Archive für die Kategorie 'Dienst'

Okt 04 2007

Wenn die Sterne verlöschen

Geschrieben von Christ under Dienst, Nachfolge

Wenn die Sterne verlöschen, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Autor:  Es war kühl und sah nach Regen aus. Christine Brüning nahm das Tuch fester um die Schulter und sagte:

Chris:  Nein, nein das ist nicht war, das kann er mir nicht antun.

Lilli:  Omi, was hast du? Bist du mir böse?

Chris:  Aber nein, mein Liebling.

Autor:  Heute konnte Lilli ihre Omi nicht verstehen. Seitdem vorhin der Telefonanruf kam war Omi ganz anders  als sonst. Endlich standen sie vor dem Hochhaus wo Lillis Eltern wohnen.

Jakob:  Guten Morgen Mutter! (Sie winkt abwehrend mit der Hand) Guten Morgen mein Kind.

Lilli:  Wo ist Mutti?

Jakob:  In der Küche, gehe hin. Mutter, es ist mir klar, dass das alles ein wenig überraschend für dich ist. Ich weiß, dass es für dich und Vater nicht leicht ist. Aber freut es dich nicht auch ein bisschen?

Chris:  Freuen? Das ist wohl zu viel verlangt. Wie kommt ihr überhaupt auf die Idee? Äußere Mission! Als ob es hier bei uns nicht genug Aufgaben gäbe für euch.

Jakob:  Wenn es nur unsere Idee wäre Mutter, dann hättest du Grund dich aufzuregen. Gott hat uns in die Mission gerufen. In jenem Waisenhaus von dem ich dir erzählt habe, warten etwa 80 Kinder auf die neuen Heimeltern. Als ich vor 8 Jahren auf die Bibelschule ging, warst du doch froh?

Chris:  Ja, das war etwas anderes. Damals ging es um ein biblisches Fundament. Das konnte ich gut heißen.

Jakob:  Mutter, ich  muss mich doch über dich wundern. Dass es dich schmerzt deinen kleinen Liebling zu verlieren, kann ich verstehen. Aber Gott hat doch Anspruch auf unser Leben…

Chris:  Du bist mein einziger Sohn!

Autor:  Bekümmert sah Jakob Brüning seiner Mutter nach, die erregt die Wohnung verließ. Christine war so aufgeregt, dass sie eine völlig verkehrte Richtung eingeschlagen hatte. Ihre Gedanken eilten zurück. Sie erinnerte sich an den Brief wo Jakob geschrieben hatte:  ,,Eine große Neuigkeit, der Heiland ist jetzt auch mein Heiland." Wie hatten sich Wilhelm und sie darüber gefreut. Nach dem Studium ging Jakob auf die Bibelschule. Danach hatte er  einen Beruf als Lehrer ausgeübt. Und als er ihnen dann seine junge, zarte Braut Carmen vorstellte war das Glück vollkommen. Als ihnen ein Jahr nach der Hochzeit ein Töchterlein geschenkt wurde, bot Christine sich an die kleine Lilli tagsüber zu betreuen, damit Carmen nicht ihre gute Stelle aufzugeben brauchte. Es klappte auch ganz gut. Und nun so etwas.

Chris:  Was soll denn die kleine Lilli da draußen in der Wildnis? Nein, Jakob muss einsehen, dass er sich da Hirngespinste in den Kopf gesetzt hat. Hier in der Heimat gibt es genug zu tun. Wenn ich zu Hause bin, werde ich noch einmal anrufen, ich werde ihm den Kopf zurechtsetzen. Er muss auch an seine Familie denken.

Autor:  Wilhelm, ihr Mann saß vor dem Hause. Er dachte auch bei sich, dass es besser gewesen wäre, wenn Jakob mit Carmen hergekommen wären um die Sache zu besprechen. Doch Jakobs Herz war bei der Zusage, die er erhalten hatte so voll gewesen, dass er die Neuigkeit gleich telefonisch sagte. Wilhelm ging ins Haus und sah seine Frau telefonieren.

Chris:  Du weißt überhaupt nicht was du deiner Frau und deinem Kind antust. Hast du denn gar kein Verantwortungsgefühl? Nein ich kann dich nicht verstehen, und ich will dich nicht verstehen. (legt erregt den Hörer auf)

Willi:  Bedeute ich dir denn gar nichts mehr?

Chris:  Natürlich Wilhelm! Aber der Junge, mein Augenstern!

Willi:  Wir haben unseren Jungen im christlichen Glauben erzogen. Als er sein Leben Jesum übergeben hat, warst du überglücklich. Wenn ihm in unserer Gemeinschaft Aufgaben übertragen wurden, warst du stolz darauf, seine Mutter zu sein. Hat er denn dies alles für dich getan? Hat nicht unser Herr und Heiland den ersten Anspruch auf sein Leben?

Autor:  So ernst hatte Wilhelm Brüning lange nicht mehr mit seiner Frau gesprochen. Nach diesem Abend nahm Christine ein Schlafmittel ein, um ihre Gedanken wenigstens auf eine kurze Zeit loszuwerden. Eine Stunde früher als sonst brachten Jakob und Carmen am nächsten Morgen ihre Tochter zu den Eltern.

Jakob:  Mutter, warum grämst du dich so?

Carmen:  Du verlierst uns doch nicht für ewig!

Lilli:  Omi, ich gehe die Hühner füttern… ja?

Chris:  Geh mein Kind.

Jakob:  Was war denn unser Leben bisher, Mutter? Ein Trachten nach immer größerem Wohlstand und Luxus. Hatten wir uns einen Wunsch erfüllt, so waren schon wieder einige andere offen. Natürlich freuen wir uns für unsere schöne Wohnung, auch der Urlaub war schön, aber waren wir jemals ganz zufrieden? Nein, wir wurden immer anspruchsvoller. Es tut uns leid, dass wir euch wehtun müssen, aber wir müssen ,,Ja" sagen zu Gottes Ruf.

Carmen:  Es wird Zeit, wir müssen uns jetzt gehen, sonst kommen wir noch zu spät.

Autor:  Lilli spielte im Sandkasten. Christine war ganz still geworden. Plötzlich sagte Wilhelm:

Willi:  Christine! Grübelst du schon wieder? Freue dich doch über die Tage und Wochen, wo wir Lilli noch haben dürfen.

Chris:  Ich kann sie nicht hergeben, ich kann das nicht…

Willi:  Du betest für Missionare, und nun da dein Sohn hinausziehen will, stellst du dich quer. Ich verstehe dich nicht.

Chris:  Das ist etwas ganz anderes.

Willi:  Selbstverständlich. So lange mir die Sache nicht zu nahe kommt, ist alles gut. Aber wehe, wenn mehr gefordert wird als ich geplant habe.

Autor:  Der Tag der Abreise rückte immer näher. Christine half beim Packen.

Lilli:  Omi, jetzt machen wir bald eine Reise mit dem Flugzeug, das wird fein sein. Omi, kommst du auch mit?

Chris:  Glaubst du, dass deine Omi noch Platz hat im Flugzeug neben den vielen Kisten, Koffer und Schachteln?

Lilli:  Du darfst auf meinem Schoß sitzen.

Willi:  Das wäre ein Vorschlag! Den sollten wir fast annehmen, was?

Autor:  Das Ehepaar Brüning begleitete ihre Kinder zum Flughafen. Das Flugzeug mit den Lieben erhob sich und verschwand aus ihren Blicken.

Chris:  Zuerst war Jakob mein Augenstern, dann kam Carmen dazu noch unser Liebling – mein kleiner Augenstern. Nun sind alle Sterne verloschen. Nun ist es finster um mich her.

Willi:  Auch an mir sind diese Tage nicht spurlos vorüber gegangen. Aber eigentlich folgt dann ein neuer Tag, wenn die Sterne verlöschen.

Autor:  Und dieser neue Tag kam in Christines Leben. Durch eine Verletzung ihres Fußes musste sie ärztliche Hilfe beanspruchen. Sie wurde von der Krankenschwester Gertrude, Christines ehemalige Schulkollegin betreut. Als Christines Verletzung sich besserte, nahm Gertrude sie mit zu Krankenbesuche. Da lernte Christine Armut, Not und Elend kennen. Besonders lag ihr der Besuch bei der Familie Roller am Herzen. Rollers einzige Tochter, Silvia, hatte schon mit 18 Jahren das Elternhaus verlassen und war auf Abwege geraten. Silvia arbeitete in derselben Stadt in einer Nachtbar.

Chris:  Silvia wohnt ganz in unserer Nähe und ist doch so weit entfernt, sie besucht ihre kranke Mutter nicht ein einziges mal. Unsere Kinder sind so weit fort, aber sie sind Botschafter des Evangeliums und stehen in Gottes Hand. Was wäre wohl geworden, wenn mir Jakob genau so genommen worden wäre wie Silvia ihren Eltern. Ach Gott meint es ja so gut mit uns.

Autor:  In manchem Krankenstübchen wartete ein bleiches Gesicht auf Christine Brüning. Sie brachte kleine Blumensträuße und Freude mit ins Haus, las aus der Bibel und sang vor. Bei der Familie Roller machte sie auch Großputz. Und wenn sie nach Hause ging, dachte sie bei sich:" Ich bin ja nicht die Gebende, sonder die Empfangende".

Willi:  Endlich bist du da.

Chris:  Bist du mir böse?

Willi:  O nein, aber hier. (überreicht ihr einen Brief mit einem Bild.)

Chris:  Ach unser zweites Enkelkind.

Willi:  Ja! Das Geld habe ich auch schon zusammen. So Gott will und wir leben sehen wir sie alle bald in Wirklichkeit wieder. Freust du dich?

Chris:  Ja, das tu ich. Obwohl ich unsere Kinder gerne öfter sehen würde, freue ich mich, dass sie Gott dienen können. Gott hat unsere Kinder gesegnet und hält sie in seiner Hand, das tröstet mich.

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Okt 04 2007

Weinbergsarbeit ist Geduldarbeit

Geschrieben von Christ under Dienst, Erntedankfest

Weinbergsarbeit ist Geduldarbeit, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 9 Personen

Sprecher:  Es hatte einer einen Feigenbaum. Der war gepflanzt in seinem Weinberg und er kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: “Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab! Was hindert er das Land?” Er aber antwortete und sprach zu ihm: “Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis das ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er doch noch wollte Frucht bringen, wenn nicht so haue ich ihn ab.”

Besitzer:  Und nun mein lieber Freund, will ich dir meinen Weinberg zeigen, meinen Garten mit Obst und Feigenbaum. Komm, die Ernte ist gerade vorüber. Dort ist mein Gärtner Amos, er wird uns ein wenig herumführen!

Freund:  Ja, ich hörte, dass du einen herrlichen Garten hast mit ertragreichen Bäu-men und einen guten Weinberg. Gern will ich mir alles anschauen.

Besitzer:  Guten Tag, Amos! Wie steht es mit meinem Garten und den Arbeitern? Was macht die Ernte? Können wir zufrieden sein? Habt ihr die Arbeit geschafft? Hier habe ich meinen Freund mitgebracht, wir werden uns ein wenig umsehen.

Amos:  Herr, die Arbeit ist für dieses Jahr geschafft. Die Trauben waren schwer und köstlich reif, sie waren gesund und hatten viel guten Saft, auch haben sie reichlich getragen, die Gefäße sind alle voll, die Bäume brachten gute Frucht. Wir haben Mühe alles zu lagern. Ein gutes Jahr fürwahr und die ganze Plage der Arbeit hat sich gelohnt, das Hacken, das Säen, das Jäten, das Schneiden, das Gießen, das Hinaufschaffen der guten Erde, das Ausharren in der sengenden Hitze. Gott, der Herr, hat unsrer Hände Werk gesegnet. Nun sind wir fröhlich, voll Singens und Dankens. Höre Herr, deine Knechte, wie lieblich es klingt, wenn sie Worte anstimmen aus dem Psalter und Gott loben!

alle Arbeiter:  Lobe den Herrn meine Seele!

1. Arbeiter:  Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.

2. Arbeiter:  Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie. Wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

3. Arbeiter:  Du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.

4. Arbeiter:  Du lassest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.

5. Arbeiter:  Die Bäume des Herrn stehen voll Saft, die er gepflanzt hat.

Freund:  Aber sieh, mein Freund, was hast du dort für ein Prachtexemplar von Baum? Herrliche Äste! Gut gewachsen, kräftig im Stamm. An ihm hast du gewiss viel Freude! Darf man fragen, lieber Freund, was du von ihm geerntet hast?

Besitzer:  Amos, sag du es meinem Freund!

Amos:  Mein Herr, er hat leider nichts getragen.

Freund:  Was? Nichts? Das kann nicht wahr sein! Solch ein Baum und keine Frucht?

Amos:  Mein Herr, wir Gärtner kennen dies; es gibt Dinge, die sehen viel versprechend aus, so als müsste etwas Großartiges dahinterstecken. Bäume geschaffen zum „Viel-Frucht-Bringen“. Solche Bäume, mein Herr, gibt es leider auch in Gottes Garten.

Besitzer:  Schade! Sehr schade, Amos! Weißt du noch wie ich mich gefreut habe, als du ihn in die Erde setztest, ich selbst habe diesen Platz für ihn ausgesucht, es ist der rechte Platz für ihn. Ich sagte: “Amos, ich freue mich, endlich habe ich die Sorte gefunden, die ich seit langem suchte. Kümmere dich besonders um ihn, zeig deine ganze Gärtnerkunst.” Das war vor drei Jahren.

Freund:  Nun, mein Freund, ich habe gehört, manche Bäume ruhen sich aus, vielleicht ruht er aus, der prächtige Baum.

Besitzer:  Das ,,Prächtige“ kannst du dir sparen, lieber Freund, nur der Baum ist prächtig, der seine Pracht in der Frucht zeigt. Dieser hier ist unnütz, er nimmt den anderen die Kraft, sein Platz würde ein anderer besser ausfüllen, unter seinem üppigen Laub wächst nicht einmal Gemüse. Amos, wir haben unser Bestes getan: Ich gab ihm den besten Platz, du hast deine ganze Kunst angewandt; nun hilft nur noch eine scharfe Axt, ich will dem Knecht Bescheid geben, meine Geduld ist zu Ende!

Amos:  Herr, nein, ach nein! Hab noch ein Jahr Geduld. Sieh, ich will es noch einmal versuchen, will graben, düngen, schneiden und lichten! Gärtnerarbeit ist halt Geduldsarbeit, ich habe ganz einfach noch Hoffnung, Gärtnerarbeit ist Hoffnungsarbeit!

Freund:  Lieber Freund, dein Gärtner hat recht, dieser Baum wird tragen wie die anderen, lass ihn noch ein Jahr.

Besitzer:  Ich gebe nach, hoffentlich lohnt sich die Geduld und all eure Hoffnung! Er soll weiter seinen Platz haben, Sonne, Wasser und Dünger bekommen. Du, Amos, wirst dich weiter um ihn kümmern mit viel Liebe wie ich weiß, aber bedenke, meine Geduld hat ihre Grenzen.

Amos:  So wie ich mich freue über jeden Apfel, den ich pflücke, der aus einer Blüte entstanden ist, wie ein Geheimnis….

Sprecher:  …so freut sich Gott über die Frucht, die ich für Ihn gebracht habe.

Besitzer:  So wie ich von jedem Baum und Strauch in meinem Garten Früchte erwarte und suche, was jedes getragen hat…

Sprecher:  …so hält Gott Ausschau nach meiner Frucht, er erwartet sie.

Freund:  So wie der Gärtner sich viel Mühe gibt mit Graben, Düngen, Wässern Schneiden, viel Geduld aufbringt, wartet, hofft…

Sprecher:  …so ist Gott, ein Gott der Liebe, ein Gott der Geduld, der wartet auch auf den, der noch keine Frucht getragen hat.

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Okt 04 2007

Dienst für Gott

Geschrieben von Christ under Dienst

Dienst für Gott, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Eckard:  Ich muss dir ehrlich sagen, seit wir vor zwei Monaten geheiratet haben, fehlt mir etwas. Wir waren doch beide so aktiv in der Jugend. Die Jugendstunde, die unterschiedlichen Arbeitskreise, die sind plötzlich nicht mehr da.

Silke:  Das ist mir auch aufgefallen. Irgendwie ist es auf dieser Ebene so leer. Wir sind mehr als die Gottesdienste am Sonntag und die Gebets- und Bibelstunden gewöhnt. Aber vielleicht liegt das auch an uns?

Eckard:  Das könnte ich mir schon vorstellen. Wir selbst haben doch Probleme, beim Einrichten der Wohnung das Irdische nicht überzubewerten. Man kann sich manchmal ja gar nicht richtig auf die Predigt konzentrieren, weil man immer wieder unsere Einrichtung durchdenkt und errechnet, was wohl als nächstes angeschafft werden muss. Ich habe das Gefühl, wir lassen uns viel zu stark von den Sorgen dieser Welt einnahmen.

Silke:  Vielleicht geht das nicht nur uns so. Sieh mal, wenn es den meisten anderen Jungverheirateten so gehen würde wie uns, dass sie sich von den Vergänglichen viel zu stark blenden lassen, dann kommen wir doch zu dem Ergebnis, das wir in der Praxis vorfinden. Nämlich, dass die wenigsten von uns einen Dienst tun, geschweige denn Dienstgruppen oder Ähnliches organisieren.

Eckard:  Warum fangen wir nicht damit an. Lass uns doch bewusst das Irdische zurückstellen und wieder mehr Zeit für Gott investieren.

Silke:  Das hat eigentlich nur Vorteile. Wir können unsere Zeit und Energie nirgendwo sinnvoller einsetzen als für Gott.

Eckard:  Wir sollten diesen Gedanken ernsthaft ins Gebet nehmen.

(Szenenwechsel)

Jörg:  Also, seit wir den Krankenbesuchsdienst gegründet haben, ist mir erst wichtig geworden, welcher Segen auf dieser Arbeit ruht. Vorher habe ich so viel verpasst, ich habe nach der Jugendzeit keinen Dienst mehr getan. Das Urteil darüber fand ich in der Bibel. Jesus sagt: "Ich bin krank gewesen und ihr habt mich nicht besucht." Und auf die Fragen hin, wann man ihn denn krank gesehen habe "antwortet er: Was ihr nicht getan habt, an einem dieser meiner Geringsten Brüder, das habt ihr mir auch nicht getan." Dabei ist mir aufgefallen, dass jeder Dienst an Menschen, eigentlich Dienst an Gott ist.

Gerd:  Mir helfen die Dienstgruppen, die wir jetzt haben endlich einmal herauszukommen aus der Hetze des Alltags, und auch einmal für Gott aktiv zu werden.

Monika:  Ich glaube das ist gerade für unser geistliches Wachstum eine große Hilfe. Mir ist der letzte Befehl Jesu, der Missionsbefehl, so richtig zu Herzen gegangen. Aber seit ich im Evangelisationsteam mitarbeite, habe ich den brennenden Wunsch diesen Befehl so gut wie möglich, hier in unserer Stadt nachzukommen. Stellt euch vor Eckard und Silke hätten dieses Team nicht gegründet.

Heike:  Dadurch sind auch andere motiviert worden. Seit wir den Hauskreis haben, ist mir erst aufgegangen wie wichtig es ist, gemeinsam über das Wort Gottes nachzudenken, füreinander zu beten und sich gegenseitig zu helfen. Wir besprechen dort auch unsere Probleme, und ich selbst merke nur, dass Gott uns segnet und an uns arbeitet.

Gerd:  Ich hoffe, dass noch viele andere Jungverheiratete, am Dienst teilnehmen und endlich verfügbar werden für Gott.

Monika:  Man kann ja auch ruhig selbst etwas gründen, und dabei auch kreativ sein. Wichtig ist nur, dass es Gott und seiner Gemeinde gefällt, damit Er verherrlicht wird.

ENDE

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Sep 29 2007

Brief ohne Abnehmer

Geschrieben von bekki under Dienst, Treue

Brief ohne Abnehmer, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst und Treue für 6 Personen

Leiter:   Wir können also zusammenfassend feststellen, dass in unserer Gemeinde ein ziemlich reges Leben herrscht. Es wurden mehr Gottesdienste gehalten als im Vorjahr, wir haben Morgenandachten eingeführt und unsere Versammlungen waren verhältnismäßig gut besucht. Auch unsere Kasse ist in bester Ordnung. Im großen und ganzen bin ich mit unserer Gemeinde ganz zufrieden und nehme an, dass das auch eure Meinung ist.
Damit wären wir nun am Ende unserer …
(Es klopft an der Tür.)

(flüstert) Die Lichter weg! Schnell, die Papiere unter den Tisch.
(Es klopft noch einmal.)

Ja, was ist denn? Komm herein!

Bote:   (mit einem Brief in der Hand) Friede sei mit euch! Ich suche die Christen in Sardes.

Leiter:   Was willst du? Christen? Hier bei uns?

Bote:   Ich habe einen Brief – aus Patmos – von Johannes, dem Apostel.

Leiter:   Hast du uns erschreckt! Wie hast du uns denn gefunden?

Bote:   Die Brüder in Tyatira, bei denen ich war, gaben mir Bescheid. Leitest du die Gemeinde zu Sardes?

Leiter:   Ja, das ist mein Amt.

Bote:   Dann höre, was Johannes dir sagen lässt.

Bruder:   Johannes – ist er noch verbannt?

Leiter:   Was weiß er von uns? Was kann er uns sagen? Ist er auf seiner Insel ganz abgeschnitten vom Leben der Gemeinden?

Bote:   Er gibt nur weiter, was Gott ihm sagen lässt.

Leiter:   So lies, wir wollen hören.

Bote:   (faltet den Brief auseinander und liest): Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke, denn du hast den Namen, dass du lebst …

Leiter:   Habe ich es nicht gesagt: Wir sind bekannt als eine lebendige Gemeinde.

Bote:   Höre: Du hast den Namen, dass du lebst und bist tot!

Leiter:   Was liest du da?

Bote:   … und bist tot!

Leiter:   Und das soll Johannes geschrieben haben? Wer hat ihm das erzählt?

Bote:   Johannes ist nur die Stimme. Gott redet durch ihn.

Bruder:   Wehe uns! So urteilt der Herr über uns.

Leiter:   Unsinn! Das muss eine Verwechslung sein. Hast du noch mehr Briefe?

Bote:   Ja. Dieser hier geht nach Ephesus, dieser nach Philadelphia.

Leiter:   Zeig her, was schreibt er denen?

(Nimmt den Brief in die Hand und liest) „Du hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet … Siehe, ich komme bald … Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme.“

Das soll der Gemeinde in Philadelphia gelten, diesem armseligen Häuflein? Du hast dich geirrt. Umgekehrt soll es sein!

Bote:   Ich irre mich nicht. Höre weiter, was in dem Brief steht: „Werde wach!“

Bruder:   Ja, das gilt uns. Wir haben uns eingeschläfert mit unserer guten Meinung von uns selbst.

Leiter:   Du schweigst! – Den Brief nehme ich nicht an! Er trifft mich nicht. Geh weiter und lass uns in Ruhe. Wir brauchen deine Ratschläge nicht. Die Beratung ist zuende. Geht in Frieden!

(Alle stehen auf und gehen. Zuletzt steht der Bote allein.)

Bote:   Sie verweigern die Annahme. Aber der Brief geht weiter – ob er nicht doch seinen Abnehmer findet?

Gerda:   Also, die Elli spielt wirklich ganz groß! Du siehst die Bälle kaum, so setzt sie die hin – und immer auf die äußerste Tischkante. Und dabei schick – einen Pullover hatte sie an, einfach Klasse.

Inge:   Angabe! Wenn du mal lieber einen Roman lesen würdest. Mein letzter Roman war super – einfach spannend. Er hat mich so richtig mitgenommen.

Gerda:   Romane! Das ist doch alles nur ausgedacht. Beim Tischtennis, da siehst du doch wenigstens lebendige Menschen, das ist viel interessanter.

Christa:   Weiter wisst ihr auch nichts. Leben ist ja schließlich noch etwas mehr als Kino und Tischtennis.

Inge:   Aber in die Kirche laufen und in der Bibel lesen, das soll wohl das Leben sein?

Bote:   Entschuldigt bitte, dass ich euch störe. Ich habe einen Brief für euch.

Gerda:   Für uns, wieso – von wem?

Bote:   Von jemand, der euch gut kennt und der es sehr gut mit euch meint.

Gerda:   Nun mal nicht so geheimnisvoll! Wer ist denn der Absender?

Bote:   Es ist der, in dessen Hand alles Leben steht.

Inge:   Was, ein Brief vom lieben Gott persönlich? Du, das ist was für dich!

Gerda:   Ach was, für mich ganz bestimmt nicht!

Christa:   Hört doch erst mal hin. Lesen Sie doch bitte mal vor, was in dem Brief steht.

Bote:   Er ist in einer Sprache geschrieben, die euch etwas unverständlich ist, ich werde ihn deshalb gleich übersetzen: „Ich weiß, dass du viel zu tun hast. Ich kenne auch den ganzen Betrieb, den du dein Leben nennst. Es scheint dir und auch anderen so, als ständest du mitten im Leben drin – aber in Wirklichkeit bist du tot.“

Inge:   Ein starkes Stück!

Christa:   Da hört ihr es mal, was euer Leben wert ist. Aber mir wollt ihr ja nicht glauben.

Bote:   Auch du bist gemeint.

Christa:   Wieso ich? Ich gehöre zu einer lebendigen Gemeinde und singe sogar im Jugendchor. Also, mir brauchen Sie das nicht zu sagen.

Gerda:   Mit dem Betrieb, da hat er irgendwie recht.

Inge:   Dir wird wohl mulmig? Nee, nee, lieber Briefträger, geh`n Sie mal ein Haus weiter. Bei uns landen Sie nicht mit Ihrem Brief. Für so was haben wir gar keinen Bedarf. Wir sind noch wach.

(Alle gehen, der Bote steht allein. Er überlegt einen Augenblick, dann wendet er sich an die Zuhörer:)

Bote:   Annahme verweigert! Da bleibt mir nichts anderes übrig, als mich an euch alle zu wenden. Vielleicht kommt der Brief hier doch richtig an. Hört, was Gott euch schreibt: „Werde wach und stärke das andere, das sterben will.“

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