Nov 24 2011

Eine Weihnachtsgeschichte aus Brasilien

Geschrieben von in Weihnachten

Eine Weihnachtsgeschichte aus Brasilien, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 5 Personen.

Sprecher:  Die ersten Sonnenstrahlen spielen auf den grauen Wänden der kleinen, ärmlichen Hütte. Laut Krähen die Hähne um die Wette. Ein neuer Tag beginnt. Pedro blinzelt müde. Doch plötzlich ist er hellwach.

Pedro:  Nur noch eine Woche bis Weihnachten!

Sprecher:  Vorsichtig zieht er einen abgegriffenen, alten Lederbeutel aus dem Versteck unter der Matratze hervor. Dann breitet er seinen ganzen Schatz auf seinem Lager aus.

Pedro:  27.000 – 28.000 – 29.000 Cruzeiros… Jetzt fehlen mir nur noch 1.000. Das sollte reichen.

Sprecher:  Seine Augen strahlten.

Pedro:  Zu Weihnachten will ich mir ein schönes, buntes Hemd kaufen und eine neue Hose. Dann können sie nicht mehr mit Fingern auf mich zeigen, auf meine viel zu kleine, geflickte Hose und das zerschlissene Hemd. Ausgelacht hatten sie mich, meine Klassenkameraden, und hinter meinem Rücken getuschelt. Oh das tat weh!

Sprecher:  Wutentbrannt hatte er die Fäuste geballt, um zuzuschlagen, aber dann innegehalten. Mit Tränen in den Augen hatte er sich abgewandt. Pedro seufzt.

Pedro:  Ja, wir sind arm, sehr arm. Vater leidet schon viele Jahre an Tuberkulose. Und was die Mutter für das Wäschewaschen bei reichen Leuten verdient, langt gerade zum Sattwerden.

Sprecher:  Wenn Pedro abends auf seiner Matratze liegt, hört er den Wind durch die Wände pfeifen. Leise tropft der Regen durch das morsche Dach. Aber Pedro fühlt sich geborgen. Seit er und Mutter Jesus gehören, ist alle Not viel leichter zu ertragen. Sie beten gemeinsam. Alles, was sie traurig macht, sagen sie Jesus. Und nie hat er sie enttäuscht. Pedro ist erst elf Jahre alt, aber er hilft schon mit, Geld zum Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Frühmorgens, vor Schulbeginn, wenn andere Kinder noch gemütlich in ihren Betten schlafen, ist Pedro bereits unterwegs. Er arbeitet für einen reichen Herrn, dessen dicker Bauch ahnen lässt, dass er immer genug zu essen hat. Sein vornehmes Haus steht hinter einer hohen Mauer, bewacht von zwei bissigen Hunden. Vor ihren scharfen Zähnen fürchtet sich Pedro sehr. Noch immer liegen die ausgebreiteten Geldstücke vor ihm. Sie funkeln in der Morgensonne. Er zählt und zählt wieder. Dann schließt er die Augen. Er sieht sich in einer neuen Hose und einem bunten Hemd in den Klassenraum gehen. Die Kinder schauen ihn an, staunend, bewundernd. Keiner spottet mehr.

Mutter:  Pedro! Beeil dich, gleich beginnt die Schule!

Sprecher:  Es ist Mutters mahnende Stimme, die ihn jäh aus den Gedanken reißt. Tatsächlich, fast hätte er die Zeit verpasst! Schnell schiebt er seinen Schatz wieder unter die Matratze, schnappt sich die Schultasche, und los geht’s. An der Tür dreht er sich noch einmal um. Wie traurig Mutter aussieht! Seine kleine Schwester hat eine schwere Augenentzündung. Rot und geschwollen sind ihre Augen. Behutsam wäscht Mutter ihr den Eiter aus den Augen.

- Musik -

Sprecher:  Am nächsten Morgen macht Pedro sich wie immer früh auf zur Villa des reichen Herrn. Als er seine Arbeit beendet hat und seinen Lohn in Empfang nimmt, traut er seinen Augen nicht. 10.000 Cruzeiros extra legt der Mann ihm auf die Hand und zwinkert lustig mit den Augen.

Herr:  Weil Weihnachten ist! …

Sprecher:  Pedro ist außer sich vor Freude, singt und springt nach Hause, gerade so, wie die jungen Ziegen neben ihm auf dem Weg.

Pedro:  Mutter, Mutter! Stell dir vor, ich habe …

Sprecher:  Poltert er in die Tür herein. Doch er stockt. Mutter weint.

Pedro:  Warum weinst du, Mutter? Was ist passiert?

Mutter:  Ach, Pedro, es steht schlimm mit Rosas Augen. Sie braucht dringend eine besondere Behandlung, sagte der Arzt heute Morgen. Aber, weißt du, die ist sehr teuer. Zu teuer. Soviel Geld haben wir nicht! Doch ohne diese Behandlung – wird Rosa erblinden.

Sprecher:  Tieferschrocken fühlt Pedro alle Weihnachtsfreuden wie Seifenblasen platzen. Dann fasst er Mutters Hand.

Pedro:  Mutter, lass uns mit Jesus reden. Er weiß bestimmt einen Ausweg.

Sprecher:  Heute fällt es ihm schwer, in der Schule aufzupassen. Hin und her schwirren seine Gedanken.

Pedro:  Wenn ich … soll ich …? Nein ich kann nicht!

Sprecher:  Er denkt an seine neue Hose und das bunte Hemd. Und er denkt an Mutters Worte.

Mutter:  (mit Echo) Ohne diese Behandlung wird Rosa erblinden.

Pedro:  Was kann er nur tun?

Sprecher:  So geht der Tag dahin ohne einen Ausweg, ohne Hilfe.

- Musik -

Sprecher:  Längst schon wirft der Mond sein fahles Licht auf die Dächer des kleinen Dorfes am Rand des Urwaldes. In Pedros Hütte flackert schwach eine Kerze. Der Vater hustet, die kleine Schwester wimmert, und Mutter wischt ihr den Eiter aus den Augen.
Pedro wälzt sich auf seinem Lager hin und her.

Pedro:  Lieber Herr Jesus, du siehst wie arm wir sind. Aber du bist reich. Dir gehören alle Schätze der Welt. Hast du nicht eine Idee, wie wir Rosa helfen können?

Stimme:  Ja, die habe ich, aber dazu brauche ich dich.

Sprecher:  Scheint eine leise Stimme in seinem Herzen zu sagen.

Pedro:  Mich???

Sprecher:    Ganz still liegt Pedro da – und denkt und denkt. Plötzlich steht er von seinem Lager auf. Leise zieht er etwas unter seiner Matratze hervor und schleicht auf Zehenspitzen zur Mutter. Liebevoll legt er seine mageren Ärmchen um sie.

Pedro:  Da, Mutter! Ob das wohl reicht?

Sprecher:  Unbeholfen landet der Geldbeutel auf ihrem Schoß. Verwundert schaut sie ihren Sohn an.

Mutter:  Reicht? – Wofür?

Pedro:  Na, für Rosas Augenbehandlung.

Sprecher:  Mutter ist bewegt. Sie öffnet den kleinen Lederbeutel, und heraus fallen ein Cruzeiro nach dem anderen.

Mutter:  Nein, mein Junge, das kann ich nicht annehmen. Überleg mal, wie lange du dafür gespart und hart gearbeitet hast! Vergiss nicht, wie sie dich verspottet haben wegen deiner Hose!

Sprecher:  Sie sieht Pedros enttäuschtes Gesicht.

Mutter:  Nun – willst du wirklich?

Pedro:  Ja, Mutter ich will!

Sprecher:  Fest drückt Mutter ihren tapferen Großen an sich.

Mutter:  Mein lieber Pedro.

Sprecher:  Mehr vermag sie nicht zu sagen. Gleich am nächsten Morgen nehmen sie den Bus in die große Stadt und suchen die Augenklinik auf.
Und, tatsächlich, das Geld reicht für eine gute Behandlung.
Schon nach wenigen Tagen stellt sich eine deutliche Besserung ein.
Es ist Weihnachtstag. Die ganze Familie sitzt um den Tisch, auf dem Mutters selbstgebackene, weiße Brote köstlich duften.
Pedro trägt das alte, schäbige Hemd und die viel zu kleine Hose. Aber was macht das schon! Rosas Augenlicht war gerettet. Er durfte mithelfen, dass sie nicht erblindete. Er durfte Gottes Mitarbeiter sein – er, der kleine Pedro.
Mutter stimmt ein Weihnachtslied an. Leise singt der Wind durch die brüchigen Wände. Pedros Augen leuchten. Er glaubt, niemand in der ganzen weiten Welt sei so glücklich wie er – und so reich!

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Nov 21 2011

Nun fängt die große Freude an!

Geschrieben von in Weihnachten

Nun fängt die große Freude an:
Das Licht der Ewigkeit
erfüllt mit seinem Strahlenglanz
der Erde Dunkelheit.

Aus Gottes Vaterherzen strömt
der wunderbare Schein.
Er gibt den Sohn, das Licht der Welt,
in unsre Nacht hinein.

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Mai 22 2010

Die Mutter

Geschrieben von in Mutter,Muttertag

Die Mutter

Da ging er nun, müde und zerlumpt am Straßenrand
Der junge Mann, den so keiner mehr erkannt.
Verzweifelt stieß er nach einem Stein
Ach, die Chance war doch relativ klein
Dies alles jemals wieder in Ordnung zu bringen
Was er getan – wie sollte ihm das gelingen?

Jahre nun war er nicht mehr zu Hause gewesen
Ob die Mutter wohl seine Nachricht gelesen?
Dass er auf dem Weg nach Hause jetzt war?
Er wollte alles in Ordnung bringen sogar.

Und wenn sie ihn noch einmal wollte sehen
Sollte aus seinem alten Zimmer ein weißes Taschentuch wehen.

Wie hatte er es nur soweit kommen lassen?
Beschämt konnte er es selber nicht fassen
Dass er seine Mutter so tief gekränkt
Die ihm stets soviel Güte hatte geschenkt.

Im gemütlichen Zuhause, bescheiden und klein
War er aufgewachsen, bei den liebenden Eltern sein
Sie hatten sich stets bemüht, dass ihrem Sohn nichts fehlte
In der Schule er zu den guten Schülern zählte
Bis eines Tages die falschen Freunde sich fanden
Und ihn mit schlechtem Einfluss an sich banden.

Plötzlich die Eltern ihm nur noch langweilig schienen und fad
Er hatte all ihre guten Ratschläge und ihren Glauben satt
Mit 17 beschloss er, von zu Hause wegzugehen
Er wollte soviel von der Welt doch sehen.
Er wusste ja, wo Papa das ganze Geld aufbewahrte
Für die Fahrt ins Ausland er schnell kaufte die Karte.

Viel zu schnell war das Geld bald verprasst
Er hatte auch keine Gelegenheit zum Spaßhaben verpasst.
Dann nahm er einen niedrigen Job nach dem anderen an
Und kam doch nie an genügend zum Leben heran.

Wie oft hatte er an seine liebe Mutter gedacht
Wie sie gekniet hatte und ihn im Gebet vor Gott gebracht.

Nun war er nicht mehr daheim gewesen seit einigen Jahren
Der Vater bereits verstorben war – hatte er erfahren.
Wie weh hatte ihm diese Nachricht getan
Damit war jede Chance auf ein Wiedersehen vertan.

Jetzt war er schon nahe beim alten Haus
Die Straße sah noch so wie früher aus
Würde die Mutter ihn überhaupt sehen wollen?
Ach – er hätte es vielleicht sein lassen sollen…

Müde hob er den Kopf und schaute um die Straßenecke
Flatterte nicht dort vom Dach eine weiße Decke?
Mit klopfendem Herzen ging er näher heran
An jedem Fenster hingen weiße Tücher dran!
Ja, das ganze Haus schien in Weiß gehüllt
Noch nie hatte der Sohn so eine Freude gefühlt!!
Die Mutter hatte also ihm längst schon vergeben
Auf einmal spürte er wieder Hoffnung für sein Leben!!
Er lief schnell auf sein altes Zuhause zu
In den Armen der Mutter fand er endlich Ruh!

Und wenn schon eine Mutter soviel Erbarmen für ihren Sohn konnte finden
Wie viel mehr unser Vater im Himmel, der uns immer wieder annimmt
trotz all unsrer Sünden!

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Mrz 24 2010

Wer ist schuld am Tod Jesus?

Wer ist schuld am Tod Jesus, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden / Karfreitag für 22 Personen

Moderator: (steht auf der Bühne, spricht die Gemeinde direkt an) Vor ungefähr 2000 Jahren ist in Israel, in der Stadt Jerusalem, das Folgende geschehen: Jesus wurde von den Juden und Römern auf den Hügel, der Golgatha genannt wird, gebracht. Dort hat man ihn am Kreuz sterben lassen. Warum musste das geschehen? Wer hat Jesus umgebracht? Wer ist denn schuld daran, dass Gottes Sohn so sterben musste. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, lasst uns gemeinsam ungefähr 2000 Jahre zurückreisen und das Ganze aus nächster Nähe betrachten.

Lied

Szene 1

Sprecher: Es ist Mittwochabend, der letzten Abend vor dem Passahfest. An zwei verschiedenen Orten versammeln sich die Menschen zu beiden Seiten des Ölbergs – in Jerusalem und in Bethanien -, und jedes Mal ist Jesus der Anlass. (Judas, Jünger, Maria und Martha auf eine Seite der Bühne; Hohepriester und Priester auf andere Seite) Die einen führt der Hass zusammen, die anderen aber kommen aus Liebe. In Jerusalem im Haus des Kaiphas, tagt der Hohe Rat.

Priester: (aufgebracht) Das bringt alles nichts. Ich sage euch, wir brauchen einen Plan, wie wir ihn ohne viel Aufsehen töten können.

Hohepriester: Du hast Recht. Die Menschen sind so voll Begeisterung von ihm und das Letzte was wir brauchen ist, dass wir noch mehr Leute auf ihn aufmerksam machen.

Priester: Lass uns einige Tage warten. Wenn das Fest vorbei ist und der große Strom der Gäste abzieht, dann kehrt Ruhe in Jerusalem ein. Dann findet sich eine Gelegenheit ihn zu beseitigen.

Sprecher: Jesus aber sitzt währenddessen ganz ruhig im Haus seines Freundes Simon in Bethanien. Ihn hat Jesus vom Aussatz gereinigt und so hat er für Jesus und seine Jünger eine Mahlzeit vorbereitet. Auch andere Freunde von Jesus wie Lazarus oder Martha und Maria sind dabei.

Martha: (räumt den Tisch ab, spricht vor sich hin) Meine Schwester. (seufzt) Ich glaube sie liebt Jesus wirklich. Hat sie etwas verstanden, was wir noch nicht wissen? Warum nur hat sie Jesus gesalbt? Noch dazu mit dem kostbaren Öl? Das waren ihre ganzen Ersparnisse.

Judas: (verärgert) Das hätte Maria nicht tun sollen.Was soll die Verschwendung. Man hätte dieses Öl teuer verkaufen und das Geld an die Armen geben können. 300 Silbergroschen hätten wir dafür bekommen.

Jünger: Stimmt. Wie viele Jahre müsste ich mich abplagen, um so einen Betrag anzusparen.

Jesus: (Stimme) Lasst sie in Frieden. Warum macht ihr es ihr so schwer? Sie hat etwas Gutes an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt Ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt.(Judas springt auf und entfernt sich von dieser Runde)

Judas: Begräbnis? Also ist es doch wahr, dass er sterben muss. Was soll ich dann noch bei ihm?

(Freund kommt hoch, begegnet Judas)

Freund: Judas! Shalom! Dass ich dich mal wiedersehe. Seitdem du diesem Jesus nachfolgst, kriegt man dich ja gar nicht mehr zu Gesicht. Bist du hier in Jerusalem zum Passahfest?

Judas: Ja, wozu denn sonst? Schon verrückt, wir feiern die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, dabei sollten wir vielleicht eher was tun um uns aus der römischen Unterdrückung zu befreien.

Freund: Was können wir denn schon tun?

Judas: Ich hatte ja gehofft, dass Jesus die Befreiung Israels bringt. Deshalb hab ich mich ihm überhaupt angeschlossen. Du hättest sehen sollen, wie er das Volk am See Genezareth gespeist hat. Oder vor drei Tagen, als das Volk ihn bejubelt hat und zum König ernennen wollte. Aber er hat abgelehnt und meine Hoffnung zerstört. Wie dem auch sei, ich muss los. Ich hab noch was zu erledigen.

Freund: Alles klar, wir sehen uns.

(Freund geht, Judas guckt ihm hinterher und geht dann auf die andere Seite der Bühne, zum Hohepriester und klopft)

Hohepriester: Wer ist da?

Judas: (aufgeregt, stammeln) Ich bin Judas. Ich komme wegen diesem Jesus. Ich weiß, dass ihr ihn verhaften wollt. Ich kann euch dabei helfen.

Hohepriester: (spricht hinterlistig/niederträchtig) Komm herein und setz dich, mein Freund.

Judas: Ich weiß wo und mit wem Jesus sich aufhält. Was gebt ihr mir, wenn ich ihn verrate?

Priester: Ohne dass ein Aufruhr entsteht?

Judas: Ohne dass jemand irgendetwas merkt. Ich warte einen günstigen Augenblick ab. Jesus zieht sich zwischendurch zurück in die Einsamkeit. Ich werde euch zu ihm führen, während er ganz alleine an einem einsamen Ost ist.

Hohepriester: Hervorragend! Dich schickt der Himmel. Du bekommst dreißig Silberstücke.

(während Sprecher erzählt, zählt der Priester Münzen ab und legt sie in einen Beutel)

Sprecher: Dreißig Silberstücke! Der Preis, den man in jener Zeit für einen Sklaven zahlte. Der Preis, den bereits der Prophet Sacharja genannt hatte, aber daran dachte keiner von den weisen Schriftgelehrten. Für den Preis eines Sklaven, hat Judas den Sohn Gottes verraten.

(Moderator hoch)

Moderator: Judas, hast du den Tod von Jesus verursacht? Du versprachst denen Hilfe, die Jesus töten wollten und als sie kamen, um ihn festzunehmen, verrietst du ihn, mit einem Kuss. Später hat es dir leid getan, aber du konntest es nicht rückgängig machen. Ist Judas, der Verräter, schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 2

Sprecher: Nach seiner Verhaftung wurde Jesus in das Haus des Hohenpriesters gebracht. Die Mitglieder des jüdischen Gerichtshofs waren bereits versammelt, um Jesus den Prozess zu machen. (Schriftgelehrter und Hohepriester stehen zusammen, daneben eine Gruppe von Männern (3), die murmeln untereinander: Er hat gesagt… Nein, so war das nicht… Damals als er vom Tempel sprach…)

Priester: So wird das nichts. Wir brauchen einen guten Grund um ihn zu verurteilen und die Zeugen sind nichts als ein Haufen von Narren. Die Zeugenaussagen widersprechen sich.

Hohepriester: Das ist nicht unser einziges Problem. Die Römer erlauben uns nicht, jemanden hinzurichten. Wir müssen die Sache so geschickt einfädeln, dass der römische Statthalter ihn zum Tode verurteilt. (zu Jesus) Willst du nicht auf diese Anklagen antworten? Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen? (kurze Pause, dann zum Priester) Er schweigt einfach. (zu Jesus) Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns die Wahrheit! Bist du der Messias, der Sohn Gottes?

Jesus: Ja, ich bin es. Und einst werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Kraft Gottes. Er wird wiederkommen auf Wolken aus dem Himmel.

Hohepriester: (zerreißt sein Obergewand, schreit) Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt es alle selbst gehört, wie er Gott lästert. Was sagt ihr dazu?

Männer: (sehr aufgebracht, sprechen gleichzeitig) Er ist schuldig. Er verdient den Tod. Nieder mit ihm.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Der Hohe Rat. Eine Versammlung von Männern, die viele Gesetze für die Juden aufstellt und jeden verurteilten, der diese nicht befolgt. Ihr behauptet von euch selbst, gerecht zu sein, aber habt ihr wirklich eine weiße Weste? Ihr wart entsetzt als er sagte, er sei Gottes Sohn. Das ist Gotteslästerung, er muss sterben, empörtet ihr euch und zerrtet ihn vor den Statthalter. Ist der Hohe Rat schuld am Tod Jesus?

Lied

Szene 3

(Frau sitzt besorgt oben, springt auf, als Pilatus kommt)

Pilatus: Hallo Liebes.

Frau: Da bist du ja endlich. Ich bin den ganzen Tag so beunruhigt. Hast du meine Nachricht rechtzeitig bekommen?

Pilatus: Rechtzeitig ist so eine Sache.

Frau: Erzähl mir alles.

Pilatus: Der Tag begann eigentlich wie jeder andere Tag. Früh am Morgen, du hast noch geschlafen, kam ich ins Pritorium, um meinen täglichen Pflichten als Statthalter nachzugehen, so wie immer. Gut, ich hatte schon ein bisschen Sorge, aber das ist ja normal, weil grade jetzt so viele Menschen zum Passahfest hier sind und ich einfach hoffte, dass keine Unruhen entstehen. Grade als ich den herrlich duftenden Seelachs, den du mir eingepackt hast, auf mein geröstetes Brötchen legen wollte, kommt der Leibwächter in mein Gemach.

(Frau runter, Leibwächter hoch, Hohepriester und Schriftgelehrte stellen sich auf die andere Seite der Bühne + die drei Männer)

Leibwächter: Herr, da sind einige jüdische Priester im Hof. Sie haben einen besonderen Gefangenen gebracht, den du richten sollst. Sie wollen mit dir reden, aber weigern sich hinein zu gehen, weil es kein jüdisches Haus ist.

Pilatus: Ich komme. (wischt sich den Mund mit einer Serviette, steht auf und geht zu den Priestern, im Gehen bemerkt er Jesus und murmelt) Das muss der Gefangene sein. Scheint mir, als hätten sie ihn schon bestraft. Sieht übel zugerichtet aus.

Hohepriester: Dieser Verbrecher lehrt die Leute, dem Kaiser keine Steuern zu zahlen. In unserem ganzen Land stiftet er Unruhe. Und das ist noch nicht alles.

Pilatus: (gelangweilt, monoton) Geht weg von mir und lasst mich in Ruhe. Richtet den Mann gefälligst nach euren eigenen Gesetzen.

Priester: Aber es ist uns von den Römern verboten jemanden zu töten. Und da er in unseren Augen den Tod verdient, musst du ihn verurteilen. Dieser Jesus behauptet von sich, ein König zu sein. Er muss sterben.

Pilatus: (guckt zu Jesus, murmelt) Seltsam. Sie beschuldigen ihn und er sagt nicht ein einziges Wort und schweigt. (zu Jesus) Willst du dich nicht vor ihnen verteidigen? Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen? (nach einer Pause, zu seinem Leibwächter) Bring ihn in meinen Gerichtssaal. Ich will mit ihm sprechen und zwar allein.

(Leibwächter runter, Pilatus auf die andere Seite der Bühne, setzt sich auf einen Stuhl und guckt Jesus erstmal nur an)

Pilatus: Bist du der König der Juden?

Jesus: Redest du das von dir aus, oder haben andere es dir gesagt?

Pilatus: (ärgerlich) Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Priester haben dich mir ausgeliefert! Was hast du getan? (jedes Wort betonen)

Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert werden würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.

Pilatus: So bist du also ein König?

Jesus: Ja, ich bin ein König.

Pilatus: (steht auf, Leibwächter kommt) Bring ihn zurück.

(Leibwächter geht)

Pilatus: Er kann kein Verbrecher sein. Diese Ruhe die er ausstrahlt, hab ich noch bei keinem Angeklagten verspürt. Irgendwie macht er mir Angst. (geht zu den Priestern) Ich denke nicht, dass dieser Mann den Tod verdient hat.

Priester: Aber er macht Unruhe, überall wohin er geht. Nach unserem Gesetz muss er sterben.

Pilatus: (zum Leibwächter) Woher sagtest du kommt er? Aus Galiläa? (Leibwächter nickt) (zu den Priestern) Bringt ihn zu Herodes. Er soll ihn richten

(Pilatus geht zurück zu seinem Platz, Hohepriester, Priester und Männer gehen mit dem Leibwächter runter)

Sprecher: Herodes hat schon viel über Jesus gehört. Er freut sich, Jesus nun mit eigenen Augen zu sehen. Gerne will er sehen, wie Jesus ein Wunder tut. Doch als Herodes Jesus befragt, sagt dieser nicht ein Wort. Schließlich lässt Herodes Jesus als König verkleiden und verspotten. Doch Jesus richten, will er auch nicht und schickt ihn zurück, – zu Pilatus. (Priester, Hohepriester, Männer, Pilatus geht zu ihnen) Wieder stehen die Priester und die wütende Volksmenge vor Pilatus.

Pilatus: Hört mir zu. Weder ich, noch Herodes haben diesen Mann für schuldig befunden. Wenn ihr wollt, lasse ich diesen Mann auspeitschen, aber dann war es das.

Tonband / Menge Geschrei: (Hohepriester, Priester + Männer) Nein. Das genügt nicht. Er muss sterben. Er hat den Tod verdient.

Hohepriester: Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er behauptet, Gottes Sohn zu sein.

Pilatus: (erstaunt, zu sich) Gottes Sohn? Was bedeutet das? Wo ist er geboren und aus welchem Königshaus kommt er? (zu Jesus) Woher bist du eigentlich? (Pause, dann wütend) Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizulassen, aber dass ich auch die Macht habe dich kreuzigen zu lassen?

Jesus: Du hättest keine Macht, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre.

Leibwächter: (kommt hoch, übergibt Pilatus einen Zettel) Herr, eine Nachricht von Ihrer Frau. Sie sagt es ist dringend.

(Pilatus dreht sich weg von der Menge, faltet das Blatt auseinander)

Frau: (Stimme) Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten. Er ist unschuldig. Ich habe heute Nacht im Traum viel um seinetwillen gelitten.

Pilatus: Ihr kennt die Sitte, dass ich euch am Passahfest einen eurer Gefangenen frei lasse.

Tonband / Menge: Nicht Jesus! Lass Barabbas frei! Kreuzige Jesus! Genau, weg mit ihm! Kreuzige ihn!

Pilatus: (halb verzweifelt) Warum soll er sterben? Was hat er Schlimmes getan?

Sprecher: Aber die Leute schrien nur noch lauter. Und so befahl Pilatus den Soldaten, Jesus zur Geißelung abzuführen.

(alle runter außer Pilatus, Frau hoch, Pilatus sitzt am Tisch mit seiner Frau)

Pilatus: Trotz dieser großen Schmerzen, die ihm die kampferprobtesten Soldaten zufügten, konnte ich keinen Hass in seinen Augen erkennen. Liebes, das kann kein normaler Mensch sein.

Frau: (schockiert) Du hast ihn doch freigelassen, nach der Geißelung. (Pilatus guckt sie schuldbewusst an und schüttelt den Kopf) Wie konntest du? Du bist doch überzeugt von seiner Unschuld. Wie konntest du das nur tun?

Pilatus: Ja, ich bin von seiner Unschuld überzeugt, aber sie haben mich in eine Sackgasse getrieben. Sie haben mir gedroht, mich beim Kaiser zu verklagen, dass ich gegen ihn bin. Meine Stellung stand auf dem Spiel. So eine schwere Beschuldigung konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen.

Frau: Und er? Dieser Jesus. Welche Beschuldigungen hat er auf sich sitzen lassen?

(bleiben oben sitzen, Moderator kommt hoch, guckt zu Pilatus)

Moderator: Ja, Pilatus, du warst überzeugt von Jesus Unschuld. Demonstrativ hast du dir die Hände gewaschen, um zu zeigen, dass du unschuldig bist am Tod Jesu. Aber warst du wirklich unschuldig? Kannst du dich so leicht herausreden? Hättest du sie nicht abhalten müssen, Jesus zu töten? Du hast es Ihnen erlaubt. Die fehlte der wahre Mut, eines ehrlichen Mannes. War Pilatus schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 4

(Soldaten 1 und 2 hoch)

Sprecher: Die römischen Soldaten führten Jesus zum Hügel Golgatha. Sie zogen ihm die Kleider vom Körper, nur ein Lendentuch ließen sie ihm. Die Soldaten legten Jesus auf den Kreuzbalken und schlugen große Nägel durch seine Handgelenke in das Holz. Die Hände, die nur Segen gespendet hatten, hingen nun am Kreuz. Dann befestigten die Soldaten den Kreuzbalken am senkrechten Pfahl und schlugen einen langen Nagel durch beide Fersenknochen hindurch ins Holz.

Soldat 1: Ha, der König der Juden, aber helfen kann er sich nicht. Was ist los, Kleiner? Siehst ein bisschen blass um die Nase aus. War zu hart für dich, was Bübchen?

Soldat 2: So ein Quatsch, ich bin überhaupt nicht blass. Aber du musst jawohl zugeben, dass du so etwas noch nie erlebt hast.

Soldat 1: Was meinst du? Ich war schon bei zig Kreuzigungen dabei. Auch eine Geißelung führ ich durch ohne mit der Wimper zu zucken. Was soll ich nicht erlebt haben?

Soldat 2: Tu nicht so. Ich war auch bei zig Kreuzigungen dabei und ich bin es gewohnt, dass man mich verflucht. Dass ich angeschrien werde oder angefleht. Aber hier, – nichts.

Soldat 1: Er war einfach kaputt. Ist ja auch verständlich, nach der Geißelung. Oder spuckst du noch große Töne, nachdem dich zwei Soldaten abwechselnd mit einer Peitsche bearbeiten, in die Bleistücke und Knochen eingeflochten sind.

Soldat 2: Na ja, es war ja nicht so, dass er nichts gesagt hat. Er hat schon geredet, aber eben nicht das Typische.

Jesus: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

Soldat 1: Ja, ich muss zugeben, diesmal war es anders. Auch die Finsternis, die plötzlich über das Land kam. Irgendwie unheimlich.

Sprecher: In dieser Finsternis hing Jesus und kämpfte seinen letzen Kampf. Einen Kampf wie in Gethsemane, schwer und voller Angst. In dem Garten, gab es noch Licht, dort waren noch gute Freunde in der Nähe, dort konnte er sich noch hinknien und die Hände ringen und sich vor Gott neigen. Dort kam noch ein Engel vom Himmel um ihn zu trösten und zu stärken. Hier aber hing er zwischen Himmel und Erde, wie ein Verfluchter. Er wollte die Hände ausstrecken zum Himmel, doch er konnte nicht. Er, der das Licht ist, verlangte nach Licht, doch es war dunkel um ihn. Da schrie seine Seele zum Vater, aber der war nicht da. Gott hatte sich von ihm abgewandt. In unaussprechlicher Einsamkeit trug Jesus die Last von Gottes Zorn über die Sünde der Welt.

(Soldat 3 kommt nach oben)

Soldat 3: Es ist vorbei, sie sind tot.

Soldat 1: Was? Schon?

Soldat 3: Ja, der Sabbat des Passahfestes beginnt und die Hohepriester wollten nicht, dass an diesem besonderen Fest draußen noch sterbende Verbrecher am Kreuz hängen blieben. Darum gingen sie zu Pilatus und baten ihn, dass den Gekreuzigten die Beine gebrochen werden. Bei zweien hab ich diesen Befehl ja auch ausgeführt, aber der Dritte, dieser Jesus, der war schon tot.

Soldat 2: Hast du dich abgesichert?

Soldat 3: Natürlich. Ich hab meinen Speer in seine Seite geschoben und da floss Blut und Wasser heraus. Das Beine-Brechen war somit überflüssig. Jesus ist tot.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Harte Kerle, das seid Ihr. Ausgebildet, um Menschen zu töten und zu foltern. Die grausame Kunst, einen Menschen so weit zu foltern, dass er fast tot ist, aber eben doch noch nicht sterben kann, die beherrscht ihr. Ihr habt wirklich das Blut von Jesus an euren Händen. Sind die Soldaten schuld am Tod Jesu?

Lied

Szene 5

(Maler geht hoch, steht mit Pinsel und Farben vor einer Staffelei mit Bild und malt)

Sprecher: Der berühmte holländische Maler Rembrandt, malt die letzten Pinselstriche auf sein Bild.

(Klopfen, Freund 2 kommt hoch)

Freund 2: Na, Rembrandt, das war ja klar. Immer einen Pinsel in der Hand, nie machst du eine Pause. Was malst du schon wieder?

Maler: Hallo. Ich denke,… ich bin fertig. Du darfst ruhig gucken. Es ist die Kreuzigung Jesu.

Freund 2: (guckt bewundernd, Pause) Perfekt. Ich kann nur stauen über dein Talent. (Pause, stutzt, guckt noch mal genauer) Aber warte mal, da passt was nicht. Ein Soldat trägt nicht die Tracht der römischen Soldaten damals, sondern den Anzug eines holländischen Bürgers. Rembrandt, ich erkenne es genau. Das bist du.

Maler: Gut erkannt.

Freund 2: Was soll denn das? Warum hast du dich als Helfer bei der Kreuzigung gemalt? Auch noch als einen tatkräftigen Soldaten. Du hast doch damals nicht gelebt.

Maler: Verstehst du denn nicht? Ich habe mitgeholfen Jesus zu kreuzigen. Mit meinem Ungehorsam gegen Gottes Gebote.

(nach einer Pause)

Freund 2: Einen hast du noch vergessen auf dem Bild. Mich Rembrandt, mich hast du vergessen.

(Moderator kommt hoch)

Moderator: Wenn das so ist, dann hat er vielleicht auch mich auf dem Bild vergessen. Oder dich. Wenn wir uns in Gottes Licht betrachten, finden wir Schuld in unserem Leben. Und Jesus musste sterben, um uns von den Sünden zu reinigen. Sind wir schuld am Tod Jesu?

Lied / Musikstück

Moderator: Judas hat Jesus verraten. Der Hohe Rat hat ihn beschuldigt er müsse sterben und Pilatus hat ihn verurteilt. Die Soldaten haben ihn ans Kreuz genagelt, aber er starb wegen unserer Sünden. Wer ist nun schuld am Tod Jesu? Die Antwort finden wir in Gottes Wort. Jesus hat sich selbst dazu geäußert.

Jesus: Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht es zu lassen und habe Macht, es wieder zu nehmen.

Moderator: Wir sind also nicht schuld daran, dass Jesus gestorben ist, genauso wenig wie Judas, Pilatus usw. Schließlich ist Jesus das Leben und der Tod hat keine Macht über ihn. Aber wir sind der Grund. Wegen unserer Schuld, hat er sein Leben geopfert. Die Strafe für Sünde ist der Tod und den hat Jesus freiwillig und stellvertretend für uns auf sich genommen, damit wir leben können.

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