Archive für die Kategorie 'Dienst'

Sep 22 2007

Das Gleichnis von den Talenten

Geschrieben von under Dienst

Das Gleichnis von den Talenten, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Autor: Und Jesus tat seinen Mund auf und redete. mit seinen Jüngern und sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so tun findet, wahrlich ich sage euch: Er wird Ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber der Knecht böse ist und in seinem Herzen denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht, so wird der Herr dieses Knechtes, an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet und zu einer Stunde, die er nicht kennt. Er wird ihn in Stücke hauen lassen und seinen Platz bei den Heuchlern einwei-sen. Und er redete in Gleichnisse zu ihnen und sagte: Dann wird es mit dem Himmelreich sein, gleich einem Manne, der in die Fremde ziehen wollte. Er rief seine Knechte zu sich und übergab ihnen sein Vermögen. Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eines. Jedem nach seiner Tüchtigkeit. Dann reiste er alsbald ab.

5 Talente: Er ist weggefahren und hat uns alles überlassen.

2 Talente: He… und wir können mit seinem Vermögen tun was wir wollen.

5 Talente: Was wir wollen?

2 Talente: Er hat nicht gesagt, was wir mit den Talenten anfangen sollten. Er ist abgereist und hat sie uns einfach überlassen. Fünf dir, und zwei mir und eines dem da.

1 Talent: Und eines dem da. Das hast Du großartig gesagt. Eines dem da…

5 Talente: Was können wir dafür.

1 Talent: Dafür, dafür… fünf, zwei und eines. Ein einziges Talent für mich. Mehr hat er mir nicht zugetraut. Warum nicht drei oder zwei? Warum nicht wenigstens zwei für mich?

5 Talente: Er ist der Herr, er kann verteilen wie er will.

1 Talent: Du hast leicht reden, fünf Talente… Wenn ich fünf hätte, oder auch nur zwei, aber eines…?

5 Talente: Ein Talent ist viel. Du könntest etwas mit ihm anfangen. Du könntest einen Acker kaufen, der trägt dir gute Frucht. Du könntest eine Herde erwerben. Ein Talent ist viel.

2 Talent: Er hat aber nicht gesagt was wir tun sollen.

1 Talent: Er hat nichts gesagt, jawohl, nicht. Ich werde nichts tun, das werde ich.

5 Talente: Muss er denn immer etwas sagen. Warum hat er uns denn die Talente gegeben. Er hätte sie doch verwahren können, aber nun gibt er sie uns.

2 Talente: Du hast recht, wir müssen etwas damit tun, sonst hätte er sie uns nicht geben brauchen. Das ist ganz richtig. Wir müssen etwas damit tun.

1 Talent: Du sagst ein Talent ist viel. So sagtest du doch.

5 Talente: Ja.

1 Talent: Gut. Aber… wenn ich verliere. Sagen wir mal ich spiele. Ach, um keinen hohen Einsatz nur um hundert Dinar. Ich spiele für meinen Herrn der abgereist ist, und verliere. Nun, das ist nicht schlimm, ich hab ja noch mehr. Ich spiele also weiter und verliere wieder und verliere ein drittes mal und ein viertes mal. Und dann packt mich die Leidenschaft des Spieles und ich spiele und spiele, und immer mit meines Herrn Geld. Doch weil ich immer verliere, habe ich dann bald nichts mehr. Ein Talent verspielt!!
Ein Talent ist viel, und er ist ein gestrenger Herr, sehr streng sogar. Er tut nichts und reist ab und gibt mir und sagt kein Wort. Ich soll ernten und er fährt die Ernte dann in seine Scheune. Nein, ich tue nichts. Nichts tue ich!

5 Talente: Er hätte dich leer ausgehen lassen können.

1 Talent: Und jedem von euch vier Talente geben, wie?

5 Talente: Vielleicht wäre es besser gewesen.

2 Talente: Aber er hat dir doch gegeben. Er hat dir doch vertraut.

1 Talent: Ich tue nichts.

5 Talente: Schade, ich werde etwas tun. Sie sollen sich mehren in meinen Händen diese Talente. Vielleicht erwerbe ich mir einen Weinberg, oder ein Landgut!

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Du solltest es dir doch überlegen.

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Aber ich werde etwas tun. Auch in meinen Händen sollen sie sich mehren, diese Talente. Ich werde hingehen und Handel treiben. Ich werde Getreide holen aus Sizilien und Ägypten, oder kostbare Vasen aus Griechenland.

1 Talent: Ich tue nichts. Das steht fest!!!

Autor: Da ging der hin, der die fünf Talente erhalten hatte, arbeitete mit Ihnen und gewann fünf andere hinzu. Gleichfalls gewann der mit zwei Talenten noch andere zwei mit dazu. Der aber das eine erhalten hatte:

1 Talent: Ich habe ein einziges Talent erhalten, ein einziges und nichts dazu. Ich muss mich mit dem einen zufrieden geben, und die anderen… Sie haben fünf und zwei. Zwei das sind schon mehr als eines. Sie können den Weinberg kaufen oder das Landgut. Aber eines?! Wozu reicht ein Talent. Sie können sich Getreide aus Sizilien und Ägypten holen. Sie kön-nen es, sie können sich kostbare Vasen besorgen aus Griechenland und wieder für teures Geld verkaufen. Sie können es, aber ich… Sie können etwas wagen, sie können etwas riskieren, sie können sogar verlieren, was ist dabei. Sie gewinnen es wieder zurück, aber ich… Warum habe ich nur dieses eine Talent erhalten? Warum hat mir mein Herr nicht mehr anvertraut? Bin ich es nicht wert? Bin ich weniger würdig als Sie? ,,Ich gebe jedem nach seiner Tüchtigkeit!" so hat er gesagt, dann ist er weggefahren. Und ich kann ihn nicht fragen, ich kann ihn nicht anklagen: Kann ich das überhaupt? Ich bin dazu verdammt sein Knecht zu sein. Jawohl, verdammt. Was kann ich dafür, dass ich nicht die Kraft der beiden anderen habe, dass ich mich oft zur Seite stellen muss, wenn sie anpacken? Fast wie im Spiel…. Bin ich feige? Fast habe ich Angst. Er ist streng, er verlangt viel. Er verlangt auch Unmögliches. Nein, es geht nicht. Hier liegt es, ein Talent. Ein ganzes Talent. Sie sagen es ist viel. Nichts bist du, ein einziges Stück Geld, das zu nichts taugt.

Stimme: Wenn ich in den Händen eines Armen wäre, er wüsste was er mit mir anfangen könnte.

1 Talent: In der Hand des Armen. Du bist in meiner Hand, versteht du. Mir gehörst Du, nur mir.

Stimme: Ich gehöre dem Herrn.

1 Talent: Aber ich kann über dich verfügen und ich tue es wie es mir passt. So wie Ich will.

Stimme: So wie der Herr es will.

1 Talent: Der Herr ist fort, abgereist, ich habe zu bestimmen.

Stimme: Der Arme…

1 Talent: Schweige mir von dem Armen.

Stimme: Der Arme würde einen Acker kaufen, eine kleinen Acker. Nur damit das Geld noch dazu reicht die Geräte anzuschaffen. Das würde er tun. Und er könnte Weizen ernten und davon verkaufen, er könnte davon leben, und dem Herrn das Übrige reichlich geben.

1 Talent: Und wenn der Hagel alles zerschlägt, wenn die Heuschrecken kommen und alles zerfressen. Wenn die Sonne die Saat verbrennt, oder das Wasser den Boden wegschwimmt und du dann vor einem leeren Acker stehst, sobald du ernsten willst.

Stimme: Man muss es wagen, man muss es einfach wagen. Die Armen riskieren es, sie sagen: ,,Was habe ich zu verlieren", aber du könntest ein Schiff kaufen mit mir.

1 Talent: Das es der Sturm irgendwo an die Klippen wirft?!

Stimme: Du könntest eine Karawane…

1 Talent: Nein, nicht ich. Was weißt du schon von dem Herrn? Was kannst du von ihm wissen. Er ist streng und er wird nicht fragen: ,,War das Wetter günstig, oder sind Sturm und Hagel gekommen". Und ich kann ihm auch nicht sagen: ,,Herr, verzeih es waren die Heuschrecken, oder die Wasser” ehe ich den Mund auftun will, wird er mich fragen: ,,Wo ist mein Talent?" Das wird er mich fragen. Und wenn ich sagen müsste: ,,Herr, ich habe es versucht, es ist mir nicht gelungen." Er könnte mich in Stücke hauen lassen, du kennst ihn nicht.

Stimme: Du könntest mich auf die Bank legen, du brauchst keine Hand zu rühren. Ich arbeite für dich. Nichts, gar nichts brauchst du zu wagen. Ich werde größer und größer, wie von selbst. Du könntest mich zurückgeben und mit vollen Händen dazu, was du gewonnen hast.

1 Talent: Wem kann man schon trauen ein Talent auf die Bank. Nie und nimmer.

Stimme: Was willst du aber dann mit mir tun?

1 Talent: Ich werde es dir sagen was ich tun werde, hör genau her. Hinter dem Haus unseres Herrn, ist ein großer Hof. Dort kommt niemand hin. In der Nacht werde ich aufstehen, niemand soll es wissen. Und dann werde ich dort ein Loch graben, tief genug und dort werde ich dich dann einscharren. Anschließend decke ich alles wieder zu und niemand wird es erfahren noch wissen, wo ich dich verscharrt habe.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Warum soll ich es nicht tun? Du bist versteckt und niemand kann dich mehr nehmen. Es kann dir gar nichts passieren, denn verspielen kann ich dich ja nicht. Es ist die allergrößte Sicherheit. Und wenn dann der Herr zurückkommt, kann ich ihm wenigstens zurückgeben, was ich er-halten habe. Ja so werde ich tun.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Hast du vielleicht Angst?! Natürlich es könnte jemand kommen und dich stehlen. Das könnte sein. Aber bei uns sagt man: “Wer ein Pfund vergräbt, der hat keine Schuld auch wenn es ihm weggenommen wird, der ist frei und ledig." Hörst du, frei und ledig. Mehr verlange ich nicht.

Stimme: Du willst dich sichern und willst keine Verantwortung auf dich nehmen. Aber du weißt genau, der Herr will, dass du mit mir arbeitest. Der Herr will, dass du mich einsetzt. Der Herr will, dass du mit mir riskierst.

1 Talent: Der Herr will, der Herr will…. Wer will? Das bin Ich. Ich will dich ver-graben in die Erde und ich werde dich zurückgeben, so wie du bist, unverletzt und unversehrt. Das will ich.

Autor: Der aber das eine erhalten hatte, ging hin, grub die die auf und verbarg darin das Geld seines Herrn.

5 Talente: Du hättest es nicht tun sollen.

1 Talent: Kümmere dich um das was dir gegeben ist. Das was ich eingegraben habe, das bleibt.

5 Talente: Aber das wird nicht mehr. Es bringt keine Frucht.

1 Talent: Was kümmert dich die Frucht. Es ist mir sicher und meinem Herrn auch. Ich will nichts aufs Spiel setzen. Wenn es nicht mehr wird, vergiss es nicht, es wird auch nicht weniger. Und außerdem habe ich keine Mühe damit.

5 Talente: Es gehört nicht uns. Das, was mir gegeben ist, gehört nicht mir und das was er dir gegeben hat, das ist nicht dein. Beides gehört unserem Herrn und wir haben es zu verwalten. Stehen wir nicht miteinander in einem Dienst? Haben wir nicht miteinander die Mühen und Lasten getragen und seine Freuden miterleben dürfen? Er wird zurückkommen, ganz gewiss wird er kommen. Und dann können vor ihm hintreten…

1 Talent: Und sagen: Hier hast du das deine was du uns gegeben hast.

5 Talente: Nein, sondern: Hier hast du das deine, das du uns gegeben hast und das andere dazu, was wir aus dem deinen gemacht haben.

1 Talent: Es muss genug sein, wenn er zurück erhält, was er uns gab.

5 Talente: Aber er will es anders.

1 Talent: Ich will es anders, ich ganz allein.

5 Talente: Vergiss nicht, dass wir Knechte sind.

1 Talent: Nein, das vergesse ich nicht. Ich denke jeden Tag daran und jede Stunde, es lässt mich nicht los. Er ist fort! Ich möchte nicht länger Knecht sein.

5 Talente: Aber du kannst nicht anders. Er will dich von deiner Knechtschaft ent-binden. Nein, du hättest es nicht tun sollen.

Autor: Lange Zeit darauf aber kam der Herr jener Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen.

5 Talente: Man kann es wohl nicht sagen. Und darum kann man auch nicht sagen was es bedeutet: Gehe ein in die Freude deines Herrn. Das ist mehr als wir begreifen. Es ist wie ein großes Fest der Familie. Und wir sind dabei.

2 Talente: Gehe ein in die Freude deines Herrn Und wir werden zu ihm gehören und immer bei ihm sein.

Autor: Es kam der, der das eine Talent erhalten hatte und sagte:

1 Talent: Herr, ich kenne dich. Du bist ein strenger Mann. Du erntest, wo du nicht gesät und sammelst wo du nicht gestreut hast. Darum fürchtete ich mich, ging hin und vergrub dein Talent in die Erde. Hier hast du das Deinige.

Herr: Ist das alles was du zu sagen hast.

1 Talent: Herr, ich stehe vor deinem richtenden Auge und weiß, dass ich nicht wert bin zu dir aufzuschauen, und ich weiß, dass ich nur einer deiner Knechte bin. Aber es ist alles, was ich sagen kann. Es ist… ich meine es ist viel. Ich habe dir das deine treu bewahrt und ich gebe es dir zurück, ohne einen Makel und ohne Fehl.

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Die anderen, die anderen haben fünf Talente und zwei. Es war so wenig Herr, ein Talent nur ein einziges. Die anderen….

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Bedenke Herr, ich hätte es verlieren können. Ich hätte es verspielen können und könnte jetzt mit leeren Händen dar stehen und müsste sagen: Herr es ist schief gegangen, ich wollte…

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben? Danach frage ich allein.

1 Talent: Ja Herr, du hast es gegeben. Ein Talent!

Herr: Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Ich hatte es mir lange überlegt. Ich hätte gerne damit gearbeitet, aber ich sagte es schon, es war so wenig. Und dann, ja dann hatte ich Angst vor dir. Und dich dachte…

Herr: Angst? Weshalb hattest du Angst?

1 Talent: Ich hätte es doch verlieren können und ich kannte dich doch, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du bist streng, Herr.

Herr: Du kanntest mich als einen harten Mann, als einen gestrengen Herrn, wie du sagtest. Trotzdem hast du es vergraben. Du wusstest, das du mit meinem Zorn rechnen musstest, warum hast du es nicht auf die Bank gebracht?

1 Talent: Herr, du willst ernten wo du nicht ausgesät hast.

Herr: Willst du mir Vorschriften machen?

1 Talent: Herr, ich weiß, du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast.

Herr: Bin ich der Herr, oder bin ich es nicht?

1 Talent: Du bist es, Herr.

Herr: Bist du der Knecht, oder bist du es nicht?

1 Talent: Ich bin es, Herr.

Herr: Der Herr allein sammelt und erntet. Der Knecht hat aber auszustreuen und zu säen. Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Die anderen…

Herr: Die anderen, um die brauchst du dich nicht zu kümmern.

1 Talent: Es war so wenig.

Herr: Der Herr allein verteilt. Der Knecht aber hat das anzunehmen, was ihm zugeteilt wird. Er hat daraus zu machen, was der Herr will, ohne zu fragen und ohne neidisch auf die anderen zu sehen, die mehr erhalten haben.

1 Talent: Ich gebe doch alles zurück.

Herr: Ich will aber nicht nur das Meine zurück haben. Ich will das Meine und das Deine, denn beides gehört mir, das Meine und das Deine, weil du mir gehörst. Wer es verscharrt und wer es vergräbt, der lässt meine Gaben tot sein. Aber sie sind dazu gegeben, dass sie weiter geschenkt werden, dass sie sich mehren, dass sie Frucht bringen, dazu sind sie da. Warum hast du es vergraben?!

1 Talent:
Ich hatte Angst.

Herr: Du hast nicht gewollt, das ist es. Ich habe dir mein Vertrauen geschenkt, aber du hast es nicht gebraucht.

1 Talent: Wenn ich das gewusst…

Herr: Der Herr gibt seinen Auftrag, das ist genug. Wer ihn liebt, der weiß was zu tun ist. Wenn du geliebt hättest, dann hättest du es gewagt, wärest das Risiko eingegangen. Die Liebe riskiert alles.

1 Talent: Ich hatte Angst.

Herr: In der Liebe ist keine Angst. Aber du hattest keine Liebe und ich habe auf deine Liebe gewartet. Was du mir bringst, es ist zu wenig.

1 Talent: Verzeih Herr!

Herr: Zu spät… Nehmt ihm darum das Talent und gebt es dem der die zehn Talente hat. Den unnützen Knecht aber, werft hinaus in die Finsternis draußen, dort wird das Heulen und Zähneklappern sein.

Autor: Denn so spricht der Herr: “Wer da hat, dem wird gegeben. Und es wird ihm noch mehr gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch das noch genommen werden, was er hat. Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit?" Selig ist der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so findet. Wahrlich Ich sage euch, der wird ihn über alle seine Güter setzen.

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Sep 21 2007

Gott dienen im Alter

Geschrieben von under Dienst

Gott dienen im Alter, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 7 Personen

Sprecher:  Die Runde am Esstisch ist größer geworden, seitdem die Großeltern mit ins Haus gezogen sind. Noch vor drei Wochen konnte die Großmutter den Haushalt alleine bewältigen. Doch nach dem Schlaganfall kann sie sich nur mühsam ein paar Schritte gehen und verbringt die meiste Zeit des Tages im Sessel. Aber mit den Händen versucht sie schon wieder kleine Dinge zu erledigen.

Dorie:  Oma, schau mal, meine Socken sind mir schon zu klein, kannst du mir neue stricken?

Oma:  Weißt du, Dorie, meine Finger sind noch sehr steif. Aber wir können es ja zusammen versuchen. Ich zeige dir, wie es geht, und dann kannst du bald deine selbst gestrickten Socken anziehen.

Dorie:  O, ja. Ich weiß, wo die Wolle liegt, ich hole sie gerade. Oma, bald ist ja Weihnachten, dann kann ich auch für meine Freundin Socken stricken.

Oma:  Ja, das ist ein ganz persönliches Geschenk. In meinem Korb habe ich noch schöne bunte Wolle. Die wird ihr bestimmt gut gefallen.

Klaus:  Kommt essen, das Abendbrot ist fertig!

Sprecher:  Bald ist die Familie vollzählig am Tisch versammelt. Nach dem Tischgebet platzt Klaus mit seinen Problemen heraus.

Klaus:  Papa, bei meinem Trecker ist das Rad abgefallen. Kannst du es reparieren? Ich schaffe es nicht.

Vater:  Heute abends habe ich keine Zeit, aber vielleicht mache ich es morgen Nachmittag.

Opa:  Klaus, nach der Abendandacht können wir beide mal schauen, was sich da machen lässt. Vielleicht kriegen wir es zusammen hin.

Klaus:  Danke, Opa. Erzählst du mir dann auch eine Geschichte?

Musik

Mutter:  Wo sind denn die Kinder?

Oma:  Dorie und Klaus sind mit Opa hinausgegangen, um den Trecker zu reparieren.

Mutter:  Ach, Mutter, ich mache mir schon lange Sorgen, dass ich zu wenig Zeit habe, um mich mit den Kindern zu beschäftigen. Die Einkäufe, der Haushalt nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn ich nicht alles schaffe, bin ich auch den Kindern gegenüber ungeduldig und ungehalten. Ich weiß, es ist nicht recht, aber…

Oma:  …aber du weißt nicht, wie du es ändern kannst, nicht wahr. Ich verstehe dich gut. Als unsere fünf klein waren, war ich auch oft mutlos, weil mir die Arbeit über den Kopf wuchs. Doch sind unsere Kinder ein Geschenk Gottes und wir sind verantwortlich vor Gott für sie. Sie sind wichtiger, als der ordentlichste Haushalt und das beste Essen.

Mutter:  Ja, aber ich möchte nicht als eine Frau gelten, die ihren Haushalt vernachlässigt.

Oma:  Natürlich darf nicht alles in Schmutz untergehen. Doch die Kinder sind wichtiger. Gott wird nicht danach fragen, wie sauber und ordentlich unser Haushalt war. Er wird fragen: Wo sind deine Kinder?

Mutter:  Eigentlich hast du recht, Mutter.

Musik

Opa:  Na Elisabeth, was machen wir denn heute Abend. Wenn die Kinder da sind, ist der Tag recht ausgefüllt. Mir fehlen sie richtig. Aber sie müssen ja auch die andern Großeltern besuchen.

Oma:  Ach ich weiß nicht. Meine Hände wollen immer noch nicht so richtig. Bei der Handarbeit ermüden sie sehr schnell. Aber ich bin dankbar, dass ich Dorie das Stricken doch noch zeigen konnte. Wie viele können nichts mehr mit den Händen tun. Übrigens macht Dorie gute Fortschritte. Sie hat schon einen Socken fertig.

Opa:  Das ist ja schön. Siehst du, trotz deiner Krankheit wirst du noch gebraucht.

Oma:  Johann, früher, als wir noch unserer kleine Wohnung hatten, da hatten wir doch so oft Besuch. Aber hier kennen wir kaum jemand.

Opa:  Vielleicht sollten wir jemanden aus dieser Gemeinde besuchen, zum Beispiel die Müllers? Unsere Tochter sagte, sie wohnen in dem roten Haus. Von hier sind es nur zwei Straßen weiter.

Oma:  Aber so weit kann ich doch gar nicht gehen! Außerdem kennen wir sie nicht. Was werden sie von uns denken.

Opa:  Nun, du hast doch einen Rollstuhl. Bei gutem Wetter kann ich dich bis dahin schieben und bei Regen bringt uns unser Schwiegersohn bestimmt hin. Deine andere Argumente zählen nicht, denn wenn wir nicht bereit sind andere zu besuchen, können wir nicht von andern erwarten, dass sie uns besuchen.

Oma:  Da hast du mal wieder recht. Wir können sie ja am Samstag besuchen. – Hat es nicht gerade an der Tür geschellt?

Opa:  Ich schau einmal nach. (geht)  Guten Abend!

Müller:  Guten Abend! Ich bin Heinrich Müller. Mein Sohn erzählte, dass die Eltern von Renate hier eingezogen sind.

Opa:  Ja, ich bin der Vater, Johann Klassen. Bitte, kommen Sie doch herein. Meine Frau wird Sie auch gerne kennen lernen.

Müller:  Danke.

(gehen beide ins Zimmer)

Opa: 
Elisabeth, wir haben Besuch bekommen. Es ist Heinrich Müller. Bitte setzen Sie sich.

Oma:  Müller? Wohnen Sie etwa zwei Straßen weiter in dem roten Haus?

Müller:  Ja, das stimmt. Woher wissen Sie es?

Opa:  Unsere Tochter sprach davon. Sie sagte, dass Sie auch hier in der Gemeinde sind.

Müller:  Ja, ich habe Sie am Sonntag im Gottesdienst gesehen. Unsere Gemeinde ist noch klein. Wir freuen uns, wenn neue Mitglieder dazu kommen. Es gibt noch so viel Arbeit.

Oma:  (entmutigt) Ach, wir sind schon alt und gebrechlich. Wir können keine große Dienste tun.

Müller:  Das stimmt nicht ganz. Genauso haben wir auch vor einigen Jahren gedacht. Wegen ihrer Krankheit ist meine Frau ans Bett gebunden und kann die Gottesdienste nicht mehr besuchen. Sie wollte nur noch sterben. Doch Gott hat uns einen neuen Dienst gezeigt. Jetzt versammeln sich ältere Geschwister unserer Gemeinde jeden Donnerstag bei uns zum Gebetskreis. Wie oft haben wir schon erlebt, dass die Bibel recht hat: “Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist."

Opa:  Ja, Hände falten, das können wir und unsere jungen Glaubensgeschwister ermutigen den schmalen Weg zu gehen. Gottes Hilfe haben wir in unserem Leben schon sehr oft erfahren und dürfen das Erlebte an sie weitergeben.

Müller:  Ausserdem haben wir auch einen Seniorenchor. Ich komme gerade von der Übstunde. Haben Sie nicht auch einmal im Chor gesungen?

Opa:  Doch, früher, da habe ich Tenor gesungen …

Müller:  Das ist gut! Gerade an Tenorstimmen fehlt es uns. Nächsten Dienstag um sieben Uhr haben wir Übstunde. Jetzt muss ich gehen, meine Frau wartet auf mich.

Oma:  Dann nehmen Sie einen Gruß mit. Sagen Sie ihr, dass wir sie bald besuchen.

(Herr Müller geht)

Opa:  Siehst du, Elisabeth, auch in unserem Alter hat Gott uns einen Dienst gezeigt.

 

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Sep 20 2007

Die Werkzeuge des Tischlers

Geschrieben von under Dienst

Die Werkzeuge des Tischlers, christliches Anspiel zum Thema Dienst für 9 Personen

Erzähler:  Der  Dienst ist etwas sehr notwendiges und wichtiges in dem Leben eines Christen. Wir erleben viel Freude wenn wir den Dienst nach dem von Gott zugeteilten Maßen praktizieren. Wie schön ist es doch, wenn man weiß, ein von Gott gebrauchtes Werkzeug zu sein. Doch zuerst müssen wir brauchbar werden. Dazu gehört eine richtige Haltung zum Dienst und viel Gebet.
,,Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, dass niemand höher von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern das er von sich mäßig halte, ein jeglicher, wie Gott ausgeteilt hat das Maß des Glaubens."   Römer 12:3
Jetzt wollen wir anhand eines Anspieles anhören wie unnütz es doch ist den Dienst zu missbrauchen d. h. zur eigenen Ehre zu tun.

      Musik

Zur Zeit herrscht Chaos im Werkzeugkasten des Tischlers. Die Werkzeuge werfen sich gegenseitig vor, nicht mit dem Holz umgehen zu können. Sie sind sich klar, dass sich etwas ändern muss. So kommen dann alle zu einer Besprechung zusammen. Und der Hammer tönt gleich los:

Hammer:  Wir brauchen unbedingt einen Leiter, der sich so richtig auf die Sache des Holzes versteht. Es kann so nicht mehr weitergehen. Der Werkzeugkasten muss einen Leiter haben, der Ordnung schafft.

Säge:  Wir brauchen einen Leiter, der das Holz von Anfang her kennt.

Hobel:  Ja, ja, ganz meiner Meinung, wir brauchen einen guten Leiter, eine Führungspersönlichkeit, die sich in das Holz und unser eins einfühlen kann.

Zollstock:  Wir brauchen jemanden der Grenzen zeigt, der Regeln gibt.

Schmirgel:  Wir brauchen eine Persönlichkeit die Kanten abschleift. Alle Persönlichkeiten schmirgeln Kanten.

Hammer:  Ruhe! Wir brauchen jemanden wie mich: Stark und groß, zuverlässig bin ich. Ich arbeite vorbildlich viel und habe viel im Umgang mit Nägeln gelernt. Ich bin eine Persönlichkeit. Auf meinen Schlag hört man. Lasst uns abstimmen wer für und wer gegen mich ist. Also wer ist gegen mich?
(Der Bohrer meldet sich)
Und wer ist für mich? (Hobel, Schraube, Schraubenzieher, Schmirgel, und Säge melden sich)

Aha, der Zollstock enthält sich und der Bohrer ist gegen mich. Nun liebe Freunde, ich danke Euch für Euer Vertrauen, dass Ihr in mich gesetzt habt.

So werde ich nun Kraft Eures mich ehrenden Vorschussvertrauens, und zum Ärger…

Erzähler:  (unterbricht) Die Reden von Bruder Hammer sind immer sehr salbungsvoll, wenn er auch sonst ein ehrliches Werkzeug ist. Zu seinem Wesen gehört wohl auch eine Spontanität, vielleicht Unkontrollierheit. Nun wollen wir aber mal schauen, was der Hammer so in einer Woche vollbracht hat. Man hat bereits eine zweite Besprechung einberufen, die sich von der ersten, vor allem durch eine erhöhte Lautstärke und heftigere Gemüter unterscheidet.

Schraube:  Wir sind unzufrieden mit Dir, Bruder Hammer! Du lärmst zuviel. Du holst weit aus, aber es kommt nur zu einem Schlag. Du redest große Dinge was Du mit dem Holz anstellst aber in Wirklichkeit schlägst Du nur Nägel hinein.

Hobel:  Das sag ich ja, der ist grob und hart!

Bohrer:  Genau, er redet soviel, was er nicht einhält. Du musst Dein Amt niederlegen, weil Du Dich dessen als unfähig erwiesen hast.

Hammer:  Ich muss mich beugen.

Hobel:  So kann wohl ich an Bruder Hammers Stelle treten, weil es sich ja regelrecht anbietet. Viele Bretter und Balken habe ich schon mit meiner Klinge gestreift. Überall bin ich bekannt. Über viele Oberflächen bin ich gehastet.

Hammer:  Du gehst zu weich mit dem Holz um für eine Führungspersönlichkeit.

Hobel:  Gerade das ist mein Vorteil. Ich bin einfühlsam und weiß das Holz zu verschonen. So streicht man gerne mit der Hand über das Holz ohne sich einen Splitter zu reissen.

Bohrer:  Du hast zu billige Vorstellungen davon, was das Holz wirklich braucht. Du bist maßlos oberflächlich, im Gegensatz zu mir, der ich tiefgehend bin. Ich kratze nicht an der Oberfläche, sonder gehe ganz tief, um echte feste Holzverbindungen zu schaffen, so das mehrere Hölzer zusammenhalten. Meine ganze Kraft konzentriere ich auf eine Stelle und gehe dann hart und eisern in die Tiefe. Verschönerungen kann man weglassen, aber Holzverbindungen müssen sein. Die sind notwendig.

Hobel:  Du bist aber nicht bekannt!

Bohrer:  Ach, Du versuchst immer alles mit Deiner breiten Klinge mitzunehmen, doch Du gehst nicht in die Tiefe. Du hast keine Ahnung was sich im Holz befindet: die Markröhre, das Herz. Ich bin eine verständige und tiefe Persönlichkeit.

Zollstock:  Dafür scheinst Du überhaupt nicht zu merken wie grenzlos kalt Du bist und unpersönlich! Nie lachst Du oder machst einen Scherz. Wenn Du mal gerade wieder aus Deinem Loch gekommen bist und zu den plaudernden Werkzeugen kommst, wirkst Du blockierend. Nein, Du hast kein Feingefühl.

Bohrer:  Meine Arbeit ist gezielt und vernünftig. Ich darf nicht irgendwo im Holz bohren, sondern muss nachdenken -  wo. Deshalb ist es unangebracht mich, wie ihr es oft macht, als Dünnbrettbohrer zu bezeichnen.

Zollstock:  Es reicht nun. Aber sagt an, Brüder, wer ist denn der wahrhaft Größte und Fähigste von uns allen? Überrage ich Euch nicht alle um ein Weites? Gebt zu, dass ich deshalb das Maß aller Dinge bin. Ich gebe an, wie lang, wie kurz, wie breit und wie tief das Holz sein muss. Ich bin Millimeter genau. Ohne mich seid Ihr maßlos. Ich bin einzigartig!

Bohrer:  Du bist weder hieb noch stichfest. Sei am besten still!

Zollstock:  Gut, dann ist die Säge aber auch aus dem Rennen.

Säge:  Wie bitte? Ich als wichtigstes Werkzeug aus dem Rennen! Ich bin eine leicht geschränkte, kleinzahnige Gestellsäge.

Schmirgel:  Du bist zwar geschränkt, aber auf alle Fälle fehlt Dir ein Zacken!

Säge:  Nein! Mir fehlt kein Zacken!

Schraubenz:  Dann ist dir letzte Woche also ein Sägezähnchen abgebrochen?

Säge:  Nein, das nennt man anders! Ich kann mich bei Euch gar nicht richtig entfalten.

Schmirgel:  Das sagst gerade Du, die so vieles durch ihre feinen, aber stetigen Schnitte zertrennt? Ich möchte nicht wissen, wieviel Holz Du täglich auseinander sägst!

Säge:  Aber diesen Typ von einem Schmirgelpapier mit seinen rauhen Manieren, nee, den wollen wir nicht.

Schmirgel:  Wer behauptet, dass ich rauh bin? Seht doch meiner Hände Werk. Ich bin noch feiner als der Hobel.

Bohrer:  Du gehörst doch auch zu diesen Möchtegern – Tiefgängern, doch Du kratzt auch nur an der Oberfläche.

Schmirgel:  Das ist auch wichtig. Ich rauhe die Oberfläche auf, damit die Farbe besser hält, oder der Leim tiefer in die Poren eindringen kann. So kann das Holz besser von Fäulnis und Ungeziefer geschützt werden.

Bohrer:  Nein!!! Sieh doch endlich ein, dass unsere Zeit tiefgehende Persönlichkeiten wie mich braucht.

Schmirgel:  Du bist ein alter Dünnbrettbohrer! Überlege doch nur mal wie schön es ist, wenn Holz glatt und fein ist.

Hobel:  Ach Freund Schmiergel! Natürlich bist Du ein Schöngeist. Doch Du hast zu oft Reibereien mit dem Holz. Deswegen werden wir dich nicht einsetzen. Nie, nie!

Bohrer:  Leute, werdet doch endlich einsichtig, dass ich der Einzige bin, der mit dem Holz umzugehen weiß.

Schraube:  Sei doch endlich ruhig! Du bist tiefgehend, aber Du tauchst immer nur in einzelne Stellen ein, und verlierst dabei den Überblick. Du siehst das Ganze nicht! Vergiss Deine Leiterträume!

Bohrer:  Nun gut. Dann habe ich aber auch noch ein Wörtchen zum Schraubenzieher zu sagen. Du gehörst zwar auch zu den Leuten, die sich auf eine Stelle konzentrieren, doch bleibst Du auch nur an der Oberfläche.

Säge:  Außerdem drehst Du Dich nur um Dich selbst. Wenn man Dich anschaut sieht man keinerlei Nutzen in Dir. Du bist sehr gering.

Schraubenz.:  Der Bohrer ist ein Einzelkämpfer aber ich bin ein Gemeinschaftstyp. Ich verhelfe den Schrauben zum Ziel, und somit trage ich auch zu den Holzverbindungen bei.

Hammer:  In letzter Zeit warst Du etwas unzuverlässig. Ich musste einige Schrauben nachhauen. Ich, der Hammer bin doch der Fähigste, überall muss ich nachhelfen, dabei bin ich zuverlässig.

Schraube:  Glückauf, da nur ich nun mehr übrigbleibe, darf ich mich als neuer Leiter vorstellen: Dr. Dreh Schraube!

Schraubenz.:  Dich unnütze Schraube? Wo man Dich immerzu drehen und drehen muss bis man mit Dir am Ziel ist? Du besitzt keine Eigenständigkeit. Lass uns endlich losen, damit wir zu einer Lösung kommen!

Bohrer:  Lasst uns das doch ausdiskutieren, wer der …

Hobel:  (unterbricht)  Achtung! Der Tischler kommt!

Erzähler:  Mitten in der erregten Diskussion trat der Tischler herein. Er zog die Schürze an, ging zur Werkbank und fing mit Hammer und Hobel, Bohrer und Zollstock und all den anderen Werkzeugen an zu arbeiten. Als er fertig war, stand eine wunderschöne Kanzel da, auf der den Menschen das Evangelium gepredigt werden sollte.

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Sep 20 2007

Der zerstörte Bambus

Geschrieben von under Dienst

Der zerstörte Bambus, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 3 Personen

Sprecher:  Es war einmal ein wunderschöner Garten, der lag im Westen des Landes mitten in einem großen Königreich. Dort pflegte der Herr des Gartens in der Hitze des Tages spazieren zu gehen. Ein edler Bambusbaum war ihm der schönste und liebste von allen Bäumen, Pflanzen und Gewächsen im Garten. Jahr für Jahr wuchs dieser Bambus und wurde immer anmutiger. Er wusste wohl, dass der Herr ihn liebte und seine Freude an ihm hatte. Eines Tages näherte sich der Herr nachdenklich seinem geliebten Baum, und mit einem Gefühl großer Verehrung neigte der Bambus seinen mächtigen Kopf zur Erde. Der Gärtner sprach zu ihm:

Gärtner:  Lieber Bambus, ich brauche dich.

Sprecher:  Es schien, als sei der Tag aller Tage gekommen, der Tag, für den der Baum geschaffen worden war. Der Bambus antwortete leise:

Bambus:  Herr, ich bin bereit. Gebrauche mich, wie du willst.

Gärtner:  (ernst) Bambus, um dich zu gebrauchen, muss ich dich beschneiden!

Bambus:  Mich beschneiden? Mich – den du, Herr, zum schönsten in deinem Garten gemacht hast! Nein, das nicht, bitte nicht! Verwende mich doch zu deiner Freude, Herr, aber bitte beschneide mich nicht!

Gärtner:  (noch ernster) Mein geliebter Bambus, wenn ich dich nicht beschneide, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Im Garten wurde es ganz still. Der Wind hielt den Atem an. Langsam beugte der Bambus seinen herrlichen Kopf. Dann flüsterte er:

Bambus:  Herr, wenn du mich nicht gebrauchen kannst, ohne mich zu beschneiden, dann – tu mit mir, wie du willst, und beschneide mich.

Gärtner:  Mein geliebter Bambus, ich muss dir aber auch deine Blätter und Äste abschneiden.

Bambus:  Ach Herr, davor bewahre mich! Zerstöre meine Schönheit – aber lass mir doch bitte Blätter und Äste!

Gärtner:  Wenn ich sie dir nicht abhaue, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Die Sonne versteckte ihr Gesicht. Ein Schmetterling flog ängstlich davon. Und der Bambus, zitternd vor dem, was auf ihn zukam, sagte:

Bambus:  (leise) Herr, schlage sie ab.

Gärtner:  Mein Bambus, ich muss dir noch mehr antun. Ich muss dich mittendurchschneiden und dein Herz herausnehmen. Wenn ich das nicht tue, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Da neigte sich der Bambus bis zur Erde.

Bambus:  Herr, schneide und teile.

Sprecher:  So beschnitt der Herr des Gartens den Bambus, hieb seine Äste ab, streifte seine Blätter ab, teilte ihn in zwei Teile und schnitt sein Herz heraus. Dann trug er ihn dahin, wo schon aus einer Quelle frisches, sprudelndes Wasser sprang, mitten in die trockenen Felder. Dort legte der Herr vorsichtig seinen geliebten Bambus auf den Boden. Das eine Ende des abgeschlagenen Stammes verband er mit der Quelle, das andere Ende führte er zu der Wasserrinne im Feld. Die Quelle sang ein Willkommen, und das klare, glitzernde Wasser schoss freudig durch den zerschlagenen Körper des Bambus in den Kanal und floss auf die dürren Felder, die so darauf gewartet hatten. Dann wurde der Reis gepflanzt und die Tage vergingen, die Saat ging auf, wuchs, und die Erntezeit kam. So wurde der einst so herrliche Bambus zum großen Segen. Als er noch groß und schön war, wuchs er nur für sich selbst und freute sich an der eigenen Schönheit, aber als er sich hingegeben hatte, wurde er zum Kanal, den der Herr gebrauchte, um sein Land fruchtbar zu machen.

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