigkeit gab es mir ein Gefühl der Sicherheit, sie durch meine Hände gleiten zu lassen, wie jeder verstehen wird. Als ich plötzlich das Haus verlassen musste, hatte ich sie offen auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Nun lagen sie zu meinem großen Ärger, immer noch da, als Jesus langsam auf den  Schreibtisch zuging. Noch etwas stand auf dem Schreibtisch – ein Weltglobus. Und daneben stand Lieblings Spruchkalender. Es war ein seltsamer Zufall, dass die Verse an diesem Tag gerade Matthäus 6. 19 – 21 waren: “Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost zerstört, und wo Diebe durchgraben und stehlen, sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost zerstört und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Irgendwie war mir die unbeabsichtigte Zurschaustellung meines Reichtums sehr peinlich. Deshalb raffte ich  schnell meine Schätze zusammen und legte mein Herz in den Safe zurück. Als ich zurück zum Schreibtisch kam, stand der Herr Jesus immer noch da und schaute auf den Globus, wobei Er gedankenvoll die verschiedenen Kontinente und Länder betrachtete. Er blickte auf und sagte: „Lebst du im Glauben?”

Über dem Schreibtisch hingen meine Zeugnisse. Ich hatte hart für sie und die Diplome, die daneben hingen, gearbeitet. Wie stolz war ich, auf so vielen Gebieten Hervorragendes geleistet zu haben. Das heißt, ich war so lange stolz, bis Er leise zu mir sagte: ,,Warum hast du nach all diesen Ehren gestrebt?” Das war alles, was Er sagte.

In diesem Augenblick erinnerte ich mich daran, was Kipling einmal zu seiner Abschlussklasse an der Universität gesagt hatte: ,,Wenn ihr durchs Leben geht, strebt nicht nach Ruhm oder Geld oder Macht; denn eines Tages werdet ihr einem Mann gegenüberstehen, für den alle diese Dinge nichts wert sind, und dann werdet ihr plötzlich erkennen wie arm ihr seid. In diesem Augenblick merkte ich, dass ich diesen Mann getroffen hatte und ich erkannte wie bettelarm ich war.

Das Esszimmer

Wir gingen ins Esszimmer und glücklicherweise gab es nichts besonders Peinliches dort – nichts außer dem Silberservice auf der Anrichte. Auf dem Tisch war natürlich kein Essen, nichts als das Zierdeckchen. Und doch konnte ich nicht umhin, an viele Festmähler zu denken, als wir an diesem Tisch saßen und uns mit Essen füllten – und aßen, bis uns unwohl wurde. Dann schleppten wir uns zum nächsten Sessel, um uns von der gewaltigen Anstrengung zu erholen – und auf das Abendessen zu warten.

Plötzlich dachte ich an die 7.000 Menschen, die täglich vor Hunger sterben, in Ländern, wo kalorienbewusstes Essen unbekannt ist und Abmagerungsdiäten absurd sind.

Als der Herr Jesus so dastand, erinnerte ich mich, dass Er oft vom Fasten gesprochen hatte, aber ich hatte diese Verse immer in ein heilsgeschichtliches Schubfach abgelegt; sie waren nicht auf uns heute anzuwenden. Aber jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht meinte Er tatsächlich, was Er sagte.

Das Badezimmer

Als wir den Flur entlang gingen, warf ich einen Blick ins Badezimmer und sah all die Toilettenartikel, die Fläschchen und Döschen und Gläschen. All die kleinen Apparate und sonstige Dinge. Meine elektrische Zahnbürste liegt neben dem Medizinschrank. Sie war für mich immer selbstverständlich gewesen. Aber jetzt wunderte ich mich über mich selbst. Eine normale  handbetriebene Zahnbürste würde ihren Zweck genauso erfüllen. Und mit dem Preisunterschied könnte jemand im fernen Malaysia das Evangelium hören. Das  wäre mir nie zuvor in den Sinn gekommen. Ich war wie erschlagen von der Erkenntnis meiner Nichtswürdigkeit. Ich wünschte, gleich Johannes, wie tot zu Seinen Füßen fallen zu können. Dieses ganze Erleben war einfach niederschmetternd.

Das Schlafzimmer

Es war unvorsichtig von mir gewesen, die Tür des Kleiderschrankes offen zu lassen. Es schaute wie ein Kleidergeschäft im Kleinen aus. Von Wand zu Wand Anzüge und Mäntel und Hemden. Ich brauchte sie wirklich nicht alle, aber irgendwie schmeichelten sie meinem Ego. Und es war immer ein angenehmes Gefühl, wenn Leute positive Bemerkungen über sie machten. Der Herr Jesus sagte nichts zu mir. Es war nicht nötig. Seine Gegenwart allein genügte.

Oben im Schrank lagen zahlreiche Schmuckstücke und verschiedene Nippsachen; habe ich doch im Laufe meiner Erziehung und Ausbildung Qualität schätzen gelernt. Jetzt fragte ich mich wer diese Dinge bekommen würde, wenn ich diese Nacht abscheiden sollte? Niemals war mir der Gedanke gekommen sie für das Werk des Herrn einzusetzen.

Während mich diese Gedanken beschäftigten bemerkte ich einen Bibelspruch an der Wand den ich bei einem Wettbewerb im Auswendiglernen in der Sonntagsschule gewonnen hatte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Ich dachte an all die Kleider, all den Schmuck, all die selbstsüchtige Geldverschwendung. Und dann – ,,Du sollst deinen Nächsten  lieben wie dich selbst.”

Musik

Das Wohnzimmer

Als nächstes gingen wir ins Wohnzimmer. In der Ecke stand meine Golfausrüstung. Der Herr bemerkte: ,,Du spielst gern Golf?” Diese Frage genügte mir, um einen begeisterten Vortrag über die feineren Details des Spiels zu beginnen. Ich war selbst überrascht, wie genau und umfassend ich über Golf Bescheid wusste. Aber als ich ausgeredet hatte und Jesus gar nichts sagte, begann ich anders darüber zu denken. Ich fragte mich, warum ich nicht ebenso begeistert und eifrig war, anderen das Evangelium mitzuteilen. Und ich fragte mich, ob ich überhaupt das Recht hatte, soviel Zeit und Geld zu verbrauchen nur um einen kleinen, weißen Ball durch die Landschaft zu jagen.

Auf dem Tisch lag ein Tagebuch – das Tagebuch meines Athenaufenthaltes. Es war eine herrliche Urlaubsreise gewesen und natürlich konnte ich sie rechtfertigen – wegen der Bezüge auf Athen in der Bibel. Die Besuche der Akropolis, des Areopags und des Parthenon waren unvergessliche Erlebnisse.

Etwas Seltsames war mir passiert, als ich nach Hause kam. Ein Freund fragte mich: ,,Hattest du in Griechenland irgendwelche Frucht? Ich erzählte ihm alles über die Orangen, die Grapefruits und die köstlichen Trauben. Aber das war es gar nicht, was er gemeint hatte. Er meinte Frucht im Evangelium. Hatte ich irgendwelche Seelen für Christus gewonnen?

Jetzt machte ich mir Vorwürfe, dass ich als Urlauber und nicht als Seelengewinner gereist war. Ich empfand Abscheu vor mir selbst. Ich dachte daran, dass Paulus auch Athen besucht hatte. Als er die Menschen betrachtete, die tief in Götzendienst versunken waren, wurde sein Geist erregt. Er war auf Seelen aus. Wie ganz anders war ich dort gewesen!

Im Wohnzimmer war auch eine alte Standuhr. Als Jesus so dastand, schien mir das Tick – Tack lauter als je zuvor. Ich wurde mir des Ablaufs der Zeit seltsam intensiv bewusst. Und ich dachte auch an einige der Zusammenkünfte, die in diesem Wohnzimmer stattgefunden hatten – an den Klatsch, das leere Geschwätz, die vergeudete Abende – so viel Gerede, aber nichts von ewigem Wert.

Mein Herz schlug, als Jesus zum Fernseher ging. Ich hatte Angst vor dem, was er sagen würde. Die Stunden, die für Unsinn in bewegliche Farben vergeudet waren. Die zweideutigen Witze, die so peinlich waren. Kein Zweifel, das Fernsehen hatte die Welt in mein Haus gebracht. Jesus sagte nichts. Er sagte nicht, dass es falsch war. Er sagte nicht, dass es Sünde war. Er sagte überhaupt nichts und das machte mich elender als zuvor.

Während ich dort mit dem Herrn stand, sah ich Dinge, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Die Gardinen – wie könnte ich je das kleine Vermögen vergessen, das in ihnen steckt! Ich hatte alle Einkaufszentren in der Umgebung abgesucht, um welche zu bekommen, die genau zu den Möbeln und Teppichen passten. Das Klavier – und die schönen Liederabende, die wir mit ihm hatten. Eines Abends sangen die jungen Geschwister und fragten, ob jemand einen Liederwunsch hätte. Ich wünschte mir die schöne alte Hymne “Bin nur ein Pilger hier, der wohnt in einem Zelt.” Und glatt hörte ich einen ziemlich frisch bekehrten jungen Bruder hinter vorgehaltener Hand sagen: “Und was für ein Zelt!”

Meine Gedanken wurden unterbrochen, als mein lästiger Pommerscher Dachshund in das Zimmer gesprungen kam. Er wäre besser nicht gekommen. Ich ärgerte mich immer noch über die Rechnung, die ich dem Tierarzt für die Impfung bezahlen musste. Ich hatte immer gedacht, es wäre nicht teuer, einen Hund zu halten aber dieser hier war problematisch – er fraß nur Hackfleisch und eine der teuren Hundefuttermarken. Ich war sicher, dass in manchen Teilen der Erde Menschen von dem leben könnten, was es mich kostete dieses Vieh zu halten. Mein Gast, der Durchforscher, registrierte alles – und sagte nichts.

Drüben in der Ecke konnte ich meine Briefmarkensammlung sehen – sämtliche Briefmarken, die Israel je herausgebracht hatte. Ich dachte: ,,Jesus wird sich darüber freuen, dass ich an Israel und seiner prophetischen Bedeutung interessiert bin.”

Aber plötzlich dachte ich, was für Ihn erreicht werden könnte, wenn die Briefmarken verkauft und die Einnahmen in evangelistische Literatur investiert würden. Bis jetzt hatte ich diese Briefmarkensammlung wirklich wie einen Schatz gehütet; nun aber hörte ich plötzlich auf, ihn zu lieben.

Wie zu erwarten war ging der Herr hinüber, um sich meine Büchersammlung anzusehen. Ich war sehr stolz auf Darbys gesammelte Schriften. 34 Bände in Leder gebunden. Um ehrlich zu sein, ich hatte kaum darin gelesen, aber sie verlieh mir den Anschein von Gelehrsamkeit und Geistlichkeit. Da standen andere Bücher, die ich nie gelesen hatte und wahrscheinlich nie lesen würde. Und andere, die ich gelesen hatte, aber nicht wieder lesen würde. Als der Herr diese Bücher betrachtete, dachte ich dass ich wirklich einige davon verkaufen sollte, um das Geld zur Unterstützung des Werkes des Herrn zu verwenden.

Die Garage

Ich wollte wir hätten nicht in die Garage gehen müssen. Aber der Herr war schon an der Tür. Und er hätte meinen inneren Widerstand sicher bemerkt, wenn ich Ihn aufgehalten hätte. Ich glaube ich brauche nicht erst zu erzählen was Er alles sah – den neuen Wagen, das Segelboot, die Sportausrüstung – mir wurde übel bei dem Gedanken an all das teure Sportgerät das dort lagerte.

Das Ende des Rundgangs

Als wir in den Innenhof hinaustraten, sagte der Herr – ziemlich sanft, wie mir schien: ,,Bist du glücklich, William?”

„Nein, ich bin nicht glücklich, Herr. Ich weiß, dass materielle Dinge nicht glücklich machen können. Sie können nie mein Herz befriedigen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich nicht glücklich bin. Meinem Leben fehlt die Kraft. Etwas scheint den Fluß Deiner Kraft durch mich zu bremsen. Dann sagte ich – ziemlich heldenhaft, wie es mir vorkam: ,,Herr, Du kannst Dir nehmen, was immer Du willst. Du sollst von mir haben, was immer Du Dir wünschst.“

Stimme

William, ich nehme nicht Dinge weg. Du musst die Initiative ergreifen. Du bist derjenige, der sie auf den Opferaltar legen muss.”

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Aug 22 2007

Afterreden

Geschrieben von under Ehrlichkeit

Sprecher:  Afterreden! Es ist kein erfreuliches Thema. Aber wer hat damit nicht etwas zu tun? Oft erleben wir Situationen in ähnlicher Form: Afterreden erzeugt und trägt das Gerücht.

Fr.Müller:   So, jetzt muß ich noch einen Liter Milch kaufen. Hoffentlich muß ich nicht so lange an der Kasse stehen.

Fr.Lange:  Guten Tag, Frau Müller! Ich habe Sie schon lange nicht mehr gesehen.

Fr.Müller:  Ja, man kommt auch nicht mehr aus dem Streß heraus…

Fr.Lange:   Das stimmt. Zudem wird man auch noch überall aufgehalten. Eben mußte ich eine 3/4 Stunde vor der Bahnhofkreuzung warten. Sie war gesperrt wegen eines Auffahrunfalls. Es sah ziemlich schlimm aus. Man holte zwei Verletzte aus dem Wagen…

Fr.Müller:  O, wie schrecklich! Hoffentlich kommen die mit dem Leben davon.

Fr.Lange:  Ich konnte nicht viel sehen. Aber der rote Wagen war ein Audi. Ich dachte sofort…

Fr.Müller:  Haben Sie das Nummernschild gesehen?

Fr.Lange:  Ich sah nur MI- O.. Mehr konnte ich nicht erkennen…

Fr.Müller:  Das könnte der Wagen von Meiers sein. Es sind gute Freunde meines Mannes. Oh, es ist schon spät, mein Mann wartet bestimmt schon. Entschuldigen Sie bitte! Auf Wiedersehen!

(Szenenwechsel)

H.Müller:  Wo bleibst du so lange?

Fr.Müller:  Sagtest du nicht neulich, Meiers hätten sich ein neues Auto geleistet?

H.Müller:   Ja, ein neuer roter Audi. Er sieht wirklich gut aus.

Fr.Müller:   Kennst du auch das Kennzeichen?

H.Müller:  Wieso? Seit wann interessierst du dich denn für Kennzeichen? Ich kann ihn ja bei Gelegenheit fragen. Wir arbeiten übermorgen an der selben Maschine.

Fr.Müller:   Wenn du ihn nicht im Krankenhaus besuchen mußt.

H.Müller:   Im Krankenhaus?

Fr.Müller:  Ja, Frau Lange erzählte mir, an der Bahnhofskreuzung wäre ein Unfall passiert. Ein roter Audi Nummer MI- O wäre daran beteiligt. Es muß um 16 Uhr geschehen sein. Das kommt davon wenn man mit den Autos angeben will.

H.Müller:  Schade um das neue Auto. – Ach, da fällt mir gerade ein daß ich Robert die neue Autozeitung bringen sollte. Ich bin gleich wieder zurück.

(Szenenwechsel)

H.Müller:  Guten Abend, Robert! Hier bringe ich dir die versprochene Autozeitung.

Robert:  Guten Abend. Das ist ja nett. Danke! O, schau mal, dieser Wagen hier sieht ja genauso aus wie der Audi von Meiers. Teures Ding.

H.Müller:   …und schon Schrott.!

Robert:  Schrott? Hat er einen Unfall gebaut?

H.Müller:   Wahrscheinlich. Vor dem Bahnhof soll das Unglück geschehen sein. Dort passieren doch ständig Unfälle.

Robert:  Seltsam. Wann ist es denn passiert?

H.Müller:  Meine Frau sagt zwischen 16.00 – 17.00 Uhr.

Robert:  Das kann doch nicht möglich sein! Um 16.00 Uhr habe ich ihn noch Fahrrad fahren sehen.

H.Müller:  Falls du etwas Näheres hörst, sag mir bitte Bescheid. Auf Wiedersehen!

Robert:  Auf Wiedersehen!

(Szenenwechsel)

Renate:  Was ist los? Wer hat einen Unfall?

Robert:  Ich kann’s nicht recht glauben. Heinz Müller erzählte mir gerade, Karl Meier hätte einen Unfall gehabt. Stell dir vor, mit seinem neuen Wagen! Aber ich habe ihn doch unterwegs noch mit dem Fahrrad gesehen!

Renate:  Hab ich’s dir nicht gleich gesagt? Kaum ist der Vater aus dem Haus, stellt der Tom wieder etwas an. Die Kinder sind allesamt restlos verzogen! Und diesem Halbwüchsigen ist erst recht nicht zu trauen. Nun hat er es tatsächlich wahrgemacht, was er schon früher angedroht hat. Das kommt davon, wenn man die Kinder auf dem Hof herumfahren läßt. Dann reicht das nicht mehr aus, und sie fahren durch sie Stadt, gefährden ihr Leben und das Leben anderer.

(Szenenwechsel)

Renate:  Hallo, Tanja! Schön, daß du vorbeikommst.

Tanja:  Hallo, Renate! Ich möchte dich zum Kaffeekränzchen am Freitag einladen.

Renate:  Das ist nett. Danke!

Tanja:  Jetzt muß ich noch zu Helga Meier und auch…

Renate:  Übrigens, weißt du, daß Tom Meier einen Unfall gebaut hat?

Tanja:  Tom? Mit 17 hat er doch noch keinen Führerschein!

Renate:  Das ist es ja gerade. Er fuhr doch schon immer auf dem Hof herum und prahlte damit. Während der Vater mit dem Fahrrad unterwegs war, hat er die Gelegenheit wahrgenommen und probierte den neuen Wagen in der Stadt aus. Es mußte wohl geschehen um ihn zu dämpfen. Du wirst ja gleich Näheres erfahren.

Tanja:  Unerhört! Es wird wohl ein böses Nachspiel haben. Dann bis Freitag! Auf Wiedersehen!  (geht)

Seltsam? Tom wäscht den neuen Wagen, der aber keine Spur von Schäden aufweist. Ob Renate sich wohl vertan hat?

ENDE

 

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Aug 22 2007

450 Euro

Geschrieben von under Ehrlichkeit

Sprecher:  Georg und Veronika schauten sich traurig in der Küche des alten, schäbigen Häuschens um.

Veronika:   Werden wir es kaufen?

Georg:  Ich fürchte wir müssen uns damit zufriedengeben. Wir können dieses Haus für die Summe kaufen die wir in zwei Jahren für die Miete der Wohnung ausgeben würden, in der wir jetzt wohnen. Und dann brauchen wir nie wieder Miete zu zahlen. Es ist unmöglich die Miete für unsere jetzige Wohnung aufzubringen und genug Geld für Lebensmittel und Kleidung zu haben.

Sprecher:  Tränen standen beiden in den Augen. Seit dem Georg arbeitslos war, fehlte es an allem. Das Geld reichte kaum für die Miete.

Georg:  Wenn ich wieder Arbeit finde, wird sich alles ändern. Wir werden genug haben für Miete, Lebensmittel und Kleidung. Es wird sogar was übrigbleiben.

Veronika:   Ich weiß, daß du alles mögliche versucht hast, um Arbeit zu finden. Es ist ja nicht deine Schuld. Komm, wir wollen nach Hause gehen.

Sprecher:   Veronika nahm den kleinen Viktor auf den Arm. Georg hatte die dreijährigen Zwillinge bei der Hand. Der sechsjährige Andreas lief vorraus. Als sie sich auf den vier Meilen langen Heimweg machten war Georg sehr still. In Gedanken war er in der Zeit, als er noch Arbeit hatte.

Georg:  Wir waren nicht reich gewesen, aber wir hatten ein behagliches Leben. Die Kinder hatten genug zu essen und anständige Kleidung. Jetzt ist es ein Kampf, auch nur das Notwendigste zu verdienen! Wir hatten uns auf die Gemüseernte verlassen, aber es war ein trockenes Jahr. Warum läßt Gott das alles zu?

Sprecher:  Plötzlich bemerkte Veronika einen gutgekleideten Mann, der vor ihnen ging. Er schien fremd zu sein, denn sie sahen ihn zum ersten mal.

Andreas:   Mama, schau was ich hier gefunden habe!

Veronika:   Geld!

Georg:  Wo hast du es gefunden?

Andreas:  Genau hier, ich bin fast draufgetreten.

Veronika:   Wieviel ist es?

Georg:  450 Euro!

Andreas:   Können wir es behalten? Können wir es behalten?

Georg:  Ich meine der Mann vor uns hat es verloren. Der Mann der eben in das Haus ging.

Veronika:   Vielleicht. Können wir es nicht behalten? Wir brauchen es so dringend, und der Mann sieht aus als gehe es ihm gut. Und außerdem wissen wir nicht ob er es war oder nicht. Es scheint beinahe als habe der Herr es uns geschickt.

Georg:  Nein, das können wir nicht tun! Besser bleiben wir arm, als uns an unserem Herrn zu versündigen. Wir sollen ein ehrliches Leben führen. Ich werde den Mann fragen, ob es ihm gehört.

Andreas:  Können wir es nicht behalten?

Veronika:   Nein. Es gehört nicht uns, und wenn wir behalten was nicht uns gehört stehlen wir.

Andreas:  Aber wir haben es dem Mann doch nicht weggenommen. Er hat es doch verloren.

Georg:  Aber der Herr möchte, daß wir versuchen, den zu finden der es verloren hat. Es wäre nicht recht das Geld einfach so zu behalten. Verstehst du das?

Andreas:  Ja, aber ich hoffe immer noch, daß das Geld nicht ihm gehört.

Sprecher:  Während sie noch sprachen öffnete sich die Tür des Hauses wieder und der Mann trat heraus. geht in die entgegengesetzte Richtung

Georg:   (ruft)  Halt! Warten Sie!

Mann:  Was wollen sie?

Georg:   Haben Sie… haben Sie Geld verloren?

Mann:   (greift in seine Jackentasche) Ja, das habe ich. Ich habe es noch gar nicht vermißt. Haben Sie es gefunden?

Georg:   Ja, hier ist es.

(Georg reicht ihm das Geld, Mann zählt nach)

Mann:  Ja, es ist alles da. Es gibt doch noch ehrliche Menschen auf dieser Welt. Wie heißen sie, mein Herr?

Georg:  Georg Petersen.

Andreas:  Das haben sie alles Jesus zu verdanken. Wenn er nicht unser Herr wäre, hätten wir das Geld einfach behalten.

Veronika:   Andreas! (spannungsvolle Pause)

Mann:  Es freut mich sie kennengelernt zu haben. Danke, daß sie mir das Geld zurückgegeben haben. Ich habe es eilig, ich muß jetzt weiter.

Sprecher:  In der darauf folgenden Woche zog Familie Petersen mit ihren wenigen Habseligkeiten in das alte Haus in der Cole Avenue.

Veronika:   Jetzt sieht es hier etwas besser aus, mit unseren Sachen im Haus.

Georg:   (traurig) Ja, etwas besser. (in Gedanken) Ich weiß, daß Veronika den Wunsch hat, so zu leben wie alle anderen. Daß sie sich nach einem hübschen Haus mit neuen Möbeln sehnt, und nach Kleidern die nicht verblichen und geflickt sind. Ich bewundere ihren Mut trotz aller Widerwärtigkeiten.

Sprecher:  Die Familie setzte sich an den Tisch um aus dem geringen Vorrat an Nahrungsmitteln ihren Hunger zu stillen. Lange würde es nicht reichen. Aber sie wußten, daß Gott für sie sorgen würde. Am nächsten Morgen war Familie Petersen damit beschäftigt in dem alten Haus aufzuräumen und es wohnlicher zu machen, als es an der Tür klopfte. Veronika öffnete die Tür. Vor ihr stand eine Gruppe lächelnder Männer.

Zimmerm.:  Wir kommen vom Zimmermann und Malerbetrieb Hollinger. Wir sind gekommen um in ihrem Haus zu arbeiten.

Veronika:   (aufgeregt) Aber wir haben sie nicht bestellt. (Georg kommt hinzu)

Georg:  Das muß ein Irrtum sein. Ich weiß daß dieses Haus reparaturbedürftig ist, aber ich kann mir das nicht leisten.

Maler:   Es ist kein Irrtum. Wir haben die richtige Adresse.

Zimmerm.:   Wir sind zu diesem Haus geschickt worden und man hat uns versprochen, daß die Arbeit bezahlt wird. Dürfen wir rein?

Sprecher:  Schon bald waren die Zimmerleute am Werk. Scharniere und Schlösser wurden an Schranktüren eingesetzt. Lose Bretter wurde wieder festgenagelt und der Holzfußboden wurde stellenweise erneuert. Die Zimmerleute arbeiteten den ganzen Tag, und bald gab es keine Tür mehr, die nicht voll funktionsfähig war.

Maler:  Wir kommen morgen wieder, und zwar zum Anstreichen. Sie ziehen es vielleicht vor, morgen einige Besuche zu machen.

Georg:  Ja. Das … das wird wohl das Beste sein.

Sprecher:  Als sich die Familie an den Abendtisch setzte, um ihre dünne Haferflockensuppe zu essen, klopfte es an der Tür.

Junge:  (stellt schweren Karton ab) Diese Lebensmittel sind für sie.  (geht sofort wieder weg)

Georg:  Ja, aber…. aber… wir…. Er ist weg.

Veronika:   Wer ist weg?

Georg:  Ein Junge hat uns diesen Karton gebracht. Er sagte es seien Lebensmittel für uns.

Sprecher:  Tränen der Dankbarkeit standen Georg und Veronika in den Augen, als sie den Karton öffneten. Brot, Butter, Zucker, gedörrtes Rindfleisch, Mehl, Kartoffeln und  vieles andere kam zum Vorschein.

Andreas:  Warum weinst du, Mama?

Veronika:   Weil ich so froh bin.

Georg:  Wir verdienen all diese guten Sachen nicht, die der Herr uns schenkt. Ich bin ihm so dankbar, daß er großherzige Menschen gebraucht, um unsere Not zu lindern.

Sprecher:  Wohl noch nie zuvor hatte Familie Petersen Gott so sehr gedankt wie an diesem Abend. Es vergingen drei Tage. Das alte Haus hatte durch die Arbeit der Zimmerleute und der Maler ein neues Aussehen bekommen. Eines Abends war auf rätselhafte Weise ein Karton mit Kleidungsstücken eingetroffen. Am fünften Abend in ihrem neuen Haus klopfte es wieder an ihrer Tür. Es war der gleiche Junge, der ihnen die Lebensmittel brachte.

Junge:  Das ist für sie. (Überreicht einen Umschlag, geht sofort wieder)

Veronika:   Danke! Aber warte…. Wie heißt du? Wo kommst du her….

Georg:  Wer war da?

Veronika:   Es war der gleiche Junge, der uns die Lebensmittel gebracht hat. Als ich ihn fragen wollte wie er heißt, war er schon wieder weg. Hier, das hat er mir gegeben. (gibt den Umschlag Georg)

Georg:    (öffnet den Umschlag, liest) Einer ehrlichen Familie. Von eurem Freund, dem Ihr die 450 Dollar zurückgegeben habt. Das ist noch nicht alles! Hier sind 100 Euro!

Veronika:   Er hat sicher auch all die anderen Sachen geschickt.

Georg:  Nur schade, daß er seine Adresse nicht aufgeschrieben hat. Sonst hätten wir uns wenigstens bei ihm bedanken können, aber wir können Gott danken, daß er Ehrlichkeit belohnt.

ENDE

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Aug 22 2007

20 Euro

Geschrieben von under Ehrlichkeit,Hochzeit

Sprecher:  Auf dem Arbeitsplatz unterhalten sich Karl und David. Zwei Freunde, die sich in der Gemeinde kennengelernt haben, und sich ganz gut verstehen.

Karl:  David, ich muß dir etwas erzählen!

David:  Na, mach schon!

Karl:  Mein Bruder hat ja jetzt in der neuen Firma angefangen. Du weißt ja, Georg. Er hat Vertragsarbeit, so ist der Lohn von Fall zu Fall verschieden. Kürzlich kam er freudestrahlend nach Hause. Er hatte nämlich bei einem Projekt über 20 Euro pro Stunde verdient!

David:  Was, das gibt es doch nicht! Das ist ja’ n Ding!

Sprecher:  Da kommt gerade John dazu.

John:  Was is’nen Ding? Gibt es irgend etwas besonderes?

Sprecher:  Karl und David gucken sich betreten an. Eigentlich sollte man das nicht weiter sagen, aber John darf es noch wissen.

Karl:  (zu sich selbst)  Na, ja so schlimm kann es ja gar nicht sein. Er sagt es bestimmt nicht weiter. (zu John gewandt)  Weißt du, in der Firma, wo mein Bruder ist, kann man manchmal über 20 Euro pro Stunde verdienen!

John:  Das ist aber viel!

Sprecher:  Es klingelt. Die Pause ist zu Ende. Die Jungen müssen wieder an die Arbeit. Eine Woche später bekommt John von seinem Cousin Besuch.

John:  Hallo, Fred! Suchst du noch immer eine Arbeitsstelle? Ich habe eine gute Neuigkeit!

Fred:  Na, los sag schon. Ich bin schon ganz gespannt!

John:  Du weißt doch, Georg, der Bruder von Karl, er hat in einer neuen Firma angefangen. Dort kann man gut verdienen.

Fred:  Super! Wieviel verdient man denn so ungefähr?

John:  Er hat 20 Euro pro Stunde bekommen! Kannst du dir das vorstellen?

Fred:  Was? Nein! Da muß ich mich mal erkundigen. Ich gehe gleich hin zur Firma und bewerbe mich um einen Arbeitsplatz. Danke, John. Du hast mir gut geholfen.

Sprecher:  Fred war ganz aufgeregt. Er hat sich schnell beworben und nannte sich Glückspilz, denn er bekam ein Vorstellungsgespräch. Es sah ganz gut aus – bis…

Fred:  Wie ist es denn mit dem Verdienst? Wieviel bekommt man pro Stunde?

Arbeitgeb:  Ja, das kann ich ihnen leider nicht genau sagen. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Sie müssen wissen, es ist Vertragsarbeit.

Sprecher:  Fred bekam immer größere Augen. War das denn nur ein Gerücht? Keine 20 Euro? Trotz Enttäuschung nahm Fred den Arbeitsplatz an. Es war für ihn und besonders für John eine Lehre. Das nächste Mal würden sie schneller hinhören und langsamer verbreiten. Liebes Brautpaar, vielleicht sind euch solche Mißverständnisse auch begegnet. Wie wir sie verhindern können, sagt uns: Jakobus 3,2 Und haben wir nicht alle unsere Fehler? Wenn es freilich gelingt, nur das zu sagen, was dem anderen hilft und nicht schadet, den kann man als vollkommen bezeichnen. Denn wer seine Zunge beherrscht, der kann auch seinen Körper beherrschen.

ENDE

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