Jan 03 2010

Zurück zur ersten Liebe

Geschrieben von Aquila in Nachfolge

Zurück zur ersten Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 7 Personen

Julius: Hallo, Rufus! Komm jetzt, lass deine Arbeit liegen. Die Ältesten haben eine außerordentliche Gemeindestunde einberufen. Es geht um einen wichtigen Brief, der an uns als Gemeinde adressiert ist.

Rufus: So, so. Das muss ja ein ganz wichtiger Brief sein! Wie kann man denn so kurzfristig eine Versammlung einberufen, wo wir doch alle Hände voll zu tun haben?

Julius: Ja, mir geht es ganz ähnlich. Aber zeige mir einen in unserer Gemeinde, dem es nicht so geht. Wir sind alle voll ausgelastet, die einen in der Gemeindearbeit, die anderen in der Missionsunterstützung, und wieder andere in der Stadtmission. Unseren Ältesten geht es da auch nicht anders und darum glaube ich erst recht, dass das ein ganz besonders wichtiger Brief sein muss, um den es heute geht.

Autor: Rufus erhebt sich von seiner Arbeit und begibt sich mit seinem Freund Julius auf den Weg zu Versammlungsstätte. Unterwegs setzen sie das Gespräch fort.

Rufus: Von wem kommt denn der Brief?

Julius: Von unserem Herrn Jesus selbst.

Rufus: Ach wirklich? Ob das nicht etwas Irreführendes ist? Hat nicht der Herr Jesus selbst davor gewarnt, dass sich nach seiner Himmelfahrt viele für Christus ausgeben werden? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand versuchen würde uns zu verführen.

Julius: Nein, ich glaube du hast mich nicht verstanden. Johannes, der Apostel, hatte auf der Insel Patmos eine Offenbarung. Der Herr selbst ist ihm erschienen, und hat ihm vieles im Blick auf die Zukunft offenbart. Und von ihm kommt dieser Brief.

Rufus: Ach so ist das, na dann bin ich aber mal gespannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Herr Jesus für uns nur Lob übrig hat.

Julius: Würde ich jetzt auch denken. Aber unser Gemeindeleiter sah etwas bedrückt aus. Ob das wohl am Inhalt des Briefes liegt?

Rufus: Naja, vielleicht enthält der Brief ja eine Warnung, oder einen neuen Auftrag.

Julius: Ich bin auch schon gespannt.

(alle männlichen Darsteller auf die Bühne)

Autor: Endlich sind die beiden Freunde an der Versammlungsstätte angekommen. Als alle beisammen sind, eröffnet der Älteste die Versammlung.

Ältester: Brüder, wir haben einen sehr ernsten Brief von unserem Herrn Jesus erhalten, der von dem Apostel Johannes verfasst wurde. Es ist erfreuliches darin enthalten, aber der Tadel, den der Herr an uns richtet, lässt alles Erfreuliche verblassen. Stehen wir auf um die Worte unseres Herrn zu hören.

Autor: Die ganze Versammlung steht auf und alle hören auf die Stimme des Ältesten, der den Brief vorliest.

Ältester: „Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben golden Leuchtern: Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht, und hast sie als Lügner befunden, und hast Geduld, und hast um meines Namens Willen die Last getragen und bist nicht müde geworden…“

Autor: Zustimmendes Nicken begleitet die verlesenen Worte. Wie angenehm und warm ist es doch zu hören, dass der Herr Jesus ihre Mühe, ihre Arbeit, ihre Ausdauer und ihre Treue schätzt. Doch was dann folgt, lässt so manch einen erblassen:

Ältester: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust. Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, die ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben, der im Paradies Gottes ist. “

Autor: Die Anwesenden setzen sich wieder und es folgt eine fast unheimliche Stille, die von einem der Anwesenden vorsichtig unterbrochen wird:

Julius: Ich habe den Brief nicht ganz verstanden. Welchen „Leuchter“ wird der Herr von seiner Stätte wegstoßen, wenn wir nicht Buße tun?

Ältester: Der Leuchter ist ein Bild für die Gemeinde, der die einzelnen Christen als Lichter in der Welt zusammen hält.

Rufus: Bedeutet das also, dass Jesus das Licht unserer Ortsgemeinde auslöschen wird,

wenn wir nicht Buße tun und zur „ersten Liebe“ umkehren?

Ältester: Ja, liebe Brüder, von unserer Reaktion auf diesen Brief hängt es ab, wie lange unsere Gemeinde noch weiter in ihrer Leuchtkraft bestehen wird. Ich hoffe, dass spätestens jetzt alle den Ernst der Lage begriffen haben.

Autor: Besorgt schauen sich die Gläubigen an. Doch so richtig verstanden was los ist, haben sie immer noch nicht. Eine gewisse Unruhe füllt den Raum und schließlich steht ein Bruder auf und stellt eine Frage, die wohl so ziemlich alle zu bewegen scheint.

Gajus: Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht so ganz, um was es hier geht. Wird die Liebe nicht erst in der Tat und in der Wahrheit sichtbar? Haben wir nicht mehr getan als alle Anderen? Sind wir nicht für die Wahrheit eingetreten? Wir haben für unseren Herrn gelitten, wir haben vieles um seinetwillen ertragen, wir haben Lügner entlarvt. Und nun heißt es, wir hätten die Liebe verlassen?

Ältester: „Die erste Liebe verlassen“, so heißt es hier ausdrücklich. Nicht einfach nur Liebe, sondern die „erste Liebe“ ist es, die der Herr bei uns vermisst.

Autor: Es werden noch einige Bemerkungen von den Anwesenden gemacht und so manch einer ist verwundert und erstaunt über den Inhalt dieses Briefes. Doch eines steht fest: Der Herr Jesus selbst hatte ein wichtiges Wort an die Christen zu Ephesus gerichtet und er würde ganz sicher dazu stehen. Um der Unruhe ein Ende zu bereiten meldet sich der Gemeindeleiter wieder zu Wort:

Ältester: Mir scheint, wir verstehen noch nicht so recht, was wir falsch machen, deshalb sollten wir den Befehl unseres Herrn Schritt für Schritt befolgen. Der Herr Jesus befiehlt uns hier, drei Schritte zu tun. Der erste Schritt ist, daran zu denken wovon wir abgefallen sind. Ich schlage nun vor, wir schließen für heute die Versammlung, gehen nach Hause und tun den ersten Schritt: Lasst uns versuchen uns zu erinnern, wovon wir abgefallen sind. Und lasst uns daran denken, wie es am Anfang unseres Lebens mit dem Herrn Jesus war. Wenn wir dann das nächste Mal zusammenkommen, wird einiges vielleicht einfacher zu verstehen sein. Hoffentlich werden wir dann begriffen haben, was unser Heiland meint.

Autor: Auf dem Weg nach Hause muss der Gemeindeleiter noch über so manches nachdenken. Als er zu Hause ankommt, wird er von seiner Frau empfangen.

Claudia: Ach, da bist du ja endlich. Ich habe schon die ganze Zeit auf dich gewartet.

Ältester: (nachdenklich) Ja…, es ist heute ziemlich spät geworden. Es ist auch eine ganz außergewöhnliche Versammlung gewesen. Wir hatten…

Autor: …Doch seine Frau scheint irgendwie kein großes Interesse zu zeigen.

Claudia: Lass uns mal bei Gelegenheit darüber sprechen. Ich bin von dem heutigen Tag schon ziemlich müde. Ich werd noch gerade nach den Kindern schauen und leg mich dann hin. … Ach ja, in der Küche steht noch dein Abendessen und das Geschirr kannst du stehen lassen. Ich spüle es gleich morgen früh.

Autor: Verwirrt und auch etwas enttäuscht über die Reaktion seiner Frau begibt sich der müde Mann in die Küche. Langsam und nachdenklich nimmt er sein Abendessen zu sich, doch eigentlich hätte er jetzt viel lieber mit seiner Frau gesprochen. Aber er hat Verständnis für ihre Müdigkeit und so dauert es nicht lange, bis seine Gedanken wieder ganz beim Brief des Apostel Johannes sind.

Ältester: „Ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.“ – was meint der Herr bloß damit? Wir tun doch so viel für ihn und um seines Namens willen… Liebe zeigt sich doch durch die Tat, ich hätte nie erwartet, dass der Herr uns ausgerechnet das vorwerfen würde… Doch jetzt muss ich das tun, was der Herr von uns allen erwartet: „denke nun daran, wovon du abgefallen bist“ … Wovon sind wir denn abgefallen, wovon bin ich abgefallen? Wie hat sich meine Liebe zum Herrn damals gleich nach meiner Bekehrung gezeigt?

Autor: Krampfhaft versucht er die Erinnerungen an die Zeit nach seiner Bekehrung hervorzukramen. Von der Müdigkeit überwältigt schläft er schließlich am Küchentisch ein.

Lied/Musik

Autor: Noch vor dem Morgengrauen wacht der ungewollt eingeschlafene Mann auf. Es ist nur noch ein Gedanke, der immer wieder durch seinen Kopf geht. Er muss ständig an die Worte des Herrn Jesus denken:

Ältester: (nachdenklich) „ … Denke nun daran, wovon du abgefallen bist …“ – Wovon bin ich abgefallen?

Autor: Er verbringt den Rest der Nacht damit, über sein ganzes bisheriges Leben nachzudenken, um zu begreifen, was an ihm früher besser gewesen ist als jetzt. Doch zu einer klaren Antwort kommt er nicht. Als dann schließlich seine Frau wach wird und sie zur Morgenandacht zusammenkommen weiht er sie in das Vorhaben der Gemeinde ein.

Ältester: Du weißt, dass unsere Gemeinde einen Brief von unserem Herrn Jesus empfangen hat. Er tadelt uns darin, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Gestern haben wir mit den Brüdern lange darüber nachgedacht was das bedeuten könnte und wie wir weiter vorgehen sollten. Naja …, es war halt die Aufforderung, zunächst daran zu denken, wovon wir abgefallen sind, darüber Buße tun, und dann wieder mit den ersten Werken beginnen. Schließlich haben wir uns entschlossen den Befehl Jesu einfach Schritt für Schritt auszuführen. Also wollen wir in nächster Zeit vorrangig versuchen uns zu erinnern wie es kurz nach unserer Bekehrung war und wovon wir abgefallen sind. Ich denke es wäre nicht schlecht wenn du ebenfalls darüber nachdenkst. Ich glaube, dass du mir dabei eine große Hilfe sein kannst. Die Fehler des Nächsten stechen ja gewöhnlich immer viel deutlicher und eher ins Auge als die Eigenen.

Autor: Sie wechseln noch einige Worte miteinander und jeder begibt sich an seine Arbeit. Der Älteste muss in der Stadt noch einiges erledigen und macht sich auf den Weg. Währenddessen kümmert sich seine Frau um den Garten und stattet anschließend der Nachbarin einen Besuch ab. Der Brief an die Gemeinde ist auch hier Thema Nummer Eins.

Nachbarin: Und überhaupt! Das ist doch alles viel zu viel verlangt. Schau doch mal wie es in unseren Ehen läuft. Jede Liebe erkaltet mit der Zeit. Und wenn schon die Liebe zu dem Ehemann, den man doch sieht, mit der Zeit nachlässt, wie soll denn da die Liebe zum Herrn nicht nachlassen, den wir nicht sehen?

Claudia: Aber ist das denn nicht gerade das besondere an der Beziehung zu Gott? Erinnerst du dich vielleicht an den Brief, den der Apostel Paulus uns damals schrieb? Dort sagte er: „Die Männer sollen ihre Frauen wie sich selbst lieben.“ Aber der Herr Jesus erwartet, dass unsere Liebe zu Ihm noch größer und inniger sein soll, als die Liebe zu uns selbst oder zu dem Nächsten.

Nachbarin: Das mag wohl sein. Aber dass der Herr von uns erwartet, das wir die „erste Liebe“ nicht verlassen sollen, scheint mir doch zu viel verlangt. Oder erwartest du von deinem Mann, dass er genauso in dich verliebt ist wie am Anfang?

Claudia: Weißt du, in letzter Zeit merke ich so eine Kälte ihm gegenüber. Ich koche, wasche, putze, alles läuft wie es sein soll aber es ist alles nur Routine. Ich tue das alles auch nicht unbedingt aus dem Grund, weil ich ihm etwas Gutes tun will, oder ihm einen Gefallen tun möchte. Es gehört einfach dazu und ist mir zur Gewohnheit geworden.

Nachbarin: Na siehst du! Da bist du nicht die Einzige. Das ist völlig normal, damit muss man halt leben.

Claudia: Ich glaube nicht, dass wir damit leben müssen! Man kann es, man muss aber nicht. Aber schwer ist es schon zur ersten Liebe zurück zukommen. Das kostet viel Überwindung, und irgendwie kann ich sie noch nicht aufbringen.

Nachbarin: Wie denn soll es möglich sein, zur ersten Liebe zurückzufinden?

Claudia: Ich denke, dass das ähnlich gehen muss, wie es in dem Brief an unsere Gemeinde heißt. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat mein Mann die Worte zitiert: „ …denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!“ Ich muss mich erinnern, wie es am Anfang war und dann Buße tun…

Nachbarin: (fragend, leise) „Buße tun“ … das hört sich ja nach ganz schlimmer Sünde an.

Claudia: Weißt du nicht, dass „Buße“ eigentlich „Sinnesänderung“ bedeutet? Buße tun bedeutet „den Sinn ändern“. Es bedeutet umkehren oder auch umdenken. Und wenn man dann den Sinn neu ausgerichtet hat, dann soll man von vorn beginnen.

Nachbarin: Womit von vorn beginnen? Du wirst doch nur wieder dasselbe tun: kochen, waschen, putzen…

Claudia: Das mag sein, aber die ersten Werke habe ich damals aus Liebe zu meinen Mann getan. Ich wollte es für ihn tun. Und in diesem Sinn sollten wir wieder alle die ersten Werke tun. Ich glaube, dass der Herr Jesus etwas Ähnliches von uns erwartet. So wie es meinen Mann kränkt, wenn ich für ihn sorge, aber mich nicht wirklich um ihn kümmere. Genauso muss es auch Christus verletzen, wenn wir zwar alles Mögliche für ihn tun, aber uns nicht wirklich um Ihn kümmern.

Nachbarin: Ach schau mal an, Claudia! Dann sind wir für unsere Männer doch ein Beispiel! Sie sollen uns ansehen, und dann wissen sie wie es Jesus geht, wenn seine Gemeinde die erste Liebe verlässt!

Autor: Da die Nachbarin sich mit diesem Gedanken, sich zu ändern, offensichtlich nicht anfreunden kann, erklärt sie weiter:

Nachbarin: Überleg doch mal, unsere Männer zerbrechen sich die Köpfe über die erste Liebe. Sie sollen uns anschauen, vielleicht werden sie es dann besser verstehen was es heißt, wenn die erste Liebe fehlt! Ich glaube darum, wir sollten uns lieber nicht ändern, damit sie immer wieder daran erinnert werden!

Claudia: Aber … wäre es nicht viel besser, wenn wir unseren Männern zeigen würden, wie es möglich ist, sich selbst nach jahrelanger Ehe genau so – oder noch mehr- zu lieben, wie am Anfang? … Könnten wir ihnen dadurch nicht Mut machen, ihre Liebe zum Herrn immer wieder zu erneuern? So wie wir jetzt leben, entmutigen wir sie nur, weil sie an unserem Leben nur ihren eigenen Zustand sehen. Ich glaube, wir könnten sie motivieren, unseren Herrn mit der ,,ersten Liebe” zu lieben, in dem wir ihnen an unserem Leben zeigen, wie diese ,,erste Liebe” auch nach zwanzig Jahren gemeinsamen Lebens aussehen kann. Oder glaubst du nicht, dass das anstecken würde?

Lied/Musik

Rufus: Na Julius, wie weit bist du?

Julius: Was meinst du?

Rufus: Ist dir schon was eingefallen?

Julius: Du meinst, im Bezug auf den Brief?

Rufus: Ja, ich meine im Bezug auf die erste Liebe. Ist dir schon etwas eingefallen, wovon du abgefallen bist?

Julius: (kurze Pause) Naja…Wie soll ich das sagen… Ich habe mich einfach daran erinnert, was ich nach meiner Bekehrung damals alles getan habe. Und es ist heute wirklich etwas anders geworden…

Rufus: Und was?

Julius: Damals war ich wie verliebt in den Herrn Jesus. Ich habe seine Worte auswendig gelernt. Heute meine ich alle seine Worte zu kennen, und irgendwie sagen sie mir trotzdem weniger als damals.

Rufus: Mir geht es da ähnlich. Früher wollte ich jedes Schriftstück seiner Worte am liebsten selber lesen und auswendig lernen, und heute genügt es mir, sie nur in der Predigt zu hören, und selbst da höre ich nicht richtig hin. Als ob der Herr mir nichts Neues mehr sagen könnte.

Julius: Was mir fast noch schlimmer scheint, ist meine Einstellung zu seinen Worten. Damals wollte ich sie lesen und hören, um sie zu tun. Ich wollte ganz bewusst gehorchen. Heute sind viele Verhaltensweisen schon zur Gewohnheit geworden und mir scheint es so als hätte ich Angst jetzt noch etwas zu erkennen worauf ich dann mein Leben ändern müsste.

Rufus: (Denkpause) Und wie sieht dein Gebetsleben aus?

Julius: Auch das ist nicht mehr so wie früher. Damals habe ich jeden Tag mit Gebet angefangen, weil ich ohne den Herrn Jesus nicht leben konnte. Heute fange ich zwar auch jeden Tag mit Gebet an, aber manchmal frage ich mich, ob ich dabei wirklich noch mit dem Herrn rede, oder ob ich einfach nur wie gewohnt Etwas dahin sage.

Rufus: Bei mir muss ich feststellen, dass mein Gebet sich nur noch um mich selber dreht. Dabei hat uns der Herr Jesus gelehrt, dass die Dinge Gottes an erster Stelle stehen sollen – es heißt ja ,,dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe”.

Julius: Auch der Inhalt meiner Gebete hat sich enorm geändert. Früher habe ich um die verlorenen Seelen gefleht als ginge es um meine eigene Seele. Heute sind mir die Kleinigkeiten meines Lebens offensichtlich wichtiger, als das ewige Schicksal meiner Verwandten, Kollegen und Mitbürger.

Rufus: Wo du gerade von den Verlorenen sprichst… Wie habe ich damals geeifert, jemanden für Christus zu gewinnen. Wie frei konnte ich darüber reden, was der Herr für mich und für alle Menschen getan hat. Es war mir eine Freude von Ihm zu sprechen und sogar für Ihn verspottet zu werden.

(nachdenklich) Ja …. wenn man darüber so nachdenkt hat sich schon Einiges geändert.

Julius: Es stimmt also doch, dass wir die erste Liebe verlassen haben. Auch wenn wir noch so sehr aktiv sind, der Herr Jesus hat nicht mehr den gebührenden Platz in unserem Leben.

Rufus: Aber ich wüsste nicht wie man aus diesem Zustand herauskommen kann.

Julius: Buße tun!

Rufus: Das sagst du so leicht. Und wenn es einem nicht einmal so richtig leid tut?

Julius: „Buße tun“ ist mehr als nur „leid tun“! Buße ist eine Sinnesänderung, eine Umkehr vom alten Denken. Eine Umkehr von der Gleichgültigkeit hin zum bewussten „Gehorchen wollen“, „Lieben wollen“.

Rufus: Aber wie dringe ich zu dieser Sinnesänderung durch? Wie kann ich wieder Lieben so wie am Anfang?

Julius: Indem dir jeden Tag neu bewusst wird, was unser Herr Jesus für dich getan hat und du immer wieder über Ihn nachdenkst.

Rufus: Ja aber ich mache doch schon jeden Morgen und jeden Abend meine stille Zeit.

Julius: Meinst du, dass es ausreicht? Stell dir vor, deine Frau würde jeden Tag das beste Essen kochen, Wäsche waschen, das Haus würde immer aufgeräumt sein, aber sie würde nur das Notwendigste mit dir reden, oder mit dir besprechen.

Rufus: (Nachdenklich) Na ja, … aber ich kann doch nicht den ganzen Tag über an Jesus denken.

Julius: Doch ich denke schon, dass es geht. Ich habe vor kurzem von einer alten, frommen Frau gehört. Die Menschen in ihrer Nähe bemerkten sofort wie sie von der Liebe zum Herrn Jesus sprudelte. Eines Tages fragte man sie, worin ihr Geheimnis bestand. Sie antwortete ganz verwundert: „Ich habe gar kein Geheimnis! Ich weiß gar nicht, was ihr wollt! Wenn ich mich am Morgen wasche dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich mich jetzt mit Wasser wasche, so wasche mich mit deinem Blute, dass ich gereinigt und bewahrt durch dein Blut in diesen Tag gehen kann! Und wenn ich mich anziehe, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Kleider anziehe, so ziehe mich an mit dem Rock deiner Gerechtigkeit! Und wenn ich die Stube ausfege, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt die Stube ausfege, so fege du den Sauerteig des alten Wesens aus meinem Herzen aus! Und wenn ich das Feuer anmache, dann sage ich: Herr Jesus, so wie ich jetzt das Feuer anzünde, so zünde auch das Feuer deines Heiligen Geistes in mir an! So mache ich es mit allem. Ich habe gar kein Geheimnis.

Siehst du, wenn man auch im Alltag stets an Jesus denkt wächst unsere Liebe zu ihm. Es entsteht eine richtige Liebesbeziehung. So wie es am Anfang war.

Musik/Lied

Ältester: Du Claudia, … langsam fange ich an das alles zu verstehen, ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht, … über den Brief, … und allgemein über diese ganze Situation in unserer Gemeinde. Ich denke ich habe verstanden was unser Herr Jesus mit dem Brief sagen will.

Claudia: Ich habe auch viel darüber nachdenken müssen, und habe mich auch mit unserer Nachbarin darüber unterhalten. In so einigen Dingen musste ich wirklich feststellen, dass ich die erste Liebe verlassen habe. Aber der ganze Zusammenhang mit der Gemeinde ist mir noch nicht so deutlich geworden.

Ältester: Ja schau mal Claudia es ist ja auch gar nicht so einfach das alles zu verstehen. Wenn man sich mal das Bild unserer Gemeinde vor Augen führt, dass doch wirklich

ordentlich und gut aussieht, dann kann einem so eine Nachricht ganz schön überraschen. Doch muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Ermahnung im Brief tatsächlich zutrifft.

Claudia: Wie bist du zu diesem Entschluss gekommen?

Ältester: Weißt du, ich habe in der letzten Nacht einen Traum gehabt. Ich versuche, ihn dir mal zu erzählen. Ich sah einen dunklen Raum in dem sich sehr viele kleine Kerzen befanden. Doch nur ein kleiner Teil der Kerzen brannte und gab ein angenehmes Licht von sich. Diese wenigen Kerzen die brannten, befanden sich an einer Stelle auf einem Leuchter. Unzertrennlich nah befand sich auch ein großes schönes Bild. Ja es war wirklich wunderschön und herrlich, und es strahlte so eine sanfte Liebe und tiefen Frieden aus. Durch diese wenigen, leuchtenden Kerzen die aber zusammen ein helles Licht auf das Bild warfen, war dieses mit seinen Eigenschaften deutlich zu erkennen. Durch die Klarheit des Bildes näherten sich immer wieder nicht brennende Kerzen dem Bild, bis sie so nahe waren, dass sie auch anfingen zu leuchten und einen Platz auf dem Leuchter bekamen. Somit wurde das Licht und der Leuchter immer größer und stärker, und das Bild immer deutlicher und klarer. Doch dann geschah etwas Seltsames. Das Bild verlor langsam an Klarheit. Ich fragte mich warum. Bis ich auf die brennenden Kerzen schaute. Diese gaben zwar kein schwächeres Licht von sich, aber sie beleuchteten vielmehr ihren eigenen Leuchter als das Bild.

Als ich aufwachte wurde mir so einiges klar, worüber ich mir so viele Gedanken gemacht habe und ich musste einfach feststellen wie der Brief so zutreffend den Stand unserer Gemeinde beschreibt. Ist es nicht auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten wie die brennenden Kerzen?! Tun wir nicht viele Dingen die uns selbst, und unsere Ortsgemeinde, in ein gutes Licht darstellen, anstatt nur Jesus und sein Werk groß zu machen?!

Autor: Nun denkt auch Claudia an die Worte aus dem Sendschreiben: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. Gedenke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.“

Ältester: Wenn wir uns nicht korrigieren lassen und nicht Buße tun, wird es uns genauso ergehen, wie dem Leuchter in dem Brief. Wenn unser Licht nicht auf den Herrn Jesus fällt, wird er selbst es ganz auslöschen und den Leuchter umstoßen. Was soll er mit einem Leuchter, der nur sich selbst beleuchtet? Was nützt ihm eine Gemeinde, die nur sich selbst darstellt?

Lied/Musik

(Alle Darsteller auf die Bühne)

Autor: Dann kommt der Sonntag. Die ganze Gemeinde versammelt sich. Alle sind gespannt, wie die heutige Versammlung ablaufen wird. Werden viele den Mut haben, zu bekennen wovon die abgefallen sind? Zur Einleitung liest der Älteste erneut die Worte des Sendschreibens. Die ganze Gemeinde erhebt sich ehrfürchtig, um auf das Wort zu hören. Nachdem sich alle wieder hingesetzt haben, fängt der Älteste an zu sprechen:

Ältester: Liebe Geschwister, die Worte unseres Herrn sind wahr. Ich habe in dieser Woche viel über mein eigenes Leben nachgedacht und musste feststellen, dass ich tatsächlich die erste Liebe verlassen habe. Die Beziehung zu ihm ist für mich in letzter Zeit nicht so wichtig gewesen wie der Dienst für ihn. Dadurch ist mir die Arbeit zum Selbstzweck geworden zu einer Art Karriere aber in der Gemeinde und nicht in der Welt. Nun möchte ich meinen Dienst aus Liebe zum Herrn tun. Und ich will die Beziehung zu ihm an die erste Stelle setzen.

Autor: Das aufrichtige und offene Bekenntnis des Ältesten hilft auch anderen, auf diese Weise ihre Nachlässigkeiten in der Liebe zum Herrn zu bekennen. Einer nach dem anderen steht auf und bekennt vor der Gemeinde, wo er in seinem eigenen Leben entdeckt hat, die erste Liebe verlassen zu haben.

Julius: Ich habe früher sehr darum geeifert, die Verlorenen zu retten und ihnen das Evangelium zu sagen. Ich habe darin den Auftrag Gottes für mich gesehen und auch seine Gabe, die er mir gegeben hat. Heute sind mir die Ungläubigen so gleichgültig geworden, dass ich nicht einmal mehr für sie bete. Im Grunde genommen lebe ich damit im Ungehorsam und kann nicht behaupten, dass ich den Herrn liebe, denn wer ihn liebt, der hält seine Gebote. Ich werde mich jetzt wieder ganz besonders um die ungläubigen Menschen kümmern. Das ist der Platz, an dem Christus mich haben will und aus Liebe zu ihm will ich ihn einnehmen.

Rufus: Früher habe ich das Wort Gottes geliebt, weil es sein Wort an mich war. Heute liebe ich sein Wort nur noch als Stoff zur Diskussion. Dadurch habe ich den Blick für die Autorität seiner Worte verloren. Ich muss zurück zum Anfang und sein Wort mit neuen Augen sehen. Gottes Wort soll mein Leben regieren. Ich will es nicht nur kennen, sondern ihm auch gehorchen. Ich will es täglich forschen um meinem Herrn besser zu gehorchen, nicht um besser diskutieren zu können.

Nachbarin: Mein Hausfraudasein ist für mich zu einer lästigen Pflicht geworden. Früher hatte ich so klar vor Augen, welchen wunderbaren Plan Gott mit Müttern und Ehefrauen hat, dass ich mir keine schönere Berufung vorstellen konnte, als Kinder für Gott aufzuziehen und den Mann für den Dienst freizustellen. Heute hätte ich lieber eine andere Karriere eingeschlagen. Ich bin so unzufrieden geworden, und im Gehorsam lebe ich auch nicht mehr. Ich habe die erste Liebe verlassen, sowohl zum Herrn als auch zu meinem Mann. Ich werde nun mit Freude für meinen Mann sorgen, den Haushalt führen, für die Kinder sorgen und darüber hinaus in der Gemeinde mithelfen, soviel ich kann. Ich will an dem Platz stehen, an dem Gott mich haben will, und will es mit Freude für Ihn tun.

Autor: Noch viele andere Brüder und Schwestern stehen auf und bezeugen den Ungehorsam ihres Lebens. Keiner bleibt unberührt, denn jeder erkennt sich selbst im Leben anderer. Die sonst so perfekt scheinende Gemeinde erkennt ihre tiefe Not und wird zutiefst traurig über ihren eigenen Zustand.

Ältester: Nun liegt es an uns, unsere Buße als echt zu erweisen. Buße heißt nämlich nicht nur „um Vergebung bitten“, sonder auch „den Sinn ändern“. Wenn unser Sinn sich geändert hat, werden wir wieder die ersten Werke mit der ersten Liebe tun.

Autor: Viele der Anwesenden bringen ihre Schuld selbst vor Gott und bitten Ihn um Vergebung und um einen neuen Anfang. Die meisten wollen eigentlich gar nichts anderes tun, wie bisher, aber alle mit einem ganz neuen Motiv. Doch wie steht es heute mit uns, die wir soviel später leben? Wovon sind wir abgefallen? Ist es auch bei uns so, dass wir in die falsche Richtung leuchten? Tun wir nicht viele Dinge die uns selbst und unserer Gemeinde hier in ein gutes Licht darstellen? Sind wir bereit Buße zu tun, sind wir zum Umdenken bereit? Wenn ja, was werden unsere – deine und meine – ersten Werke sein? Wozu treibt uns die erst Liebe?

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Dez 24 2009

Frohe Weihnachten

Geschrieben von Christ in Allgemein

Das Christenload Team wünscht allen Besuchern und Partnern frohe und gesegnete Weihnachten.

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Dez 11 2009

Aufopferungswillige Liebe

Geschrieben von Christ in Liebe

Aufopferungswillige Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 8 Personen

Sprecher: In Italien lebten zwei Freunde. Der eine hieß Niros. Er war der Bruder des großen Dionysios. Sie waren in allen Situationen ihres Lebens einfach unzertrennlich. Den tiefen Sinn des Wortes ,,Freundschaft” hatten sie beide begriffen.
Eines Tages hörte der Herrscher Dionysios, dass das Volk behauptete, er sei ein grausamer und fürchterlicher Gebieter, während sein Bruder, Niros, immer freundlich zu jedem sei. Dieser sei immer so barmherzig und sanftmütig. Er sei zwar nicht reich wie Dionysios, doch hätte er viele bereichern können. Dionysios wurde zornig. Er hatte sich bis jetzt für keinen einzigen Menschen richtig erwärmen können. Viele schickte er in die Verbannung und in Gefängnisse. Dies wollte er auch mit seinem Bruder tun.

Dionysios: So eine Frechheit! Das soll er mir büßen. Er soll noch sehen, wer der Stärkere ist. (zu Giovanni) Giovanni, teile meinem Bruder umgehend mit, dass er sofort bei mir zu erscheinen hat.

Giovanni: Zu ihren Diensten, Majestät (geht zu Niros) Ich sollte ihnen von meinem Herrn, dem Herrscher Dionysios, ausrichten, dass er sie sofort sprechen möchte. Sie sollen sofort kommen.

Niros: Was hat er nur? Er verlangt mich doch sonst nicht. Es wird ihm doch hoffentlich nichts passiert sein! (geht zu Dionysios) Hier bin ich. Was wolltest du von mir?

Dionysios: Du zerstörst meine Macht. Du sollst sterben.

Niros: Ich zerstöre deine Macht nicht. Du bist in der letzten Zeit einfach unmöglich. Mit deiner Grobheit und deiner Herzlosigkeit schaffst du dir selbst deine Feinde unter dem Volk. Nein, ich habe den Menschen nie etwas über deine grausame Methode berichtet. Sie selbst haben Verstand genug, das Licht von der Dunkelheit zu unterscheiden und verurteilen deine Handlungsweisen.
Aber nun, Dionysios, muss ich dir noch etwas sagen: Denk an Mutter. Sie ist arm, alt und verlassen. Wenn ich mich nicht immer um sie kümmern würde, wäre sie schon vor Hunger gestorben. Siehst du, die eigene Mutter interessiert dich nicht.

Dionysios: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit. Nur einen Wunsch hätte ich vorher noch, den erfülle mir bitte: Gib mir drei Tage Zeit, damit ich mich von meiner Mutter und meinem Freund verabschieden kann.

Dionysios: Wie kann ich sicher gehen, dass du in drei Tage wiederkommst, wenn ich dich jetzt freilasse? Du sollst dem nicht entrinnen, was du verdient hast!

Niros: Ich werde kommen. Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, da kann ich nicht anders als mein Versprechen einlösen. Mich soll kein Wetter, weder Sturm noch Schnee oder sonst etwas anderes davon abhalten, zurückkommen.

Dionysios: Dies reicht mir nicht. Du musst mir irgendein wertvolles Pfand, einen Bürgen, geben, damit ich dir glauben kann.

Niros: Also gut, ich lasse dir ein teures Pfand, meinen teuren Freund.

Dionysios: Gut, damit bin ich einverstanden. Nun geh! Bist du nicht rechtzeitig da, so wird dein Freund deine Strafe erhalten.

Sprecher: Dionysios wusste, dass die Beiden unzertrennlich waren und dass sie selbst schwierige Situationen mit einem fröhlichen Gesicht bewältigt hatten.
Also wurde Niros Freund in das Gefängnis des Palastes eingeschlossen. Niros aber begab sich auf den Weg zu seiner Mutter. Endlich, nach vielen Anstrengungen, die ihm die italischen Steppen, Kanäle und Wälder bereiteten, erreichte er das Dorf. Die Mutter war hoch erfreut, ihren geliebten Sohn wiederzusehen. Doch die Stunden eilten nur so dahin, und bald musste der Sohn an den Abschied denken.

Niros: Ich muss jetzt gehen, Mutter. Lebe wohl, vielleicht haben wir uns heute das letzte Mal auf der Erde gesehen.

Mutter: Junge, wie redest du? Was ist mit dir?

Niros: Mir ist nur noch ein halber Tag geblieben. Ich muss mich beeilen, ich darf nicht zu spät kommen, sonst werden sie meinen Freund erbarmungslos hinrichten, denn Dionysios hat mich zum Tode verurteilt.

Mutter: Nein! Wie kann er nur so etwas tun? Sage mir, dass es nicht wahr ist!

Niros: Es ist wahr!

Mutter: Den eigenen Bruder will er umbringen. O Niros, was soll ich nur tun?

Sprecher: Schnell waren die Nachbarn anwesend, denn diese Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Niros musste sich gewaltsam der Umarmungen entreißen, immer wieder an seinen Freund denkend.
Und dann brach auch noch plötzlich ein Gewitter aus. Schnell wurden kleine Bäche zu reißenden Strömen. Doch Niros konnte dies nicht zurückhalten. Er war bereit, seinen Freund aus der Todesstunde herauszuretten. Immer wieder schrie er zu Gott.

Niros: Bitte hilf, dass ich rechtzeitig ankomme. Mein Freund soll nicht sterben, der mir zum Bürge blieb. Bitte hilf du mir, gegen den Sturm anzukämpfen.

Sprecher: Und nun stand er vor einem reißenden Fluss, der vor wenigen Stunden noch keinerlei Gefahr geborgen hatte.

Niros: Lieber komme ich in diesen Wellen um, als hier zu warten. Ich muss meinen Freund retten.

Sprecher: Die Strömung trieb ihn noch weiter von seinem Ziele fort, doch gelang es Niros mit großer Mühe, ans Ufer zu kommen. Kaum noch Kräfte besitzend, setze er zu einem Lauf an, als erneut aufgehalten wurde. Einige Männer überfielen ihn.

Hauptmann: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit zu sterben, aber nicht hier und jetzt. Ich muss jetzt schnell zum Palast. Dort werde ich noch vor Sonnenaufgang hingerichtet. Lasst mir mein Leben, damit ich meinen Freund retten kann, der für mich in Gewahrsam genommen wurde. Mehr besitze ich nicht, kein einziges Geldstück habe ich in meiner Tasche. (flehend) So lasst mich doch frei, sonst komme ich zu spät und sie richten ihn hin!

Hauptmann: Wenn das wirklich stimmt, was du sagtest, dann verstehe ich dich nicht.

Sprecher: Die Schatten werden immer länger und länger. Es wird immer später und Niros ist im-mer noch nicht am Palast. Seine Gedanken überschlagen sich.

Niros: Nein, jetzt werden sie ihn hinrichten. Wer kann sich das vorstellen!? Das erste mal in meinem Leben habe ich ihn betrogen! Er kann ja nicht wissen, welche Hindernisse mich immer wieder aufhielten. Vielleicht denkt er, ich habe Angst vor dem Tod und habe ihn deshalb dagelassen, damit er stirbt.

Sprecher: Er raffte alle Kräfte zusammen, um durch das Hoftor des Palastes zu laufen. Da, ein Kreuz, und sein Freund war bereits daran befestigt worden. Nur noch ein Augenblick, dann ist die Hinrichtung vollendet. Mit letzter Energie und völlig außer Atem hört man Niros.

Niros: Stop! Hört auf! Ich bin doch jetzt da. Der Sturm hielt mich auf.  So hört doch auf. Ich sollte doch sterben!

Sprecher: Dionysios hatte sich immer gefreut, dass es auf der Erde keine Wahrheit, keine Freundschaft und keine Liebe gab und hatte deshalb viele töten lassen. Noch immer war er davon überzeugt gewesen, dass auf der Erde nichts heiliges existierte. Dort steht sein Bruder, verwundet, müde und schiebt alle Leute zur Seite, um nur näher an die Hinrichtungsstelle zu kommen. Dionysios ist erschüttert. Das erste Mal in seinem Leben erfährt er, dass es auf Erden Liebe und Treue gibt.

Dionysios: Und ich als Herrscher der Stadt wusste dies nicht? Ich habe hunderte umgebracht und hätte meine Einstellung auch weiterhin nicht geändert! Wenn ich diese beiden Freunde nicht gesehen hätte, wäre ich ohne das Wissen der Existenz des Aufopferungswillens eines Menschen für den anderen gestorben.

Giovanni: (steht etwas weiter von Dionysios entfernt an der Hinrichtungsstelle) Ich glaube, ich sehe nicht richtig. Ich erkenne unseren Herrn nicht wieder.

Diener: Das gleiche musste ich gerade auch denken. Er ist so ruhig. Hinrichtungen machen ihn doch sonst immer so viel Spaß. Schau doch mal was will er?

Giovanni: Er zeigt, dass wir den Verurteilten vom Kreuz nehmen sollen.

Diener: Das kann ich einfach nicht verstehen. Es ist kaum zu glauben…

Sprecher: Schnell wurde der treue Freund befreit.

Dionysios: Ihr beide, sagt mir bitte, ist es wirklich wahr, dass ihr für den anderen sterben wolltet?

Freund: Ja!

Sprecher: Dass auch Niros Freund bereit zum Sterben war, konnte die Dienerschaft bestätigen. Dieser hatte immer nur eines gebeten.

Freund: So macht doch schneller. Beeilt euch mit der Hinrichtung. sonst kommt er gleich. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass Niros sterben soll. Hoffentlich wird er durch irgendetwas aufgehalten. Zögert nicht so! Macht doch endlich schneller.

Dionysios: (zu den beiden Freunden) Kommt mit mir ins Palast. Ihr seid frei! Ich muss Gott für seine Liebe danken, die er mir – du hast recht Niros – einem grausamen Gebieter, zukommen ließ. Beinahe hätte ich meinen eigenen Bruder getötet. Aber durch euer Handeln hat Gott mir gezeigt, dass sogar echte Wahrheit und Liebe auf Erden existieren. Jetzt werde ich mein Leben nicht mehr schonen. Ich bin bereit, mein Hab und Gut mit den Armen zu teilen. Endlich kann ich mich meinem Volk widmen und auf ihre Schwierigkeiten eingehen. Ich werde an den Gott der Liebe glauben.

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Dez 11 2009

Das gläubige Mütterlein

Geschrieben von Christ in Liebe

Das gläubige Mütterlein, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 5 Personen

Sprecher: Angenehme Wärme verbreitete der kleine Kachelofen in dem dunklen Raum. Von ihrem Bett aus konnte sie durch das Fenster in das Tal sehen. Leise fiel der Schnee und deckte die letzten Äste.

Zur gleichen Zeit stapfte die Frau des Pastors auf das kleine Haus zu. Da unser Mütterlein niemanden mehr hatte, der es versorgen konnte, wurde sie liebend von ihr gepflegt.

Marie: Guten Abend, Mütterlein, du siehst so zufrieden aus, woran denkst du?

Mütterlein: Oh, du bist es, Marie! Ja, ich dachte gerade an die schöne Zeit zurück, als mein Mann mich so oft auf die See mitgenommen hatte. Wir standen dann oft an der Reling des Schiffes, schauten uns den Himmel an, und er erklärte mir, wie man das kommende Wetter an den Wolken erkennen kann.

(kurzes Schweigen)

Aber wie geht es dir Marie? Du wirkst so bedrückt.

Marie: Ach es ist nur…. Mein Mann kam heute so traurig vom Gottesdienst nach Hause. Er sagte, nur wenige seien heute zur Andacht gekommen. Aus der Stadt im Tale sind sehr viele Leute aufs Eis gekommen. Der ganze See ist voller Leute, die mit ihren Kindern Schlittschuh laufen. Sie haben Zelte aufgebaut, fahren mit den Kindern Schlitten, essen, trinken und sind lustig. Da sind auch die Leute aus unserem Dörfchen lieber aufs Eis gegangen, als zur Andacht. Schon von morgens an,- und jetzt wird es schon dunkel. Die Menschen versündigen sich damit!

Mütterlein: Mache dir nur keine Gedanken, Marie. Gott findet jeden Menschen. Wir wollen lieber für das Volk draußen beten.

Sprecher: Getröstet ging ihre Freundin nach Hause. Die alte Frau saß noch lange am Fenster und sah dem Treiben auf dem Eis zu. Sie betete. Da sah sie weit draußen am dunklen Himmel eine kleine weiße Wolke aufsteigen. Diese stieg höher, wurde größer und stärker.

Mütterlein: Das ist eine Sturmwolke! Oh, möge Gott im Himmel den Menschen helfen!

Sprecher: Doch da war ihr, als hörte sie eine Stimme, die zu ihr sprach: “Warum hilfst du ihnen nicht?” (mit Hall)

Mütterlein: Ja, aber wie? (verzweifelt)

(Musik) traurig

1. Junge: (aufgeregt) Jakob, schau dort! Das Haus vom alten Mütterlein brennt! Hol schnell Hilfe, vielleicht können wir sie noch retten!

Sprecher: Vom Schrecken und Neugier getrieben lief die ganze Menschenmenge dem Ufer zu. Auch die Pfarrersleute und einige mehr kamen aus dem Dorf zum brennenden Häuschen, ohne große Hoffnung das Mütterlein noch lebend zu sehen. Doch sie fanden das Mütterlein betend im Schnee liegen.

1. Junge: Kommt, fasst mit an, wir müssen ins Dorf. Es wird immer stürmischer.

Sprecher: Die ganze Menge lief schnell in’s Dorf, um sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das Mütterlein wurde in’s Pfarrhaus gebracht. Als alle in Sicherheit waren, sagte die Pfarrersfrau unter Tränen.

Marie: Es ist wohl meine Schuld, dass das Haus verbrannte. Sicher habe ich beim Ofen nicht aufgepasst, und so hat es angefangen zu brennen.

Sprecher: Das Mütterlein jedoch, als sie sich gefasst hatte, fragte nur:

Mütterlein: Sind sie alle vom Eis runtergegangen? Der Sturm!

1. Junge: Ja, alle sind in Sicherheit, nicht ein einziger ist auf dem See gewesen als der Sturm losbrach. Jetzt ist das ganze Eis in große Stücke zerbrochen, das Wasser geht an einigen Stellen sogar übers Land.

2. Junge: Gott hat uns vor einer großen Katastrophe bewahrt. Aber Mütterlein, woher wussten sie nur, dass ein Sturm kommt?

Mütterlein: Mein Mann hat mich gelehrt, den Himmel und die Wettergeschehen zu  beobachten. – Ich wollte die Leute warnen, aber sie hörten mein Schreien nicht. Da bat ich Gott, mir zu helfen die Leute zu retten. Der Herr sagte: Bis zum Ofen kannst du kriechen, zünde dein Häuschen mit deiner Habe an, dann rettest du sie alle! Aber wenn dir das Haus und Habe wichtiger sind als die Menschen, die Kinder, hast du keinen Glauben. Da bat ich: Herr gib mir Kraft!

So kroch ich vom Bett, zog mich an, rüttelte das Stroh im Bett auf, kroch bis zum Ofen, nahm die Schippe, suchte glühende Kohlen, kroch wieder bis zum Bett und legte die Kohlen ins Stroh. Dann begab ich mich zur Tür, stieß sie auf und, weil das Fenster offen stand, fing das Stroh an zu brennen. Die Flamme erfasste auch das Strohdach, so brannte das ganze Haus. Ich kroch dann nach draußen.

Sprecher: Die Leute aus dem Dorf und der Stadt brachten aus Dankbarkeit alles, was die Frau zum Leben nötig hatte. Viele bekehrten sich und dankten Gott und dem alten, kranken Mütterlein für die wunderbare Rettung.

Diese wahre Begebenheit zeigt uns, wie wichtig es ist, Gottes Willen gehorsam zu sein, selbst wenn wir ihn nicht verstehen. Was geschehen wäre, wenn das treue Mütterlein dies nicht getan hätte, können wir uns ausmalen.

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