Archive für die Kategorie 'Advent'

Okt 30 2007

Warten auf Erlösung (Teil 1)

Geschrieben von under Advent

Warten auf Erlösung, ein christliches Anspiel zum 1. Advent für 5 Personen

Kind: Vati, darf ich eine Kerze anzünden? Heute ist doch der erste Advent.

Vater: Stell die Kerze mal hier auf den Tisch. – Ja, so. Hier hast du die Streichhölzer. – Schön hast du das gemacht, so jetzt lass die Kerze stehen, sonst brennt noch etwas an.

Kind: Papa, darf ich das Licht ausmachen, dann ist es schöner.

Sprecher: Der Vater gestattet dem Kind auch diesen Wunsch und setzt sich mit seinem Buch zur Stehlampe die ihm genug Licht zum Lesen spendet, aber das Zimmer im Halbdunkel lässt. Das Kind setzt sich auf das Sofa  und betrachtet eine Zeitlang andächtig die Flamme.

Kind: Vati, erzählst du mir eine Geschichte? Bitte, Bitte.

Vater: Was soll ich dir denn heute erzählen? Ich habe dir schon so viele Geschichten erzählt.

Kind: Etwas vom Warten. Die Sonntagschullehrerin hat gesagt: Adventszeit ist eine Wartezeit.

Vater: (nachdenklich) Ja eine Wartezeit. O wie lange wartet die Menschheit schon.

Kind: Worauf denn, Vati und warum?

Vater: Ich möchte dir heute erzählen warum die Menschheit wartet und wie lange sie schon wartet. Ich habe dir doch schon oft von Adam und Eva erzählt. Heute möchte ich aber sie selber erzählen lassen. Weißt du, die haben sehr viele Kinder und Enkelkinder gehabt und ich glaube bestimmt, dass die ihren Eltern auch so viele Fragen gestellt haben wie du. Damals wurden die Menschen viel älter als heute. Adam starb erst mit 930 Jahren. Als Adam schon so alt war, gab es schon sehr viele Menschen, denn sie lebten alle lange und hatten viele Nachkommen. Als zum Beispiel Henoch geboren wurde, war Adam schon über 600 Jahre alt. Ich stelle mir vor, wie er zu Adam kam und ihn fragte, wie es früher gewesen ist.

Henoch: Guten Tag, Urgroßvater Adam, erzählt mir bitte etwas aus dem Paradies.

Adam: Das Paradies war ein wunderbarer Ort, mein Sohn. Dort war nur Frieden und Freude. Ja selbst die Riesenreptilien, die Dinosaurier waren alle friedliche, freundliche Wesen.

Henoch: Wie, diese blutrünstigen Monster waren einmal friedlich?

Adam: Ja, Henoch. Damals gab es den Tod nicht. Kein Tier hat ein anderes getötet um es zu fressen.

Henoch: Auch die Tiger nicht?

Adam: Auch die Tiger nicht.

Henoch: Aber was haben die dann gefressen?

Adam: Sie haben Gras gefressen wie die Rinder.

Sprecher: Wir lesen dies in der Bibel, in 1 Mose 1,30 …, aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.

Adam: Weißt du Henoch, vor jenem dunkelsten Tag der Menschheit als ich und Mutter Eva sündigten, gab es den Tod auf der ganzen Erde nicht. Es war auch kein Leid da, wie heute. Es ist bitter zu sehen, wie viel Elend und Leid ich in die Welt gebracht habe.

Sprecher: Ein Schweigen trat ein und man sah die Tränen in den Staub fallen, die der Greis nicht zurückhalten konnte.

Henoch: (nach kurzer Pause) Aber Urgroßvater Adam, sagte Gott nicht, Ihr würdet sterben wenn Ihr von der Frucht esst? Und Ihr lebt immer noch.

Sprecher: Ein Schluchzen kam den Greis an und es dauerte einige Zeit bis Adam sich wieder gefasst hatte.

Henoch: Es tut mir leid, euch so betrübt zu haben.

Adam: Nein, mein Sohn Henoch, du hast ein Recht diese Fragen zu stellen. Ich will dir erklären, warum mich diese Frage so traurig stimmt. Es erinnert mich an das, was ich verlor. Ich bin damals gestorben.

Henoch: Aber Urgroßvater, Ihr lebt doch!

Adam: Nein, Henoch. Du hast es nie erlebt und kannst es nicht verstehen. Damals im Paradies da habe ich gelebt. Aber das was du Leben nennst, ist nur ein dunkler Schatten von dem, was wahres Leben bedeutet.

Henoch: Das verstehe ich wirklich nicht. Bitte erklärt mir doch, was wahres Leben ausmacht.

Adam: Weißt du, im Paradies hatten wir alles, wir brauchten uns nicht zu mühen, um satt zu werden, es war alles da. Aber nicht das macht das Leben aus. Genauso vollkommen wie all unser körperliches Verlangen befriedigt wurde, waren auch alle unseren geistlichen und seelischen Bedürfnisse befriedigt und zwar durch die Gemeinschaft mit Gott. Das bedeutet wirklich zu leben.

Henoch: Wie meint ihr das?

Adam: Schau mal, du hast das Verlangen zu essen, zu atmen, zu schlafen und noch anderes mehr; das sind körperliche Bedürfnisse. Manche Menschen denken, wenn sie alle ihre körperlichen Bedürfnisse befriedigen können, werden sie glücklich sein und die Erfüllung im Leben gefunden haben. Aber schau dir doch mal die reichen Leute an! -  Oft sind das doch die unglücklichsten Menschen.

Henoch: Ihr meint um wirklich zu leben muss man auch das Verlangen nach … nach zum Beispiel Liebe und Geborgenheit befriedigen?

Adam: Ja, Liebe, Geborgenheit und den tiefen inneren Frieden, den man nur haben kann wenn man in vollkommener Harmonie zu Gott steht. Das ist die Sehnsucht unserer Seele und unseres Geistes.

Henoch: Danke Urgroßvater Adam, jetzt habe ich begriffen, was mir fehlt, ich werde versuchen nur noch Gutes zu tun und den Menschen erzählen, dass sie es auch tun sollen. Man muss es ihnen sagen damit wir die Harmonie und den inneren Frieden wiederherstellen können.

Adam: Warte Henoch! Nicht so. Du kannst dich noch so sehr anstrengen und bemühen, aber das Leben wirst du dadurch nicht finden.

Henoch: Warum denn nicht? Wenn man es allen sagt und alle zusammen anfangen sich gegenseitig nichts Böses mehr zu tun. Dann müsste es doch gehen.

Adam: Schau Henoch! Als Gott uns schuf, da hat er uns zu ihm hin geschaffen, das heißt, unsere Bestimmung war es, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Das ist der Sinn des Lebens. Und nur in der Gemeinschaft mit Gott sind alle unsere Wünsche befriedigt. Schau, kein Mensch kann deine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit befriedigen, es ist alles so vergänglich geworden und ändert sich so schnell. Was heute hoch angesehen ist, wird morgen schon verachtet; oder kennst du ein Ding oder einen Menschen auf den du dich so sehr verlassen kannst, dass es dir wirklich Sicherheit gibt?

Henoch: Nein- … Nein, Ihr habt recht, ich kenne nichts und niemanden auf den man sich so verlassen kann. Es ist doch alles vergänglich. Aber den inneren Frieden, kann ich den denn nicht wenigstens für die Zeit dieses Lebens erwerben?

Adam: Überlege einmal, warum wird man denn von Unruhe umhergetrieben und kann keinen Frieden finden?

Henoch: Vielleicht weil… weil man nicht im Frieden mit seinen Mitmenschen ist?

Adam: Nur mit seinen Mitmenschen?

Henoch: Nun, wir habe auch keinen Frieden mit Gott. Wir habe Unrecht getan und dieses Unrecht verklagt uns.

Adam: Ja, es ist die Sünde, und die Sünde trennt uns von Gott und hindert uns auch am Frieden mit unseren Mitmenschen.

Henoch: Aber dann ist ja alles hoffnungslos. Ich kann eine Sünde doch nicht ungeschehen machen. Wenn ich von nun an rechtschaffen bin und nie mehr sündige, so wird mich doch die alte Sünde immer von Gott trennen.

Adam: Du hast es verstanden! Ein Mensch kann sich selbst nicht retten.

Henoch: Jetzt verstehe ich, warum ihr dort im Paradies gestorben seid. Wenn ich meine natürlichen Bedürfnisse nicht stillen kann, wenn ich zum Beispiel nicht essen oder nicht atmen oder nicht schlafen könnte, dann würde ich körperlich sterben.

Adam: Und weil die Sünde uns von Gott trennt, können wir keine Gemeinschaft mit ihm haben, wir sind geistlich tot. Die Sehnsucht unseres inneren Menschen kann nicht befriedigt werden. (kurze bedrückende Pause) Aber es gibt eine Hoffnung für uns, mein Sohn.

Henoch: Eine Hoffnung?? Welcher Mensch kann sich selbst helfen, geschweige denn auch uns?

Adam: Kein Mensch! Aber Gott!! Er kann es tun! Er kann alles!

Henoch: Gott?

Adam: Ja, Gott. Als Mutter Eva und ich damals von Gott aus dem Garten gewiesen wurden, da sagte Gott, dass unser Nachkomme der Schlange, die uns verführte den Kopf zertreten würde und die Schlange würde ihn in die Ferse stechen.

Henoch: Was bedeutet das, Urgroßvater Adam?

Adam: Ich habe viel darüber nachgedacht, aber ich verstehe es bis heute noch nicht. Eines ist mir aber doch klar, Gott wird einen Weg finden und er wird unsere Sünde wegnehmen. Henoch, sei nicht wie die vielen, die nicht nach Gott fragen sondern warte auf das Heil Gottes!

-Musik (eventuell etwas Weihnachtliches)

Kind: Hat Henoch gewartet, Vati?

Vater: Ja Kind, Henoch war ein sehr gottesfürchtiger Mann.

Kind: Steht diese Geschichte auch in der Bibel?

Vater: Ich habe dir nichts Falsches erzählt. Wir lesen in der Bibel von Adam und von Eva und auch von Henoch ist geschrieben und alles, was ich dir über sie erzählt habe, ist richtig. Aber diese Unterhaltung zwischen Adam und Henoch habe ich mir ausgedacht. Aber sage einmal selbst, wenn du etwas ganz genau wissen willst, würdest du da nicht den Menschen fragen, der es am besten weiß?

Kind: Ja, ich frage immer dich. Du weißt alles.

Vater: Siehst du. Und deshalb glaube ich, dass Henoch dem Adam viele Fragen gestellt hat. Denn Henoch war ein sehr gottesfürchtiger Mann und hat Gott gesucht. Und Adam hat im Paradies mit Gott selbst gesprochen und hat bestimmt vieles über Gott gewusst. – Ja, Kind, so lange wartet die Menschheit schon. Aber für heute reicht es. Mach bitte die Kerze aus, und dann gehst du schlafen.

Kind: Ja Vati.- Du Vati-, aber nächsten Sonntag erzählst du weiter. Ja?

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Okt 02 2007

Adventschule

Geschrieben von under Advent

Die Adventschule, ein christliches Anspiel zum Thema Advent für 3 Personen

Autor: Es ist kalt geworden. Die Tage sind kurz, und viele Bäume haben ihre Blätter abgeworfen. Die Natur bereitet sich auf einen tiefen Winterschlaf vor. Nur vereinzelt baumeln noch Blätter im Wind. Hier und da breitet sich schon eine Decke aus Reif über die Erde, und in höheren Lagen ist alles unter dickem Schnee versteckt. In den Städten aber scheint alles erwacht. Aus jedem Fenster verbreiten Weihnachtskerzen ein freundliches Licht. Überall ist festlich dekoriert, und die Weihnachtsbeleuchtung verbreitet feierlichen Glanz. Viele Menschen sind hier unterwegs, umspült von einer eigenartigen Atmosphäre. In einer Nebenstraße steht ein Mann mit grauen Haaren und beobachtet das bunte Treiben. Sein Arm liegt auf der Schulter eines kleinen Jungen, der sich an ihn gelehnt hat. Die Augen des Jungen glänzen und wandern von einem Licht zum andern, über die ganze Straße. Er verfolgt die Menschen, wie sie hastig in den Geschäften verschwinden und wie sie bepackt und mit vollen Taschen wieder herauskommen. Er schaut in ihre Gesichter, und ihm fällt auf, dass sie angestrengt und ernst sind, ganz anders als die weihnachtlich geschmückte Straße. Schließlich bleibt sein Blick an einem Schaufenster in der Nähe hängen. In seinem Hintergrund steht ein kleines Schild, das von vier Kerzen erleuchtet wird. ADVENT buchstabiert er mühsam. Ein Fältchen zwischen den Augen verrät, dass er angestrengt nachdenkt. Nach einiger Zeit greift er nach der großen Hand auf seiner Schulter und fragt:

Kai: Großvater, was bedeutet denn eigentlich ADVENT?

Autor: Der alte Mann streicht dem Jungen zärtlich über das Haar und lässt seinen Blick über die belebte Straße streifen. Es dauert eine ganze Weile, bis der Großvater eine Antwort gibt.

Großvater: Weißt du, mein Junge, Advent ist ein bisschen wie deine Schule. In ihr bereitet ihr euch auf das Leben als Erwachsene vor. Ähnlich ist es auch im Advent. Zu dieser Zeit machen sich die Menschen für Weihnachten bereit.

Autor: Ungläubig schaut der Junge zum Großvater hinauf. Mit einer solchen Antwort hat er nicht gerechnet. Es ist ihm anzusehen, dass ihm auf einmal viele Gedanken durch den Kopf gehen.

Kai: Ist der 1. Advent dann auch wie die erste Klasse?

Großvater: (lächelnd) Ja, wenn du willst, kannst du es so nennen.

Kai: Dann kommen wir ja am Sonntag schon in die zweite Klasse! Und am nächsten Sonntag schon in die dritte und dann in die vierte, und Weihnachten ist die Adventschule zu Ende!

Autor: Der alte Mann ist beeindruckt. Mit vollem Vertrauen hat sein Enkel das Bild von der Adventschule aufgenommen und entwickelt es nun weiter, um es zu verstehen. Er wartet gespannt auf die nächsten Fragen, aber auch auf seine eigenen Antworten.

Kai: Aber Großvater, eines verstehe ich nicht. Warum müssen wir denn jedes Jahr wieder in die erste Klasse? Haben die Menschen denn die Adventschule noch niemals bestanden?

Großvater: (in Gedanken – nicht zum Kai) Ja, so ist es gewesen. Ich habe schon viele Weihnachten erlebt. Alle waren sie schön erbauend und festlich gewesen. Und wenn es auch sonst nur zum Nötigsten reichte, zu Weihnachten hatte sich immer eine helfende Hand angeboten. Aber war ein Weihnachtsfest dabei gewesen, das mir deutlich machte, was der, dessen Geburt jedes Jahr wieder gefeiert wurde, in die Welt tragen wollte – die Umkehr der Menschen zur Liebe? Ich habe es nicht erlebt. Und dennoch versuchen es die Menschen jedes Jahr aufs Neue. Was soll ich meinem Enkel antworten, der auf der Suche nach Erkenntnis ist? Soll ich ihn mit all den negativen Erfahrungen des Alters belasten? (zu Kai) Weißt du, Kai, die Adventschule ist schrecklich schwer; deshalb gibt es wohl kaum jemanden, der sie erfolgreich abgeschlossen hat.

Kai: Und was ist an ihr so schwer? Was wird denn an der Adventschule eigentlich unterrichtet?

Autor: Oh, auf was hat er sich da eingelassen! Aber jetzt muss er weiter mitspielen. Auch wenn die Antworten noch so schwer würden. – Aber ist das Spiel? Zwingt ihn der Junge mit seinen einfachen und direkten Fragen nicht zu Antworten, die auf das Wesentliche zielen? Eigentlich ist es doch herrlich, wenn solch ein junger Mensch so unkompliziert zur Sache geht. Und plötzlich fallen ihm die Antworten auch nicht mehr schwer.

Großvater: Es gibt nur ein Unterrichtsfach in der Adventschule, und das ist die Liebe zu Gott und zu den Menschen. Nur eines ist anders mit der Liebe als mit Rechnen, Lesen und Schreiben. Man kann sie nicht Stück für Stück lernen. Du kannst sie nur in dein Herz hereinlassen oder nicht, und deshalb ist die Adventschule so schwer? Aber wenn du sie hereingelassen hast, dann füllt sie dein Herz aus und geht nicht wieder heraus.

Kai: Auch nach Weihnachten nicht?

Großvater: Ja, auch nach Weihnachten ist sie noch da.

Kai: Dann ist ja Weihnachten so etwas wie eine Abschlussprüfung, und hinterher kann man zeigen, was man auf der Adventschule gelernt hat? Ja, das ist genauso wie bei der richtigen Schule.

Großvater: Ja, wie in der richtigen Schule. Nur gibt es in der Adventsschule keine guten oder schlechten Schüler. Es kommt nur darauf an, wie es in deinem Herzen aussieht, ob die Liebe drinnen oder noch draußen ist.

Kai: Dann ist Advent also die Herzensschule!

Autor: Dem Jungen schien ein Licht aufgegangen zu sein. Jetzt beginnen auch die Augen des alten Mannes zu leuchten. Er ist glücklich, daß der Junge ihn verstanden hat. Er drückt ihn an sich und sagt zärtlich:

Großvater: Nicht wahr? Jetzt weiß du, was Advent bedeutet?

Autor: Kai nickt zustimmend und schaut wieder nach den Menschen, die so angestrengt über die Einkaufsstraße hasten. Ihm fallen wieder ihre Gesichter auf, die so ernst sind. Er wird nachdenklich.

Kai: Die Adventschule muss wirklich schwer sein. Ich kann es den Gesichtern ansehen.

Autor: Der alte Mann stutzt. Ist das hier auf der Straße wirklich die Adventschule, deren Bild er soeben mit dem Jungen zusammen entworfen hat? Nein, der wirkliche Advent findet anderswo statt. Wieder eine von diesen konkreten Fragen,die der Junge bei ihm anpackt. Aber eigenartig, auch dieses mal fällt ihm die Antwort nicht schwer. Liegt es daran, dass er nun dem Jungen sein Herz geöffnet hat?

Großvater: (zögernd) Das ist nicht die Adventschule. Das kannst du höchstens mit dem Schulhof vergleichen. Der eigentliche Unterricht findet im stillen statt. Im Gebet oder beim Singen, wenn die Menschen allein sind oder Gemeinschaft mit anderen haben. Dann klopft die Liebe an und verlangt Einlass.

Kai: Ich kann die Menschen gut verstehen, wenn sie in der Adventschule nichts lernen. Wenn wir in der Schule einen so schönen Pausenhof hätten, würden wir im Unterricht nur an die nächste Pause denken und auch nichts lernen. – Aber eines verstehe ich nicht. Wir würden uns in der Pause freuen und nicht so traurig sein wie all die Menschen hier.

Großvater: Das ist auch schwer zu verstehen, vielleicht liegt es daran, dass die meisten ein schlechtes Gewissen haben, dass sie jetzt nicht im Unterricht sind. Ja, vielleicht ist es das. Und dabei würde ihnen die Liebe im Herzen alle Sorgen nehmen.

Kai: (zum Großvater) Ist das aber eine schöne Schule. (in Gedanken) Eine Schule in der man zum Unterricht gehen kann, wann man will. Eine Schule, in der das Schuljahr nur eine Woche dauert und die man jedes Jahr wiederholen kann, so oft man will, ohne dass man auf die Sonderschule kommt. Sind die Lehrer da auch so gut?

Großvater: Sie hat nur einen Lehrer. Und das ist der allerbeste. Es ist Jesus Christus. Du hast recht mein Junge. Es ist schon eine schöne Schule, die Schule der Herzen, und der beste Lehrer dazu! Ja, er lehrt nicht nur die Liebe. Er hat sie uns auch vorgelebt und bietet sie uns jeden Tag wieder an. Nur deshalb dürfen wir jedes Jahr die Adventschule wiederholen.

Kai: Großvater, jetzt habe ich verstanden was Advent ist. Komm, Großvater, lass uns in die Adventschule gehen. Wir wollen zu Hause mit Vater und Mutter eine Kerze anzünden und zuhören, was uns der beste Lehrer sagen will.

Autor: Er nimmt den Großvater bei der Hand und zieht ihn von dem bunten Treiben fort. Es beginnt zu schneien. Durch die dichter werdenden Schneeflocken hindurch kann man eine letzte Frage des kleinen Jungen vernehmen.

Kai: Was passiert denn, Großvater, wenn die Menschen einmal alle die Andventschule bestehen? Ist dann immer Weihnachten?

Großvater: Ja, mein Junge, dann ist immer Weihnachten. Aber dann ist Weihnachten nicht nur von aussen, sondern dann hat jeder Weihnachten im Herzen, ganz egal ob es Winter oder Sommer ist.

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Okt 02 2007

Advent

Geschrieben von under Advent

Advent, ein christliches Anspiel zum Thema Advent für 21 Personen

1.  Advent heißt warten. Warten auf etwas was alle Jahre wiederkommt, warten auf den Punkt an dem vor vielen Jahren die Liebe Gottes in einer besonderen Weise zum Ausdruck kam. Advent ist Warten auf den heiligen Abend, warten auf die Geburt Jesu.
Advent heißt auf etwas besseres warten, warten wie es die Leute vor Jesu Geburt taten, warten auf ein Licht das den grauen Alltag erhellt, ein Licht das ausging in die Welt und Frieden, Freude und Genesung brachte.

2.  Dieses Licht, Jesus Christus, leuchtete bis in den Tod, ja durchbrach sogar die Dunkelheit des Todes und leuchtet immer noch. Warten wir denn auf etwas was schon da ist? Falsch wäre es, nur auf den Geburtstag Jesu zu warten, der sich jedes Jahr wiederholt, ohne daran zu denken, dass Jesus nicht nur einmal auf die Welt kommen sollte.

3.  In Bedrückung, unter Vorherrschaft warteten die Leute vor Jesu Geburt auf das Licht der Welt – Jesus Christus. Wodurch sind wir heute bedruckt? Wer herrscht über uns? Ist es die Sünde?

4.  Uns Christen ist ein anderes Warten angesagt, ein Warten auf die zweite Erscheinung des Lichtes, die zweite Erscheinung Jesu. Doch wird diese Erscheinung wie damals nicht allen zur Freude werden. Können wir mit Freude auf das zweite Kommen Jesu warten? – Nur denen die auf das Licht angstlos und mit Freude warten ist die Himmelstür offen. Es ist Advent. Warten wir?

5.  Advent ist die Zeit der Vorbereitung. Advent kündigt uns Weihnachten an und lässt uns vieles vorbereiten. Viele Überlegungen werden angestellt um die Krönung des Advents, das Weihnachtsfest, so weit wie möglich vollkommen zu machen.

6.  Advent ist die Zeit in der man sich aufs neue der Weihnachtsgeschichte bewusst wird. Dem wahren Christen ist ständig Advent angesagt – Advent im Hinblick auf Jesu zukünftige Erscheinung.

7.  Wir müssten uns mehr und mehr in seiner Liebe waschen, mehr und mehr vorbereiten. Wir müssen jeder göttlichen Kritik völligen Gehorsam einräumen. Wir müssen uns durch und durch heiligen lassen. Wir müssen uns vorbereiten auf den vierten Advent der Wiederkunft Jesu.

8.  Wir sollten erst recht als Christen nicht nur die Adventskerzen anzünden, sondern viel mehr unsere Lampen des Herzens putzen. Wir sollten nachsehen ob noch genug Öl da ist, ob es reicht bis zum zweiten Kommen Jesu.

9.  Erst wenn in unser Herz wahres Licht, wahrer Friede, wahre Freude eingekehrt ist, bekommt Advent den richtigen Sinn. So wird Advent zu einem Erinnerungszeitraum an Jesu Geburt, aber auch zu einer Vorbereitungszeit für den Himmel. Die Welt befindet sich sehr kurz vor dem vierten Advent der Erde, vor dem zweiten Erscheinen Jesu. Es ist Advent. Sind wir bereit?

10.  Advent ist ein Zeitraum der Freude, die Freude über ein zukünftiges Ereignis – Weihnachten. Mit jeder Kerze mehr, die angezündet wird, steigt die Freude auf Weihnachten. Mit jeder brennenden Kerze rückt Weihnachten näher.

11.  Ein Christ freut sich auch. Er befindet sich immer im Advent. Er freut sich auf den vierten Advent der Welt. Er freut sich schon auf das Wiederkommen Jesu. Jedes Ereignis in der Welt, das auf den Ernst der Zeit deutet macht ihn froh, wie die Adventskerzen vor Weihnachten.

12.  Es stimmt uns traurig wenn jemand in der Advents- und Weihnachtszeit im Krankenhaus bleiben muss. Wenn er all die Freuden und Überraschungen nicht miterleben kann. Wir Christen müssen auch traurig sein über jeden Menschen der sich nicht auf das Kommen des Herrn freut, der auch im irdischen Advent traurig bleibt, dessen Herz sich nicht richtig freuen kann, weil er Jesus in sei-nem Herz noch nicht Weihnachten machen ließ.

13.  Es fehlt den Menschen in der Adventszeit an wahrer Freude, die im Herzen noch nicht Weihnachten gefeiert haben. Es fehlt denen an Freude die noch im Elend leben, wie die Leute vor Jesu Geburt, die noch keine Vergebung der Sünden kannten. Es sind Leute für die Advent immer nur irdischer Advent bleibt, Leute die ohne Jesus den wahren Sinn des Advents nicht fassen können. Und gerade für diese Menschen ließ Gott Weihnachten werden, ließ Gott seinen einzigen Sohn auf die Erde. Es ist Advent. Freuen wir uns?

14.  Advent, warten auf den Erlöser, hat heute einen anderen Sinn. Advent ist nicht wie früher in der Zeit des alten Bundes. Nein, Advent ist heute, vor dem zweiten Kommen Jesu, zur Gnadenzeit geworden. Advent ist heute die Zeit in der noch die Letzten gerufen werden. Wir stehen so nahe vor dem vierten Advent der Erde. Sind wir uns der Gnade bewusst die Jesus jedem einzelnen heu-te geben will? Es ist Advent. Nutzen wir die Gnadenzeit?

15.  Zum Advent gehört, wie zu so vielem Warten, Geduld. Mann muss sich gedulden im Warten auf Weihnachten, trotz den Freuden die man schon empfindet. Man muss in Geduld Tage verleben die nicht so schön sind wie Weihnachten.

16.  So ist es auch mit dem Christsein. Als Christ hat man Freude und Friede, doch muss man in Geduld auf Jesu Wiederkunft warten. Man muss auch die Tage durchleben, die nicht so schön sind wie bei Jesus. Es ist kein Verzug das Jesus noch nicht kommt, nein es ist Gnade! Gott will dass in dieser Adventszeit der Erde noch möglichst viele zu ihm kommen und dann fröhlich den irdischen Advent feiern können.

17.  Doch kann man unsere Geduld in den vier Wochen des irdischen Advents nicht mit der Geduld vergleichen, die Jesus für uns aufbringt. Es ist Geduld die in dieser letzten Adventszeit der Erde Gnade vor Recht ergehen lässt. Es ist Advent. Sind wir uns bewusst, dass wir Jesu Geduld beanspruchen?

18.  Advent ist Erinnerungszeit. Erinnerung an die Zeit als es kein Weihnachten gab, an die Zeit wo die Leute nur warteten, Erinnerung an die Zeit als man so sehnsüchtig auf Jesus, den Messias wartete.

19.  Heute ist Jesus da. Heute ist Jesus Realität. Doch was tut die Menschheit? Sie lehnt den ab auf den sie wartete. Doch die ihn aufnehmen, haben Grund sich an eine schlechtere Zeit zu erinnern, an die Zeit als es in ihren Herzen dunkel war, als das Leben von Angst geprägt war, als sie Jesus noch nicht kannten. Diese Leute können sich gerade in der Adventszeit an den Sinn der Erniedrigung Jesu erinnern. Diese Leute können sich freuen, dass es bei ihnen nicht dunkel geblieben ist, dass Jesus ihnen einen Sinn gegeben hat. Es ist Advent. Erinnern wir uns an Jesu Erlösungswerk?

20.  Advent ist Besinnungszeit. Der Advent bietet uns Gelegenheiten die wir sonst im Jahr nicht haben. Advent gibt uns Zeit zur Besinnung. Advent bringt Abwechslung in den Alltag und gibt uns Anstoß zum Nachdenken. Advent mit seinen besinnlichen Stunden macht uns deutlich, auf wie viel Fragen wir Menschen keine Antwort finden, auf wie viel Stellen wir versagt haben. Wir stellen fest wie viel Sinnloses wir getan haben. Wir haben einfach Zeit unter unser Leben einen Strich zu ziehen und zu berechnen, auszuwiegen ob die Verluste, die Niederlagen oder die Siege, die Triumphe überwiegen.

21.  Aber schön ist, dass Advent uns hier nicht verzweifeln lässt, dass Advent eine heilsame Botschaft hat – die Botschaft des Heiligen Abends, die Botschaft der Gnade, des Friedens und der Freude. Heute, ja jetzt gilt diese Botschaft wie zu Jesu Geburt: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude,… Heute, jetzt darfst du die Entscheidung treffen. Besinne dich und wähle Freude, Friede, ewiges Leben oder Angst, ewigen Tod. Es ist Advent. Bist du bereit?

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