Okt 30 2007
Warten auf Erlösung (Teil 1)
Warten auf Erlösung, ein christliches Anspiel zum 1. Advent für 5 Personen
Kind: Vati, darf ich eine Kerze anzünden? Heute ist doch der erste Advent.
Vater: Stell die Kerze mal hier auf den Tisch. – Ja, so. Hier hast du die Streichhölzer. – Schön hast du das gemacht, so jetzt lass die Kerze stehen, sonst brennt noch etwas an.
Kind: Papa, darf ich das Licht ausmachen, dann ist es schöner.
Sprecher: Der Vater gestattet dem Kind auch diesen Wunsch und setzt sich mit seinem Buch zur Stehlampe die ihm genug Licht zum Lesen spendet, aber das Zimmer im Halbdunkel lässt. Das Kind setzt sich auf das Sofa und betrachtet eine Zeitlang andächtig die Flamme.
Kind: Vati, erzählst du mir eine Geschichte? Bitte, Bitte.
Vater: Was soll ich dir denn heute erzählen? Ich habe dir schon so viele Geschichten erzählt.
Kind: Etwas vom Warten. Die Sonntagschullehrerin hat gesagt: Adventszeit ist eine Wartezeit.
Vater: (nachdenklich) Ja eine Wartezeit. O wie lange wartet die Menschheit schon.
Kind: Worauf denn, Vati und warum?
Vater: Ich möchte dir heute erzählen warum die Menschheit wartet und wie lange sie schon wartet. Ich habe dir doch schon oft von Adam und Eva erzählt. Heute möchte ich aber sie selber erzählen lassen. Weißt du, die haben sehr viele Kinder und Enkelkinder gehabt und ich glaube bestimmt, dass die ihren Eltern auch so viele Fragen gestellt haben wie du. Damals wurden die Menschen viel älter als heute. Adam starb erst mit 930 Jahren. Als Adam schon so alt war, gab es schon sehr viele Menschen, denn sie lebten alle lange und hatten viele Nachkommen. Als zum Beispiel Henoch geboren wurde, war Adam schon über 600 Jahre alt. Ich stelle mir vor, wie er zu Adam kam und ihn fragte, wie es früher gewesen ist.
Henoch: Guten Tag, Urgroßvater Adam, erzählt mir bitte etwas aus dem Paradies.
Adam: Das Paradies war ein wunderbarer Ort, mein Sohn. Dort war nur Frieden und Freude. Ja selbst die Riesenreptilien, die Dinosaurier waren alle friedliche, freundliche Wesen.
Henoch: Wie, diese blutrünstigen Monster waren einmal friedlich?
Adam: Ja, Henoch. Damals gab es den Tod nicht. Kein Tier hat ein anderes getötet um es zu fressen.
Henoch: Auch die Tiger nicht?
Adam: Auch die Tiger nicht.
Henoch: Aber was haben die dann gefressen?
Adam: Sie haben Gras gefressen wie die Rinder.
Sprecher: Wir lesen dies in der Bibel, in 1 Mose 1,30 …, aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.
Adam: Weißt du Henoch, vor jenem dunkelsten Tag der Menschheit als ich und Mutter Eva sündigten, gab es den Tod auf der ganzen Erde nicht. Es war auch kein Leid da, wie heute. Es ist bitter zu sehen, wie viel Elend und Leid ich in die Welt gebracht habe.
Sprecher: Ein Schweigen trat ein und man sah die Tränen in den Staub fallen, die der Greis nicht zurückhalten konnte.
Henoch: (nach kurzer Pause) Aber Urgroßvater Adam, sagte Gott nicht, Ihr würdet sterben wenn Ihr von der Frucht esst? Und Ihr lebt immer noch.
Sprecher: Ein Schluchzen kam den Greis an und es dauerte einige Zeit bis Adam sich wieder gefasst hatte.
Adam: Nein, mein Sohn Henoch, du hast ein Recht diese Fragen zu stellen. Ich will dir erklären, warum mich diese Frage so traurig stimmt. Es erinnert mich an das, was ich verlor. Ich bin damals gestorben.
Henoch: Aber Urgroßvater, Ihr lebt doch!
Adam: Nein, Henoch. Du hast es nie erlebt und kannst es nicht verstehen. Damals im Paradies da habe ich gelebt. Aber das was du Leben nennst, ist nur ein dunkler Schatten von dem, was wahres Leben bedeutet.
Henoch: Das verstehe ich wirklich nicht. Bitte erklärt mir doch, was wahres Leben ausmacht.
Adam: Weißt du, im Paradies hatten wir alles, wir brauchten uns nicht zu mühen, um satt zu werden, es war alles da. Aber nicht das macht das Leben aus. Genauso vollkommen wie all unser körperliches Verlangen befriedigt wurde, waren auch alle unseren geistlichen und seelischen Bedürfnisse befriedigt und zwar durch die Gemeinschaft mit Gott. Das bedeutet wirklich zu leben.
Henoch: Wie meint ihr das?
Adam: Schau mal, du hast das Verlangen zu essen, zu atmen, zu schlafen und noch anderes mehr; das sind körperliche Bedürfnisse. Manche Menschen denken, wenn sie alle ihre körperlichen Bedürfnisse befriedigen können, werden sie glücklich sein und die Erfüllung im Leben gefunden haben. Aber schau dir doch mal die reichen Leute an! - Oft sind das doch die unglücklichsten Menschen.
Henoch: Ihr meint um wirklich zu leben muss man auch das Verlangen nach … nach zum Beispiel Liebe und Geborgenheit befriedigen?
Adam: Ja, Liebe, Geborgenheit und den tiefen inneren Frieden, den man nur haben kann wenn man in vollkommener Harmonie zu Gott steht. Das ist die Sehnsucht unserer Seele und unseres Geistes.
Henoch: Danke Urgroßvater Adam, jetzt habe ich begriffen, was mir fehlt, ich werde versuchen nur noch Gutes zu tun und den Menschen erzählen, dass sie es auch tun sollen. Man muss es ihnen sagen damit wir die Harmonie und den inneren Frieden wiederherstellen können.
Adam: Warte Henoch! Nicht so. Du kannst dich noch so sehr anstrengen und bemühen, aber das Leben wirst du dadurch nicht finden.
Henoch: Warum denn nicht? Wenn man es allen sagt und alle zusammen anfangen sich gegenseitig nichts Böses mehr zu tun. Dann müsste es doch gehen.
Adam: Schau Henoch! Als Gott uns schuf, da hat er uns zu ihm hin geschaffen, das heißt, unsere Bestimmung war es, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Das ist der Sinn des Lebens. Und nur in der Gemeinschaft mit Gott sind alle unsere Wünsche befriedigt. Schau, kein Mensch kann deine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit befriedigen, es ist alles so vergänglich geworden und ändert sich so schnell. Was heute hoch angesehen ist, wird morgen schon verachtet; oder kennst du ein Ding oder einen Menschen auf den du dich so sehr verlassen kannst, dass es dir wirklich Sicherheit gibt?
Henoch: Nein- … Nein, Ihr habt recht, ich kenne nichts und niemanden auf den man sich so verlassen kann. Es ist doch alles vergänglich. Aber den inneren Frieden, kann ich den denn nicht wenigstens für die Zeit dieses Lebens erwerben?
Adam: Überlege einmal, warum wird man denn von Unruhe umhergetrieben und kann keinen Frieden finden?
Henoch: Vielleicht weil… weil man nicht im Frieden mit seinen Mitmenschen ist?
Adam: Nur mit seinen Mitmenschen?
Henoch: Nun, wir habe auch keinen Frieden mit Gott. Wir habe Unrecht getan und dieses Unrecht verklagt uns.
Adam: Ja, es ist die Sünde, und die Sünde trennt uns von Gott und hindert uns auch am Frieden mit unseren Mitmenschen.
Henoch: Aber dann ist ja alles hoffnungslos. Ich kann eine Sünde doch nicht ungeschehen machen. Wenn ich von nun an rechtschaffen bin und nie mehr sündige, so wird mich doch die alte Sünde immer von Gott trennen.
Adam: Du hast es verstanden! Ein Mensch kann sich selbst nicht retten.
Henoch: Jetzt verstehe ich, warum ihr dort im Paradies gestorben seid. Wenn ich meine natürlichen Bedürfnisse nicht stillen kann, wenn ich zum Beispiel nicht essen oder nicht atmen oder nicht schlafen könnte, dann würde ich körperlich sterben.
Adam: Und weil die Sünde uns von Gott trennt, können wir keine Gemeinschaft mit ihm haben, wir sind geistlich tot. Die Sehnsucht unseres inneren Menschen kann nicht befriedigt werden. (kurze bedrückende Pause) Aber es gibt eine Hoffnung für uns, mein Sohn.
Henoch: Eine Hoffnung?? Welcher Mensch kann sich selbst helfen, geschweige denn auch uns?
Adam: Kein Mensch! Aber Gott!! Er kann es tun! Er kann alles!
Henoch: Gott?
Adam: Ja, Gott. Als Mutter Eva und ich damals von Gott aus dem Garten gewiesen wurden, da sagte Gott, dass unser Nachkomme der Schlange, die uns verführte den Kopf zertreten würde und die Schlange würde ihn in die Ferse stechen.
Henoch: Was bedeutet das, Urgroßvater Adam?
Adam: Ich habe viel darüber nachgedacht, aber ich verstehe es bis heute noch nicht. Eines ist mir aber doch klar, Gott wird einen Weg finden und er wird unsere Sünde wegnehmen. Henoch, sei nicht wie die vielen, die nicht nach Gott fragen sondern warte auf das Heil Gottes!
-Musik (eventuell etwas Weihnachtliches)
Kind: Hat Henoch gewartet, Vati?
Vater: Ja Kind, Henoch war ein sehr gottesfürchtiger Mann.
Kind: Steht diese Geschichte auch in der Bibel?
Vater: Ich habe dir nichts Falsches erzählt. Wir lesen in der Bibel von Adam und von Eva und auch von Henoch ist geschrieben und alles, was ich dir über sie erzählt habe, ist richtig. Aber diese Unterhaltung zwischen Adam und Henoch habe ich mir ausgedacht. Aber sage einmal selbst, wenn du etwas ganz genau wissen willst, würdest du da nicht den Menschen fragen, der es am besten weiß?
Kind: Ja, ich frage immer dich. Du weißt alles.
Vater: Siehst du. Und deshalb glaube ich, dass Henoch dem Adam viele Fragen gestellt hat. Denn Henoch war ein sehr gottesfürchtiger Mann und hat Gott gesucht. Und Adam hat im Paradies mit Gott selbst gesprochen und hat bestimmt vieles über Gott gewusst. – Ja, Kind, so lange wartet die Menschheit schon. Aber für heute reicht es. Mach bitte die Kerze aus, und dann gehst du schlafen.
Kind: Ja Vati.- Du Vati-, aber nächsten Sonntag erzählst du weiter. Ja?
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