Apr 23 2009
Zwei für einen
Zwei für einen, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden für 7 Personen
Erzähler: Es war eine unruhige Nacht. Draußen tobte und heulte der Sturm von strömendem Regen begleitet. Es war ein wahrer Orkan. Bäume wurden entwurzelt und alles was sich dem Sturm im Weg stellte wurde zerbrochen und niedergeworfen.
Anneliese saß schaudernd in ihrem kleinen Häuschen nahe dem Strand, denn sie hörte durch das Tosen und Donnern des Sturmes hindurch Hilferufe, die nur zu sehr zur Gewissheit machten, dass wieder ein Schiff mit den Wellen kämpfte.
Anneliese: Die armen Menschen da draußen im Sturm. Oh, wie gerne würde ich der Rettungsmannschaft jetzt auch helfen, aber was kann ich schwache Frau schon ausrichten.
Erzähler: Als der Morgen anbrach ging Anneliese an den Strand. Es war wunderbares Wetter, aber am Strand konnte man deutliche Spuren von Untergang und Verderben sehen.
Anneliese: Wie viele Menschen werden dem Tod wohl entronnen sein? Ob an Bord des Schiffes auch Leute waren, die im lebendigen Glauben an Jesus Christus gestanden haben? Oder sind sie alle ohne Hoffnung verloren gegangen?
Erzähler: Als sie noch auf die angeschwemmten Trümmer sah, näherte sich ihr ein Fischer.
Anneliese: Es war eine furchtbare Nacht, nicht wahr?
Fischer: Ja, wir waren mit der Rettungsmannschaft draußen auf See, aber trotz der kühnen Rettungsversuche wurden nur wenige gerettet.
Anneliese: Es ist traurig um die armen Menschen, die nicht gerettet werden konnten.
Fischer: Nehmen sie es mir bitte nicht übel, aber – sind Sie selbst gerettet, ich meine, kennen Sie den Herrn Jesus?
Anneliese: Ja, ich kenne den Herrn Jesus schon lange und ich freue mich, dass auch Sie ihn kennen.
Fischer: Ja, mir war der Herr wirklich sehr gnädig.
Anneliese: Erzählen Sie mir doch bitte, wie der Herr Sie fand!
Fischer: Es sind ungefähr fünf Jahre her, seitdem der Herr mich einem nassen Grab und meine Seele der Hölle entrissen hat. Ich vergesse es nie. Es hat viel gekostet. Es mussten zwei für mich sterben!
Anneliese: Zwei?
Fischer: Ja, zwei. Mein Heiland starb vor ca. 2000 Jahren für mich auf Golgatha, und mein Kamerad starb vor fünf Jahren, und das brachte mich zum Heiland.
Es war gerade eine solche Nacht wie gestern als ich mich an Bord der ,Ariadne” befand, die damals an einer Küste Schottlands strandete. Wir hissten die Notflagge und feuerten Kanonenschüsse ab, worauf auch einige Männer an Land Rettungsboote ins Wasser ließen und sich uns zu nähern versuchten. Wir zweifelten daran, dass sie es schaffen würden, aber sie gaben nicht auf und Gott half, daß es ihnen gelang. Mit Mühe brachten wir die Frauen und Kinder ins Boot, das dann wieder zurückfuhr. Das zweite Mal wurden die übrigen Reisenden mitgenommen. Dann erkannten wir, dass einige von der Mannschaft nicht mehr gerettet werden konnten, da bei der dritten Fahrt des Bootes nicht alle darin Platz finden würden und ehe es zum vierten Mal kam, musste, das stand uns klar vor Augen, das Schiff in Trümmer gegangen sein.
(Szenenwechsel, kurzes Musikstück)
Matrose 1: Das Schiff geht gleich unter, es kommen nie alle ins Boot!
Matrose 2: Einige von uns müssen an Bord bleiben.
Matrose 1: Aber wer? Ich jedenfalls nicht!
Matrose 3: Kommt, lasst uns auslosen wer hierbleibt.
Fischer (2): Gut, aber beeilt euch!
Matrose 2: Hier jeder nimmt einen Zettel. Wer ein Kreuz drauf hat bleibt hier.
Matrose 1: Ich hab kein Kreuz, ein Glück! Und du Fritz?
Fischer (2): Ich muss an Bord bleiben, ich hab ein Kreuz.
(zu sich redend)
Ich muss sterben! … Aber was kommt dann?! …Gott … Wie soll ich vor Gott treten?
Ja, gleich kommt das Boot – und ich muss hier bleiben. Mein Freund Heinz hat mir immer wieder gesagt, dass ich mich doch bekehren sollte, aber ich wollte mir ja nie das Leben verderben lassen, wie ich immer sagte, und jetzt … gleich sterbe ich!
Seltsam, warum sagt Heinz denn gerade jetzt kein Wort von Jesus? (schaut zu Heinz) Er sieht seltsam ruhig aus. Pah, er hat gut lachen, er wird gleich gerettet werden.
Matrose 1: Das Boot kommt! Schnell hinein!
Matrose 2: Hey, Heinz! Du bist dran, na los!
Fischer (2): (zu sich) Wieso geht er nicht ins Boot? Er kommt auf mich zu …
Heinz: (fasst ihn am Arm und schiebt ihn vorwärts) Geh du für mich in das Boot, aber Fritz, dass ich dich im Himmel wiedersehe! Du sollst nicht sterben und verloren gehen; ich will gerne sterben, denn mit mir ist alles in Ordnung! Ich besitze die Hoffnung auf das ewige Leben (Matrosen setzen sich auf die erste Bank)
(Szenenwechsel)
Fischer: Ich zögerte, doch der Kamerad der nach Heinz einsteigen wollte trieb mich an. Heinz wusste, dass es so kommen musste, und ich hatte so falsch von ihm gedacht.
Als wir gerade im Boot waren sank das Schiff in die Tiefe und mit ihm Heinz, mein lieber, treuer Kamerad.
(traurige Musik)
Ich weiß, er ging zu Jesus, aber er starb für mich! Ja, für mich starb er! Sagte ich Ihnen nicht die Wahrheit? Für mich sind zwei gestorben.
Erzähler: Einen Augenblick hielt er inne; seine Augen füllten sich mit Tränen. Er versuchte nicht sie zu verbergen. Es waren Dankestränen. Dank gegen den, der für ihn in den Tod ging!
Anneliese: Und dann?
Fischer: Dann, als ich das Schiff sinken sah, sprach ich in meinem Herzen zu Gott: Wenn ich glücklich an Land komme, soll Heinz nicht umsonst gestorben sein. Oh, Gott, lass mich ihn droben wiedersehen.
Anneliese: Dauerte es lange bis Sie den Heiland fanden?
Fischer: Es dauerte nicht lange. Erst wusste ich nicht, was ich tun sollte. Dann fiel mir ein, dass Heinz immer in der Bibel las und so kaufte ich mir eine. Ich schlug die Bibel auf; ich las und las und hörte nicht auf zu lesen. Jede freie Minute las ich in der Bibel bis ich an die Geschichte mit dem Schächer kam, der noch am Kreuz Gnade fand.
Und zum ersten Mal fiel ich auf die Knie und betete: „Herr, ich bin so schlecht wie jener Schächer, willst du mich nicht auch retten, wie ihn?“ Als ich vom Gebet aufstand fiel mein Blick auf die Worte: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Ich nahm sie als Antwort auf mein Gebet und glaubte nun, dass der Herr mich aufgenommen hatte; denn ich war fest überzeugt, Jesus habe mir die Worte sagen lassen, um mich der Vergebung meiner Sünden gewiss zu machen. Ich fiel nochmals auf meine Knie und dankte ihm von ganzem Herzen. Seitdem lebe ich in Hoffnung, einmal meinen treuen Freund Heinz wiederzusehen, aber vor allem die Hoffnung ja vielmehr die Gewissheit ewig bei Christus zu sein. Dadurch hat mein Leben erst einen Sinn bekommen.
Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Römer 5,8
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