Archive für die Kategorie 'Abendmahl-Karfreitag'

Mrz 12 2008

Die Verleugnung des Petrus

Die Verleugnung des Petrus, ein christliches Anspiel zu Karfreitag und Ostern für 12 Personen

Autor:   Palästina, ein herrliches Land, dem Volk der Verheißung gegeben. Ein Land, wo die Liebe des Ewigen besonders sichtbar wird. Überall Felder und Gärten, gleich einem Paradies, das Gott den Menschen schenkte. Wohin das Auge auch nur hinschaut, sei es auf die unendlichen Weiten, die blumigen Wiesen oder die felsigen Berge der Wüste, sie alle zeugen von der Allmacht des Schöpfers.
Auf einer der vielen Anhöhen dieses Landes liegt die Stadt Jerusalem. Schon von Ferne können die Pilger, die sich auf dem Weg dorthin befinden, die stolz aufragenden Türme sehen. Die Menschen eilen in größeren oder in kleineren Gruppen der großen Stadt zu. Denn wieder feiert man das Passa und die Menschen kommen in die Stadt ihrer Väter, um im heiligen Tempel anzubeten.

Reisender:   Sind sie nicht zufällig ein Hiesiger? Ich würde gerne etwas mehr von diesem Propheten hören; denn bis in unsere Gegend ist nur ein Gerücht von Ihm gekommen.

Bewohner:   Ja, dieser Prophet ist sehr bekannt, Er predigt in Wort und Tat, Er lehrt das Böse zu verzeihen und ein Opfer für den Nächsten zu sein. Viel Gutes hat Er getan. Er half allen, die zu Ihm in ihrer Not kamen. Ob Taube oder Stumme - sie verließen Ihn mit einem dankbaren Herzen. Die Aussätzige reinigte Er, aus den Besessenen trieb Er die Teufel aus, Tote auferweckte Er und manch ein Blinder wurde sehend. Sogar Sünde hat Er vergeben.

Reisender:   Wird Er zum Fest kommen?

Bewohner:   Glaube kaum, denn das ganze Synedrium wurde sich einig den Gottes Sohn zu töten. Die Juden sind gegen Ihn, - aus Neid natürlich.

Autor:   Unterdessen gedenken alle an den Auszug aus Ägypten. So kommt der Abend, sie essen das Lamm in den Häusern, hinter verschlossenen Türen. Und in einem von diesen Häusern, fern aller Sorge und Störung, ist Jesus mit seinen zwölf Jüngern. Sie haben sich zum Abendmahl versammelt. Jetzt liegen sie zu Tische in dem vorbereiteten, ruhigen Raume, essen das Brot und trinken den Wein. Jesus spricht zu ihnen voller Liebe, doch sind es sonderbare Worte. Er spricht von Seinem Tode, von dem Verrat und von den Wunden; dass Er die Sünden der ganzen Welt tragen wird. Nach dem Abendmahl gehen sie in den Garten, ihre Schritte in der Finsternis dem Bach Kidron zuwendend. Sie können in der Finsternis soeben den Weg erkennen. Auf den Weg zwischen mächtigen Ästen umweht sie die Frische der Nacht und vom Himmel funkeln friedlich die Sterne. Der Mond gleitet still über die Wipfel der Bäume. Der Wind streicht ihnen wie ein Altbekannter über die Köpfe. Während sie so auf dem Wege daher gehen, machen die Jünger sich Gedanken, wo wohl Judas verblieben ist. Sie schauen sich um, doch er ist nirgends zu sehen. Hier ist auch schon der altbekannte Ort „Gethsemane“. Wie oft sind sie mit Jesus hier gewesen.
Doch jetzt lässt Jesus die Jünger allein, außer drei - Johannes, Jakobus und Petrus. Diese nimmt Er mit in den Garten der alten Oliven. Und in tiefer Traurigkeit sagt Jesus: „Ich bin betrübt bis in den Tod, Ich gehe dorthin, um zu beten.“ So ging Er weg und ließ sie allein. Er fiel zu Boden und betete. Im Todeskampf erhob Er sein Angesicht zu Gott. In tiefer Trübsal rief Er: „O, mein Vater, es geschehe Dein Wille. Doch bitte Ich, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an Mir vorübergehen.“

Johannes:   Hörst du, Petrus, wie Er betet? Ich habe von Ihm so etwas noch nie gehört. Wie betrübt Er ist.

Petrus:   Ja, es ist als ob sich etwas Schreckliches ereignen wird. - Doch ich bin so müde.

Johannes:   Er hat aber gesagt, wir sollen wachen, - besonders wir drei.

Jakobus:   Schau mal, die anderen schlafen schon alle. Ja, wir sind heute sehr müde geworden. Warum wohl Judas nicht unter uns ist?

Johannes:   Er ist schon vom Abendmahl weggegangen. Petrus, schläfst du schon? - Ich glaub, ich schlaf auch gleich ein.

Autor:   Jetzt tritt Jesus zu ihnen und findet sie schlafend. „Könnt ihr nicht eine Stunde mit Mir wachen? Wacht und betet, “ - sagt Er zu ihnen und verlässt sie wieder. In unbeschreiblicher Not schreit Er zum Vater ohne Unterstützung von den Freunden zu haben. Er schreit um Hilfe vom Himmel. Die Freunde waren von dem Rauschen der Baumwipfel und dem Zirpen der Grashüpfer eingeschläfert. Sie hatten einen lauten und ruhelosen Tag hinter sich. Der Wind, der in gewissen Abständen über die Köpfe der Schlafenden wehte, trug das dumpfe Stöhnen Jesu an ihr Ohr. Er schien sie wecken zu wollen, damit sie ihrem trauenden Meister zur Hilfe kämen. Der Mond schien wieder einmal hinter den Wolken hervor und sah vorwurfsvoll auf die schlafenden Jünger. Es sah aus, als wolle die ganze Schöpfung Jesus zu Hilfe kommen, um Ihn zu trösten, Ihn zu stärken. Nur die Jünger lagen friedlich da und schliefen.
Doch jetzt hörte man aus irgendeiner Richtung Lärmen und Schreien. Jesus kam nun zu seinen Jüngern, weckte sie und sprach: „Steht auf, es ist nahe gekommen, der mich verrät“.

Petrus:   Was ist das für ein Lärm?

Jakobus:   Sie kommen hierher.

Johannes:   Eine Menge mit Lanzen und Fackeln, - Soldaten sind dabei. Ob sie wohl jemanden suchen?

Autor:   Der Garten erfüllte sich mit einer wütend lärmenden Menge. Er wurde von den Fackeln erhellt. Die Jünger schauten verständnislos und besorgt auf ihren Meister. Was wird jetzt passieren?
Petrus sieht Judas näherkommen und hört ihn sagen:

Judas:   Sei gegrüßt, Rabbi!

Petrus:   Judas… ?! Johannes, siehst du es? Wir haben uns gefragt, wo er geblieben ist, - siehst du, er ist der Verräter.

Autor:   Unterdessen umringte die Menge Jesus, so wurden die Jünger einfach zur Seite gedrängt. Nun fing man an Ihn zu verlachen und zu spotten. Man drehte Ihm die Hände nach hinten und stieß Ihn zum Garten hinaus. Die ganze Menge drängte sich auf den Weg, der aus dem Garten führt.

Petrus:   Johannes! Was ist denn das? Man hat Ihn gefangen genommen und führt Ihn weg. Wie konnte Jesus das zulassen? Was wird jetzt mit Ihm passieren?

Johannes:   Was mit Ihm sein wird? Hast du nicht gesehen, mit welcher Schadenfreude sie Ihn umringt haben? Ich fürchte es wird alles bös enden.

Petrus:   Sie werden Ihn wohl zu dem Hohepriester bringen.

Johannes:   Ja, ich habe einen Knecht des Hohepriesters unter ihnen gesehen, - ich gehe mit ihnen, ich kann nicht in Unwissenheit über Sein Ergehen bleiben. Komm Petrus.

Jakobus:   Wohin wollt ihr, Petrus, Johannes? Seht, unsere Freunde sind alle weggelaufen.

Johannes:   Wir gehen hinter der Menge her, um zu erfahren, was mit Jesus passieren wird.

Autor:   Und so folgten sie der Volksmenge. Der Zug hatte sich in die Länge gezogen. Irgendwo vorne musste Jesus sein. Umgeben von Soldaten und Dienern mit Lanzen, Schwertern und Stöcken. Es sah aus, als hätten sie einen großen Verbrecher gefangen. Überall hörte man Gelächter, heiseres Schreien und Fluchen. Der Straßenstaub, der von den Füßen der Menge erhoben war hing schwer über den Köpfen der Menschen und erschwerte die Sicht und das Atmen. Es schien, als wollte er die Menge zum Stillstand bringen. Bald kamen sie zu dem Palast des Hohepriesters Kaiphas. Die Menge strömte in die geöffneten Pforten. Das hat es noch nie gegeben. Noch nie waren die Tore so gastfrei geöffnet gewesen wie diesmal. Heute aber dient die allgemeine Ablehnung und Feindschaft zu dem Heiligen Gefangenen als Eintrittskarte. Die Ältesten und Schriftgelehrten sind versammelt. Sie suchen falsche Zeugen, um auf irgendeine Weise den Schuldlosen zu beschuldigen und zum Tode zu verurteilen.

Johannes:   Komm, Petrus, wir gehen auch in den Hof.

Autor:   Der ganze Hof des Hohepriesters hatte sich in eine Mördergrube verwandelt. Während der Hohe Rat falsche Zeugen suchte, machten die Diener Feuerstellen auf dem Hof. Alle Gekommene wärmten sich am Feuer. Mit scharfer Beurteilung redeten sie von dem, was vorging. Petrus näherte sich unentschlossen dem Feuer und streckte zögernd seine Hände aus. Die neben ihn stehende Magd rückte etwas zur Seite.

Dienerin:   Komm etwas näher, wärm dich nur. Warte mal, bist du nicht einer von seinen Jüngern? Ich guck auch schon, dass du so schüchtern bist. Als ich dich letztens in der Stadt mit Ihm sah, warst du mutiger.

Petrus:   Was du nicht sagst? Ich kenne Ihn nicht, ich schwöre. Wie konntest du mich mit Ihm sehen?

Dienerin:   Ja, ja, erzähl nur.

Autor:   Petrus verschwand in die Mitte des Hofes und wärmte sich jetzt am anderen Feuer. Da ging eine Frau an ihm vorbei. Sie trug ein Bündel Kleinholz und stieß Petrus damit zufällig an.

Frau:   Entschuldigung, ich bin so unvorsichtig. O, was machst du denn hier? Du warst doch auch mit Jesus!?

Petrus:   Ach was, ich kenne Ihn überhaupt nicht. Ich war nicht mit Ihm.

Frau:   Ist nicht wahr, du warst mit Ihm. Ich hab dich doch gesehen.

Petrus:   Ich muss weg von hier. Es kennen mich hier anscheinend mehrere. - Es ist so finster in der Seele. - Es ist so weit gekommen, dass ich Ihm absagen musste.

Diener:   Hör mal, bist du nicht auch einer von den Jüngern des Nazareners?

Petrus:   Nein, nein, du wirst dich wohl irren.

Diener:   Natürlich habe ich mich geirrt. Selbst deine Sprache verrät dich. Genau, du warst mit dem Galiläer.

Petrus:   Nein, stimmt nicht.

Autor:   In diesem Augenblick krähte der Hahn. Nun kamen Petrus die Worte in den Sinn, die Jesus ihm am Abend sagte: „Bevor der Hahn kräht, wirst du mich drei mal verleugnen.“ Petrus ging vom Hof und weinte bitterlich.

Petrus:   Ich habe Ihn verleugnet! Ich, der vor kurzem noch stolz behauptet habe, es niemals zu tun! Ich hatte sogar versprochen mit Ihm in den Tod zu gehen, mit Ihm zu sterben! O, warum, warum habe ich es nur getan?!… Eine große Schuld habe ich mir dadurch aufgeladen, die mich zu erdrücken droht. Ob mein Meister sie mir jemals verzeihen kann?… Aber Sein Blick… Sein letzter Blick… er war nicht vorwurfsvoll, sondern voller Liebe und Erbarmen. O, Herr, wolltest Du mir damit sagen, dass Du mir schon vergeben hast?! Mir, der ich so kläglich versagt habe?

Autor:   Jesus wurde immer noch beschuldigt und gequält. Danach wurde Er gekreuzigt. Vor Seinem Tode übergab Er seine Mutter dem Lieblingsjünger. In der neunten Stunde schrie Er laut; „Es ist vollbracht!“ und verschied. Er starb, doch das, was der Himmlische Vater vorhatte, war vollbracht. Unsere Rettung, die Versöhnung mit Gott war jetzt geschehen.

- Lied -

Autor:   Nun kam Josef und bat um den Leib Jesu. Er legte Ihn in Garten in sein Grab und wälzte einen Stein vor die Tür. Man stellte Hüter vor dem Grab und versiegelte den Stein.
Morgen ist der Sabbat, ein Ruhetag…

Johannes:   Petrus, du hast dich sehr verändert, du bist so blass. - Ach, die armen Frauen, die können kaum gehen, besonders die Mutter. Ich werde ihr helfen, denn Jesus hat sie ja vor dem Tod mir anvertraut.

Petrus:   Ja, Johannes, geh nur, ich komm später nach. Ich muss jetzt etwas allein sein.

Autor:   Der Sabbat war vergangen. Der erste Tag der Woche brach an, die Morgenröte erhellte den Osten. Der Wind säuselte leise in den Blättern des Gartens, die Vöglein zwitscherten, die Tauperlen glänzten in den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne. In aller Frühe gingen die Frauen mit Spezereien zum Grab, sie hinterließen Spuren in dem nassen Gras. Sie wollten den Leib ihres lieben Meisters salben.

Magdalena:   Was ist denn das? Maria, mir ist unwohl. Ich habe das Gefühl, als ob die Erde bebt und unter den Füßen verschwindet.

Maria:   Nicht nur als ob, es ist tatsächlich ein Erdbeben, komm, wir laufen schnell zum Grab.

Magdalena:   Sieh mal, der Stein ist abgewälzt und das Grab ist leer. Jemand hat den Herrn weggetragen.

Maria:   Und wer ist da in weißen Kleidern?

Engel:   Wen sucht ihr? Jesus, den Gekreuzigten? Er ist auferstanden, Er lebt! Geht, sagt es Seinen Jüngern, auch Petrus. Jesus wird vor euch nach Galiläa hingehen.

Magdalena:   Er ist auferstanden, Er lebt! Gott sei gepriesen, ich werde Ihn wieder lebendig sehen!

Maria:   Komm, wir laufen zu den Jüngern und teilen ihnen die Freude mit, denn sie sind ja noch in Trauer.

Magdalena:   Ja, komm schnell:

Maria:   (zu Petrus und Johannes gewandt)
Freunde, Jesus lebt! Er ist auferstanden!!!

Magdalena:   Wir waren beim Grabe und ein Engel hat es uns gesagt!

Maria:   Der Engel sagte noch, dass wir hingehen und es euch allen sagen sollten, besonders auch Petrus.

Petrus:   Mir? Auch mir?

Johannes:   Petrus, komm, wir laufen zum Grab und sehen uns das selber an.

Autor:   Das Grab war leer, nur die Leinwand lag darin. Petrus und Johannes waren nun davon überzeugt und kehrten freudig zurück. Doch in den Augen Petrus sah man noch die Traurigkeit.

Johannes:   Was ist denn mit dir, Petrus? Wir sollen uns doch jetzt freuen, und du siehst noch so traurig aus.

Petrus:   Ach, Johannes, Er will mich sehen. Aber wie soll ich Ihm in die Augen schauen? Dort, auf dem Hofe habe ich Ihn dreimal verleugnet, bevor der Hahn krähte. Ich sagte, dass ich Ihn nicht kenne. Und Jesus hat es mir ja schon vorher angekündigt. Wie kann man so etwas vergeben?

Johannes:   Petrus, du zweifelst noch an Seiner Vergebung? Er will dich ja persönlich sehen und das sagt schon aus, dass Er dir vergeben hat.

Petrus:   Johannes, wie gut, dass Jesus auferstanden ist! Mit Ihm sind auch alle unsere Hoffnungen aufgelebt. Komm, wir gehen zu den Freunden und berichten ihnen, was wir gesehen haben. Vielleicht weiß jemand noch nichts von dem Auferstandenen.
Jakobus, Jesus ist auferstanden!!!

Jakobus:   Seid ihr beim Grab gewesen?

Johannes:   Ja, Er lebt!! Christus ist auferstanden!!!

Alle drei Jünger:   Er ist wahrhaftig auferstanden!!!

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Mrz 12 2008

Drei Kreuze auf Golgatha!

Geschrieben von Christ under Abendmahl-Karfreitag

Drei Kreuze auf Golgatha, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden für 6 Personen

Sprecher 1:   „Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie Ihn daselbst und die Übeltäter mit Ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. (Lukas 23:33)
Golgatha heißt auf Deutsch Schädelstätte. Ein Hügel außerhalb Jerusalems, auf dem nach damaliger Ordnung Verbrecher hingerichtet wurden. Unter Agrippa wurde Golgatha mir einer Mauer umgeben und als zur Stadt gehörig bestimmt. Der Psalmdichter David und die Propheten des Alten Testaments haben den Messias, den Heiland und Erlöser der Welt, im Geiste auf Golgatha in seinen Kreuzesleiden gesehen und beschrieben.
Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor Ihm verbarg; darum haben wir Ihn nichts geachtet. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten Ihn für den, der von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber Er ist um unsrer Missetat willen verwundert und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jesaja 53: 4-6)
Es gab keinen anderen Weg. Es konnte auch kein Bruder den anderen erlösen. Die Heiligkeit Gottes aber erforderte dieses hohe Opfer zur Sühnung der großen Schuld des Menschen. Wäre diese Tat nicht vollbracht, die ganze Menschheit ginge verloren. Nur der einzig Heilige Gottessohn konnte dieses Werk der Erlösung vollbringen, durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz.

Sprecher 2:   Golgatha! – Seele, setz dich unter Jesu Kreuze, sieh was dort für dich geschah, dass es dich zur Buße reize. Willst du nicht mitkommen? – Komm und schaue dir genau an, was da geschah. Schon auf dem Weg zur Richtstätte war der HERR unter der Last des rauen und schweren Kreuzes zusammengebrochen. Schon unter den Schlägen und Misshandlungen der Soldaten und Obersten beim Verhör übermannten Ihn die menschlichen Schwächen – doch sterben sollte er am Kreuz.
Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene, mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm das Kreuz trug. (Mt. 27:32)
Ein langer Menschenzug begleitete Jesus auf diesem schweren Gang. Einige lachten und spotteten, aber Jesu Freunde und Jünger waren in tiefer Trauer, auch die Frauen weinten stille.

Sprecher 3:   Jetzt gelangen sie an die Stelle Golgatha! Drei Löcher sind in der steinigen Erde gegraben. Sie legen den müden und blutigen Heiland aufs Kreuz, und man hört die Hammerschläge auf Golgatha ertönen. Man treibt raue Nägel durch seine Hände, die so oft gesegnet, geheilt und vom Tode erweckt hatten, durch seine Füße, welche das ganze Land durchwanderten, um Menschen zu helfen.
Doch keine Klage kommt von den Lippen des Heilands. Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. (Jesaja 53:7) Hoch heben sie dann das Kreuz und stoßen es in den Erdloch. Ganz still wird es auf Golgatha. Einige aber spotten noch: Er hat andern geholfen, Er helfe sich selber, ist Er Christus, der Auserwählte Gottes. (Lukas 23:35) Jesus aber schwieg.

Lied: Weinen möchte ich, bitter weinen. Jesu Anblick bricht mein Herz!

Sprecher 4:   Zwei Verbrecher werden auch ans Kreuz gebunden und geschlagen, einer rechts, der andere links von Jesus. Einer von ihnen lästert Jesus: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und wir zwar sind billig darin; denn wir empfangen, was unsre taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan. Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde. Die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriss mitten entzwei. (Luk. 23:39-45)

Sprecher 5:   Noch in seiner letzten Stunde ruft der Heiland vom Kreuz: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! (Luk. 23:43) Keine Klage, keine Beschuldigungen! Nein, viel mehr! Er bittet für das irregeführte Volk! Er, der von Gott und Menschen Verlassene, wird zur Vergebung. Das ist die Botschaft vom Kreuz auf Golgatha – die VERGEUNG. Einer der Verbrecher findet hier am Kreuz in der Mitte die Vergebung!
Woher diese Wandlung? Die Macht der Vergebung! Welch seliger Entschluss des Schächers! Der andre ändert seine Gesinnung nicht, er bleibt kalt Er kann an das Unsichtbare nicht glauben und sucht Rettung bei den Henkern Jesu. Wie traurig! Keine Vergebung! Vergebens gelebt, und jetzt auch noch die ewige Qual. Ganz dicht an der Quelle des Lebens – und doch vergebens!

Sprecher 6:   Liebe Freunde: Zwei Gruppen von Menschen befinden sich auf Golgatha. Die eine Gruppe weilt dort vergebens. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden. (1 Kor. 1:18) Sie beachten nicht das Kreuz der Vergebung, sondern sie leben vergebens!

Die andere Gruppe nimmt den Gekreuzigten zur Vergebung der Sünden an. Das sind die, die sich in Jesu teurem Blut waschen lassen. Für diese gilt das Wort vergeben!

Lieber Zuhörer! Noch steht das Kreuz von Golgatha da – das Kreuz der Vergebung! Noch kannst du die Vergebung finden! Komm und nimmt den Gekreuzigten an. Richte deinen Blick zum Kreuz! Heute ist noch Gnadenzeit und du wirst diesen Schritt nie betreuen.

Drei Gedanken so groß und nah: Vergebung, vergeben und vergebens!
Wie wählst du? Suche das Ewige und das Beste!

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Mrz 12 2008

Karfreitag

Geschrieben von Christ under Abendmahl-Karfreitag

Karfreitag, ein christliches Anspiel zu Karfreitag für 7 Personen

(Judas sitzt unterem Baum, schützt den Kopf in die Hände, verzweifelt)

Judas:   Ich fasse es nicht! Ich, ich einer der nahsten Freunde von Jesus! Wie konnte ich nur! 30 Silberlinge, 30 Silberlinge für einen Freund!
Der Abend fing schon an. In der Dämmerung gingen wir dem Haus, wo wir das Passahfest feiern wollten. Die Sonne schickte ihre letzten Strahlen übers Land. Die Stadt lag in scheinbaren Frieden und Harmonie. Und doch war diese nagende Unruhe in mir. Niemand ahnte etwas. Wir sahen schon das Haus. Vor der Tür wartete der Mann, von dem Jesus uns vorausgesagt hatte, dass er uns seinen großen Obersaal zur Verfügung stellen würde. Der Raum war festlich geschmückt und die Polster wirkten einladend. Wir legten uns gleich zu Tisch. Endlich begannen wir zu essen. Plötzlich sagte Jesus in die Stille hinein: „Wahrlich, Ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten“ (Musikakkord)
Alle waren schockiert. Sie konnten es nicht glauben. Keiner wagte es, dem anderen in die Augen zu sehen. Da hielten sie es nicht mehr aus und fragte, als on nichts wäre: „Bin ich’s?“
Ich tauchte gerade mit Jesus zugleich in eine Schüssel. Er sah mich an – ein Schauer lief über meinen Rücken. (Echo) „Derjenige, der die Hand mit mir in eine Schüssel taucht, wird mich verraten.“
Meine Hand verkrampfte sich. Jesus wusste es! Er hat es die ganze Zeit gewusst! Mir wurde kalt, mir wurde heiß. Mir war, als ob eine kalte Hand nach meinem hinaus. (Er springt auf) Weg! Bloß weg hier! Ich schlug sofort den richtigen Weg ein: zu den Hohepriestern.

(Judas, außer Atem, klopft an die Tür)

1. Hohepriester:   Judas, was willst du hier?

2. Hohepriester:   Und überhaupt, was machst du hier um diese Zeit? Feierst du nicht Passa, mit Jesus? (Ironisch)

Judas:   Wartet doch, lasst mich doch erklären. Vielleicht kann ich euch heute einen Tipp geben.

2. Hohepriester:   Du? (spöttisch) Uns einen Tipp geben?

1. Hohepriester:   (sieht sich um) Psst. Moment mal. Was sagst du? (flüstern miteinander, gibt ihm die Hand) Warte ich hole das Geld.

2. Hohepriester:   Psst! Nicht so laut.

1. Hohepriester:   Welches Zeichen gibst du uns?

1. Hohepriester:   Keiner wird sich etwas dabei denken, wenn du Ihm einen Kuss gibst! – Und dann haben wir Ihn!

Judas:   Bis später also, im Garten.

1. Frau:   Habt ihr schon gehört?

2. Frau:   Was meinst du, das mit eurem Nachbar?

3. Frau:   Ach was! Es dreht sich doch alles um Jesus. Weißt du etwa noch nicht Bescheid?

1. Frau:   Nein? Typisch, die wichtigen Dinge kriegst du immer nicht mit! Sie haben Ihn doch letzte Nacht gefangen genommen! Mein Mann war dabei.

2. Frau:   Wie? Was? Warum? Das verstehe ich nicht. Wozu? Was ist denn passiert?

3. Frau:   Hör zu, das war so: Du weißt doch, dass die Hohepriester schon lange nach einem Grund gesucht haben. Also musste Er weg. Ich glaube, irgendeiner von seinen Jüngern hat Ihn verraten. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Hohepriester und Soldaten von alleine auf die Idee gekommen wären, Jesus mitten in der Nacht in Gethsemane zu suchen.

2. Frau:   Aber wie wurde Er verraten?

1. Frau:   Du kannst es dir nicht vorstellen. Das ist geradezu lächerlich! Sie haben Ihn doch jeden Tag im Tempel gesehen! Und dann ziehen sie nachts los, mit Schwerten und Stöcken bewaffnet, um Jesus gefangen zu nehmen. Und jetzt die Höhe: Dieser Jünger ging auf Jesus zu und küsste Ihn! Das war das abgemachte Zeichen!

3. Frau:   Und weißt du, was Jesus zu ihm gesagt hat? Er sagte: „Mein Freund, warum bist du gekommen?“ Verstehst du? Er hat ihn seinen Freund genannt! Dabei wusste Er doch genau, was gleich geschehen würde!

Kind:   Mami, ich will nach Hause!

2. Frau:   Wie grausam. Abscheulich, mit einem Kuss einen Freund zu verraten!

Kind:   Mami, können wir jetzt nicht endlich gehen?

3. Frau:   Jetzt reicht’s aber auch. Komm. Schalom!

1. und 2. Frau:   Schalom!

Kind:   Mutti, habt ihr gerade von Jesus gesprochen?

3. Frau:   (abweisend) Warum?

Kind:   Jesus ist doch ein ganz lieber Mann, stimmts?

3. Frau:   Ja.

Kind:   Und der Mann, der Ihn verraten hat, der war doch nicht lieb?

3. Frau:   Psst!

Kind:   Mutti, warum sagst du denn nichts? Der Mann ist doch ganz, ganz böse!

(gehen an Judas vorbei, Judas sitzt unterem Baum, verzweifelt; Echo: Böse, böse, böse…)

Judas:   Böse, böse. (ironisch) Ich bin der böse Mann. (fast wahnsinnig) Ich bin böse! Jesus – sie werden Ihn umbringen! Ihn, Der alle geliebt hat, sogar mich! Was sagte Er zu mir? „Mein Freund!“? Dabei kannte Er mich! Es ist alles so schrecklich. Ich weiß gar nicht wie ich das tun konnte! Wenn ich es nur ungeschehen machen könnte! Und alles nur des Geldes wegen! Das Geld! Was soll ich damit? Weg damit! Weg! Ich bringe es ihnen zurück.

1. Hohepriester:   Judas, was machst du? Du darfst dich jetzt nicht bei uns blicken lassen! Du bringst uns damit alle in Gefahr!

Judas:   Das ist mir gleichgültig. Ich habe Ihn verraten!

2. Hohepriester:   (ironisch) Ach nee!

Judas:   Ich habe gesündigt! Ich habe unschuldiges Blut verraten!

1. Hohepriester:   Was geht uns das an? Das ist deine Sache!

2. Hohepriester:   Sieh zu, dass du hier wegkommst!

Judas:   Das werde ich nie wieder gutmachen können! Für mich gibt es keinen Sinn mehr im Leben. Für mich gibt es nur noch einen Ausweg. Oh nein!

AMEN

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