Archive für die Kategorie 'Christliche Anspiele sortiert nach Themen'

Nov 24 2011

Eine Weihnachtsgeschichte aus Brasilien

Geschrieben von under Weihnachten

Eine Weihnachtsgeschichte aus Brasilien, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 5 Personen.

Sprecher:  Die ersten Sonnenstrahlen spielen auf den grauen Wänden der kleinen, ärmlichen Hütte. Laut Krähen die Hähne um die Wette. Ein neuer Tag beginnt. Pedro blinzelt müde. Doch plötzlich ist er hellwach.

Pedro:  Nur noch eine Woche bis Weihnachten!

Sprecher:  Vorsichtig zieht er einen abgegriffenen, alten Lederbeutel aus dem Versteck unter der Matratze hervor. Dann breitet er seinen ganzen Schatz auf seinem Lager aus.

Pedro:  27.000 – 28.000 – 29.000 Cruzeiros… Jetzt fehlen mir nur noch 1.000. Das sollte reichen.

Sprecher:  Seine Augen strahlten.

Pedro:  Zu Weihnachten will ich mir ein schönes, buntes Hemd kaufen und eine neue Hose. Dann können sie nicht mehr mit Fingern auf mich zeigen, auf meine viel zu kleine, geflickte Hose und das zerschlissene Hemd. Ausgelacht hatten sie mich, meine Klassenkameraden, und hinter meinem Rücken getuschelt. Oh das tat weh!

Sprecher:  Wutentbrannt hatte er die Fäuste geballt, um zuzuschlagen, aber dann innegehalten. Mit Tränen in den Augen hatte er sich abgewandt. Pedro seufzt.

Pedro:  Ja, wir sind arm, sehr arm. Vater leidet schon viele Jahre an Tuberkulose. Und was die Mutter für das Wäschewaschen bei reichen Leuten verdient, langt gerade zum Sattwerden.

Sprecher:  Wenn Pedro abends auf seiner Matratze liegt, hört er den Wind durch die Wände pfeifen. Leise tropft der Regen durch das morsche Dach. Aber Pedro fühlt sich geborgen. Seit er und Mutter Jesus gehören, ist alle Not viel leichter zu ertragen. Sie beten gemeinsam. Alles, was sie traurig macht, sagen sie Jesus. Und nie hat er sie enttäuscht. Pedro ist erst elf Jahre alt, aber er hilft schon mit, Geld zum Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Frühmorgens, vor Schulbeginn, wenn andere Kinder noch gemütlich in ihren Betten schlafen, ist Pedro bereits unterwegs. Er arbeitet für einen reichen Herrn, dessen dicker Bauch ahnen lässt, dass er immer genug zu essen hat. Sein vornehmes Haus steht hinter einer hohen Mauer, bewacht von zwei bissigen Hunden. Vor ihren scharfen Zähnen fürchtet sich Pedro sehr. Noch immer liegen die ausgebreiteten Geldstücke vor ihm. Sie funkeln in der Morgensonne. Er zählt und zählt wieder. Dann schließt er die Augen. Er sieht sich in einer neuen Hose und einem bunten Hemd in den Klassenraum gehen. Die Kinder schauen ihn an, staunend, bewundernd. Keiner spottet mehr.

Mutter:  Pedro! Beeil dich, gleich beginnt die Schule!

Sprecher:  Es ist Mutters mahnende Stimme, die ihn jäh aus den Gedanken reißt. Tatsächlich, fast hätte er die Zeit verpasst! Schnell schiebt er seinen Schatz wieder unter die Matratze, schnappt sich die Schultasche, und los geht’s. An der Tür dreht er sich noch einmal um. Wie traurig Mutter aussieht! Seine kleine Schwester hat eine schwere Augenentzündung. Rot und geschwollen sind ihre Augen. Behutsam wäscht Mutter ihr den Eiter aus den Augen.

- Musik -

Sprecher:  Am nächsten Morgen macht Pedro sich wie immer früh auf zur Villa des reichen Herrn. Als er seine Arbeit beendet hat und seinen Lohn in Empfang nimmt, traut er seinen Augen nicht. 10.000 Cruzeiros extra legt der Mann ihm auf die Hand und zwinkert lustig mit den Augen.

Herr:  Weil Weihnachten ist! …

Sprecher:  Pedro ist außer sich vor Freude, singt und springt nach Hause, gerade so, wie die jungen Ziegen neben ihm auf dem Weg.

Pedro:  Mutter, Mutter! Stell dir vor, ich habe …

Sprecher:  Poltert er in die Tür herein. Doch er stockt. Mutter weint.

Pedro:  Warum weinst du, Mutter? Was ist passiert?

Mutter:  Ach, Pedro, es steht schlimm mit Rosas Augen. Sie braucht dringend eine besondere Behandlung, sagte der Arzt heute Morgen. Aber, weißt du, die ist sehr teuer. Zu teuer. Soviel Geld haben wir nicht! Doch ohne diese Behandlung – wird Rosa erblinden.

Sprecher:  Tieferschrocken fühlt Pedro alle Weihnachtsfreuden wie Seifenblasen platzen. Dann fasst er Mutters Hand.

Pedro:  Mutter, lass uns mit Jesus reden. Er weiß bestimmt einen Ausweg.

Sprecher:  Heute fällt es ihm schwer, in der Schule aufzupassen. Hin und her schwirren seine Gedanken.

Pedro:  Wenn ich … soll ich …? Nein ich kann nicht!

Sprecher:  Er denkt an seine neue Hose und das bunte Hemd. Und er denkt an Mutters Worte.

Mutter:  (mit Echo) Ohne diese Behandlung wird Rosa erblinden.

Pedro:  Was kann er nur tun?

Sprecher:  So geht der Tag dahin ohne einen Ausweg, ohne Hilfe.

- Musik -

Sprecher:  Längst schon wirft der Mond sein fahles Licht auf die Dächer des kleinen Dorfes am Rand des Urwaldes. In Pedros Hütte flackert schwach eine Kerze. Der Vater hustet, die kleine Schwester wimmert, und Mutter wischt ihr den Eiter aus den Augen.
Pedro wälzt sich auf seinem Lager hin und her.

Pedro:  Lieber Herr Jesus, du siehst wie arm wir sind. Aber du bist reich. Dir gehören alle Schätze der Welt. Hast du nicht eine Idee, wie wir Rosa helfen können?

Stimme:  Ja, die habe ich, aber dazu brauche ich dich.

Sprecher:  Scheint eine leise Stimme in seinem Herzen zu sagen.

Pedro:  Mich???

Sprecher:    Ganz still liegt Pedro da – und denkt und denkt. Plötzlich steht er von seinem Lager auf. Leise zieht er etwas unter seiner Matratze hervor und schleicht auf Zehenspitzen zur Mutter. Liebevoll legt er seine mageren Ärmchen um sie.

Pedro:  Da, Mutter! Ob das wohl reicht?

Sprecher:  Unbeholfen landet der Geldbeutel auf ihrem Schoß. Verwundert schaut sie ihren Sohn an.

Mutter:  Reicht? – Wofür?

Pedro:  Na, für Rosas Augenbehandlung.

Sprecher:  Mutter ist bewegt. Sie öffnet den kleinen Lederbeutel, und heraus fallen ein Cruzeiro nach dem anderen.

Mutter:  Nein, mein Junge, das kann ich nicht annehmen. Überleg mal, wie lange du dafür gespart und hart gearbeitet hast! Vergiss nicht, wie sie dich verspottet haben wegen deiner Hose!

Sprecher:  Sie sieht Pedros enttäuschtes Gesicht.

Mutter:  Nun – willst du wirklich?

Pedro:  Ja, Mutter ich will!

Sprecher:  Fest drückt Mutter ihren tapferen Großen an sich.

Mutter:  Mein lieber Pedro.

Sprecher:  Mehr vermag sie nicht zu sagen. Gleich am nächsten Morgen nehmen sie den Bus in die große Stadt und suchen die Augenklinik auf.
Und, tatsächlich, das Geld reicht für eine gute Behandlung.
Schon nach wenigen Tagen stellt sich eine deutliche Besserung ein.
Es ist Weihnachtstag. Die ganze Familie sitzt um den Tisch, auf dem Mutters selbstgebackene, weiße Brote köstlich duften.
Pedro trägt das alte, schäbige Hemd und die viel zu kleine Hose. Aber was macht das schon! Rosas Augenlicht war gerettet. Er durfte mithelfen, dass sie nicht erblindete. Er durfte Gottes Mitarbeiter sein – er, der kleine Pedro.
Mutter stimmt ein Weihnachtslied an. Leise singt der Wind durch die brüchigen Wände. Pedros Augen leuchten. Er glaubt, niemand in der ganzen weiten Welt sei so glücklich wie er – und so reich!

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Mrz 24 2010

Wer ist schuld am Tod Jesus?

Wer ist schuld am Tod Jesus, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden / Karfreitag für 22 Personen

Moderator: (steht auf der Bühne, spricht die Gemeinde direkt an) Vor ungefähr 2000 Jahren ist in Israel, in der Stadt Jerusalem, das Folgende geschehen: Jesus wurde von den Juden und Römern auf den Hügel, der Golgatha genannt wird, gebracht. Dort hat man ihn am Kreuz sterben lassen. Warum musste das geschehen? Wer hat Jesus umgebracht? Wer ist denn schuld daran, dass Gottes Sohn so sterben musste. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, lasst uns gemeinsam ungefähr 2000 Jahre zurückreisen und das Ganze aus nächster Nähe betrachten.

Lied

Szene 1

Sprecher: Es ist Mittwochabend, der letzten Abend vor dem Passahfest. An zwei verschiedenen Orten versammeln sich die Menschen zu beiden Seiten des Ölbergs – in Jerusalem und in Bethanien -, und jedes Mal ist Jesus der Anlass. (Judas, Jünger, Maria und Martha auf eine Seite der Bühne; Hohepriester und Priester auf andere Seite) Die einen führt der Hass zusammen, die anderen aber kommen aus Liebe. In Jerusalem im Haus des Kaiphas, tagt der Hohe Rat.

Priester: (aufgebracht) Das bringt alles nichts. Ich sage euch, wir brauchen einen Plan, wie wir ihn ohne viel Aufsehen töten können.

Hohepriester: Du hast Recht. Die Menschen sind so voll Begeisterung von ihm und das Letzte was wir brauchen ist, dass wir noch mehr Leute auf ihn aufmerksam machen.

Priester: Lass uns einige Tage warten. Wenn das Fest vorbei ist und der große Strom der Gäste abzieht, dann kehrt Ruhe in Jerusalem ein. Dann findet sich eine Gelegenheit ihn zu beseitigen.

Sprecher: Jesus aber sitzt währenddessen ganz ruhig im Haus seines Freundes Simon in Bethanien. Ihn hat Jesus vom Aussatz gereinigt und so hat er für Jesus und seine Jünger eine Mahlzeit vorbereitet. Auch andere Freunde von Jesus wie Lazarus oder Martha und Maria sind dabei.

Martha: (räumt den Tisch ab, spricht vor sich hin) Meine Schwester. (seufzt) Ich glaube sie liebt Jesus wirklich. Hat sie etwas verstanden, was wir noch nicht wissen? Warum nur hat sie Jesus gesalbt? Noch dazu mit dem kostbaren Öl? Das waren ihre ganzen Ersparnisse.

Judas: (verärgert) Das hätte Maria nicht tun sollen.Was soll die Verschwendung. Man hätte dieses Öl teuer verkaufen und das Geld an die Armen geben können. 300 Silbergroschen hätten wir dafür bekommen.

Jünger: Stimmt. Wie viele Jahre müsste ich mich abplagen, um so einen Betrag anzusparen.

Jesus: (Stimme) Lasst sie in Frieden. Warum macht ihr es ihr so schwer? Sie hat etwas Gutes an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt Ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt.(Judas springt auf und entfernt sich von dieser Runde)

Judas: Begräbnis? Also ist es doch wahr, dass er sterben muss. Was soll ich dann noch bei ihm?

(Freund kommt hoch, begegnet Judas)

Freund: Judas! Shalom! Dass ich dich mal wiedersehe. Seitdem du diesem Jesus nachfolgst, kriegt man dich ja gar nicht mehr zu Gesicht. Bist du hier in Jerusalem zum Passahfest?

Judas: Ja, wozu denn sonst? Schon verrückt, wir feiern die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, dabei sollten wir vielleicht eher was tun um uns aus der römischen Unterdrückung zu befreien.

Freund: Was können wir denn schon tun?

Judas: Ich hatte ja gehofft, dass Jesus die Befreiung Israels bringt. Deshalb hab ich mich ihm überhaupt angeschlossen. Du hättest sehen sollen, wie er das Volk am See Genezareth gespeist hat. Oder vor drei Tagen, als das Volk ihn bejubelt hat und zum König ernennen wollte. Aber er hat abgelehnt und meine Hoffnung zerstört. Wie dem auch sei, ich muss los. Ich hab noch was zu erledigen.

Freund: Alles klar, wir sehen uns.

(Freund geht, Judas guckt ihm hinterher und geht dann auf die andere Seite der Bühne, zum Hohepriester und klopft)

Hohepriester: Wer ist da?

Judas: (aufgeregt, stammeln) Ich bin Judas. Ich komme wegen diesem Jesus. Ich weiß, dass ihr ihn verhaften wollt. Ich kann euch dabei helfen.

Hohepriester: (spricht hinterlistig/niederträchtig) Komm herein und setz dich, mein Freund.

Judas: Ich weiß wo und mit wem Jesus sich aufhält. Was gebt ihr mir, wenn ich ihn verrate?

Priester: Ohne dass ein Aufruhr entsteht?

Judas: Ohne dass jemand irgendetwas merkt. Ich warte einen günstigen Augenblick ab. Jesus zieht sich zwischendurch zurück in die Einsamkeit. Ich werde euch zu ihm führen, während er ganz alleine an einem einsamen Ost ist.

Hohepriester: Hervorragend! Dich schickt der Himmel. Du bekommst dreißig Silberstücke.

(während Sprecher erzählt, zählt der Priester Münzen ab und legt sie in einen Beutel)

Sprecher: Dreißig Silberstücke! Der Preis, den man in jener Zeit für einen Sklaven zahlte. Der Preis, den bereits der Prophet Sacharja genannt hatte, aber daran dachte keiner von den weisen Schriftgelehrten. Für den Preis eines Sklaven, hat Judas den Sohn Gottes verraten.

(Moderator hoch)

Moderator: Judas, hast du den Tod von Jesus verursacht? Du versprachst denen Hilfe, die Jesus töten wollten und als sie kamen, um ihn festzunehmen, verrietst du ihn, mit einem Kuss. Später hat es dir leid getan, aber du konntest es nicht rückgängig machen. Ist Judas, der Verräter, schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 2

Sprecher: Nach seiner Verhaftung wurde Jesus in das Haus des Hohenpriesters gebracht. Die Mitglieder des jüdischen Gerichtshofs waren bereits versammelt, um Jesus den Prozess zu machen. (Schriftgelehrter und Hohepriester stehen zusammen, daneben eine Gruppe von Männern (3), die murmeln untereinander: Er hat gesagt… Nein, so war das nicht… Damals als er vom Tempel sprach…)

Priester: So wird das nichts. Wir brauchen einen guten Grund um ihn zu verurteilen und die Zeugen sind nichts als ein Haufen von Narren. Die Zeugenaussagen widersprechen sich.

Hohepriester: Das ist nicht unser einziges Problem. Die Römer erlauben uns nicht, jemanden hinzurichten. Wir müssen die Sache so geschickt einfädeln, dass der römische Statthalter ihn zum Tode verurteilt. (zu Jesus) Willst du nicht auf diese Anklagen antworten? Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen? (kurze Pause, dann zum Priester) Er schweigt einfach. (zu Jesus) Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns die Wahrheit! Bist du der Messias, der Sohn Gottes?

Jesus: Ja, ich bin es. Und einst werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Kraft Gottes. Er wird wiederkommen auf Wolken aus dem Himmel.

Hohepriester: (zerreißt sein Obergewand, schreit) Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt es alle selbst gehört, wie er Gott lästert. Was sagt ihr dazu?

Männer: (sehr aufgebracht, sprechen gleichzeitig) Er ist schuldig. Er verdient den Tod. Nieder mit ihm.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Der Hohe Rat. Eine Versammlung von Männern, die viele Gesetze für die Juden aufstellt und jeden verurteilten, der diese nicht befolgt. Ihr behauptet von euch selbst, gerecht zu sein, aber habt ihr wirklich eine weiße Weste? Ihr wart entsetzt als er sagte, er sei Gottes Sohn. Das ist Gotteslästerung, er muss sterben, empörtet ihr euch und zerrtet ihn vor den Statthalter. Ist der Hohe Rat schuld am Tod Jesus?

Lied

Szene 3

(Frau sitzt besorgt oben, springt auf, als Pilatus kommt)

Pilatus: Hallo Liebes.

Frau: Da bist du ja endlich. Ich bin den ganzen Tag so beunruhigt. Hast du meine Nachricht rechtzeitig bekommen?

Pilatus: Rechtzeitig ist so eine Sache.

Frau: Erzähl mir alles.

Pilatus: Der Tag begann eigentlich wie jeder andere Tag. Früh am Morgen, du hast noch geschlafen, kam ich ins Pritorium, um meinen täglichen Pflichten als Statthalter nachzugehen, so wie immer. Gut, ich hatte schon ein bisschen Sorge, aber das ist ja normal, weil grade jetzt so viele Menschen zum Passahfest hier sind und ich einfach hoffte, dass keine Unruhen entstehen. Grade als ich den herrlich duftenden Seelachs, den du mir eingepackt hast, auf mein geröstetes Brötchen legen wollte, kommt der Leibwächter in mein Gemach.

(Frau runter, Leibwächter hoch, Hohepriester und Schriftgelehrte stellen sich auf die andere Seite der Bühne + die drei Männer)

Leibwächter: Herr, da sind einige jüdische Priester im Hof. Sie haben einen besonderen Gefangenen gebracht, den du richten sollst. Sie wollen mit dir reden, aber weigern sich hinein zu gehen, weil es kein jüdisches Haus ist.

Pilatus: Ich komme. (wischt sich den Mund mit einer Serviette, steht auf und geht zu den Priestern, im Gehen bemerkt er Jesus und murmelt) Das muss der Gefangene sein. Scheint mir, als hätten sie ihn schon bestraft. Sieht übel zugerichtet aus.

Hohepriester: Dieser Verbrecher lehrt die Leute, dem Kaiser keine Steuern zu zahlen. In unserem ganzen Land stiftet er Unruhe. Und das ist noch nicht alles.

Pilatus: (gelangweilt, monoton) Geht weg von mir und lasst mich in Ruhe. Richtet den Mann gefälligst nach euren eigenen Gesetzen.

Priester: Aber es ist uns von den Römern verboten jemanden zu töten. Und da er in unseren Augen den Tod verdient, musst du ihn verurteilen. Dieser Jesus behauptet von sich, ein König zu sein. Er muss sterben.

Pilatus: (guckt zu Jesus, murmelt) Seltsam. Sie beschuldigen ihn und er sagt nicht ein einziges Wort und schweigt. (zu Jesus) Willst du dich nicht vor ihnen verteidigen? Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen? (nach einer Pause, zu seinem Leibwächter) Bring ihn in meinen Gerichtssaal. Ich will mit ihm sprechen und zwar allein.

(Leibwächter runter, Pilatus auf die andere Seite der Bühne, setzt sich auf einen Stuhl und guckt Jesus erstmal nur an)

Pilatus: Bist du der König der Juden?

Jesus: Redest du das von dir aus, oder haben andere es dir gesagt?

Pilatus: (ärgerlich) Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Priester haben dich mir ausgeliefert! Was hast du getan? (jedes Wort betonen)

Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert werden würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.

Pilatus: So bist du also ein König?

Jesus: Ja, ich bin ein König.

Pilatus: (steht auf, Leibwächter kommt) Bring ihn zurück.

(Leibwächter geht)

Pilatus: Er kann kein Verbrecher sein. Diese Ruhe die er ausstrahlt, hab ich noch bei keinem Angeklagten verspürt. Irgendwie macht er mir Angst. (geht zu den Priestern) Ich denke nicht, dass dieser Mann den Tod verdient hat.

Priester: Aber er macht Unruhe, überall wohin er geht. Nach unserem Gesetz muss er sterben.

Pilatus: (zum Leibwächter) Woher sagtest du kommt er? Aus Galiläa? (Leibwächter nickt) (zu den Priestern) Bringt ihn zu Herodes. Er soll ihn richten

(Pilatus geht zurück zu seinem Platz, Hohepriester, Priester und Männer gehen mit dem Leibwächter runter)

Sprecher: Herodes hat schon viel über Jesus gehört. Er freut sich, Jesus nun mit eigenen Augen zu sehen. Gerne will er sehen, wie Jesus ein Wunder tut. Doch als Herodes Jesus befragt, sagt dieser nicht ein Wort. Schließlich lässt Herodes Jesus als König verkleiden und verspotten. Doch Jesus richten, will er auch nicht und schickt ihn zurück, – zu Pilatus. (Priester, Hohepriester, Männer, Pilatus geht zu ihnen) Wieder stehen die Priester und die wütende Volksmenge vor Pilatus.

Pilatus: Hört mir zu. Weder ich, noch Herodes haben diesen Mann für schuldig befunden. Wenn ihr wollt, lasse ich diesen Mann auspeitschen, aber dann war es das.

Tonband / Menge Geschrei: (Hohepriester, Priester + Männer) Nein. Das genügt nicht. Er muss sterben. Er hat den Tod verdient.

Hohepriester: Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er behauptet, Gottes Sohn zu sein.

Pilatus: (erstaunt, zu sich) Gottes Sohn? Was bedeutet das? Wo ist er geboren und aus welchem Königshaus kommt er? (zu Jesus) Woher bist du eigentlich? (Pause, dann wütend) Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizulassen, aber dass ich auch die Macht habe dich kreuzigen zu lassen?

Jesus: Du hättest keine Macht, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre.

Leibwächter: (kommt hoch, übergibt Pilatus einen Zettel) Herr, eine Nachricht von Ihrer Frau. Sie sagt es ist dringend.

(Pilatus dreht sich weg von der Menge, faltet das Blatt auseinander)

Frau: (Stimme) Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten. Er ist unschuldig. Ich habe heute Nacht im Traum viel um seinetwillen gelitten.

Pilatus: Ihr kennt die Sitte, dass ich euch am Passahfest einen eurer Gefangenen frei lasse.

Tonband / Menge: Nicht Jesus! Lass Barabbas frei! Kreuzige Jesus! Genau, weg mit ihm! Kreuzige ihn!

Pilatus: (halb verzweifelt) Warum soll er sterben? Was hat er Schlimmes getan?

Sprecher: Aber die Leute schrien nur noch lauter. Und so befahl Pilatus den Soldaten, Jesus zur Geißelung abzuführen.

(alle runter außer Pilatus, Frau hoch, Pilatus sitzt am Tisch mit seiner Frau)

Pilatus: Trotz dieser großen Schmerzen, die ihm die kampferprobtesten Soldaten zufügten, konnte ich keinen Hass in seinen Augen erkennen. Liebes, das kann kein normaler Mensch sein.

Frau: (schockiert) Du hast ihn doch freigelassen, nach der Geißelung. (Pilatus guckt sie schuldbewusst an und schüttelt den Kopf) Wie konntest du? Du bist doch überzeugt von seiner Unschuld. Wie konntest du das nur tun?

Pilatus: Ja, ich bin von seiner Unschuld überzeugt, aber sie haben mich in eine Sackgasse getrieben. Sie haben mir gedroht, mich beim Kaiser zu verklagen, dass ich gegen ihn bin. Meine Stellung stand auf dem Spiel. So eine schwere Beschuldigung konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen.

Frau: Und er? Dieser Jesus. Welche Beschuldigungen hat er auf sich sitzen lassen?

(bleiben oben sitzen, Moderator kommt hoch, guckt zu Pilatus)

Moderator: Ja, Pilatus, du warst überzeugt von Jesus Unschuld. Demonstrativ hast du dir die Hände gewaschen, um zu zeigen, dass du unschuldig bist am Tod Jesu. Aber warst du wirklich unschuldig? Kannst du dich so leicht herausreden? Hättest du sie nicht abhalten müssen, Jesus zu töten? Du hast es Ihnen erlaubt. Die fehlte der wahre Mut, eines ehrlichen Mannes. War Pilatus schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 4

(Soldaten 1 und 2 hoch)

Sprecher: Die römischen Soldaten führten Jesus zum Hügel Golgatha. Sie zogen ihm die Kleider vom Körper, nur ein Lendentuch ließen sie ihm. Die Soldaten legten Jesus auf den Kreuzbalken und schlugen große Nägel durch seine Handgelenke in das Holz. Die Hände, die nur Segen gespendet hatten, hingen nun am Kreuz. Dann befestigten die Soldaten den Kreuzbalken am senkrechten Pfahl und schlugen einen langen Nagel durch beide Fersenknochen hindurch ins Holz.

Soldat 1: Ha, der König der Juden, aber helfen kann er sich nicht. Was ist los, Kleiner? Siehst ein bisschen blass um die Nase aus. War zu hart für dich, was Bübchen?

Soldat 2: So ein Quatsch, ich bin überhaupt nicht blass. Aber du musst jawohl zugeben, dass du so etwas noch nie erlebt hast.

Soldat 1: Was meinst du? Ich war schon bei zig Kreuzigungen dabei. Auch eine Geißelung führ ich durch ohne mit der Wimper zu zucken. Was soll ich nicht erlebt haben?

Soldat 2: Tu nicht so. Ich war auch bei zig Kreuzigungen dabei und ich bin es gewohnt, dass man mich verflucht. Dass ich angeschrien werde oder angefleht. Aber hier, – nichts.

Soldat 1: Er war einfach kaputt. Ist ja auch verständlich, nach der Geißelung. Oder spuckst du noch große Töne, nachdem dich zwei Soldaten abwechselnd mit einer Peitsche bearbeiten, in die Bleistücke und Knochen eingeflochten sind.

Soldat 2: Na ja, es war ja nicht so, dass er nichts gesagt hat. Er hat schon geredet, aber eben nicht das Typische.

Jesus: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

Soldat 1: Ja, ich muss zugeben, diesmal war es anders. Auch die Finsternis, die plötzlich über das Land kam. Irgendwie unheimlich.

Sprecher: In dieser Finsternis hing Jesus und kämpfte seinen letzen Kampf. Einen Kampf wie in Gethsemane, schwer und voller Angst. In dem Garten, gab es noch Licht, dort waren noch gute Freunde in der Nähe, dort konnte er sich noch hinknien und die Hände ringen und sich vor Gott neigen. Dort kam noch ein Engel vom Himmel um ihn zu trösten und zu stärken. Hier aber hing er zwischen Himmel und Erde, wie ein Verfluchter. Er wollte die Hände ausstrecken zum Himmel, doch er konnte nicht. Er, der das Licht ist, verlangte nach Licht, doch es war dunkel um ihn. Da schrie seine Seele zum Vater, aber der war nicht da. Gott hatte sich von ihm abgewandt. In unaussprechlicher Einsamkeit trug Jesus die Last von Gottes Zorn über die Sünde der Welt.

(Soldat 3 kommt nach oben)

Soldat 3: Es ist vorbei, sie sind tot.

Soldat 1: Was? Schon?

Soldat 3: Ja, der Sabbat des Passahfestes beginnt und die Hohepriester wollten nicht, dass an diesem besonderen Fest draußen noch sterbende Verbrecher am Kreuz hängen blieben. Darum gingen sie zu Pilatus und baten ihn, dass den Gekreuzigten die Beine gebrochen werden. Bei zweien hab ich diesen Befehl ja auch ausgeführt, aber der Dritte, dieser Jesus, der war schon tot.

Soldat 2: Hast du dich abgesichert?

Soldat 3: Natürlich. Ich hab meinen Speer in seine Seite geschoben und da floss Blut und Wasser heraus. Das Beine-Brechen war somit überflüssig. Jesus ist tot.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Harte Kerle, das seid Ihr. Ausgebildet, um Menschen zu töten und zu foltern. Die grausame Kunst, einen Menschen so weit zu foltern, dass er fast tot ist, aber eben doch noch nicht sterben kann, die beherrscht ihr. Ihr habt wirklich das Blut von Jesus an euren Händen. Sind die Soldaten schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 5

(Maler geht hoch, steht mit Pinsel und Farben vor einer Staffelei mit Bild und malt)

Sprecher: Der berühmte holländische Maler Rembrandt, malt die letzten Pinselstriche auf sein Bild.

(Klopfen, Freund 2 kommt hoch)

Freund 2: Na, Rembrandt, das war ja klar. Immer einen Pinsel in der Hand, nie machst du eine Pause. Was malst du schon wieder?

Maler: Hallo. Ich denke,… ich bin fertig. Du darfst ruhig gucken. Es ist die Kreuzigung Jesu.

Freund 2: (guckt bewundernd, Pause) Perfekt. Ich kann nur stauen über dein Talent. (Pause, stutzt, guckt noch mal genauer) Aber warte mal, da passt was nicht. Ein Soldat trägt nicht die Tracht der römischen Soldaten damals, sondern den Anzug eines holländischen Bürgers. Rembrandt, ich erkenne es genau. Das bist du.

Maler: Gut erkannt.

Freund 2: Was soll denn das? Warum hast du dich als Helfer bei der Kreuzigung gemalt? Auch noch als einen tatkräftigen Soldaten. Du hast doch damals nicht gelebt.

Maler: Verstehst du denn nicht? Ich habe mitgeholfen Jesus zu kreuzigen. Mit meinem Ungehorsam gegen Gottes Gebote.

(nach einer Pause)

Freund 2: Einen hast du noch vergessen auf dem Bild. Mich Rembrandt, mich hast du vergessen.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Wenn das so ist, dann hat er vielleicht auch mich auf dem Bild vergessen. Oder dich. Wenn wir uns in Gottes Licht betrachten, finden wir Schuld in unserem Leben. Und Jesus musste sterben, um uns von den Sünden zu reinigen. Sind wir schuld am Tod Jesu?

Lied / Musikstück

Moderator: Judas hat Jesus verraten. Der Hohe Rat hat ihn beschuldigt er müsse sterben und Pilatus hat ihn verurteilt. Die Soldaten haben ihn ans Kreuz genagelt, aber er starb wegen unserer Sünden. Wer ist nun schuld am Tod Jesu? Die Antwort finden wir in Gottes Wort. Jesus hat sich selbst dazu geäußert.

Jesus: Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht es zu lassen und habe Macht, es wieder zu nehmen.

Moderator: Wir sind also nicht schuld daran, dass Jesus gestorben ist, genauso wenig wie Judas, Pilatus usw. Schließlich ist Jesus das Leben und der Tod hat keine Macht über ihn. Aber wir sind der Grund. Wegen unserer Schuld, hat er sein Leben geopfert. Die Strafe für Sünde ist der Tod und den hat Jesus freiwillig und stellvertretend für uns auf sich genommen, damit wir leben können.

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Jan 03 2010

Zurück zur ersten Liebe

Geschrieben von under Nachfolge

Zurück zur ersten Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 7 Personen

Julius: Hallo, Rufus! Komm jetzt, lass deine Arbeit liegen. Die Ältesten haben eine außerordentliche Gemeindestunde einberufen. Es geht um einen wichtigen Brief, der an uns als Gemeinde adressiert ist.

Rufus: So, so. Das muss ja ein ganz wichtiger Brief sein! Wie kann man denn so kurzfristig eine Versammlung einberufen, wo wir doch alle Hände voll zu tun haben?

Julius: Ja, mir geht es ganz ähnlich. Aber zeige mir einen in unserer Gemeinde, dem es nicht so geht. Wir sind alle voll ausgelastet, die einen in der Gemeindearbeit, die anderen in der Missionsunterstützung, und wieder andere in der Stadtmission. Unseren Ältesten geht es da auch nicht anders und darum glaube ich erst recht, dass das ein ganz besonders wichtiger Brief sein muss, um den es heute geht.

Autor: Rufus erhebt sich von seiner Arbeit und begibt sich mit seinem Freund Julius auf den Weg zu Versammlungsstätte. Unterwegs setzen sie das Gespräch fort.

Rufus: Von wem kommt denn der Brief?

Julius: Von unserem Herrn Jesus selbst.

Rufus: Ach wirklich? Ob das nicht etwas Irreführendes ist? Hat nicht der Herr Jesus selbst davor gewarnt, dass sich nach seiner Himmelfahrt viele für Christus ausgeben werden? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand versuchen würde uns zu verführen.

Julius: Nein, ich glaube du hast mich nicht verstanden. Johannes, der Apostel, hatte auf der Insel Patmos eine Offenbarung. Der Herr selbst ist ihm erschienen, und hat ihm vieles im Blick auf die Zukunft offenbart. Und von ihm kommt dieser Brief.

Rufus: Ach so ist das, na dann bin ich aber mal gespannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Herr Jesus für uns nur Lob übrig hat.

Julius: Würde ich jetzt auch denken. Aber unser Gemeindeleiter sah etwas bedrückt aus. Ob das wohl am Inhalt des Briefes liegt?

Rufus: Naja, vielleicht enthält der Brief ja eine Warnung, oder einen neuen Auftrag.

Julius: Ich bin auch schon gespannt.

(alle männlichen Darsteller auf die Bühne)

Autor: Endlich sind die beiden Freunde an der Versammlungsstätte angekommen. Als alle beisammen sind, eröffnet der Älteste die Versammlung.

Ältester: Brüder, wir haben einen sehr ernsten Brief von unserem Herrn Jesus erhalten, der von dem Apostel Johannes verfasst wurde. Es ist erfreuliches darin enthalten, aber der Tadel, den der Herr an uns richtet, lässt alles Erfreuliche verblassen. Stehen wir auf um die Worte unseres Herrn zu hören.

Autor: Die ganze Versammlung steht auf und alle hören auf die Stimme des Ältesten, der den Brief vorliest.

Ältester: „Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben golden Leuchtern: Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht, und hast sie als Lügner befunden, und hast Geduld, und hast um meines Namens Willen die Last getragen und bist nicht müde geworden…“

Autor: Zustimmendes Nicken begleitet die verlesenen Worte. Wie angenehm und warm ist es doch zu hören, dass der Herr Jesus ihre Mühe, ihre Arbeit, ihre Ausdauer und ihre Treue schätzt. Doch was dann folgt, lässt so manch einen erblassen:

Ältester: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust. Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, die ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben, der im Paradies Gottes ist. “

Autor: Die Anwesenden setzen sich wieder und es folgt eine fast unheimliche Stille, die von einem der Anwesenden vorsichtig unterbrochen wird:

Julius: Ich habe den Brief nicht ganz verstanden. Welchen „Leuchter“ wird der Herr von seiner Stätte wegstoßen, wenn wir nicht Buße tun?

Ältester: Der Leuchter ist ein Bild für die Gemeinde, der die einzelnen Christen als Lichter in der Welt zusammen hält.

Rufus: Bedeutet das also, dass Jesus das Licht unserer Ortsgemeinde auslöschen wird,

wenn wir nicht Buße tun und zur „ersten Liebe“ umkehren?

Ältester: Ja, liebe Brüder, von unserer Reaktion auf diesen Brief hängt es ab, wie lange unsere Gemeinde noch weiter in ihrer Leuchtkraft bestehen wird. Ich hoffe, dass spätestens jetzt alle den Ernst der Lage begriffen haben.

Autor: Besorgt schauen sich die Gläubigen an. Doch so richtig verstanden was los ist, haben sie immer noch nicht. Eine gewisse Unruhe füllt den Raum und schließlich steht ein Bruder auf und stellt eine Frage, die wohl so ziemlich alle zu bewegen scheint.

Gajus: Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht so ganz, um was es hier geht. Wird die Liebe nicht erst in der Tat und in der Wahrheit sichtbar? Haben wir nicht mehr getan als alle Anderen? Sind wir nicht für die Wahrheit eingetreten? Wir haben für unseren Herrn gelitten, wir haben vieles um seinetwillen ertragen, wir haben Lügner entlarvt. Und nun heißt es, wir hätten die Liebe verlassen?

Ältester: „Die erste Liebe verlassen“, so heißt es hier ausdrücklich. Nicht einfach nur Liebe, sondern die „erste Liebe“ ist es, die der Herr bei uns vermisst.

Autor: Es werden noch einige Bemerkungen von den Anwesenden gemacht und so manch einer ist verwundert und erstaunt über den Inhalt dieses Briefes. Doch eines steht fest: Der Herr Jesus selbst hatte ein wichtiges Wort an die Christen zu Ephesus gerichtet und er würde ganz sicher dazu stehen. Um der Unruhe ein Ende zu bereiten meldet sich der Gemeindeleiter wieder zu Wort:

Ältester: Mir scheint, wir verstehen noch nicht so recht, was wir falsch machen, deshalb sollten wir den Befehl unseres Herrn Schritt für Schritt befolgen. Der Herr Jesus befiehlt uns hier, drei Schritte zu tun. Der erste Schritt ist, daran zu denken wovon wir abgefallen sind. Ich schlage nun vor, wir schließen für heute die Versammlung, gehen nach Hause und tun den ersten Schritt: Lasst uns versuchen uns zu erinnern, wovon wir abgefallen sind. Und lasst uns daran denken, wie es am Anfang unseres Lebens mit dem Herrn Jesus war. Wenn wir dann das nächste Mal zusammenkommen, wird einiges vielleicht einfacher zu verstehen sein. Hoffentlich werden wir dann begriffen haben, was unser Heiland meint.

Autor: Auf dem Weg nach Hause muss der Gemeindeleiter noch über so manches nachdenken. Als er zu Hause ankommt, wird er von seiner Frau empfangen.

Claudia: Ach, da bist du ja endlich. Ich habe schon die ganze Zeit auf dich gewartet.

Ältester: (nachdenklich) Ja…, es ist heute ziemlich spät geworden. Es ist auch eine ganz außergewöhnliche Versammlung gewesen. Wir hatten…

Autor: …Doch seine Frau scheint irgendwie kein großes Interesse zu zeigen.

Claudia: Lass uns mal bei Gelegenheit darüber sprechen. Ich bin von dem heutigen Tag schon ziemlich müde. Ich werd noch gerade nach den Kindern schauen und leg mich dann hin. … Ach ja, in der Küche steht noch dein Abendessen und das Geschirr kannst du stehen lassen. Ich spüle es gleich morgen früh.

Autor: Verwirrt und auch etwas enttäuscht über die Reaktion seiner Frau begibt sich der müde Mann in die Küche. Langsam und nachdenklich nimmt er sein Abendessen zu sich, doch eigentlich hätte er jetzt viel lieber mit seiner Frau gesprochen. Aber er hat Verständnis für ihre Müdigkeit und so dauert es nicht lange, bis seine Gedanken wieder ganz beim Brief des Apostel Johannes sind.

Ältester: „Ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.“ – was meint der Herr bloß damit? Wir tun doch so viel für ihn und um seines Namens willen… Liebe zeigt sich doch durch die Tat, ich hätte nie erwartet, dass der Herr uns ausgerechnet das vorwerfen würde… Doch jetzt muss ich das tun, was der Herr von uns allen erwartet: „denke nun daran, wovon du abgefallen bist“ … Wovon sind wir denn abgefallen, wovon bin ich abgefallen? Wie hat sich meine Liebe zum Herrn damals gleich nach meiner Bekehrung gezeigt?

Autor: Krampfhaft versucht er die Erinnerungen an die Zeit nach seiner Bekehrung hervorzukramen. Von der Müdigkeit überwältigt schläft er schließlich am Küchentisch ein.

Lied/Musik

Autor: Noch vor dem Morgengrauen wacht der ungewollt eingeschlafene Mann auf. Es ist nur noch ein Gedanke, der immer wieder durch seinen Kopf geht. Er muss ständig an die Worte des Herrn Jesus denken:

Ältester: (nachdenklich) „ … Denke nun daran, wovon du abgefallen bist …“ – Wovon bin ich abgefallen?

Autor: Er verbringt den Rest der Nacht damit, über sein ganzes bisheriges Leben nachzudenken, um zu begreifen, was an ihm früher besser gewesen ist als jetzt. Doch zu einer klaren Antwort kommt er nicht. Als dann schließlich seine Frau wach wird und sie zur Morgenandacht zusammenkommen weiht er sie in das Vorhaben der Gemeinde ein.

Ältester: Du weißt, dass unsere Gemeinde einen Brief von unserem Herrn Jesus empfangen hat. Er tadelt uns darin, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Gestern haben wir mit den Brüdern lange darüber nachgedacht was das bedeuten könnte und wie wir weiter vorgehen sollten. Naja …, es war halt die Aufforderung, zunächst daran zu denken, wovon wir abgefallen sind, darüber Buße tun, und dann wieder mit den ersten Werken beginnen. Schließlich haben wir uns entschlossen den Befehl Jesu einfach Schritt für Schritt auszuführen. Also wollen wir in nächster Zeit vorrangig versuchen uns zu erinnern wie es kurz nach unserer Bekehrung war und wovon wir abgefallen sind. Ich denke es wäre nicht schlecht wenn du ebenfalls darüber nachdenkst. Ich glaube, dass du mir dabei eine große Hilfe sein kannst. Die Fehler des Nächsten stechen ja gewöhnlich immer viel deutlicher und eher ins Auge als die Eigenen.

Autor: Sie wechseln noch einige Worte miteinander und jeder begibt sich an seine Arbeit. Der Älteste muss in der Stadt noch einiges erledigen und macht sich auf den Weg. Währenddessen kümmert sich seine Frau um den Garten und stattet anschließend der Nachbarin einen Besuch ab. Der Brief an die Gemeinde ist auch hier Thema Nummer Eins.

Nachbarin: Und überhaupt! Das ist doch alles viel zu viel verlangt. Schau doch mal wie es in unseren Ehen läuft. Jede Liebe erkaltet mit der Zeit. Und wenn schon die Liebe zu dem Ehemann, den man doch sieht, mit der Zeit nachlässt, wie soll denn da die Liebe zum Herrn nicht nachlassen, den wir nicht sehen?

Claudia: Aber ist das denn nicht gerade das besondere an der Beziehung zu Gott? Erinnerst du dich vielleicht an den Brief, den der Apostel Paulus uns damals schrieb? Dort sagte er: „Die Männer sollen ihre Frauen wie sich selbst lieben.“ Aber der Herr Jesus erwartet, dass unsere Liebe zu Ihm noch größer und inniger sein soll, als die Liebe zu uns selbst oder zu dem Nächsten.

Nachbarin: Das mag wohl sein. Aber dass der Herr von uns erwartet, das wir die „erste Liebe“ nicht verlassen sollen, scheint mir doch zu viel verlangt. Oder erwartest du von deinem Mann, dass er genauso in dich verliebt ist wie am Anfang?

Claudia: Weißt du, in letzter Zeit merke ich so eine Kälte ihm gegenüber. Ich koche, wasche, putze, alles läuft wie es sein soll aber es ist alles nur Routine. Ich tue das alles auch nicht unbedingt aus dem Grund, weil ich ihm etwas Gutes tun will, oder ihm einen Gefallen tun möchte. Es gehört einfach dazu und ist mir zur Gewohnheit geworden.

Nachbarin: Na siehst du! Da bist du nicht die Einzige. Das ist völlig normal, damit muss man halt leben.

Claudia: Ich glaube nicht, dass wir damit leben müssen! Man kann es, man muss aber nicht. Aber schwer ist es schon zur ersten Liebe zurück zukommen. Das kostet viel Überwindung, und irgendwie kann ich sie noch nicht aufbringen.

Nachbarin: Wie denn soll es möglich sein, zur ersten Liebe zurückzufinden?

Claudia: Ich denke, dass das ähnlich gehen muss, wie es in dem Brief an unsere Gemeinde heißt. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat mein Mann die Worte zitiert: „ …denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“ Ich muss mich erinnern, wie es am Anfang war und dann Buße tun…

Nachbarin: (fragend, leise) „Buße tun“ … das hört sich ja nach ganz schlimmer Sünde an.

Claudia: Weißt du nicht, dass „Buße“ eigentlich „Sinnesänderung“ bedeutet? Buße tun bedeutet „den Sinn ändern“. Es bedeutet umkehren oder auch umdenken. Und wenn man dann den Sinn neu ausgerichtet hat, dann soll man von vorn beginnen.

Nachbarin: Womit von vorn beginnen? Du wirst doch nur wieder dasselbe tun: kochen, waschen, putzen…

Claudia: Das mag sein, aber die ersten Werke habe ich damals aus Liebe zu meinen Mann getan. Ich wollte es für ihn tun. Und in diesem Sinn sollten wir wieder alle die ersten Werke tun. Ich glaube, dass der Herr Jesus etwas Ähnliches von uns erwartet. So wie es meinen Mann kränkt, wenn ich für ihn sorge, aber mich nicht wirklich um ihn kümmere. Genauso muss es auch Christus verletzen, wenn wir zwar alles Mögliche für ihn tun, aber uns nicht wirklich um Ihn kümmern.

Nachbarin: Ach schau mal an, Claudia! Dann sind wir für unsere Männer doch ein Beispiel! Sie sollen uns ansehen, und dann wissen sie wie es Jesus geht, wenn seine Gemeinde die erste Liebe verlässt!

Autor: Da die Nachbarin sich mit diesem Gedanken, sich zu ändern, offensichtlich nicht anfreunden kann, erklärt sie weiter:

Nachbarin: Überleg doch mal, unsere Männer zerbrechen sich die Köpfe über die erste Liebe. Sie sollen uns anschauen, vielleicht werden sie es dann besser verstehen was es heißt, wenn die erste Liebe fehlt! Ich glaube darum, wir sollten uns lieber nicht ändern, damit sie immer wieder daran erinnert werden!

Claudia: Aber … wäre es nicht viel besser, wenn wir unseren Männern zeigen würden, wie es möglich ist, sich selbst nach jahrelanger Ehe genau so – oder noch mehr- zu lieben, wie am Anfang? … Könnten wir ihnen dadurch nicht Mut machen, ihre Liebe zum Herrn immer wieder zu erneuern? So wie wir jetzt leben, entmutigen wir sie nur, weil sie an unserem Leben nur ihren eigenen Zustand sehen. Ich glaube, wir könnten sie motivieren, unseren Herrn mit der ,,ersten Liebe” zu lieben, in dem wir ihnen an unserem Leben zeigen, wie diese ,,erste Liebe” auch nach zwanzig Jahren gemeinsamen Lebens aussehen kann. Oder glaubst du nicht, dass das anstecken würde?

Lied/Musik

Rufus: Na Julius, wie weit bist du?

Julius: Was meinst du?

Rufus: Ist dir schon was eingefallen?

Julius: Du meinst, im Bezug auf den Brief?

Rufus: Ja, ich meine im Bezug auf die erste Liebe. Ist dir schon etwas eingefallen, wovon du abgefallen bist?

Julius: (kurze Pause) Naja…Wie soll ich das sagen… Ich habe mich einfach daran erinnert, was ich nach meiner Bekehrung damals alles getan habe. Und es ist heute wirklich etwas anders geworden…

Rufus: Und was?

Julius: Damals war ich wie verliebt in den Herrn Jesus. Ich habe seine Worte auswendig gelernt. Heute meine ich alle seine Worte zu kennen, und irgendwie sagen sie mir trotzdem weniger als damals.

Rufus: Mir geht es da ähnlich. Früher wollte ich jedes Schriftstück seiner Worte am liebsten selber lesen und auswendig lernen, und heute genügt es mir, sie nur in der Predigt zu hören, und selbst da höre ich nicht richtig hin. Als ob der Herr mir nichts Neues mehr sagen könnte.

Julius: Was mir fast noch schlimmer scheint, ist meine Einstellung zu seinen Worten. Damals wollte ich sie lesen und hören, um sie zu tun. Ich wollte ganz bewusst gehorchen. Heute sind viele Verhaltensweisen schon zur Gewohnheit geworden und mir scheint es so als hätte ich Angst jetzt noch etwas zu erkennen worauf ich dann mein Leben ändern müsste.

Rufus: (Denkpause) Und wie sieht dein Gebetsleben aus?

Julius: Auch das ist nicht mehr so wie früher. Damals habe ich jeden Tag mit Gebet angefangen, weil ich ohne den Herrn Jesus nicht leben konnte. Heute fange ich zwar auch jeden Tag mit Gebet an, aber manchmal frage ich mich, ob ich dabei wirklich noch mit dem Herrn rede, oder ob ich einfach nur wie gewohnt Etwas dahin sage.

Rufus: Bei mir muss ich feststellen, dass mein Gebet sich nur noch um mich selber dreht. Dabei hat uns der Herr Jesus gelehrt, dass die Dinge Gottes an erster Stelle stehen sollen – es heißt ja ,,dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe”.

Julius: Auch der Inhalt meiner Gebete hat sich enorm geändert. Früher habe ich um die verlorenen Seelen gefleht als ginge es um meine eigene Seele. Heute sind mir die Kleinigkeiten meines Lebens offensichtlich wichtiger, als das ewige Schicksal meiner Verwandten, Kollegen und Mitbürger.

Rufus: Wo du gerade von den Verlorenen sprichst… Wie habe ich damals geeifert, jemanden für Christus zu gewinnen. Wie frei konnte ich darüber reden, was der Herr für mich und für alle Menschen getan hat. Es war mir eine Freude von Ihm zu sprechen und sogar für Ihn verspottet zu werden.

(nachdenklich) Ja …. wenn man darüber so nachdenkt hat sich schon Einiges geändert.

Julius: Es stimmt also doch, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Auch wenn wir noch so sehr aktiv sind, der Herr Jesus hat nicht mehr den gebührenden Platz in unserem Leben.

Rufus: Aber ich wüsste nicht wie man aus diesem Zustand herauskommen kann.

Julius: Buße tun!

Rufus: Das sagst du so leicht. Und wenn es einem nicht einmal so richtig leid tut?

Julius: „Buße tun“ ist mehr als nur „leid tun“! Buße ist eine Sinnesänderung, eine Umkehr vom alten Denken. Eine Umkehr von der Gleichgültigkeit hin zum bewussten „Gehorchen wollen“, „Lieben wollen“.

Rufus: Aber wie dringe ich zu dieser Sinnesänderung durch? Wie kann ich wieder Lieben so wie am Anfang?

Julius: Indem dir jeden Tag neu bewusst wird, was unser Herr Jesus für dich getan hat und du immer wieder über Ihn nachdenkst.

Rufus: Ja aber ich mache doch schon jeden Morgen und jeden Abend meine stille Zeit.

Julius: Meinst du, dass es ausreicht? Stell dir vor, deine Frau würde jeden Tag das beste Essen kochen, Wäsche waschen, das Haus würde immer aufgeräumt sein, aber sie würde nur das Notwendigste mit dir reden, oder mit dir besprechen.

Rufus: (Nachdenklich) Na ja, … aber ich kann doch nicht den ganzen Tag über an Jesus denken.

Julius: Doch ich denke schon, dass es geht. Ich habe vor kurzem von einer alten, frommen Frau gehört. Die Menschen in ihrer Nähe bemerkten sofort wie sie von der Liebe zum Herrn Jesus sprudelte. Eines Tages fragte man sie, worin ihr Geheimnis bestand. Sie antwortete ganz verwundert: „Ich habe gar kein Geheimnis! Ich weiß gar nicht, was ihr wollt! Wenn ich mich am Morgen wasche dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich mich jetzt mit Wasser wasche, so wasche mich mit deinem Blute, dass ich gereinigt und bewahrt durch dein Blut in diesen Tag gehen kann! Und wenn ich mich anziehe, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Kleider anziehe, so ziehe mich an mit dem Rock deiner Gerechtigkeit! Und wenn ich die Stube ausfege, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Stube ausfege, so fege du den Sauerteig des alten Wesens aus meinem Herzen aus! Und wenn ich das Feuer anmache, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt das Feuer anzünde, so zünde auch das Feuer deines Heiligen Geistes in mir an! So mache ich es mit allem. Ich habe gar kein Geheimnis.

Siehst du, wenn man auch im Alltag stets an Jesus denkt wächst unsere Liebe zu ihm. Es entsteht eine richtige Liebesbeziehung. So wie es am Anfang war.

Musik/Lied

Ältester: Du Claudia, … langsam fange ich an das alles zu verstehen, ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht, … über den Brief, … und allgemein über diese ganze Situation in unserer Gemeinde. Ich denke ich habe verstanden was unser Herr Jesus mit dem Brief sagen will.

Claudia: Ich habe auch viel darüber nachdenken müssen, und habe mich auch mit unserer Nachbarin darüber unterhalten. In so einigen Dingen musste ich wirklich feststellen, dass ich die erste Liebe verlassen habe. Aber der ganze Zusammenhang mit der Gemeinde ist mir noch nicht so deutlich geworden.

Ältester: Ja schau mal Claudia es ist ja auch gar nicht so einfach das alles zu verstehen. Wenn man sich mal das Bild unserer Gemeinde vor Augen führt, dass doch wirklich

ordentlich und gut aussieht, dann kann einem so eine Nachricht ganz schön überraschen. Doch muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Ermahnung im Brief tatsächlich zutrifft.

Claudia: Wie bist du zu diesem Entschluss gekommen?

Ältester: Weißt du, ich habe in der letzten Nacht einen Traum gehabt. Ich versuche, ihn dir mal zu erzählen. Ich sah einen dunklen Raum in dem sich sehr viele kleine Kerzen befanden. Doch nur ein kleiner Teil der Kerzen brannte und gab ein angenehmes Licht von sich. Diese wenigen Kerzen die brannten, befanden sich an einer Stelle auf einem Leuchter. Unzertrennlich nah befand sich auch ein großes schönes Bild. Ja es war wirklich wunderschön und herrlich, und es strahlte so eine sanfte Liebe und tiefen Frieden aus. Durch diese wenigen, leuchtenden Kerzen die aber zusammen ein helles Licht auf das Bild warfen, war dieses mit seinen Eigenschaften deutlich zu erkennen. Durch die Klarheit des Bildes näherten sich immer wieder nicht brennende Kerzen dem Bild, bis sie so nahe waren, dass sie auch anfingen zu leuchten und einen Platz auf dem Leuchter bekamen. Somit wurde das Licht und der Leuchter immer größer und stärker, und das Bild immer deutlicher und klarer. Doch dann geschah etwas Seltsames. Das Bild verlor langsam an Klarheit. Ich fragte mich warum. Bis ich auf die brennenden Kerzen schaute. Diese gaben zwar kein schwächeres Licht von sich, aber sie beleuchteten vielmehr ihren eigenen Leuchter als das Bild.

Als ich aufwachte wurde mir so einiges klar, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht habe und ich musste einfach feststellen wie der Brief so zutreffend den Stand unserer Gemeinde beschreibt. Ist es nicht auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten wie die brennenden Kerzen?! Tun wir nicht viele Dingen die uns selbst, und unsere Ortsgemeinde, in ein gutes Licht darstellen, anstatt nur Jesus und sein Werk groß zu machen?!

Autor: Nun denkt auch Claudia an die Worte aus dem Sendschreiben: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.“

Ältester: Wenn wir uns nicht korrigieren lassen und nicht Buße tun, wird es uns genauso ergehen, wie dem Leuchter in dem Brief. Wenn unser Licht nicht auf den Herrn Jesus fällt, wird er selbst es ganz auslöschen und den Leuchter umstoßen. Was soll er mit einem Leuchter, der nur sich selbst beleuchtet? Was nützt ihm eine Gemeinde, die nur sich selbst darstellt?

Lied/Musik

(Alle Darsteller auf die Bühne)

Autor: Dann kommt der Sonntag. Die ganze Gemeinde versammelt sich. Alle sind gespannt, wie die heutige Versammlung ablaufen wird. Werden viele den Mut haben, zu bekennen wovon die abgefallen sind? Zur Einleitung liest der Älteste erneut die Worte des Sendschreibens. Die ganze Gemeinde erhebt sich ehrfürchtig, um auf das Wort zu hören. Nachdem sich alle wieder hingesetzt haben, fängt der Älteste an zu sprechen:

Ältester: Liebe Geschwister, die Worte unseres Herrn sind wahr. Ich habe in dieser Woche viel über mein eigenes Leben nachgedacht und musste feststellen, dass ich tatsächlich die erste Liebe verlassen habe. Die Beziehung zu ihm ist für mich in letzter Zeit nicht so wichtig gewesen wie der Dienst für ihn. Dadurch ist mir die Arbeit zum Selbstzweck geworden zu einer Art Karriere aber in der Gemeinde und nicht in der Welt. Nun möchte ich meinen Dienst aus Liebe zum Herrn tun. Und ich will die Beziehung zu ihm an die erste Stelle setzen.

Autor: Das aufrichtige und offene Bekenntnis des Ältesten hilft auch anderen, auf diese Weise ihre Nachlässigkeiten in der Liebe zum Herrn zu bekennen. Einer nach dem anderen steht auf und bekennt vor der Gemeinde, wo er in seinem eigenen Leben entdeckt hat, die erste Liebe verlassen zu haben.

Julius: Ich habe früher sehr darum geeifert, die Verlorenen zu retten und ihnen das Evangelium zu sagen. Ich habe darin den Auftrag Gottes für mich gesehen und auch seine Gabe, die er mir gegeben hat. Heute sind mir die Ungläubigen so gleichgültig geworden, dass ich nicht einmal mehr für sie bete. Im Grunde genommen lebe ich damit im Ungehorsam und kann nicht behaupten, dass ich den Herrn liebe, denn wer ihn liebt, der hält seine Gebote. Ich werde mich jetzt wieder ganz besonders um die ungläubigen Menschen kümmern. Das ist der Platz, an dem Christus mich haben will und aus Liebe zu ihm will ich ihn einnehmen.

Rufus: Früher habe ich das Wort Gottes geliebt, weil es sein Wort an mich war. Heute liebe ich sein Wort nur noch als Stoff zur Diskussion. Dadurch habe ich den Blick für die Autorität seiner Worte verloren. Ich muss zurück zum Anfang und sein Wort mit neuen Augen sehen. Gottes Wort soll mein Leben regieren. Ich will es nicht nur kennen, sondern ihm auch gehorchen. Ich will es täglich forschen um meinem Herrn besser zu gehorchen, nicht um besser diskutieren zu können.

Nachbarin: Mein Hausfraudasein ist für mich zu einer lästigen Pflicht geworden. Früher hatte ich so klar vor Augen, welchen wunderbaren Plan Gott mit Müttern und Ehefrauen hat, dass ich mir keine schönere Berufung vorstellen konnte, als Kinder für Gott aufzuziehen und den Mann für den Dienst freizustellen. Heute hätte ich lieber eine andere Karriere eingeschlagen. Ich bin so unzufrieden geworden, und im Gehorsam lebe ich auch nicht mehr. Ich habe die erste Liebe verlassen, sowohl zum Herrn als auch zu meinem Mann. Ich werde nun mit Freude für meinen Mann sorgen, den Haushalt führen, für die Kinder sorgen und darüber hinaus in der Gemeinde mithelfen, soviel ich kann. Ich will an dem Platz stehen, an dem Gott mich haben will, und will es mit Freude für Ihn tun.

Autor: Noch viele andere Brüder und Schwestern stehen auf und bezeugen den Ungehorsam ihres Lebens. Keiner bleibt unberührt, denn jeder erkennt sich selbst im Leben anderer. Die sonst so perfekt scheinende Gemeinde erkennt ihre tiefe Not und wird zutiefst traurig über ihren eigenen Zustand.

Ältester: Nun liegt es an uns, unsere Buße als echt zu erweisen. Buße heißt nämlich nicht nur „um Vergebung bitten“, sonder auch „den Sinn ändern“. Wenn unser Sinn sich geändert hat, werden wir wieder die ersten Werke mit der ersten Liebe tun.

Autor: Viele der Anwesenden bringen ihre Schuld selbst vor Gott und bitten Ihn um Vergebung und um einen neuen Anfang. Die meisten wollen eigentlich gar nichts anderes tun, wie bisher, aber alle mit einem ganz neuen Motiv. Doch wie steht es heute mit uns, die wir soviel später leben? Wovon sind wir abgefallen? Ist es auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten? Tun wir nicht viele Dinge die uns selbst und unserer Gemeinde hier in ein gutes Licht darstellen? Sind wir bereit Buße zu tun, sind wir zum Umdenken bereit? Wenn ja, was werden unsere – deine und meine – ersten Werke sein? Wozu treibt uns die erst Liebe?

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Dez 11 2009

Aufopferungswillige Liebe

Geschrieben von under Liebe

Aufopferungswillige Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 8 Personen

Sprecher: In Italien lebten zwei Freunde. Der eine hieß Niros. Er war der Bruder des großen Dionysios. Sie waren in allen Situationen ihres Lebens einfach unzertrennlich. Den tiefen Sinn des Wortes ,,Freundschaft” hatten sie beide begriffen.
Eines Tages hörte der Herrscher Dionysios, dass das Volk behauptete, er sei ein grausamer und fürchterlicher Gebieter, während sein Bruder, Niros, immer freundlich zu jedem sei. Dieser sei immer so barmherzig und sanftmütig. Er sei zwar nicht reich wie Dionysios, doch hätte er viele bereichern können. Dionysios wurde zornig. Er hatte sich bis jetzt für keinen einzigen Menschen richtig erwärmen können. Viele schickte er in die Verbannung und in Gefängnisse. Dies wollte er auch mit seinem Bruder tun.

Dionysios: So eine Frechheit! Das soll er mir büßen. Er soll noch sehen, wer der Stärkere ist. (zu Giovanni) Giovanni, teile meinem Bruder umgehend mit, dass er sofort bei mir zu erscheinen hat.

Giovanni: Zu ihren Diensten, Majestät (geht zu Niros) Ich sollte ihnen von meinem Herrn, dem Herrscher Dionysios, ausrichten, dass er sie sofort sprechen möchte. Sie sollen sofort kommen.

Niros: Was hat er nur? Er verlangt mich doch sonst nicht. Es wird ihm doch hoffentlich nichts passiert sein! (geht zu Dionysios) Hier bin ich. Was wolltest du von mir?

Dionysios: Du zerstörst meine Macht. Du sollst sterben.

Niros: Ich zerstöre deine Macht nicht. Du bist in der letzten Zeit einfach unmöglich. Mit deiner Grobheit und deiner Herzlosigkeit schaffst du dir selbst deine Feinde unter dem Volk. Nein, ich habe den Menschen nie etwas über deine grausame Methode berichtet. Sie selbst haben Verstand genug, das Licht von der Dunkelheit zu unterscheiden und verurteilen deine Handlungsweisen.
Aber nun, Dionysios, muss ich dir noch etwas sagen: Denk an Mutter. Sie ist arm, alt und verlassen. Wenn ich mich nicht immer um sie kümmern würde, wäre sie schon vor Hunger gestorben. Siehst du, die eigene Mutter interessiert dich nicht.

Dionysios: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit. Nur einen Wunsch hätte ich vorher noch, den erfülle mir bitte: Gib mir drei Tage Zeit, damit ich mich von meiner Mutter und meinem Freund verabschieden kann.

Dionysios: Wie kann ich sicher gehen, dass du in drei Tage wiederkommst, wenn ich dich jetzt freilasse? Du sollst dem nicht entrinnen, was du verdient hast!

Niros: Ich werde kommen. Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, da kann ich nicht anders als mein Versprechen einlösen. Mich soll kein Wetter, weder Sturm noch Schnee oder sonst etwas anderes davon abhalten, zurückkommen.

Dionysios: Dies reicht mir nicht. Du musst mir irgendein wertvolles Pfand, einen Bürgen, geben, damit ich dir glauben kann.

Niros: Also gut, ich lasse dir ein teures Pfand, meinen teuren Freund.

Dionysios: Gut, damit bin ich einverstanden. Nun geh! Bist du nicht rechtzeitig da, so wird dein Freund deine Strafe erhalten.

Sprecher: Dionysios wusste, dass die Beiden unzertrennlich waren und dass sie selbst schwierige Situationen mit einem fröhlichen Gesicht bewältigt hatten.
Also wurde Niros Freund in das Gefängnis des Palastes eingeschlossen. Niros aber begab sich auf den Weg zu seiner Mutter. Endlich, nach vielen Anstrengungen, die ihm die italischen Steppen, Kanäle und Wälder bereiteten, erreichte er das Dorf. Die Mutter war hoch erfreut, ihren geliebten Sohn wiederzusehen. Doch die Stunden eilten nur so dahin, und bald musste der Sohn an den Abschied denken.

Niros: Ich muss jetzt gehen, Mutter. Lebe wohl, vielleicht haben wir uns heute das letzte Mal auf der Erde gesehen.

Mutter: Junge, wie redest du? Was ist mit dir?

Niros: Mir ist nur noch ein halber Tag geblieben. Ich muss mich beeilen, ich darf nicht zu spät kommen, sonst werden sie meinen Freund erbarmungslos hinrichten, denn Dionysios hat mich zum Tode verurteilt.

Mutter: Nein! Wie kann er nur so etwas tun? Sage mir, dass es nicht wahr ist!

Niros: Es ist wahr!

Mutter: Den eigenen Bruder will er umbringen. O Niros, was soll ich nur tun?

Sprecher: Schnell waren die Nachbarn anwesend, denn diese Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Niros musste sich gewaltsam der Umarmungen entreißen, immer wieder an seinen Freund denkend.
Und dann brach auch noch plötzlich ein Gewitter aus. Schnell wurden kleine Bäche zu reißenden Strömen. Doch Niros konnte dies nicht zurückhalten. Er war bereit, seinen Freund aus der Todesstunde herauszuretten. Immer wieder schrie er zu Gott.

Niros: Bitte hilf, dass ich rechtzeitig ankomme. Mein Freund soll nicht sterben, der mir zum Bürge blieb. Bitte hilf du mir, gegen den Sturm anzukämpfen.

Sprecher: Und nun stand er vor einem reißenden Fluss, der vor wenigen Stunden noch keinerlei Gefahr geborgen hatte.

Niros: Lieber komme ich in diesen Wellen um, als hier zu warten. Ich muss meinen Freund retten.

Sprecher: Die Strömung trieb ihn noch weiter von seinem Ziele fort, doch gelang es Niros mit großer Mühe, ans Ufer zu kommen. Kaum noch Kräfte besitzend, setze er zu einem Lauf an, als erneut aufgehalten wurde. Einige Männer überfielen ihn.

Hauptmann: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit zu sterben, aber nicht hier und jetzt. Ich muss jetzt schnell zum Palast. Dort werde ich noch vor Sonnenaufgang hingerichtet. Lasst mir mein Leben, damit ich meinen Freund retten kann, der für mich in Gewahrsam genommen wurde. Mehr besitze ich nicht, kein einziges Geldstück habe ich in meiner Tasche. (flehend) So lasst mich doch frei, sonst komme ich zu spät und sie richten ihn hin!

Hauptmann: Wenn das wirklich stimmt, was du sagtest, dann verstehe ich dich nicht.

Sprecher: Die Schatten werden immer länger und länger. Es wird immer später und Niros ist im-mer noch nicht am Palast. Seine Gedanken überschlagen sich.

Niros: Nein, jetzt werden sie ihn hinrichten. Wer kann sich das vorstellen!? Das erste mal in meinem Leben habe ich ihn betrogen! Er kann ja nicht wissen, welche Hindernisse mich immer wieder aufhielten. Vielleicht denkt er, ich habe Angst vor dem Tod und habe ihn deshalb dagelassen, damit er stirbt.

Sprecher: Er raffte alle Kräfte zusammen, um durch das Hoftor des Palastes zu laufen. Da, ein Kreuz, und sein Freund war bereits daran befestigt worden. Nur noch ein Augenblick, dann ist die Hinrichtung vollendet. Mit letzter Energie und völlig außer Atem hört man Niros.

Niros: Stop! Hört auf! Ich bin doch jetzt da. Der Sturm hielt mich auf.  So hört doch auf. Ich sollte doch sterben!

Sprecher: Dionysios hatte sich immer gefreut, dass es auf der Erde keine Wahrheit, keine Freundschaft und keine Liebe gab und hatte deshalb viele töten lassen. Noch immer war er davon überzeugt gewesen, dass auf der Erde nichts heiliges existierte. Dort steht sein Bruder, verwundet, müde und schiebt alle Leute zur Seite, um nur näher an die Hinrichtungsstelle zu kommen. Dionysios ist erschüttert. Das erste Mal in seinem Leben erfährt er, dass es auf Erden Liebe und Treue gibt.

Dionysios: Und ich als Herrscher der Stadt wusste dies nicht? Ich habe hunderte umgebracht und hätte meine Einstellung auch weiterhin nicht geändert! Wenn ich diese beiden Freunde nicht gesehen hätte, wäre ich ohne das Wissen der Existenz des Aufopferungswillens eines Menschen für den anderen gestorben.

Giovanni: (steht etwas weiter von Dionysios entfernt an der Hinrichtungsstelle) Ich glaube, ich sehe nicht richtig. Ich erkenne unseren Herrn nicht wieder.

Diener: Das gleiche musste ich gerade auch denken. Er ist so ruhig. Hinrichtungen machen ihn doch sonst immer so viel Spaß. Schau doch mal was will er?

Giovanni: Er zeigt, dass wir den Verurteilten vom Kreuz nehmen sollen.

Diener: Das kann ich einfach nicht verstehen. Es ist kaum zu glauben…

Sprecher: Schnell wurde der treue Freund befreit.

Dionysios: Ihr beide, sagt mir bitte, ist es wirklich wahr, dass ihr für den anderen sterben wolltet?

Freund: Ja!

Sprecher: Dass auch Niros Freund bereit zum Sterben war, konnte die Dienerschaft bestätigen. Dieser hatte immer nur eines gebeten.

Freund: So macht doch schneller. Beeilt euch mit der Hinrichtung. sonst kommt er gleich. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass Niros sterben soll. Hoffentlich wird er durch irgendetwas aufgehalten. Zögert nicht so! Macht doch endlich schneller.

Dionysios: (zu den beiden Freunden) Kommt mit mir ins Palast. Ihr seid frei! Ich muss Gott für seine Liebe danken, die er mir – du hast recht Niros – einem grausamen Gebieter, zukommen ließ. Beinahe hätte ich meinen eigenen Bruder getötet. Aber durch euer Handeln hat Gott mir gezeigt, dass sogar echte Wahrheit und Liebe auf Erden existieren. Jetzt werde ich mein Leben nicht mehr schonen. Ich bin bereit, mein Hab und Gut mit den Armen zu teilen. Endlich kann ich mich meinem Volk widmen und auf ihre Schwierigkeiten eingehen. Ich werde an den Gott der Liebe glauben.

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